Dem Tod so nah
Verfasst: Samstag 1. Dezember 2007, 14:55
30. Rabenmond 250
Anwesen van Gwinheer.
Die Sonne, welche in den ersten Wintertagen des Jahres, kaum mehr Kraft hatte, verschwand langsam am Firmament. Mit ihr die kraftlosen, letzten Strahlen und auch das Feuer im Kamin - die einzige Wärmequeller zu dieser Jahreszeit - erlosch langsam. Die Arbeiten des Tages waren pünktlich zum Anbruch der Dunkelheit erledigt, so dass Annalisa nun mit einer langsamen, aber fließenden Bewegung aus den Ärmeln ihrer staubigen Arbeiterrobe schlüpfte. Sie war alleine, wie so oft in den letzten Tagen. Doch war es inzwischen schon lange kein Grund mehr, für die einst so in sich gekehrte Landwirtin, Trübsal zu blasen. Im Gegenteil: Sie wollte in die heilige Stadt aufbrechen, um den Abend bei einem interessanten Gespräch ausklingen zu lassen. Als der zierliche Körper unter der weiten, wärmenden Robe zum Vorschein kam, wurden die blauen Flecken an Knien und Waden erst deutlich - ein Übel, dass die schwere Arbeit am Feld mit sich brachte. Geduckt, wie unter einem Joch, kroch sie stundenlang über das Feld. Die Sichel in der einen Hand, in der anderen Hand ein kleiner Korb aus Reisig. Doch es war ihre Passion, die Arbeit mit Tieren, das Beobachten der wachsenden, heiligen Saat - sie störte sich nicht an den begleitenden "Übeln". Die kleine, recht zierlich wirkende Hand, greift mit einer beherzigten Geste in Richtung der feinen Stadtkleider. Ja, Kleidung die dem Stand der Familie gerecht wurde. Kleidung, die über den teilweise so verpönten Stand der Bauern hinwegsehen ließ. Der letzte Handgriff galt den gepflegten Haaren, welche nun einmal sorgsam nach hinten gestrichen wurden. Dann verließ sie guter Dinge das Anwesen der Familie ...
Rahal - Das Treffen auf den Bergmann.
Die Straßen waren erstaunlicherweise relativ leer. Es schien als würden selbst die Anhänger des Einen, den Losverkäufern - welche angeblich durch das Land striffen - nacheilen. Sie machte sich nicht viel daraus, sicherlich würde sie nach einiger Zeit des Wartens, auf angenehme Persönlichkeiten treffen. Gemächlich setzt sie also einen Schritt vor den anderen, die Augen etwas gesenkt, um das Kopfsteinpflaster und den Füßen genau betrachten zu können. Das einzige Geräusch ging eine ganze Zeit von ihr aus und bald machte sie sich einen Spaß daraus, die Schritte bedacht so leise wie möglich zu setzen. Ja, der jugendliche Leichtsinn war selbst in ihrem Alter noch vorhanden. Wen sollte es im Moment auch stören? Es war niemand da, sie war alleine. Plötzlich aber mischte sich ein hallendes Geräusch, fremder Schritte, unter die beinahe lautlosen Klänge ihrer eigenen Bewegungen. Nein, Angst war es sicherlich nicht was sie fühlte, doch schaffte es das aufkommende Gefühl doch, sie in der Bewegung verharren zu lassen. Sirn Tylas. Sie stieß ein leises Seufzen aus, ehe sie bereits die Hauptstraße weiter entlang schreiten wollte, doch galt seine Anrede bereits Ihr: "Herrin!", erklang die männliche Stimme voller Respekt und Demut.
Rahal - das Treffen auf den Lethar.
Die nächste Zeit verbrachte sie also damit, sich mit einem scheinbar nicht allzu intelligenten Menschen zu unterhalten. Ja, es bereitet ihr Freude, mit so viel Respekt behandelt zu werden. Wann spürte sie dies schon, wenn sie mit den männlichen Familienmitgliedern unterwegs war? In diesem Fall, stand sie einmal nicht im Schatten, der geschätzten Templer, sondern konnte ihr Licht ohne jegliche Barriere auf den Bergarbeiter scheinen lassen. seine Kleidung war verschmutzt, genauso wie sein Gesicht - und doch schien er kaum älter als sie zu sein. Oder täusche der Eindruck? Nicht lange machte sie sich Gedanken darüber, als die Gestalt des Mannes plötzlich erstarrte und sich seine Augen angsterfüllt weiteten. Die Stille wurde ein zweites Mal durchbrochen, diesmal durch ein unangenehmes Knacken und Knirschen das scheinbar immer näher kam. Er schien das Geräusch bereits aus der Ferne deuten zu können und formte lautlos einige Worte. Schemenhaft konnte auch sie nun erkennen, wie sich schwächlich wirkende Lethar, auf dem Rücken der überdimensionalen Echsen, auf die Hauptstraße bewegt. Gefährlich wirkte es, wie er kränklich auf dem Rücken hin und herschaukelte. Es bedurfte wohl einiges an Anstrenung, sich auf dem glänzenden Schuppenkleid des Reittieres zu halten. Der Geruch von Geifer und Verwesung stieg den Anwesen langsam aber sicher in der Nase, und doch übte dieses unbekannte Wesen eine unglaubliche Anziehungskraft auf Annalisa aus. Ein Reittier, und doch unerforscht, voller Geheimnisse. Sie kannte den Lethar, bereits an einem der ersten Tage ihrer Ankunft, hatte sie ihn am Lagerfeuer vor den Ruinen der heiligen Stadt getroffen. Er war respektlos, nicht einmal den Templern zollte er den angemessenen Respekt. Als wenn dies nicht genug gewesen wäre, wollte er sogar Alva angreifen - sie erinnerte sie, und dennoch löste die Neugierde betreffend des unbekannten Reittieres, doch eine Welle der Naivität in ihr aus ...
Rahal - Der erste Angriff auf den Bergmann.
Der Grund war nicht ersichtlich, als sich die Echse ungeleitet des Letharen, auf den Bergmann stürzte, der bereits vorher versuchte das Tier mit einem Stück Kohle von sich zu locken. Es schien als hätte er bereits ein ähnliches Erlebnis gehabt. Der Geifer, der nun unaufhörlich auf das Pflaster tropfte, roch unerträglich und doch - das Interesse ließ nicht nach. Mit einer gewissen Spur von Amüsanz, beobachtet sie das Treiben, als Sirn mit den komischten Mitteln versuchte die Echse von sich abzubringen. Der Lethar selber, schien sich an dem Angriff weniger zu stören, er saß weiterhin buckelig und ohne jegliche Regung auf dem Rücken. War er überhaupt Herr seiner Sinne? Unnatürliche, quietschende Laute erklangen aus dem weitaufgerissenen Maul des Reittieres, als sich der Lethar nun etwas unbeholfen von dem Rücken bewegt. Noch immer unternahm er nichts gegen den Angriff, auf den inzwischen am Boden liegenden Bergmann. Stattdessen richtete er seine Aufmerksamkeit nun auf sie - Annalisa. Wieso hätte sie auch Angst haben sollen? Die Erfahrungen mit Letharen in der heiligen Stadt waren durchwegs positiv gewesen. Wieso also sollte es hier, bei diesem sowieso recht schwach wirkenden, Kind des Einen anders sein? So richtet sie also ihre ungenierte Neugierde in Richtung des Letharen. Er wurde gemustert, so dass das Treiben der nun unzügelbaren Echse außer Acht gelassen wurde. Erst der Schrei Sirn's: "N ... icht mei .. ne Kron .. ju .. !", lockte die hellen Augen der Frau wieder in diese Richtung. Der Anblick war grotesk. Das mit Schuppen besetze Bein der Echse, stand nun direkt auf den Weichteilen des Mannes, und dem geqüalten Gesichtsausdruck des Mannes zu Folge, mit nicht unbedingt wenig Druck.
Abseits der Stadt - der zweite Angriff auf den Bergmann
Nach den gescheiterten Hilfeversuchen Annalisas, schaffte es der Bergmann nun doch sich unter Schmerzen krümmend in die Höhe zu drücken. Die Echse selber jedoch, folgte ihm weiterhin - beinahe verspielt wirkend - mit bleckenden Zähnen, auf Schritt und Tritt. Es wurde inzwischen mehr als deutlich, dass der Lethar den Mann als Störfaktor ansah und nur darauf aus war ihn zu vernichten. Würde er es nicht selber machen, würde es die Echse für ihn übernehmen - es schien ihm egal zu sein auf welchen weg es passierte, die Hauptsache war, DASS es passierte. Wäre sie nur nicht so naiv gewesen wäre sie der Aufforderung "Mitkommen." des Letharen wohl kaum nachkommen. Doch so geschah es, dass sie wenige Minuten später unter Begleitung der Echse und ihres neuen "Spielgefährten" vor der heiligen Stadt zum Stehen kamen. Eine Grünfläche, nahe des Meeres, nur wenige Schritte von den Stadtmauern entfernt, und doch schien es so abseits zu liegen, dass die ganze Zeit kein Lebewesen vorrüber kam. Die Echse begann nun nach einer kurzen Zeit der Pause, wieder Sirn unter gezielten Schlägen anzugreifen. Die Krallen versuchten sich immer wieder in seinen Leib zu bohren, doch was nun geschah, sollte sowohl für Annalisa als auch für den Lethar weitaus bedeutsamer sein ...
Abseits der Stadt - der erste Angriff auf Annalisa.
Wieso sollte ihr ein Lethar etwas böses wollen? Beinahe ein jeder war sich bewusst, dass sie aus einer bekannten Templerfamilie stammte. Selbst wenn nicht, ihr selbstsicheres Auftreten, ließ noch immer selbst diese Geschöpfe ins Zögern kommen. Ganz anders schien es, als der zuvor noch so schwach wirkende Lethar nun mit einer gezogenen Kriegsaxt in ihre Richtung stapfte. Die Bewegungen, wie auch die Mimik selber wirkten gelangweilt. Er würde doch nicht ... ? Doch die Frage sollte erst gar nicht zu Ende gedacht werden, als die Axt bereits in ihre Richtung sauste. Ein einziger, gezielter Treffer und diese riesige Axt würden den zierlichen Leib der Frau in zwei Stücke teilen - das war inzwischen selbst Annalisa bewusst. So geschah es auch, dass sie sich zwar ungeschickt, aber effektiv zur Seite bewegte und dem ersten Hieb auswich. Bereits jetzt drehen sich ihre Gedanken nur noch um Alva, wo war er nur? Sie schien sich in einer auswegslosen Lage zu befinden. Ein irrer Lethar mit einer großen, gut gewetzten Axt und im Hintergrund eine blutlüsternde Echse, die spielerisch versuchte den Bergmann unter sich zu begraben. Panik stieg in ihr auf, und das war wohl auch der Grund, wieso sie nun den nächsten Hieb der Axt vollkommen überrascht entgegenahm. Hart, striff die Klinge ihren schützend angehobenen Unterarm um einen lange, tiefklaffende Wunde zu verursachen. Es dauert keine Sekunde, da strömte der warme Lebenssaft aus ihrem zerbrechlich wirkenden Arm. Der Schmerz war unbeschreiblich und doch war ihr bewusst, dass sie sich nichts anmerken lassen durfte. Dementsprechend setzte sie lediglich einige Schritte zurück, um in sicherer Entfernung erneut auf den Lethar einzureden. Er zögere, es war deutlich, denn auch die Echse des Herren, stockte zögernd in ihren Bewegungen.
Abseits der Stadt - der zweite Angriff auf Annalisa.
Aus welchem Grund auch immer, doch der Bergmann schien es nicht für nötig zu halten auch nur in irgendeiner Weise zu helfen oder Hilfe zu holen. Stattdessen raffte er sich, noch während dem zweite Angriff auf Annalisa, auf und stürmte davon. Er kehrte nicht mehr zurück. "Er wird mich nicht umbringen, warum auch? Er hat keinen Grund", mit diesem Gedankengang geschah es, dass sie erst zögerlich, aber Schritt für Schritt sicherer, direkt auf den immernoch bewaffneten Lethar zu ging. Nur wenige Zentimeter vor ihm, hielt sie inne um erneut auf ihn einzureden. Doch diesmal zögerte er nicht, ließ die Axt fallen und packte unsanft mit den knochigen Handschuhen nach ihrer Kehle. Der Druck war ebenso unbeschreiblich, wie der immernoch pochende Schmerz, des aufgeschnittenen Armes. Die Stacheln aus Knochen, bohrten sie unangenehm in die dünne Haut des Halses, und aus den enstandenen Wunden, began ebenso etwas Blut zu rinnen. Sie musste etwas unternehmen. Sie wehrte sich, indem sie die Hand ebenso um den Hals des Letharen legte, und die Nägel in das Fleisch bohrte, Tritte wurden in den Lendenbereich entsendet - ungeachtet der Tatsache, dass sie gar nicht wußte, ob Letharen dort eine empfindliche Stelle besaßen - und erst als sie die Nägel einmal quer durch das Gesicht des Letharen zog, um blutige Striemen zu hinterlassen, schien er etwas von ihr abzulassen. Sie röchelte, und erneut galten die Gedanken ihrem geliebten Bruder. Wo war er nur? Sie fühlte sich dem Tod so nah wie noch nie, selbst der letzte Schimmer Hoffnung schien zu erlischen, als der Verrückte abermals die Kehle zusammendrückte. Die Luftröhre wurde zusammengepresst, und er nahm ihr für einen langen - zu langen - Zeitraum die Luft. Die Augenlider flatterten, als er sie unsanft auf den Boden warf. Hatte er etwa das Interesse verloren? Schlußendlich raubten ihr die Schmerzen, und die immernoch spärliche Luftzufuhr, das Bewusstsein ...
Abseits der Stadt - dem Tod so nah.
Der vollkommen besessene Lethar, schleifte den zierlichen, leblosen Körper der Frau in Richtung der steil abfallenden Klippen. Es schien, als würde er sie in die tosenden Wellen werfen wollen. Ihm war anscheinend bewusst, dass sie ohne jegliches Bewusstsein, in dem Meer sterben würde. Es war seine Absicht: Die Vernichtung. Und tatsächlich, ein rauer Tritt gegen den Körper und schon wurde er von den kalten, unbändigen Wellen in Empfang genommen. Das Glück in diesem Fall schien zu sein, dass der Tritt nicht ausreichte, um sie weiter als in den seichten Grund zu befördern. So schwamm der Körper noch eine zeitlang oben, um zwar stetig aber langsam weiter unter die verschlingende Oberfläche gezogen zu werden. Ohne, dass Annalisa es mitbekam, kam Zakalwve. Der Grund war nicht bewusst, es schien einmal mehr so als würde der Allmächtige tatsächlich schützend seine Pranke über die Familie van Gwinheer halten. Stets zwischen der Ohnmacht und dem Bewusstsein, mit all den verbundenen Schmerzen, wurde sie gerettet - die nächsten Minuten wurden damit verbracht, sie zu verbinden und so gut wie möglich zu versorgen. Letztendlich lag der geschundene, vollkommen geschwächte Körper, in dem Anwesen der Familie van Gwinheer und wartet, mit den Gedanken der puren Rache, wohl nur darauf von einem der Familienmitgliedern entdeckt zu werden ...
Anwesen van Gwinheer.
Die Sonne, welche in den ersten Wintertagen des Jahres, kaum mehr Kraft hatte, verschwand langsam am Firmament. Mit ihr die kraftlosen, letzten Strahlen und auch das Feuer im Kamin - die einzige Wärmequeller zu dieser Jahreszeit - erlosch langsam. Die Arbeiten des Tages waren pünktlich zum Anbruch der Dunkelheit erledigt, so dass Annalisa nun mit einer langsamen, aber fließenden Bewegung aus den Ärmeln ihrer staubigen Arbeiterrobe schlüpfte. Sie war alleine, wie so oft in den letzten Tagen. Doch war es inzwischen schon lange kein Grund mehr, für die einst so in sich gekehrte Landwirtin, Trübsal zu blasen. Im Gegenteil: Sie wollte in die heilige Stadt aufbrechen, um den Abend bei einem interessanten Gespräch ausklingen zu lassen. Als der zierliche Körper unter der weiten, wärmenden Robe zum Vorschein kam, wurden die blauen Flecken an Knien und Waden erst deutlich - ein Übel, dass die schwere Arbeit am Feld mit sich brachte. Geduckt, wie unter einem Joch, kroch sie stundenlang über das Feld. Die Sichel in der einen Hand, in der anderen Hand ein kleiner Korb aus Reisig. Doch es war ihre Passion, die Arbeit mit Tieren, das Beobachten der wachsenden, heiligen Saat - sie störte sich nicht an den begleitenden "Übeln". Die kleine, recht zierlich wirkende Hand, greift mit einer beherzigten Geste in Richtung der feinen Stadtkleider. Ja, Kleidung die dem Stand der Familie gerecht wurde. Kleidung, die über den teilweise so verpönten Stand der Bauern hinwegsehen ließ. Der letzte Handgriff galt den gepflegten Haaren, welche nun einmal sorgsam nach hinten gestrichen wurden. Dann verließ sie guter Dinge das Anwesen der Familie ...
Rahal - Das Treffen auf den Bergmann.
Die Straßen waren erstaunlicherweise relativ leer. Es schien als würden selbst die Anhänger des Einen, den Losverkäufern - welche angeblich durch das Land striffen - nacheilen. Sie machte sich nicht viel daraus, sicherlich würde sie nach einiger Zeit des Wartens, auf angenehme Persönlichkeiten treffen. Gemächlich setzt sie also einen Schritt vor den anderen, die Augen etwas gesenkt, um das Kopfsteinpflaster und den Füßen genau betrachten zu können. Das einzige Geräusch ging eine ganze Zeit von ihr aus und bald machte sie sich einen Spaß daraus, die Schritte bedacht so leise wie möglich zu setzen. Ja, der jugendliche Leichtsinn war selbst in ihrem Alter noch vorhanden. Wen sollte es im Moment auch stören? Es war niemand da, sie war alleine. Plötzlich aber mischte sich ein hallendes Geräusch, fremder Schritte, unter die beinahe lautlosen Klänge ihrer eigenen Bewegungen. Nein, Angst war es sicherlich nicht was sie fühlte, doch schaffte es das aufkommende Gefühl doch, sie in der Bewegung verharren zu lassen. Sirn Tylas. Sie stieß ein leises Seufzen aus, ehe sie bereits die Hauptstraße weiter entlang schreiten wollte, doch galt seine Anrede bereits Ihr: "Herrin!", erklang die männliche Stimme voller Respekt und Demut.
Rahal - das Treffen auf den Lethar.
Die nächste Zeit verbrachte sie also damit, sich mit einem scheinbar nicht allzu intelligenten Menschen zu unterhalten. Ja, es bereitet ihr Freude, mit so viel Respekt behandelt zu werden. Wann spürte sie dies schon, wenn sie mit den männlichen Familienmitgliedern unterwegs war? In diesem Fall, stand sie einmal nicht im Schatten, der geschätzten Templer, sondern konnte ihr Licht ohne jegliche Barriere auf den Bergarbeiter scheinen lassen. seine Kleidung war verschmutzt, genauso wie sein Gesicht - und doch schien er kaum älter als sie zu sein. Oder täusche der Eindruck? Nicht lange machte sie sich Gedanken darüber, als die Gestalt des Mannes plötzlich erstarrte und sich seine Augen angsterfüllt weiteten. Die Stille wurde ein zweites Mal durchbrochen, diesmal durch ein unangenehmes Knacken und Knirschen das scheinbar immer näher kam. Er schien das Geräusch bereits aus der Ferne deuten zu können und formte lautlos einige Worte. Schemenhaft konnte auch sie nun erkennen, wie sich schwächlich wirkende Lethar, auf dem Rücken der überdimensionalen Echsen, auf die Hauptstraße bewegt. Gefährlich wirkte es, wie er kränklich auf dem Rücken hin und herschaukelte. Es bedurfte wohl einiges an Anstrenung, sich auf dem glänzenden Schuppenkleid des Reittieres zu halten. Der Geruch von Geifer und Verwesung stieg den Anwesen langsam aber sicher in der Nase, und doch übte dieses unbekannte Wesen eine unglaubliche Anziehungskraft auf Annalisa aus. Ein Reittier, und doch unerforscht, voller Geheimnisse. Sie kannte den Lethar, bereits an einem der ersten Tage ihrer Ankunft, hatte sie ihn am Lagerfeuer vor den Ruinen der heiligen Stadt getroffen. Er war respektlos, nicht einmal den Templern zollte er den angemessenen Respekt. Als wenn dies nicht genug gewesen wäre, wollte er sogar Alva angreifen - sie erinnerte sie, und dennoch löste die Neugierde betreffend des unbekannten Reittieres, doch eine Welle der Naivität in ihr aus ...
Rahal - Der erste Angriff auf den Bergmann.
Der Grund war nicht ersichtlich, als sich die Echse ungeleitet des Letharen, auf den Bergmann stürzte, der bereits vorher versuchte das Tier mit einem Stück Kohle von sich zu locken. Es schien als hätte er bereits ein ähnliches Erlebnis gehabt. Der Geifer, der nun unaufhörlich auf das Pflaster tropfte, roch unerträglich und doch - das Interesse ließ nicht nach. Mit einer gewissen Spur von Amüsanz, beobachtet sie das Treiben, als Sirn mit den komischten Mitteln versuchte die Echse von sich abzubringen. Der Lethar selber, schien sich an dem Angriff weniger zu stören, er saß weiterhin buckelig und ohne jegliche Regung auf dem Rücken. War er überhaupt Herr seiner Sinne? Unnatürliche, quietschende Laute erklangen aus dem weitaufgerissenen Maul des Reittieres, als sich der Lethar nun etwas unbeholfen von dem Rücken bewegt. Noch immer unternahm er nichts gegen den Angriff, auf den inzwischen am Boden liegenden Bergmann. Stattdessen richtete er seine Aufmerksamkeit nun auf sie - Annalisa. Wieso hätte sie auch Angst haben sollen? Die Erfahrungen mit Letharen in der heiligen Stadt waren durchwegs positiv gewesen. Wieso also sollte es hier, bei diesem sowieso recht schwach wirkenden, Kind des Einen anders sein? So richtet sie also ihre ungenierte Neugierde in Richtung des Letharen. Er wurde gemustert, so dass das Treiben der nun unzügelbaren Echse außer Acht gelassen wurde. Erst der Schrei Sirn's: "N ... icht mei .. ne Kron .. ju .. !", lockte die hellen Augen der Frau wieder in diese Richtung. Der Anblick war grotesk. Das mit Schuppen besetze Bein der Echse, stand nun direkt auf den Weichteilen des Mannes, und dem geqüalten Gesichtsausdruck des Mannes zu Folge, mit nicht unbedingt wenig Druck.
Abseits der Stadt - der zweite Angriff auf den Bergmann
Nach den gescheiterten Hilfeversuchen Annalisas, schaffte es der Bergmann nun doch sich unter Schmerzen krümmend in die Höhe zu drücken. Die Echse selber jedoch, folgte ihm weiterhin - beinahe verspielt wirkend - mit bleckenden Zähnen, auf Schritt und Tritt. Es wurde inzwischen mehr als deutlich, dass der Lethar den Mann als Störfaktor ansah und nur darauf aus war ihn zu vernichten. Würde er es nicht selber machen, würde es die Echse für ihn übernehmen - es schien ihm egal zu sein auf welchen weg es passierte, die Hauptsache war, DASS es passierte. Wäre sie nur nicht so naiv gewesen wäre sie der Aufforderung "Mitkommen." des Letharen wohl kaum nachkommen. Doch so geschah es, dass sie wenige Minuten später unter Begleitung der Echse und ihres neuen "Spielgefährten" vor der heiligen Stadt zum Stehen kamen. Eine Grünfläche, nahe des Meeres, nur wenige Schritte von den Stadtmauern entfernt, und doch schien es so abseits zu liegen, dass die ganze Zeit kein Lebewesen vorrüber kam. Die Echse begann nun nach einer kurzen Zeit der Pause, wieder Sirn unter gezielten Schlägen anzugreifen. Die Krallen versuchten sich immer wieder in seinen Leib zu bohren, doch was nun geschah, sollte sowohl für Annalisa als auch für den Lethar weitaus bedeutsamer sein ...
Abseits der Stadt - der erste Angriff auf Annalisa.
Wieso sollte ihr ein Lethar etwas böses wollen? Beinahe ein jeder war sich bewusst, dass sie aus einer bekannten Templerfamilie stammte. Selbst wenn nicht, ihr selbstsicheres Auftreten, ließ noch immer selbst diese Geschöpfe ins Zögern kommen. Ganz anders schien es, als der zuvor noch so schwach wirkende Lethar nun mit einer gezogenen Kriegsaxt in ihre Richtung stapfte. Die Bewegungen, wie auch die Mimik selber wirkten gelangweilt. Er würde doch nicht ... ? Doch die Frage sollte erst gar nicht zu Ende gedacht werden, als die Axt bereits in ihre Richtung sauste. Ein einziger, gezielter Treffer und diese riesige Axt würden den zierlichen Leib der Frau in zwei Stücke teilen - das war inzwischen selbst Annalisa bewusst. So geschah es auch, dass sie sich zwar ungeschickt, aber effektiv zur Seite bewegte und dem ersten Hieb auswich. Bereits jetzt drehen sich ihre Gedanken nur noch um Alva, wo war er nur? Sie schien sich in einer auswegslosen Lage zu befinden. Ein irrer Lethar mit einer großen, gut gewetzten Axt und im Hintergrund eine blutlüsternde Echse, die spielerisch versuchte den Bergmann unter sich zu begraben. Panik stieg in ihr auf, und das war wohl auch der Grund, wieso sie nun den nächsten Hieb der Axt vollkommen überrascht entgegenahm. Hart, striff die Klinge ihren schützend angehobenen Unterarm um einen lange, tiefklaffende Wunde zu verursachen. Es dauert keine Sekunde, da strömte der warme Lebenssaft aus ihrem zerbrechlich wirkenden Arm. Der Schmerz war unbeschreiblich und doch war ihr bewusst, dass sie sich nichts anmerken lassen durfte. Dementsprechend setzte sie lediglich einige Schritte zurück, um in sicherer Entfernung erneut auf den Lethar einzureden. Er zögere, es war deutlich, denn auch die Echse des Herren, stockte zögernd in ihren Bewegungen.
Abseits der Stadt - der zweite Angriff auf Annalisa.
Aus welchem Grund auch immer, doch der Bergmann schien es nicht für nötig zu halten auch nur in irgendeiner Weise zu helfen oder Hilfe zu holen. Stattdessen raffte er sich, noch während dem zweite Angriff auf Annalisa, auf und stürmte davon. Er kehrte nicht mehr zurück. "Er wird mich nicht umbringen, warum auch? Er hat keinen Grund", mit diesem Gedankengang geschah es, dass sie erst zögerlich, aber Schritt für Schritt sicherer, direkt auf den immernoch bewaffneten Lethar zu ging. Nur wenige Zentimeter vor ihm, hielt sie inne um erneut auf ihn einzureden. Doch diesmal zögerte er nicht, ließ die Axt fallen und packte unsanft mit den knochigen Handschuhen nach ihrer Kehle. Der Druck war ebenso unbeschreiblich, wie der immernoch pochende Schmerz, des aufgeschnittenen Armes. Die Stacheln aus Knochen, bohrten sie unangenehm in die dünne Haut des Halses, und aus den enstandenen Wunden, began ebenso etwas Blut zu rinnen. Sie musste etwas unternehmen. Sie wehrte sich, indem sie die Hand ebenso um den Hals des Letharen legte, und die Nägel in das Fleisch bohrte, Tritte wurden in den Lendenbereich entsendet - ungeachtet der Tatsache, dass sie gar nicht wußte, ob Letharen dort eine empfindliche Stelle besaßen - und erst als sie die Nägel einmal quer durch das Gesicht des Letharen zog, um blutige Striemen zu hinterlassen, schien er etwas von ihr abzulassen. Sie röchelte, und erneut galten die Gedanken ihrem geliebten Bruder. Wo war er nur? Sie fühlte sich dem Tod so nah wie noch nie, selbst der letzte Schimmer Hoffnung schien zu erlischen, als der Verrückte abermals die Kehle zusammendrückte. Die Luftröhre wurde zusammengepresst, und er nahm ihr für einen langen - zu langen - Zeitraum die Luft. Die Augenlider flatterten, als er sie unsanft auf den Boden warf. Hatte er etwa das Interesse verloren? Schlußendlich raubten ihr die Schmerzen, und die immernoch spärliche Luftzufuhr, das Bewusstsein ...
Abseits der Stadt - dem Tod so nah.
Der vollkommen besessene Lethar, schleifte den zierlichen, leblosen Körper der Frau in Richtung der steil abfallenden Klippen. Es schien, als würde er sie in die tosenden Wellen werfen wollen. Ihm war anscheinend bewusst, dass sie ohne jegliches Bewusstsein, in dem Meer sterben würde. Es war seine Absicht: Die Vernichtung. Und tatsächlich, ein rauer Tritt gegen den Körper und schon wurde er von den kalten, unbändigen Wellen in Empfang genommen. Das Glück in diesem Fall schien zu sein, dass der Tritt nicht ausreichte, um sie weiter als in den seichten Grund zu befördern. So schwamm der Körper noch eine zeitlang oben, um zwar stetig aber langsam weiter unter die verschlingende Oberfläche gezogen zu werden. Ohne, dass Annalisa es mitbekam, kam Zakalwve. Der Grund war nicht bewusst, es schien einmal mehr so als würde der Allmächtige tatsächlich schützend seine Pranke über die Familie van Gwinheer halten. Stets zwischen der Ohnmacht und dem Bewusstsein, mit all den verbundenen Schmerzen, wurde sie gerettet - die nächsten Minuten wurden damit verbracht, sie zu verbinden und so gut wie möglich zu versorgen. Letztendlich lag der geschundene, vollkommen geschwächte Körper, in dem Anwesen der Familie van Gwinheer und wartet, mit den Gedanken der puren Rache, wohl nur darauf von einem der Familienmitgliedern entdeckt zu werden ...