Hinfallen darf man - Liegenbleiben nicht
Verfasst: Dienstag 13. November 2007, 01:37
Die Mauern des Ordens ragten für sie höher denn je in die trübe Herbstluft.
Ein angenehmer und zugleich kühler Wind fuhr durch die Luft.
Doch in ihr lag nicht die Leichtigkeit des Windes; nicht die Farbenfrohheit der so bunten Blätter, die sich vom Wind trieben liessen.
Ein Schritt folgte dem nächsten, zögernd und angespannt mochten sie sein. Nervosität machte sich breit. Wie würden sie wohl reagieren?
Ein flaues Gefühl setzte sich in die Magengrube und verharrte dort tief und fest, als wolle es nicht mehr verschwinden und sie noch weiter bedrängen. Immer langsamer, zögernder wurden die Schritte; doch kaum, dass sie die kleine Brücke überquert hatte innerhalb des Ordens, erblickte sie auch schon zwei allzu bekannte Gesichter.
In ihren Studien vertieft saßen Bruder Sandroval und der ehrenwerte Paladin Farion Lefar am steinernen Tisch, an dem sie nur allzu oft manchen Abend noch verbracht hatten, wenn man sich von einer erfolgreichen Jagd zur Erlösung der Seelen erholt hatte.
Sie wusste nur allzu gut, dass es diesmal nicht so fröhlich zugehen würde, wenn beide sie erblicken und wiedererkennen würden. Langsam hob sich Sandrovals Kopf, und ein überraschter, musternder Blick traf sie.
War da ein Lächeln, was sich angedeutet hatte?
Sie war zu nervös, zu sehr mit ihrer Angst beschäftigt, als dass sie es wirklich sagen könnte.
„Der Lichtbringerin zur ewgen Ehr`, Schwester Leah.“
Floskelnd und wie je her kamen die Worte von Sandrovals Lippen, die den Paladin dazu veranlassten, nun auch aufzusehen. Langsam ging der Blick von Sandroval zu Farion, angespannt, nervös und darauf harrend, was er sagen würde...
Langsam hob sich der Blick des Paladins; es schien ihr eine Ewigkeit vorzukommen, wie er sie betrachtete; die Stirn in Furchen gelegt und die Brauen zusammengezogen. Mit einem Male wurde das Buch zugeschlagen und er erhob sich.
Das Gefühl im Magen zerrte an ihr; es schien, als ob sich ein Riesenklumpen gebildet hatte, der nun mehr als schwer in ihr inne wohnte. Klares Denken war nicht mehr möglich, sodass sie sich mehr und mehr verhielt, als habe sie etwas ganz besonders schlimmes angestellt und müsse nun dafür bestraft werden.
Die Augen ruhten ruhig auf ihr, als Farion um den Tisch herum ging; ernst die Stimme, die zu ihr herüber schallte:
„Kommt näher.“
Ein Stich in ihrem Magen bestätigte die Nervosität. So hatte sie ihn noch nie reden gehört. Jene Härte; jene Bestimmtheit in der Stimme.
Was konnte es nur bedeuten?
Nur langsam näherte sie sich, darauf bedacht, genügend Platz noch aufrecht zu erhalten. Erst eine weitere Aufforderung vermochte sie zu veranlassen, nun sich dem Paladin auf wenige Fuß zu nähern.
Ihr Herz pochte laut gegen die Brust, der Atem ging schwer. Kaum mochte sie ihm in die Augen blicken, die mit scharfem Blick auf sie gerichtet waren.
Bei Temora, sie musste doch irgendwas sagen, irgendwas....nur diese endlose Stille sollte endlich aufhören!
„Ich....es....ich weiß, ich...habe unüberlegt...“
Nur ein Gestammel, das wohl mehr oder weniger einen Sinn zu ergeben versuchten.
Sie hob den Blick vorsichtig, einen Blick zu erhaschen von ihm.
Jene Miene, sie war so unnatürlich und passte so gar nicht zu Farion. Ernst, forsch und fast schon kalt lag das Augenpaar auf ihr. Zitternd senkte sie den Blick, die Stimme wurde leise und leiser...
„Es....tut...“
Eine Bewegung ließ sie innehalten. Nur aus den Augenwinkeln vermochte sie es zu erkennen, wie sich der rechte Arm des Paladins erhob und dort für einen Moment verharrte.
Hatte er nicht zuvor schon die Faust geballt? Sie konnte es nicht sagen, erschrocken hob sich der Kopf, nun direkt den gleichgültigen Blick des Paladins fixierend, ehe sie die Augen schloss.
Tief in ihrem Inneren wusste sie, was folgen würde.
„Bei der Gütigen, verzeiht mir...“
Ein letzter Versuch, ein letztes Aneinanderreihen von Worten, ehe sie das Sirren aus der Luft vernahm. Der Kopf flog mit der Bewegung nach rechts, ehe nach und nach das Brennen einsetzte.
Ungläubig öffneten sich die Augen, die Hand fuhr zu der Schwellung, die sich langsam bildete.
Und nun? War das das Ende? War somit alles erklärt?
Sandrovals Berührung, seine Hand auf der Schulter lösten nun langsam den Knoten in ihrem Halse und rasch entkamen die Worte den Lippen.
Ein letztes Mal sollte er noch hören, bevor er sie wirklich wegschickte:
„Ich nehme jede Strafe, jede Buße hin. Doch bitte ich, schickt mich nicht weg! Bitte...“
Seine Augen. So undeutbar und doch voller Klahrheit.
Was mochte nur in ihm vorgehen, welche Gedanken mochten sich gebildet haben, während sie so rasch, so schnell die Worte gesprochen hatte?
Sie wusste es nicht und harrte; eine Ewigkeit nach ihrem Empfinden. Nur langsam nahm sie wahr, wie sich Tränen in den Lidern gebildet hatten, die sie mit aller Macht zu unterdrücken versuchte.
„Willkommen zurück, Schwester Leah. So wie meine Tochter anwesend ist; lasst sie eure Wange behandeln.....Und nun, geht mir aus den Augen!“
Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihr Kopf wirbelte mit Gefühlen und Worten nur so um sich her, sodass sie nichts rechtes zustande bringen mochte.
Einer Rückkehr stand nichts mehr im Wege, man hatte sie nicht fortgeschickt. Und doch blieb das Gefühl, dass sie ihren Brüdern und Schwestern etwas schuldig war. Vor allem Farion....noch lange würde sie darüber nachdenken und darauf hoffen, klärende Worte zu finden...
Ein angenehmer und zugleich kühler Wind fuhr durch die Luft.
Doch in ihr lag nicht die Leichtigkeit des Windes; nicht die Farbenfrohheit der so bunten Blätter, die sich vom Wind trieben liessen.
Ein Schritt folgte dem nächsten, zögernd und angespannt mochten sie sein. Nervosität machte sich breit. Wie würden sie wohl reagieren?
Ein flaues Gefühl setzte sich in die Magengrube und verharrte dort tief und fest, als wolle es nicht mehr verschwinden und sie noch weiter bedrängen. Immer langsamer, zögernder wurden die Schritte; doch kaum, dass sie die kleine Brücke überquert hatte innerhalb des Ordens, erblickte sie auch schon zwei allzu bekannte Gesichter.
In ihren Studien vertieft saßen Bruder Sandroval und der ehrenwerte Paladin Farion Lefar am steinernen Tisch, an dem sie nur allzu oft manchen Abend noch verbracht hatten, wenn man sich von einer erfolgreichen Jagd zur Erlösung der Seelen erholt hatte.
Sie wusste nur allzu gut, dass es diesmal nicht so fröhlich zugehen würde, wenn beide sie erblicken und wiedererkennen würden. Langsam hob sich Sandrovals Kopf, und ein überraschter, musternder Blick traf sie.
War da ein Lächeln, was sich angedeutet hatte?
Sie war zu nervös, zu sehr mit ihrer Angst beschäftigt, als dass sie es wirklich sagen könnte.
„Der Lichtbringerin zur ewgen Ehr`, Schwester Leah.“
Floskelnd und wie je her kamen die Worte von Sandrovals Lippen, die den Paladin dazu veranlassten, nun auch aufzusehen. Langsam ging der Blick von Sandroval zu Farion, angespannt, nervös und darauf harrend, was er sagen würde...
Langsam hob sich der Blick des Paladins; es schien ihr eine Ewigkeit vorzukommen, wie er sie betrachtete; die Stirn in Furchen gelegt und die Brauen zusammengezogen. Mit einem Male wurde das Buch zugeschlagen und er erhob sich.
Das Gefühl im Magen zerrte an ihr; es schien, als ob sich ein Riesenklumpen gebildet hatte, der nun mehr als schwer in ihr inne wohnte. Klares Denken war nicht mehr möglich, sodass sie sich mehr und mehr verhielt, als habe sie etwas ganz besonders schlimmes angestellt und müsse nun dafür bestraft werden.
Die Augen ruhten ruhig auf ihr, als Farion um den Tisch herum ging; ernst die Stimme, die zu ihr herüber schallte:
„Kommt näher.“
Ein Stich in ihrem Magen bestätigte die Nervosität. So hatte sie ihn noch nie reden gehört. Jene Härte; jene Bestimmtheit in der Stimme.
Was konnte es nur bedeuten?
Nur langsam näherte sie sich, darauf bedacht, genügend Platz noch aufrecht zu erhalten. Erst eine weitere Aufforderung vermochte sie zu veranlassen, nun sich dem Paladin auf wenige Fuß zu nähern.
Ihr Herz pochte laut gegen die Brust, der Atem ging schwer. Kaum mochte sie ihm in die Augen blicken, die mit scharfem Blick auf sie gerichtet waren.
Bei Temora, sie musste doch irgendwas sagen, irgendwas....nur diese endlose Stille sollte endlich aufhören!
„Ich....es....ich weiß, ich...habe unüberlegt...“
Nur ein Gestammel, das wohl mehr oder weniger einen Sinn zu ergeben versuchten.
Sie hob den Blick vorsichtig, einen Blick zu erhaschen von ihm.
Jene Miene, sie war so unnatürlich und passte so gar nicht zu Farion. Ernst, forsch und fast schon kalt lag das Augenpaar auf ihr. Zitternd senkte sie den Blick, die Stimme wurde leise und leiser...
„Es....tut...“
Eine Bewegung ließ sie innehalten. Nur aus den Augenwinkeln vermochte sie es zu erkennen, wie sich der rechte Arm des Paladins erhob und dort für einen Moment verharrte.
Hatte er nicht zuvor schon die Faust geballt? Sie konnte es nicht sagen, erschrocken hob sich der Kopf, nun direkt den gleichgültigen Blick des Paladins fixierend, ehe sie die Augen schloss.
Tief in ihrem Inneren wusste sie, was folgen würde.
„Bei der Gütigen, verzeiht mir...“
Ein letzter Versuch, ein letztes Aneinanderreihen von Worten, ehe sie das Sirren aus der Luft vernahm. Der Kopf flog mit der Bewegung nach rechts, ehe nach und nach das Brennen einsetzte.
Ungläubig öffneten sich die Augen, die Hand fuhr zu der Schwellung, die sich langsam bildete.
Und nun? War das das Ende? War somit alles erklärt?
Sandrovals Berührung, seine Hand auf der Schulter lösten nun langsam den Knoten in ihrem Halse und rasch entkamen die Worte den Lippen.
Ein letztes Mal sollte er noch hören, bevor er sie wirklich wegschickte:
„Ich nehme jede Strafe, jede Buße hin. Doch bitte ich, schickt mich nicht weg! Bitte...“
Seine Augen. So undeutbar und doch voller Klahrheit.
Was mochte nur in ihm vorgehen, welche Gedanken mochten sich gebildet haben, während sie so rasch, so schnell die Worte gesprochen hatte?
Sie wusste es nicht und harrte; eine Ewigkeit nach ihrem Empfinden. Nur langsam nahm sie wahr, wie sich Tränen in den Lidern gebildet hatten, die sie mit aller Macht zu unterdrücken versuchte.
„Willkommen zurück, Schwester Leah. So wie meine Tochter anwesend ist; lasst sie eure Wange behandeln.....Und nun, geht mir aus den Augen!“
Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihr Kopf wirbelte mit Gefühlen und Worten nur so um sich her, sodass sie nichts rechtes zustande bringen mochte.
Einer Rückkehr stand nichts mehr im Wege, man hatte sie nicht fortgeschickt. Und doch blieb das Gefühl, dass sie ihren Brüdern und Schwestern etwas schuldig war. Vor allem Farion....noch lange würde sie darüber nachdenken und darauf hoffen, klärende Worte zu finden...