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Bote an den Hauptmann der Garde Rouven Alestra
Verfasst: Sonntag 31. Juli 2005, 07:51
von Gray Darinor
Fast ungelenk, unsicherer Schrift ist die Mitteilung verfasst die den Hauptmann erreicht.
Temoras Segen mit euch,
ein Geschehniss gestern in Bajard, bei dem ich verletzt wurde, hindert mich daran mindestens drei Tage nicht am Dienst teil zu nehmen.
So lautet die Feststellung Bruder Leons. Er bittet jedoch so ihr seinem Urteil nicht vertraut, einen anderen Heiler hin zu zu ziehen.
Ein detaillierter Bericht erfolgt mündlich, da mich das Schreiben anstrengt.
Doch sei soviel gesagt, das ich auf den Ahad Leyle Darsus traf.
Wobei es nach einer verbalen Diskusssion zu einem Kampf kam, bei dem ich leicht verletzt wurde.
Der Ahad konnte fliehen, nachdem er mich niederschlug.
gez.
Gray Darinor
Feldwebel der Königlichen Garde zu Varuna
Den Brief gab er einem Botenjungen mit, bevor er sich wieder in sein Bett legte.
Marian vermissend die am Morgen aufgebrochen war um die Königin auf ihrer Reise zu begleiten.
Vaterfreuden - Vatersorgen?
Verfasst: Montag 1. August 2005, 09:36
von Rouven Alestra
Nachdenklich hatte er den Brief beiseite gelegt. Zu Faulheit hatte der Junge noch nie geneigt. Daher musste der Brief schon seinen Grund haben. Aber warum schrieb er von einer geringen Verletzung und gleich im nächsten Moment, dass ihn dies 3 Tage vom Dienst abhalten würde? Ein verhätschelnder unfähiger Heiler? Besser er würde sich dies selbst einmal ansehen. Allerdings nicht im Zuge des Dienstes. Der Abend würde hierfür geeignet sein.
So ritt er am Abend, das Pferd eilig vorantreibend, gen Haus Gray's. Wohl bedacht trat er diesen Ritt in einfacher Kleidung an. Gray sollte nicht auch noch glauben, er würde ihm im Dienst gegenübertreten. Endlich angekommen sah er schon von weitem den dicken Verband, der das Auge abdeckte. Er konnte nicht umhin für einen Moment zusammenzuzucken. Das Auge verletzt? Was mochte hieraus erwachsen? War er möglicherweise gar erblindet? Beinah als würde eine fremde Haut sich um ihn schliessen, verspürte er tatsächlich so etwas wie Sorge. Nicht um einen Untergebenen. Das Gefühl war selbst ihm bekannt, auch wenn er es nie offen zeigte. Nein dieses mal war es anders. Beinah als würde das Herz einen Sprung machen und sich dann zusammenschnüren wollen. Verdammt ja er liebte den Jungen der sich so lang als unmöglicher Bengel erwiesen hatte und jetzt doch seinen Weg machte. Zu deutlich war die Ähnlichkeit die ihm jetzt auffiel, zu dessen Mutter. Sollte er es verneinen? Nein niemals. Den Fehler hatte er einmal begangen, nie wieder!
Er hatte sich zurückgehalten. Wenngleich ihm die Sorge doch in den Augen hatte stehen müssen. Schon in dem Moment als Gray, in der Sicht gehindert, beim Betreten des Hauses erst einmal unsanft gegen die Tür rannte. Alles wollte er werden aber sicher keine verhätschelnde Glucke. Gray würde schon wieder auf die Beine kommen, ganz sicher. Und selbst wenn er das Augenlicht einseitig verlieren sollte, fallen lassen würde er ihn nicht. Und wenn er ihn in der Schreibstube einsetzen musste....
Es war wie Gedankenübertragung als Gray, deutlich von Furcht getragen, äusserte er wolle in keinem Fall in der Schreibstube enden. Beinah war Rouven sich für einen Moment unsicher ob er seinen Gedanken laut ausgesprochen hatte, doch dies war ganz sicher nicht der Fall. So suchte er Gray zu beruhigen, dass er in der Schreibstube ohnehin niemanden bräuchte, der ständig gegen Türen renne. Er wusste nicht ob er wirklich den erwünschten Erfolg hatte, doch wenigstens lachte Gray.
Pläne.. ja er schmiedete sie bereits, wie er diesen Darsus vorführen konnte. Um den Glauben hatte Gray gestritten, um den Namen und Ruf Temoras. Was für ein Hohn, dass Rouven genau dies nie verstehen würde, nach allem was diese Temora ihm genommen hatte. Doch aus seiner Warte hatte Gray recht gehandelt und niemals würde er etwas anderes behaupten. Man musste für seine Werte im Leben einstehen, gleich ob andere diese teilen. Leyle Darsus hatte kein Recht diese Tat durchzuführen! Am liebsten wäre er losgezogen und hätte diesem Manne im Gegenzug zu seiner Tat gleich das Licht beider Augen genommen. Lediglich die Unruhe Grays hierüber hatte ihm deutlich gemacht, dass er einen anderen Weg suchen musste. Ungeschoren, das schwor er sich als er schliesslich heimritt, würde dieser Mann gewiss nicht davonkommen. Aber manch Tat brauchte ihre rechte Zeit und er würde nicht vergessen.
Verfasst: Dienstag 2. August 2005, 06:32
von Gray Darinor
Mit den unterschiedlichsten Gefühlen sah Gray, Rouven nach. Niemals hatte er geglaubt der Hauptmann würde jemals solche Worte sagen. Würde wirkliche Sorge teilen. Doch es war so.
Sein Vater war nach ihm sehen kommen, und vor Wut außer sich als er seine Verletzung sah..
„Wenn du deswegen auf dem Auge nichts mehr sehen kannst, sorge ich dafür das er Beide Augen verliert.“ Schwor der Hauptmann, und Gray war es der ihn beruhigen musste, obwohl ihm selber nicht danach zu mute war.
„Ich habe nicht gerade erst einen Sohn wiedergefunden, damit er die Familie wieder zerstört.“ Hatte Rouven gemeint und erneut war es Gray der ihm erklärte das wenn er Leyle suchen würde, er mitkommen würde.
Sturheit traf auf vererbte Sturheit. Dickkopf auf Dickkopf und beide gaben erst klein bei, als der Hauptmann, für Gray seinen Plan aufgab, Leyle direkt suchen zu gehen. Doch vergessen würde, Rouven nicht.
Das verlangte Gray auch nicht. Würde auch er nicht vergessen was geschehen war.
Seine Angst, das Auge würde seinen Dienst versagen wenn er den Verband abnahm, saß tief.
Würde er dann noch der Garde dienen können? Was sollte er tun? Bürodienst? Rouvens notdürftiger Scherz er brauche keinen im Büro der gegen die Türen liefe, verfehlte seine Wirkung, und Gray wurde eher noch flauer im Magen. Grenzenlose Angst befiehl ihm von dem Rouven ihn nur schwerlich abzulenken wusste.
„Weißt du eigentlich wer das Bild gemalt hat?“ Fragte er und deutet auf das Bild Sarinas, das an der Wand hing. „Das Bild von Mutter?“ Hatte Gray nachgefragt und war neben seinen Vater getreten. „Ein bezahlter Maler?“ fragte er. “Es wirkt so lebendig.“ Rouven hatte den Kopf geschüttelt. „Es hat ein Narr gemalt, der nach ihrem Tode die Pinsel für immer zur Seite gelegt hat.“
Gray beschlich ein Gefühl der Erkentniss. „Du hast es gemalt?“ fragte er vollkommen Fassungslos. Das Bild war einfach zu professionell, als das er gedacht hätte das es von einem Hobbymaler käme.
Als Rouven nickte, konnte Gray es noch immer kaum glauben.
Rouven aber erklärte das er früher viel gemalt hatte. Das ihm diese Motiv gelegen hatte, weil es ihn wahrlich inspirierte, doch seit ihrem Tode er das, was ihm einst Spaß gemacht hatte, nicht mehr ausführte.
Lange redeten sie noch über die Malerei, und Gray versuchte Rouven zu überreden wieder damit an zu fangen. „Ein erstes Motiv wäre doch dein Enkelsohn, wenn er erst einmal da ist wirst du sicher wieder Lust finden.“
Rouven hatte die Stirn kraus gezogen.
„Gibt es da etwas das ich wissen müsste?“ fragte er fast streng, wohl aus Angst um Marian die mit der Königin auf Reisen war.
Gray schüttelte den Kopf.
„Nein nein... noch ist es nicht so weit, aber wir arbeiten daran.“ Hatte er gemeint und das ehrliche Lächeln und die Freude Rouvens hatte ihn tief getroffen.
Ja,... endlich hatte er einen Vater.
Und auch wenn man sich spät erst erkannt hatte, zueinander gefunden hatte, war doch bald das Gefühl da gewesen, zu einander zu gehören.
Erst am späten Abend verabschiedete Rouven sich, nicht aber ohne zu versprechen am nächsten Tag wieder vorbei zu schauen.
Gray war das mehr als nur recht.
Rouven verstand es ihn ab zu lenken, und das war das was er im Moment gut gebrauchen konnte.
Verfasst: Dienstag 2. August 2005, 14:00
von Gray Darinor
Vor sich hin fluchend saß er auf seinem Bett in der Gardisterei, nicht wirklich wissend was er anfangen sollte.
Die Heiligkeit hatte im eine Woche Ruhe verschrieben und der Hauptmann hatte diese Anweisung nur zu gerne aufgenommen.
„Gut gut aber wagt ja nicht Dienst zu tun, bevor das Auge verheilt ist Feldwebel! Sonst sorge ich dafür dass euer Vater euch übers Knie legt.“ Hatte er ihm mit einem kurzen Funkeln in den Augen erklärt, und Gray vermochte das Lächeln kaum zu unterdrücken und hatte salutiert. „Jawohl Herr Hauptmann! Ich dachte das ich vielleicht... irgendwas hier tun könnte, was nicht... hm... anstrengt?“ Der listige Blick mit dem Rouven ihn bedachte hätte ihn warnen müssen als dieser mit einem „Ja da gibt es was, Komm.“ Voraus ging.
Gray schwante etwas als der Hauptmann ihn in den Raum führte wo die Betten der Gardisten standen und auf eines davon deutete. „Siehst du das Bett hier? Ich hörte beschwerden es sei unbequem. Ich erwarte nach deiner Genesung einen genauen Bericht hierüber.“
Gray sah den Hauptmann mit großen Augen an. „Was? Wie bitte? Das hier kann über eine Woche dauern und...“ Rouven nickte ihn gelassen ansehend. „Fein gut. Umso genauer wird der Bericht.“ „Ich kann doch nicht eine Woche nur im Bett liegen. Da werde ich verrückt!“
Rouven blieb die Ruhe selbst. „Stimmt du wirst dich immerhin auch waschen müssen bevor sich noch jemand beschwert“ Gray wollte erneut widersprechen, setzte an, machte den Mund dann jedoch wieder, um vom Hauptmann einen prüfenden Blick dafür zu kassieren. „Naa du wirst doch nicht wiedersprechen wollen ... das haben wir hinter uns hoffe ich!“
Gray stöhnte auf. „Jawohl... aber ich werde vor Langeweile sterben. Ganz bestimmt werde ich das. Kann ich wenigstens spazieren gehen?“
„Gegen die Langeweile finden wir schon was. Mist wichtig dass du gesund wirst. Du hörst besser auf das was Alyssa sagt bevor du dein Auge riskierst. Was das Spazieren gehen angeht ... das darfst du wenn du mir zwei Sachen versprichst. Achte darauf wohin du gehst und vor allem wenn Alarm ist läufst du hier her und nicht in Richtung des Alarms.“ Gray presste die Lippen zusammen, er wusste das er das Versprechen nicht geben konnte. „Was würdest du tun?“ konterte er und spürte den flammenden Blick seines Vaters mehr als das er ihn sah. „Komm mir nicht so, Junge! Ich hatte niemanden den es scherte was mit mir passiert. Es gab gestern Orküberfälle auf die Stadt und niemand weiß ob da noch etwas nachkommt. Glaubst du ich will Marian erzählen du wärst gefallen da du den Ork von der Seite nicht hast kommen sehen können?“ Gray schnaufte auf. „Du wärest also wirklich hier geblieben, während da draußen deine Kollegen gekämpft hätten?“ er schüttelte den Kopf während Rouven sich noch mehr aufbaute. „Nein das wäre ich nicht, aber dir befehle ich es!“ erklärte er und Gray hatte Mühe ruhig zu bleiben als er konterte. „Hättest du auf deinen Hauptmann gehört, der dir das befiehlt?! Sag jetzt nicht ja! Das glaube ich dir nämlich nicht Vater!“
„Ich verweigere die Aussage“ meinte Rouven lapidar und fügte an. „Verdammt sei nicht so stur. Es reicht wenn ich das bin. Aber treffen wir eine Übereinkunft. Sowenig wie ich losrenne und versuche Leyle Darsus im Alleingang die Augen zu nehmen wirst du meinem Befehl in dieser Hinsicht widersprechen oder dagegen handeln.“ Er sah seinen Sohn abwartend an, der Mühe hatte seinem Ärger nicht Luft zu machen. „Pfff das ist ein einseitiger Handel, komplett unfair. Du bist dir dessen bewusst?“ fluchte er und Rouven nickte. „Natürlich.... Ich bin der Hauptmann ich muss nicht fair sein. Schon gar nicht mit viel zu sturen Feldwebeln.“ Gray wusste kaum was er sagen sollte, dann nickte er seufzend. „Gut gut, Bevor du Kopflos diesem Leyle hinterher rennst, halte ich die Füße still. Aber wenn es arg wird... kann ich nichts versprechen... Versteh mich bitte. Ich kann mich nicht wenn die Stadt überrannt wird.“
Wollte Rouven erst aufatmen, so überkam ihn nun wieder der Ärger. „Bilde dir ja nicht ein ob die Stadt steht oder fällt hängt von dir ab. Wir sind doch nicht alle völlig unfähig. Die Leute sind nicht blind und wenn du genesen musst sehen sie das auch. Also mach dir da keine Gedanken.“ Gray hob abwehrend die Hände. „Ich versuch es.. ich verspreche es dir... aber nur damit du nicht diesem Leyle nachrennst.“ Gab er sich geschlagen und drehte sich mit seinem Vater der an der Rechten Seite an ihm vorbei ging.
Das dieser sein Schwert blitzschnell zog ihm dann gegen die Seite hielt, sah er nicht, spürte er nur als das Schwert ihn erreichte. Stocksteif blieb er stehen, und sein Blick gab Rouven recht.
„Hast du es kommen sehen?“ fragte er der Hauptmann ihn und Gray musste klein Bei geben.
„N.. Nein.“ Meinte er sichtlich bestürzt und Rouven steckte das Schwert zurück. „Beweisführung abgeschlossen.“ Meinte er sichtlich mit sich zufrieden. „Wäre es ein Ork gewesen, wärest du jetzt tot.“ Gray hatte nun endlich doch das Einsehen. „Ich werde hier bleiben. Versprochen!“ meinte er sich geschlagen gebend.
„Damit sind wir dann wohl quitt.“ Antwortete Rouven mit zuckendem Mundwinkel. „Ab und an hab ich das nämlich auch mal.“ Er sah seinen Sohn noch immer den Schock in den Gliedern habend nicken, wenn auch ein Lächeln unterdrückend. „Das ihr Hauptmänner immer auf eurer Recht pochen müsst.“ Seufzte er und Rouven nickte versucht ernsthaft. „Das ist unser Vorrecht darum sind wir Hauptmänner.“ Er schmunzelte nun als Gray wohl vollkommen perplex den Kopf schüttelte. „Ich wurde aufs Kreuz gelegt... und das von meinem alten Herrn. Ich fass es nicht.“
Gray hörte seinen Vater nun zum ersten Mals seit er ihn kannte schallend lachen.
Er würde sich nicht wundern wenn selbst die Gardisten unten sich nun fragend ansahen. Das war eine Seite des Rouvens sie wirklich wohl kaum jemand kannte. Manche munkelten gar er könne gar nicht lachen. „Und das ist auch gut so. Ich würde mir Gedanken machen müssen wäre es anders herum.“ Gray musste nun auch lächeln als er antwortete. „Das wohl... aber der Tag wird kommen. Ich hab einen guten Lehrmeister“ und sich verschwörerisch vorbeugend flüsterte er dem Vater zu. „Den Hauptmann der Garde!“ Rouven legte ihm die Hand auf die Schulter. „Es gibt Geheimnisse die der niemals rausrückt.“ Dann schlug er ihm leicht mit eher stolzen Geste gegen die Wange. „So und jetzt Feldwebel antreten zum Bettentest.“
Gray nahm Haltung an und salutierte stramm. „Jawohl Herr Hauptmann.“ Meinte er und blickte dann dem immer noch lächelnden Hauptmann nach.
Welch vertrackte Welt... welch interessante Zufälle. Er war froh. Froh seinen Vater so kennen gelernt zu haben wie er war. Vor Monaten waren sie noch Fremde und jetzt ... niemals hatte er sich so zu seinem Ziehvater hingezogen gefühlt wie jetzt zu Rouven.
Sie waren in der Zeit, seit sie nun wirklich von ihrem wahren Verwandtschaft wussten,
wirklich zu Vater und Sohn zusammengewachsen.