Die Erste und die Letzte - Der Weg eines Racheengels
Verfasst: Freitag 21. Dezember 2007, 09:45
"Sieh in mein Gesicht! Es wird das Letzte sein, was du sehen wirst!" fauchte die rothaarige blasse junge Frau zu dem am Boden liegenden ältlichen Kerl. Er meinte, er könne sich verstecken - doch sie fand ihn. Es war ihr bestimmt. Die Chimäre war auf dem Plan getreten.
Das Stirnband wurde abgezogen - und enthüllte die blutige Träne an ihrer Stirn. Der Mann erschrak kurz und schluckte. Nur noch ein Krächzen entfuhr ihm. Und so würde es wohl oder übel geschehen, dass Lauren sich in dem Moment, indem sie mit einem Schrei ihr Schwert erhob und in das Herz des Mannes rammte zur Mörderin machte.
Blut verklebte ihr Gesicht. Der Kampf war hart und bitter - doch die Kriegerin obsiegte endlich. Es war soweit. Die Chimäre war zurückgekehrt - und sie würde von nun an den Pfad beschreiten, der ihr bestimmt war. Der Pfad der Rache.
Rache ist rein und ehrlich. Werde nicht zur Meuchelmörderin sondern verkünde die Lehre der Rache.
Lasse Gerechtigkeit dort walten, wo das Recht versagt.
Führe deine Waffe im Namen der Rache und räche die Sache, die es wert ist, gerächt zu werden.
Die ganze Welt wird dein Feind sein, doch behandle sie wie einen Freund.
Die blutige Träne soll dein Zeichen sein - die blutige Träne soll dein Gefährte sein, die blutige Träne soll dein Wegweiser sein.
Rückblende:
"...und nach diesen Regeln heißt es zu leben, wenn du diesen Weg beschreiten willst." Die alte Frau mit Stirnband stand gebeugt als schattenhafte Kontur vor der sinkenden Sommersonne auf der Wiese. Lauren saß auf dem saftigen Grün und blickte zu ihr hoch - nur ein sachtes Nicken war zu vernehmen.
"Das heißt, dass jede Form der Rache dann rechtzufertigen ist, wenn man zuvor seine Tat ankündigt? fragte sie neugierig.
"So ist es. Du musst natürlich zuvor bedenken, dass dein Tun und dein Lassen einen Grund braucht, und du musst die Folgen bedenken. Vergiss nicht. Auch wir werden als Verbrecher angesehen."
Lauren strich sich über die freie Stirn. Sie war nicht gezeichnet, ihr blasses Gesicht war makellos. Sie wog den Kopf hin und her ehe sie sprach, "Ich verstehe. So muss ich also zuvor wissen, warum ich wen richte - und vor allem wie ich ihn richte."
"Ein Mörder", sprach Torell, ihre Meisterin, "ist ein Mörder und er muss entsprechend auch gerichtet werden. Beleidigt dich jemand - und zwar in einem bestimmten Rahmen", sie schmunzelte, "mach ihn stumm."
"Also ist der Weg der Chimäre stets der Weg der Konsequenz - es muss nachhaltig gewiss sein, wer am Werke war?"
"Nun wenn du meinst, dein "Opfer" verdient lediglich eine Ohrfeige - dann gib ihm eine. Die hat natürlich keine Folgen, doch es gibt noch ein anderes Werkzeug, das wir anwenden. Das Zeichen das wir hinterlassen - die Träne."
"Die Träne, sie ist der Vorbote und der Brief selbst."
"Genau. Du hast es verstanden, Lauren. Dies ist unser heiligster Kodex. Dieser Kodex und dieses Wappen steht über allem, sobald du das Zeichen auf deiner Stirn trägst."
Lauren nickte kurz ehe sie abschließend ruhig aber fest entschlossen sprach während sie sich erhob und sich straff vor die ihr um einen Kopf kleineren Frau stellte. "Dann sei es so."
Ein letztes Röcheln, und der Mann, der sich einst Dorkan Norannh nannte war tot - er - der soviele Menschenleben auf dem Gewissen hatte - die Geißel, der Nemesis, der die Chimäre beinahe zum Sterben verurteilt hätte war tot.
Er, der ihre Meisterin tötete - er, der die glorreichen Tage der Chimäre vor mehr als 20 Jahren beendete - er war endlich dort wo er hingehörte - in der Hölle oder etwas Schlimmeren.
Lauren schleifte den Körper vor die Straße. Der Varuner Friedhof war ganz in der Nähe. Nicht lange und man würde wohl seine Leiche finden, und dann würde man einen Mörder suchen.
Doch als wäre dies nicht genug hinterließ sie einen Pfeil mit einer aufgerollten Pergamentrolle auf der das Wappen der Chimäre zu sehen war. Nur wenige würden sich des Zeichens entsinnen. Doch Nachforschungen sollten ergeben, dass die einst sehr geächtete Gruppe der Chimäre, für Verbrecher befunden sowohl in Varuna als auch Rahal, zurückgekehrt war. Es war wieder soweit - nach über 20 Jahren würde man davon hören.
Ohne ihr Schwert zu säubern scheidete Lauren die Klinge. Der Tod ihrer Meisterin war gerächt. Nun begann ihre Arbeit erst richtig. Wer würde mit ihr den Pfad der Rache beschreiten wollen? Es war eine Bindung auf Lebenszeit. Die blutige Träne auf ihrer Stirn, eine Tättovierung, die stets unter einem Stirnband verborgen bleiben musste bis zu dem Zeitpunkt an dem sie Rache üben würde war das Indiz für die Zugehörigkeit der Chimäre.
Das Stirnband wurde wieder über das kleine Mal geschlungen - dann wandte Lauren sich um und verschwand wie ein Schatten in der Nacht.
Varuna würde ein Phantom jagen - Varuna würde nie erfahren, welche Verbrechen dieser Mann begangen hatte. Doch eines würde der Finder, der vielleicht kundig war über den beigelegten Fund wissen. Ein Racheengel war am Werke.[/i][/b]
Das Stirnband wurde abgezogen - und enthüllte die blutige Träne an ihrer Stirn. Der Mann erschrak kurz und schluckte. Nur noch ein Krächzen entfuhr ihm. Und so würde es wohl oder übel geschehen, dass Lauren sich in dem Moment, indem sie mit einem Schrei ihr Schwert erhob und in das Herz des Mannes rammte zur Mörderin machte.
Blut verklebte ihr Gesicht. Der Kampf war hart und bitter - doch die Kriegerin obsiegte endlich. Es war soweit. Die Chimäre war zurückgekehrt - und sie würde von nun an den Pfad beschreiten, der ihr bestimmt war. Der Pfad der Rache.
Rache ist rein und ehrlich. Werde nicht zur Meuchelmörderin sondern verkünde die Lehre der Rache.
Lasse Gerechtigkeit dort walten, wo das Recht versagt.
Führe deine Waffe im Namen der Rache und räche die Sache, die es wert ist, gerächt zu werden.
Die ganze Welt wird dein Feind sein, doch behandle sie wie einen Freund.
Die blutige Träne soll dein Zeichen sein - die blutige Träne soll dein Gefährte sein, die blutige Träne soll dein Wegweiser sein.
Rückblende:
"...und nach diesen Regeln heißt es zu leben, wenn du diesen Weg beschreiten willst." Die alte Frau mit Stirnband stand gebeugt als schattenhafte Kontur vor der sinkenden Sommersonne auf der Wiese. Lauren saß auf dem saftigen Grün und blickte zu ihr hoch - nur ein sachtes Nicken war zu vernehmen.
"Das heißt, dass jede Form der Rache dann rechtzufertigen ist, wenn man zuvor seine Tat ankündigt? fragte sie neugierig.
"So ist es. Du musst natürlich zuvor bedenken, dass dein Tun und dein Lassen einen Grund braucht, und du musst die Folgen bedenken. Vergiss nicht. Auch wir werden als Verbrecher angesehen."
Lauren strich sich über die freie Stirn. Sie war nicht gezeichnet, ihr blasses Gesicht war makellos. Sie wog den Kopf hin und her ehe sie sprach, "Ich verstehe. So muss ich also zuvor wissen, warum ich wen richte - und vor allem wie ich ihn richte."
"Ein Mörder", sprach Torell, ihre Meisterin, "ist ein Mörder und er muss entsprechend auch gerichtet werden. Beleidigt dich jemand - und zwar in einem bestimmten Rahmen", sie schmunzelte, "mach ihn stumm."
"Also ist der Weg der Chimäre stets der Weg der Konsequenz - es muss nachhaltig gewiss sein, wer am Werke war?"
"Nun wenn du meinst, dein "Opfer" verdient lediglich eine Ohrfeige - dann gib ihm eine. Die hat natürlich keine Folgen, doch es gibt noch ein anderes Werkzeug, das wir anwenden. Das Zeichen das wir hinterlassen - die Träne."
"Die Träne, sie ist der Vorbote und der Brief selbst."
"Genau. Du hast es verstanden, Lauren. Dies ist unser heiligster Kodex. Dieser Kodex und dieses Wappen steht über allem, sobald du das Zeichen auf deiner Stirn trägst."
Lauren nickte kurz ehe sie abschließend ruhig aber fest entschlossen sprach während sie sich erhob und sich straff vor die ihr um einen Kopf kleineren Frau stellte. "Dann sei es so."
Ein letztes Röcheln, und der Mann, der sich einst Dorkan Norannh nannte war tot - er - der soviele Menschenleben auf dem Gewissen hatte - die Geißel, der Nemesis, der die Chimäre beinahe zum Sterben verurteilt hätte war tot.
Er, der ihre Meisterin tötete - er, der die glorreichen Tage der Chimäre vor mehr als 20 Jahren beendete - er war endlich dort wo er hingehörte - in der Hölle oder etwas Schlimmeren.
Lauren schleifte den Körper vor die Straße. Der Varuner Friedhof war ganz in der Nähe. Nicht lange und man würde wohl seine Leiche finden, und dann würde man einen Mörder suchen.
Doch als wäre dies nicht genug hinterließ sie einen Pfeil mit einer aufgerollten Pergamentrolle auf der das Wappen der Chimäre zu sehen war. Nur wenige würden sich des Zeichens entsinnen. Doch Nachforschungen sollten ergeben, dass die einst sehr geächtete Gruppe der Chimäre, für Verbrecher befunden sowohl in Varuna als auch Rahal, zurückgekehrt war. Es war wieder soweit - nach über 20 Jahren würde man davon hören.
Ohne ihr Schwert zu säubern scheidete Lauren die Klinge. Der Tod ihrer Meisterin war gerächt. Nun begann ihre Arbeit erst richtig. Wer würde mit ihr den Pfad der Rache beschreiten wollen? Es war eine Bindung auf Lebenszeit. Die blutige Träne auf ihrer Stirn, eine Tättovierung, die stets unter einem Stirnband verborgen bleiben musste bis zu dem Zeitpunkt an dem sie Rache üben würde war das Indiz für die Zugehörigkeit der Chimäre.
Das Stirnband wurde wieder über das kleine Mal geschlungen - dann wandte Lauren sich um und verschwand wie ein Schatten in der Nacht.
Varuna würde ein Phantom jagen - Varuna würde nie erfahren, welche Verbrechen dieser Mann begangen hatte. Doch eines würde der Finder, der vielleicht kundig war über den beigelegten Fund wissen. Ein Racheengel war am Werke.[/i][/b]