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Kleine Geschenke

Verfasst: Freitag 7. Dezember 2007, 17:03
von Darna von Hohenfels
Adrian und Rafael sahen sie beunruhigt an, als sie mitten im Gespräch Notizblock und Stift zückte und etwas aufschrieb. Doch sie schmunzelte nur über die Spekulationen, die von "Gedicht?" bis "Was wir uns an Peinlichkeiten geleistet haben?" reichten.

Abseits dessen, was man Adrian aber zum Geburtstag schenken konnte, hatte er eine eher scherzhafte Bemerkung fallen lassen, die ihr gerade entgegen kam. Eine weitere Kleinigkeit, die sie zu organisieren hätte. Der zehnte rückte immer näher, es gab noch so viel zu tun...

Aber diverse Ideen hatte sie schon. Ab und zu ließen Leute in Bemerkungen, die sie selber gar nicht so registrierten, durchblicken, was ihnen an kleinen Nützlichkeiten fehlte. Bei manchem kamen ihr selber Ideen. Der kleine Notizblock füllte sich.
Etwas für Zyran, etwas für Shaya, für Savea, für Yette... bei Yette musste sie schmunzeln. Die gute Fee des Schloßes, schnell verschüchtert wirkend, würde sicher am wenigsten damit rechnen. Zufrieden atmete Darna durch. Nicht jeder, der ihr am Herzen lag, würde leider etwas erhalten können, aber es war auch nicht der Sinn der Angelegenheit, sich damit Streß zu machen oder Schuldbewusstsein zu entwickeln. Es sollten Kleinigkeiten sein, die mit Leichtigkeit kamen und Freude geben sollten.

Verfasst: Montag 10. Dezember 2007, 03:32
von Darna von Hohenfels
Sie zitterte, als sie mitten in der verschneiten Nacht zurückkehrte, doch war ihr im Innern umso wärmer. Ein bißchen fühlte sie sich schuldig, als sie merkte, daß offensichtlich Savea schon den größten Teil der Taschen verteilt haben musste. Hatte sie deswegen hinter Berchgard...? Egal. Teils amüsiert, ein bißchen immernoch verärgert schüttelte sie den Kopf. Da waren ihr Rothgar, Savea und Seli nachgeschlichen wie... ach, auch egal.

Savea und Shaya hatten geschlafen, als sie die Tür sehr leise öffnete - gut. Mit einem Schmunzeln stellte sie die Kistchen lautlos ab und schloß die Tür fast ebenso wieder.
Ob Savea sich morgen vor den Kopf hauen würde, wenn sie merkte, welchen Sinn Darnas beiläufige Frage gehabt hatte, welches Kissen ihr am besten gefalle? Sie hoffte, daß ihr die Halskette gefallen würde. Sie hatte schon länger beobachtet, daß braun und grün ihre Lieblingsfarben zu sein schienen, und so hatte sie Bernstein und Jade als Ziersteine für die Silberkette ausgesucht. Es war schwierig gewesen, mit dem Juwelier einen Entwurf auszuarbeiten, der edel, aber nicht zu ... "hochtrabend" aussah. Sie hatte Angst gehabt, Savea würde das Tragen der Kette ablehnen, wenn es zu sehr nach dem Collier einer Adeligen aussähe, gleichzeitig würde ihr aber sicher etwas leicht erhaben wirkendes stehen. So war es ein von Weitem recht schlicht anmutendes Geschmeide geworden, das seine filigranen Verzierungen erst aus der Nähe zeigte. Die Jade als etwas größere Steine, fast wie Schneekristalle gezackt, die Bernsteine als winzigste Tropfen in die silbernen kleinen Wirbel als Fassungen eingearbeitet. Fast wie Schneegestöber in braun und grün.
Auch gefiel Darna nicht so recht der Wandteppich in der Gesindestube - sie hoffte, beide und vor allem Savea also würden Gefallen an dem Bild mit der Landschaft finden. Sie selber hatte das Gemälde fasziniert, es war wie ein atemberaubender Anblick über schroffe Bergausläufer und baumbesprenkelte Wiesen, wie aus der Vogelperspektive. So musste ein Adler oder Falke die Welt sehen...

Shaya würde sich hoffentlich über die qualitativ hochwertigen Farben freuen, Stifte wie Ölfarben und Kreiden. Die Skizzen waren fantastisch geworden, vor allem aber musste Shaya an sowas ernsthaftes Interesse hegen, wenn sie sich überhaupt derartig gewissenhaft an sowas machte. Auch das Bild im Zimmer... hatte für sich gesprochen.
Die Expedition heute in die Tiefen des lameriaster Vulkans hatte zudem als erfreuliches Beiwerk, daß sie einen faszinierend schönen, klar weißen Kristall mit leicht bläulichem Schimmer gefunden hatte, der nun ebenso als Gechenk für Shaya mit in dem Kistchen lag.
Zusammen mit den feinen Lederhandschuhen und dem Fanras Cabernet, von dem in jedes Kistchen eine Flasche gefunden hatte. Es war etwas... skurril, daß die Mägde Teile dessen, was sie nun geschenkt bekamen, selber besorgt hatten, doch so wussten sie wenigstens, daß es gut war.

Schmunzelnd ging Darna nach oben.

Yarin, Antarian und Silvan hatten jeder eine Sammlung an leeren, aber edel gebundenen Büchern und qualitativ hochwertigem Briefpapier erhalten - Adlige und Gelehrte freuten sich über sowas sicher immer.
In der Klosterbibliothek hatte sie zudem eine eigene Art von Schatz entdeckt: ein Buchrücken. Bedauerlicherweise war vom Inhalt nichts erkennbares mehr über gewesen, doch der schwere Buchdeckel aus Mahagoniholz war mit verschiedenartigen Lederstücken mosaikartig so besetzt, daß es ein abstraktes, fast schon mysteriös wirkendes Muster bildete... und er musste sichtbar sehr alt sein. Behutsamst war der Buchdeckel restauriert worden und barg nun frische Seiten festen sauberen Pergamentes - Silvan würde sie sicher gebührend zu füllen wissen.
Für Antarian hatte sie in der Schloßbibliothek eine ebenso ziemlich alte und schon etwas brüchige Pergamentrolle mit Wappen gefunden, und bei den elf Herzogtümern Alumenas' zusätzlich die Gründer der jeweiligen Adelsfamilie mit dem weiterführenden Sohn verzeichnet. Die Pergamentrolle kündete auch von den Entstehungen diverser bedeutsamer Wappen, jeder geflissentliche Heraldiker würde für etwas derartiges fast seine Seele verkaufen - es stand außer Frage, daß dieses kostbare Dokument die Schloßbibliothek nicht verlassen durfte. Akribisch hatte Darna eine Abschrift gefertigt, die ab morgen Früh Antarian gehören sollte.

Yarin würde eine Schatulle mit einem Set sorgsamst gefertigter leerer alchemistischer Glasröhrchen sicher zu schätzen wissen, diverse teils spielerisch verschnörkelte Phiolen - hochwertigen Elexieren gebührte auch ein nicht simples Gefäß. Schmunzelnd hatte sie einen Korb randvoll mit frischen Pfirsichen daneben gestellt. Nein, vermutlich würde er sie nicht essen...

Auch am Heilerhaus prüfte sie sorgfältig nochmal den Inhalt der Kästchen und nickt zufrieden. Für Liliana hatte sie ein altes, aber sehr umfangreiches Buch über Pflanzen und Heilkräuter aufgestöbert, nicht nur unter heilkundlichem Aspekt katalogisiert, aber mit einem diversen und teils sehr interessanten Sammelsurium aus Überlieferungen, Herkunft, Eigenheiten und diversen Details mehr. Ein Werk zum stundenlangen und abwechslungsreichen Schmökern. Ein kunterbunt gemischter Obstkorb sorgte dabei - neben dem Cabernet - für das leibliche Wohl.
Für Zoe hatte sie nachdenklich nickend die letzten Tage fast zwei dutzend Fabeln und Anekdoten zusammengetragen, die zwar teils erheiternd waren, aber jedesmal auch moralischer Anstubser. Das vergangene Gespräch spukte ihr noch im Kopf herum, und sie hoffte leise, vielleicht möge es ein wenig hilfreich spielerisch Dinge des Guten Wesens aufzeigen, die sonst nur langatmig zu erklären waren. Mochten Eule, Fuchs und Esel ihr bei ihren Sorgen helfend zur Seite stehen.
Gleichzeitig enthielt das Geschenk ein in sehr schönen besinnlichen Blautönen gehaltenes Gemälde, das inmitten von Wasser die weltfürsorgende Mutter Eluive zeigte.

Grinsen musste Darna auch, als sie das Schloß für die letzten beiden Geschenke aufsuchte. Hatte sie einmal von Adrians Schreibtisch etwas stehlen wollen, so gewann er nun etwas dazu.
Neben dem obligatorischen Cabernet waren hier einige Pfirsiche und Erdbeeren - letztere mehr aus Umsicht gegenüber Elnesta, als für Adrian - zu finden, und... ein Apfel der besonderen Art.
Eingewickelt war er in ein Seidentaschentuch, das mit Goldfaden eingestickt die Initialien HvE und einen springenden Hirschen zeigte. Eines ihrer Taschentücher eben. Der Apfel war ein kleines, kugelförmiges Kissen, gefüllt mit Weizenkleie statt Wolle, so daß es nicht wirklich hart, aber etwas schwerer und fester war. Amelie hatte aus grünem Stoff sogar ein Blatt oben drangenäht. Es war etwas größer als ein Apfel, eher Orangengröße - hervorragend zum Werfen geeignet. Spätestens würde dies wohl bewusst werden, wenn man die aufgestickten Worte: "Für liebenswerte Scheusale" las.
Die wertvolle Pergamentrolle, mit farbigen Tuschen und Blattgold verziert, die in prächtigster Kalligraphie die schönsten drei Gedichte, die sie von Reinbrecht von Hohenfels gefunden hatte, rundete das Ganze ab.

Leise und weiter mit einem Schmunzeln im Gesicht war sie dann zur gräflichen Schloßküche gegangen. Yette. Seit das gute und etwas naive Fräulein die Küche in die Obhut bekommen hatte, war Darna endlich eines ihrer heimlichen Sorgenkinder los, und sie dankte es ihr. Wie oft hatte sie sich früher selber in der Küche über schlampige Vorratshaltung und lieblose Zubereitung von Speisen geärgert - es war endlich vorbei. So leise wie irgend möglich wurde auf dem weißen Sockel der schwere Kübel mit den üppig blühenden weißen Hortensien aufgestellt. Zum Glück ging die Tür nach innen zum Gesindezimmer auf, so bestand keine echte Gefahr eines Umstoßens, aber eine deutliche Überraschung. An einer roten Schleife ein Schildchen mit Yettes Namen - daneben hing ein kleiner Holzstern.
Am Fuß des Sockels stand wieder ein Kistchen mit einer Flasche Cabernet, feinen Lederhandschuhen - und einem recht großen aber durchaus tragbarem Rechenschieber, der Finger und Zehen für's Rechnen großzügig ersetzte.

Müde öffnete Darna nach vollendetem Werk ihr Zimmer, ließ das Licht aus, entledigte sich gerade mal der Stiefel und ihrer Weste und fiel ins Bett, deckte sich grob zu - die Tasche an ihrem Bettpfosten und das weiße, dichte Bärenfell vor ihrem Kamin sah sie so bis zum Erwachen nicht...

Verfasst: Montag 10. Dezember 2007, 11:52
von Savea Falkenlohe
Gestern Nacht...
Es war geschafft! Erschöpft, aber durch und durch zufrieden warf sie einen Blick zurück zum Armenviertel Varunas.

Die letzten Tage waren gefüllt mit Besorgungen für Dinge, die den nicht gut Betuchten eine kleine und vor allem praktische Freude machen könnten. Im Wohnraum des Anwesens herrschte ein kleines Chaos, Kistchen und Taschen nahmen eine ansehnliche Fläche des sonst frei begehbaren Bodens ein und wollten bestückt werden.
Bestückt mit wärmender Kleidung und einigem an Nahrungsmitteln, die haltbar waren, wie geräucherter Schinken, Würste und auch Kuchen nebst dicken Stoffwickeln, die zum Abdichten zugiger Fenster herhalten sollen, als auch die eine oder andere Salbe und Hustenmittel. Auch an die Kinder war gedacht worden und so gab es kleine Beutel, die ein Holzschwert in kleiner Ausführung enthielten, nebst einem Malbuch und einigen bunten Farben. Es waren viele Menschen, die ihr gutes Herz bewiesen und gespendet hatten, auf dass sich die Taschen zusehends füllten. Sogar Milady trennte sich von den Kleidungsstücken Andreys von Greifenbach und so kamen selbst jene, umgefärbt noch dem guten Zweck zu Gute.
Wenngleich sie sich am ersten Tag fürchterlich darüber geärgert hatte, weil Milady die Idee so kurzfristig ankündigte, fand sie doch im Verlauf der Vorbereitungen immer mehr Freude daran und so waren pünktlich am Abend des 9. Alatners alle Taschen gefüllt.

Es war spät in der Nacht, als sie mit den Taschen loszog und ein jedes Haus im Armenviertel mit einer solchen bedachte. In den Häusern wo die Türen nicht abgeschlossen waren, öffnete sie die Türen leise einen Spalt und stellte die Tasche dahinter. Dort, wo die Türen geschlossen waren, fand sie einen Spalt weit geöffnete Fenster und so fanden auch dort die Taschen ihren Weg in die Häuser.
Die Taschen, die übrig blieben würde sie mit den Beuteln für die Kinder, in den nächsten Tagen am Marktplatz verteilen.

Als sie das Anwesen erreichte, huschte ein Schmunzeln über ihre Lippen. Es gab noch etwas zu verteilen. So fanden auch innerhalb des Hauses einige Taschen die ihnen zugedachten Plätze.
Zu guter Letzt betrat sie das Gemach ihrer Hochgeboren.
Die immer wiederkehrenden, traurigen Blicke zu den Kissen vor dem Kamin waren ihr nicht entgangen und auch wenn die Kissen seit einigen Tagen nicht mehr dort lagen, sondern die Truhe Andreys ihren Platz einnahm, war dies noch immer ein Zustand, der Milady traurig stimmte und Savea anrührte.
Es sollte etwas Neues diesen eigentlich wunderschönen Platz vor dem Kamin einnehmen.
Etwas, was nicht erinnerte, an das was war, oder hätte sein sollen.
Hatte Milady nicht vor langer Zeit erwähnt, wie schön sie ein Eisbärenfell dort finden würde?
Savea hatte über die Zeit ihren Wochenlohn fast gänzlich aufgespart. Sie benötigte ja nichts. Sie war gekleidet, mußte nicht hungern und hatte ein Dach über dem Kopf. Mehr noch... ein Zimmer mit Shaya im Haupthaus des Anwesens und nicht in einem Anbau neben den Ställen, wie es sonst für Mägde üblich war.
Sie zählte die Ersparnisse und hoffte, dass sie reichen würden, auch für die Überfahrt nach Fuachtero. Die Verhandlungen mit den Angurern waren anstrengend, vor allem, weil die Sprachbarrieren fast unüberwindlich schienen. Es war wohl göttliche Fügung, dass Herr Jall anwesend war und sie dann doch handelseinig wurden und Shaya, die sie begleitet hatte und sie, froher Dinge mit einem schneeweißen Eisbärenfell Heim kehrten.

Behutsam rollte sie das Fell vor dem Kamin aus, kämmte es vorsichtig und strich versonnen mit den Händen drüber. Der flackernde Schein der Flammen ließen es wirken, als hätte es sich ein Bär in seiner Höhle gemütlich gemacht.
Schlußendlich lehnte sie eine Tasche an den unteren Bettpfosten. Sie enthielt eine Flasche guten Rotweins, als auch eine Gürteltasche, die genügend Platz aufwies, für etwas Brot, Schinken und Obst. Es sollte nicht noch einmal passieren, dass Milady derart entkräftet Heim kehrte, wie damals als sie in den Höhlen umher irrte und nicht nur vom Überlebenskampf gezeichnet war, sondern auch von Hunger und Durst.
Mit einem zufriedenen Lächeln löschte sie das Feuer im Kamin, schließlich sollten die Gaben nicht schon entdeckt werden, wenn Milady in der Nacht zurück kam.
Schneller als sonst holte sie der Schlaf ein und vom Betreten Miladys der Gesindestube bekam sie nichts mit.


Heute Morgen...
Sie wachte auf, rieb sich die Augen und tappste noch schlaftrunken zur Waschschüssel.
Es brauchte einige Hand voll kalten Wassers, bis sie sich erfrischt und ein wenig wacher fühlte. „Ein Tee wäre gu...“ Beinahe wäre sie über die Kistchen gestolpert, die gestern ganz sicher da noch nicht standen! „Das sind doch.. die sehen aus wie die... sind sie übrig geblieben?“ Hatte Milady nicht gesagt, sie hätte genau neun der Kistchen bestimmten Menschen zugedacht? Dann konnten doch keine Zwei übrig geblieben sein. Das wiederum konnte doch dann nur bedeuten... sie starrte die beiden Kistchen an, als könnten sie sich nur ob ihres Blickes in Luft auflösen. Sie faßte sich ein Herz und öffnete die ihr am nächsten stehende. Offensichtlich sogar die Richtige, denn nachdem ihr Blick die zunächst bekannten, von ihr selbst eingepackten Dinge erspähte, fiel ihr das grüne Kissen ins Auge.
„Savea? Welches Kissen gefällt Euch am besten?“ Kam es ihr in Erinnerung und sie erinnerte auch die Farben der beiden anderen Kissen, rot und blau. „Sie sehen gerade in dieser Kombination sehr schön aus Milady, wenn jedes jedoch einzeln sein soll, dann das Grüne.“
Nun lag es vor ihr in dem Kistchen und jenes schien tatsächlich für sie bestimmt.

Ihr nächster Blick fiel auf die Kette, ihre Augen weiteten sich. Mit zittriger Hand entnahm sie dem Kistchen das Halsgeschmeide und mit den Augen fuhr sie die filigranen Linien des Silberschmucks entlang, blieb bei den Jade- und Bernsteinsteinchen hängen. Sie atmete zittrig durch und die Feuchtigkeit welche ihre Wangen benetzte, war nicht der Rest des Wassers, mit dem sie sich gewaschen hatte.
Grün, wie die Wälder der Heimat.. braun wie die Federn der Falken die dort immer zu sehen waren. Ab heute würde sie ein Stück Heimat um den Hals tragen und Milady ein Stück mehr in ihrem Herzen.. auch wenn ihre Hochgeboren davon nichts wissen würde.
Mit dem Ärmel wischte sie die Spuren der Rührung fort.. beim Umlegen der Kette würde ihr Shaya helfen müssen, ihre Finger zitterten zu sehr. So fand sich das Geschmeide zunächst ins Kistchen zurück gebettet.

Mit etwas klarerem Blick, aber noch zittrigen Händen nahm sie das Bild hoch und war sofort in den Bann gezogen von der Schönheit dessen, was es zeigte.
Wie sagte gestern einer der Herren in der Feuerhölle? „Fliegen müßte man können.“ Auch wenn es in einem anderen Zusammenhang war und eigentlich mit diesem Bild nichts zu tun hatte, aber genau dieses Gefühl löste es bei ihr aus.
Abermals mußte sie von ihrem Ärmel Gebrauch machen und murmelte mit einem gerührten und glücklichen Lächeln:
„Ihr hättet eins Eurer Tücher dazu tun sollen Milady...“

Verfasst: Montag 10. Dezember 2007, 12:17
von Isabelle Keyndar
*Verwundert sah sie auf das Paket, welches sie am Morgen auf der Schwelle zur Heilerstube im Armenviertel Varuna's vorfand. Vorsichtig nahm sie es hoch und trug es ins Innere des Hauses, wo sie das Paket öffnete. Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als sie die verschiedenen Gaben sah ... einige Kleidungsstücke, ein paar Bandagen, etwas zu Essen ... gerührt von dieser Geste betrachtete sie eine Weile die Sachen.
Dann wurden die Kleidungsstücke in den Schrank geräumt, ebenso wie die Speisen gut verstaut ... es würde sich bestimmt jemand finden, der eine warme Robe für den Winter brauchen konnte und etwas zu Essen im Hause zu haben, was immer gut ... gerade Kranken mussten ja wieder zu Kräften kommen.
Diese kleinen Geschenke rührten ihr Herz, waren sie doch aus dem selben Grund gegeben worden, warum sie das Armenviertel aus Standort für ihre Heilerstube gewählt hatte ... um zu helfen, wo Hilfe benötigt wurde.*

Verfasst: Montag 10. Dezember 2007, 13:57
von Elina Hinrah
Bitte löschen!

Verfasst: Montag 10. Dezember 2007, 14:12
von Yette Symar
Völlig perplex blieb Yette vor dem großen Hortensienstock stehen. Sie konnte sich überhaupt nicht vorstellen, wie der über Nacht auf einmal den Weg in die Küche gefunden hatte.
Als sie genauer hinblickte, entdeckte sie noch dazu Handschuhe, ein Stern und etwas aus Holz. Vorsichtig nahm sie dieses "Holzding" an sich um es genauer zu betrachten.
Sie drehte es hin und her und wußte kaum etwas damit anzufangen.
Es standen Zahlen drauf und in Reihen waren kleine Kügelchen angebracht.
Sie schob diese Kügelchen immer hin und her, von links nach rechts.
Leise musste sie kichern.
Das konnte nur von Lady Darna gekommen sein, ihr hatte sie heimlich verraten, dass sie immer die Finger zum zählen verwendete.
Bloß hatte sie keine Ahnung wie sie mit diesem "Holzding" nun besser rechnen sollte.
Sie stellte es wieder vorsichtig zu den anderen Geschenken dazu und verließ das Schloß.
Sofort eilte sie zurück zum Hof, steckte ein paar Flaschen Saft in eine Holzkiste und schleppte diese zum Anwesen von Elbenau.
Dort drückte sie einem Gardisten diese in die Hände und sagte ihm, er solle sie Lady von Elbenau persönlich überreichen.

Verfasst: Montag 10. Dezember 2007, 17:52
von Zoe de Velgy
Das erste, was ihre Aufmerksamkeit beim öffnen der Geschenkkiste bekam, war jenes Buch. Bücher hatten schon immer eine magische Anziehungskraft für Zoe. Am liebsten hätte sie das ganze Haus voller Bücher und nicht nur eine Ecke. Sie befühlte lächelnd den Einband, strich über die Seiten und las einige Zeilen. Konzentrieren konnte sie sich an diesem Morgen jedoch nicht so sehr auf das was sie da las und sie blätterte nur eine Weile weiter darin, ehe sie auch den anderen Dinge ihre Aufmerksamkeit schenkte. Sie befühlte ebenso das Kissen, die ledernen Handschuhe und besah sich das Etitkett der Marmelade und des Carbernet's.

Erst am Ende begann sie sich dem Bild zu widmen. Lange und nachdenklich betrachtete sie jenes, besah sich die in sanften Blautönen gemalte Schöpferin allen Seins. Umso länger sie es betrachtete, um so schwerer wurde ihr Herz. Hätte sie jenes Gemälde einige Tage früher erhalten, hätte sie es gewiss ohne groß darüber nachzudenken an einem schönen Platz in einem der Häuser aufgehängt. "Erdenmutter, Behüterin des Gleichgewichtes und des Lebenskreislaufes.." Sie konnte es nicht weiter ansehen ohne sich schlecht zu fühlen.
Zoe war sich nicht sicher, was sie nun mit dem Gemälde machen sollte und stellte es ersteinmal umgedreht in eine der Ecken des Wohnhauses.

Dann war da noch ein weiteres Geschenk neben dem ihren. Sie besah sich den Inhalt des Beutels und wusste gleich, das da auch jemand an Luca gedacht hatte. Ein Malbuch, ein Holzschwert und Farben, sowie Gebäck. Luca freute sich immer sehr über alle Geschenke und sie würde es ihm aushändigen sobald sie ihn sah. Zoe beschenkte andere ebenfalls immer wieder und gern, doch in diesem Jahr hatte sie erst ein paar Tage vor dem Geschenketag von der Geschichte erfahren und fand keine Zeit mehr dafür ebenfalls etwas für diesen Tag vorzubereiten. Aber es würden sicher weitere Jahre und Geschenketage folgen, an denen sie die Gelegenheit dazu bekam..

Verfasst: Dienstag 11. Dezember 2007, 10:07
von Adrian von Hohenfels
Lebe.. die Forderung Darnas klang ihm noch im Ohr, als er am Morgen die Treppe herunterkam. Viel mochten die Gardisten an diesem Morgen noch nicht hiervon erkennen. Aber war dort nicht doch das altbekannte Glitzern, der humorvolle Blick vergangener Zeiten. Besser nicht hinsehen, man wusste dieser Tage nie, schien der Graf doch deutlich eher schlecht gestimmt in den vergangenen Tagen und Wochen..

Umso verwirrter blickte man sich an diesem Morgen an, als dessen Morgenmahl getan war und bald folgend auf sein Verschwinden im Schreibzimmer ein doch herzliches Lachen gefolgt von einem kurzen "Plomp" an der Tür erfolgte. Gilles und Arwed blickten sich an, zuckten unschlüssig die Schultern und entschlossen sich dann doch lieber kurz nachzusehen. Auf das kurze Pochen erfolgte ein recht belustigt klingendes "Herein". Die beiden Gardisten bekamen eben noch mit, wie der Graf einen apfelartigen Gegenstand hinter dem Rücken verschwinden liess, bevor er ihnen versicherte, dass alles in bester Ordnung sei und er lediglich ein Geschenk ordnungsgemäß geprüft habe. Unter erneutem Schulterzucken schlossen sie die Tür. Er selbst platzierte das Apfelkissen gut sichtbar auf dem Schreibtisch. Jenes Taschentuch jedoch fand einen besonderen Platz, sehr nah am Herzen. Er musste erneut Schmunzeln. Dieses mal nahm er es gern. Es war zu dieser Stunde nicht nach ihm geworfen.

Es sollten weitere Überraschungen folgen. Eben zurück von einem Ausritt, an welchem er selbst einige Gaben überbrachte, stiess er in Gedanken fast noch mit der riesigen Blume zusammen, welche gemeinsam mit einer Nachricht mitten auf dem Gang abgestellt worden war. Eine Hortensie, hübsch gewachsen auf edlem weissen Podest. Bedächtig laß er die Nachricht und lächelte. Das edle Stück würde die Bibliothek des Schlosses zieren. Alsbald auf seine Anweisungen hin, wurde sie dorthin verbracht. Ein Bote mit einem Dankesgruß erreichte alsbald Alliestras Haus.

....

Erst spät am Abend war er von der Trauerzeremonie, zu Ehren Andrey von Greifenbachs, aus dem Kloster zurück und erblickte ein weiteres Päckchen auf dem Schreibtisch. Mit Bedacht geöffnet bildete sich ein weiteres Schmunzeln auf seinem Gesicht. "Mein Lieblingspessimist, Der Optimist sieht eine Gelegenheit in jeder Schwierigkeit, der Pessimist eine Schwierigkeit in jeder Gelegenheit. RdW" Es brauchte kein Raten, wem er das kleine Kleeblatt und ein Gedicht verdankte, welches auf seinem Schreibtisch lag. Ordentlich platzierte er jenes Kleeblatt ebenso wie das Apfelkisschen auf dem Schreibtisch. Beides würde gemeinsam stete Erinnerung sein an eine Forderung des Vorabends... Lebe!

Ein Geschenk welches er selbst überreichen wollte stand noch aus, doch letztlich führte die späte Stunde Elnesta doch ins Schloss, er hatte schon befürchtet, die eifrig zusammengestellte Kollektion an Erdbeertrank und -schmaus würde an diesem Tage ihr Ziel nicht mehr erreichen. Er selbst war nicht weniger erfreut über ihr Geschenk an ihn. Ein filigraner Dolch mit edlen Elfenrunen verziert aus wertvollem Diamanterz geschmiedet. Ein wahres Schmuckstück. Sein herzliches Danke schien ihm hierfür beinah zu wenig. Mochten der Korb mit Erdbeeren sie hoffentlich entlohne...

Ein schöner Brauch, liess sich wohl abschließend zu diesem Tag sagen. Bedauerlich dass eben der heutige Tag durch eine Trauerzeremonie durchzogen war... und doch hatte er in viele Herzen auch Freude und neue Kraft getragen.. Er hoffte dass seine Geschenke an die Bürger der Stadt eben dieses mit sich führte... Lebe Varuna!

Verfasst: Dienstag 11. Dezember 2007, 17:20
von Zyran Mondin
Panik.
Panik und Verwirrung.
Verwirrung, Angst, Befürchtung, Vorahnung – Panik.
Ein in sich geschlossener Kreis, welcher sich im Geiste des Schreiberlings auftat, als er die kleine Tasche in seinen wenigen Habseligkeiten entdeckte. Der Inhalt war sauber verschnürt, von einfacher, doch guter Arbeit und…
…nie bestellt worden!
Bevor nun jedoch die Ängste um Vergesslichkeit, Gedächtnislücken oder gar den geistigen Verfall endgültig greifen konnten, fand Zyran rechtzeitig das kleine Pergament, welches erklärte, warum sich in der Tasche ein Mantel befand, obgleich er sich bei all seinen Aufgaben niemals dazu aufraffen konnte, in die Stadt zu gehen, um dort einen Schneider aufzusuchen. Es war ein Geschenk!
Die Angst um Verdummung wich und hinterließ einen wohligen Freiraum.
…welcher sich aber sehr schnell wieder füllte. Zyran war kein Meister der Höflichkeiten, aber eines war klar: Wer auch immer diesen Mantel verschenkte, wollte etwas. Etwas, was einem Dank ähnlich sah – ein Geschenk..? Aber wie sollte der Unglückliche herausfinden, wessen Gabe es war? Wäre eine offene Frage für den nicht kränkend, der „es“ heimlich in des Kopisten Truhe schmuggelte? „Was nun?!“ donnerte durch den unter Adrenalin leidenden Geist und fasste die endlose Verwirrung des jungen Herren perfekt zusammen. Ein neuer Brauch, ein Anwesen voller Frauen und Savea – und eine heimliche Bewährungsprobe für den „Gast“?
Die Nacht verbrachte Zyran außerhalb des Anwesens. Seine Gedanken wollten nicht zur Ruhe kommen. Die hoffnungsvollsten Theorien wurden in derselben Nacht geschmiedet, zurechtgelegt und -gebogen: Wenn ich es liegenlasse, werde ich nichts tun müssen – ich übersehe es einfach!, Es ist sicherlich nur Restware gewesen! … und so weiter. Der Morgen des 10. im Alatner brachte Glück über Zyran Mondin. Und deswegen brachte es größtes Pech und Leid.
„Warum auch ein Haushalt voller Frauen? Kerls hätten es bei einem Handschlag belassen!“ Gut, dass die Nacht wie auch der Wald schweigsame Zuhörer waren.

Verfasst: Dienstag 11. Dezember 2007, 17:26
von Estrella Blockhart
Schon lange hatte sich Estrella auf diesen Tag gefreut. Schon während des Jahres hatte sie Pflanzen gezüchtet in ihrem Garten um sie am heutigen Tage verschenken zu können. Doch unerwartet viele Menschen hatten ihr etwas geschenkt. Damit hatte sie gar nicht gerechnet.
Beispielsweise stand ein Päckchen vor ihrer Türe, als sie heim kam. Als sie es öffnete fand sie ein kleines Pergament darin mit der Unterschrift „AvH“. AvH…einige Zeit hatte sie überlegt, bis sie herausfand, dass es Adrian von Hohenfels heißen musste. Gleich schlug ihr Puls schneller.
Was für eine Ehre! Sogar der Graf denkt an mich!
Sie hätte wohl nie in ihrem Leben erwartet, dass der Graf an einem solchen Tag an sie denken würde. Sie war doch nur eine kleine Malerin. Richtig warm wurde ihr ums Herz. Auch Liliana und Alliestra dachten an sie. Es war ein schöner Tag. Liliana brachte sie das Geschenk gleich am nächsten Tage in der Früh vorbei, doch für Adrian hatte sie nichts vorbereitet.
Schlechtes Gewissen machte sie in ihr breit.

Der Graf denkt an mich an so einem Tag und ich hätte nichtmal gewagt etwas vorzubereiten, da ich ja nicht seinem Stand entspreche. Hach..

Lange dachte sie nach, was sie ihm schenken könnte, damit er auch eine Freude habe, bis ihr einfiel, dass er ja Kunst sehr schätzte. Da setzt sie sich an ihren Arbeitstisch und begann aus einem Holzstück etwas zu schnitzen…

Viele Stunden später sollte ihm ein Bote ein Päckchen überbringen. Jenes mag vor dem Palasttor hinterlegt worden sein.


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*Diese Worte sind unterhalb der Statue eingeritzt*
Adler sind weise. Sie behalten in den Lüften immer den Überblick. Sie strahlen eine gewisse Stärke aus. Oft scheinen sie unnahbar und sind doch ganz anders als man denkt. Adler sehen mit ihren scharfen Augen Dinge, die anderen verborgen bleiben.

Verfasst: Dienstag 11. Dezember 2007, 19:51
von Luca
„Geschenketag?“ Luca schaute ungefähr so verständnislos, wie bei der ungewohnten Frage, ob er diese oder jene Speise mochte. Wenn ihm bisher jemand etwas gegeben hatte, dann lag es daran, dass andere zusahen, er hart dafür geschuftet oder mindestens rührselig gebettelt hatte. ‚Umsonst’ gab es eigentlich nur Sachen, die der vorherige Besitzer nicht gut genug im Auge behalten hatte... Zoes Erklärungen klangen wenig einleuchtend, allerdings wusste er, dass sie sich in solchen Angelegenheiten besser auskannte und hatte gar keine Lust, sich weiter den Kopf zu zerbrechen. Dazu war seine Laune viel zu gut, jemand hatte ihm Sachen geschenkt... Nach der feinen Truhe mit all dem Essen vom Vortag war er nun recht sicher, dass sich da draußen irgendeine Frau sehnlich nach ihm verzehrte. Vielleicht auch ein Mädchen, immerhin lag da vor ihm nur ein Holzschwert und kein echtes.. trotzdem, damit könnte er vielleicht ohne Ärger zu bekommen Arnfinn verdreschen um ihm zu beweisen, dass Städter keine Schwächlinge waren...
Viel mehr beeindruckte ihn aber das Buch – später die Bücher –, das war etwas besonderes. Nicht, weil er gewusst hätte, was er damit anfangen sollte, sondern einfach, weil so was nur wichtige Leute besaßen. Zumindest niemand, den er früher gekannt hätte, und schon gar nicht Bo oder seine Tante... Eines enthielt wenigstens Bilder, die nett anzusehen waren, das andere genug Buchstaben, um damit anzugeben. Oder es zu verkaufen... ein wenig unentschieden ruhte sein Blick auf all den nichtssagenden Zeichen, die die Seiten füllten, dann versteckte er alles in einer sicheren Ecke, um Zoe glücklich in die Küche nachzulaufen und sie in ihrem Kleid zu bewundern.

Verfasst: Dienstag 11. Dezember 2007, 20:10
von Darna von Hohenfels
Als sie Saveas Lächeln und Strahlen in den Augen sah, hatten selten Freude und Trauer so dicht beieinander gelegen. Trauer angesichts der gleich bevorstehenden Totenmesse, Freude über das, was sich ihr heute alles offenbarte. Es war befremdlich, wie beide Gefühle gleichzeitig und beide ehrlich empfunden in einem Menschen existieren konnten.

Eine Provianttasche für den Gürtel und ein sicher schöner Rotwein... sie würde ihn sicher zu schätzen wissen, wenn auch nicht mit dem Gaumen eines Kenners und Weinliebhabers. Aber das Fell... jedesmal fing es ihren Blick ein und wärmte ihr Herz. Ja - das war ein guter Ersatz für die Kissen, deren Anblick sie zuletzt nur noch geschmerzt hatte.

Während der Andacht dann Geschenke ganz eigener Art... Die Geste von Sorcha und Rolosin zur gleichen Zeit rührten sie in einer Weise, die schwer mit wenigen Worten zu umschreiben war. Wie oft war es des Geistes Sorgenkind gewesen, wenn spürbar Reichsritter und Adlerritter sich einander entfremdeten - und hier... diese Selbstverständlichkeit, mit der ihr beide aufhelfend die Hand reichten... brach alle Dämme maskenhafter Beherrschung.
Das Auftauchen ihres Vaters übertraf es jedoch, und als sie später nochmal darüber nachdachte, senkte sie den Kopf. Mehr als ein Dutzend Jahre der Trennung hatten ihr eingeimpft, den Verzicht auf Familie als normal zu empfinden, aber... "Herrin, schätzte ich es je gering, bitte ich um Vergebung und danke für diese Lehre. Ich bin so dankbar, daß er da ist."

Zurück zum Anwesen gelangend, fand sie Yettes Geschenk vor und schmunzelte bei der Nachricht. Der Inhalt ließ sie abwechselnd lachen und es ihr im Halse stecken bleiben. Apfeltee... und Kräutertee. Adrian und sie zogen sich wechselnd gegenseitig damit auf, daß er keinen Apfeltee und sie keinen Kräutertee leiden konnte.
Und das erste, was ihr auffiel, war - Karottensaft. Sie musste grinsen und an Hudgarr denken, schüttelte leicht den Kopf. Sie suchte für die schöne Pflanze mit den breiten roten Blättern einen schönen Platz in der Bibliothek.

Elnesta brachte als Andenkengeschenk an Andrey ein reich verziertes Kästchen vorbei, auf dem in einem Bett aus Samt eine schmale, filgran verzierte Klinge lag. Ihr stockte kurz der Atem. Was immer man schlechtes mit einem Dolch assoziieren mochte, dies hier war... wunderschöne Kunst, die dergleichen absurd wirken ließ. Das Licht der Wandkerzen brach sich auf der schlanken Klinge, ließ sie funkeln und strahlen.
"Und würde rot glühen, bis alle Erinnerung an den Kampf vergessen war... - und nur, wer vergessen ist, ist wahrlich tot. Es soll dir nicht geschehen, Andrey. Nicht, solange ich lebe und selbst darüber hinaus nicht, wenn ich es verhindern kann."

Rothgar kam in die Bibliothek und brachte Nachricht, daß er jemanden vom Kloster zum Haus geführt hätte - ein Zwerg... sie weitete die Augen. Das kleine ehrwürdige Volk hatte seiner ebenso gedacht?
Mit einem wehmütigen Lächeln stellte sie das kunstvoll verzierte Trinkhorn abgestützt auf das Kaminbord. Es war gefüllt gewesen mit bestem Zwergenbier. Gerne hatte sie es mit Berronan Hammergund, Karggoschs Nichte geteilt und später gänzlich geleert. Sowas Gutes durfte man nicht verkommen lassen, wie ihr jeder Zwerg sicher zustimmen würde. Sie würden des geschätzten Langbeinkriegers gedenken - das war eine hohe Ehre für ein derartig langlebiges und traditionsbewusstes Volk.

Sie lag im Bett - mit einer behelfsmäßigen Wolldecke. Es war ihr im Moment noch schleierhaft, wo ihre kuschelige Bettdecke abgeblieben war. Aber nun gut. Auch das umfangreiche Gedichtbuch von Adrian hatte in der Bibliothek einen Platz gefunden, doch noch immer musste sie über das kleinere Beiwerk schmunzeln.
Ob sie ihm diese Bezeichnung für sie lieber schnell wieder abgewöhnen sollte? Es war... irgendwie süß, aber peinlich. Verträumt gingen ihr wieder und wieder die Verse durch den Sinn:

"Verweile doch bei mir.
Verweile...
Und wenn du kannst:
Bleib bitte stehn.
Lass mich nochmals
ohne Eile
in deine Augen sehn.

Abschied.
Wieder: Abschied.
Und wer ist schuld daran?
Nur ich und du
und jener Strom
von Wirrnis immerzu.

Mein Schicksalsstern
verwöhnt mich nicht
und schenkt mir öfter
Schatten als Licht.
Verweile bitte noch
bei mir.
Verweile..."

(# von Rosa Pflug, "Verweile")