Seite 1 von 1

Ich werd' Euch eine Krankheit schenken ....

Verfasst: Freitag 9. November 2007, 23:32
von Zoe de Velgy
Zoe schmunzelte leicht im Halbschlaf. Sie dachte an das Gespräch das sie einige Stunden zuvor mit Jarref über Alan Voldarin führte. Sie malte sich aus, wie es wohl wäre, wenn sie Jarrefs Vorschlag tatsächlich wahr machen würde. Wie es wäre, wenn sie Alan für seine stetigen Beleidigungen und sein penetrantes und unverschämtes Verhalten eine Abreibung verpasste. Der Gedanke daran trieb ihr auch noch die letzte Müdigkeit aus. Sie öffnete langsam die Augen und blieb noch eine Weile liegen um ihre Gedankengänge nicht zu unterbrechen.

In der letzten Nacht, im Gespräch mit Jarref, sah sie die ganze Idee noch zwiegespalten. Sie hielt es für hinterhältig und wusste nicht genau wie sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren könne, sollte sie solch Dinge wirklich tun. Doch die Idee formte sich immer mehr in ihrem Kopf und sie malte sich aus, wie sie es am besten anstellen könnte. Irgendwie faszinierte sie der Gedanke doch mehr als sie anfangs noch zugeben wollte. Es wäre ja auch zu seinem besten. Er würde vielleicht lernen und erkennen, welche Folgen sein Verhalten hätte. Er würde so vielleicht eher Anstand und Demut lernen und sich nicht weiteren Gefahren aussetzen. Vielleicht vorher nachdenken, bevor er zu sprechen beginnt. Sie würde ihm die Zeit des Nachdenkens schenken.

Alan war ein großer kräftiger Kerl, um einiges größer als Zoe und die Idee, ihn zu einem Duell zu fordern wie es der Ehre halber am besten wäre, war schnell beiseite geschoben.
Da hätte sie keine Chance. Aber sie war um einiges intelligenter als er und das würde sie sich nun zu nutzen machen.

Die Idee wandelte sich in ein Vorhaben um und sie begann zu planen.
Als erstes überlegte sie sich was sie tun wollte. Wie sehr sie ihm Schaden konnte und wie weit sie gehen wollte.
Eine Krankheit sollte es sein. Einen Ausschlag vielleicht mit eitrigen Pocken oder nässenden Pusteln. Oder eine Krankheit die ihm für eine Weile seine vorlaute Stimme nahm. Das wäre die gerechte Strafe. Vielleicht liesse sich auch beides vereinen.

Zoe erhob sich , zog sich rasch etwas über und ging hinunter in die Wohnstube zu den Bücherregalen. Einige schwere alte Bücher nahm sie aus den Regalen und platzierte sie auf ihrem Schreibtisch. Sie studierte eine zeitlang Reagenzien, Kräuter und Wirkungen. Bis sie endlich alles zusammen hatte, was sie für ihr Vorhaben benötigte.

Das wichtigste war, das es nichts lebensbedrohliches war. Das es keine bleibenden Schäden hinterliess. Es durfte nicht ansteckend sein und ihn nicht in den Wahnsinn treiben. Dennoch sollte Alan eine Weile etwas davon haben und sich ewig daran erinnern. Zoe wusste auch bereits wie sie es ihm verabreichen würde. Mit Bier, denn dies war der Auslöser ihrer Disputation.

Im Labor angekommen, mit der Gewissheit allein zu sein, begann Zoe gleich alle Reagenzien zusammen zu suchen. Hauptbestandteil, neben vielen anderen Reagenzien waren Knochenmehl, Früchte des Bärenklaugewäches, Efeu und Taubnesselnektar. Nach und nach verarbeitete sie konzentriert und nach gewissenhafter Dosierung, alle Bestandteile. Am Ende hatte sie eine kleine Phiole von dem Pulver bereit. Es würde etwas bitter schmecken, was aber bei Bier nicht weiter auffallen dürfte. Sie bräuchte es nur noch rechtzeitig ins Getränk geben und die Wirkung würde sich langsam entfalten:

Nach einigen Stunden würde leichtes Fieber aufkommen und die Zunge würde sich belegt anfühlen. Weitere Stunden später, je nach Konstitution des Körpers wäre ein Kratzen im Hals zu verspüren und nach und nach wären schon vereinzelte kleine Pickelchen am und im Mundraum zu sehen. Jene würden im Laufe von einem weiteren Tag ihre halbe Größe erreichen und in diesem Stadium zu nässenden Pusteln ausarten. Eine Ansteckungsgefahr bestünde nicht, da dies eine reine körperliche Abwehrhaltung gegenüber dem verabreichten Mittel wäre. Auch liesse sich der weitere Krankheitsverlauf nicht aufhalten.

Der Hals würde leicht schmerzen und nach einem weiteren Tag würde Heiserkeit eintreten. Das Fieber bliebe konstant, da der Körper weiterhin versucht jene Krankheit zu bekämpfen, würde aber nicht lebensbedrohlich. Ein bis zwei Tage später hätten die Pusteln ihre vollste größe erreicht und die Stimmbänder wären soweit von den Sekreten der Pocken angegriffen, das nur noch ein Flüstern zu vernehmen wäre. Welches nach einigen weiteren Stunden ebenfalls abschwächt und der Erkrankte nun nicht mehr in der Lage wäre, sich zu äussern.

Die Pusteln trocknen, nach dem sie aufgeplatzt sind, langsam aus und das Fieber liesse nach. Die Stimmbänder bräuchten noch eine längere Weile bis sie sich erholen. Alles in allem würde sich der Krankheitsverlauf in einem Zeitraum von 10 bis 14 Tagen gestalten.

Zoe versteckte die Phiole mit dem Pulver gut in einer ihrer Kisten. Sie wollte vermeiden, das es ausversehen in falsche Hände geriet. Nun musste sie nur noch zusehen wie sie Alan ein köstlich frisches Bier schmackhaft machte. Das ihr dies ohne weiteres gelingen würde, liess sie erneut schmunzeln. Sie nahm einen Bogen Papier und verfasste einen Brief an ihn, um ihn einzuladen. Ihren Disput zu klären. Er würde sicher kommen, soweit schätze sie ihn ein. Ihr Vorhaben war gefasst, das Pulver vorbereitet. Nun musste sie nur noch auf den richtigen Augenblick warten, um ihm heimlich eine Lektion zu erteilen.

Verfasst: Samstag 10. November 2007, 18:40
von Alan Voldarin
"Grüße,
meine Waffe bitte."
ist seine kurze Begrüßung des Herren am Bankschalter. Der Bankier reicht ihm mit seinem stets freundlichen Blick eine Pergamentrolle und begibt sich auf den Weg in die Kammer für sperrige Lagerungen.
Sichtlich überrascht entrollt er sein Pergament und liest es ein - zwei Mal. Als der Bankherr mit seiner sperrigen Waffe wiederkommt und sie auf den Tresen legt rollt er das Pergament zusammen und steckt es in seine Hosentasche.
"Danke, ich habe heute Abend eine Verabredung, ich werde die Waffe doch nicht brauchen."
Ohne zu murren wird die Waffe wieder weggebracht und Alan verlässt die Bank. Kurz spielt er mit dem Gedanken Zoe eine Antwort zukommen zu lassen, verwirft diesen jedoch sogleich wieder. Sie hat ihn eingeladen, dann ist eine Anmeldung wohl überflüssig, er kam sowieso die letzten beiden Male ohne Anmeldung, warum sollte er sich diesmal anmelden?
Er wirft seinen Blick in den Himmel. Für ein Bier ist es zwar nie zu früh, aber ich sollte noch etwas warten - denkt er sich und setzt sich auf einen Stein.
Dabei lässt er seine Gedanken schweifen:
Ich hoffe diesmal ist sie nicht wieder so uneinsichtig. Schließlich war ich doch nur um das Wohl des Jungen besorgt, wenn es Ihr egal ist, soll Sie das bitte nicht an mir auslassen... überhaupt ist Sie eine komische Frau und vorlaut... ja vorlaut ist Sie... Sucht sie vielleicht einfach nur Streit? Als ich bei Ihr vorbeikam um den Streit zu schlichten, war Sie garstig... Sie meinte ich solle mich entschuldigen und würde mich in Dinge einmischen, die mich nichts angehen, dabei geht Sie dass selber garnichts an... Ob sie eingesehen hat, dass sie im Unrecht ist? Mein Bier werde ich mir auf jedem Fall abholen, vielleicht will Sie sich ja auch entschuldigen...
Er sinniert so und so Ähnlich noch eine Weile weiter, bis er zu dem Schluss kommt, der Weg sei lang genug um gleich aufzubrechen, zu spät wolle er schließlich auch nicht ankommen.
So macht er sich langsam auf den Weg.

Verfasst: Sonntag 11. November 2007, 18:45
von Zoe de Velgy
Alan kam tatsächlich schon recht bald zu Besuch. Genauso wie Zoe es sich erhofft hatte. Ihr kleiner Streich konnte beginnen. Niemand war da, sie war ganz allein mit ihm. Auch der Zeitplan war perfekt. Sie hatte, als er zur Heilerstube kam, noch genau eine Stunde Zeit. Es war nicht mal gelogen, sie hatte einen Termin bei Alina Urwen, und sollte dort ihre Feinschmiedewaren abholen. Sie bot ihm natürlich, höflich wie sie war, etwas zu trinken und ein wenig Gebäck an. Das sie dabei "zufällig" Bier erwähnte und er es dankend annahm, fiel nicht weiter auf. Sie entschuldigte sich bei ihm mit den Worten, kein Alkohol in der Heilerstube zu haben und das sie deshalb ins Wohnhaus müsse. Irgendwie hatte sie allgemein eher das Gefühl, das es ihm bei diesem Besuch mehr um das angebotene Getränk ging, als um ein klärendes Gespräch. Aber dies erging ja dann beiden so.

Anstatt zum Wohnhaus zu eilen, bog sie gleich ins Labor ab. Sie hatte dort bereits noch zwei unbehandelte Bierflaschen gelagert. Eine Flasche nahm sie zur Hand, entkorkte sie und gab vorsichtig das Pulver hinein. Sie wartete bis das Pulver sich gänzlich aufgelöst hatte. Bis keine Rückstände mehr zu sehen waren. Zoe verschloss die Bierflasche wieder sorgfältig und kehrte zu Alan in die Heilerstube zurück. Sie reicht ihm das Bier mit einem freundlichen Lächeln und entschuldigte sich für die Wartezeit. Als Vorwand gab sie Luca's Hund an, dass sie ihn noch hatte füttern müssen.

Es störte Alan nicht weiter, das es etwas gedauert hatte und er nahm stattdessen dankend das präparierte Bier an sich und schon nach recht kurzer Zeit, hatte er bereits erste größere Schlucke daraus getrunken. Er wunderte sich etwas darüber das Zoe gar nichts trank. Sie nur Bier mitgebracht hatte und etwas Gebäck. Die Erklärung, dass sie gerade erst Tee getrunken hatte und sich dies mit dem Bier nicht so sehr verträgt, nahm er gelassen zur Kenntnis. Sie aß dann aber etwas vom Kuchen und beobachtete ihn weiterhin.

Der etwas herbere Geschmack, des Bieres schien ihn nicht weiter zu stören, jedenfalls merkte sie ihm nichts an. Er fragte sie, ob es ihr denn etwas ausmachen würde, wenn er dann trotzdem allein weiter trank. Aber wohl mehr um es ausgesprochen zu haben, als aus Höflichkeit.
Im Gegenteil, er schien sich ganz wie daheim zu fühlen. Erst bot Alan ihr an, Platz zu nehmen, in ihrem eigenen Haus. Dann begann er Zoe zu erklären, das viele Leute ja auch der Meinung waren, das Gäste auf Förmlichkeit und Anstand zu achten haben. Er sah das nicht so.

Allgemein lief das Gespräch zwischen den beiden eher schleppend. Ob es an seiner Gier nach dem Bier lag, oder daran das sie ihn genau beobachtete wie er trank, konnte nicht genau bestimmt werden.

Zoe blieb allgemein gefasst und ruhig , auch als er sie als Furie und anderem betitelte begann sie nur leicht zu schmunzeln. Sie wusste ja was er da trank und die Genugtuung ihm dabei zusehen zu dürfen, reichte ihr aus. Sie war zudem sehr auf das Endergebnis gespannt. Sah das ganze auch als ein Forschungsprojekt. Nur mit wenig Worten versuchte sie ihm noch mal ihren Standpunkt ihrer Disputation klar zu machen. Sie war sich sicher, das er kein einziges ihrer Worte auch nur annähernd verstand. Aber sie wollte den Schein wahren, das sie sich mit ihm vertragen wollte. Schenkte ihm immer wieder ein freundliches Lächeln und bot ihm dann an, als er das erste verseuchte Bier endlich ausgetrunken hatte, noch ein zweites zu holen.
Zoe entschuldigte sich erneut kurz bei ihm, nahm den Korken und die leere Flasche Bier mit sich und verschwand nach draussen.

Wieder bog sie ins Labor ab und legte dann alle Beweisutensilien in die Säurekiste. Zoe wollte natürlich nicht, das man ihr etwas nachweisen konnte und gab somit reichlich von der extra vorgefertigten Säure über alle Gegenstände, bis keine Rückstände mehr zu sehen waren.
Eilig griff sie nach der zweiten Flasche Bier und kehrte zu Alan und somit in die Heilerstube zurück. Viel Zeit blieb ihr nicht mehr bis zum Termin. Diesmal nahm sie seine Aufforderung, doch auch mal vom Bier zu kosten, an. Alan schenkte ihr einige Schluck ein und prostete ihr zu. Das sie nur einige Schluck trinken wollte, erklärte sie ihm ganz einfach damit, das sie ja noch zu einem Termin müsse, und dorthin reiten wollen würde. Ein perfektes Schauspiel wie Zoe empfand. Er bemerkte nichts. Er hatte die Krankheit schon seit der ersten Flasche in sich und er würde erst in einigen Stunden die ersten Symptome bemerken.

Alan würde sicher noch das ein oder andere bis dahin zu sich genommen haben. Vielleicht noch etwas Alkohol und ein paar Speisen, wenn er daheim war. Bis er Verdacht schöpfen könnte oder würde, das jemand hinter der ganzen Sache steckte, hätte er das Bier schon längst wieder ausgeschieden. Zoe bot ihm an, jederzeit zu ihr kommen zu können, sollte er etwas brauchen oder er sich vielleicht doch mal ein anderes Bild über sie und die häuslichen Umstände machen wollte. Er betonte daraufhin erneut, das schon bei so manchen gemütlichen Abenden mit guten Bier oder Wein , die besten Freundschaften geschlossen worden waren. Zoe schmunzelte daraufhin nur leicht und nickte ihm zu. Sie spielte ihm die ganze Zeit nur etwas vor und er bemerkte es nicht einmal. Dennoch hatte sie kein Mitleid. Sie wusste genau, wie er in einigen Stunden aussehen würde. Wie die eitrigen Pocken an und in seinem Mund langsam Gestalt annehmen würden. Er hatte es verdient.

Am späteren Abend war sie fast geneigt Liliana davon zu erzählen, machte sie doch ebenfalls Andeutungen das Alan mal eine Abreibung verdient hätte. Aber Zoe verschwieg ihr gegenüber die Tat. Eigentlich hatte sie sich kurz danach vorgenommen es niemandem zu sagen. Nichtmal Jarref. Aber er würde es wissen, sobald Alan mit dieser Krankheit in der Heilerstube auftauchte. Also erzählte sie Jarref davon. Zoe hoffte das er Stillschweigen darüber bewahrte. Eine Weile sprachen sie noch über Alan, ehe sie auf andere Gesprächsthemen kamen. Vorher gab Jarref Zoe noch sein Wort, keinem etwas von der Sache zu erzählen.

Zoe war auf das Ergebnis gespannt. Sie hatte bis zu diesem Zeitpunkt alles geplant. Sie hatte eine Krankheit extra für ihn gezüchtet. Alles genau berechnet und durchdacht. Das was nun kommen würde, konnte sie zwar zu einer hohen Prozentzahl einschätzen aber nicht genau bestimmen. Ging er auch wirklich zu ihr und nicht zu einem anderen Heiler? Was würde sie ihm sagen, wenn Alan bei ihr auftauchte und nach und nach seine eigene Stimme verlor? Wenn jeder der ihn dann ansah am liebsten schreiend davon laufen würde? Wenn er nicht genau wursste was er da hatte und nur Zoe ihm helfen konnte? Zoe empfand kein schlechtes Gewissen. Ob Alan die Lektion später verstand, war für sie nur noch zweitrangig.

Was sie empfand, war Neugierde, auf das was kommen würde.
Auf den Verlauf der Krankheit.
Auf das was sie geschaffen hatte.

Verfasst: Sonntag 11. November 2007, 22:47
von Alan Voldarin
Alan wacht am nächsten Morgen spät auf. Seine Zunge war trocken und sie schien sich tatsächlich belegt anzufühlen. Er stand auf und kleidete sich an. Er verließ das Gasthaus und ging zum nächsten Fluss.
Mit seinen Händen schöpft er Wasser aus dem Fluss um seinen Durst zu stillen. Er legt sich an das Ufer und denkt an den letzten Abend.

Zoe... sie hatte auf das Zoe bestanden... ob sie ihm damit auch das "Du" anbot? Er war nicht sicher... Besser wäre es davon auszugehen, schließlich wolle er das gerade verbesserte Verhältnis nicht wieder durch eine größere Distanz verschlechtern.
Er dachte an seine Feststellung, Vielleicht ist sie doch nicht die Furie, die sie zu sein schien. Sie machte doch einen vernümftigen Eindruck. Über Ihren Disput wurden sie sich nicht einig, aber das Thema schien nicht mehr zwischen den Beiden zu hängen. Freunde stecken so etwas weg... Bei einem guten Bier sind schon viele Freundschaften entstanden - ich sage es ja immer wieder... Mit einen Bier kommt man über jeden Streit hinweg. So war es immer und so wird es immer sein... Ich könnte schon wieder eins vertragen, dieser Durst ist ja schrecklich...


Seine Zunge fühlte sich noch immer belegt an und so machte er sich zurück auf den Weg ins Gasthaus, wo noch etwas Bier in seinem Zimmer lagerte.

Sie war wirklich sehr gastfreundlich und sie bestand nicht auf diese übertriebene Förmlichkeit, wie so viele andere Menschen, die meinen sich deswegen dem Adel näher zu fühlen und sich etwas darauf einbildeten, sich wie bei Hofe zu benehmen. All diese Menschen waren dem Adel bestimmt nicht näher, als er, doch er konnte noch Freude am Leben finden. Dieser Pseudo-Adel... wenn sie Ihr Leben mit dem nachäffen höfischer Umgangsformen Ihr Leben verschwenden wollen, nur zu ich habe besseres vor... Zoe Wohl ebenso - das hätte ich nie gedacht, wirkte sie doch bei unseren beiden vorherigen Treffen so piekfein, und tat so als wäre es ein Skandal, wenn man ein Bier tränke... HA!!!
Ein Bier ... also ich könnte wieder... Da vorne ist ja schon mein Gasthaus...


Er betrat das Gasthaus und fand in seinem Zimmer wie erwartet noch ausreichend Bier. Er öffnete eine Flasche, stellte sich eine zweite ans Bett und legte sich hinein, nicht ohne etwas Bier zu verschütten, was ihm gar nichts auszumachen schien.
Schnell war die erste Flasche geleert und er rollte die Flasche mit ausgestreckten Arm parallel zu seinem Bett, bis sie am Anderen Ende des Zimmers an der Wand zum stehen kam. Dann fasste er sich an seinen Kopf.

Huii, das Bier schlägt heute aber schnell auf den Kopf... vielleicht sollte ich zuerst etwas Essen.
Sein Kopf fühlte sich etwas warm an, das Fieber schickte seine ersten Vorboten. Er ging zu einer Komode und holte eine Ecke Brot von vorvorgestern un ein Messer hervor. Zurück auf dem Bett schnitt er sich eine Ecke nach der Anderen vom Brot ab und steckte sie sich in den Mund. Während er kaute, ließ er den Blick durch das Zimmer schweifen. Unordnung beherrschte das Bild, und er kam schnell zu dem Schluss, ein anderes Getränk als Bier würde er nicht finden. So griff er zu der zweiten Flasche um das trockene Brot herunter zu spülen.
Falls mal Besuch kommt oder ich nicht zum Fluss gehen möchte sollte ich mir einmal ein paar andere Getränke holen... Das werde ich nachher machen... und dann glaube ich, werde ich den restlichen Tag hier im Zimmer verbringen. Morgen früh, kann ich dann ausgeschlafen und ausgeruht mit meiner neuen Freundin auf Jagt gehen. Eien neu gewonnene Freundschaft sollte man nicht dadurch riskieren, dass man sich aus den Augen verliert..

Der Rest des Tages verlief wie geplant, er holt sich etwas alkoholfreies aufs Zimmer und verbrachte dort den Tag. Auf die ersten zaghaft auftretenden Pickel sprach ihn niemand an und einen Spiegel zog er ebenso nicht zu Rate.
Er verbrachte den Rest des Tages mit seinem Brotrest, Wasser und Milch. Der Belag auf seiner Zunge ließ nach, was seine Aufmerksamkeit mehr auf sich zog, war jedoch das langsam, aber stetig ansteigende Fieber. Er dachte sich nichts dabei, nach einer Nacht würde es ihm sicher besser gehen und so ging er für seine Verhältnisse früh schlafen.

Verfasst: Dienstag 13. November 2007, 01:54
von Alan Voldarin
Im Gegensatz zu dem letzten Tag, verging die Nacht nicht so wie geplant. Er schlief zwar schneller als erwartet ein, aber nach wenigen Glockenschlägen wachte er wieder auf. Ihm war viel zu warm. Schnell hatte er sich seiner Decke entledigt, doch draußen Wehte ein eisiger Wind und sein zimmer im Gasthaus war auch nicht übermäßig geheizt. So dauerte es nicht lange und er lag wieder unter seiner wärmenden Decke.
Unter der Decke wieder schwitzend wollte der Schlaf nicht wiederkommen. Mit voranschreitender Zeit bekam er Durst und musste sein Bett wieder verlassen um seinen Durst zu löschen. Die Zeit verging schleichend und das kratzen im Hals gewann wieder seine Aufmerksamkeit, als er im Bett lag und vergeblich versuchte einzuschlafen.
Schließlich fand er wieder den lang ersehnten Schlaf, welcher nach wieder kurzer Zeit von einem Husten beendet wurde. Der Schlaf sowie der Husten blieben ihm von da an bis zum nächsten Morgen fern.
Ebenso wie die vorangegangene Nacht verlief der Tag nicht nach seinen Plänen oder Wünschen.
Kraftlos und Müde fühlte er sich am nächsten Morgen. Dem Fieber und Pickeln schien es hingegen gut zu gehen und beide entwickelten sich prächtig. Die Pickel wuchsen und erreichten eine Größe, die schon auffallen konnte. Das Fiber stieg weiter stetig an und schien den Schlaf nicht zu vermissen - Alan schon.
Kurzerhand verschob er die geplante Jagd, er trank viel und aß wenig. Den ganzen Tag verbrachte er im Zimmer und versuchte des öfteren erfolglos ein Schläfchen zu halten. Erst gegen Abend, als er noch immer nicht schlafen konnte und die Müdigkeit an ihm zehrte beschloss er seine neue Freundin zu befragen. Er passierte einen Spiegel und sah die Pickel, ohne sie groß zu beachten und machte er sich auf dem Weg zum Heilerhaus.

Ich glaube es nicht. Weil ich nicht schlafen kann, gehe ich tatsächlich zum Heiler? Auf jedem Fall muss ich es geschickt anstellen. Ich bin schließlich ein Krieger und kein wehleidiger Bankier... Ich werde ihr einen ganz unverbindlichen Besuch abstatten. Vielleicht ergibt sich etwas.

Alan klopfte - Zoe öffnete.

Die frische Abendluft vertrieb etwas seiner Müdigkeit und so konnte er Zoe halbwegs wach begrüßen. Sie gingen ins Haus und Alan ließ sich ohne großes Umsehen wieder auf "seinen" Stuhl sinken. Den angebotenen Tee nahm er dankbar an. Ein Gespräch kam nicht wirklich zu Stande, er war nicht bestrebt etwas über sich oder sein Befinden zu erzählen, aber genau dieses schien Zoe zu interessieren. Das Gespräch stockte ebenso dadurch, dass Alan des öfteren versuchte auf Fragen nach seinem Befinden ausweichend zu reagieren, sich dabei in Widersprüche verhedderte (was weitere Fragen nach sich zog) und mit "Teepausen" das Gespräch regelmäßig unterbrach.
Nach und Nach eröffnete er, dass er etwas müde sei, da er schlecht geschlafen habe. Zu seiner großen Erleichterung sagte Zoe, dass der Tee, den er trank, sicher helfen würde.

Wunderbar... ich bekomme etwas, was meinen Schlaf verbessern wird und muss nicht einmal sagen, dass ich deswegen hergekommen bin. Noch schnell etwas Tee trinken und dann nichts wie ab ins Bett. Diese Müdigkeit macht mich noch kaputt!
Dazu diese warme Stube, die dicke Kleidung, ich schwitze ohne Ende...


Tatsächlich hielt er es wie üblich nicht für nötig, beim Betreten des Hauses seine Kleidung abzulegen und er schwitzte auffällig, das Fieber tat sein übriges dazu.
Er trank noch etwas Tee und verabschiedete sich bald, jedoch nicht ohne Zoe das "Du" anzubieten, was er ohnehin den ganzen Tag über einseitig genutzt hatte. Zoe bot ihm im Gegenzug etwas Tee an, damit er sich Zuhause selber einen kochen könnte. Er nahm den Tee dankend an und Zoe das "Du" mit einem kurzen Lächeln.

Das lief ja wie am Schnürchen... ich habe meinen Tee, ohne viel rumjammern zu müssen. Vielleicht hätte ich sogar noch weniger erzählen müssen, dass es mir nicht gut geht. Das Kratzen im Hals sprach ich nicht an, aber was soll's - es wird sicher morgen besser sein, jetzt wo einer erholsamen Nacht nichts mehr im Wege steht...

Verfasst: Mittwoch 14. November 2007, 01:51
von Zoe de Velgy
Erwischt? - Zoe blieb fast das Herz stehen, als Liliana die Stufen wieder hinab kam um ihr eine direkte Frage zu stellen.

Der heutige Abend lief fast wie geplant. Bis Liliana kam.

Zoe hatte den ganzen Tag daheim und in der Heilerstube verbracht um auf Alans Ankunft zu warten. Sie verbrachte die Zeit damit, die bestellten Fässer für Corian zuzubereiten und die Heilerstube aufzuräumen und zu säubern.
Sie war gerade dabei einiges an Heilerbestecke abzutrocknen als es klopfte.

"Es ist offen!" rief sie eilig und als sie ein hilfesuchendes leises "Zoe?" von Alan vernahm, räumte sie noch schnell die Instrumente in die Schränke, ehe sie durch den Vorhang trat und ihn musterte. Das Bild von ihm, das sich vor ihr auftat, war das was sie sich vorher bereits ausgemalt hatte. Ein unrasierter Alan, wirres Haar, Kratzspuren am Hals, Eiterpusteln, manche kleiner, manche schon enorm angewachsen. Dennoch musterte sie ihn weiterhin forschend und fragte langsam und vorsichtig "Was ist mit Euch..?"

Die Antwort die sie prompt bekam, verwunderte sie allerdings. Alan ging davon aus, er sei erkältet. Er hustete ab und zu mal trocken, was wohl eher daran lag das das Sekret solangsam seiner Halswand schädigte. Aber Alan dachte er sei erkältet. Erst später merkte er noch an, das er vielleicht auch etwas nicht vertragen haben könnte. Zoe ging gleich darauf ein und fragte ihn, was er so in den letzten Stunden und Tagen zu sich genommen hatte. Flusswasser. Ja, das reichte ihr.

Sie schob es gleich aufs Flusswasser. Und versuchte ihm weiss zu machen, das es mit großer Wahrscheinlichkeit daran lag, während sie ihn nach und nach untersuchte. Mit großem Missfallen nahm Alan die Diagnose zur Kenntnis. Als sie sein Gesicht soweit gereinigt hatte, das sie alles genauer erblicken konnte, und auch einen Blick in seinen Mund und Rachenraum erlaubt bekam, war er inzwischen so sehr wütend über seine Situation, das Zoe versuchte, ihn mit ruhigen Worten zu besänftigen.

Alan wollte wissen wann die Pusteln wieder verschwinden würden, woraufhin Zoe gleich die Gesamtsituation erklärte. Das es sich erst noch verschlechtern würde und der Krankheitsverlauf nicht aufzuhalten wäre. Das die Heiserkeit vermehrt auftreten würde. Das er verstummen würde für einige Tage, verschwieg sie lieber vorerst noch. Alan war schon zusehr aufgebracht und gab seinen Missmut auch mit einigen kleineren Sätzen bekannt...

Zoe gab ihm etwas gegen das Fieber, empfahl Kräuterspülungen und erklärte, das er besser in der Heilerstube bleiben sollte, bis er wieder gesund war. Alan wurde immer aufgebrachter, versuchte sich damit rauszureden das er doch nur erkältet sei, fragte sie, warum gerade er soetwas bekam..

Zoe versuchte ihm zu versichern, das ihm in der Heilerstube am besten geholfen werden konnte, das er, so er sich an ihren Rat hielt, spätestens in zwei Wochenläufen wieder gänzlich gesund wäre. Er begann über den Tee vom Vortag zu sprechen, das sie ihm da auch versprochen hätte, er könne davon schlafen, was er aber doch nicht konnte. Er führte weiter aus das er ihr keinen Glauben schenkte und wurde ziemlich unverschämt. So wie sie ihn von Anfang an kennenlernte. Sie versuchte ihm dennoch weiterhin immer wieder gut zuzureden und versuchte ihn zu überzeugen, das er doch in der Heilerstube bleiben solle.

Bis eine seiner Aussagen sie fast dazu gebracht hätte, ihm die Wahrheit zu sagen. Die Wahrheit darüber warum er krank war. Als Zoe ihm erneut klar machen wollte, das er nicht todkrank war, das er gute Heilungschancen hatte, so er sich an ihren Rat hielt.. bekam sie von Alan Worte zu hören die ihr fast den Atem raubten:

"Wievielen Menschen aus Varuna habt Ihr das schon gesagt? Von denen, die vor einigen Wochen von der Pest dahingerafft wurden? - Wieviele davon sind verstorben?"

Zoe verengte die Augen immer mehr und versuchte sich zu beherrschen.
Dieses Thema war noch immer mehr als ein wunder Punkt für sie.
Sags ihm! Sag ihm das du es warst! Er hat es verdient! Jetzt erst recht! - ging es Zoe gleich durch den Kopf und sie begann die ersten Worte zu formen , die sie laut aussprach..

"Vielleicht bekommt ja auch jeder das was er verdient."

Nein beruhig dich .. er wird noch länger leiden..Er wird leiden und du kannst zusehen.- Einige tiefe Atemzüge waren nötig, bis sie sich wieder im Griff hatte und erneut zu sprechen begann.

"Ihr werdet nicht sterben. Wenn Ihr Euch nicht behandeln lasst und das Fieber weiter ansteigt, dann könntet ihr eventuell sterben, ja. Aber sonst nicht."

"Könnt ihr das garantieren?

"Ja, Ihr seid nicht der erste der diese Krankheitssymptome hat und von uns behandelt wird."

"Was macht Euch so sicher?"
fragte Alan weiterhin, er wollte einfach nicht glauben das es nichts weiter als eine harmlose Krankheit war. Vielleicht sollte Zoe ihn in dem Glauben lassen. Sollte er doch glauben, das er nur noch wenige Wochen zu leben hat. Einen momentlang hätte sie es auch gern getan, doch da meldete sich diesmal wieder ihr Gewissen zu Wort. Das egal was sie noch für fiese Worte von ihm in Zukunft hören würde, dies zu weit ginge.

"Ich habe eine Heilerausbildung genossen." antwortete sie deshalb nur knapp, lies einen Moment verstreichen und begann weiter zu erklären.
"Wenn Ihr hier bleibt, werdet ihr schneller gesund und wenn ihr wieder heim geht und wieder von dem Schmutzwasser trinkt, wird es wieder schlimmer als es eh schon werden wird. Hier seid ihr versorgt." Ihre Stimme klang nach und nach wieder freundlicher, hatte sie doch ihr Ziel vor Augen nicht vergessen. Sie wollte vermeiden das er zu einem anderen Heiler ging. Es schien zu wirken. Alan liess sich weichkochen und sie konnte ihm sein zukünftiges Bett zeigen, reichte ihm frische Kleidung und entliess ihn, in den zweiten Stock, ins Bad.

Als sie gerade nach unten gehen wollte, fragte Alan Zoe, :

"Kann man das Badewasser trinken?"
Zoe gab ihm mit einem klarem "Nein!" zu verstehen das dies nicht ginge und sie überlegte nur kurz, wie er bloss solch Fragen stellen konnte. Ob aus fehlender Intelligenz, oder um sie ärgern zu wollen, oder weil er durch seine Erkrankung durcheinander war. Zoe hoffte auf letzteres , vermutete aber ersteres.

Während Alan badete, bereitete Zoe einige Kräutertinkturen vor, die sie ihm zum spülen geben wollte. Er sollte seinen Mund damit mehrmals täglich ausspülen. Während sie dann einen Eimer und Tücher und zwei der Kräutertinkturen zusammen packte, betrat Liliana die Heilerstube.

Leicht erschrocken über ihre frühzeitige Rückkehr, wich sie Lilianas Blicken aus und erzählte kurz vom "Patienten", was sie diagnostiziert hatte und wie die Behandlung aussehen würde. Erst am Ende ihres Berichtes erwähnte sie wie beilaufend seinen Namen. Alan.
Liliana bot an sich Alan anzunehmen, nach ihm zu sehen und um sich selbst ein Bild machen zu können. Auch wusste sie von dem Disput zwischen ihr und Alan. Vielleicht wollte sie ihr deshalb gern helfen. Zoe konnte ihr dies kaum ausschlagen und blickte ihr besorgt hinterher als Liliana nach oben zum Patienten verschwand.

Elaron war in der Zwischenzeit aufgetaucht und Zoe war eine Weile durch ihn abgelenkt. Sie hatte ihm Reagenzien abgekauft und musste ihm noch das Gold überreichen. Immer wieder jedoch wanderte ihr Blick unsicher zur Decke hoch. Würde Lilana merken das da etwas nicht so ganz stimmte? Würde sie herausfinden das das nicht unbedingt vom Wasser kommen musste? Angst stieg in ihr hoch und am liebsten wäre sie gleich aus der Heilerstube verschwunden. Aber da war dann noch Elaron und er wollte Liliana ein Fass abkaufen.
Zoe bot ihm an, sich solange zu setzen und auf Liliana zu warten die gerade wieder auf dem Weg nach unten war..

Erwischt?
Zoe blieb fast das Herz stehen, als Liliana die Stufen wieder hinab kam um ihr eine direkte Frage zu stellen.

"Was hast Du ihm gegeben Zoe?"
Eine einfache Frage .. doch Zoe wurde kreidebleich und sah Liliana erschrocken an. Ihre Nervösität war enorm gestiegen und so verhaspelte sie sich nur noch beim sprechen.

"I..ich? ge...geben?"
Sie weiss es ! Sie weiss es!
- ging es ihr panisch durch den Kopf. Sie wissen es alle!

"Ja, er sprach davon"
führte Liliana dann weiter fort.

"Äh .. gegeben.." - "Ich äh .. hab.. also.. etwas gegen Fieber .. mit Tee .. und sonst ... noch äh nichts.." - "Ich hab sein.. Gesicht gereinigt.."
Zoe musste tief durchatmen um sich wieder fangen zu können und begann nervös mit ihrem Armreif zu spielen ..
Elaron begann Zoe mit fragendem Blick zu durchbohren, so hatte Zoe jedenfalls das Gefühl. Einige Augenblicke hatte es gedauert bis Zoe begriff, das sie ihr doch nicht auf die Schliche gekommen waren. Liliana wollte lediglich wissen, was Zoe ihm bisher verabreicht hatte, damit er nichts doppelt bekam.

"Ich hab' schon Tinkturen vorbereitet sie sind im Medizinschrank .. - Das wolltest Du doch wissen oder? Kommt doch sicher alles vom .. Flusswasser.." Zoes Stimme festigte sich langsam wieder, dennoch wollte sie einfach nur noch raus aus der Heilerstube. Sie war so nervös geworden, das ein falsches Wort oder ein Blick sie vielleicht zu einem Geständnis hätte bringen können, ohne das sie das wollte.

Sie erklärte Liliana noch kurz, das sie gern etwas an die frische Luft gehen würde, das sie ja schon den ganzen Tag im Haus sei und dies nun bräuchte. Liliana bot an, sich weiter um Alan zu kümmern und so konnte Zoe die Heilerstube rasch verlassen.

Es brauchte eine Weile bis sie sich von dem Schreck erholte. Sie ging heim, trank etwas Tee und dachte nach.. Nun war ein neues Gefühl aufgetaucht. Sie hatte es mit Spannung erwartet, ihre Neugierde auf alles war geweckt worden. Sie hatte vorsichtig gehandelt und darauf geachtet das keine Beweise mehr zu finden waren. Dennoch .. heute hatte sie das erstemal das Gefühl, das doch irgendwer etwas bemerken könnte. Das sie sich verplappern könnte.. Wenn einfach nur die richtige Person die falsche Frage stellte..

Sie musste vorsichtiger sein ..

Verfasst: Samstag 17. November 2007, 18:12
von Alan Voldarin
Am frühen Abend wachte er auf, erst war er für einen Augenblick überrascht. Er lag im Heilerhaus. Es dauerte nicht mehr als ein Blinzeln und er erinnerte sich. Einige Tage lag er bereits hilflos im Heilerhaus, ohne Aussicht auf Heilung, sein Zustand wurde zusehends schlimmer und seine Hoffnung auf Genesung sank stetig. Wie auf Kommando erlangte das Kratzen im Hals seine Aufmerksamkeit. Reflexartig griff er an seinen Hals, als sich seine Lungen mit einem trockenen Husten von allem entledigten, was sie während des Schlafes nicht abgeben konnten. Seine Pusteln hatten inzwischen ihre vollste Größe erreicht.

Das nächste was er wahrnahm war Zoes Stimme.
"Alan, seid ihr wach?"
"Ja" war seine Antwort - doch, was sollte das? Seine Stimme war gerade noch ein Flüstern, unmöglich weiter hörbar, als einen halben Schritt. Vor Schreck beließ er seine Hände gleich an seinem Hals.
Zoe betrat sein Zimmer und bat ihn an den Tisch. Sie hatte etwas warme Suppe zubereitet und eine Tinktur würde ebenfalls auf ihn warten. Er wollte etwas sagen, doch die Worte erstickten schon im Hals. Seine Lippen bewegten sich, formten die Worte, doch kein Laut war mehr zu vernehmen. Angst stieg in ihm hoch.

Zoe begann wieder zu erklären das das bei dieser Krankheit normal sei und versuchte ihn zu beruhigen.
Sie gab ihm ein Buch und einen Stift, damit er sich so mit ihr verständigen konnte. Doch war sie nicht dazu im Stande, seine erste Nachricht zu lesen. Sicher lag es daran, dass er zwar halbwegs lesen, aber nicht wirklich schreiben konnte und einfach versuchte, etwas nachzubilden, was er einmal meinte, so gelesen zu haben. Dennoch war von dem was er da niederschrieb nur wenig als Buchstabe zu erkennen. Selbst mit viel Fantasie und gutem Willen hätte dies niemand "lesen" können. Diese Zeichen standen in keinem logischen Zusammenhang, es war einfach nur eine lose Aneinanderreihung von Symbolen und Zeichen, die wenig mit Schriftzeichen zu tun hatten.
Wie hätte er etwas schreiben sollen? Gehörte er doch zu den Menschen, die Stolz auf die Tatsache waren, wenigstens etwas lesen zu können. Zoes Antwort war für ihn eine Schmach, wie ein Schlag ins Gesicht. Sie sagte, sie könne das nicht lesen, er müsse deutlicher schreiben. Er konnte es nicht!

Die Wut stieg in ihm auf, doch das Gefühl der Erniedrigung und der Schande gewann schnell die Oberhand. Er ging schweigend, mit gesenktem Haupt an den Tisch und löffelte ein wenig von der Suppe. Sein Interesse an der vor sich hindampfenden Suppe war gleich null. Seit Tagen ging es ihm zusehends schlechter und jeden Tag versicherte ihm Zoe - die ihn schon nicht mehr mit du ansprach - aufs Neue, es wäre alles in Ordnung und er würde bald wieder gesund werden. Jeden Tag aufs Neue diese haltlosen Versprechungen, nach denen es immer schlimmer wurde. Es ihm immer schlechter erging. Nun verlor er noch etwas so wichtiges, seine Stimme. Er war sicher, in wenigen Tagen würde Kra'thor seine Seele aus dieser Welt tragen. Dies war ihm beinahe auch recht. Was hielt ihn auf dieser Welt? Die Schmach? Er hatte gerade den letzten Rest seiner Würde verloren, was mochte Zoe nun über ihren neuen Freund denken? - sie Duzte ihn auch schon nicht mehr, seid er Krank war... Was hielt ihn in dieser Welt? Sein kranker Körper? Die dampfende Suppe, die so lecker roch, vorzüglich sah sie aus, soetwas hatte er seit Tagen nicht mehr gegessen. - und wieder fühlte er sich schlecht. Wollte man ihm an seinen letzten Tagen noch etwas Gutes tun? Wieder ein Hinweis darauf, dass sein Leben sich bald dem Ende neigte?

Eine frische, warme Suppe... Er dachte an die Worte von Liliana einige Tage zuvor... Er solle das Flusswasser immer erst abkochen. Da hatte er noch seine Stimme und konnte sie fragen, wie sie sich das vorstellte. Sollte er im Gasthaus ein Feuer machen? Schließlich habe nicht jeder ein Haus mit Kamin... Jetzt diese Suppe... Er aß noch wenige Löffel und fühlte sich immer schlechter, schäbiger. Ihm kam das Tun der beiden Heilerinnen doch mehr wie Almosen vor. Aus Mitleid. Als wollten diese beiden Damen, denen scheinbar an nichts fehlte, einem armen sterbenden Herren eine gute Tat erweisen. Wollten sie ihr Gewissen beruhigen? Welches Interesse sollten sie an jemandem wie ihn haben. Welches Interesse sollte er an einer Suppe haben, die augenscheinlich zu seinen letzten Mahlzeiten gehören sollte. Hatte er es noch nötig an seinen letzten Tagen Almosen entgegen zu nehmen? Nein. Er wollte sein Leben mit Würde beenden. Doch wurde ihm der Wunsch, bereits verwehrt. Er wollte, wie bei einem Krieger angemessen, lieber in einer Höhle als im Bett sterben. Im Kampf gegen gefährliche Kreaturen und nicht gegen heimtückische Krankheiten, die ihm nach und nach alle Sinne raubte. Doch wurde ihm bereits vor Tagen jenes von Zoe nicht gestattet. Sie bestand darauf, das er in der Heilerstube bleiben sollte. Bis er gesund war. Natürlich.

Er legte den Löffel aus der Hand, er bekam keinen Bissen mehr herunter, auch wenn die Suppe vorzüglich war. Auf die Frage von Zoe, ob es ihm nicht schmecke, schüttelte er nur den Kopf und rieb sich den Bauch - Zoe deutete es, als sei er satt, doch es war ihm weiter egal. Er war zu deprimiert für weitere Erklärungsversuche.
Zoe deutete an, sie wolle die (bis jetzt erfolglose) Behandlung fortsetzen. Er wusste nicht, warum sie nun so fürsorglich zu ihm war, warum sie plötzlich so freundlich zu ihm war. Außer seinem bevorstehenden Ende, kam ihm keine weitere Möglichkeit in den Sinn.
Er wollte keine Kräuterspülungen gurgeln. Er wollte nicht tagelang ans Bett gefesselt sein, ehe er langsam aus dieser Welt entschlief. Er wollte widersprechen, doch kein Wort kam ihm über seine Lippen. Es gab nur eines, was er wirklich wollte, er wollte...

Zoe unterbrach seine Gedanken.
"Schreibt etwas auf.. aber deutlich bitte, damit ich verstehen kann was Ihr mir sagen wollt"

Langsam fing er an, im großen Bogen einen Buchstaben zu zeichnen. Der Buchstabe sollte für keinen Menschen erkennbar sein und er strich ihn sogleich wieder durch, ehe er neu ansetzte. Schon nach dem ersten Strich hielt er inne und dachte wieder nach. Er machte einen Kringel, der entfernt und mit viel Fantasie ein 'G' darstellen konnte.
Zoe fragte nachdenklich, nach dem sie ihn beim "schreiben" beoabachtet hatte, ob er denn Lesen und Schreiben gelernt hätte. Was für eine Frage! Sah sie es nicht? Warum diese Frage? Wie hätte er antworten sollen? Plötzlich fühlte er eine tiefe Leere in sich, er war ein Niemand. Er konnte mit niemanden kommunizieren, er war alleine in einer Welt voller Menschen. Scheinbar schienen die Menschen in diesen Landen schwer glauben zu können, dass er der Schrift nicht mächtig war. Was für eine Schmach, was würde man über ihn denken oder hinter seinen Rücken über ihn sagen? Was war das für ein Leben? Dem Willen von den Heilern unterworfen, ohne Aussicht auf Heilung, durfte er den Rest seines Lebens, seine letzten Tage, im Bett verbringen. "Durfte" machen, was sie von ihm verlangten. Konnte er sich doch ohne Waffen oder Rüstung kaum eine Flucht gegen ihren Willen vorstellen. Mit Zoe war er bereits jagen, hatte sie dabei beobachten können. Sie war willenstark. Gegen ihren Willen konnte er nichts machen. Er würde sich fügen müssen.
Ob er lesen und schreiben könne? Ihr Blick schien ihn fragend zu durchbohren, er blieb ihr die Antwort schuldig - oder vielleicht doch nicht? Keine Antwort ist schließlich auch eine Antwort. Jedenfalls legte er den Stift nieder und ließ sie alleine am Tisch zurück. Eilig ging er in sein Zimmer, rollte sich auf dem Bett zusammen und zog sich die Decke über den Kopf. Er hatte genug.

Zoe folgte ihm einen Augenblick später und fragte, ob er allein sein wolle. So war es, doch konnte er seinen Wunsch nur schwer artikulieren. Zoe versuchte irgendwie auf ihn einzureden, doch er hörte kaum auf ihre Worte. Er begann unter der Decke zu wimmern, zu schluchzen, sein Körper bebte und unter Tränen krallte er sich an der Decke fest, damit man sie ihm nicht abnehmen konnte und sollte. So sollte ihn keiner sehen.

Zoe schien seinen Wunsch zu verstehen und ihn, nach einigen weiteren vergeblich tröstenden Worten allein zu lassen. Zumindest hörte er lange nichts mehr von ihr. Aber seine Freude währte nicht lange, sie ging nur fort um Liliana zu ihm hoch zu schicken, die ihm nach wenigen Worten die Decke entriss. Welch' Schmach! Wollten sie ihn auch erniedrigen?
Womit hatte er dieses Los verdient? Gewiss war er kein guter Mensch, wie einer der lichten Priester, doch war er alles andere, als böse. War das sein Fehler? Hätte er sich deutlicher einem Gott zuwenden sollen, war sein mangelnder Glaube schuld daran? Wieder keine Zeit zum nachdenken.

Liliana begann wieder ihr übliches Lied, keine Krankheit könne man genau berechnen, aber wenn er mitarbeiten würde, wäre das bald ausgestanden. Sie und Zoe würden ihr Bestes geben. Sie wollte, dass er seine Spülung zu sich nahm. Er drehte sich zu ihr um, er wollte widersprechen. Kein Ton kam ihm über die Lippen. Noch viel schlimmer, er sah sie an, sie sah ihn an! Sie sahen sich an! Seine Augen waren gerötet vom weinen, Tränen standen ihm im Gesicht. Sie begann aufs Neue mit ihrem üblichen Lied,
Sein Blick traurig, verbittert und böse; hatte er nicht schon gerade den letzten Rest seiner Würde verloren?

"Nun schaut nicht so" sagte sie ihm. Er solle nicht so schauen? Sie hatte leicht reden, sie fühlte sich dem Tod nicht näher, als dem Reich des Lebens, sie hatte ein Haus mit eigenem Kamin, sie hatte ihre Würde, sie war frei in ihrem Tun. Sie hatte kein schmutziges Flusswasser getrunken. An Ihrer Stelle hätte er sicher auch ganz anders geschaut. Was erwartete sie von ihm in dieser Situation, dass er auf Kra'thor mit einem Lächeln wartete?

Ein, zwei Mal ließ er sich noch bitten, dann war es ihm egal... Sie wollte, dass er hinunter in den Behandlungssaal ging und er fügte sich, war er letztendlich doch ihrem Willen unterworfen. Er war in ihrem Haus. Er ging in den Saal, aber nicht ohne vorher das Buch von dem Tisch aufzulesen, wo er soeben noch gegessen hatte. Er wollte einen letzten Versuch wagen, das Eine zu fordern. Das was er nun als einziges wirklich wollte.
Er hielt das Buch fest in den Händen, unter dem Druck nahm es Schaden, doch war es ihm völlig egal, ein Buch hatte für ihn nie einen Nutzen oder größeren Wert gehabt. Es brannte leicht ja, und hielt warm, aber gelesen hatte er nie in einem. Er krallte sich an dem Buch fest, seine möglicherweise letzte Chance, er musste sich verständlich machen.

Im Behandlungssaal angekommen ließ er die Behandlung über sich ergehen, aber nicht ohne das Buch dabei fest zu halten, als wäre es das kostbarste für ihn, das es gäbe. Seine letzte Möglichkeit. Er gurgelte die Spülung, es war ihm egal, welche Wahl hätte er auch gehabt? Er war so durcheinander das er den beiden Heilerinnen kaum folgen konnte, worum sie ihn baten. Er wollte die ausgespuckte Spülung wieder zum Gurgeln nutzen, tat es auch, stieß aber nur auf wenig Verständnis. Ihm war es ega. Bald hatte er seine Kräuterspülung zuende gegurgelt und letztendlich auch in der richtigen Schale entsorgt. Ausgespuckt.
Er hatte seine Aufgabe erfüllt, nun war es an der Zeit seine Forderung zu stellen, das zu fordern, was er wolte. Das was ihm ein Heiler nicht geben konnte. Doch er musste es versuchen. Er musste dafür sorgen, das er mit einer der beiden Heilerinnen allein war, wenn er bekommen wollte wonach er sich sehnte. Er müsste eine von ihnen allein fragen. So bat er Liliana mit einigen wirschen Handgesten und Zeichen ihn und Zoe allein zu lassen.

Zoe und er, sie waren nun alleine, mit dem Buch, er schlug es auf. Mehrfach deutete er auf das halbwegs erkennbare "G", als Zoe es als "G" erkannte machte er sich wieder ans weiterzeichnen, doch Zoe nahm ihm die Arbeit ab! Sie hatte die Idee ihm zu helfen. Sie schrieb alle Buchstaben und Zahlen die es gab auf und er musste sie nur noch antippen!
Nun ging es schnell, lesen konnte er ja, jetzt wo er die Buchstaben sah, erkannte er auch die meisten. Er konnte ihr eine Nachricht zukommen lassen. Seine Forderung. Er deutete auf die Buchstaben. Immer mehrfach, damit Zoe auch ja nichts entging. Zoe wiederholte jeden Buchstaben. "G - I - F - D" Er deutete auf Zoe, dann auf den Herd, wo er annahm, sie würde dort ihre Tränke mischen, als letztes deutete er auf sich. Sie hatte ihn verstanden! Sie sollte ihm Gift mischen. Er wollte mit Würde aus dem Leben treten, bevor die Krankheit dies nicht mehr zuliess und ohne noch wochenlang im Bett dahin siechen zu müssen! Es sollte ein Ende haben, hier und jetzt!

Als hätte er es geahnt.. Zoe wollte ihm seine Bitte nicht erfüllen. Er sank vor ihr auf die Knie, stumm bittend und flehend sah er sie an. Sie blieb hart, sie wollte ihn wohl weiterhin leiden sehen, sie wollte ihn nicht erlösen. Sie fing wieder mit ihren Beteuerungen an das er doch nicht unheilbar krank sei und er bald gesund sein würde. Er erhob sich, er wollte sein Gift! Er ging auf sie zu, packte sie fest an der Schulter, drängte sie zum Herd und... Zoe, überrascht von dem Angriff, rief Liliana zur Hilfe, bevor er genau wusste, was er nun machen wollte, stand Liliana auch schon neben ihnen.

Es war vorbei! Es war aus! Sein Wunsch blieb ihm verwehrt, er ließ von Zoe ab, versuchte ein letztes Mal gestikiluerend sein Gift zu bekommen. Ohne Erfolg.
Er verließ den Behandlungsraum. Mit gesenktem Haupt ging er auf sein Zimmer. Er war den beiden Frauen ausgeliefert. Er sollte wenn es nach ihnen ging wohl noch lange, langsam aber stetig, seinen Weg gehen. Immer weiter, dem Weg folgen, dem Weg ohne Rückkehr. Er sollte den Weg beschreiten, bis von ihm nur noch sein lebloser Körper übrig war, von der Krankheit zerfressen und seine Seele auf den Weg in eine bessere Welt gelangte.

Er wollte nur eines wirklich, er wollte ein würdiges Ende, eines welches einem Krieger würdig wäre. Er wollte nicht wochenlang in diesem Bett liegen. Zusehen, was die beiden Damen von ihren hohen Rössern aus für Ihn, dem Wurme im Staub, planten. So wie es ihm vorkam. Er glaubte Zoe nicht, das er am Ende der kommenden Woche wieder gesund sein würde. Wahrscheinlich wäre er da schon Frass für die Würmer unter der kalten Erde.

Er betrat sein Zimmer und seine Gedanken erhellten sich kurzzeitig auf. Seine Sachen lagen dort. Sofort verdunkelten sich seine Gedanken wieder. Seine Kleidung wurde gewaschen. Schnell sah er nach seiner übrigen Habe. Seine Tasche, seine Stiefel und sein Wasserschlauch, schienen nicht angerührt worden zu sein. Er trat auf den Flur und sah sich um. Er war allein. Die Hoffnung erwachte.
Schnell war er wieder in seinem Zimmer. Schnell fand er seinen rechten Stiefel und es brauchte nur einen Handgriff. Er hielt ihn in den Händen! Seinen Dolch! Eigentlich keine Waffe mit der er kämpfen würde. Ein kleiner Dolch, von einfacher Machart, aus einfachen Eisen, dünn und fast ohne Parrierstück. Fast könnte man sagen, es sei nur eine Klinge. Aber eine Klinge, die trotz allem scharf war, die sich dank ihrer Größe im Stiefel verstecken ließ. Eine Waffe die er immer bei sich hatte. Wie hatte er das nur vergessen können? Er hatte eine Waffe!

Lange betrachtete er seinen Dolch nicht. Er hörte sich nähernde Schritte. Schnell steckte er den Dolch wieder zurück in den Stiefel und verstaute seine Habe eilig in der Kommode. Er hatte sich gerade rücklings in sein Bett gelegt, als Zoe sein Zimmer betrat. Sie brachte ihm etwas Wasser, Tee und eine Glocke, damit er sich bemerkbar machen konnte. Irgendwie war sie immer auf alles vorbereitet. Er nickte ihr dankend zu, beinahe konnte man soetwas wie ein Lächeln in seinem traurigen Gesicht erblicken. Er wirkte alles in allem viel zufriedener. Zoe versprach wieder, er würde bald genesen sein und er nickte alles brav ab. Er nahm alles hin. Nun war alles anders!

Eine Glocke! Eine Glocke, falls ich Aufmerksamkeit bräuchte? Eine Glocke? Eine Glocke wie eine Kuh auf der Weide? Soll das wieder eine Erniedrigung sein?
Und wieder ihr übliches Lied, bald bin ich genesen. seit sie es sagt, geht es mir jeden Tag schlechter. Ihre Mittel helfen nicht und es geht stets bergab.
Hält sie mich nun für wehrlos? Nein, ich bin nicht wehrlos! Ich bin nicht auf Ihre Gnade angewiesen! Ich brauche kein Gift von Ihr! Ich will kein Gift mehr von Ihr!
Sie hält mich für wehrlos? Ich werde ihr Schauspiel mitspielen. Aber nun habe ich eine Wahl!


Mit einen schwachen Lächeln auf den Lippen schlief er nach wenigen Augenblicken erschöpft ein...

Verfasst: Samstag 17. November 2007, 19:58
von Zoe de Velgy
Ihre Schulter schmerzte noch immer. Alan hatte am gestrigen Abend aus lauter Verzweiflung und Wut über seinen Zustand nicht gerade leicht zugepackt. Er wollte sie dazu bringen, ihm Gift zu verabreichen. Er wollte sein Leben und sein Leiden beenden. Sie schob ihr Hemd etwas zurück und besah sich die inzwischen dunkel gefärbte Haut an ihrer Schulter. Vorsichtig berührte sie nur ganz eben die verletzte Haut und stöhnte schmerzvoll auf. Der Griff kam ihr vor Schreck erst gar nicht so schlimm vor. Sie war in dem Moment eher darauf konzentriert, was als nächstes geschah. Dafür spürte sie den Schmerz heute umso mehr.

Sie hatte es wohl so verdient. Zoe wollte Alan nicht in den Wahnsinn treiben und auch nicht das er sich etwas antat. Sie würde ihm niemals ein tödliches Gift verabreichen. Er wusste irgendwie wohl nichts vom Labor und ging davon aus, sie würde dort im Behandlungsraum ihre Tränke zubereiten. Zoe erklärte, das sie ihm sicher kein Gift geben würde und auch keines im Haus hätte. Sein Griff verhärtete sich noch ein Stück weiter. Er wollte, das sie ihm hier und jetzt Gift mischte, sie konnte es in seinem Gesicht ablesen. Liliana eilte ihr rasch zur Hilfe, als Zoe panisch und schmerzerfüllt nach ihr rief.

Wäre sie nicht gekommen, hätte er sie wohl gänzlich auf den heissen Rost gedrückt oder ihre Schulter zerquetscht. Körperlich war sie ihm um einiges unterlegen. Wieder hatte sie einen Grund mehr vorsichtig sein zu müssen. Sie musste aufpassen, das er sich nichts antat und das er ihr nichts tat. Seine Verzweiflung über den Verlust seiner Stimme hatte sie erst nicht so ernst genommen. Sie hatte die Idee ihm alle Buchstaben und Zahlen aufzuschreiben. Er hatte ja schonmal einen Brief gebracht, also lesen konnte er. Ein wenig zumindest. Zoe dachte, das dies ausreichen würde um ihn zu beruhigen. Vielleicht war das der Fehler. Sie dachte, er sei nur darüber betrübt, das er sich nun eine Weile kaum noch verständigen konnte und nicht darüber, das ihm die Krankheit doch mehr als geplant zu schaffen machte. Denn selbst bei einer schweren Erkältung kann ein Stimmverlust mal vorkommen. Doch Alan glaubte immer weniger daran, das er wieder gesund werden würde. Er glaubte weder ihr noch Liliana. Ihre Versprechungen das er am Ende der kommenden Woche wieder gesund sein würde, schürten eher noch seinen Zorn und sein Misstrauen.

Irgendwie hatte er dann am gestrigen Abend wohl verstanden das er so nicht weiter käme und er liess Zoe, die ihn danach einfach für einige Momente stumm anstarrte, los. Sie traute der ganzen erschaffenden Situation immer weniger. War sie doch zu weit gegangen? Wie hätte sie auch solch Reaktionen erahnen können. Er würde sich sicher noch etwas anderes einfallen lassen. Alan verschwand ohne weitere Gesten nach oben und Zoe begann den versprochenen Tee zuzubereiten. Das sie auch ein leichtes Schlafmittel mit hineingab, beruhigte sie etwas. So würde er wenigstens diese Nacht noch durchschlafen und sie musste sich nicht weiter sorgen. Weder um ihn noch um sich.

Sie musste nur dafür sorgen, das Alan solang durchhielt, bis er selbst spürte das sich sein Zustand besserte. Die Pusteln würden nun, nachdem sie voll ausgereift waren, langsam austrocknen und somit würde sich in den nächsten Tagen auch sein Hals wieder langsam erholen. Alan glaubte inzwischen, das er bald das Zeitliche segnen würde, oder das er bald ganz von der Krankheit zerfressen wäre. Zoe wusste nicht genau, wie sie ihm diese Gedanken austreiben konnte und hoffte darauf, das er schon heute oder morgen bemerkte wie die Krankheit nach und nach abschwächte. Die Kräuterspülungen beschleunigten die Heilung nur zum Teil. Würde sie ihn gar nicht behandeln, würde er sicher denken, sie hätten ihn bereits aufgegeben und die Situation würde immer weiter eskalieren. Vielleicht sollte sie ihm heute auch einfach einen Beruhigungstee oder Schlaftee verabreichen.

Zoe ging in die Heilerstube, suchte nach Liliana, fand sie aber nicht. Niemand war zugegen. Sie ging dann leise die Stufen nach oben um nach Alan zu sehen, der ruhig schlief. Danach ging sie ins Labor zu den Regalen und suchte sich gezielt den richtign Salbentiegel heraus, um ihn in ihre Tasche zu stecken. Sie fühlte sich mit dem Schmerz in ihren Bewegungen eingeschränkt, spürte den Schmerz immer wieder bei einer falschen Bewegung. Sie wollte ihre Schulter mit Salbe versorgen, damit der Schmerz sich vermilderte. Irgendwer würde gleich sicher noch auftauchen, der ihr dabei helfen konnte. Wer weiss was heute noch alles auf sie zukommen würde. Sie musste mit allem rechnen.

Verfasst: Montag 19. November 2007, 13:50
von Alan Voldarin
Am folgenden Abend wiederholte sich seine Bahandlung. Zoe brachte ihm etwas Tee und bat ihn ins Behandlungszimmer. Er machte sich ohne jeglichen Widerstand auf den Weg, wobei Zoe immer darauf bedacht schien, etwas Abstand zu ihm zu halten. Seine Krankheit war also doch ansteckend? Eine gewisse Freude konnte er dieser Tatsache abgewinnen. Dieses lag nicht zuletzt daran, dass Zoe immer wieder einen Schritt zurück wich, als er ihr näher kam, als hätte sie Angst vor ihm.

Seine Sicht der Krankheit war damit für ihn bestätigt, doch an dieser hatte er sowieso nicht gezweifelt, und so war diese Tatsache doch durchaus positiv zu sehen, da Zoe nun scheinbar Angst vor ihm hatte. Die Ansteckungsgefahr war also doch gegeben und deshalb sollte er auch seit Tagen einem Mundschutz tragen, was er aber nie tat. Er gurgelte seine Mundspülung und während er das tat, rief Liliana zu Zoe, dass sie gehen würde. "na Klasse.." entfuhr es Zoe. Er sah sie nur kurz fragend an, ehe er seine Spülung zu Ende gurgelte und in der Schüssel entleerte.

Als Zoe ihm ein Glas Wasser reichten wollte, wollte er es wissen. Er erhob sich und Zoe wich sofort ängstlich zurück. Er fühlte soetwas wie Genugtuung, er streckte langsam seine Hand in Richtung des Glases und damit zu Zoe aus. Nein - er wollte sie nicht würgen, sie schein es zu denken und er deutete auf das Wasserglas in ihrer Hand. Hastig stellte sie das Glas ab. So hastig, wie sie es tat, so langsam griff Alan nach dem Glas und trank es langsam und genüsslich. Dabei über den Rand des Glases zu Zoe schauend. Es schien, als würde er jeden Tropfen des Wassers und vor allem jede Sekunde genießen.

In seiner ausgestreckten Hand hielt er ihr dann wieder sein leeres Glas hin, nicht geneigt es abzustellen, ihre Reaktion nun gespannt erwartend. Er wusste nicht genau, was geschehen war, Anspannung schien über der Situation zu stehen und er genoss seine neue Situation. Wie erhofft griff sie langsam nach dem Glas und als sie es fest in der Hand hielt, öffnete er plötzlich und schnell seinen Griff um das Glas. Ja. Das gefiel ihm wirklich, Zoe zog ihre Hand schnell zurück.
Seine Pusteln im Gesicht hatte er ob seiner verlorenen Stimme schon fast vergessen, doch er wurde durch die Frage wieder daran erinnert. Ob Zoe sein Gesicht reinigen solle, oder ob er es wolle? Eine großzügige Geste und ein aufforderndes Nicken in ihre Richtung und er hatte ihr seine Antwort zu verstehen gegeben.
Er war bereit die folgenden Augenblicke bis ins letzte Detail auszukosten, langsam kam sie ihm näher. Doch auf einmal, wie eine Seifenblase, zerplatzte alle Freude. Seine Neugierde verschwand. Der Genuss verkehrte sich in Skepsis.
Unter festen Schlucken sagte Zoe: "Aber diesmal behaltet ihr Eure Hände bei Euch ja?"
Für einen Augenblick herrschte Leere in seinem Kopf, dann stürzten die Fragen auf ihn ein.

Was hatte er getan? Hatte er sich an ihr vergriffen? Welche Erinnerungen hatte die Krankheit ihm genommen? Was hatte er ihr angetan? Warum musste er die letzte Behandlung so auskosten? Und vor allem: wovor fürchtete sie sich? Vor Ihm?

Nachdem er sich wieder fing und sein fragender Blick seine Unwissenheit verriet, entblößte sie zu einem kleinen Teil ihre linke Schulter. Sofort erkannte er einen Bluterguss und jetzt realisierte er ebenso, dass sie den ganzen Tag fast nur den rechten Arm nutzte. Sie verhüllte ihre Schulter wieder und alle seine Gedanken fanden wieder für wenige Augenblicke abrupt ein Ende, ehe sie ihn wieder überrannten.

Er schien einen Augenblick zu überlegen, und seine Gedanken klarten sich auf. Der gestrige Abend. Seine Forderung nach dem Gift. Hatte er der Forderung zu viel Nachdruck verliehen? Er wollte sie nicht verletzt haben - war sie doch eine Dame..., aber hätte er denn ahnen können, dass er so etwas Zerbrechliches vor sich hatte? Schließlich war er mit ihr jagen gewesen, und sie hatte dort gute Arbeit geleistet.

Während er sich ohne Widerstand behandeln ließ zerbrach Stück für Stück seine Sichtweise der Dinge um ihn herum. Eben noch bewiesen, nun zweifelte er, er wusste nicht mehr, was er glauben sollte, zu viele Fragen gingen ihm im Kopf herum.
Die Behandlung war abgeschlossen und noch immer wusste er nicht so recht, was er von den Dingen halten sollte. Nur eines wusste er, trotz allem Nachdrucks seiner Forderung nach dem Gift, er hatte sie nicht verletzen wollen. Er hatte nur einen Gedanken, wenn er klar denken wollte müsste er es hinter sich bringen, es über sich bringen. Er bat um sein Buch. Zoe hatte ein Neues geschrieben. Noch einmal zögerte er, aber er musste es tun. Der Satz schwirrte in seinem Kopf herum "Verzeih', Zoe". Er musste, aber warum fiel es immer so schwer, sich zu entschuldigen?

Er riss sich zusammen und tippte auf die Buchstaben "F - E - R - Z - E - I". Es brauchte einen Augenblick, aber sie verstand ihn. Sie stellte umgehend eine Forderung, er traute seinen Ohren nicht. War es ihm doch schwer genug gefallen sich zu entschuldigen. Er war ein Mann! Er hatte sich unaufgefordert entschuldigt! Er hatte sich freiwillig entschuldigt! Wenn ein Mann sich unaufgefordert, freiwillig und aus freien Stücken entschuldigt, muss man ihm sofort vergeben, das geschieht nur ein paar Mal im Leben! Wollte sie diesen Augenblick nun auskosten? Sie stellte eine schwere Forderung! Sie würde ihm verzeihen, aber nur, wenn er ihren (bis jetzt immer falschen) Vorhersagen Glauben schenken würde. In einer Woche würde er wieder ganz der Alte sein.

"Was für eine Forderung! Sie hätte gleich fordern können, er dürfe nie wieder ein Bier anrühren! Wie lange war das letzte Bier nun schon her? - Zu lange!" dachte er sich. Ein Versprechen wog viel in seinen Augen und was er versprechen sollte zu glauben, war das genaue Gegenteil von seinen Ansichten. Seine Ansichten wurden aber gerade eines Standbeines beraubt und wankten. Er konnte sich noch keine Gedanken über die Situation machen, seid er von der Schulter wusste. Alle Gedanken drehten sich im Kreis, immer schneller und schneller. Er musste sich entschuldigen, er war im Unrecht, was hätte er denn für eine Wahl?

Eine Wahl? - Keine Wahl? Wieder stand er mit dem Rücken zur Wand! Wieder hatte er keine Wahl, wieder war er ihr ausgeliefert. Wieder .. und würde er es ihr versprechen, ihr Glauben zu schenken, dann würde es noch mehr von ihren Worten abhängen. Aber er hatte diesmal wirklich keinen Wahl. Er hatte Ihr Unrecht getan. Er hatte sie verletzt, körperlich verletzt, nur weil ihre Worte ihn nach einem würdigen Ende dürsten ließen und er in dieser "Anstalt" alles zu verlieren schien, seine Würde, sogar seinen Verstand?. Er dachte an die Verhältnismäßigkeit. Er stand in ihrer Schuld, er musste sich entschuldigen. Er hatte keine Wahl.

Er nickte ganz leicht. Sie schien es nicht als Nicken zu erkennen. Er tippte auf 'J' - 'A'. Sie lass 'A'. Waren das Zufälle? Glauben konnte er das nicht, sie wollte ihn erniedrigen, seine Situation, ihre Stärke ausnutzen. Sie wollte den Augenblick auskosten, ihm im Staube sehen. Wut stieg in ihm auf. Er riss sich zusammen und presste seinen Zeigefinger aud das 'J', solange, dass sie es nicht überlesen konnte, dann auf das 'A'.
"ach J-A. Ja. Also ihr folgt meiner Bedingung?" Warum diese Nachfrage? Sie hatte danach gefragt - er hatte darauf geantwortet! Er nickte nur knapp und erhob sich, er ging zum Vorhang und hielt kurz inne, ehe er den Behandlungsraum verließ. Nun stand er im Flur des Heilerhauses, die Öllampen waren bereits ausgebrannt und nur noch ein mattes Schimmern erhellte den dunklen Flur. Er sah sich um, er war alleine, hier war die Treppe zu seinem Zimmer, dort die Tür nach draußen. Warum zog die Tür seinen Blick nur so an?

Langsam ging er zur Tür. Sie war nicht verschlossen. Zoe, die inzwischen auch im Flur war, sagte, wenn er frische Luft schnappen wollte, solle er sich wenigstens Schuhe anziehen. Er hörte nicht auf sie. Er schob die Tür auf. Ehe er sich versah stand er draußen vor der Tür, vor ihm lag die Dunkelheit, die Wiesen, die Wälder, die Weite. Hinter ihm lag das Heilerhaus, die Enge, die Unterdrückung.
Er sog die frische Nachtluft ein, wie ein trockener Schwamm das Wasser. Die frische Luft tat ihm gut, es war das erste mal, dass er, seit er hier Patient war, wieder an frische Luft kam. Die frische Luft blies den Schleier von seinen Gedanken.

Hatte ich Zoe überschätzt? Ist sie wirklich so hilflos? Ist sie so verwundbar? Ich sah sie doch vor kurzen, wie sie einen Höhlenkobold nach dem nächsten von der Höhlendecke schlug. Soll ich nur denken sie sei hilflos und mich sicher fühlen? Dies Alles erscheint mir mehr und mehr wie ein Schauspiel, aber wollte ich jenes nicht mitspielen?

Er spielte mit dem Gedanken wegzulaufen, einfach einen Schritt vor den anderen zu stzen. Er schaute noch einmal zurück zum Heilerhaus. Zoe stand neben ihm. Er ließ den Blick schweifen; Dunkelheit - Zoe - Heilerhaus - Zoe und wieder Dunkelheit.
"Geht lieber wieder rein bevor ihr euch noch eine Erkältung zusätzlich holt." meldete Zoe sich erneut zu Wort.
Er machte auf der Stelle langsam kehrt und ging zurück in das Heilerhaus. Er musste seine Gedanken ordnen. Er musste nachdenken.

Verfasst: Montag 19. November 2007, 18:13
von Zoe de Velgy
Blutegel. Zoe fand es angenehmer Patienten damit zu behandeln als damit behandelt zu werden. Liliana schmunzelte über Zoe's Verhalten. So wie sonst Zoe ab und an schmunzelte wenn sie Patienten auf diese Weise behandelte. Zoe beobachtete jede Handbewegung von Liliana genau und sagte immer wieder, das es ausreichen würde, nur die Schulter zu behandeln. Den Bluterguss auf der unteren Rückenhälfte hatte sie kaum gespürt, wahrscheinlich überzog der Schmerz in der Schulter alles andere. Liliana drückte leicht auf die Schwellung am Rücken und Zoe spürte, das auch dort mehr als Salbe nötig war.

Auch Trutta, die zu Besuch war, schaute leicht angewidert zu, während Liliana nach und nach die Egel auf Zoe's Schulter platzierte. Zoe saß auf dem Behandlungstisch, Egel auf der Schulter und Egel am Rücken. Ihre Befürchtung, das die Blutegel langsam nach unten rutschen würden und vielleicht an Stellen gelangten, wo sie sie lieber nicht spüren wollte, wurde von Liliana belächelt. Sie zog ihren Rockbund vorsichtshalber noch enger. Schnürrte ihn sogar etwas in ihre Haut, damit auch ja kein Egel tiefer glitt als gewollt. Trutta fragte Zoe nach und nach wie die Verletzung zu Stande kam. Nur langsam und ausweichend waren ihre Antworten. Sie wollte nicht ausversehen zuviel Preis geben oder sich mit ihrer Mimik verraten. Auch hatte sie Liliana und Trutta zu gern, um sich in noch mehr Unwahrheiten verstricken zu müssen. Sie dachte noch immer, das sie diese Verletzung verdient hatte. Mindestens. Das er letztendlich dann so verzweifelt über diese Krankheit war, das er sich sein Leben nehmen wollte, hätte sie nie gedacht und auch nicht gewollt.

Sie hatte durch diese Tat allgemein mehr Kenntnisse und an Erfahrung gewonnen. Zoe hatte die Krankheit planen können. Hatte planen können, wie sie ihm, ohne das er es merkte, die Krankheit anhaften konnte. Sie hatte zuwenig über die Dinge nachgedacht, die sie nicht hatte planen können. Die Reaktion von Alan, als er merkte das er kein Wort mehr sprechen konnte. Das er doch verzweifelter über seine Situation war, als sie je angenommen hätte. Das er ihr weinend aus dem Weg ging und ihr kein Wort mehr glaubte. Obwohl er nicht mal wusste das sie dahinter steckte. Das sie jeden Menschen genauer betrachtete und sich fragte, wer wirklich hinter der Fassade steckte. Das sie jeden ihrer Bekannten und Freunde etwas vormachte, sie zum Teil sogar anlog. Ihr Misstrauen in die Menschen wuchs, durch ihre eigene Tat noch etwas an. Niemand würde doch von ihr, einer jungen, freundlichen, immer hilfsbereiten Heilerin denken, das sie solch Dinge tun würde? Wieviele solcher Menschen gab es noch, von denen man nicht mal ansatzweise annahm, das sie etwas böses im Schilde führten? Diese Gedanken machten ihr schon Angst bevor sie sie auch nur zu Ende dachte. Die anfängliche Spannung und Freude der ganzen Sache hatte nachgelassen.

Einige Zeit später, als Zoe dabei war die Kräuterspülungen und Tinkturen für Alan vorzubereiten, dachte sie darüber nach, wie sie sich ihm Gegenüber weiterhin verhalten sollte. Sie musste sich etwas einfallen lassen, damit die Situation sich nicht noch weiter verstrickte als es eh schon der Fall war. Mit den Gedanken daran ging sie langsam die Stufen nach oben zu seinem Zimmer um ihn ins Behandlungszimmer zu bitten. Er folgte ihrer Aufforderung rascher als gedacht. Sie war sogar ein wenig erschrocken, als er plötzlich so rasch vor ihr stand. Fast wäre sie ihm reflexartig ausgewichen, konnte sich aber im letzten Moment noch zusammen reissen. Sie fragte sich selbst was das sollte, als sie bemerkte, das sie schützend ihren rechten Arm nach oben hielt. Rasch liess sie ihn wieder herab sinken und hoffte das Alan nichts davon bemerkt hatte. Aber warum eigentlich? Eigentlich sollte sie doch genau das tun. Ihm die ängstliche Zoe vorspielen. Bis er bemerkt, das er etwas "angerichtet" hatte. Sie hoffte, das sich dann sein Gewissen zu Wort melden und er sich entschuldigen würde. Sie konnte ihn nicht genau einschätzen, das hatte sie immer wieder seit alldem bemerkt. Dennoch hoffte sie erneut, das ihr Vorhaben, welches sie nach und nach gedanklich für sich plante, aufgehen würde. Sie könnte ihm wieder Bedingungen stellen, ihn auffordern ihren Worten zu glauben. Ihr zu vertrauen. Und er würde vielleicht sogar bleiben, sich nichts antun. Zumindest bis er bemerkte das er bald wieder gesund wäre.

Alan war bereits nach unten vorgegangen und Zoe folgte ihm nur langsam. Ab und zu schaute er sich um und schien sich zu wundern, das Zoe soviel Abstand hielt. Auch im Behandlungsraum machte sie nichts anderes. Sie reichte ihm die leere Schüssel und den Becher mit der Kräuterspülung mit weit ausgestrecktem Arm. Das schützende Ende des Behandlungstisches dazwischen, auf dem Alan saß. Ihren linken Arm bewegte sie kaum, auch wenn dies nicht gespielt war. Jede falsche Bewegung schmerzte ihr noch immer sehr. Während Alan gurgelte, suchte sich Zoe einen Platz in einer "sicheren" Ecke des Raumes und beobachtete ihn. Alan schien es nach und nach aufzufallen, das Zoe sich merkwürdig verhielt. Ihre Bewegungen waren langsam, bedächtig und zurückhaltend. Als sie ihm den Becher und die anderen Dinge wieder abnahm und ihm danach ein Glas Wasser reichte, hielt sie ebenfalls wieder einen großen Abstand.

Ihr Gefühl, das dieses Schauspiel nun noch sein müsste, überstimmte ihr schlechtes Gewissen. Sie musste es zu Ende führen, damit Alan nicht mehr Schaden nahm als es je gewollt war. Teilweise, zumindest als er sich weinend unter seiner Bettdecke verkrochen hatte, bekam sie Mitleid mit ihm. Sie verabscheute sich nicht mehr für ihre Tat. Am Tag von Alans Ankunft in der Heilerstube, in der Nacht vor ihrem Geburtstag, tat sie es für einige Stunden. Sie dachte an ihre Mutter, die sie am Tag ihres Geburtstages immer besonders vermisste, betrachtete ihr Bild, das über einer Kommode in der Bücherecke hing und fragte sich, was sie da angerichtet hatte. Wie sie mit einem Menschen und seiner Gesundheit so hatte spielen können. Was ihre Mutter wohl dazu sagen würde? Sie wusste in dieser Nacht langsam selbst nicht mehr was sie von alldem halten sollte.

Alan saß ruhig auf der Behandlungsliege, trank langsam sein Wasser und ahnte wohl nicht mal annähernd etwas von Zoes Taten und Gedanken. Liliana kam kurz zu Alan und Zoe in den Behandlungsraum, aber nur um sich gleich wieder zu verabschieden. Zoe's Begeisterung darüber liess sie mit einem knappen "Na klasse.." heraus. Aber wohl nur für sie und Alan hörbar, denn Liliana erwiderte darauf nichts. Es war ihr wirklich etwas unangenehm das Liliana sie mit ihm allein liess. Das sie nicht in hörweite war wie am Vortag, falls etwas passierte. Alan schaute sie mit fragendem Blick an und Zoe erklärte ernsthaft, das sicher gleich Jarref oder Luca oder jemand anderer käme. Wohl mehr um sich damit zu beruhigen. Sie waren allein. Der Angriff von gestern hatte ihr gereicht. Sie hatte sich nach dem ersten Schreck absichtlich nicht gewehrt, sie hatte ihn hinterrücks verletzt, das war schlimm genug. Das er so ausgerastet war, war ihre Schuld. Wer letztendlich gefährlicher für den jeweils anderen war.. sie wollte es nicht herausfinden. Auch er verstand ihren Satz nicht und Zoe begann dann stumm die Schüssel mit warmen Wasser und einer Tinktur vorzubereiten, die für sein Gesicht gedacht war.

Alan blickte Zoe forschend an, trank das Wasser nur langsam und Zoe wich einige Schritte zurück als er aufstand und ihr das Glas zurück reichen wollte. Als sie dann doch danach griff und Alan eine abrupte Handbewegung machte, erschrak Zoe wirklich etwas und griff hastig nach dem Glas. Fast wäre es auf den Boden gefallen. Begriff er langsam was hier vor sich ging?

Alan setzte sich gemächlich wieder auf den Behandlungstisch und beobachtete Zoe weiterhin. Sie beobachtete ihn die ganze Zeit mehr aus den Augenwinkeln heraus, drehte ihm allerdings nie den Rücken zu. Als sie ihn dann schüchtern fragte, wer denn nun sein Gesicht reinigen sollte, deutete er ohne lange nachzudenken gleich auf Zoe. Ein Vorteil für sie, denn somit konnte sie noch die letzten Schachzüge vollführen, damit Alan sie und ihr Verhalten verstand. Langsam griff sie nach sauberen Tüchern. Genauso langsam stellte sie die dampfende Schüssel neben ihm ab. Jede Bewegung von ihr wurde genau von ihm beobachtet, was sie spürte. Zoe schritt ebenso langsam auf Alan zu und kam einen halben schrittweit vor ihm zum Stehen. Sie tränkte ein Tuch in der Schüssel und begann ihn zögerlich zu fragen, ob er denn seine Hände diesmal bei sich behalten würde. Sie erntete einen fragenden Blick, nichts weiter. Alan verstand noch immer nicht. Also musste sie mehr tun als ihm Angst vorzuspielen. Sie trocknete ihre Hände ab, öffnete die ersten zwei Knöpfe ihrer Weste und entblößte einen kleinen Teil der Verletzung an ihrer Schulter. Sollte er doch sehen was er angerichtet hatte. Etwas fassungslos blickte Alan auf ihre Schulter. Als hätte er nicht mal geahnt, das er sie mit seinem festen Griff gestern verletzt hatte. Er hatte sie mit nur einem Griff derartig verletzen können und es war ihm nicht mal mehr bewusst gewesen. Irgendwie mochte sie diese Tatsache nicht.

Sie setzte ihr Schauspiel weiter fort, bewegte sich weiterhin langsam mit angespannter Körperhaltung, als hätte sie Angst vor ihm und begann sein Gesicht zu reinigen. Sie konnte es in seinem Gesicht ablesen, wie die Gedanken in ihm rotierten. Jetzt verstand Alan. Ohne sich groß zu bewegen, liess er sich nach und nach das Gesicht von ihr desinfizieren. Erst als sie damit fertig war, bat er sie um das Buch. Zoe hatte bereits ein neues Buch vorbereitet und auch darin die Buchstaben und Zahlen aufgeschrieben, sodaß Alan nur noch auf die jeweiligen Buchstaben deuten musste.

Mühsam und langsam brachte er auf diese Weise eine Entschuldigung hervor. Sie hatte ihn dort wo sie ihn haben wollte.
Nun konnte Zoe ihre Bedingung stellen. Alan blickte, schon seit er die Entschuldigung hervorbrachte, kaum noch zu ihr. Wieder überkam sie etwas Mitleid. Er saß dort wie ein Haufen Elend, entschuldigte sich für eine Tat, für die sie der Auslöser war. Aber sie konnte jetzt nicht aufhören. Sie musste weitermachen. Bevor noch schlimmeres geschah. Zoe begann langsam und ruhig zu erklären..:

"Ich verzeihe Euch .. unter einer Bedingung...:

Das Ihr mir, was Eure Krankheit betrifft, vertraut und mir Euren Glauben schenkt, das das was ich sage der Wahrheit entspricht. Das Ihr am Ende der kommenden Woche wieder genesen seid. Das Ihr meinem Wort vertraut. Ich weiss das habt Ihr noch nie. Auch nicht in Bezug auf Luca. Aber ich sage die Wahrheit.

Ich meine es gut mit Luca und auch mit Euch...
Ihr werdet nicht sterben. Eure Zeit ist noch lange nicht gekommen. Und die Krankheit lindert nach und nach wieder.
Nur Bedarf es Geduld und Vertrauen in uns Heiler.
Ich weiss das sich Eure Krankheit bis gestern stetig verschlimmert hat, aber das sagte ich Euch schon zu Anfang.
Nun wird es nicht mehr schlimmer werden, sondern wieder besser.
Ich hoffe das Ihr mir glaubt.
Ich meine.. hey.. wartet doch die Woche wenigstens noch ab. Dann seht Ihr, das ich Recht habe.
Dann seht Ihr, wie Ihr langsam Eure Stimme wiederfinden werdet.
Und Euer Körper sich langsam wieder erholt.
Könnt Ihr mir diese Bedingung erfüllen, mir Euren Glauben schenken...?
Dann werde ich Euch verzeihen."


Kaum merklich nickte Alan auf ihre lange Rede hin und griff danach erneut zum Buch. Zoe hatte ihren Blick noch auf Alans Mimik gerichtet und bekam so nicht gleich den ersten Buchstaben mit. Nach einigem hin und her fand sie dann heraus, was er sagen wollte. "Ja." - Ja was? Sie hakte noch mal nach, wollte wissen ob er ihrer Bedingung wirklich folgen würde. Wollte sichergehen das er blieb, das er sich die Zeit gab und Geduld, bis zu seiner Genesung. Wieder nur ein leichtes Nicken von ihm, ehe er ohne weiteres hinter den Vorhängen verschwand.

Zoe atmete durch und hoffte er würde wirklich nicht nur so tun, sondern ihr diesmal glauben. Sie wollte nicht das er die Heilerstube verlässt in dem Glauben, das er todkrank sei. Ohne Chance auf Heilung. Sie wollte nicht das er sich etwas antat. Am liebsten würde sie die Zeit vordrehen damit es endlich ausgestanden war. Für sich und für ihn. Zu ihrer Überraschung ging er zur Haustür, barfuss. Er stellte sich draussen hin und beobachtete die Nacht und Zoe, die ihm gefolgt war, abwechselnd. Sie wollte erst fragen was nun in ihm vorging, fand es aber unpassend und machte ihn überflüssigerweise auf die Kälte aufmerksam.
Wieder liess Alan Zoe allein stehen und ging ohne weiteres auf sein Zimmer. Zoe brachte ihm nur noch schweigend etwas Gebäck und Tee.
Diesmal nur mit einem leichten Schlafmittel.

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 22:20
von Alan Voldarin
Er hatte die Heilerstube verlassen. Mit einem leisen Flüstern schickte seine verloren geglaubte Stimme den ersten Boten der Genesung. Zoe hatte ihn nicht daran gehindert zu gehen. Er sollte nur in zwei Tagen wiederkommen, um einmal abschließend untersucht zu werden.

Das war vor drei Tagen. Nun stand er am Wegesrand in einiger Entfernung zu Ihrem Haus, in seiner Hand hielt er ein Kuvert. Im dem Grau des frühen Morgens erkannte er die Heilerstube nur als Silhouette, er war von dort aus wohl für niemanden zu sehen.

Seine Stimme hatte wieder eine normale Stärke erreicht, nur noch ein leichtes Kratzen im Hals blieb als schwindende Erinnerung an die Krankheit. Er wollte sich nicht mehr erinnern müssen. Seinen Lebenswillen, seine Freude am Leben und am Bier kehrten ebenso gleichermaßen wie seine Stimme zurück. So sollte es bleiben, er wollte keinen Gedanken mehr an diese unerfreuliche Zeit verschwenden, er blickte in die Zukunft. So verwunderte es auch nicht, dass ihm der Wille fehlte, sich wieder in Zoes Behandlung zu begeben. Sicher sie hat Recht behalten. Er war genesen. Aber er konnte ihr nun nicht gegenübertreten! Zu viel Ungewissheit! Wie würde er reagieren? Was würde er tun? Was würde er sagen? Was würde sie machen? Würde er überhaupt etwas tun oder sagen? Oder würde das Gespräch wieder in unangenehmen Schweigen enden, wie an dem Abend, als er das Heilerhaus verließ? Ohne Stimme lief die Kommunikation beinahe flüssiger - dachte er jetzt. Sofort verwarf er diesen Gedanken wieder mit einem Schütteln seines Kopfes.

Erschrocken und aus den Gedanken gerissen, sah er sich um. Während er nachgedacht hatte, war er bereits bis zum Heilerhaus gegangen. Eilig blickte er sich um. Er sah niemanden, es war sogar ungewöhnlich ruhig. Gut, dann würde ihn hoffentlich auch niemand sehen. Er steckte sein Schreiben eilig in Zoes Briefkasten.

In dem Kuvert befindet sich der folgende Brief, in gestochen scharfer und gut geübter Schrift:


Zoe,

verzeih' mir abermals. Ich kann leider zu Deiner Abschlussuntersuchung nicht erscheinen. Aber Dir sei versichert: Ich bin völlig genesen.
Verschwende nicht zu viele Gedanken an den armen Alan.
Pass auf den kleinen Luca auf, übermittle Ihm meine Grüße und

gehabe Dich wohl.

# |_ # /\/



Die Unterschrift, sollte Zoe im Gegensatz zum Text, Alan zuordnen können, auch wenn ein lesen jener schwer fallen sollte.

In der morgendlichen Stille hörte er, wie der Brief auf den Boden des Briefkastens fiel. Noch bevor seine Gedanken ihn überhäuften, entfernte er sich mit zügigen Schritten von der Heilerstube. Er hatte kein Ziel, doch er lief weiter, bis die Sonne über den Horizont trat und die Welt in ein warmes Rot tauchte. Alan setzte seine Wanderung ohne Ziel fort, während in der Ferne ein Hahn des Morgens erste Stunde verkündete.

Ein neuer Morgen - ein neuer Tag!
Was er mir wohl bringen mag?

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 22:28
von Zoe de Velgy
Zoe öffnete den Brief am heutigen Morgen und überflog ihn nur kurz. Alan war nun also auch weg. Und sie sollte Luca von ihm grüssen, wie passend. Ihre Stimmung konnte an diesem Tage kaum noch schlechter werden. Sie hatte keine Freude mehr an der ganzen Tat. Es war ihr gerade, wie auch einiges andere, egal.. vielleicht auch aus Selbstschutz. Denn würde sie zuviel darüber nachdenken, wie sie es sonst so gern tat, würde sie vielleicht einen Zusammenhang zwischen Alan's und Luca's Fortgang finden.
Alan's und Zoe's Disput begann durch Luca und nun endete es so, das beide am gleichen Tag das Weite suchten. Das sogar Liliana fast das Weite gesucht hätte. Die Stille um sie herum veränderte sich, schien aus einem tiefen, langen und unhörbaren Seufzer zu bestehen. Nun dachte sie doch darüber nach...

Sie hatte mit der Gesundheit von Alan gespielt, weil sie ihn davon überzeugen wollte, das sie Recht hatte. Das er seine Meinung über sie und die Verhältnisse in ihrem Haus änderte. Ihr endlich glaubte, das es Luca bei ihr gut erging. Das er einsah, das seine Beleidigungen haltlos waren.

Hätte er sie erst heute darauf angesprochen, sie hätte ihm wohl in allem Recht gegeben. Es wäre zu keinem Streit gekommen und sie hätte ihm keine Krankheit verpasst. Einiges, was er ihr zu Anfang gepredigt hatte, war nun eingetroffen. Streitereien im eigenen Haus, Luca war fort und sie stand zwischen den Stühlen. Vielleicht wurde sie nun so für ihre Tat an Alan bestraft. Aber wer wollte das so genau wissen?

Zoe fühlte sich nun doch weitaus schlechter, als sie es eh schon tat. Sie war jedoch froh, das sie Alan, gerade heute, nicht noch einmal begegnen musste. Vielleicht hätte sie ihm dann, wegen ihrer derzeitigen Stimmung, letztendlich noch alles gebeichtet..