Eine Seuche plagt das Land?

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Cassandra Nox
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Eine Seuche plagt das Land?

Beitrag von Cassandra Nox »

„Das muss ich unbedingt sofort ausprobieren! Ich muss mich sofort auf die Suche nach den nötigen Materialien machen! Was war das noch gleich… zwei kleinere Lagen Leder… und eine Hand voll Knochen?“

Die Gedanken um das neu entdeckte Stück schossen ihr nur so durch den Kopf. Ganz in Gedanken ging sie an dem Händler und dem Handwerker vorbei, die sich noch einen Moment vorher um die Lieferung der Masken und derer Herkunft sowie Herstellung unterhielten. Doch wo sollte sie hingehen? An wen sollte sie sich wenden, um an die Knochen zu kommen? Noch dazu zu so später Stunde?

In Bajard war es bis auf die Händler und einige Trunkenbolde in der Taverne schon erstaunlich ruhig geworden. Nicht einmal vor der Stadt waren, wie sonst üblich, aufgebrachte und streitsüchtige Männer und Frauen zu finden. Auch ein bekannter Schütze von ihr, der ihr vielleicht helfen konnte, war nicht mehr auffindbar.

So stieg sie in die Kutsche und machte dem Kutscher klar, dass die Fahrt Richtung Rahal gehen solle. Vielleicht träfe sie dort ja noch die werte Gardistin und den Krieger an, die sie den vergangenen Tag bei der Jagd begleitete, um mit dem Leder zu helfen.

Der plötzliche Halt der Kutsche riss sie aus den Gedanken, sie schien wohl ihr Ziel schon erreicht zu haben. Sie stieg aus der Kutsche, schritt durch die Pforten von Rahal und ging schnellen Schrittes den langen Weg in Richtung der hiesigen Bank entlang ohne auf irgendjemand zu stoßen, abgesehen von den Wachleuten, deren gesundheitliches Befinden durch das Dunkel der Nacht tragischerweise verborgen blieb. An der Bank angekommen, traf sie den Krieger an, der bereits vor dem großen Gebäude, wohl wartend auf eine Person, saß. Diese traf alsbald nach der Begrüßung auch ein. Zum Glück der Schneiderin handelte es sich bei der Person um die gesuchte Gardistin.

Nach einem kurzen Plausch unter den Dreien, trat die Schneiderin nun mit der Frage nach Knochen an die beiden kriegerisch Begabten heran. Sie konnten jedoch zunächst keine zufriedenstellende Antwort geben, wohl aber wussten sie wo es Knochen zu beschaffen gäbe und fügten an, dass dies keinerlei Problem darstellen sollte. Ein Lächeln zeichnete sich auf den Lippen der Schneiderin ab und sie nickte sanft lächelnd. Um nicht allein in der dunklen und kalten Nacht zu warten, beschloss die Schneiderin die Beiden zu begleiten und so machten sich die drei alsbald auf den Weg in die Katakomben, in denen die Ruhe der Toten durch Orks, Riesenspinnen und auch Wiedererweckten gestört ist.

Unterwegs zeichneten sich sowohl bei der Schneiderin, als auch alsbald bei der Gardistin die ersten Anzeichen einer Krankheit ab, welche sie zu einem Umweg zu der Bleibe der Gardistin zwang um an etwas leichter aber guter Medizin eines gewissen Quatzenhagen – so die Aufschrift der Fläschchen - zu kommen, welche wohl für den Moment die Symptome linderte......... aber wohl, wie sich später herausstellen sollte, zu schwach für diese Krankheit!

In den frühen Morgenstunden des nächsten Tages war die Schneiderin schon wieder auf den Beinen. Die Nacht gezwungenermaßen aufgrund ihrer, durch eine Pfeilfalle in den Katakomben zugezogenen, Verletzung am rechten Oberschenkel in Rahal verbracht, sieht sie sich die Gegend etwas genauer an und trifft dabei auf die nördlich gelegene Mine zu Rahal. Gerade als sie sich die Flora und Fauna etwas genauer anschauen möchte, wird ihre Aufmerksamkeit durch ein von Schmerzen verursachtes Stöhnen und lautem Krach in Richtung des Eingangs der Mine und den davor positionierten Wachen gelenkt. Zwei von ihnen können sich nur noch mit Müh und Not auf den Beinen halten, während der Krach wohl daher rührt, dass die dritte Wache bereits zu Boden gegangen ist.

Eindringlich betrachtet sie das Geschehen und mustert die Wachen um nur einen Moment später eine entsetzliche Entdeckung zu machen. Die Wachen waren alles andere als in guter Verfassung. Die Krankheit zehrte bereits stark an ihrer Lebenskraft. Erschrocken weicht die Schneiderin zurück und humpelt so schnell es nur geht auf ihren Stab gestützt in Richtung der Kutsche vor Rahal und gibt dem Kutscher Zeichen Richtung Bajard zu fahren.

Bis zum Abend sollte sie sich nicht mehr nach Rahal trauen. Zu tief der Schock der Krankheit und zu tief die Angst angesteckt zu werden. Dabei vergaß sie wohl, dass sowohl sie als auch die Gardistin bereits am Tag zuvor erste Anzeichen einer Krankheit aufwiesen, einer Krankheit, die sie möglicherweise von dort aufgeschnappt haben.

Dieser Gedanke traf sie jedoch wie ein Blitzschlag, als ihr das Bild der Wachen in den Kopf schoss als sie vor Bajard mit dem Krieger des gestrigen Tages über ihre Verletzung und ihre Krankheit sprach. Ohne lange zu zögern machte sie sich wieder mit der Kutsche gen Rahal auf und sagte dem Kutscher, sie habe es äußerst eilig und eine dringende Nachricht zu übermitteln.

In Rahal angekommen stolpert sie, noch immer eingeschränkt durch ihre Verletzung, aus der Kutsche und geht schnellen Schrittes gen Pforte, vor welcher eine Templerin von Rahal steht, welche mit kaltem Blick einen Reiter ganz ohne Worte zu Recht weist und lässt ihn nahezu erstarren. „Seinen Segen“ entgegnet die Templerin dann erstaunlicherweise mit einer gewissen Freundlichkeit der Schneiderin gegenüber. Noch immer etwas mit Angst erfüllt fasst sich die Schneiderin wieder, als die Templerin gerade von dannen ziehen möchte, um Kunde von der Krankheit zu machen. Diese bedankt sich für die Kunde und wendet sich mit einem „Möge der Eine Euch den rechten Weg zeigen“ Richtung Norden und der Mine, um sich selbst ein Bild davon zu machen.

Diese für sie etwas eigenartigen Verse der Templerin im Kopf betritt die Schneiderin nun Rahal und bindet sich, unwissend dass sie selbst schon infiziert ist, eine Ledermaske um das Gesicht.
Cassandra Nox
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Beitrag von Cassandra Nox »

So humpelte die Schneiderin, gestützt auf ihren langen Knorrenstab um ihr angeschlagenes Bein zu entlasten, so schnell es nur ging die Straßen Rahals entlang, um die Gardistin ausfindig zu machen. Diese war jedoch weder in ihrer Bleibe, noch in der Nähe der Bank, noch irgendwo anders innerhalb der Mauern zu finden.

Als die Schneiderin sich gerade wieder auf den Weg nach Bajard machen wollte und in Gedanken versunken die Straßen entlang humpelte, öffnete sich neben ihr die Tür eines Hauses aus welchem sich alsbald darauf auch ein Mann neigte, um sein Ladenschild herumzudrehen – den Leuten anzeigend, dass sein Laden nun wohl geöffnet habe. Von dem Geräusch der Tür aus den Gedanken gerissen und aufmerksam gemacht worden hielt sie an und setzte den Stab auf eine der Pflastersteine ab, was der Ladenbesitzer wohl vernahm und nun auch in ihre Richtung blickte. Sie blickte auf das Ladenschild – „Alatar Apotheke“ stand darauf. Er grüßte sie zunächst recht freundlich ehe er sie etwas besorgt musterte. Ohne große Schwierigkeiten bemerkte er, dass sie es wohl mit dem Laufen schwer habe – zu erkennen an dem Stab und der wohl dicken Bandagen unter den langen Hosen an ihrem rechten Oberschenkel. Auch sah sie wohl etwas schwach und kränkelnd für die geschulten Augen des Apothekers aus.

„Eine Apotheke also, das trifft sich ja gut…“, nuschelte sie leise und mehr für sich gesagt in ihre Ledermaske, als ihr Blick von dem Ladenschild in die Richtung des Mannes in der Tür schweifte.

„Seid ihr krank?“, fragte er schließlich und deutete dann jedoch auf die Ledermaske, die sie trug.

Etwas überrascht hob sie beide Augenbrauen fragend an und erwiderte mit etwas dumpf klingender Stimme:
„Ich nicht… aber… mir scheint, dass in den Baracken der Wachen zu Rahal wohl eine schwere Krankheit einhergeht. Wenn ich euch einen guten Rat geben darf, solltet ihr lieber euren Vorrat eines dafür geeigneten Trunks aufstocken.

Mit Beendigung dieses Satzes fiel der Schneiderin nun plötzlich das Atmen schwer und sie keuchte unter ihrer Maske.

„Herje! Ihr seid wohl auch schon betroffen, wartet eben hier“, sprach der Mann zu ihr und verschwand in seinem Haus, gefolgt von dem Klirren einiger Gläser und Fläschchen, da er wohl auf der Suche nach etwas schien. Kurze Zeit später kehrte er wieder zur Tür zurück und reichte der Schneiderin ein kleines Fläschchen welches eine grüne Flüssigkeit enthielt. Sie nahm die Flasche entgegen und las die Aufschrift – „Seuchenkur“ stand auf dem Fläschchen.
Sie öffnete etwas geschockt von der Aufschrift das Fläschchen, lockerte ihre Ledermaske etwas und zog diese unter das Kinn, um nun das Fläschchen zu leeren. Der Mann, abgewandt von ihr, wohl nach weiteren Dingen suchend und sich einige Notizen machend, fragte – mehr in den Gedanken versunken und in den Raum hinein:

„Habt ihr es schon zu Euch genommen?“ – Sie keuchte kaum noch und kämpfte wohl mehr mit dem Geschmack des Trunkes als mit den Beschwerden ihrer Krankheit und erwiderte, mit nun ungedämpfter und sanfter Stimme, die Maske gänzlich abnehmend:
„Gewiss doch, gewiss. Es scheint ein äußerst guter Trunk zu sein, er wirkt nahezu schon mit der Einnahme.“

„Natürlich!“, entgegnete ihr wiederum der Apotheker. „Es ist einer der Stärksten!“. Nun wandte er sich wieder der Dame vor seinem Haus zu.
„Ihr seid doch eine Schneiderin, nicht wahr? Könntet ihr mir, in Anbetracht dieser Epidemie auch eine solche Maske wie ihr sie tragt, anfertigen?“„Gewiss doch, allerdings müsste ich dafür geschwind zur Bank eilen.“
Er nickte nur knapp und deutete wohl an, dass dies kein Problem darstellen sollte.

Schneller als vom Apotheker erwartet klopfte es wieder an seiner Tür. Es war aber doch wohl schon die Schneiderin, die wieder zurück war. Sie reichte ihm die Maske, er ihr im Gegenzug ein kleines Münzsäckchen mit einer weiteren Frage.

„Weiß sonst noch etwas von der Krankheit?“
Sie nickte knapp und erzählte ihm von der Templerin, die sie zuvor antraf und dass diese mittlerweile schon an der Mine sein müsste, um sich die Wachen genauer anzusehen.

„Ihr habt das Richtige getan. Ich werde nun alles Weitere übernehmen“, sprach der Herr zu der Dame, die wenige letzte Tröpfchen der Flasche im Inneren ihrer Maske verteilte.
Der Herr schüttelte nur etwas den Kopf und meinte:

„Die verbrennt besser!“
Zuletzt geändert von Cassandra Nox am Samstag 22. September 2007, 10:04, insgesamt 1-mal geändert.
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