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Das offensichtliche Ende eines Kapitäns ...

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 00:03
von Vincent Vandera
Nachdenklich sah er die steinerne Wand an. Das war es also? Der Moment den er immer im Hinterkopf hatte aber immer zu vermeiden versuchte, der Moment der das Risiko darstellte, dass er seit eh und je auslebte, er war gekommen. Er strich sich durch den Schnurrbart, die Augen lagen vollkommen ruhig auf einen Punkt fixiert, nur kurz schweifte sein Blick zur Seite und er musterte die Gitterstäbe in der Dunkelheit. Kein Rauschen des Meeres mehr und keine warmen Sonnenstrahlen, nur die Enge einer Zelle.

Es war also geschehen, Varuna hatte ihn geschnappt und er saß im Kerker des Kastells. Dabei war alles recht ruhig gelaufen, jener Ritter war aufgetaucht, Vincent hatte ihm das Pferd unter seinem Hintern weggeschossen und dann noch eine Kugel mit der Pistole hinterher gefeuert, als jener auf ihn zugeritten kam um ihn niederzustrecken. Vielleicht wäre ihm auch noch die Flucht gelungen wäre da nicht jener Tiefländer gewesen der mit dabei war und die Tatsache dass sein Säbel in seiner Hütte auf La Cabeza lag. Letztendlich hatte er dann zwei Möglichkeiten gehabt; Widerstand leisten, verwundet werden und eingesperrt werden oder die unabwendbare Niederlage eingestehen und einfach nur eingekerkert werden ohne eine entsprechende Verletzung. Irgendwie hatte letztere Möglichkeit in jenem Moment etwas Verlockenderes als die Vorstellung mit einer Wunde im Kerker zu landen.

Der Graf war bei ihm gewesen, diverse Gardisten und ihnen allen hatte er nicht mehr als die kalte Schulter gezeigt, ihnen hinterher gelacht und sich stark gegeben, aber nun wo er alleine war, da waren die Gedanken an die Endgültigkeit da. Er machte sich keine Illusion, er wusste dass er für seine Taten, für die Raubzüge, für den Mord, für all die anderen Verbrechen hängen würde und er nur ein weiterer Name am Galgen war, so wie viele andere Piraten vor ihm. Wie hatte er einmal gesagt? „Wenn man sich zu La Cabeza bekennt, dann verkauft meine Seele an die See … doch dafür erhält man eine Freiheit die es nirgends auf aller Welt gibt.“ Er hatte diese Freiheit gespürt, er hatte sie lange genossen und vielleicht war nun seine Zeit gekommen, vielleicht würde nun der Tag kommen an dem er, Kapitän Vincent Vandera nur noch eine Geschichte sein würde, ein Name mit alten Taten. Eigentlich war es fast bedauerlich, jetzt wo er Kapitän der Tesoro zusammen mit Hein war aber das Schicksal spielte manchmal böse Spiele mit einem.

Seine Gedanken schweiften zu den anderen, zu Hein, Constanza, Gabriel, Ludwigo, Josh und dem ganzen Haufen und er fragte sich was sie wohl denken würden. Einigen war es sicherlich ganz Recht dass er abtreten würde, einige würde ihn wohl am liebsten vorher erwürgen, wie Constanza zum Beispiel und wiederum andere würden sich vielleicht Sorgen machen, wobei er daran weniger glaubte, denn letztendlich war jeder sich selbst doch noch am Nächsten. Eigentlich ein Jammer dass er verenden würde ohne einigen noch das eine oder andere Wort zu sagen.

Er schloss die Augen, ignorierte die Dunkelheit um sich und gab sich ein wenig Schlaf auf der Pritsche hin. Was würde er nun für eine gute Flasche Rum und einer Pistole mit einer Kugel geben? Aber der Tod würde schleichend kommen, früher oder später.

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 11:15
von Rafael von Arganta
Unverhofft kommt oft

Er war wieder in Bajard.
Oft kam er hierher die Frau zu suchen mit den weißen Haar und den hellblauen Augen.
Kra’thor Dienerin, die in Varuna die Pest heraufbeschworen hatte.
Sie sollte hier sein, soviel wusste er.
Kra’thor ... wo er nur kann versuchte er diesem Herrn der Toten und seinen Dienern zu schaden.
Zu viel eigener Zorn trieb ihn das wusste er doch gab es Offizielles das er nun vorschieben konnte.
Irgendwann würde er sie bekommen irgendwann... doch das wann. war nicht an diesem Tage.
Denn aufeinmal, er ritt gerade aus Bajard hinaus, stand er Vincent gegenüber.

Der lang gesuchte Pirat schien sich Siegessicher, befand er sich doch noch in Bajard.
Er wusste anscheinend nicht das der Bürgermeister die Erlaubnis gegeben hatte ihn auch in Bajard fest zu nehmen.
Dennoch war auch Rafael unsicher.
Unsicher ob des Stabes der ihn schon einmal vom Pferd holte, und den nun Vincent auf ihn anlegte.
Halondora nannte er es, und Rafael war sich sicher das der Pirat keine Skrupel hatte ihn wieder zu nutzen.
Den Schild hatte er bereits vor sich, das Schwert ziehend preschte er auf Vincent zu, er hörte den ohrenbetäubenden Knall gleichsam indem das Schlachtross zu straucheln begann und stürzte.
Rafael stürzte schwer auf den Boden auf, doch nur kurz gab er sich der Schwäche hin, wissend das Vincent nicht warten würde, rollte er sich blind zur Seite was ob der Schwerfälligkeit der Rüstung nicht wirklich einfach war, doch Rafael war gewohnt sie zu tragen sich darin zu bewegen, so kam er dann doch einigermaßen ... wieder auf die Beine.
Rechzeitig genug um zu sehen das der Pirat seine Halondora fort geworfen hatte und nun gerade die Pistole auf ihn richtete.
Rafael ließ sich nicht aufhalten.
Der Schild war seinen Händen entfallen doch das Schwert in der hand stürmte er auf den Mann zu, ihn nicht aus den Augen lassend.

Er wartete nicht auf den Schuss das Geräusch, sondern drehte sich zur Seite als er die Pistole hob und gleichzeitig abdrückte.
Er hatte Glück.
Natürlich hatte der Pirat auf seinen Ungeschützten Kopf gezielt, doch striff die Kugel nur seine Schläfe, ließ eine blutige Wunde zurück, die er nicht beachtend weiter auf ihn zustürmte.
Vincent ließ die Pistole fallen, griff an die Seite wo er wohl sonst ein Säbel hatte und hob dann langsam in ein einer aufgebenden Geste seine Hände.
„Zieh es!! Zieh es doch!“
War Rafaels einziger wütender Gedanke, doch als Vincent die Hände erhob hielt er inne in seinem Angriff.
Zu gerne hätte er sein Schwert eingesetzt aber Vincent schien nun wohl ohne Waffen.
Schwer atmend seine Wut zurückhaltend erblickte der Ritter Argos neben ihm und bat ihn um ein Seil.
Vincent auf die Knie befehlend dann mit dem Knie zu bodens stoßend, dann mit jenem Seil bindend.
Erst jetzt gestattete er sich auf zu atmen, sich zu entspannen und blickte nur kurz mit sichtlichem bedauern auf sein getötetes Pferd.
Dann durchsuchte er den Piraten.
Fand die Pistole, fand einen Dolch, doch die Halondora war fort.
Samt einer Frau die sichtlich aufmerksam dem Geschehen zu gesehen hatte.
Er stöhnte auf.
Ausgerechnet diese Waffe auf die man solange schon gehofft hatte in die Hände zu bekommen.
Nun gut, Pech zum Glück...
Er geleitete Vincent nun gen Varuna.
Das Kastell war der bessere Ort für ihn, wo er auf die Verhandlung warten konnte, obwohl....
Für all das was dieser Mann getan hatte, es eigentlich keine andere Entscheidung geben konnte als ihn zum Tode zu verurteilen.

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 14:58
von Constanza Aynina
Die braun gelockte Mähne schwang von der rechten Schulter auf die Linke und wieder zurück. Die Lippen fest aufeinander gepresst, die Fingerkuppen aneinander geführt, ruhte der kühle, gar schon wütende Blick in die leere Rumflasche.
Die Nacht hatte schon längst die Insel La Cabeza in seine Arme geschlossen, es würde nicht mehr lang andauern, bis die ersten Sonnenstrahlen das glänzende Wasser kitzelten.
Schlaf fanden zu diesem Zeitpunkt wohl die wenigsten, zu sehr kreisten die Gedanken, die Informationen und Pläne durch deren Köpfe.
Ein Wunder, wenn man bedenkt, das die meisten von morgens bis abends dicht waren.
Jedoch schien sich alles geändert zu haben, wenigstens für die kommenden Tage.
Gemeinsam hatten man Perera aus dem Weg geschafft. Eine Einheit, eine gemeinsame Verbundenheit. Eine Tat wo jeder zusammen hielt.
Vermutlich und das schien für einen Moment ein Schmunzeln auf das zornige Gesicht der jungen Frau zu schüren, würde man nochmals gemeinsam zusammen stehen und handeln.
Diesmal jedoch, wollte man jemanden vor dem Tode bewahren. Ihm den Arsch retten, ihn aus der Scheiße holen, in die er sich selber gebracht hatte.
Aye, es war eine andere Tat die man angehen wollte. Es sei dahingestellt wieso sie dies taten.
Einige würden es machen, weil es einer der Kapitäne war. Andere, damit sie vermutlich gut dastanden und einen „Gut“ hatten.
Wieder andere, würden es als ihre Pflicht sehen, für einander einzustehen, ohne einen wirklichen Grund angeben zu können. Vielleicht das Abenteuer spüren, die Lust, das Kribbeln in den Fingern, endlich von der Insel zu kommen und auf den Putz zu hauen bis es Kracht.
Aye, es gab die ein oder andere Sicht, einen Grund Vincent den Arsch zu retten.

Nun Constanza, welcher war der deine? Ansich hattest du diesem Volldeppen bereits gesagt was du von ihm hieltest.
Hattest du ihm nicht gesagt, es wäre nicht klug, jeden Blindlings zu trauen? Waren es nicht deine Worte, die du ihm ins Gesicht geknallt hast, das er schneller wie er "Der Rum ist leer!" äußern konnte, auf die Nase fallen würde und im Dreck kriechen würde?
Aye, das waren deine Worte. Und wie ist das Gefühl recht gehabt zu haben?
Wie fühlt es sich an, du kleine Besserwisserin?
Arr, verdammt nochmal, sicher hatte sie recht und für den ersten Moment, an dem sie den Aushang vor Augen hatte, das Vincent in der Scheiße saß, taten für einen kleinen Bruchteil sogar gut. Schließlich war er es, der ihre Worte immer belächelt hatte, immer alles besser wusste. Klar, was konnte die Göre von einem reichen Sack schon wissen, wie konnte sie einem Piraten sagen wo der Hase lang hüpft.
Aye Mädel du hattest recht und dennoch schürt sich der Magen zusammen wenn du an ihn denkst, an das Gefühl, das er am Boden liegt und sich nicht sicher ist, ob ihm jemand hilft.
Kein schönes Gefühl, wer würde so was schon haben wollen? Wollte nicht jeder auf die ein oder andere Weise Gewissheit haben?

Arr, verdammt, so ein Idiot. Ein verfluchter Sturrkopf und gleichzeitig einer, der ihr am Herzen lag, auch wenn sie es ihm wohl nie sagen würde. Wieso auch? Schwäche geht in so einem Haufen nicht.
Aye, jeder hatte seine Gründe Vincent zu helfen.
Constanza hatte ihren auch. Vincent war trotz seiner Fehler, seiner arroganten Art, diesem Gesichtsausdruck, wo sie gerne den ein oder anderen Fausthieb hinterlassen wollte, ein Freund, ihr Freund.
Für Freunde springt man ins kalte Wasser und hilft ihnen aus der Scheiße.
Aye, das würden sie tun.
Es wurde alles besprochen und geplant. Nun hieß es recherchieren. Erkundigungen einbeziehen und am Ende handeln. Viel Zeit hatte man nicht mehr. Die Zeit war zu diesem Zeitpunkt kein Freund, sie arbeitete gegen die Piraten.
Aber was wäre schon das Leben wert, wenn es nicht ein wenig schwieriger und komplizierter war.

Ein Fausthieb auf den Tisch, die Hand schwungvoll in der Luft geschwenkt, knallte die leere Pulle Rum gegen die Wand.
Zielstrebig, vielleicht schon etwas eilig erhebte sich die junge Frau und schritt zur Tür.
Das Gesicht, welches vorhin voller Zorn und Wut schimmerte, schien verschwunden zu sein und nur ein zufriedenes, gar schon schelmisches Lächeln zierte ihr Antlitz, als sie die Taverne verlies.

Aye, ihr viel eben noch ein Grund ein, wieso sie Vincent helfen wollte. Der Anblick, ihm eine, nae sicherlich mehr als eine, zu kleben, beflügelte ihre Gedanken um einiges mehr.

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 15:33
von Niana Kytarr
Von der Verhaftung selbst hatte sie wenig mitbekommen, bis sie nichts böses ahnend über einen der Aushänge gestolpert war. Gemächlich begann sie sich einen Apfel zu schälen, zu halbieren und zu vierteln, während sie wieder und wieder den Aushang studierte. Was man nicht selber machte.
Sie spießte das erste Viertel auf, führte es zum Mund und biß krachend ab. 29. Rabenmond. Paßte ihr. So viele Möglichkeiten.
Sie steckte sich das Stück ganz in den Mund, zog das Messer heraus, kaute und spießte das zweite Viertel auf. Sie haßte es, mit anderen zusammen zu arbeiten. Komplizen bedeuteten ein unabwägbares Risiko. Komplizen waren unzuverlässig, habgierig und sie hatten die Tendenz, immer im ungünstigsten Moment nicht mit ihrer Linie konform zu gehen. Aber wer tat das schon? Sie war sprung- und lebhaft, ihr ganzes Leben schon gewesen. Hatte sie überhaupt eine Linie? Mürrisch biß sie vom nächsten Stück ab, kaute und schluckte.
Zwei Worte geisterten durch ihren Schädel. Hafenviertel. Auftraggeber. Über die Reihenfolge war sie sich unlängst klar.
Mit zwei raschen Schnitten hatte sie den Aushang von der Wand entfernt, rollte ihn zusammen und verstaute ihn in ihrer Umhängtasche. Dann wandte sie sich ab, pfeifend und leise singend.
"Ich war stets unvernünftig mein ganzes Leben lang
Und mit der Vernunft fang ich jetzt auch nicht mehr an."

Was tust Du hier eigentlich, wollte sie ihr Verstand fragen, aber sie weigerte sich, ihm die Antwort hierauf zu geben.

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 23:26
von Hein Klabund
Hein saß in seiner kleinen Bude im Hafenviertel von Rahal und reibte sich die Schläfen. Er brummelte, nichts funktioniere, etliche zusammengeknüllte, herausgerissene Buchseiten fanden sich nebem seinem Arbeitstisch. Was sollte er tun? Er konnte Vincent nicht im Stich lassen, das gehört sich nicht. Sie waren alle nicht mehr, als Hundescheiße am Stiefel eines Adligen. Sie halten zusammen und waren im Ganzen verdammt schwer zu beseitigen.

Klar, einiges würde abbröckeln, aber doch nicht Vincent. Und vorallem nicht jetzt! Die ganze Zeit hatte er damit zu tun gehabt, Seekarten anzufertigen, Informationen einzuholen, wo er die Handelsrouten der Schiffe ergattern konnte, dann musste er noch eine Mannschaft zusammenstellen und jetzt das. Sie waren am planen gewesen, ja aber wie! Wäre diese Kekisha nicht reingeplatzt....Hein hätte wohl weit weniger getrunken und wäre auch nicht einfach so gegangen. Es kam so einiges Zustande, doch es reichte nicht. Es reichte Schlichtweg nicht! Verflucht!

Es hätte auch Vorteile, ja allerdings...die hätte es....wenn Vincent nicht mehr wäre, wäre er der Alleinige Kapitän und könnte den Nächsten bestimmen oder garkeinen weiteren ernennen.

Was würde er tun? Was würden die Anderen für ihn tun? Schert es ihn ansich und würde es für ihn von Nachteil sein, wenn Vincent einfach verschwindet? Er schüttelte den Kopf, hier waren eindeutig zuviele Gedanken in seinem Kopf, dann zuckte er mit den Schultern, griff sich eine Flasche seines besten Rum's aus dem Regal und stieg in seine Hängematte.

Verfasst: Donnerstag 29. November 2007, 00:00
von Hein Klabund
Hein wusste nicht, was morgen sein würde. Würde er es tatsächlich versuchen? Die anderen Piraten vertrautem ihm, so schien es. Morgen...was für ein blödes Wort, wer konnte wissen was morgen auf ihn wartet? Und zum Klabaster, was würde mit Vince geschehen, würde er nichts unternehmen?

Nein, er wusste, dass er etwas tun müsse. Vince gehört irgendwo doch zu ihm, hin oder her, klar der Einfluss den Hein hatte würde reichen um allein die Insel zu regieren, doch das wollte er nicht.

So ging es los, etliche kleinere Treffen mit dem Einen oder Anderen. Morgen würden sie sehen, ob das Getüftel was gebracht hat oder ob sie alle bei dem Versuch sterben würden.

Hein brummelte, warum hatte er die Anderen nur angewiesen, ihn direkt zu töten, wenn die Lage so liegt, dass er festgenommen würde....

Naja, lieber absichern. Lieber in Freiheit leben und sterben, als in Gefangenschaft in irgendeiner Zelle darauf wartend, dass irgendso ein Hans Wurst ein Urteil und die Art seines Todes bestimmte.

Er hatte noch einiges vor, schließlich ging er davon aus, dass er morgen sein Leben lassen würde. So ging es los, der Lucabella verpasste er einen mehr oder minder freundlichen Klaps auf den Hintern. Die Ohrfeige ihrerseits sollte nicht lange auf sich warten lassen. Hein war es jedoch egal, wenn er sterben würde, hätte er nichts zu bereuen.

So ging es weiter, Madame Minfay...Oooohja, die Badehausbesitzerin hatte ein Auge auf ihn geworfen. Zumindest glaubte Hein es. Constanza und Joshua waren es, die sich hinter den Palmen und Gestrüppen versteckt hatten und kicherten.

Hein war klar, dass er sich eine Menge Ärger damit einhandeln könnte und erklärte ihr gleich, mit seiner rauen Stimme:


Minfay mien liebste Dirn...ick eeehrm Arrr! Verflucht ick sej nech so midde Worte weeßte?

Anschließend packte er sie bei den Schultern und drückte sie mehr oder weniger sanft nach hinten weg und küsste sie. Der Kuss dauerte nicht lange und für einen Piraten war jener alles andere als Leidenschaftlich. Zu Hein's Überraschung hingegen, bekam er keine Ohrfeige, kein Gekratze und auch kein Messer zwischen die Rippen. Nein! Minfay wiederholte genau das, was Hein mit ihr gerade gemacht hatte, jedoch war die Badehausbesitzerin geübter darin und wusste was den Männern gefällt.
Als sie nach einer Weile von Hein losließ, rückte der nur seinen Hut etwas schräg an, wankte einen Schritt nach hinten und grinste blöd.


"Hoar! Meeene Fresse, beym dreymoa verfluchtn Klabastermann! Minie de sejst mi joa eene, ick sech dir wett! Wenn ick wieder kimm un de Vince im Jepäck heff, denn ehrm vertiefen wa dett Janze oder so nechjoa! Arrr Verflucht!"

Dann ging er fröhlich pfeiffend zurück zu den anderen Beiden. Nach kurzer Zeit stellte sich jedoch wieder der ernst, der derzeitigen Situation ein und nach kurzem hin und her, war der Plan ausführlich erklärt, jetzt müsse man sehen wie und ob er funktionieren würde...

Verfasst: Donnerstag 29. November 2007, 21:35
von Leandro Montego
Alles war ruhig am heutigen Abend, immer mehr Leute versammelten sich bei der Hinrichtung bis auch dann die Verkündung stand, dass er 10 Peitschhiebe erhält und auch danach gehängt wird, daraufhin traten die Varuner Gardisten aus Varuna und haben den Piraten Vincent bei sich gehabt. Grau gekleidet beobachtete er das geschehen und wartete bis die passende Zeit dazu gekommen ist um seinen Bogen zu zucken, als er einige Frauen sah mit ihren Armbrüsten zog daraufhin seinen Bogen und schoss in die Höhe, da er wegen dem Rauch nichts mehr sehen konnte was am Galgen geschah. Auf einmal sprach er zu der Dame niemand ihm, dass sie den Vincent sich holen und mit ihm fliehen sollten. Auf einmal waren sie am Eingang angelangt, sodass sie dann auch mehrere Piraten sahen mehrere Schüsse fielen von den Piraten. Leandro schoss ebenso gen der Gardisten um bei der Befreiung mitzuhelfen. Er hatte Vincent dem Piraten etwas versprochen, was er auch einhalten wollte, aber geklappt hatte leider nicht, worin er auch dazu verpflichtet war bei der Fluchtaktion seinen Beitrag beizusteuern, niemand hatte ihn erkannt. Er kleidete sich ganz anders, als sonst, und verhielt sich ruhig. Er wusste was er. Er wusste auch, dass der Tag kommen wird, dass er Pirat geschnappt wird, ob in Bajard oder unterwegs auf dem Land. Als er zu Hause angelangt war machte er sich eine Flasche Wein auf und trank mehrere Schluck aus der Falsche und sang einige Lieder vor sich hin.

Verfasst: Donnerstag 29. November 2007, 22:06
von Hein Klabund
Hein fühlte sich unwohl, diese Robe kratzte im Schritt und auch anderen unangenehmen Stellen. John stand unweit von ihm, auf dem Galgenprodest.
Diese Robe, ansich fast alles was er trug hatte er dem Henker abgenommen, nachdem er ihn in Varuna in einer Taverne sah. Nagut, er hatte es geplant, erst die beiden Wirte hinter dem Thresen mit der Pistole bedroht und von John fesseln lassen, sie dürften wohl immernoch im Hinterzimmer darauf warten, dass man sie befreit. Har, dieser blöde Henker...glaubte er John doch tatsächlich als jener ihn auf ein Bier einlud. Er redete nicht viel, Hein wartete noch einen Schluck aus seiner Flasche, ehe er mit dem Stuhl zurück ruschte, aufstand und sich hinter den Henker stellte. Erst kam die Bandage, die seinen Hals umschloss, dann folgte Hein's Entermesser, das ohne weiteres durch die Kehle des Henkers schnitt.
Arrr! Beeil diä, bevor de noch de Robn vollblutn tut! Der Henker war schnell um seine Kleidung erleichtert und Hein verstaute sie gut in seinem Seesack, den mittlerweile leblosen jedoch noch warmen Körper schafften sie in die hinterste Ecke. Irgendwo tat der junge Mann ihm ein wenig leid, hatte er doch so ein lästiges Leben führen müssen, auf Befehl, unbewaffnete Hinrichten und das zur Unterhaltung der Menge. Naja nun hat er es hinter sich, dachte Hein.

Ludwigo tauchte auf, als John und Hein gerade bei ihrem letzten Rum waren, irgendwas schwafelte er von Rückzug und das er gesichert wäre, Hein nickte nur, leerte die Flasche und erhob sich langsam. Dann warf er sich die Robe über, legte die Maske an und stopfte vorsichtshalber in sein rechtes Ohr Tabak. Damit würden sie nicht rechnen, diese bescheuerten Varunesen, den Feind in der eigenen Linie und dann so nah bei dem Verurteilten.


Es ging recht schnell, erst hieß es, Hein solle Vincent auspeitschen, doch dann hatte sein Informant seinen Dienst erfüllt, das erste Fass war mit einem lauten Knall explodiert, die Peitschenhiebe, so hieß es, seien jetzt unnütz, man solle Vincent direkt hängen. Hein wusste nicht sorecht und ließ sich Zeit, sehr viel Zeit. Ein kurzer Blick zu John und jener wusste bescheid, das zweite Fass in Varuna knallte, es wurden immernoch nicht weniger von diesen verfluchten Wachleuten. Gut, John hatte seine Pfeife entzündet und sie in das Fass fallen lassen. Hein ruckelte noch kurz am Strick herum, als ihm der gewohnte Geruch in die Nase stieg, Blitzpulver...Hein machte einen Satz nach hinten, das zweite Stück Tabak hatte er sich vor Eintreffen der Varunesen und Vincent ins linke Ohr gestopft.

Dann ging alles recht schnell, Hein riss sich, als er die leichte Druckwelle spürte, die Robe vom Leib, griff sein Entermesser und schubste Vincent zur Seite. Anschließend sprang der Alte vom Podest und stieß einen der Wachleute unsanft zur Seite, einen Satz über die Absperrung und er war schon fast verschwunden, ein Blick nach hinten, alles voller Rauch. Er wusste nicht, was mit seinen Leuten passiert war, aber wie er jene kannte, würden sie einen Weg finden zu fliehen. Einer der Wachleute hatte ihn bereits im Visier, so stiefelte er eilig los.

Irgendwo im Wald muss der Wachmann seine Fährte verloren haben und Hein stiefelte nach Rahal, dort aufs Schiff und ab nach La Cabeza. Erst dort bemerkte er, dass der verfluchte Schütze sein Holzbein durchbohrt hatte und sein kostbarer Holzbein-Rum ausgelaufen war...

Griesgrämig ließ er sich von Ambrosio einen neuen Rum bringen und wartete auf die anderen.

Verfasst: Freitag 30. November 2007, 12:26
von Constanza Aynina
Viel zu viele Schaulustige. Verdammt viele Wachen und überhaupt, verdammt nochmal wieso stand sie hier und hilft diesem Idioten eigentlich?
Selbst in der Verhandlung war seine Zunge schneller als sein Verstand.
Verdammt nochmal Vincent!

Frühzeitig verlies sie die Verhandlung, kleine Planänderung. Verdammt nochmal, wenn sie Vincent nicht nachher eine verpassen darf, ja dann musste wohl wer anderes dran glauben, das sie ihre Wut abschütteln konnte.
Die Pferde fanden ihren Platz im Wald, an sich war es ganz einfach. Die Wache neben ihr würde heute das letzte Mal seinen Dienst vollrichten.
Tat es ihr leid?
Schwer zu sagen, in ihrem Kopf spielten sich die verschiedensten Szenen ab. Mitleid, denk daran du darfst es nicht haben, noch zeigen.

Und da, Heins Zeichen. Vincent wurde die Schlinge umgelegt und der erste Knall folgte. Der Aufschrei, die rennenden Menschen. Ein wunderschönes Bild.
Ziemlich rasch, landete ihr Umhang am Boden, das Entermesser lag geschmeidig in ihrer Hand und berührte die weiche Haut des Gardisten, welcher durch den Knall für einen Moment seine Aufmerksamkeit verloren hatte.
Sie hatte keine Zeit in die Augen des Mannes zu blicken, das letzte, was sie von ihm sah, waren seine Hände an der blutverschmierten Kehle.
Ein Hechtsprung zum Galgen, nebenher wurde der ein oder andere Ellbogen ins Gesicht eines dahergelaufenen Gardisten platziert.
Ein, zwei, drei Schritte und sie umfasste mit aller Kraft das Handgelenk von Vincent. Mit der freien presste sie ihm die Pistole in die Hand und zog ihn mit.

Ein stechender Schmerz und sie wurde abermals aus den Gedanken gerissen.
Arr dieses verdammte Weib, oder war das nen Kerl? Männer mit langen Haaren, machten ihr Angst..
Verdammt mein Hemd, das war mein bestes Stück..
Die Pistole gehoben, setzte sie abermals zu einem Hieb mit jener aus und hatte freie Bahn.
Verdammt Vincent, wo war er nun. Eben noch, ruhte ihre Hand auf seinem Arm und nun?
Ihr Kopf flog in alle Richtungen, während sie ab und an jenen einzog, zur Seite wich und den garstigen Kerlen aus Varuna auswich.
Verdammt, wo ist der Kerl hin.
Dann erblickte sie ihn. Ein wunder das er trotz des Schocks, welchen er sichtlich inne hatte, so rennen konnte.

Im Wald. Man hörte Schreie, galoppierende Pferde, abermals wildes Geschreie.
Bleib nicht stehen, lauf. Weg von hier.
Verdammt wo war Vincent.
Sie hätte ihn jetzt am liebsten selber am Galgen baumeln sehen.

Bajard. Ach scheiße, wieso mussten sie nach Bajard rennen. Geplant war Rahal, schließlich bekamen sie von ihnen Hilfe.
Ach verdammte Saubande, nicht mal an einen einfachen Plan konnte man sich halten.
Verdammt Vincent, wenn ich dich nachher in die Finger bekomme, dann wünscht du dir noch in Varuna zu sein.

Sie entledigte sich ihrer Garderobe, stopfte jene in die Pferdetaschen und eilte so schnell ihre Beine sie tragen konnten hinter John und Vincent hinterher, aufs Schiff. Ab nach Hause.
Wo waren die anderen?
Verdammter Mist, es lief nicht so, wie es geplant war.
Den anderen geht es gut, mach dir keine Gedanken.
Abwarten war die Divise.

Ihr Blick schweifte zur Seite. Vincent saß wie ein nasser Sack auf der Bank. Blass, blasser als Blass könnte man meinen und stammelte ab und an vor sich hin.
Halt bloß die Klappe, sonst stopf ich sie dir jetzt schon, huschten die Worte durch ihren Kopf und die Wut auf ihn stieg ins unermessliche weiter an.
Es war wohl die klügste Entscheidung, die restlichen Stunden ihren Blick und die Gedanken woanders hin zu schieben.
Endlich Heimatboden unter den Füßen.
Rum! Ich brauch Rum. Scheiß drauf, das ich das Zeug nicht mag. Ich brauch jetzt Rum.
Ein Schluck für die Wunde am Arm, einer für sie, wobei lieber zwei, sicher ist sicher.

Das Gemurmel, das Atmen von Vincent, was in ihr Ohr dring schürrte die Wut abermals auf.
Nach und nach kamen die anderen in die Taverne hinein.
Zum Glück kamen alle wohlbehalten zurück und was tat er?
Er hockte auf seinem Stuhl, grub die Hände in sein Gesicht und stammelte irgendeinen Unsinn vor sich hin.
Die Fragerei der anderen, ob es Vincent gut ginge, ließen das brodelnde Fass überkochen und der gute Rum, zerschellte an der Wand der Taverne neben Vincents Kopf.
Zwei, drei große Schritte und ihre Hand packte schon nach seinem Kragen. Was bildete sich der Kerl ein. Alle riskierten ihr Leben für ihn. Hatten vermutlich nun auf ihren eigenen Kopf, so man sie erkannte, eine gute Summe ausgeschrieben und er saß hier rum, wie ein kleines Mädchen und machte sich in die Hose.
Es schellte eine ordentliche Ohrfeige.
Die röte, die in sein Gesicht nun stieg, lies ihr sagen, das er endlich aufgehört hatte, vor sich hin zu träumen. Er war vollkommen anwesend und schien nun Herr der Lage zu sein.
Abermals bekam er eine Ohrfeige, ehe sie ihn zurück schubste und von ihm abließ.
Arr, das tat gut. Man merkte förmlich, wie eine Last von ihr abfiel, wie die angestaute Wut auf ihn langsam, nicht gänzlich, von ihr wich.

Der restliche Abend strich an ihr vorbei. Sie waren zurück und es ging allen gut. Die Sorge, um die Konsequenzen, welche höchstwahrscheinlich nun folgen würden, lies sie für den Rest des Abend beiseite.
Sie konnte an sich nur hoffen, das Selissa, sie trotz der anderen Haarfarbe nicht sofort erkannt hatte.
Sie konnte ebenso nur hoffen das man, im ganzen Tumult, sie nicht dabei beobachte, wie sie das Leben des Gardisten auslöschte.

Nun, tat ihr irgendwas leid?
Jetzt, wo sie seelenruhig und zufrieden in ihrem Bett lag, schweifte die Frage abermals durch ihren Kopf.
Aye, es gab wirklich etwas, was ihr leid tat.
Zum einen, das ihr wunderschönes Hemd nun dahin war. Minfay schüttelte nur entschuldigend den Kopf als Conzi mit dem blutverschmierten Hemd vor ihrer Nase wedelte.
Ach verdammt, immer auf meine Kleider..
Und zum anderen, das sie Vincent doch so leicht davon kommen lassen hat.

Verfasst: Freitag 30. November 2007, 13:20
von Vincent Vandera
Es war an der Zeit. Er hatte eigentlich nichtmal mehr wirklich so etwas wie Zeitgefühl, sein Blick lag an der Wand, es war eine Frage der Zeit, das wusste er. In seinem Kopf spielten sich die unterschiedlichsten Szenen ab und eine jede endete irgendwie mit seinem Tod, sein Denken glich einer Art trotzigem Automatismus. Er würde sterben, ja, aber er würde nicht schweigend sterben. Selissa war kurz bevor die Wachen ihn mitnahmen, bei ihm gewesen, hatte ihn gefragt ob er etwas Reue verspürte. Tat er dies? Nein. Er verspürte bei keiner seiner Taten auch nur einen wirklichen Funken Reue, es waren seine Taten, er war nicht stolz auf alle, aber sie waren von seiner Hand geführt, sie waren von ihm und somit gab es nichts zu bereuen, keine einzige Sekunde lang.


Der Weg hinaus zum Gerichtsaal, einige bekannte Gesichter die er auf dem Weg erblickte, Ronya war auch hier und ihr Anblick war für ein paar Sekunden Geißelung und Aufmunterung zugleich, ansonsten erkannte er einige Gesichter unter den Anwesenden auch wenn er nicht viel Zeit hatte sich jeden einzelnen genauer anzusehen.
Der Rat war eingetreten, er stand vor ihnen, er gab sich provokant, er gab sich hart, er wusste was passieren würde, der Kronritter hatte es bereits gesagt und ein jeder Gardist hatte auch schon seine Gewissheit gehabt dass er nicht überleben würde, nicht einmal Vincent selbst glaubte daran, wozu noch den Mund halten?
Es wurden Zeugen vernommen, es lief alles eher nebensächlich an ihm ab, und zwischendrin hatte er kurz die Hoffnung als der Richter bis auf die Zeugen der Überfälle niemanden hatte der gegen ihn aussagen könne; ein Freispruch oder doch nicht der Galgen?
Doch er schelte sich selbst für diesen Gedanken, es war Hohn und Zynismus der von dem Grafen ausging, sie wussten von dem Mord und es dauerte nur Sekunden bis der Kronritter diesen ansprach und man ihn dann fragte ob das stimme. Er wusste er würde lügen können, doch es gab jenen Brief an den Grafen in welchem er den Mord bereits am gleichen Tag lachend gestanden hatte und selbst wenn nicht; er würde niemals seine eigenen Taten verleugnen oder nicht erwähnen, denn dann wäre er nicht Kapitän Vincent Vandera.
Es kam zur Beratung des Rates, zwischendrin schien es irgendwo im hinteren Bereich des Gerichts noch Trubel zu geben aber er bekam davon nichts mehr mit, sein Kopf hatte abgeschaltet und verbrachte in dumpfer Monotonie die Zeit bis zur Urteilsverkündung; Peitschenhiebe und anschließende Hängung.


Der Weg zum Galgen, war es jener Weg den er ab und an im Kopf entlang geschritten war? Begleitet von drei Gardisten und Selissa, welche irgendwie besorgt schien, doch die Schritte in Richtung des Todes gingen weiter, die schaulustige Menge wartete.
Er trat schweigend hinauf zum Henker, vielleicht noch ein kalter oder provozierender Spruch? Nein, nicht am Ende, nicht jetzt, er sah nur noch auf den Strick und das allererste mal in den letzten drei Tagen verspürte er eine urinnerste Angst die in ihm hinaufkroch, nämlich das Wissen um den sicheren Tod welcher ihm nun vor Augen geführt wurde.
Er sollte ausgepeitscht werden doch dann kamen die Explosionen aus der Stadt, Vincent bekam sie nicht einmal richtig mit, die Hand- und Fußfesseln drückten ihm mittlerweile ins Fleisch und er trat hinauf um sich den Galgen umhängen zu lassen, nur um dann das Unerwartete zu erleben. Er wusste nicht wie, er wusste nicht wieso; es gab plötzlich einen lauten Knall, in seinen Ohren dröhnte es nur so, kein Geräusch drang an ihn heran, überall war Rauch und plötzlich spürte er seine Hand an seinem Handgelenk; Constanza. Was war hier los? Sie drückte ihm eine Pistole in die Hand, wollte mit ihm rennen doch dann stand plötzlich ein bewaffneter vor ihm, er schoss und rannte … er wusste im Nachhinein nicht wie er nach Bajard gelangt war, er fand sich plötzlich an einer Hauswand lehnend vor, der Atem schwer, die Geräusche drangen wieder auf ihn ein und John stand neben ihm … „Lass uns nach Hause, schnell …“ Nach Hause …


La Cabeza. Er saß in der Taverne und starrte den Tisch an, sein Kopf war leer, er wusste dass sie ihn gerade befreit hatten, er realisierte tief in seinem noch wachen Verstand dass jene Menschen an diesem Abend ihr Leben für ihn riskiert hatten aber der Großteil des Geistes war leer und er blickte in Gedanken immer noch auf den Strick des Galgen oder in die Mündung dieser kleinen Schlampe Viconia, beides Momente in denen er den Tod so entgegenstand dass er es nicht hätte überleben dürfen aber er hatte es.
Irgendwann hörte er mehr Leute, er versuchte wieder klar zu werden aber selbst ein Schluck Rum tat es nicht; Verdammt diese Leute hatten ihm das Leben gerettet, er musste etwas sagen! Aber er konnte nicht, er konnte einfach nicht und es war erst Constanzas Ohrfeige die ihn wieder komplett zurück ins Hier und Jetzt holte.
Sie war verwundet, den anderen schien es gut zu gehen und sie starrte sie an als sie ihn zornerfüllt anmachte dass sie gerade sein Leben gerettet hätten und er nur schwieg.
Den kurzen Rest des gemeinsamen Abends rappelte er sich auf, er sprach den anderen seinen tiefsten Dank aus, trank noch etwas aber etwas in ihm war noch immer dort; etwas stand noch immer auf dem Fass und sah auf die Menge hinab und dieser Teil brüllte ihm etwas entgegen.


Er hatte die anderen irgendwann verlassen, war gegangen. Es war unhöflich, nein nicht unhöflich, frech und dreist seine Retter nun alleine in der Taverne zu lassen aber er konnte nicht, er konnte nicht dort drin sitzen in diesem Moment.
Er schnappte sich eines der Ruderboote, machte sich auf zur Grabesinsel des alten Pereras und starrte auf sein Grab.
In jenem Moment wachte der ganze Rest in ihm auf, er schloss die Augen, versuchte ruhig zu bleiben, die Fassung zu wahren aber er konnte nicht. Er sank auf die Knie, starrte auf das Meer hinaus und das erste mal seit vielen Jahren vergossen sich Tränen über das Gesicht des Piraten. Jene Piraten hatten etwas getan was so unüblich war wie das Verleugnen Temoras in Varuna, sie hatten sich alle zusammengetan um ihn zu retten, sie hatten ihr Leben riskiert für ihn.
All der Druck, all diese Angst die in ihm war entwich, sie entwich in etwas, was er nicht erwartet hätte; Trauer.
Er riss das Kopftuch von seinem Kopf und warf es hinauf auf das Meer, wie konnte er es nur je wieder wagen sich Kapitän zu schimpfen? Wie konnte er jenen Menschen nur je wieder ins Auge blicken? Wie würde er jemals Constanza wieder ansehen können? Er wusste keine Antwort auf diese Fragen, er fühlte nur eine Leere in sich, ein Gefühl dass vielleicht nicht einmal der Tod übertrumpfen konnte.


Später in der Nacht war er nach Hause zurückgekehrt in seine Hütte, eine Flasche Rum in der Hand. Er trank mehrere Züge, lehnte sich gegen die Wand des kleinen Verschlags und starrte in die Leere. Und für einen Moment war es, als ob er ihre Worte direkt in seinem noch leicht rauschenden Ohr vernehmen konnte.


„Vincent Vandera du bist ein verdammter Egoist, ein Bastard und ein Mistkerl zugleich, ein Mörder der kaltblütig tötet und jemand der andere mit sich reißt. Ich tue dir nur und der Welt nur einen Gefallen wenn ich jetzt abdrücke.“


Aye … sie hatte damals doch so recht gehabt.

Verfasst: Freitag 30. November 2007, 13:45
von Rafael von Arganta
Fassungslosigkeit ... Zorn... nein es gab wohl kein bekanntes Wort was ausdrückte was in Rafael gerade vorging.
Die Verhandlung war mit dem Todesurteil durch Erhängen ausgegangen.
So wie eigentlich erwartet.
Das am Richtplatz so viele Leute anwesend waren, ließ ihn noch keinen Argwohn fühlen, waren doch solche Urteile selten, und wenn auch Rafael gerne auf solch Anblick verzichtet hätte, waren Andere sicherlich neugierig auf solch ...“Schauspiel.“

Als dann die ersten Explosionen aus Varuna hinuberklangen und dichter Rauch hervorquoll,
schickte er bestürzt Selissa hin nach zu sehen.
Er befahl das man die Peitschenhiebe Vincents fallen lassen sollte und den Veruteilten gleich hängen solle, als jemand rief Rahal würde Varuna angreifen.
Als nun noch Rauch aus der Richtung des Schlosses aufstieg, war die Furcht um den Grafen in ihm größer als die Vorsicht und das ungute Gefühl in ihm.
Er ließ sich von Mortys dessen Pferd geben und galoppierte in die Stadt, darauf bauend das der Richter die Situation am Richtplatz schon in der Hand haben würde.
So ritt er, zwei Gardisten im Schlepp in die Stadt hinein, in der große Aufregung herrschte, jedoch sehr schnell ersichtlich wurde das wahrlich nur Rauch aufstieg, ohne das es irgendwo brannte.

„Schafft die Leute an die frische Luft, raus aus der Stadt!“ befahl Rafael den Gardisten, wissend das es auch nicht sehr Gesund war diesen Rauch ein zu atmen.
Er selber wendete sein Pferd, ritt, böses ahnend zurück gen Richtplatz.
Doch noch bevor er diesen erreichte, hörte er schon die Explosion von dort, und je näher er kam desto mehr schwoll der Kampfeslärm an, der von dort her kam.
Vincent würde fliehen ... schoss es ihm durch den Kopf und mit den Worten
„Nein nein nein nein nein ...“ zog er schon sein Schwert und preschte in den Knäuel der kämpfenden die zur Seite springen mussten um den Hufen des Pferdes zu entkommen.
Der Richtplatz selber war leer, Vincent fort.
Fluchend riss er das Pferd so hart herum, das diese auf die Hinterbeine stieg dabei, während er sich fast irrsinnig vor Zorn nach dem Piraten umsah und ihn endlich in einigen Metern Entfernung ausmachen konnte.
Er würde entkommen ... er würde wahrlich davon kommen.
Schon drückte er dem Pferd die Schenkel in die Seite das es davonsprang in Richtung des Fliehenden als ihn die Kraft eines Bolzens bald vom Pferd warf.
Er schwankte, als ein zweiter dritter Bolzen ihn traf und mit der Wucht dieser er nun endgültig vom Pferd geworfen wurde.

Niana war es die ihm aufhalf, aber er nahm sich keine Zeit für sie, sondern ging mit weitausholenden Schritten den fliehenden nach.
„IHNEN NACH!“ brüllend. „Er darf nicht entkommen!“
Aber es war wohl zu spät.
Vincent und die Piraten waren fort, und wohl nicht mehr einholbar.
Voller hilflosem Zorn gefangen in der Wut, hob er sein Schwert und schmetterte es in den Holzpfeiler der Absperrung, so das Holz splitterte und das Schwert tief hineingetrieben wurde.
Vincent hatte erneut gewonnen.
Er war noch am Leben...
Aber es würde immer ein nächstes Mal geben... irgendwann irgendwo ...
Dieses mal würde Rafael nicht warten.
Das Urteil war gesprochen... und wenn es nicht der strick war so würde ein Schwert gewisslich genauso tödlich sein können.
„Wir sehen uns wieder Vincent.“ Fluchte er leise und hatte sehr viel Mühe sein Schwert wieder aus dem Pfeiler heraus zu ziehen.
Noch immer kochte die Wut hoch in ihm und von jener getrieben schritt er den Suchenden hinterher.

Verfasst: Samstag 1. Dezember 2007, 18:48
von Darna von Hohenfels
Für und Wider

(vor längerer Zeit)
Selissa kam frei. Unversehrt, unbehelligt, und nicht ein lausiger Taler hatte dafür den Besitzer gewechselt. Dafür vielleicht etwas, das schwerer wiegen mochte als Gold:
"In Varuna werden keine Steckbriefe von mir hängen, ich werde deswegen nicht gesucht werden, wir vergessen die ganze Sache einfach. Dafür habe ich bei Euch 'einen Stein im Brett' wie Ihr sagtet, Freiherrin. Ich bin sicher, irgendwann wird sich Gelegenheit ergeben, daß ich darauf zurückkomme."
"Ich werde Euch nichts leisten, was Verrat an Reich oder Kirche wäre."
"Das verlange ich auch nicht - abgemacht."
"Es gilt."

(irgendwann seitdem)
Raubüberfälle. Zuletzt gar Mord. Sie hatten ihn wissentlich provoziert, es war auch noch ihre Idee gewesen, ihn mit dem läppischen Kopfgeld von 500 Talern zu reizen, ihn nochmal hervorzulocken. Doch er hatte rabiater zugebissen, als sie befürchtet hätte. Dazu seine Nachricht auf der Rückseite seines Steckbriefes, der ein bösartiger Schlag in Adrians Gesicht wäre und sie in des Alkas Küche brachte, als sie auf der Suche nach dem Brief Adrians Schreibtisch durchwühlte.
"Du hast deinen Teil der Abmachung gebrochen, in Varuna keine Verbrechen zu begehen. Ich brauche nicht mehr die Garde dazu bewegen, dich zu schonen, Vincent Vandera. Sollen sie dich jagen, elender Pirat."
Was sie nicht von der Leistung eines Gefallens entband. Sie hatte es Adrian sogar ins Gesicht gesagt, als er ihr die Frage stellte, ob sie sich über eine Festnahme Vanderas nicht freuen würde:
"Ich habe es dir bereits berichtet, Adrian, mich bindet mein Wort. Eines Tages werde ich gegen dich sein müssen, weil es um ihn geht."

(die letzten Tage)
Vincent im Gefängnis. In ihrem Magen bildete sich ein kalter Klumpen, als sie es vor der Kirche mit der Nachricht zusammen hörte, daß er sie sehen wollte. "Die Freiherrin" nannte er sie immer nur, es war eine seltsame Form aneinander gebundener Feindschaft wider Willen. Sie verabscheute ihn für das, was er tat, und ein Rest von Achtung war stets geblieben für das bißchen Aufrichtigkeit, was er sich bewahrte.
Nun saß er im Gefängnis. Und nach allem, was er sich geleistet hatte, war mehr als offensichtlich, was ihm drohte: der Tod.
"Sein Leben für das von Selissa, und wir wären quitt."
Sie lehnte es ab, ihn aufzusuchen, mit einer der Gründe die Furcht, er würde offen einfordern, was sie ihm schuldete. Sie hatte Adrians abwägenden Blick noch vor Augen, als zu sehen gewesen war, was in seinem Kopf wohl nur vorgehen konnte: "Du, jemals mein Feind? Gegen mich? Sowas soll passieren können?"
Vanderas Leben für das von Selissa, eine ganz einfache Rechnung...
"Er hat sie doch überhaupt erst entführt. Ein Gefallen, entstanden aus Zwang."
Aber er hatte es geschafft, Selissa gefangen zu nehmen, und er hatte mehr für sie getan, als er als Entführer hätte tun müssen, weit mehr.

Vanderas Leben für das von Selissa - eine der einfachsten Lösungen wäre, ihn aus dem Gefängnis zu befreien. Sie bräuchte nicht mal irgendwen zwingen oder Türen aufschließen... sie hatte noch den Schlüsselbund für das gesamte Kastell. Es war schon mal ein Gefangener durch Beihilfe aus internen Reihen gekommen, und sie konnte noch gut die ohnmächtige Wut in der Garde damals verspüren, es war ein Schlag ins Gesicht gewesen.
Es wäre für sie ganz einfach.
"Himmel, Adrian - sperr bitte mich auch ein, ehe ich diesem Bastard auch noch helfe!" Sie schloß die Augen. Was für eine verdammte Zwickmühle. Egal, was sie täte, sie konnte es sich so leicht machen und es wäre beides falsch. Sie könnte sich auch einfach entziehen, gar nichts damit zu tun bekommen, ihn seinem Schicksal überlassen.
"Wo wollt Ihr hin, Milady? Es beginnt zu stürmen, wir sollten uns unterstellen!", brüllte Rothgar in dem immer mehr tosenden Wind ihr hinterher, und Rafael hatte Mühe, sein Pferd in dem aufkommenden Sturm unter Kontrolle zu halten, langsam vorwärts zu treiben.
"Aber ich muß zum Schrein der Ehre!" Sie brauchte einen Ort der Ruhe, einen Anker in diesem Strudel der Probleme, die sich nun um eine der Tugendsäulen zu drehen begannen. Immer, wenn sie kaum weiter wusste und nachdenken musste, hatte es ihr geholfen, die Schreine aufzusuchen.
"Das ist Wahnsinn jetzt! Unmöglich!"
Das war es. Sie flüchteten sich in den städtischen Stall, triefnass, und was Rothgar als "schlechtes Omen" bezeichnete, schien ihr tatsächlich eines.
"Scheint, als müsse ich hiermit alleine klarkommen."

Am nächsten Abend traute sie sich doch und sprach mit Vincent. Vielleicht würde er auch einen Fehler begehen, der sie von ihrer Verpflichtung entband. Doch nichts dergleichen. Er versuchte, sie hereinzulegen, doch er gab es auch zu und ließ es, als sie sich nicht locken ließ.
"Bajard hat mich verraten - amüsant nur, daß sie Euch genauso verraten..." Er sah sie grinsend an, etwas taxierendes im Blick.
"Es gäbe herzlich wenig, was mich mit diesem - mit Verlaub - Nest an Dorf auch nur annähernd verbinden würde", gab sie kühl zurück.
Ein kurzer Moment Stille. "Der Punkt geht an Euch."
Sie sah ihn an. "Du hast mich zu überlisten versucht, du wolltest dich wichtig machen." "Natürlich wollte ich das. Ich bin Pirat."
"Die Frau, die Ihr ermordet habt, fiel keiner Willkür zum Opfer, sondern Eurer kranken Geltungssucht, Vandera."
"Geltungssucht... ein interessantes Wort. Ja, ich wusste, warum ich mit Euch sprechen will - Ihr seid ein interessanterer Gesprächspartner als der Kronritter, er drischt immer nur wieder die gleichen Phrasen über das Reich..."
"Noch ein Wort gegen Rafael, und es setzt was, elender Lump. Wenn du mir schmeicheln willst, dann sicher nicht mit Beleidigungen gegen meine Freunde."

Sie waren Feinde - und das so offen, daß es schon wieder angenehm war. Bereuen... nein, bereuen tat er nichts, und damit verdiente er also auch keine Milde.
"Und warum ist dein Blick in Erwartung des sicheren Todes dann gebrochen, Vandera?" - das war die Frage, die sie die Stunden danach begleitete. Nein, es nützte nichts. Sie konnte kaum etwas für ihn tun, aber er hatte Etwas bei ihr gut, es war zum Haare raufen.
Ihn einfach frei lassen? Ein Plan, wie, nahm immer mehr Formen an. Und sollte sie ihn durchführen, dann wäre die Nacht vor der Verhandlung die noch letztmögliche gewesen.
Doch wieder gab es einen Strich durch ihre Rechnung, der fast göttliche Fügung schien: "Wenn der verwirrte Mann Obhut während der Nacht benötigt, werdet Ihr sicher die entsprechende Wache übernehmen, Lady von Elbenau."
Sie hielt den Atem an. Lucenius begann sie zu mustern ob ihres völlig ungewöhnlichen Zögerns. Sonst überschlug sie sich damit, hatte kurz zuvor noch betont, jeder Wunsch sei ihr Befehl.
"Oder spricht etwas dagegen, daß Ihr Euch dessen annehmt?"
"Ist die Aufgabe der Dame Paladin etwa zu 'gewöhnlich' und nieder?", glaubte sie als stillen Argwohn aus seiner Frage zu lesen. Und nein, es sprach ja nichts dagegen... nichts, das sie hätte erklären können:
"Tut mir leid, Euer Eminenz, aber heute Nacht wollte ich einen gesuchten Schwerverbrecher und des Mordes Angeklagten zur Flucht aus dem varuner Kastell verhelfen..."
"Nein, Euer Eminenz. Natürlich werde ich mich darum kümmern, Euer Eminenz."
Sie beobachtete das Krankenbett und den Mann darin, der sich als Karl Hasenbrecht vorgestellt hatte und mit einer unglaublichen Lautstärke schnarchte. "Ich sollte besser wohl dankbar dafür sein."

(die Verhandlung)
"Möchte einer der Anwesenden noch irgend etwas zur Be- oder Entlastung des Angeklagten vorbringen?", klang Adrians Stimme durch den Raum und ihr gefror das Blut in den Adern, als sie seinen Blick bemerkte, der sie fixierte. Sie stand starr und schüttelte kaum merklich den Kopf.
Von der Entführung Selissas erzählen, die vergessen sein sollte und an der wohl kaum jemand das daran schätzen würde, was sie seitdem an Vandera schätze? Doch schlimmer noch... Pereras' Tod war zur Sprache gebracht worden, ohne daß man um das nähere "Wie" wusste - und auch dies hatte Vincent ihr im Gefängnis freimütig erzählt.
Feige ermordet, sein Getränk vergiftet, Vandera der Nutznießer einer Handlung mehrerer verschworener Piraten...
Nein. Sie schwieg. Das Urteil würde auch so hart genug sein.
"Was für ein Gefallen, den du ihm damit tust...", klang es spöttisch durch ihre Gedanken.
"Der Angeklagte wird nach der Zuführung von 10 Peitschenhieben zum Tode durch den Strang verurteilt!" - damit war beschlossen, was absehbar gewesen war. Sie senkte den Kopf, konnte Adrian nicht ins Gesicht sehen, als die Richter den Saal verließen.

"Wir haben verloren. Jede Seele, die wir als unrettbar selber verloren geben müssen, ist doch kein Sieg, sondern eine Niederlage für uns. Es bedeutet, wir haben versagt darin, einen der Unseren zu retten."
Dies war seit längerem ihre Überzeugung, und distanziert spürte sie Begeisterung oder Ablehnung oder angespanntes Interesse, was dieses Urteil bei den anderen Menschen auslöste. Sie selber fühlte das, was sie auch bei der Hinrichtung der drei Räuber gefühlt hatte, die sie für das Töten Sir Hagens vor den Richter und damit an den Strang gebracht hatte:
sie fühlte sich selber wie tot.
"Wollt Ihr auch der Hinrichtung beiwohnen, Milady?", hörte sie Nevyns Stimme, und wieder war es eine andere Fügung, die sie von einem Für und Wider-Zwiespalt erlöste:
"Ich würde Euch dringend um ein Gespräch ersuchen, so Ihr die Zeit dafür erübrigen könnt, Freifrau."
"Natürlich, Euer Hoheit."
In Adrians Büro wusste sie nicht, wie sie ihm begegnen sollte. Sie war verärgert, angespannt, während er vor ihr etwas zu rechtfertigen suchte, in dem sie ihm nicht mal wirklich widersprechen konnte: Vandera hatte den Tod verdient. Es waren andere schon für weniger gestorben. "Und andere trotz mehr noch gerettet."

(die Flucht)
Rauch. Qualm. Plötzlich stand mindestens der halbe Konvent um sie herum, während Adrian und sie hustend in den grellen Qualm starrten, der durch die Gassen zog und seltsam in der Nase brannte. Was sollte das plötzlich, hier, im Villenviertel, während im Süden...
"Wo ist Vandera?! Wo genau ist der Hinrichtungsplatz?!"
Ein Ablenkungsmanöver. Es würde einen Fluchtversuch geben, sie musste es verhindern - musste sie doch... sagten ihr alte Instinkte... musste sie doch... oder? Warum eigentlich?
"Du schuldest ihm einen Gefallen." Ihr Laufen wurde langsamer.
Mit gezogenem Schwert kam sie aus dem Südtor und erblickte, wie sich noch ein Stück weiter vorne ähnlicher Qualm ausbreitete, erste Schreie erklangen, Schatten hin und her huschten... Chaos, Hufgetrappel, ein Schrei:
"LAUF VINCENT!"
Rafaels wütendes Brüllen: "WACHEN! FESTHALTEN!"
Daß sie nahezu tatenlos neben allem stand, während vor ihr das blanke Durcheinander tobte, fiel überhaupt nicht auf. Sie war nicht die einzige, die mit der Lage schlicht überfordert zu sein schien. "Ob ich da drin überhaupt etwas hätte tun können?" - es wäre sicher auf den Versuch angekommen. Doch sie hielt sich raus. Vandera entkam. Ein riesen Haufen Menschen ihm und den Piraten nach.

(danach)
Jeder schien mit irgendwas beschäftigt. Selissa beobachtete besorgt Rafael, der fluchte und tobte. Nevyn wies seine Leute ein. Savea und Shaya standen außerhalb der Umrandung des Hinrichtungsplatzes, während Darna unbeachtet und alleine vor die Empore gegangen war, ihr Blick den Galgenbaum hinaufwanderte.
"Galgen-Baum... Ein Baum aus totem Holz, für den Tod. Kann irgend etwas mehr Anti-Symbol des Lichtbaumes sein? Ein Beweis unseres menschlichen Versagens."
Sie blickte auf die Falltür, auf den Strick, der ein Genick hätte brechen sollen - er war leer und durchgeschnitten.
Der Galgen war leer.
Leer.
Kein Toter.

Kaum jemand sah, wie sie zufrieden den Galgen angrinste.