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varuner Friedhof - Nacht der lebenden Toten

Verfasst: Samstag 8. Dezember 2007, 03:10
von Der Erzähler
Es mochte lange her gewesen sein, seit unbemerkt eine Dienerin des Raben die aufgewühlten Gräber vom Friedhof als altes freundliches Mütterchen wieder hergerichtet hatte. Seitdem war es ruhig in den Gräbern gewesen - widernatürlich ruhig. Es war ein unauffälliger Segen für jedes Grab gewesen, deshalb hatte er wohl gehalten. Bis heute.

Eine Gruppe Letharen war gerade noch dabei beobachtet worden, wie sie den Friedhof fluchtartig verließen, zwei Gräber waren geplündert worden: Das liebevoll mit roten Blumen bepflanzte Grab von Lindira Waydenhag - Laienschwester der göttlichen Schwertmaid, wie es auf dem Grabstein stand, und das eines Unbekannten, lediglich ein Segensspruch auf seinem Stein: "So möge Temora, jene Seele zu sich nehmen, und ihr Frieden geben."
Sie hatten die Knochen gestohlen - doch das würde nun wohl kaum mehr auffallen.

Auf dem varuner Friedhof lagen weit mehr Tote, als die einzelnen Gräber glauben machen wollten, dazu jenes unheilige Wirken in der Gruft, dem seit Jahren schon nicht beizukommen war... vielleicht lagen die neuen Probleme auch an dem Dämon, der sich da unten nun wohlzufühlen schien? Hier auf dem städtischen Friedhof lagen viele - sehr viele - Tote begraben.
Das mussten diese Nacht auch die Gardisten Jorne, Harisman, Kor, Fredegar und die beiden Schützen Pulvim und Alger feststellen.

Wie von Sir Rafael befohlen, kamen die sechs Mann als Verstärkung und lösten Gardistin Feruin ab. "Passt auf... die Toten sind seid dem Angriff der Letharen unruhiger.. es ist zu still..", warnte die Gardistin ihre Kameradin. Ihre für das Lied Eluives empfänglichen Sinne schlugen Alarm. "Irgendwas stimmt nicht, also Augen offen halten."
"Wir halten hier nicht das erste Mal Wache", hieß es nur salopp, und sicher hätte sich der Sechsertrupp wohl tatsächlich gefreut, hätten sie Gelegenheit bekommen, sich an den verflixten Letharen zu rächen, die drei ihrer Kollegen gerade ermordet hatten.
Nun wankten über den Friedhof stattdessen zwei Zombies und zwei Skelette. Für Gardist Jorne allerdings kein erschütternder Anblick. Wer je Wache an der Gruft halten musste, musste mit sowas zurechtkommen.

Es war kalt, nass, und etwas Bewegung konnte nach den ersten Stunden des Wache schiebens sicher nur gut tun.

Doch was war dann geschehen? Die Zombies fielen - und standen wieder auf. Fielen, und standen wieder auf. Fredegar bekam einen Treffer ab. Nichts Wildes. Aber es wurde lästig. Die Skelette und stupiden Fleischklumpen erhoben sich schneller wieder, als man es gewohnt war.
Dann bewegte sich die Erde eines weiteren Grabes. Da waren es statt zwei Skeletten drei. Und sie standen immer wieder auf. Sie wollten scheinbar auch nicht bloß auf dem Friedhof bleiben. Als das Ganze sinnlos wurde - von Anfang an gewesen war - befahl Jorne den Rückzug vor das Tor.
Und als die skelettierten Finger sich um die Gitterstäbe legten, daran rüttelten, da wurde es doch deutlich unheimlich. Ein weiteres Grab hatte sich von innen heraus aufgewühlt und sich zusammensetzende Knochen zum Vorschein gebracht. Es waren inzwischen... sechs? sieben? Vom Gruftgebäude lösten sich Putz und Steine, als die dunkle Erde erbebte und einen deutlich größeren Skelettkrieger hervorbrachte.

Verzweifelt hatten die Gardisten Widerstand zu leisten versucht. "Los, Sturmangriff, einmal in den Staub zurückschicken, alles was da klappert!", hatte Jorne energisch befohlen.
Alger war es als einzigem bei dem Angriff gelungen, hinter den anderen, die sich vorkämpften, auf das Gebäude der Gruft zu klettern. Der Plan war gut: Er konnte von dort oben schießen, und die Untoten kamen zu ihm nicht rauf.

Sie standen aber viel zu schnell wieder auf - und plötzlich auch hinter seinen Kameraden. Alger stellte fest, wie sinnlos Bolzen tatsächlich gegen blanke Knochengebilde waren... er hatte doch nur helfen wollen. Als er sah, wie sich eine schier unüberblickbare Masse an Untoten zwischen Ausgang und seine Kameraden stellte, bereute er es bitter.
Er sah Kor und Puvilm als erste fallen und hörte dieses Geräuch von reißendem Fleisch, daß er sich haltlos übergeben musste. Es wurden immer mehr Untote, eine irrwitzige Masse. Was war hier nur los? Er hatte keine Bolzen mehr. Um die Gruft herum stapelten sich die Knochen, daß er Angst bekam, die Untoten würden bis zum Morgen daran zu ihm hochklettern. Irgend ein abartiger Wille schien die Kreaturen zu lenken, seine Kameraden wurden in Stücken zum kleinen Teich geschleppt, um das Wasser durch Blut zu ersetzen.
Und Alger kam hier nicht weg.

Seine Schreie hallten lange, sie wurden in der Stadt gehört, doch als andere Kameraden in die Nähe des Friedhofes kamen, weigerten sie sich, nur mit einem weiteren kleinen Trupp da heran zu gehen. Alger war nirgends zu sehen, von irgendwo drinnen nur hörte man menschliche - oder kaum mehr menschliche Schreie.
Vielleicht würde man diese arme verlorene Seele noch oben auf dem Dach finden, zitternd an der Dachumrandung zusammengekauert, und es würde allein schon ein Problem darstellen, seinen Händen die Armbrust ohne Munition zu entwinden. "Meine Bolzen", wird er wimmern, "fliegen einfach durch. Da unten sind meine Bolzen. Sie haben... meine Bolzen..."

Wenn man zu ihm denn hoffentlich überhaupt durchkäme.
Dabei waren es
bloß Untote...

Verfasst: Samstag 8. Dezember 2007, 11:40
von Sarah Elisa Lydelle
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Verfasst: Samstag 8. Dezember 2007, 11:57
von Alindra de Feruin
Die Nacht war bereits lange herein gebrochen und Alindra saß wie so oft im Kastell an einem Schreibtisch, auf dem das kleine Tintenfasschen und ein paar Pergamente herumlagen. In den feinen Fingern befand sich die Schreibfeder. Auch heute war es wieder daran Berichte und sogar eine Depesche an das Kloster zu verfassen. Draußen schien es wie üblich um diese Uhrzeit ruhig, nur die patrouillierenden Wachen, sowie andere typische Geräusche drangen an ihr Ohr. Der Schein der Öllampen in dem Zimmer reichte gerade aus um ihre Schreibarbeiten auszuführen. Der heutige Tage war wirklich ein seltsamer Tag und die Ereignisse wollten der jungen Frau einfach nicht aus dem Kopf gehen. Selbst jetzt hingen die Gedanken noch den Ereignissen nach.

Nur wenige Stunden davor kam sie auf der üblichen Patrouille an dem Friedhof vorbei. Bislang schien alles ruhig und normal zu sein, doch hier bot sich der Gardistin ein Anblick des Schreckens. Vor dem Tor lagen zwei Gardisten erschlagen, der dritte nicht unweit der anderen beiden. Die Tore standen offen. Mit langsamen, vorsichtigen Schritten näherte sie sich und erblickte eine ihr wohl bekannte Frau. Sinari Itheria lehnte Kreidebleich an der Friedhofsmauer, sackte sogar leicht an ihr hinunter. Drei Sätze und Alindra war bei ihr, umfasste den Oberarm und die Schulter um sie zu stützen. Sineri erzählte von den Geschehnissen auf dem Friedhof. Mortys kam ihr vor wenigen Momenten entgegengestürmt und berichtete von sechs Letharen, die die Wachen niedergeschlagen und auf dem Friedhof eingedrungen sind und dort Gräber geschändet haben. Als sie sich selbst einen Überblick machen wollte, überkam sie ein Schauer. Zwei Gräber waren aufgebrochen und Untote haben sich aus ihrer Ruhe erhoben. Unruhig wanderten sie über das teilweise verbrannte Gras. Eines der Gräber wurde ausgehoben und der Inhalt überall verteilt. Die Blumen, die Angehörige zu Ehre der Toten auf die Gräber legten waren alle verbrannt. Hier drin war auch der dritte tote Kamerad zu finden. Voll Hass und Ekel verließ sie den Ort schnell und wusste was zu tun ist. Die Gardistin machte sich auf den Weg um Mortys zu finden um sofort seiner Erlaucht persönlich Meldung zu machen...

Eine geschlagene Stunde später stand die Gardistin schon wieder vor den Toren des Friedhofes. Die Nacht umschloss die Umgebung völlig. Man konnte kaum weiter als ein paar Schritte sehen. Hinter ihr, auf dem Friedhof waren die Untoten noch aufgewühlter und irgendwie zahlreicher geworden als noch vor wenigen Augenblicken. Mit Unbehagen in den bernsteinfarbenen Augen blickte sie immer wieder über die Schulter zu den nun verschlossenen Toren. "Doppelte Wachmannschaft", sagte seine Erlaucht. "Wartet vor den Toren bis die Verstärkung eintrifft, Gardistin Feruin". Ja und nun stand sie hier alleine mitten in der Nacht vor dem unheimlichen Ort. Nervös löste sie sich ein wenig von den Dingen um sie herum um sich in das Lied der Mutter einzufühlen. Doch was sie dort vernahm war nicht beruhigender. Es war alles still, viel zu still. Aber diese Ruhe schien nicht natürlich zu sein, sie war durch und durch unnatürlich und irgendwie gespannt. Sie wusste haar genau, dass etwas passieren würde und absolut nicht stimmte. Auf einmal hörte sie Schritte. Alindra riss erschrocken die Augen auf und legte die Hand schon an den Korb des Rapiers, doch es war nur erneut Sinari Itheria. Die Freundin versuchte sie davon abzuhalten hier alleine länger an dem unheimlichen Ort Wache zu schieben, bevor noch etwas passierte. Auch sie fühlte, dass hier irgendwas ganz und garincht in Ordnung war, seit die Letharen die Gräber entweiht haben. Es entstand ein ruhiger Wortwechsel bis man endlich die auf einander abgestimmten Marschgeräusche einiger Gardisten vernam. Aus dem Dunkel tauchte der Fackelzug von sechs weiteren Kameraden auf. Endlich war Wachablösung. Doch noch bevor sie den Ort verließ, warnte sie die Brüder ausdrücklich vor dem Ort und mahnte zur Vorsicht. Schritt um Schritt ging sie nun zum Kastell um einen Bericht über die Ereignisse zu verfassen...

Wieder zurück in dem kleinen spärlich beleuchteten Zimmer, riss sich Alindra Feruin endlich aus den Gedanken frei und schüttelte den Kopf. Kratzend huschte die Feder über das Pergament und vervollständigte den Bericht an die Regimentsleitung. Begleitet vom leisen Seufzen erhob sie sich von ihrem Stuhl und gab die Berichte ab um sich anschließend endlich aus der Uniform zu schälen - Dienstschluss. Obwohl sie eigentlich erleichtert sein sollte, konnte man die Besorgnis noch deutlich auf ihrem jungen Gesicht lesen. "Ist den Kameraden schon etwas passiert? Wie geht es ihnen? Oder mache ich mich da nur verrückt?", schoss es ihr durch den Kopf. Noch konnte sie einfach nicht nach Hause und zu Bett gehen. Sie würde niemals Ruhe finden. Abermals eilte sie mit ungutem Gefühl im Bauch aus der Stadt und zum Friedhof.
Ein schriller Schrei durchschnitt die Nacht. Alindra stand nun vor dem Friedhof und sah ihr innerstes. Die Untoten hatten waren nun vielfach mehr als noch zuvor, man konnte mitlerweile von einer ganzen Horde sprechen. Das doch eigentlich robuste Stahltor war aus den Angeln gerissen und lag einen guten Schritt vom ursprünglichen Platz entfernt. Sie ließ die Fackel fallen, doch ob der Gabe sah sie ohnehin recht mühelos in der Nacht. Doch in diesem Moment bereuhte sie, dass sie überhaupt etwas sehen konnte. Ein Zitter bemächtigte sich ihr. Im Friedhof lagen die sechs Toten Kameraden, oder eher was von ihnen übrig war. Die Fetzen und Stücke, sowie das ganze Blut waren großflächig verteilt worden. Nicht wenige Zombies waren noch über die Kadaver gebeugt und rissen mit den verrotteten Zähnen Stücke heraus. Unendlich lange Momente blieb sie reglos stehen, konnte sich vor Entsetzen und Ekel kaum rühren. Dann, so plötzlich wie das Kreischen, kamen andere Gestalten heran gerannt, es waren weitere Kameraden, doch sie weigerten sich da auch nur einen Fuß hinein zu setzen. Sie wollten lieber die Stadttore verstärken, damit die Untoten Horden nicht hinein kamen. Der Ekel wurde zu groß, als sie sah wie einer der Untoten gerade einen Kameraden mit den Händen ausweidete. Sie wandte sich um und rannte zum Waldrand um sich zu übergeben...

Verfasst: Samstag 8. Dezember 2007, 12:14
von Chalys Sangares
Dem Herrn eine weitere Seele, so war es gewollt. So war es gekommen. Ihr Morgen hatte mit einem wahren Sieg begonnen.

Sie hatte es schon im Näherkommen gespürt. Der Friedhof war erfüllt von der Macht des Seelenherrn. Die Geschöpfe, ihm zu Diensten, erfüllten das Bild. Ein Schrecken möglicherweise für jene, die zu blind wahren oder die Wahrheit nicht sehen wollten. Für sie selbst war dieser Anblick Genugtuung. Wieder einmal wurde der Stadt der Blinden ihre Dummheit vor Augen geführt.

Doch was war das? Dort auf dem Dach ein wimmernder Schatten. Sie kicherte heiser. Er verharrte dort, ein Gardist der Narrenstadt. Wimmernd, verlassen. Vielleicht noch hoffend, doch schon jetzt da sie ihn erblickt hatte, stand ihr Entschluss, er sollte Opfer eines kleinen Spieles werden. Viel zu lang hatte sie keinen Gruß mehr an jenen Mann gesandt, der sie doch so vehement verfolgte und nicht ahnte, wie leicht sie in seine Nähe kommen konnte.. unerkannt.

Doch ein Spiel braucht Zeit und es braucht Mitspieler.. so wartete sie, lauernd und beobachtend im Schutz der Bäume, die Umgebung stets im Blick. Und das Schicksal meinte es gut. Eine junge Frau.. der Schätzung nach nicht einmal 20 Sommer alt, eilte vorbei. Der Schreck des Anblickes den der Friedhof ihr bat, steckte offensichtlich noch in ihr, als Chalys aus dem Schatten der Bäume heraustrat.

„Solche Angst vor der Wahrheit?“erklang ihre Stimme heiser und kratzig unter der Maske, als sie vor der Frau auftauchte, die noch immer mit erschrockenem Blick gen Friedhof starrte. „D... der ganze Friedh... hof voller w.. wandelnder To..ter!“ Ja sie hatte Angst und im Grunde war dies etwas, dass man für sich nutzen konnte. Eine verängstigte Seele würde keine Mühe erfordern sich gegen den Gebrauch von Waffen zu wappnen. So brauchte dieses Spiel nur die rechten Worte.

„Ja voll der Geschöpfe, die so wunderbar gesegnet sind.. die Ehre tragen die Wahrheit zu führen.“ Das Schaudern der jungen Person war deutlich erkennbar. Als Wahnsinnige betitelte die junge Frau sie.. und brachte Chalys zum Kichern. „Wahnsinnig sind die, die die Wahrheit verleugnen! Jeden Schritt den die Frau zurückwich, schritt sie ihr nach. Näherte sich ihr gar noch. Sie durfte nicht fliehen, sie sollte Zeugin und Botin ihres Planes werden.

„Lass dir etwas zeigen. Es wird dir nichts geschehen nicht heute. Einzig Erkenntnis findest du dadurch vielleicht.“ Ihre Stimme, weiter heiser und kratzig geführt, bekam einen lockenden Unterklang. Sie beachtete die Entgegnung, dass diese Frau nicht mehr zum Friedhof wollte nicht. Einige Totensilben verliessen ihren Mund und riefen einen der skelettierten Ritter herbei, welcher sogleich hinter Chalys Aufstellung nahm. Vor Schreck über das Herannahen der Dienerkreatur, fiel ihr Gegenüber nun beinah auf ihren Hintern. Wieder erklang deren Gestammel: „Passt auf, passt auf er... er wird...“ doch schon verstummte sie, als sie erkannte, dass dieses Skelett ihrem Willen und Befehl gehorchte und nicht im daran dachte anzugreifen.

Unter heiserem Kichern tätschelte sie schon beinah in alberner Geste dem Skelett die knochige Wange und wandte sich wieder der jungen Frau zu. „Wovor frchtest du dich?“ unter diesen Worten trat sie wieder langsam auf die Frau zu, in deren Augen bereits Tränen standen. Wieder erklang dünn deren Stimme: „Ich hätte nicht herkommen sollen.. diese verdammte Stadt... immer hier...!“

„Ja verdammt ist die Stadt, doch nicht dieser Geschöpfe wegen, eher ihrer Narretei und ihres Irrglaubens zum Grunde.“
....
„Willst du die Wahrheit hören?“ Sprach sie schließlich nach einigen ihr unwesentlich erscheinenden Dialogen weiter auf die Frau ein. Sie musste langsam auf den Kern des Spieles kommen, die Stadt war immer noch nah und man wusste nie welch närrischer Heldenmut nahen mochte. „Sie sind wie der Herr der Wahrheit ihnen gewhrt zu sein.“ Verwirrt blinzelte ihr die Frau entgegen und stammelte verständnislos etwas von Phanodain. Als ob sie von jenem redete. „Nein ich spreche von Krathor, dem Bewahrer der Seelen.“ Mit einem eisigen Schmunzeln betrachtete sie, wie ihre Gesprächspartnerin nun erblasste. „D... die Mutter schtze mich...!“

„Siehst du da liegt die Wahrheit, sie bewahrt niemanden, sie selbst weiss was niemand von euch erkennt. Nichts dauert ewig, auf Leben folgt Tod.. und der Tod gebührt jedem. Das ist die Wahrheit die Kra'thor der Welt bringt. Jede Seele bekommt was sie verdient. Und kein Gott als Kra'thor allein bestimmt ber diese. Willst du einen wahren Narren sehen dann folge mir ansonsten laufe weit fort in die Welt der Lügen und des Unwissens bis er deine Seele zu sich holt.“ Wieder blickte die junge Frau in den Wald, wohl abschätzend, ob sie einfach entkommen konnte, bevor sie dann jedoch die Schultern sacken liess, bereitwillig Chalys zu einer kleinen Lehrstunde zu folgen.

Einen kleinen Bogen schlagend begab sie sich mit ihrer zeitweiligen „Schülerin“ zur Ostseite des Friedhofs und deutete hinauf zu dem dort gefangenen Gardisten, zu welchem wohl kein Untoter hinaufstieg, der jedoch genausowenig herunterfinden konnte, war das Haus stets gut unter Beobachtung der Dienergeschöpfe. „Sieh da oben hockt er glaubte er doch, er könnte sie besiegen. Nun wird er umkreist von des Herrn Allmacht!“
Von Mitleid offenbar gefangen hauchte ihre Begleiterin nun: „Ach du meine.... der arme Mann!“

„Sein Tod ist besiegelt, seine Seele dem Herrn! Er glaubte zu bestehen und seine verlogene Göttin sei mit ihm.
Doch sie selbst bestimmte, die Seelen seien sein. Erkenne er ist ein Narr! Du könntest weiser sein... natürlich genausogut weglaufen vor der Wahrheit, aber der Tod findet jeden.“ Für einige Augenblicke ließ sie das Gesprochene in der jungen Frau arbeiten, bevor sie nachsetzte: „Soll ich ihm helfen was denkst du? Bitte mich ihm zu helfen und ich werde es.“ Abwartend blickte sie zu ihrer Begleiterin und diese sprang wie erwartet auf ihr Spielchen an: „B.. bitte... h.. helft ihm... bitte...!“

Sie ließ ihre Begleiterin unter den Worten stehen, sie möge zusehen und lernen. Begab sich gemäßigten Schrittes auf den Friedhof bis vor das kleine Gebäude, auf welchem der Gardist zitternd und angstvoll verharrte. Rief ihn an und hieß ihn herunterzukommen, sie wäre hier ihm zu helfen. Die Kreaturen würden ihn nicht anrühren. So voller Hoffnung, dass er tatsächlich blind vertraute.. Narr! Schließlich landete er direkt vor ihr auf dem Boden und sie bot ihm eine scheinbar helfende Hand, die er nur zu gern annahm. Zittrig kam er auf die Füße, während sie ihr Spiel vorantrieb.

„Wünscht ihr euch die Freiheit Gardist? Dann sagt es.“ Er nickte viel zu eifrig und stammelte: „J-ja...i-ich wünsch m-m-mir F-Freiheit.“ Zu schön, alles fügte sich nach ihrem Wunsch. Sie machte einen Schritt beiseite, so dass er nun auf ihre Begleiterin blicken konnte. „Ich werde sie euch geben. Doch sollt ihr auch wissen wem ihr sie verdankt. Schaut diese Frau dort wollte eure Freiheit. Seht sie euch an nehmt ihr Bild in euer Gedächtnis!“ Er wandte sich wie erhofft dankbaren Blickes zu der jungen Frau um. Dies gab ihr die Gelegenheit, die sie brauchte. Sie zog den Knochenspeer vom Rücken und rammte diesen in eben jenen des Gardisten, welcher sich ihr jetzt so offen zuwandte. “ Jetzt seid ihr frei!“ Sie genoss das Gurgeln und die Fassungslosigkeit ihres Opfers mindestens so sehr, wie den verzweifelten Schrei ihrer jungen Begleiterin, die nun schmerzlich den Abschluss ihres Spieles erkennen durfte.

Noch während der Gardist sein Leben aushauchte, wandte sie sich wieder dieser Frau zu. „Sucht den Ritter Rafael de Arganta! Führt ihn her und sagt ihm, die Rabenfrau schickt ihm dies zum Gruße!“ Sie schien sich nicht rühren zu wollen, gar machte sie den Eindruck gleich in Ohnmacht zu fallen. Dummes Ding! „Geht oder wollt ihr auch frei sein?“ Diese Worte fruchteten. Sie sah ihr noch kichernd nach, während ihre Begleiterin gen Varuna eilte. Einige wenige Griffe unter Zuhilfenahme einer Klinge und schon war derweil der Kopf des toten Gardisten abgetrennt. Akribisch platzierte sie diesen auf einem nahen Steinhaufen, eben so dass er den Eintreffenden leidvoll entgegenblicken konnte und zog sich zurück. Gewiss würde man bald versuchen, der Flut von Untoten entgegenzuwirken. Ebenso nach ihr suchen, doch wie immer war sie sodann längst entronnen.

Verfasst: Sonntag 9. Dezember 2007, 12:13
von Rafael von Arganta
Rafael befahl für die Frau sofort ein Lager bereit zu stellen und Frau von Drachenfels zu holen, damit sie sich um sie kümmern konnte.
Derweil bat er Rahel bei ihr zu bleiben, nahm selber Schwert Umhang und befahl seinen Knappen zu sich um gemeinsam mit ihm gen Friedhof zu reiten.
Weitere Gardisten ... brauchte er nicht, denn er war sich sicher das jene Frau die er schon so lange kannte und hasste bereits fort sein würde.
Zu seinem Leidwesen.
Denn sein sehnlichster Wunsch war es jene, die ihm schon so viel Leid zugefügt hatte, endlich einmla zu Fassen zu bekommen.

Was er auf dem Friedhof zu sehen bekam ließ ihn erneut das Blut in den Adern gefrieren, und nur mit Mühe vermochte er den Hilflosen Zorn zu unterdrücken der in ihm hochwallte.
Der Kopf des Gardisten, leidvoll... dargerichtet wohl extra zu seinem Empfang.
Der dritte Kopf in kurzer Zeit den er zu sehen bekam.
Erst Andrey, dann der Pirat und jetzt der Gardist, ein Junger Mann den er erst vor kurzem eingestellt hatte.
Mühsam ruhig bleibend, ballte er die Hand langsam zur Faust.
"Eines ... Tages!"
Murmelte er wie zum versprechen und in seiner Stimme klang der so lange unterdrückte Zorn mit.
Es hätte ihm nicht einmal jemand sagen müssen das diese ein... Gruß an ihn wahr und von wem er stammte.

Oh ja er konnte sich diese kleine Frau gut vorstellen... am liebsten wie er die Hände um ihre Kehle legte oder gar das Schwert in sie hineintrieb.
Nein!
Sie würde er nicht einmal dem Gericht übereignen.
Nein!
Er würde ihr den größten Wunsch ihres Lebens ermöglichen...
Nah bei ihrem Herren Kra'thor zu sein!
Sie würde ihre gerechte Strafe schon erhalten. Sei es nicht von ihm so eines Tage durch Temora.

Er verfluchte sich das jene anscheinend ihre Gestalt so verwandeln konnte das er sie nicht einmal erkennen würde, würde sie vor ihm stehen.
Einzigst ihre Größe vermochte sie nicht zu verändern.
Vielleicht war das ein Anfang?
Aber er konnte wohl nicht jede Frau verhaften die annähernd die Größe von IHR hatte.
Aber irgendetwas musste er einfach tun.
Nur das WAS..

Er bat Richard zum Kloster zu reiten und einen Priester zu holen,
auf das der Kopf und die Überreste des Gardisten mit dem Segen Temoras bestattet werden konnten.

Verfasst: Sonntag 9. Dezember 2007, 16:41
von Isabella de Mournant
Langsam, mit vorsichtigen Kinderschritten, wanderte sie durch das nächtliche Varuna.
Ihre nackten Füße hinterließen kleine Abdrücke auf der dünnen Schneedecke, die sich einem sanftem Flaum gleich auf die Pflastersteine gelegt hatte.
Still lag die Stadt unter dem diffusen Licht des vollen Mondes dar, welcher seinen bleichen Schein vereinzelt durch die dichte Wolken warf, so als würde die Stadt als ganzes im tiefen Schlaf daliegen. Niemand kreuzte ihren Weg, keine Wache, kein später Zecher. Auch drang kein Licht durch die Häuser links und rechts ihres Weges, allein das Licht des Mondes, reflektiert vom Schnee, erhellte im fahlen Glanz die Stadt.
Unverhofft stand sie vor dem Südtor. Die Zinnen der Stadtmauer ragten weit in die Nacht hinauf und die Banner des Reiches flatterten träge umher. Die schweren, eisernen Fallgitter waren herabgelassen und verwehrten jedem den Eintritt.
Zögerlich trat sie näher und umfasste mit ihren schmalen Hand eine der dicken Streben. Nass und eiskalt fühlte sich das Metall auf ihrer Hand an.
Plötzlich fuhr ein kalter Wind entgegen und zerrte mit eisigen Fingern an ihrem dünnen Nachthemdchen und zerzauste ihre Haare. Mit dem Wind setzte auch der Schneefall wieder ein.
Gebannt sah sie durch das Tor hinweg, wie trügerisch langsam eine große dicke Schneeflocke nach der anderen aus dem Himmel herab fiel und sanft gen Boden glitt.
Da ertönte ein Klappern vor ihr und sie senkte den Blick. Wo jene großen Schneeflocken auf den Boden trafen, wurden sie sogleich zu bleichen Knochen, die sich mit dem letzten Momentum ihres langen Falls noch ein Stück weiter bewegten. Dort rollte ein kahler Schädel noch einmal um seinen Schwerpunkt, dort klapperten laut große Arm und Beinknochen auf das Pflaster, überall vernahm man das leise Klicken von Knöcheln und anderen kleinen Knochen. Und so wie man die Schneeflocken nicht zählen kann während ihres Fluges, so konnte Isabella innerhalb weniger Momente die Anzahl der Gebeine nicht mehr überblicken, die nun die Platz vor den Stadttoren bedeckten. Immer weiter schneite es und immer weiter verwandelte sich der Schnee in Knochen.
Dann kam erneut Bewegung in dieses makabere Schauspiel. Die zunächst regungslosen Knochen begannen sich zu regen und zu sortieren, die Schädel, die Beckenknochen, Rippenbögen suchten sich je ein passendes anatomisches Pendant. Noch ein wenig schwankend erhoben sich die nun vollständigen Skelette, eines nach dem anderen.
Und als die ersten langen Fingerknochen durch das Gitter hindurch nach ihr griffen, da entfuhr der zarten Kinderkehle endlich der erlösende Angstschrei,

der sich noch aus dem Traum hinüber in die Dunkelheit des Kinderzimmers stahl.
Es war wiedereinmal nur ein Alptraum gewesen.

Verfasst: Sonntag 9. Dezember 2007, 19:51
von Velvyr´tae
Regen. Schwer und feucht prasselten die schneeigen Tropfen auf Land und Lebewesen, durchtränkten selbst die bestgearbeitste Kleidung und verbreiteten kaltes, klammes Unbehagen. Wer konnte, hielt sich in seinem wohlig warmen Zuhause auf, schürte den Kamin und wärmte sich an am Zusammensein mit Anderen. Nicht so die Gardisten am Friedhof, der die leblosen Körper der Varunesischen Bürger aufnahm. Wachdienst, begleitet vom monotonen Platschen des Schneeregens auf Rüstung und Umhang, kaltem Wind, der seinen Weg noch unter die tiefsten Schichten schützender Kleidung fand. Wortgeplänkel, halbherziger Neid auf den Kollegen, der den zweifelhaften Schutz eines Kryptadaches genoss.

Am Waldrand fror eine gänzlich andere Gruppe stumm in ihren durchnässigen Roben. Stoff und Leder war über Haar und Stirn, über Mund und Nasenrücken gezogen worden, als wolle man sich vollständig gegen den scharfen Wind schützen. Doch obwohl die Kälte Wangen und Finger klamm werden ließ, diente der Stoff anderem Zweck. Zufälligen Blicken sollte nicht verraten werden, wer dort wartete um den Toten seine ganz spezielle Aufwartung zu machen. Einer genaueren Überprüfung hätte die Aufmachung ohnehin nicht stand gehalten. Zu auffällig waren die runden Ausbuchtungen der Schilde, die Waffengurte unter den feuchten Roben.
Wie ihre Geschwister fror auch die Lethra stumm. Empfindlichkeiten waren bei Menschen entschuldbar, einem Letharen wurden diese nicht nachgesehen. Ertrage, oder stirb. Zudem konnte sie die Blicke der Letharfen in ihrem Rücken spüren. Diese Blicke die nichts anderes als Erfolg akzeptieren würden, nichts anderes als Versagen vermuteten. Sie war eben nur eine Lethra, minderwertig und ein Nichts in der in Stein gemeisselten Hierarchie ihres Volkes.
Ein Blick um die niedrige Hecke, die den Friedhof begrenzte. Sie konnte nicht vermeiden, dass sich ihre Mundwinkel unwillkürlich hoben. Eine Mischung aus Unruhe vor dem Kommenden, aus latentem Zorn und einer steigenden Gier kroch ihre Wirbelsäule empor, vertraut und auf makabere Art und Weise wohlig.

Eilige Schritte trugen sie zurück über die nasse, schlammige Wiese, mit wenigen Worten wurde die Beobachtung an Abyranox weiter gegeben. Der Letharf war mit der Leitung dieser Expedition betreut worden und nahm diese Aufgabe offenkundig ernst. Knappe, sichere Befehle wurden verteilt, ehe der triefende Trupp den Angriff wagte. Einer nach dem anderen kroch über die Hecke, ließ sich mit einem gedämpften Platsch auf den aufgeweichten Erboden fallen. Ein kurzes Intermezzo der Stille und angestrengten Ignoranz, als der Lethyr nach einer Metamorphose als Kater mit regennassem Fell und Wut in den bernsteinfarbenen Augen aus der achtlos zu Boden gefallenen Robe stieg. Die wenigsten gewöhnten sich an dieses Wabbern, den Anblick von sich verformenden Knochen und Substanz verlierender Haut. Und was war das Ergebnis dieses Prozesses? Eine Kreatur die den unwillkürlichen Wunsch auslöste, ihr auf den Schwanz zu steigen.

Der Kater tigerte mit aller ihm verbliebenen Majestät auf die Gardisten zu, Ablenkung im Sinn. Währenddessen robbte die Gruppe durch Schlamm und über Gräber, achtlos oder absichtlich die liebevoll gepflanzten Blumen entwurzelnd, verräterische Kerzen umwerfend, um ihr destruktives Werk zu beginnen. Man verständigte sich mit Handzeichen, darauf hoffend, dass der Lethyr seinen Teil des Planes erfolgreich umsetzen konnte, und die Augen der Gardisten nicht scharf genug waren, um in der Dämmerung die in tiefes Blau gekleideten erkennen zu können. Ein Ziel war rasch gefunden - mit rotem Mohn bepflanzt, ruhte das Grabmal der Schwertschwester wie ein stilles Mahnmal auf der Stätte, die Trauer und Hoffnung zugleich in sich barg. Wer immer sie gewesen war, man ehrte ihr Andenken noch heute.

Die schützende Erdschicht über dem Sarg war schwer und nass, klebte an ihren Handschuhen und erschwerte die Arbeit. Nach wenigen Minuten brannten die Muskeln ihrer Arme, jede Bewegung schmerzte. Verbissen arbeiteten sich die beiden Lethraen durch die Erde, wühlten und gruben, als wollten sie die Erdmutter selbst freilegen. Die Lethrixoren wachten, ihre Armbrüste im Anschlag. Man würde um jeden Preis ein Versagen verhindern wollen. Zu lebendig war die Erinnerung an den Friedhof des verfluchten Klosters.
Endlich stießen sie auf hölzernen Untergrund, wenn auch die Finger schmerzhafte Bekanntschaft mit der Stabilität des Materials schlossen. Mit den klammen Händen, mit hastig gezücktem Dolch wurde nun mit fliegender Hast versucht, den Deckel zu entfernen um an ihr Ziel zu gelangen.

Knochen. Vergilbt und modrig starrte ihnen der blicklose Schädel entgegen. Durch die Erschütterungen waren einige Knöchelchen durcheinander geraten, der Rest wurde nun lieblos gepackt und in einen Beutel gestopft. Die Zeit war knapp. Knapper noch, denn nun begann die Ablenkung ihre Wirkung zu verlieren. Eine unwirsche Handbewegung Abyranox', und sie begann gen Hecke zu kriechen.

ALARM!

Der Schrei gellte durch die Winternacht wie ein Hornstoss. Die Lethra zuckte zusammen, warf einen Blick über die Schulter. Wieder diese Handbewegung, diesmal drängender und mit deutlicher Drohung. Sie kroch eilig durch die Hecke, die spitzen Äste ignorierend, die Löcher in ihre Robe rissen. Befehle durchdrangen die Dämmerung, menschliche und letharische. Es gab nur eine Pflicht: Die Beute zu bewahren und den Lethyr zu schützen. Alles andere würde ein Vergnügen sein.