Seite 1 von 1

Es kann nicht sein, was nicht sein darf

Verfasst: Freitag 26. Oktober 2007, 13:42
von Rahel de Winter
Rahel stand auf ihrem Balkon und blickte auf das scheinbar so ruhig wirkende Meer hinaus.
Ein bitteres schmunzeln bildete sich auf ihrem Gesicht, auch das Meer zeigte nicht immer wie es wirklich war, da war es ihr wohl recht ähnlich.

„Ihr seid eine starke Frau“ Worte die sie schon sooft gehört hatte, wieso konnte sie nicht auch so fühlen, wieso fühlte sie sich so schwach, so kraftlos und so unendlich verletzbar.
Sie hatte begonnen ein Spiel zu spielen, den Leuten das zu zeigen was sie sehen wollten, nicht das was wirklich war. Durch diese dummen Gefühle war alles noch viel komplizierter geworden, als es vorher schon gewesen war.

Nein, das war ungerecht es war auch schön. Wenn sie mal sie sein konnten, scherzten, alberten und miteinander lachten . Verträge über Kissen aushandelten oder wie gestern der kleinen Rheya erklärten wem sie mehr glauben solle, wenn sie einmal groß wäre. Dies waren Momente die sie nicht mehr missen wollte, Momente in denen sie alles vergessen konnte. Ihm schien es ähnlich zu gehen, er war dann so gelöst, sein Blick bekam oft den schelmischen Ausdruck eines kleinen Jungen und sein lachen war so ansteckend.


Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Wieso fühlte sie sich grade wie in einem Strudel der sie mit seiner unbändigen Kraft in die Tiefe zog, um sie dort kraftlos zurück zulassen. Diese Momente würden sie wohl nie miteinander teilen können und schon gar nicht dürfen.

Sie war vor ihren Gefühlen davongelaufen, hatte hier neu angefangen, ein neues Heim errichtet und dachte schon wieder ans fortlaufen. Sie wusste nicht wie lange sie noch vorgeben konnte zu sein, was sie an sich derzeit nicht war.