Brechende Wellen und alte Pfade
Verfasst: Donnerstag 25. Oktober 2007, 12:45
Der Raum war abgedunkelt und man konnte nicht allzu viel erkennen. Es war nicht mehr als ein Schuppen, leergeräumt und nur ein Stuhl stand in jenem an einer Wand. Auf dem Stuhl selbst saß eine Gestalt, den Blick gen Boden gerichtet, das Atmen schwer, die Hände hinten am Stuhl zusammengeschnürt, der Atem stockend.
Er konnte nicht viel erkennen, es gab weder Fenster noch sonstige Möglichkeiten, nur durch eine vereinzelte Spalte im Holz drangen feine Linien des Sonnenlichtes welches ihm immer wieder verriet ob nun Tag oder Nacht war.
Jene Einsamkeit, jene enge machte ihn fast wahnsinnig aber was ihm viel mehr den Verstand zu rauben drohte waren die Schritte vor dem Schuppen. Immer wenn er jemanden an diesem entlanglaufen hörte, zuckte er zusammen, spürte wie sein Herz zu rasen begann und wie sein Atem zu hyperventilieren drohte aber bisher waren die Schritte immer an dem Schuppen vorbeigegangen, doch nicht jetzt.
Wieder hörte er die schweren Stiefel die das Holz zum Knarzen brachte und dann konnte er Stimmen hören, bekannte Stimmen. Seine Augen weiteten sich und er starrte in die Richtung wo er die Tür wusste und als jene sich öffnete, schluckte er hart.
Hellstes Sonnenlicht flutete den Raum, ließ die an die Dunkelheit gewohnten Augen fast erblinden und er konnte nur zwei Schatten im Licht erkennen, diese bekannten Konturen zweier Männer. Einer trug einen Mantel und ein Kopftuch, das Haar war lang und reichte ihm bis über die Schulter hinweg. Der andere hingegen trug einfache Stoffkleidung, praktisch und das Haar kurz gehalten.
Die beiden betraten den Schuppen und schlossen die Tür hinter sich, der Mann im Mantel stellte sich vor ihn und der andere zündete zwei Kerzen an die den Raum zweckmäßig beleuchteten. Nun konnte er ihn auch sehen; er war es, jener Mann der ihn aufgelauert hatte und mitgeschleppt hatte.
Der Mantelträger schien vielleicht Anfang 30 zu sein, der andere in den anfänglichen 20. Letzterer blieb hinten an der Türe stehen und sah mit einem Grinsen, dass so breit war dass man denken konnte er würde jeden Moment laut loslachen, zu ihm, der Mantelträger ging etwas in die Hocke und er konnte nun in sein Gesicht sehen.
Ein dreitage-Bart zierte sein Gesicht und das lange, teils geflochtene Haar hing ihm in den Nacken.
„Es wäre unhöflich von mir, mich nicht vorzustellen, nicht wahr?“ Er wollte etwas auf die Worte des Mannes erwidern aber mehr als ein Krächzen kam nicht hervor, die Panik schnürte ihm die Stimme ab. „Ich bin Vincent. Vincent Vandera und das ist mein Partner und bester Freund, Gabriel Langust.
Und ich nehme an du bist Serald?“ Vincent taxierte ihn mit einem strengen Blick und lächelte schmal beim Reden. Serald starrte ihn nur an. „Bist du Serald? Antworte wenn ich dich etwas frage!“ das Lächeln war sofort verblichen und Serald nickte heftig. „ja .. ja ich bin‘s …“ brachte er mühsam hervor. „Gut. Weißt du, deine Fragerei in Bajard, die ist uns aufgefallen.
Normalerweise begrüßen wir nicht jeden so nett wie dich, der Interesse an unserer Insel zeigt aber wenn ich merke dass jemand fragt weil er für eines der Reiche arbeitet, DANN mein Freund widme ich mich Leuten wie dir. Mir ist egal für wen du arbeitest, aber ich will wissen WAS du weißt, also?“
Serald schluckte und er wusste worauf diese Diskussion hinauslaufen würde. Er schüttelte aufs heftigste den Kopf. „I…I….I…Ich weiß … n…n..nichts! G…g…g…g … ar nichts, ehrlich!“ Er konnte das Seufzen von Gabriel deutlich hören. „Vincent diesmal nicht so lange, okay?“ Dieser nickte nur und griff an seinen Gurt und zog einen metallischen Gegenstand mit einem hölzernen Griff, eine Pistole.
Serald hatte die Dinger schon einige male gesehen und er wusste wofür man sie nutzte. „Falsche Antwort … ich frage nochmal … was weißt du?“ Die Farbe wich Seralsd nun aus dem Gesicht, er durfte auf keinen Fall reden, dann wäre er wertlos, er musste verhandeln. „Ich .. kann euch nützlich sein! Ja … ja! Ich kann euch helfen wisst ihr ich …“ doch er kam nicht weiter. Ein sehr lautes Knallen ertönte Serald starrte nur auf die aufblitzende Mündung und spürte für den Bruchteil einer Sekunde wie etwas in seinen Schädel einschlug und dann war da Leere.
Vincent starrte auf den Toten hinab. „Was denkst du? Schicken wir die Leiche zurück nach Bajard?“ Gabriel lachte nur und er stimmte mit ein.
Ein Blinzeln, nicht mehr als er auf das Meer hinaus starrte. Dieser Moment war nun gut sieben Jahre her, welch lange Zeit. Geändert hatte sich im Laufe der Zeit einiges. Sie hatten einen neuen Käpt’n nachdem der alte Perera gestorben war und sein Sohn sein Erbe antrat.
Sie hatten eine Zeit der Ruhe und Neuordnung durchlebt und nun waren sie auf dem besten Weg wieder zur alten Stärke zu gelangen. Und Vincent? Für ihn hatten sich die Dinge nie so sehr verändert.
Er hatte vor sich hingelebt, den Rum genossen, immer wieder mit Frauen geflirtet und auf Raubzügen und kleineren Kaperfahrten mitgewirkt. Die großen Dinge waren rar gesät aber sie würden wiederkommen.
Was sich derzeit aber abspielte war nicht nur ein Wandel auf La Cabeza sondern auch ein Wandel für sich. Vincent wurde älter, eine Tatsache die er nicht ignorieren konnte. Als er vor 14 Jahren nach La Cabeza kam war er ein Jungspund der die Stadtgarde Varunas satt hatte und die falschen Versprechungen eben jener.
Er hatte sich gewandelt vom Gesetzeshüter zum Gesetzesbrecher und doch war er immer noch ein Mensch mit Gefühlen. Und grade jene machten ihm so langsam einen Strich durch die Rechnung.
Zuneigung, das war etwas was er Frauen gegenüber öfters mal empfand und für eine Nacht war eine Frau immer gut, doch etwas Längerfristiges brachte meist nur Ärger, wie die Vergangenheit immer gerne zeigte. Bisher hatte er jedenfalls so gedacht aber nun war da eine Frau die seine Aufmerksamkeit gewonnen hatte und über die er nicht so dachte.
Ein Kopfschütteln seinerseits, war das gut? Wieso aber auch nicht? Jene Frau wusste wer er war, jene Frau belog er nicht. Er gaukelte ihr nicht das übliche Spiel des armen Seehändlers vor, er war ehrlich gewesen und sie hatte auf eine seltsame Art und Weise Verständnis dafür.
Auch war sie nicht wie viele dieser halben Kinder die es auf den Inseln gab, sie war … anders. Sie hatte Erfahrung im Leben und sie war eine Kriegerin und sie hatte ihm seine Hilfe angeboten, ein Schritt des Vertrauens. Vielleicht war dies der Pfad in eine Richtung, von der er gedacht hatte dass er sie niemals wieder betreten würde, eine längst vergessene Richtung.
Doch letztendlich war es die Zeit die so etwas aufzeigte und so starrte er wieder aufs Meer hinaus, einen Namen im Kopf der auch eine Weile nicht verfliegen wollte; Ronya.
Er konnte nicht viel erkennen, es gab weder Fenster noch sonstige Möglichkeiten, nur durch eine vereinzelte Spalte im Holz drangen feine Linien des Sonnenlichtes welches ihm immer wieder verriet ob nun Tag oder Nacht war.
Jene Einsamkeit, jene enge machte ihn fast wahnsinnig aber was ihm viel mehr den Verstand zu rauben drohte waren die Schritte vor dem Schuppen. Immer wenn er jemanden an diesem entlanglaufen hörte, zuckte er zusammen, spürte wie sein Herz zu rasen begann und wie sein Atem zu hyperventilieren drohte aber bisher waren die Schritte immer an dem Schuppen vorbeigegangen, doch nicht jetzt.
Wieder hörte er die schweren Stiefel die das Holz zum Knarzen brachte und dann konnte er Stimmen hören, bekannte Stimmen. Seine Augen weiteten sich und er starrte in die Richtung wo er die Tür wusste und als jene sich öffnete, schluckte er hart.
Hellstes Sonnenlicht flutete den Raum, ließ die an die Dunkelheit gewohnten Augen fast erblinden und er konnte nur zwei Schatten im Licht erkennen, diese bekannten Konturen zweier Männer. Einer trug einen Mantel und ein Kopftuch, das Haar war lang und reichte ihm bis über die Schulter hinweg. Der andere hingegen trug einfache Stoffkleidung, praktisch und das Haar kurz gehalten.
Die beiden betraten den Schuppen und schlossen die Tür hinter sich, der Mann im Mantel stellte sich vor ihn und der andere zündete zwei Kerzen an die den Raum zweckmäßig beleuchteten. Nun konnte er ihn auch sehen; er war es, jener Mann der ihn aufgelauert hatte und mitgeschleppt hatte.
Der Mantelträger schien vielleicht Anfang 30 zu sein, der andere in den anfänglichen 20. Letzterer blieb hinten an der Türe stehen und sah mit einem Grinsen, dass so breit war dass man denken konnte er würde jeden Moment laut loslachen, zu ihm, der Mantelträger ging etwas in die Hocke und er konnte nun in sein Gesicht sehen.
Ein dreitage-Bart zierte sein Gesicht und das lange, teils geflochtene Haar hing ihm in den Nacken.
„Es wäre unhöflich von mir, mich nicht vorzustellen, nicht wahr?“ Er wollte etwas auf die Worte des Mannes erwidern aber mehr als ein Krächzen kam nicht hervor, die Panik schnürte ihm die Stimme ab. „Ich bin Vincent. Vincent Vandera und das ist mein Partner und bester Freund, Gabriel Langust.
Und ich nehme an du bist Serald?“ Vincent taxierte ihn mit einem strengen Blick und lächelte schmal beim Reden. Serald starrte ihn nur an. „Bist du Serald? Antworte wenn ich dich etwas frage!“ das Lächeln war sofort verblichen und Serald nickte heftig. „ja .. ja ich bin‘s …“ brachte er mühsam hervor. „Gut. Weißt du, deine Fragerei in Bajard, die ist uns aufgefallen.
Normalerweise begrüßen wir nicht jeden so nett wie dich, der Interesse an unserer Insel zeigt aber wenn ich merke dass jemand fragt weil er für eines der Reiche arbeitet, DANN mein Freund widme ich mich Leuten wie dir. Mir ist egal für wen du arbeitest, aber ich will wissen WAS du weißt, also?“
Serald schluckte und er wusste worauf diese Diskussion hinauslaufen würde. Er schüttelte aufs heftigste den Kopf. „I…I….I…Ich weiß … n…n..nichts! G…g…g…g … ar nichts, ehrlich!“ Er konnte das Seufzen von Gabriel deutlich hören. „Vincent diesmal nicht so lange, okay?“ Dieser nickte nur und griff an seinen Gurt und zog einen metallischen Gegenstand mit einem hölzernen Griff, eine Pistole.
Serald hatte die Dinger schon einige male gesehen und er wusste wofür man sie nutzte. „Falsche Antwort … ich frage nochmal … was weißt du?“ Die Farbe wich Seralsd nun aus dem Gesicht, er durfte auf keinen Fall reden, dann wäre er wertlos, er musste verhandeln. „Ich .. kann euch nützlich sein! Ja … ja! Ich kann euch helfen wisst ihr ich …“ doch er kam nicht weiter. Ein sehr lautes Knallen ertönte Serald starrte nur auf die aufblitzende Mündung und spürte für den Bruchteil einer Sekunde wie etwas in seinen Schädel einschlug und dann war da Leere.
Vincent starrte auf den Toten hinab. „Was denkst du? Schicken wir die Leiche zurück nach Bajard?“ Gabriel lachte nur und er stimmte mit ein.
Ein Blinzeln, nicht mehr als er auf das Meer hinaus starrte. Dieser Moment war nun gut sieben Jahre her, welch lange Zeit. Geändert hatte sich im Laufe der Zeit einiges. Sie hatten einen neuen Käpt’n nachdem der alte Perera gestorben war und sein Sohn sein Erbe antrat.
Sie hatten eine Zeit der Ruhe und Neuordnung durchlebt und nun waren sie auf dem besten Weg wieder zur alten Stärke zu gelangen. Und Vincent? Für ihn hatten sich die Dinge nie so sehr verändert.
Er hatte vor sich hingelebt, den Rum genossen, immer wieder mit Frauen geflirtet und auf Raubzügen und kleineren Kaperfahrten mitgewirkt. Die großen Dinge waren rar gesät aber sie würden wiederkommen.
Was sich derzeit aber abspielte war nicht nur ein Wandel auf La Cabeza sondern auch ein Wandel für sich. Vincent wurde älter, eine Tatsache die er nicht ignorieren konnte. Als er vor 14 Jahren nach La Cabeza kam war er ein Jungspund der die Stadtgarde Varunas satt hatte und die falschen Versprechungen eben jener.
Er hatte sich gewandelt vom Gesetzeshüter zum Gesetzesbrecher und doch war er immer noch ein Mensch mit Gefühlen. Und grade jene machten ihm so langsam einen Strich durch die Rechnung.
Zuneigung, das war etwas was er Frauen gegenüber öfters mal empfand und für eine Nacht war eine Frau immer gut, doch etwas Längerfristiges brachte meist nur Ärger, wie die Vergangenheit immer gerne zeigte. Bisher hatte er jedenfalls so gedacht aber nun war da eine Frau die seine Aufmerksamkeit gewonnen hatte und über die er nicht so dachte.
Ein Kopfschütteln seinerseits, war das gut? Wieso aber auch nicht? Jene Frau wusste wer er war, jene Frau belog er nicht. Er gaukelte ihr nicht das übliche Spiel des armen Seehändlers vor, er war ehrlich gewesen und sie hatte auf eine seltsame Art und Weise Verständnis dafür.
Auch war sie nicht wie viele dieser halben Kinder die es auf den Inseln gab, sie war … anders. Sie hatte Erfahrung im Leben und sie war eine Kriegerin und sie hatte ihm seine Hilfe angeboten, ein Schritt des Vertrauens. Vielleicht war dies der Pfad in eine Richtung, von der er gedacht hatte dass er sie niemals wieder betreten würde, eine längst vergessene Richtung.
Doch letztendlich war es die Zeit die so etwas aufzeigte und so starrte er wieder aufs Meer hinaus, einen Namen im Kopf der auch eine Weile nicht verfliegen wollte; Ronya.