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Neue Wege, aus Zwei mach Eins ...
Verfasst: Samstag 1. Dezember 2007, 02:05
von Yarin von Wolfenfels
Nachdenklich glitten die Finger des Magiers über den Buchrücken. ‚Grundlagen der Beschwörung’ – eine der wenigen Bücher, die das Konvent zu diesem Thema besaß. Das Einzige sogar, welches das Ritual der Beschwörung mittels Pentagramm beschrieb. In den Gedanken war er, einmal mehr, bei den ersten Unterrichtsstunden zu diesem Thema. Das Pentagramm – das Zentrum einer jeden Beschwörung. Wie oft hatte er inzwischen dieses Symbol gesehen, wie oft es gezeichnet. Unter diesem Buch ein weiteres – ‚Rituale in der Magie. Der Einsatz des Pentagramms jenseits der Beschwörungsmagie.’ Schon als Studiosus hatte kam ihm der Gedanke daran, diese beiden Gebiete der Magie zu verbinden.
„Wenn Du einmal Magier bist, kannst Du es ja gern erforschen, Yarin“
Wieder klangen ihm die Worte seiner Lehrerin in seinem Ohr, die nun nicht mehr am Konvent verweilte. Sie war niemand mehr, den er fragen konnte. Es gab am Konvent niemanden mehr, der sein Wissen über höhere Beschwörungen, niemand der mit ihm das Wissen über andere Rituale teilen konnte. Finja Stjenford – sie nutzte einmal ein größeres Ritual. Es war bekannt, das die Wasserelementaristin einmal den Burggraben Varunas einfror um in ein belagertes Varuna zu gelangen. Beschwörer mir Erfahrung, die Una sicher hatte, hab es keine mehr am Konvent. Was blieb also übrig als sich alles Wissen selbst zu erarbeiten. Aus Büchern, aus eigenen Forschungen, aus Berichten die irgendwo im Konvent lauerten.
Gab es eine andere Möglichkeit. Seine Gedanken flogen an einen Ort, den Ruinen des alten Tirell. Gab es dort noch Keller, Gänge, Orte in denen altes Wissen lagerte? Diese Arkoritherin schien gesteigertes Interesse an Tirell zu haben. Warum begegnete er Ihr dort so oft? Es wurde immer vermutet, die dunklen Magier wären für den Untergang Tirells verantwortlich. Bereuten sie es nun, suchten sie in Tirell nach Wissen der alten Schule? Una … sie war die Einzige, die das vielleicht noch beantworten konnte. Die Menekaner – auch sie wurden dereinst in Tirell unterrichtet. Der Leiter der Academia Arcana – wenn Yarin sich recht erinnerte war auch er einst Schüler Tirells. Was also tun … selber forschen oder nach dem Wissen des alten Tirells suchen? Mit einem Seufzen stieg er die Stufen seines Hauses empor. Für eine Forschung hatte er nicht einmal den richtigen Platz. Vielleicht sollte er doch endlich den Keller bauen lassen. Etliche Gedanken flogen ihm in der Nacht durch den Kopf. Es war wieder einmal eine Nacht voller Gedanken, Ideen und Vorstellungen.
Verfasst: Samstag 1. Dezember 2007, 12:41
von Iljana Rhogan
*Sie lag wach im Bett.
Wie so oft war Yarin noch unterwegs, im Konvert, im Schloss, bei der Garde ... irgendwo .. sie wusste es nicht. Viel zu viel gab es für ihn zu tun, viel zu wenig Zeit hatte er für sich und seine junge Frau, was hoffendlich nicht nur sie bedauerte. Doch hatte sich Iljana mit der Zeit damit abgefunden und freute sich von ganzen Herzen, wenn er einmal Zeit fand. Auch wenn sie nach der grad überstandenen Krise gerne mehr Zeit mit ihm verbracht hätte, aber vielleicht würde diese Zeit ja noch kommen.
Seit Una nicht mehr in den Landen weilte und auch Frau Stjenford nicht mehr da war, hatte Yarin es offensichtlich noch schwerer voranzukommen, auch wenn er ihr leider nie davon erzählte, doch spüren konnte sie es. Im Laufe der Zeit hatte Iljana ein Gespür dafür bekommen, wenn mit ihrem Mann etwas los war, nicht stimmte, auch wenn er nicht mit ihr über seine Probleme sprach.
Als er dann irgendwann in dieser Nacht das Haus betrat, leise die Treppe hinausstieg, hoffte sie, er würde zu Bett kommen, er brauchte dringend Schlaf. Doch zu ihrem Bedauern verschwand er nur wie so oft in seinem kleinen Arbeitszimmer. Dort hörte sie ihn dann herumlaufen und kramen.
Und wieder einmal wurde ihr bewusst, dass es langsam an der Zeit war, den Keller ausbauen zu lassen. Das hatten sie nun schon so lange geplant, doch bisher hatte dafür irgendwie die Zeit gefehlt.
In dieser Nacht aber, während Yarin noch viele Stunden in seinem Arbeitszimmer verbrachte, lag Iljana wach und dachte über den Bau des Kellers nach. Gleich Morgen wollte sie sich daran machen und die Minen abgrasen. Steine mussten bestellt werden, ein Architekt für die Planung musste aufgetrieben werden und dann galt es, Arbeiter zu finden.
Ganz fest nahm sie sich dieses vor ... sie würde alles daran setzen und den Bau des Kellers nun vorantreiben, damit Yarin in Ruhe seinen Studien nachgehen konnte.
Das war wenigstens etwas, womit sie ihm helfen konnte.
Verfasst: Sonntag 2. Dezember 2007, 15:38
von Iljana Rhogan
*Zwei Tage war sie nun unterwegs gewesen. Hatte die Minen, Werkstätten, Handelszusammenschlüsse aufgesucht ... auf der Suche nach geeigneten Steinquardern, welche sich für den Kellerbau eigneten.
Zu ihrem Glück war sie schon für eine erste, größere Lieferung recht schnell fündig geworden. In einer Werkstatt vor den Toren Varuna's konnte sie eine größere Menge der benötigten Steinquarder erstehen.
Nach einiger Suche fand sie dann irgendwann einen weiteren Bergmann, der ihr zusagte, ihr die noch benötigten Quarder dem Berg abzuringen, bis spätestens zum morgigen Abend sollte dies geschehen sein.
Sichtlich erfreut und zufrieden machte sich Iljana wieder auf den Weg zurück nach Varuna, einige Bauzeichnungen für verschiedene Kellerausführungen in der Tasche.
Platz sollte der Keller bieten, auf das Yarin sich dort auch wirklich entfalten konnte. Aus Stein die Mauern und auch der Fussboden, sie kannte sich zwar nicht wirklich mit dem aus, was Yarin seine Forschungen nannte, sie hoffte ja, er würde ihr davon einmal erzählen und es ihr erklären, doch wusste sie von ihrer Schwester Janina, die sich recht gut mit der Alchemie auskannte, dass es besser war, den Untergrund für Experimente und Forschungen aus Stein zu wählen, es war einfach strapazierfähiger.
Darum hatte sie sich verschiedene Plänen zeichnen lassen, Yarin sollte sich aussuchen können, welcher Keller ihm am meisten zusagte.
Beschwingten Schrittes stieg sie die Treppen zum Haus hoch, öffnete die Tür und trat ein. Yarin war noch im Konvert beschäftigt, irgend etwas ging dort vor und sie hoffte, dass er ihr später davon berichten würde, wenn er dann nach Hause kam.*
Verfasst: Sonntag 9. Dezember 2007, 17:35
von Iljana Rhogan
*Seit Tagen nun schon wimmelte es im Haus von Handwerkern. Das Mobiliar war beiseite geschoben und teilweise gestapelt worden, großen Laken darüber ausgebreitet. Überall waren Stützbalken angebracht worden, die das Haus nun abstützten, auf das es hoffendlich nicht in sich zusammenfiel. Der edle Holzfussboden im großen Wohnraum des Hauses war zum größten Teil entfernt worden und unzählige Bauarbeiter waren dabei, das Erdreich abzutragen. Schaufel um Schaufel, Schubkarre um Schubkarre wurde das Loch in und unterm Haus von Wolfenfels größer.
Ein ums andere Mal erklang von hier oder dort ein derber Fluch, in den ersten Tagen der Bauarbeiten folgte nur betretendes Schweigen auf diese Ausbrüche, mittlerweile kam von mindestens drei Seite nach solchen Flüchen ein "Verzeih's uns Temora, Dame von Wolfenfels!". In den ersten Tagen war Iljana doch recht schockiert über die derben Ausdrücke gewesen, mittlerweile hatte sich das Fluchen der Arbeiter aber doch abgeschwächt und Iljana nahm dies nur noch mit einem leichten Nicken und einem sachten Lächeln zur Kenntnis.
Doch bei all der Arbeit und dem Dreck liess Iljana es sich doch nicht nehmen, die Bauarbeiten persönlich zu überwachen, Yarin hatte genug um Konvert zu tun.
Und so vergingen Tag um Tag. Bald schon war genügend Erdreich abgetragen worden und die Maurer konnten damit beginnen, den Fussboden zu begradigen und pflastern. Für den Keller waren strapazierfähige Ziegeln ausgesucht worden, immerhin sollte Yarin dort seine Experimente durchführen können, ohne das irgendwelcher Schaden entstand. Es dauerte nur weniger Tage, dann war der Fussboden verlegt und auch die Wänden nahmen Gestalt an. Ein Gerüst wurde aufgestellt, die Decke besonders stabil gebaut, seitlich wurde eine Holztreppe errichtet, welche nach oben in den Wohnraum führte.
Es dauert nicht lange, dann waren die Fugen der Kellerwände und der Boden mit Mörtel abgedichtet, alles wurde noch gereinigt und die Gerätschaften aus dem Keller wieder heraus geschafft.
Als nächstes musste jetzt nur noch der Wohnraum wieder in Ordnung gebracht werden. Der Holzfussboden muss neu verlegt, abgeschliffen und gewachst werden, aber auch das war nach einigen Tagen vollbracht. Nachdem Iljana dann den Wohnraum noch mit Annya's Hilfe gesäubert hatte, wurden auch die Möbel wieder an ihren ursprünglichen Platz zurück geschafft.
Jetzt fehlte nur noch die Einrichtung für den Keller. Der Steintisch aus dem Arbeitszimmer wurde nach unten geschafft, ein findiger Steinmetz verstand es, diesen sogar noch zu vergrößern, Bücherregale, das Regal mit den alchemistischen Gerätschaften wurden ebenso in den Keller geschafft wie auch die Regale mit den Alchemiefässern, ebenso wie alles andere an Geräten und Materialien, die bisher oben im kleinen Arbeitszimmer gelagert hatten. Und schon bald nahm Yarin's neues Laboratorium Gestalt hat, hier würde er sicher genügend Platz für seine Studien und Experimente haben.
Das alte, kleine Arbeitszimmer wurde aufgeräumt, geputzt und schon bald war es als Schlafzimmer für die Magd eingerichtet.
Nach diesen Tagen voller Unruhe, Lärm und Dreck kehrte dann irgendwann wieder Ruhe im Haus von Wolfenfels ein und die letzten Bauarbeiter verließen nach verrichteter Arbeit das Haus.
Yarin hatte endlich sein Arbeitszimmer und würde zukünftig hoffendlich nicht mehr soviel Zeit im Konvert verbringen.*
Verfasst: Sonntag 23. Dezember 2007, 01:23
von Yarin von Wolfenfels
Nachdenklich lag sein Blick auf dem Boden des Kellers. Drei Tage war es inzwischen her. Drei Tage an denen er darauf wartete, dass der Vollmond Varuna in einer Mischung aus Tag und Nacht tauchte.
… soll die Macht eines Pentagramms voll ausgenutzt werden, lege ich dem Anwender die Nacht des Vollmondes nahe. Es muss nicht gesondert erwähnt werden, das die Exaktheit der Linien erheblich dazu beiträgt jene Kraft aus diesem Symbol zu schöpfen …
Es war sicher nicht das erste Pentagramm, das durch die Hände Yarin gezeichnet wurde, aber es würde sicher das genaueste werden. Er war extra mit einer Schnur daher gegangen und hatte die Spitzen des Pentagramms auf dem Boden markiert.
… die größte Kraft wohnt dem Lebenssaft der Menschen inne – Blut - . Tunlichst zu vermeiden ist es, bei einem Pentagramm, welches der Beschwörung dient, das eigene Blut zu verwenden. Hierdurch bietet sich eine Verbindung zwischen dem Pentagramm und dem Beschwörer einem beschworenen Dämon förmlich an. Sollte Menschenblut nicht zu erhalten sein, ist das Blut eines Bullen ebenso geeignet. Das Pentagramm wird hierdurch zwar nicht dieselbe Macht entwickeln, aber die Abstriche sind minimal und können durch eine erhöhte Konzentration des Beschwörers ausgeglichen werden. Das Blut sollte höchstens drei Stundengläser alt sein. Je frischer das Blut ist, umso größer die daraus gewonnene Macht. Bei einem Pentagramm unter freiem Himmel bietet es sich also eine Opferung oder Schlachtung vor der Zeichnung des Pentagramms an. …
Er griff langsam zu den Behältern mit Blut, die bereitstanden. Die Bäuerin hatte vor wenigen Stunden alle ihr bekannten Flüche losgelassen, als Yarin an ihrem Hof geklingelt hatte. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen zog er nun sorgsam die Linien des Pentagramms. Ein leicht kupfriger Geruch breitete sich im Keller des Magisters aus. Bisher hatte er alle Pentagramme mit Kreide, Sand oder auch einmal einfach mit Staub auf den Boden gezeichnet. Für seine Forschungen sollte es aber doch Blut sein. Das Pentagramm war fertig, die fünf Zacken hatten alle die gleiche Größe. Er atmete tief durch, ehe er sorgfältig die Zacken des Pentagramms mit einem Kreis verband.
… so manch Magier, manch unvorsichtiger Schüler wurde schon durch diese letzte Bastion zwischen Dämon und Magier gerettet. Der Schutzkreis ist der letzte Wall zwischen Dämon und Beschwörer. So wichtig wie einem Beschwörer sein Leben ist, so wichtig muss es ihm sein, den Schutzkreis akkurat zu zeichnen. Gerade beim Zeichnen mit Blut kann es schnell passieren, das es Öffnungen im Schutzkreis gibt. Es ist ratsam den Schutzkreis langsam zu zeichnen. Zeichnet man ihn aber zu langsam, ist ein hässlicher Blutfleck das Einzige, was man auf dem Boden wieder findet. Wenn dem Beschwörer sein Leben also lieb ist, zieht er einen Schutzkreis aus Blut nicht ein- sondern zweimal. …
Ein, zweimal wanderte sein Blick um den gezeichneten Kreis. Und erst als er auch beim dritten Umrunden des Kreises keine Öffnung erkennen konnte nickte er leicht. Der Anfang war also getan. Das erste Pentagramm prangte auf dem Boden des Kellers. Sein Blick wanderte von einer Mauer zur andren. Der letzte Blick galt der Kellerdecke. Die Bergleute hatten zwar gemurrt über die zusätzliche Arbeit, schließlich hatten sie doch einen fast vier Meter hohen Keller aus dem Boden geschlagen. Vor der Ecke des Pentagramms, welche nach Norden gerichtet war, ging er langsam auf die Knie, ein sanfter Atem des Magiers wurde über die Ecke gehaucht.
… erst der Atem eines Magiers, seine Macht, erweckt ein Pentagramm. Der Atem des Magiers wird durch die Linien dieses Symbols verstärkt. Das ist der Grund, warum ein jeder ein Pentagramm zeichnen, aber nur ein Magier es nutzen kann. Einmal mit Macht erfüllt kann man ein Pentagramm immer wieder nutzen. Nur wenn der Schutzkreis geöffnet wird, willentlich oder durch Dummheit, muss es neu geweiht werden. Der Schutzkreis sollte dann nicht nur geschlossen, sondern neu gezeichnet werden. Eine weitere Fehlerquelle, die vielen unvorsichtigen Beschwörern schon das Leben kostete. Oft ist es die zweite oder dritte Beschwörung, die das Leben eines Magiers schroff beendet. …
Es war vollbracht. In Zukunft konnte er also endlich seine Forschungen beginnen. Mit einem Lächeln auf den Lippen ging er zu dem schweren Steintisch, die ersten Eintragungen in das Buch beginnen.
Ich beginne meine Aufzeichnungen über meine Forschungen zur Verbindung von Ritualmagie mit Beschwörungsmagie. – Yarin von Wolfenfels -
Ich habe mit aller Vorsicht das erste Pentagramm gezeichnet und geweiht. Es wird in der kommenden Zeit meiner Forschungen das Beschwörungspentagramm sein. Diese Bezeichnung wird jenes der beiden Pentagramme tragen, in die das Wesen hinein beschworen wird.
Verfasst: Samstag 29. Dezember 2007, 00:43
von Yarin von Wolfenfels
Ich beginne heute mit den eigentlichen Forschungen. Ich werde das erste Mal versuchen mit Hilfe von zwei Pentagrammen eine Kreatur zu beschwören. Für den Anfang soll es ein Höllenhund sein. Bei diesem bin ich mir sicher, dass ich ihn auch besiegen kann, sollte etwas schief gehen. Ich werde darauf achten, ob es mir leichter oder schwerer fällt.
Konzentriert stand er in einem mit Kreide gezeichneten Pentagramm im Keller. Vor ihm das größere, vor einigen Tagen geweihten Pentagramm. Es dauerte nicht sehr lange, da hatte der Magier seine weltliche Umgebung vergessen. Das zweite Pentagramm, in dem er nun stand, lies ihn geistig noch tiefer in das Lied eintauchen. In den ersten Momenten dieser Konzentration schien ihm das zweite Pentagramm weit weg. Es war irgendwie außerhalb seiner Gedanken. Nur das Wissen um dieses Pentagramm erinnerte den Magier an das zweite Symbol der Beschwörung. Und so tastete er sich langsam nach diesem. Es schien als würde er das Lied um sich weiter ausbreiten, seine Gedanken nun auch um das Pentagramm vor sich legen.
Er atmete tief durch, als er mit der eigentlichen Beschwörung begann. Langsam löste der Magier seine Gedanken von dieser Welt, tastete sich langsam in Gedanken an jene Sphäre heran, die er schon so oft gespürt hatte. Es war etwas dunkles, Bedrohliches. Ähnlich dem Gefühl, wenn man das erste Mal einem wilden Tier gegenüberstand. Je näher man kam, umso deutlicher konnte man die Aggression und den Jagdtrieb dieser Wesen spüren. Mit jedem Moment konnte man die Masse der Seelen dieser Wesen spüren. Jedes etwas anders, aber die grundsätzlichen Gedanke waren doch alle gleich: Jagd, Hetz, Trieb – diese Wesen waren für eine Jagd geboren. Nun galt es, ein passendes Exemplar zu finden.
Ihm bot sich eine Vielzahl von Höllenhunden an. Langsam wanderte der Geist des Magiers durch die Sphäre dieser Wesen. Es war eigenartig diese Spähe so deutlich zu spüren. Bisher war es ihm immer egal, welcher Höllenhund in seine Sphäre gerufen wurde. Das erste Mal nahm er sich die Zeit, seine Sinne einmal durch diese Spähe wandern zu lassen. Mit einem Lächeln auf den Lippen stand seine Wahl schließlich fest. Etwas abseits einer etwas größeren Gruppe war ein einzelnes Tier auszumachen. Jenes sollte es sein. Ein kurzer Widerstand, dann gelang es ihm geistig nach dem Hund zu greifen. Es dauerte nur wenige Augenblicke, dann überwand sein Geist, gemeinsam mit dem Wesen die Grenze der beiden Sphären.
Ein Jaulen unterbrach kurz die Stille in dem Raum. Kaum wieder mit festem Boden unter den Füßen stürmte das Tier auf seinen Beschwörer zu. Nur kurz spürte Yarin die Wirkung des Schutzkreises um das Pentagramm. Ein kurzer Widerstand, den das Tier schnell überwand.
Wie konnte das passieren? Yarin war sicher, das der Schutzkreis richtig gezogen, dass er geschlossen war. Und der Widerstand war definitiv da, er war schließlich zu spüren. Sekundenbruchteile später spürte er den nächsten Widerstand, dann gruben sich die Pfoten des Tieres in Robe und Rüstung darunter. Abrupt war er wieder in seiner Welt. Ein beherzter Griff landete im Nacken des Tieres. Mit aller Kraft wurde das Wesen von der Robe gezerrt.
Es ging erstaunlich leicht. Der erste Blick machte klar warum. Das Tier war wirklich schwach, ein offenbar junges Wesen, das er so zuvor noch nie gesehen. Zwei Blitze zuckten durch den Raum, der Hund sackte zusammen und kurz darauf verschwand er auch wieder in seine Sphäre. Erleichtert atmete Yarin durch und sah sich um. Er würde seine Erkenntnisse sofort niederschreiben.
1. Versuch:
Es ist definitiv leichter, mit einem zweiten Pentagramm zu beschwören. Das Gefühl für das Lied ist deutlicher als ich es jemals vorher erlebt habe bei einer Beschwörung. Auch die Sphäre der Höllenhunde konnte ich deutlich spüren. Die Hunde waren scheinbar in Gruppen angeordnet. Meine Wahl fiel auf ein etwas abseits stehendes Tier. Es stellte sich heraus, dass es recht schwach oder auch jung war. Vielleicht gibt es eine Art von Sozialgefüge in dieser Sphäre.
Die Schutzkreise scheinen zu wirken. Aber selbst das schwache Tier konnte sie überwinden. Vielleicht muss ich mich mehr auf die Kraft in den Schutzkreisen konzentrieren. Bisher tat ich es immer unterbewusst. Das scheint bei zwei Kreisen nicht mehr zu funktionieren. Scheinbar muss ich meine Konzentration aufteilen. Es wird kein leichtes Unterfangen, aber auch kein unmögliches.
Verfasst: Dienstag 1. Januar 2008, 10:25
von Yarin von Wolfenfels
Nachbetrachtung zum ersten Versuch.
Dieser kurze Einblick in die Sphäre der Höllenhunde ließ mir keine Ruhe. Das zweite Kraftpentagramm – jenes in welchem der Beschwörer steht bei der Beschwörung mit zwei Pentagrammen, das andere werde ich zukünftig Beschwörungspentagramm nennen, verstärkte nicht nur die Energien des Liedes, sie erhöhten auch meine Wahrnehmung in der fremden Sphäre.
Die Hunde waren in Gruppen angeordnet. In meinen spontanen Beschwörungen bemerkte ich bereits, dass die Höllenhunde nicht alle gleich sind. Sie sind verschieden stark, verschieden schnell, verschieden aggressiv und sogar von unterschiedlicher Färbung. Die Gruppen der Hunde lassen auf eine Art Rudel schließen. Der Hund, den ich für meine Beschwörung auswählte war ein schwaches oder junges Exemplar. Es ist sicher Spekulation und ein noch zu beweisender Schluss von Rudelverhalten von irdischen Wildtieren auf das Rudelverhalten in fremden Sphären zu schließen. Da ich aber keine andere Grundlage habe, will ich es dennoch tun. In irdischen Rudeln sind es die schwachen Tiere, die von der Gruppe ausgeschlossen werden. Die Jungtiere werden vom Rudel behütet. Schwache Tiere hingegen werden bei Wildrudeln oft zurückgelassen. Die Vermutung liegt nah, dass dies bei den Höllenhunden ähnlich ist.
Ich werde bei der nächsten Beschwörung auf folgendes achten:
- Gibt es auch innerhalb der Gruppen schwächere Tiere?
- Gibt es mehrere erkennbare Gruppen?
- Spüren die Höllenhunde die Anwesenheit meiner Konzentration in ihrer Sphäre?
- Gelingt es mir meine Konzentration auf beide Schutzkreise zu kontrollieren?
Verfasst: Dienstag 1. Januar 2008, 22:56
von Yarin von Wolfenfels
Wieder war alles sorgsam vorbereitet. Wieder huschte der Blick des Magiers den Schutzkreis des Beschwörungspentagramms entlang. Er nickte zufrieden als er sich davon vergewissert hatte, dass der Kreis keine Makel hatte. Er atmete einige Male tief durch, ehe er das Kraftpentagramm betrat. Jenes hatte er mit gleicher Vorsicht erneut auf den Boden gezeichnet.
Kaum waren die Augen geschlossen versank seine Konzentration wieder in das Lied Eluives. Wieder war es das angenehme Gefühl dieser Energien, die den Magier umgaben. Äußerlich mit einem Lächeln auf den Lippen tastete er sich in die fremde Sphäre vor. Es war fast als würde sein Geist durch die fremde Sphäre schweben. Schon beim ersten Blick in die Sphäre der Höllenhunde konnte er die ersten Wesen spüren. In den ersten Augenblicken beobachtete er sie, als würde er in einem Aquarium einen Schwarm Zierfische beobachten. Es war interessant, nicht nur die Tatsache diese Wesen so zu beobachten, es war ebenso interessant das sein Geist in dieser, sein Körper noch in seiner eigentlichen Sphäre war - ein fremdartiges, aber interessantes Gefühl. Es war ihm, als würde er von einer fremden Welt träumen, eine Welt, die aber viel näher, spürbarer schien – und doch konnte er nichts berühren. Seine Gedanken glitten zu den Höllenhunden, näherten sich ihnen langsam.
Aus einer großen Menge von Höllenhunden wurden nun mehrere Gruppen. Auf Anhieb konnte er vier etwa gleichstarke Gruppen ausfindig machen. Drei der Gruppen standen offenbar recht dicht zusammen, die vierte etwas abseits. Auf jene bewegten sich die Gedanken Yarins zu. Vorsichtig, tastend, einem Jäger gleich, der sich an seine Beute herantastet näherten sich seine Gedanken den Wesen. Hier war nicht sein Gebiet, nicht sein Revier. Hier war er ein Fremdkörper. Je länger seine Gedanken sich in dieser Sphäre aufhielten, umso deutlicher schien ihm die Natur dieser Welt, die Natur dieser Wesen. Selbst die Hitze in dieser Sphäre schien immer deutlicher, immer spürbarer zu werden. Sogar der Geruch von Schwefel schien den Weg in seine Geschmacksnerven zu finden.
Inzwischen wähnte er sich den Hunden bedrohlich nahe. Und wirklich – hier konnte man erkennen, dass schwache uns starken Hunde zusammen zu standen. Und in der Mitte waren auch zwei kleinere, schwächere Hunde. Mit einem Mal schien jede Bewegung aus der Gruppe zu verschwinden. Fast ruckartig drehte sich eines der Tiere um. Er blickte direkt in Yarins Richtung. Panik war der nächste Gedanke, der den Magier durchfuhr. Den Zauber jetzt abzubrechen wagte er nicht. Im Gegenteil, er hielt inne und verharrte. Auch der Hund starrte einfach weiter in seine Richtung, aber auch regte sich nicht. Langsam zog er seine Gedanken wieder aus dieser Sphäre zurück. Ohne Beschwörung aber mit neuen Erkenntnissen.
Verfasst: Donnerstag 27. März 2008, 01:15
von Yarin von Wolfenfels
Zweiter Versuch:
- Je länger ein Magier mental in der fremden Sphäre bleibt, umso deutlicher scheint man auch Geschmack und Geruch dieser Sphäre wahrnehmen zu können.
(Anmerkung: Es besteht die Möglichkeit, das dies nur eine Täuschung der eigenen Sinne ist)
- Die Wesen der fremden Sphäre scheinen die Gegenwart eines fremden Geistes zu spüren.
- Die Höllenhunde scheinen tatsächlich in einer Art sozialem Gefüge zu leben. Schwächere Mitglieder dieses Gefüges halten sich abseits der größeren Gruppen auf, kleinere und scheinbar jüngere Wesen behütet in deren Mitte.
Mit einer ruhigen Bewegung klappte er die Notizen wieder zu und machte sich daran beide Pentagramme wieder neu zu zeichnen und zu weihen. Seine letzten Versuche waren zu lange her. Aber diesmal würde er sich auf die Beschwörung konzentrieren, würde im Pentagramm, in dem der Höllenhund beschworen werden sollte, eine Öffnung im Schutzkreis lassen.
Ein eigenartiges Gefühl durchschlich den Magier. Es war komisch einen Fehler mit Absicht zu begehen. Einen Fehler, vor dem er in seinen Unterrichten nicht nur mehrfach gewarnt wurde, sondern selbst mehrfach warnte. Es dauerte nicht lange, bis er sich wieder ins Lied eingestimmt hatte, die Sphäre der Höllenhunde war schnell gefunden. Mit jedem Mal hatte er das Gefühl, er würde auf bekannten Wegen wandeln. Es war als würde man einen neu entdeckten Weg ein weiteres Mal gehen. Ein Weg der immer vertrauter wurde. Es dauerte einige Momente, ehe sein Geist in die fremde Sphäre eindrang. Kaum einen Augenblick später war einer der Wesen gefunden welches unweigerlich auf den mentalen Befehl gehorchte, seine Sphäre zu verlassen.
Je näher er das Wesen in seine eigene Sphäre zog, umso deutlicher schien es zu werden, das sich dieses Wesen auf etwas freute. Es war eine Art frohlockender Anspannung, die Yarin bei dem Hund zu spüren meinte. Er stockte einen Moment lang in der Beschwörung, ehe er das Wesen weiter in die eigene Sphäre zog.
Einen Moment lang hielten beide inne, der Hund ebenso wie der Magier. Kaum einen Moment des Verschnaufens später spannte das Tier beide Hinterläufe an, setzte zum Sprung auf den Magier an. So schnell wie der Hund reagierte, so schnell richtete Yarin auch seine Konzentration auf den vollständigen Bannkreis in dem der selber stand. Der Bannkreis an dem einen Atemzug später der Hund abzuprallen schien. Ein wütendes Gekläffe machte schnell deutlich, was dieses Wesen von dieser Überraschung hielt. Über die Lippen des Magiers indes huschte ein Lächeln des Triumphes. Einen Moment lang sammelte er die Energien des Pentagramms, kurz davor eine Lanze magischer Energien auf den Hund zu richten.
Kurz bevor er diese Energien gegen den fletschenden Hund schleuderte brach er den Zauber ab und beließ es dabei, sich auf die Verbindung des Hundes zu seiner Sphäre zu konzentrieren um diese zu beenden. Eine einfachere, wenn sicher für den Hund nicht sanftere Art, ihn wieder in seine Welt zu entlassen. Begleitet von einem schmerzvollen Jaulen verschwand da Wesen kurz daraufhin wieder in seine Welt. Es hatte jegliche Bindung zur Welt der Menschen verloren.
Yarin indes, mit einem Lächeln auf den Lippen, wand sich seinen Notizen zu.
Dritter Versuch:
- der zweite Schutzkreis funktioniert offenbar.
- beschworene Wesen scheinen schon während der Beschwörung zu bemerken, wenn der Magier einen Fehler begeht.
Fazit: Die Beschwörung und Beherrschung eines Wesens scheint mit beiden Pentagrammen einfacher zu sein. Fraglich ist es, ob dieses wirklich von den beiden Pentagrammen stammt, oder ob hier einfach meine Erfahrung mit der Beschwörung von Höllenhunden eine Rolle spielt. Mir bleibt also nichts anderes übrig, es mit höheren Wesen zu versuchen. Ich denke in den kommenden Tagen kann ich damit beginnen einen Dämonen auf diese Weise zu beschwören.
Verfasst: Sonntag 30. März 2008, 18:09
von Yarin von Wolfenfels
Dämonenbeschwörung – erster Versuch
Ich will mich heute das erste Mal daran wagen einen Dämon zu beschwören. Natürlich werde ich dazu wieder beide Pentagramme benutzen.
Wenn ich von der Sphäre der Höllenhunde auf jene der Dämonen schließen kann, dann werde ich auch in dieser Sphäre schwache und starke Dämonen finden. Natürlich wird dann ein schwächerer Dämon das Ziel meiner ersten Beschwörung werden.
Natürlich werde ich dieses mal alle mit bekannten Mittel nutzen um Beschwörung und Beherrschung des Dämons zu vereinfachen.
In der Nacht zuvor hatte er beide Pentagramme nochmals penibel neu gezeichnet. An der Wand lehnte seit den Abendstunden der Stab des Magisters.
… und so ist der Stab eines Magiers nicht nur ein einfacher Stab. Vor allem ist der Stab des Magiers eines … er ist ein persönlicher Gegenstand … Legenden behaupten der Magier würde brechen, wenn sein Stab bricht. Bisher habe ich aber nie davon gehört, dass je einem Magier der Stab zerbrochen ist. Der Stab ist dreierlei: Waffe, Zepter und Zeichen seines Standes. Der Stab begleitet den Magier sein Leben lang….
… gerade für einen Beschwörer ist der Stab aber auch Werkzeug. Um genau zu bleiben ein Paraphenalium, ebenso wie die Robe des Magiers. Durch Robe und Stab wird einer beschworenen Kreatur von weitem gezeigt, wer es ist, der sie ruft. Stab und Robe sind Zeichen von Macht, Weisheit und Wissen. Manch Wesen erschien schon zitternd und völlig verängstigt vor dem Magier…
Ruhigen Schrittes ging Yarin nun an die Wand und legte langsam und bedächtig, fast zeremoniell die Hand um seinen Magierstab. Ein tiefes Durchatmen, dann betrat er das kleinere der Pentagramme. Beide Hände an dem Stab senkte er das Haupt in dem Pentagramm, atmete mehrmals tief durch. Konzentriert und langsam stimmte sich der Magister, wie tausende Male zuvor, auf das Lied Eluives ein. Und so wurde der Magierstab auch zum Anker in der hiesigen Welt, etwas an dem er ich festhalten konnte, ein Anker der ihn an die hiesige Sphäre band. Und wieder war es schnell da. Das angenehme Gefühl das Lied so nahe zu spüren. Das angenehme Gefühl der mentalen Reise, jenseits der eigenen Sphäre. Und so ließ sich Yarin bewusst etwas mehr Zeit, bis er die Sphäre gefunden hatte, nach der er suchte.
Schon vor dem Eindringen in die Sphäre selbst war da dieser Hass, dieser Zorn der spürbar war. Die Gier nach Blut, nach Mord und Wollust. Nach einem tiefen Durchatmen durchbrachen seine Gedanken die dünne Membran der Sphäre. Dieses Gefühl von Hass und Gier wurde augenblicklich nochmals verstärkte, prasselte nur so auf ihn ein. Es hatte den Anschein als wäre das der erste Versuch das Eindringen des Magiers zu vermeiden. Am Rande entdeckte Yarin auch schon die Spur des ersten Dämons. Ein weiterer Moment der Konzentration, ehe er einen kurzen mentalen Schock in Richtung des Wesens schickte. Heimlichkeit hielt er hier für falsch, es hätte auch als Zeichen von Schwäche gewertet werden können und so suchte er den direkten Weg. Schnell bemerkte der Dämon ihn und ein weiterer Schwall dieser feindlichen, dunklen Emotionen ergoss sich über den Magier. Ein weiterer mentaler Stoss und ein schneller Griff nach dem Wesen ermöglichten es ihm aber den Dämonen ruckartig aus seiner Sphäre. Und so war auch der erste Widerstand gebrochen. Der zweite Widerstand würde sicher folgen.
Und dann war der erste Teil erfolgreich absolviert. Der Dämon befand sich in dem Pentagramm vor sich. Nun waren sie in Yarins Sphäre. Noch ehe er sich ein Bild des Körpers machen konnte spürte er den Druck einer Energie gegen den Schutzkreis und lies einen Teil seiner Konzentration in diesen fließen. „Ergib Dich.“ Yarin legte einiges an Schärfe in den mentalen Befehl an den Dämonen, der von einem quietschenden, unangenehmen Kichern beantwortet wurde. Eine schnelle Antwort in Form eines weiteren starken mentalen Angriffes ließ das Kichern dann aber ersticken. Das erste mal die Gelegenheit eines Blickes auf seinen ersten Dämonen. Und das Vieh wirkte winzig, fast schon grotesk, kaum größer als eine gewöhnliche Katze. Yarin stockte einen Moment, der schnelle, ruckartige Angriffsversuch des Wesens holte ihn aber schnell wieder in seine volle Konzentration zurück. Er ignorierte schnell die Konzentration auf den Schutzkreis um den Dämonen, sondern lies seine Aufmerksamkeit in den zweiten Schutzkreis ziehen. Der Angriff des Dämons stoppte abrupt und so etwas wie das Gefühl von Verwunderung war deutlich bei dem Wesen spürbar. „So und nun ergib Dich oder ich töte Dich.“ Mit einem Mal versteifte sich jedes Glied des Dämons und einen Augenblick später setzte dieser zum Sprung auf den Magier an.
Yarin hielt den Stab fester als zuvor und konzentrierte sich auf den Schutzkreis, der ihn von dem Dämon trennte. Ein Quieken und ein erschrockener Schrei zeugten davon, dass der Schutzkreis funktionierte. „Was ist das, Magier?“ Yarin konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und blickte zu dem Wesen zu seinen Füßen. „Denkst Du wirklich, ich würde so ruhig bleiben, wenn der Bannkreis durchbrochen wird und ein Dämon vor mir steht, wenn ich nicht eine weitere Sicherheit habe? Und nun hast Du Deinen Zweck erfüllt und ich werde Dich…“, „Du wirst mich nicht töten, wage es nicht Magier oder … „ Die Stimme des Wesens erstickte bei einem scharfen Blick des Magiers. „DU bist nicht in der Lage zu verhandeln. Noch ein Widerwort und ich erforsche einmal, wie man Dämonen auf brutalste Art und Weise quält.“ „Ich kann verhandeln, ich weiß über Dämonen mehr als Du, Du Magierpack. Du bist ja noch nicht einmal ein Arkorither, oder ein Erzmagier. Was habe ich also von Dir zu befürch…“ Yarin zog langsam die Luft ein und sammelte die Energien des Pentagramms, nahm einiges an Kraft in sich auf und schleuderte sie ruckartig in Richtung des Dämons.
Es dauerte eine Weile, bis das Wesen sich von diesem Schlag erholt hatte und doch rappelte es sich nach einem Moment langsam wieder auf. Yarin beobachtete es dabei in aller Ruhe, den Blick immer aufmerksam auf die Realität, ebenso wie auf dem Lied. „Nun, was weißt Du denn über Dämonen, was mir Grund gibt, Dich in Deine Sphäre zu entlassen und nicht zu töten?“ Einige Augenblicke herrschte Schweigen und Yarin bereitete langsam den nächsten Zauber vor. Kurz bevor er bereit war diesen auch zu wirken unterbrach der Dämon die Stille im Keller. „Halt!“ Mit einem Schmunzeln auf den Lippen unterbrach der Magier den Zauber. „Oh. Und ich dachte, es wäre im Sinne von euch Dämonen, wenn man mordet und verletzt? Also, was ist Dein Leben wert?“ „Was willst Du wissen … dreckiger Magier?“ „Alles. Was sonst. Sag mir, wie finde ich einen Dämon, der auch nützlich ist. Nicht so einen kleinen Feigling, wie Du es bist. Irgendwie muss man euch doch unterscheiden, ohne stundenlang in euren Sphären zu suchen.“ „Ich bin ein Feigling und Du bist ein dummer Magier.“ Wieder ein kurzer scharfer Blick und der erste Versuch den Zauber zu wirken lies den Dämonen schnell und hastig weiter sprechen. „Wir unterscheidest Du denn Deine Schüler?“ „Beim Namen … „ Natürlich, warum sollte es bei den Dämonen anders sein als bei den Menschen. „Und nun sag mir den Namen eines Dämons, der ein wenig stärker und gut zu beherrschen ist.“ „Du bist dümm… Du hast keine Ahnung. Geh zu den Arkorithern, wenn Du wirklich Beschwörer sein willst. Selbst die Magier in Tirell wissen mehr als Du. Wie bist Du eigentlich Magier geworden?“ „Du bist hier, ich lebe noch und Du gibst mir bereitwillig Antworten. Wie schwach kann ich also sein. Auch Du weißt scheinbar nicht alles. Und wenn Du nicht willst, dass ich Dich doch noch töte, sag mir Deinen Namen. Vielleicht brauche ich ja einmal einen schwachen, kleinen Dämon. Zumindest sprichst Du ja meine Sprache.“ „Ich spreche noch ein paar mehr Sprachen. Und wie ich heiße, geht Dich nichts an. Und jetzt gehe ich…“ Yarin blieb keine Zeit zu reagieren. Die Zeit des Dämons in der Sphäre Gerimors war offenbar beendet. Aber er hatte auch einige wichtige Informationen finden können.
Verfasst: Mittwoch 2. April 2008, 19:25
von Yarin von Wolfenfels
Tirell … irgendwo in den Regalen der Bücherei musste doch eine Beschreibung von Tirell sein. Una hätte die Ruine wie ihre Westentasche gekannt. Feoras de Jagotin hätte die Ruinen ebenso gekannt. Calor von Gryffenhorst und Finja Stjenford hätten sie ebenso gekannt. Jeder dieser Erzmagier hatte einst in Tirell studiert. Jeder der Vier kannte Tirell noch bevor es eine Ruine wurde. Jeder der Vier hätte zumindest einen brauchbaren Hinweis geben können, wo sich das befinden könnte, was er suchte. Mit einem Seufzen gab er es nach einer Stunde des Suchens schlichtweg auf. So schwer konnte es schließlich nicht sein, ein Buch in den Ruinen Tirells zu finden, wenn man es denn noch finden würde.
Mit einem zufriedenen Nicken machte er sich auf den Weg in Richtung der alten Ruinen. Die Feuerelementare waren an dem Tag nur eine lästige Begleiterscheinung, die den beschworenen Hunden des Magiers zum Opfer fielen. Einen Dämon hatte man schon seit langer Zeit nicht mehr in den Ruinen gesichtet. Aber eine wirkliche Untersuchung war auch nicht möglich. Irgend etwas lies immer wieder neue Elementare entstehen, so das es unmöglich war, sich auf etwas anderes zu konzentrieren, so lange man allein war. Und so galt es vorerst den Weg zurück nach Varuna anzutreten. Zurück nach Varuna um eine neue Erkundung der Ruinen genauer zu planen.
Verfasst: Montag 8. Dezember 2008, 05:54
von Yarin von Wolfenfels
Blut und Tod, überall roch man deutliche Spuren von Schwefel und Kupfer, überall konnte man förmlich die Gedanken an Neid, Wollust und Gewalt spüren. Die Gestalten auf dieser Ebene waren das, woran man nur in Alpträumen dachte. Blaue Feuer fackelnden Steines, rote Flammen berstender Holzbalken, silberne Wolken schmelzenden Glases brannten sich in Gedächtnis und Nase einer Gestalt die hier so fehl am Platz war. Zusammengesunken und völlig kraftlos hockte eine Gestalt in weißer Robe hier wo man doch nur dunkle Farben vorfinden konnte. Dutzende Gestalten, groß und klein, Wesen die kaum ein Mensch zu Gesicht bekommen hatte und würde, Gestalten aus einer anderen Welt, Gestalten, die keine Tugenden kannten, kein Mitleid, keine Gnade nur Gefühle von Hass, Zorn und Gedanken ans Qual und Zerstörung. Gestalten, die er versucht hatte zu beherrschen, zu lenken und für seine Zwecke zu nutzen. Gestalten über dessen Beschwörung er sich vor hohen Dienern der Göttin, seiner Göttin, rechtfertigte. Jahre seines Lebens hatte er mit dem Studium einer Magie verbracht, die gefährlich und faszinierend zugleich war. Eine Schule der Magie, von der er immer der Meinung war das sein Glaube, sein Folgen der Tugenden, ein fester Schild waren gegen die Versuchung selbst Teil dieser Sphäre zu werden.
Und doch war es diese Forschung die ein solches Unheil über seine neue Heimat brachte. Alles wofür er gearbeitet hatte, alles in dessen Aufbau er so viel Energie gesteckt hatte war durch seine Hand, durch seinen Umgang mit der Magie zerstört worden. Noch heute wachte er immer wieder schweißgebadet in seiner Kammer auf mit dem Gedanken an ein brennendes Gebäude, eingestürzt durch den Ausbruch der Magie, die durch seine Forschung, den Versuch ein Tor in die Sphäre der Dämonen zu öffnen, verursacht wurde. Nun hatte das Lehen nicht nur Unheil über seine Familie gebracht, nun war er es auch, der Unheil Feuer und Verderben über Varuna brachte. Alles wogegen er immer, scheinbar mit wenig Mühe, ankämpfte, entlud sich in dieser einen Nacht. Ein ganzes Gebäude, ein Gebilde aus Glas, Stein und Holz das lange Zentrum seines Schaffens war brannte lichterloh. Vor einigen Wochen hatte er sich, noch als das Feuer inmitten Varunas knisterte, die Stadt verlassen. Einem räudigen Dieb gleich, der sich aus der Stadt stahl, auf der Flucht vor der Garde. Nur das Treiben in der Stadt, das Löschen des Feuers ermöglichte es ihm ungesehen aus der Stadt zu gelangen.
Tagelang führten ihn seine Schritte über Wege und Strassen, die weiße Robe behangen von Staub und Ruß des Gebäudes, das ein Teil seines Lebens war. Und das Ergrauen dieser Robe war Sinnbild für das Ergrauen seines Glaubens an sich selbst und an die Magie, die er einst als Geschenk Temoras und Eluives gleichsam angesehen hatte. Wie oft hatte er im Unterricht des Konvents gestanden und einen festen Glauben an die Tugenden der Herrin Temora als wichtigen Stützpfeiler des Magiestudiums angepriesen. Wohin hatte ihn sein Studium der Magie, das Studium der Beschwörungen geführt – zu einem brennenden Gebäude, zu einem brennenden Leben. Es hatte ihn, einem Dieb gleich, aus der Stadt vertrieben, die Heimat geworden war. Er floh förmlich vor einer Verantwortung. Der Verantwortung für seine Schüler, die nun alleine zurückgelassen hatte. Und obwohl ihm in dieser Stadt so viel genommen wurde fiel es ihm schwer sie zu verlassen. Eine Mischung aus Schmerz setzte sich mehr und mehr in seinen Gedanken, in seinem Herzen fest je weiter er sich von den Mauern Varunas entfernte. Das gesamte Leben der letzten Jahre lies er mit jedem Schritt weiter zurück – seine Schwester, die hier das Leben an die Klinge eines Letharen verlor, seine Schüler und eine Frau, die es langsam schaffte sein Herz zu öffnen. Und nun führten ihn seine Schritte wieder in Richtung seiner Heimat. Die Heimat, die er einst verlassen hatte um einer Bestimmung nachzugehen, die ihn alles verlieren lies, woran er glaubte – beinahe alles woran er glaubte.
Seine Schritte führten ihn nun in Richtung seiner Heimat, Wolfenfels. Der Ort seiner Geburt, der Ort an dem ihm das gelehrt wurde, was ihn bisher immer ausmachte. Hier wurden ihm die Tugenden an die Herrin Temora gelehrt. An eine Stelle des Weges stockte er und sein Herz zog sich beinahe schmerzhaft zusammen. Zu schnell, zu schmerzhaft kam ihm hier die Erinnerung daran, wie er das erste Mal, unterbewusst, Magie wirkte. Damals noch war es hilfreich, war es zum Nutzen der Menschen die um ihn waren. Es krampfte ihm förmlich als er sich daran erinnerte, den in den Gedanken an diesen Moment mischten sich auch wieder die Bilder eines brennenden Gebäudes, die Schatten dieser Gestalten die ihm so nahe waren als dieses Gebäude brannten. Es schien ihm förmlich die Luft zum Atmen zu rauben. Der Geruch nach Feuer, Blut und Verderben breitete sich aus, obschon er in freier Natur war und der frische Duft des hereinbrechenden Herbstes wehte. Zittern, krampfend kniete ein Mann auf dem Weg. Zittern und krampfend im Gedanken an seine Vergangenheit, die hier einen Anfang nahm. Ein Anfang, dessen Ende er so sicher nie geahnt hatte.
„Geht es Euch gut?“ Es war die Stimme eines älteren Mannes, welcher die Stille unterbrach. Offenbar besorgt beugte sich dieser Mann über Yarin und musterte ihn von Kopf bis Fuß. „Ja!“ war die knappe und etwas barsche Antwort des Barons, ohne dass er dem Menschen neben sich wirklich Aufmerksamkeit schenken wollte. Und so waren es auch nicht dessen Worte, die Yarin aufmerksam werden ließen, sondern die feine Veränderung um Lied Eluives war es, die den Magier aufmerksam werden ließ. Yarin schloss nun, das erste Mal seit Wochen bewusst, die Augen um sich in das Lied Eluives einzustimmen, um zu ergründen, was dort geschah. Gleichsam mit der ruhigen, sanften Melodie, welche er im Liede spüren konnte schien sich sein Körper von den Strapazen der letzten Wochen zu erholen. Viel schneller als es für gewöhnlich möglich war. Es war beinahe als würde sein Körper durch die sanften Töne des Liedes erweckt, als würden ihm die Töne neue Kraft schenken. „Euer Körper macht den Eindruck als hättet Ihr tagelang nicht geschlafen, Herr. Hier im nahen Gasthaus könnt und solltet Ihr Euch ausruhen.“ Noch immer wirkte Yarin auf den Heiler ein wenig mitgenommen, ein wenig weggetreten. Dieser schüttelte den Kopf und schaffte es irgendwie den halb weggetretenen Mann in Richtung des Gasthauses zu geleiten. Und als Yarin schließlich das Bett unter seinem Rücken hatte musste sein Körper auch der Anstrengung der letzten Wochen Tribut zollen. Yarin hatte seit dem Untergang des Konvents nie wieder einen solch festen Schlaf gehabt wie in dieser Nacht.
Am nächsten Morgen erwachte Yarin gut erholt und nach beim Frühstück im Schankraum der Taverne bekam er mit, wie der Heiler des gestrigen Tages sich gerade vom Wirt verabschiedete. „Wartet, Heiler!“ rief Yarin dem Mann zu als jener sich der Tür des Gasthauses zu wand. Der ältere Mann wand ging ruhig zu ihm an den Tisch und musterte den Mann nochmals. „Ich denke Ihr seid erholt genug. Ihr braucht mich gewiss nicht mehr.“ Yarin legte den Kopf zur Seite und deutete auf den Stuhl. „Erholt bin ich und geschlafen habe ich auch so gut wie in den letzten Wochen nicht mehr. Aber ich habe eine Frage und eine Bitte an Euch.“ Der Mann nickte nur und blickte abwartend auf seinen Gegenüber. „Ich würde Euch gern einige Tage begleiten und bei Eurer Arbeit beobachten. Ihr scheint ein erfahrener Heiler und ich hatte den Eindruck als würdet Ihr nicht nur mit Tränken und Salben Eure Ergebnisse erzielen.“ Der Mundwinkel des Heilers zuckte kurz in die Höhe, dann hob er die Schultern. „Ihr seid ein freier Mann. Ich kann Euch nicht daran hindern mit mir zu ziehen. Ich hoffe nur, Ihr steht mir nicht im Wege, wenn ich Patienten behandeln muss.“ Yarin schmunzelt und nickt dann aber. „Vielleicht freut es Euch, dass ich sogar einige Kenntnisse in der Alchemie habe. Ich denke ich werde Euch nicht nur ein Hindernis sein.“ Der Alte lachte und drückte sich nach oben. „Dann brechen wir auf. Ich habe vor in etwa zwei Wochen Hohenfels zu erreichen.“ Yarin, der sich gerade erhob, stockte in der Bewegung, nickte dann aber und folgte dem Herrn. Der Alte blickte ihn kurz fragen an, als Yarin aber kein Kommentar abgeben wollte gingen beide ihren Weg in Richtung Varuna.
Es waren inzwischen einige Tage vergangen, Yarin hatte den Alten eine Menge Dinge gefragt über die Heilkunst des Mannes, der steif und fest behauptete allein seine Tränke und Salben, seine Verbände und Schienen waren für die Heilung der Menschen verantwortlich. Yarin beließ es immer dabei, beobachtete aber immer wieder bei Behandlungen des Alten, wie sich das Lied verhielt. Es war ähnlich dem eines Schülers, der das Lied noch unbewusst und unbedacht benutzte. Aber doch lag immer eine gewisse Ruhe dabei. Bisher konnte er sich das nur durch die häufige Wiederholung seiner Arbeit erklären. Und auch wenn Yarin einmal nicht das Lied beobachtete sondern den Heiler direkt bei der Arbeit fand er keinen Anhaltspunkt, der darauf schließen lies, dass er sich bewusst auf das Lied einstimmte. Aber das es möglich war zumindest sich selbst zu heilen war Yarin mehr als bewusst. Diese Fähigkeit hatte jeder Schüler der Magie schon nach kurzem Studium lernen können. Warum also nicht versuchen diese Art der Magie auch auf fremde Wesen anzuwenden. Zumindest wäre das ein Weg seine Gabe zu nutzen ohne jemandem damit zu schaden, wie es zuletzt vor einigen Wochen in Varuna geschehen sein musste. Es würde also wieder eine Zeit des Lernens und Forschens werden, wenn er in Varuna ankam und man ihn weiter in der Stadt duldete.