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Liebe und Bäumchen - der Bund wird geschlossen.

Verfasst: Donnerstag 1. November 2007, 20:09
von Adrian von Hohenfels
Die Wirrungen der letzten Tage liessen ihn nicht los. Und über all dies nun auch noch das Nachsinnen, was man zum Handfasting als Geschenk mitbringen konnte. Was blieb, dass sie möglicherweise nicht hatten? Die Frage war schwer zu beantworten, so überhaupt. Waffen? Ohne Zweifel würden sie hiervon wirklich mehr als genug haben. Bessere, in diesem Falle wohl als im Alkoholgehalt stärker zu bezeichnende, Getränke der grafschaftlichen Bauernschaft? Sicher ein Gedanke, aber würden die Tiefländer hierüber nicht bestenfalls milde lächeln, da es die Zungen nicht einmal kribbeln liesse? Zudem woran war hier die Besonderheit? Bestenfalls geeignet als kleine Beigabe zu einem Hauptgeschenk, dass sich so leicht garnicht finden liess.

Er liess Garvagh satteln. Einfach einmal heraus aus den Mauern des Schlosses, ausreiten und die Gedanken baumeln lassen. Dies mochte vielleicht helfen, am Vorabend des Handfastings. Die Zeit drückte und er konnte eine Idee sicherlich nicht erst kurz vor dem Aufbruch zum Feste entwickeln. Er sann nicht einmal wirklich über die Richtung nach. Es war kaum Zufall und doch eher unbewusst, dass er eben diesen Weg einschlug. Gemächlichen Schrittes den hochgewachsenen Fuchs gen Berchgard lenkend, durchritt er schon bald die Tore, den sich verneigenden Wachen knapp zunickend. Sein Weg führte ihn über die Brücken. Vorbei an dem Anwesen der Freunde. Felicitas würde sicher nicht stören, dass er sich im Vorbeireiten eben zwei leckere Äpfel vom Baum pflückte.

Weiter führte ihn der Weg nördlich, an der Burg Llastobhar und dem Anwesen Frau Blockharts vorbeireitend. Nur noch ein kleines Stück nach Nordosten.. schon liess er sich von Garvaghs Rücken gleiten und löste dessen Zaumzeug und Sattel. Mochte er gemächlich Grasen an diesem Ort. Ein erschreckender Gedanke liess ihn sogleich gen Gedenkplatz blicken.. Nein es war alles in Ordnung. Die seltsamen Phänomene der letzten Zeit, Erdbeben, Sturmfluten an den diversesten Orten. Bisher schien dieser Platz, Eluive sei Dank, von allem unberührt. Er konnte nur hoffen, dass es auch so blieb. Er wollte eben gen Meer hinausblicken, die Seele an diesem Ort baumeln lassen, als könne das Zeichen von Eileen selbst kommen, als er stutzte und zum Blumenmeer zurückblickte.

Etwas dort hatte sich geändert und er musste tatsächlich näher hinsehen um es überhaupt erst zu begreifen, zu erkennen. Sollte es vielleicht tatsächlich ein Zeichen sein. Man konnte es durchaus als solches sehen, wuchsen doch dort inmitten der Blumen, eindeutig zwei Setzlinge des Baumes heran, dessen Laub auf so wundervolle Weise Farben warf. Wenn eben dies kein Zeichen der Liebe war, Setzlinge des Baumes, welcher ein Symbol des Erinnerns an Eileen war, wie jede Blüte an diesem Platz. Dies war ein Geschenk, dass einer jungen und wachsenden Liebe tatsächlich entsprach. Etwas besonderes!

Garvagh blickte ihn aus großen Augen an, man könnte beinah meinen scheltend, dass er schon wieder fortwollte. Eilig waren Zaumzeug und Sattel wieder angelegt und er trieb Garvagh in leichtem Trab zurück gen Stadt. Zwei angemessene Töpfe, die den Setzlingen genug Luft geben würden waren bei einem verdutzten Bauern schnell gefunden, welcher ihm auf Geheiss mit einem Handwagen folgte. Die Töpfe bereits gut gefüllt mit nahrhaftem Erdboden, ruckelte der Handwagen hinter dem Bauern her, der Adrian nun folgte, etwas von seltsamen Ideen der Adligen murmelnd. Er war sich wohl sicher, dass Adrian es überhörte und eben dieser tat es auch wohlwollend an diesem Morgen. Er brauchte jenen Mann schliesslich, also kam wohl im Moment kein Aufknüpfen in Frage. Er schmunzelte leicht bei dem zynischen Gedanken.

Der Weg liess sie schließlich am Gedenkplatz ankommen. Seine Bitte die beiden Setzlinge behutsam umzupflanzen und zu welchem Zwecke waren schnell erklärt. Behutsam die Schönheit des Ortes nicht zu beschädigen, was glücklicherweise auch gelang, waren die beiden Setzlinge schon bald umgebettet. Mit aller gebotenen Vorsicht, machte man sich auf den Rückweg. Der Handwagen.. er würde ihn brauchen, die beiden Bäumchen überhaupt sicher nach Lameriast zu verbringen. Ein mehr als angemessenes Entgelt liessen den Bauern glücklicherweise zustimmen, eben jenen zurückzulassen, solang man ihn denn brauchte. Die Menge des Goldes hätte durchaus gereicht sich einen neuen zu kaufen, somit war es im Grunde auch gleichgültig was mit dem Wagen geschah. Eilig wurde Yette damit beauftragt, sich in pfleglichster Weise um diese beiden kleinen Bäumchen zu kümmern, damit sie ihre Schönheit behielten bis zum Feste. Er hoffte, dieses Geschenk würde mit der gleichen Bedeutsamkeit betrachtet, die er selbst in diesen beiden Setzlingen sah.