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Der Turm des Mondes

Verfasst: Freitag 5. Oktober 2007, 03:25
von Wijay Loreen
Wie ein dunkler Zahn ragt das Gebäude am Rande des Waldes im Grenzland zu Rahal in die Höhe. Gefertigt aus dunklem Granit, durchtränkt mit der Energie des Todes. Kalt und abweisend steht das Bollwerk im Niemandsland, fernab jedes Geschehens. Und dennoch - dennoch mag es schon von so Manchem bemerkt worden sein.

Raben kreisen um die von Nebel umwölkten Spitzen des Turmes, welche in einem kalten silbrigen Licht aufglimmen.

Nur selten sieht man menschen um den Turm wandeln. Furchtsam betrachtet der Jäger auf der suche nach frischem Wild das Umland, der es gerne meidet. Der Wanderer macht einen großen Bogen um den Turm, und nur sehr selten sieht man des Nachts Lichter aus den Löchern, die wohl Fenster darstellen sollen.

Der geneigte Vogel der es vermag, den Schwarm an Raben zu durchfliegen mag Ornamente auf der Plattform, welche die Spitze des Turmes darstellt erkennen können, von kaltem Licht umrahmt, welches dem des vollmondes nahekommt. Und jedes Tier mag spüren, dass dieser Ort besser gemieden wird.

Die Erde ist durchtränkt von Tod, die Bäume im Umland sterben ab. Was mag wohl das Geheimnis sein, welches dieses Gebäude in sich birgt? Wer wagt es, in solch einem ungastlichen Steinbau zu hausen?

Niemand will es wagen, näher darauf einzugehen. Niemand? Vielleicht mag das starke Herz die verschlossenen eisentüren erreichen, doch nur äußerst selten wird die Tür geöffnet. Es sei denn es ist ein Höriger des Seelenfürsten oder ein geladener Gast.

Doch stellen wohl die wenigsten Fragen, ist dieser Turm doch fernab jeden weltlichen Geschehens. Nichts ahnend, dass dieser Bau das Zentrom vielen Übels sein mag. Ein Gewächs auf der Haut der Erde.

Unheil strahlt es aus, Schwärze, Tod - Stille.

Nichtsahnend dass die Quelle in einem weit größeren Gewölbe liegt, welches sich unter diesem Turm befindet.

Verfasst: Dienstag 6. November 2007, 00:54
von Wijay Loreen
Man munkelt in den umliegenden Landen bereits jetzt von seltsamen Bewohnern des Turmes. Manchmal, sofern der Tag ausnahmsweise klar war oder ein guter Beobachter den Mut hatte, sich dem Turm zu nähern, der wie ein Zahn am Waldesrand in die Luft ragte, zu nähern mochte Gestalten erkennen die ab und an ein und aus gingen. Nur selten war schwaches Licht zu erkennen, welches nach außen drang. Doch war an klaren Abenden das eigentümliche silbrig-kalte Leuchten zu erkennen, welches die Turmspitze wie reflektiertes Mondlicht sacht erhellte.

Tatsächlich war der Turm so aufgebaut dass man schwer etwas Ungewöhnliches erkennen konnte. Es sei denn ein in einen Vogel verwandelter Druide würde die Spitze überfliegen. Doch waren die Raben durchaus schlau genug. Konnten sie als Briefvögel oder aber auch als gute Abwehr gebraucht werden. Es wurde an so Vieles gedacht.

Tatsächlich war jedoch für keinem, außer er war eingeweiht, geläufig, dass sich das wahre "Leben" unterhalb dieses bedrohlichen Gemäuers abspielte.

Manchmal konnte es sein dass ein Wolf seine Kreise um das Gebiet zieht, besonders in den ausgedehnten Wäldern, ersterbend, in schweren fahlen Nebel gehüllt. Doch lebt dieser offensichtlich nicht mehr im herkömmlichen Sinn. Dann reißt er unbescholtene Wanderer in den Tod.

Zumal sollte es kein Bote wagen, sich in die Nähe des Turmes zu begeben oder einfach so an die schweren Eisentore zu klopfen. Jeder ungebetene Gast würde wohl mit seinem Leben bezahlen, oder ihm erfährt etwas noch Schlimmeres. Die Bewohner des Turmes kannten keine Gnade, keine Reue, keine Skrupel.

Einzig die Sturmkrähen, die sich in Sichtweite zu dem Turm befinden mögen sich sicher fühlen können, solange sie keine feindlichen Aktionen gegen die geheimnisvollen Bewohner des Turmes planten.

Einzig eine Gewissheit mag bestehen. Das wenig einladende Land und das Gebäude im Zentrum dessen haben nur wenige Lebende erblickt. Und noch weniger erblickten es ohne Furcht.

Die Zahl der Eingeweihten jedoch wuchs an. Immer mehr fanden im Namen ihres Gebieters den Weg zu diesem Turm und würden dort Gleichgesinnte treffen. Gewölbe waren unterhalb angelegt worden, riesig und labyrinthartig. Niemand würde sie betreten können außer die Jünger des Seelenfressers.

Verfasst: Dienstag 6. November 2007, 12:59
von Isorn
Dicke Wolken schoben sich vor den klaren Mond, wessen Lichtkegel immer kleiner zu werden schien und tränkten das Land in Dunkelheit. Die bäume wirkten bedrohlich zu jener Zeit und der Wind, welcher unaufhaltsam durch das dürre geäst wehte, verstärkte das Gefühl von Unsicherheit und Beklemmung.

Ab und zu ein rascheln in den Büschen und scheinbar, eines Wolfes Augen, welche wie Kristalle vom Mondschein erleuchtet alles zu mustern schienen. Vogel ähnliche Wesen,
Kinder und Späher zugleich, vom Vater entsandt die letzten Bemühungen eines Hasen im keime ersticken, ehe sie dessen Fleisch verschlingen.

Nähert man sich dem Turm, so wird man kein Gefühl von Leben vorfinden.
Wie ein Ödland, jene Wunden offenbart, durch den Fluch des Vaters.
Die Bewohner des Turms entschleiert, indem sie Hass versengen, schnappen sie nach Luft.

Verfasst: Samstag 12. Januar 2008, 02:30
von Wijay Loreen
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Dieses Land gehört keinem herren - es ward keinem Gott versprochen und befindet sich weit abseit von allem erdenklich Göttlich-hirarchischem, was unsere Welt doch so sehr hindern mag.

Die Bergkette zieht sich dahin - und weit östlich von Varuna teilen sich die Berge und geben eine Schlucht preis. Der geneigte Wanderer wird dieses unwegsame Gebiet gut und gerne meiden und es wird wohl oder übel auch kein angenehmes gefühl hinterlassen.

Wo die Erde tot wird und die Bäume von Tod verfallen verkrüppelt und verwaist auf brauner Erde stehen - wo selbst der Wind den Durchzug meidet - in einer schmalen Ausbuchtung im zentrum der Schlucht erhebt sich ein Gebäude wie ein steinerner Zahn eng an die Steilwände der Berge geschmiegt.

Lediglich die Sommersonne schafft es zu Mittag einige wenige Strahlen durchzulassen, doch in beständigem Schatten sonst liegt der Turm des Mondes, dessen Zinne lediglich aus dem Erdboden ragt. Der Rest wurde in den Berg gehauen und der weltliche Unrat, gerufen von Kra'thor haust im Inneren der Gewölbe tief unter jenem.

Keiner mochte wirklich wissen wer diesen Turm bewohnte. Nur selten dringt ein Lichtschein aus den verhüllten Fenstern - sieht man von der Rabenumflogenen Spitze ab - der Mond selbst scheint aus jener zu scheinen - spärlich beleuchtet wie der Widerschein - doch die meisten Vögel, werden sie nicht unerbittlich von den Raben gejagt können sie erblicken und erkennen was dies zu bedeuten haben mag.

Die besondere Lage verhüllt den Turm ohnedies nahezu beständig im Nebel - es sei denn ein frischer Wind schafft es ausnahmsweise durchzudringen und die silbrig-grauen Schwaden hinfortzuwehen.

Dies ist der Turm des Mondes - und nur selten sieht man einen Bewohner dahin reiten, geschweige denn ein und aus gehen. Und er tut auch gut daran, denn nicht selten wird er niemals wieder gesehen.

Doch selbst wenn ein Angriff erfolgen sollte - Armeen hausen nicht nur oberirdisch. Oh nein, unter der Erde haust so manches Untier das nur zu bereitwillig dem Willen des Seelenfürsten oder dessen Diener auf Erden gehorchen.

Nur wenige wissen von dessen Bedeutung und dessen Existenz. Und nur die Diener des Raben wissen, wer die Verweserin dieses abweisenden Gebäudes ist. Sie birgt das Wissen irdischer nekromantie und bewahrt es vor anderen. Oh, niemand dürfe dieses Wissen erhalten. Denn wer Macht über Leben und Tod besitzt - der wird selbst zur Waffe - und zur Gefahr für das Werk, welches SEINE Diener vorantreiben.