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Das Reich und die Zweifel

Verfasst: Donnerstag 15. November 2007, 14:23
von Sorcha Llastobhar
Nachdenklich schritt sie die Zinnen der Burg Dornenfeste entlang und ließ den Blick über Berchgard streifen, welches im Sonnenuntergang vor ihr lag. Die friedliche kleine Handwerkerstadt ruhte vor sich hin, die letzten Minenarbeiter hatten sich auf den Weg nach Hause gemacht und ließen die Arbeit für den Tag ruhen und die vereinzelten Schiffe im Hafen brachten die letzten Besucher wieder in ihre Heimatgefilde. Das lange, schneeweiße Haar wog im Wind hin und her, zu einem strengen Zopf geflochten und einige Strähnen tanzten vor den eisblauen Augen entlang die nachdenklich in die Ferne blickten. Berchgard war ein Teil des Reiches, des Reiches dem sie heute wieder ein Stück mehr Kompetenz abgesprochen hatte.

Es sollte ein Treffen zwischen Adler- und Reichsrittern werden, man sollte sich zusammenfinden um über eine neue Bedrohung zu sprechen, doch das Ergebnis war das übliche Gerede rund um den heißen Brei.
Man unterhielt sich über alles Mögliche, über Zusammenarbeit zwischen Kirche und Reich, den laschen Informationsfluss zwischen beiderlei, was Sorcha dem Kronritter de Arganta übel genommen hatte da jener wie so oft auf alten Geschehnissen herumreiten musste.
Auch wurde über potenzielle Verbündete im Fall eines Falles gesprochen und auch hier waren Kirche und Reich aneinander geraten; während die Reichsritter mit dem Gedanken leben konnten die Tiefländer vielleicht wieder als Verbündete zu gewinnen, so zogen sich Sorcha bei diesem Gedanken die Innereien zusammen.
Gottlose Barbaren die auf die Götter spuckten, die sie alle Sklaven nannten und sich mehr über sie lustig machten, als Verbündete? Eher würde sie alleine gegen die Armeen Rahals streiten als dass sie einem wilden Barbaren im Kampf vertrauen würde, die Angst dass jener ihr hinterrücks eine Axt ins Kreuz schlug war groß genug.
Wie konnte das Reich nur diese menschgewordenen Bestien als Verbündete ansehen? Eine Läuterung jener wäre eher angebracht nach den Gedanken Sorchas aber doch keine Gleichstellung mit dem Reich oder gar den Kämpfern Temoras.
D och auch innerhalb der Kirche waren Dinge geschehen die sie den Kopf schütteln ließen. Gemeinsame Manöver des Ordens der Temora mit Eisenwart, mit jenen Ketzern und verlogenen Narren die der Meinung waren mit einfachen Worten ihren Dienst an Alatar einfach ablegen und verstecken zu können. Als man es auf der Besprechung ansprach war es wie ein Schlag ins Gesicht und es wuchsen Zweifel, gering aber sie waren vorhanden.

Jenes Treffen hatte ihr zu denken gegeben. Das Reich driftete immer weiter ab von den Tugenden Temoras und immer mehr Frechheiten wurden sich erlaubt. Sie erinnerte sich nur einmal an die Respektlosigkeit des Hauptmannes der seine Eminenz damals nicht in die pestkranke Stadt lassen wollte um den Toten die letzte Salbung zu geben.
Und wie oft hatte sie schon mit dem Reich ihre Probleme gehabt? Von dem ersten Tag als man sie wegen Amtsanmaßung einsperren wollte bis hin zur Drohung sie wegen Rufmordes vor Gericht zu stellen weil eine eingebildete Schnepfe von Baronin ihren Namen in Gefahr sah weil sie Tatsachen aufgezählt hatte.
In der Ferne blickte sie auf die Mauern Varunas, jener Ort der sich immer mehr von ihr entfernte, der sich immer mehr von den Dingen entfernte nach denen sich die Menschen richten sollte. Eine Zusammenarbeit zwischen Reich und Kirche? Wie sollte dies gehen wenn das Reich den Glauben teilweise mit Füßen trat?
Man konnte es an diesem Abend vielleicht in der Luft spüren, jener kurze Moment in dem sie selbst wusste dass die Zeit der Veränderungen noch lange nicht vorbei war. Im Gegenteil; sie hatte anscheinend gerade erst begonnen.

Verfasst: Donnerstag 15. November 2007, 19:58
von Farion Lefar
Tage vergingen im Fluge. So wie sich die Natur neue Kleider anlegte.
So ist der Wandel an jenen Wendepunkt der Gezeiten gekommen. Die Stimme der Herrin beseelt all jene Auserwählte. Ihre Erscheinung Grazil und weit oben über unsere Häupter. Hinab blickend auf unsere Seelen. Schnitt sie mit jedem Flügelschlag durch die Luft.

So in etwa müsste sich der Paladin fühlen.

Entzweit.

Wie oft blicken wir hinauf in das Meer voller Lichter, voller Wärme.
So viele Sterne erhellten diesen kühlen Herbstabend. Verloren in der Weite zu ihren Entfernungen beschäftigten den Gläubigen viele Fragen.

Der Glaube welcher uns inner getragen wurde. Zerstrittener wie jeher. Die Ansichten des einfachen Verstandes des Menschen ließen ihn Bilder wahrnehmen welcher unwahr zu sein schienen. Die Verlockung wartet um jede Ecke. Einmal den Pfad verloren würde es schwer sein ihn wieder zu besteigen. Selbst wenn es bedeuten würde sein Leben dafür zu geben. Liegt mehr in der Freiheit, als Schwert und Schild. Ideale verbinden uns alle. Säulen gebunden aus reinem Stein hielten sie für uns hoch. Wärme welche uns durchströmt ließ sie durch unsere Taten aufstiegen. Tugendhaftigkeit sei geboren in jedem Herz welches nach ihr verlangt. Wahrheit sei das Ende vom Anfang. Und so besteigen wir den steilen Weg der Rechtschaffenheit.

All diese Wege führen uns zusammen um ein Ziel auf Eluive’s-Erden anzustreben. Der freie Wille für jede Person für jedes Kind, und Lebewesen. Selbst zu entscheiden was mit ihnen geschieht. Herauszufordern den Schatten, um zu Bannen ihn aus unserer Welt. Und doch Existiert der Hohn, und die Pflanze des Hochmutes in den meisten Herzen derer welche sich Heiligsprechen. Verachtung, Gleichgültigkeit, und Unbedachtheit. Waren nur die ersten Schritte in die Richtung eines Opferbereiten Tugendhaften Menschen. Welcher er zuerst entgegentreten musste.
Für andere ist es ein Genuss den Glauben Temoras anzuzweifeln, für wieder andere ist es eine Pflicht diesen zu verbreiten. Aber für mich ist es eine Bestimmung, die Gerechtigkeit durch ihre Weißheit aufrecht zu erhalten. Wie könnten so junge Menschen so durch meine Augen sehen. Wie könnten sie überhaupt etwas erkennen von dem sie sowenig verstehen. Und grade mal die Worte zum Gruß beherrschen.

Farion’s Lippen streifte ein warmes Lächeln. Und so senkte sich der Blick mit einen fallenden Stern, nieder auf das Kreuz der Kirche welches ebenso weit oben über die Dächer Varuna’s wachte. Sie würden es noch lernen. Und wenn nicht. Wird dies Temoras Wille sein. Denn allein was sie für uns vorgesehen hat. Wird unsern Weg bestimmen……..


So stand er einen Tag Später in tiefer Nacht, vor der Kirche und beflügelte seine Gedanken.....