Eine überraschende Herzlichkeit
Verfasst: Donnerstag 18. Oktober 2007, 09:36
Es war noch nicht lange her, da sie ihren Eltern das letzte Geleit gegeben hatte. Sie hatte dem Rat ihres Vaters folge geleistet die schäbige kleine Hütte im Wald unweit ihres Heimatdorfes nach ihrem Tode zu verlassen. All die Habseligkeiten, die sie nicht unmittelbar brauchte hatte sie in Gold umgesetzt um die Schiffahrt zu der Insel bezahlen zu können von der ihr Vater immer gesprochen hatte. Dort gab es nicht nur eine Stadt, nein es gab Städte, Städte! in der Mehrzahl. Es musste ein reiches Land sein, deswegen war ihre Mutter sicher gewesen, es müsste doch möglich sein, selbst für sie die sie keinen Namen, keine Verwandtschaft oder sonst etwas Nützliches oder einen Grund für eine Aufnahme als Lehrling vorweisen konnte, eine Meisterin zu finden die ihr eine Chance geben würde.
Die Schiffahrt dauerte lange und war nicht unbeschwerlich. Eingezwängt in die enge und streng riechende Kabine mit unruhigem Wellengang, war sie über die kurzen Momente glücklich, in denen sie Mangels eines Eimers nicht über der Bettpfanne sass und würgte. Auf dem Deck wollte der Kapitän sie nicht haben. Er war ein freundlicher ruhiger Mann, doch er hatte ihr vor der Überfahrt erklärt, dass wenn sie so lange fuhren, er sich nicht auch noch die Arbeit aufhalsen wolle, dafür zu sorgen dass seine Mannschaft sich nicht an ihre Röcke machte.... Sie konnte sowieso gerade nur die Überfahrt bezahlen, und so konnte sie seine Ängste verstehen.
Eine Frau mit Geld und Verwandtschaft war geschützt, doch einen Übergriff auf sie würde niemand rächen außer dem Kapitän und somit war es wirklich besser unter Deck zu bleiben....
So war sie froh als sie endlich das Ziel der Reise erreicht hatten und wollte mit schwankenden Schritten so schnell wie möglich von Bord gehen, als der Kapitän sie an der Schulter zurückhielt.
"Ich habe gerade mit den Landratten gesprochen, alle ihre Boten haben besseres zu tun. Könntet ihr mir nicht einen Gefallen tun, und einen Brief für mich zu seinem Empfaenger bringen? Euer Schaden soll es nicht sein, es ist üblich dass der Empfaenger euch für so einen Dienst entlohnt. Und ihr koenntet das ja weiss Gott gut gebrauchen" er lächelte sie an.
"N...Na...Natürlich kann ich das." Wie früher schon wenn sie eingeschuechtert war begann sie zu stottern. Im Dorf hatte es immer Lachsalven hervorgerufen, was es natürlich nicht besser machte und dazu führte dass sie es möglichst vermied jemanden anzusprechen. Aber der Kapitän lachte nicht, er lächelte nur und meinte "Wunderbar, fragt einfach nach den Gefährtinnen des Waldes, die Landratten werden wissen wo ihr sie findet." Und mit diesen Worten schob er sie auf den Steg hinunter, so dass sie von seinem Schwung beschleunigt fast gegen die Wache fiel.
"E...En...Entschuldigt bitte." meinte sie mit hochrotem Kopf zu der hochgewachsenen Wache. Doch selbst diese lächelte nur und nickte ihr zu.
Wäre ihr so etwas - sagen wir beim Dorfältesten passiert - hätte sie für ihre Ungeschicktheit einige Schläge fürchten müssen.
Nun hatte sie also ihr Bündel, eine schon recht schäbig aussehende Tasche, und den versiegelten Brief unterm Arm. Was sollte sie zuerst tun?
Ganz in der Nähe der Anlegestelle standen einige Marktstände. Nun es war sicher nicht das verkehrteste, erst einmal ein bisschen Proviant einzupacken, wer wußte schon wie weit sie gehen mußte bis sie eine Herberge, die sie sich leisten konnte finden würde.
Doch kaum hatte sie sich von den Marktständen abgewendet begann es zu regnen. Ihre Wintersachen waren alle zu klein geworden gewesen und die Sachen ihres Vaters waren zu kostbar gewesen um sie umzuarbeiten so hatte sie alles verkauft, in der Hoffnung dass es ja noch Sommer war, und sie bis zum Herbst vielleicht schon eine Anstellung gefunden haben würde.
Doch nun im Regen mit dem kalten Wind vom Meer her fröstelte sie schon beträchtlich. Eine recht gut gekleidete Frau trat aus einem der Häuser.
Sie ließ den Blick über die Straße schweifen, und als dieser Blick sie traf, blieb er auf ihr ruhen.
"Aber ihr zittert ja Mädchen, habt ihr denn nichts wärmeres zum Anziehen?"
"N...Ne...Nein, a...ab..aber...." "Kommt mal mit"
Und schon war sie in eine Tür heingeschoben und auf eine Bank in einem großen Raum bugsiert worden. "Wartet hier kurz" Und die Dame verschwand hinter einem Vorhang, der offenbar diesen Raum von noch mehr Räumen abtrennte. In dieser Stadt war alles so groß, die Markstaende waren es schon gewesen, aber diese Häuser waren es erst recht. Da kam die Dame wieder und legte eine Robe und ein paar Stiefel vor ihr auf den Tisch. "Bitte sehr für euch" und mit diesen Worten war sie auch schon wieder hinter dem Vorhang verschwunden. Allerdings war ein Hund, wohl vom anderen Raum dafür hereingekommen. Ariana hatte noch nie gute Erfahrungen mit Hunden gesammelt, das beste war weit weg von ihnen zu sein. So presste sie sich mit den Sachen, die sie zoegerlich und erst nach einigem Warten ob die Dame zurückkäme an sich genommen hatte, in die Ecke und starrte den Hund an. Dieser schnupperte jedoch nur kurz und wendete sich dann wieder ab. Er hatte offenbar kein Interesse an ihr, wahrscheinlich hatte er schon genug gefressen.
Zoegerlich probierte sie die Sachen an - oh wie schoen warm das war. Die Robe war zwar etwas zu weit für ihren zierlichen Körper, doch das war nicht weiter störend, so wuerde sie im Winter genuegend darunter anziehen können um nicht frieren zu müssen.
"Sehr schön es passt ja." Liess sich die wieder hereingetretene Dame vernehmen. Nachdem sie sich Ariana vorgestellt hatte, fragte sie im Hinausgehen noch, ob sie ihr sonst noch weiterhelfen koenne, und Ariana erzählte ihr von dem Brief. Allerdings hatte sie wegen all des beeindruckendem Neuen dass auf sie eindrang den Namen des Empfängers vergessen. Sie blickte auf die Schriftzeichen auf dem Umschlag hinab, und verfluchte nicht zum ersten Mal, die Tatsache dass sie weder lesen noch schreiben konnte.
Der Dorfpfarrer hatte die Kinder immer ein wenig unterrichtet so dass die meisten zumindest ein wenig rechnen und ihre Namen schreiben konnte. Aber sie konnte noch nicht einmal ihren Namen schreiben. Er hatte sie nur angesehen und zu ihrem Vater bemerkt "Wenn sie genauso schreibt, wie sie spricht dann ist es nur Verschwendung meiner Mühe ihr die Buchstaben beizubringen.
Da niemand außer dem Pfarrer wirklich gut schreiben konnte blieb es dabei.
"I...I...Ich glaube er sagte so etwas wie die W...Wa...Waldgefährten?" es klang sehr zögerlich aber die Frau lachte und fragte freundlich zurück ob sie vielleicht die Gefährtinnen des Waldes meinte. Die hätte sie gerade noch in der Taverne gesehen, sie sollte kurz warten, sie wuerde nachsehen. Sie kam jedoch ohne Begleitung zurück "Leider sind sie schon gegangen, doch man trifft sie oft in der Taverne, ihr könnt ja mal den Wirt darauf ansprechen. Ansonsten nehmt das Schiff nach Lameriast und nehmt am Wegkreuz die rechte Straße, dort findet ihr sie sicher." Höflich bedankte Ariana sich.
Als sie jedoch im Hafen danach fragte, was eine Überfahrt nach Lameriast kosten würde, wusste sie, dass es doch besser war, den Wirt zu fragen wie oft die Damen vorbeikamen, und wie sie sie erkennen könnte.
In der Taverne war nicht soviel Betrieb wie sie anhand ihrer Größe vermutet hätte. Nur ein Tisch war besetzt, so hatte der Wirt genügend Zeit um sich mit ihr zu unterhalten. Was er offenbar gern tat, er bot ihr an sich doch zu ihm an die Bar zu setzen. "Gerade erst angekommen wie?" Grinste er sie an und ließ dabei seine schon nicht mehr ganz vollständigen Zähne sehen.
Sind gute Kunden die Seeleute, die Frauen nach denen ihr fragt auch. Erkennen könnt ihr die ganz leicht, sonst rennt kaum einer in so 'ner braunen Kluft 'rum wie die. Bei mir schauen sie aber nur 'rein wenn sie von Lameriast kommen oder wieder nach Hause fahr'n. Am Besten fragt ihr also bei den Schiffen nach oder fahrt selbst nach Lameriast. Aber 's ist schon spät vielleicht solltet ihr euch lieber 'ne Herberge suchen." Er musterte sie kurz, dann grinste er. "Oder ihr geht nach Varuna, da haben sie glaub ich so 'n Haus der Handwerker, vielleicht könnt ihr auch dort schlafen."
"Habt vielen Dank" Da der Wirt die Unterhaltung bestritten hatte, und auch sonst nicht einschüchternd wirkte, brachte sie das ohne zu stottern hervor. "Das werde ich wohl am Besten erst einmal machen."
"Ja ist nicht ratsam für so 'n junges Ding wie euch im Wald zu übernachten..."
So trat sie den Weg an, den ihr der Wirt für Varuna beschrieben hatte, seufzend betrachtete sie kurz die Kutsche, dann ging sie den Weg entlang.
Da kamen ihr zwei Frauen entgegen, beide kriegerisch aussehend, doch die eine sehr groß gewachsen unterstrich das auch noch durch eine Knochenruestung. Es sah martialisch und sehr einschuechternd aus. Die andere war von normaler Statur jedoch ganz in braun gewandet. Wie paralysiert starrte sie ihnen nach - braun...
Doch den Frauen war bereits aufgefallen, dass sie stehengeblieben war und ihnen dermassen nachstarrte - so kamen sie zurück.
All ihren Mut zusammennehmend sprach sie die Braungekleidete an.
Aufgrund der Aufmachung der beiden, stotterte sie natürlich nur umso schlimmer. Auch ihre Überraschung über die Höhe der Belohnung für die Zustellung des Briefes und ihre einigermaßen schäbige Aufmachung taten wohl ihr übriges dazu, dass die beiden sie kurzerhand in ihr Zuhause, eine Festung - die erste die Ariana in ihrem Leben sah, mitzunehmen.
Dort wurde sie vor ein gemütliches Feuer gesetzt und ihr eine große Schüssel Eintopf sowie ein Löffel in die Hand gedrückt und geredet. Man unterhielt sich so lange, dass Ariana ein richtig heimisches Gefühl bei diesen beiden Frauen bekam, und das obwohl jene so kriegerisch anmuteten.
Sogar übernachten ließen sie sie bei sich, in einem großen Raum mit warmen Fellbetten und allem was man sonst so benoetigte.
Am nächsten Tag, führten Tajara und Xinthra sie herum und man unterhielt sich wieder über viele Dinge.
Schließlich deutete Xinthra an, ob Ariana sich ihnen nicht anschließen wolle und sogleich sprang Tajara ein und erläuterte ihr die Vorzüge dieses Lebens. Sie solle aber ruhig noch eine Nacht darüber schlafen, sie könnte wieder das Gästehaus benutzen, und die anderen die Wache schoben würden sie hinaus lassen wenn sie es wünschte.
So schlief sie noch eine Nacht darüber, doch noch hatte sie keine Entscheidung getroffen, so bat sie am naechsten Morgen, die Frau die Wache hatte, sie doch hinauszulassen. "Natürlich, aber ihr muesst euch im klaren sein, dass ich euch leider nicht wieder hinein lassen kann, ihr mueßt dann auf Tajara oder Xinthra warten." Sie nickte, das hatten Xinthra und Tajara ihr auch schon erläutert, aber sie wollte sich gern erst einmal die Städte von denen ihr Vater erzählt hatte ansehen bevor sie ihre Entscheidung traf. So bedankte sie sich höflich und die Wache versicherte ihr dass sie jederzeit eine Nachricht an Xinthra oder Tajara weitergeben wuerde wenn sie kam.
Die Schiffahrt dauerte lange und war nicht unbeschwerlich. Eingezwängt in die enge und streng riechende Kabine mit unruhigem Wellengang, war sie über die kurzen Momente glücklich, in denen sie Mangels eines Eimers nicht über der Bettpfanne sass und würgte. Auf dem Deck wollte der Kapitän sie nicht haben. Er war ein freundlicher ruhiger Mann, doch er hatte ihr vor der Überfahrt erklärt, dass wenn sie so lange fuhren, er sich nicht auch noch die Arbeit aufhalsen wolle, dafür zu sorgen dass seine Mannschaft sich nicht an ihre Röcke machte.... Sie konnte sowieso gerade nur die Überfahrt bezahlen, und so konnte sie seine Ängste verstehen.
Eine Frau mit Geld und Verwandtschaft war geschützt, doch einen Übergriff auf sie würde niemand rächen außer dem Kapitän und somit war es wirklich besser unter Deck zu bleiben....
So war sie froh als sie endlich das Ziel der Reise erreicht hatten und wollte mit schwankenden Schritten so schnell wie möglich von Bord gehen, als der Kapitän sie an der Schulter zurückhielt.
"Ich habe gerade mit den Landratten gesprochen, alle ihre Boten haben besseres zu tun. Könntet ihr mir nicht einen Gefallen tun, und einen Brief für mich zu seinem Empfaenger bringen? Euer Schaden soll es nicht sein, es ist üblich dass der Empfaenger euch für so einen Dienst entlohnt. Und ihr koenntet das ja weiss Gott gut gebrauchen" er lächelte sie an.
"N...Na...Natürlich kann ich das." Wie früher schon wenn sie eingeschuechtert war begann sie zu stottern. Im Dorf hatte es immer Lachsalven hervorgerufen, was es natürlich nicht besser machte und dazu führte dass sie es möglichst vermied jemanden anzusprechen. Aber der Kapitän lachte nicht, er lächelte nur und meinte "Wunderbar, fragt einfach nach den Gefährtinnen des Waldes, die Landratten werden wissen wo ihr sie findet." Und mit diesen Worten schob er sie auf den Steg hinunter, so dass sie von seinem Schwung beschleunigt fast gegen die Wache fiel.
"E...En...Entschuldigt bitte." meinte sie mit hochrotem Kopf zu der hochgewachsenen Wache. Doch selbst diese lächelte nur und nickte ihr zu.
Wäre ihr so etwas - sagen wir beim Dorfältesten passiert - hätte sie für ihre Ungeschicktheit einige Schläge fürchten müssen.
Nun hatte sie also ihr Bündel, eine schon recht schäbig aussehende Tasche, und den versiegelten Brief unterm Arm. Was sollte sie zuerst tun?
Ganz in der Nähe der Anlegestelle standen einige Marktstände. Nun es war sicher nicht das verkehrteste, erst einmal ein bisschen Proviant einzupacken, wer wußte schon wie weit sie gehen mußte bis sie eine Herberge, die sie sich leisten konnte finden würde.
Doch kaum hatte sie sich von den Marktständen abgewendet begann es zu regnen. Ihre Wintersachen waren alle zu klein geworden gewesen und die Sachen ihres Vaters waren zu kostbar gewesen um sie umzuarbeiten so hatte sie alles verkauft, in der Hoffnung dass es ja noch Sommer war, und sie bis zum Herbst vielleicht schon eine Anstellung gefunden haben würde.
Doch nun im Regen mit dem kalten Wind vom Meer her fröstelte sie schon beträchtlich. Eine recht gut gekleidete Frau trat aus einem der Häuser.
Sie ließ den Blick über die Straße schweifen, und als dieser Blick sie traf, blieb er auf ihr ruhen.
"Aber ihr zittert ja Mädchen, habt ihr denn nichts wärmeres zum Anziehen?"
"N...Ne...Nein, a...ab..aber...." "Kommt mal mit"
Und schon war sie in eine Tür heingeschoben und auf eine Bank in einem großen Raum bugsiert worden. "Wartet hier kurz" Und die Dame verschwand hinter einem Vorhang, der offenbar diesen Raum von noch mehr Räumen abtrennte. In dieser Stadt war alles so groß, die Markstaende waren es schon gewesen, aber diese Häuser waren es erst recht. Da kam die Dame wieder und legte eine Robe und ein paar Stiefel vor ihr auf den Tisch. "Bitte sehr für euch" und mit diesen Worten war sie auch schon wieder hinter dem Vorhang verschwunden. Allerdings war ein Hund, wohl vom anderen Raum dafür hereingekommen. Ariana hatte noch nie gute Erfahrungen mit Hunden gesammelt, das beste war weit weg von ihnen zu sein. So presste sie sich mit den Sachen, die sie zoegerlich und erst nach einigem Warten ob die Dame zurückkäme an sich genommen hatte, in die Ecke und starrte den Hund an. Dieser schnupperte jedoch nur kurz und wendete sich dann wieder ab. Er hatte offenbar kein Interesse an ihr, wahrscheinlich hatte er schon genug gefressen.
Zoegerlich probierte sie die Sachen an - oh wie schoen warm das war. Die Robe war zwar etwas zu weit für ihren zierlichen Körper, doch das war nicht weiter störend, so wuerde sie im Winter genuegend darunter anziehen können um nicht frieren zu müssen.
"Sehr schön es passt ja." Liess sich die wieder hereingetretene Dame vernehmen. Nachdem sie sich Ariana vorgestellt hatte, fragte sie im Hinausgehen noch, ob sie ihr sonst noch weiterhelfen koenne, und Ariana erzählte ihr von dem Brief. Allerdings hatte sie wegen all des beeindruckendem Neuen dass auf sie eindrang den Namen des Empfängers vergessen. Sie blickte auf die Schriftzeichen auf dem Umschlag hinab, und verfluchte nicht zum ersten Mal, die Tatsache dass sie weder lesen noch schreiben konnte.
Der Dorfpfarrer hatte die Kinder immer ein wenig unterrichtet so dass die meisten zumindest ein wenig rechnen und ihre Namen schreiben konnte. Aber sie konnte noch nicht einmal ihren Namen schreiben. Er hatte sie nur angesehen und zu ihrem Vater bemerkt "Wenn sie genauso schreibt, wie sie spricht dann ist es nur Verschwendung meiner Mühe ihr die Buchstaben beizubringen.
Da niemand außer dem Pfarrer wirklich gut schreiben konnte blieb es dabei.
"I...I...Ich glaube er sagte so etwas wie die W...Wa...Waldgefährten?" es klang sehr zögerlich aber die Frau lachte und fragte freundlich zurück ob sie vielleicht die Gefährtinnen des Waldes meinte. Die hätte sie gerade noch in der Taverne gesehen, sie sollte kurz warten, sie wuerde nachsehen. Sie kam jedoch ohne Begleitung zurück "Leider sind sie schon gegangen, doch man trifft sie oft in der Taverne, ihr könnt ja mal den Wirt darauf ansprechen. Ansonsten nehmt das Schiff nach Lameriast und nehmt am Wegkreuz die rechte Straße, dort findet ihr sie sicher." Höflich bedankte Ariana sich.
Als sie jedoch im Hafen danach fragte, was eine Überfahrt nach Lameriast kosten würde, wusste sie, dass es doch besser war, den Wirt zu fragen wie oft die Damen vorbeikamen, und wie sie sie erkennen könnte.
In der Taverne war nicht soviel Betrieb wie sie anhand ihrer Größe vermutet hätte. Nur ein Tisch war besetzt, so hatte der Wirt genügend Zeit um sich mit ihr zu unterhalten. Was er offenbar gern tat, er bot ihr an sich doch zu ihm an die Bar zu setzen. "Gerade erst angekommen wie?" Grinste er sie an und ließ dabei seine schon nicht mehr ganz vollständigen Zähne sehen.
Sind gute Kunden die Seeleute, die Frauen nach denen ihr fragt auch. Erkennen könnt ihr die ganz leicht, sonst rennt kaum einer in so 'ner braunen Kluft 'rum wie die. Bei mir schauen sie aber nur 'rein wenn sie von Lameriast kommen oder wieder nach Hause fahr'n. Am Besten fragt ihr also bei den Schiffen nach oder fahrt selbst nach Lameriast. Aber 's ist schon spät vielleicht solltet ihr euch lieber 'ne Herberge suchen." Er musterte sie kurz, dann grinste er. "Oder ihr geht nach Varuna, da haben sie glaub ich so 'n Haus der Handwerker, vielleicht könnt ihr auch dort schlafen."
"Habt vielen Dank" Da der Wirt die Unterhaltung bestritten hatte, und auch sonst nicht einschüchternd wirkte, brachte sie das ohne zu stottern hervor. "Das werde ich wohl am Besten erst einmal machen."
"Ja ist nicht ratsam für so 'n junges Ding wie euch im Wald zu übernachten..."
So trat sie den Weg an, den ihr der Wirt für Varuna beschrieben hatte, seufzend betrachtete sie kurz die Kutsche, dann ging sie den Weg entlang.
Da kamen ihr zwei Frauen entgegen, beide kriegerisch aussehend, doch die eine sehr groß gewachsen unterstrich das auch noch durch eine Knochenruestung. Es sah martialisch und sehr einschuechternd aus. Die andere war von normaler Statur jedoch ganz in braun gewandet. Wie paralysiert starrte sie ihnen nach - braun...
Doch den Frauen war bereits aufgefallen, dass sie stehengeblieben war und ihnen dermassen nachstarrte - so kamen sie zurück.
All ihren Mut zusammennehmend sprach sie die Braungekleidete an.
Aufgrund der Aufmachung der beiden, stotterte sie natürlich nur umso schlimmer. Auch ihre Überraschung über die Höhe der Belohnung für die Zustellung des Briefes und ihre einigermaßen schäbige Aufmachung taten wohl ihr übriges dazu, dass die beiden sie kurzerhand in ihr Zuhause, eine Festung - die erste die Ariana in ihrem Leben sah, mitzunehmen.
Dort wurde sie vor ein gemütliches Feuer gesetzt und ihr eine große Schüssel Eintopf sowie ein Löffel in die Hand gedrückt und geredet. Man unterhielt sich so lange, dass Ariana ein richtig heimisches Gefühl bei diesen beiden Frauen bekam, und das obwohl jene so kriegerisch anmuteten.
Sogar übernachten ließen sie sie bei sich, in einem großen Raum mit warmen Fellbetten und allem was man sonst so benoetigte.
Am nächsten Tag, führten Tajara und Xinthra sie herum und man unterhielt sich wieder über viele Dinge.
Schließlich deutete Xinthra an, ob Ariana sich ihnen nicht anschließen wolle und sogleich sprang Tajara ein und erläuterte ihr die Vorzüge dieses Lebens. Sie solle aber ruhig noch eine Nacht darüber schlafen, sie könnte wieder das Gästehaus benutzen, und die anderen die Wache schoben würden sie hinaus lassen wenn sie es wünschte.
So schlief sie noch eine Nacht darüber, doch noch hatte sie keine Entscheidung getroffen, so bat sie am naechsten Morgen, die Frau die Wache hatte, sie doch hinauszulassen. "Natürlich, aber ihr muesst euch im klaren sein, dass ich euch leider nicht wieder hinein lassen kann, ihr mueßt dann auf Tajara oder Xinthra warten." Sie nickte, das hatten Xinthra und Tajara ihr auch schon erläutert, aber sie wollte sich gern erst einmal die Städte von denen ihr Vater erzählt hatte ansehen bevor sie ihre Entscheidung traf. So bedankte sie sich höflich und die Wache versicherte ihr dass sie jederzeit eine Nachricht an Xinthra oder Tajara weitergeben wuerde wenn sie kam.