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Unter dem Segen der Schatten

Verfasst: Mittwoch 12. September 2007, 13:06
von Malachai Schwarzmourne
Alles war festlich dekoriert, als der Schattenlord seine alte Heimat, die Burg Eisenwart erreicht hatte.
Ja, er stimmte seinen Freund zu, so wie er damals ihm zu stimmte, als er ihn fragte, ob er ihn und seine Geliebte Trauen würde.
So waren schon zahlreiche Gäste da, die Anbindepfosten waren alle belegt und lautes, fröhliches gerede war zu vernehmen.
Er ging die ersten Schritte, als er Kalisha, die Braut, an der Mauer der Burg angelehnt bemerkte.
Wie es sich als Trauherren gehörte, galt die ersten Glückwünsche der Braut und so überreichte er ihr jene, ehe er sich zum Bräutigam, Khazkal begab.
Das Gerede wurde Still, als jener schwarz verhüllter Mann die Reihen betrat, ohne ein Wort der Grüße an jenen vorbei ging und zu Khazkal trat, damit er der nächste seie, der die Glückwünsche mit einer herzlichen Umarmung und den Dank für das Vertrauen bekam.
So wurde nun auch der altar vorbereitet, der Schattenlord zog ein schwarzes, mit feinen Linien verziertes Buch hervor, dann ein Siegel und legte es auf ein dafür passendes Schloß, um es öffnen zu können.
Die Gäste kamen nach und nach und verteilten sich auf die Bänke, vorne an Khazkal und in weiter ferne glitzerte das weiße Brautkleid von Kalisha.
Der Schattenlord räusperte sich und hob beide Arme, um das Aufstehen zu Symbolisieren, als dann auch die Braut kam, ihr zukünftiger Gemahl sich neben Sie stellte und Sie vor ihm Platz nahmen.
Mit dem senken seiner Arme, setzten sich auch die Gäste und die Trauung konnte beginnen.
Unter dem Segen der Schatten sollten Sie getraut werden. Ein Segen, welches diese zukünftige Familie unter dem Schutze der Schatten stellen möge, ein Bund, der niemals vergeht.
So sprach der Schattenlord die Worte, die die Trauung anführten und mit dem "Ja, unter dem Segen der Schatten" von beiden Trauenden, war dieser Bund versiegelt und Khazkal und Kalisha waren Mann und Frau.
Gerade Rechtzeitig, würde man meinen, als beim Kusse der Liebenden die Wehen einsetzten und der Schattenlord Sie nach oben in ihr Zimmer geleitete.
Es war schon witzig, sein altes Arbeitszimmer in der Burg nun als Schlafgemach für den Burgherren und sein Weib zu sehen.
Wer hätte gedacht, dass nach ihm jemand dort wohnen würde und dreckigere, abstossendere Sachen tun würde, als er zu Zeiten seiner Folter, die er Verrätern gab.
Es hinterliess ein schmunzeln auf seinen Lippen, unterbrochen durch die Bitte Kalishas, eine Geburtenhelferin für Sie zu finden.
Der Schattenlord nickte und ging hinaus, stieg auf sein Pferd und reitete im gallopp zum Hafendorf Lameriast.
Er suchte alles ab und entsann sich an eine Frau, die damals auch Inara helfen sollte.Sie war zuhause, welch Glück, leicht erschrocken, als Sie die Tür öffnete und diese vermummte Gestalt warnahm, erkannte Sie aber den Schattenlord und auf seine bitte hin, fügte Sie an, Sie packe ihre Sachen und würde sofort die Burg aufsuchen.
Welch Glück, wer weiß, wielang man hätte suchen müssen.
So ritt der Schattenlord zurück, die Festlichkeiten waren im Gange und Khazkal, trotz seiner Frau, die ein Kind kriegen würde, sass auch am Tische.
So lachte und feierte man fröhlich, trieb Scherze mit dem Bräutigam und überreichte die Geschenke.
Nach und nach wurde es weniger und als nur noch er, Khazkal und Cyrion am Tische sassen, beschloss man, nach der werdenden Mutter zu sehen.
Als man ankam, ging Khazkal vor.
Was danach kam, war typisch für den Burgherren.
Babygeschrei versuchte das Geschrei der frisch Vermählten zu übertönen und das war das Zeichen für den Schattenlord zu gehen.
Das Baby schien gesund, das Paar wollte wohl alleine sein.
Er würde die nächsten Tage vorbei schauen und sich den Kleinen einmal ansehen, unwissend, ob er sich dabei zu erkennen gibt oder nicht.
So verschwand er noch im Gange in der Dunkelheit, nur sein Bruder, der ihm hinterherschaute.

Verfasst: Freitag 14. September 2007, 19:13
von Cyrion Sha´Ar
Er schmunzelte immer noch, wenn er an die Hochzeit dachte. Es waren nur wenige gekommen – die meisten freilich Bewohner der Burg, aber auch einige von der Akademie. Gut sahen sie beide aus, Kalisha und Khazkal. Auch wenn Kalisha einen kugelrunden Bauch vor sich her trug eher den Weg zum ‚Altar’ entlang watschelte, als das sie mit Anmut ging. Das Lächeln milderte sich. Es war einiges schief gegangen... Amarissa war nicht erschienen – und so konnte Cyrion zwar als Zeuge auftreten, aber nicht seiner Aufgabe nachkommen, Kalisha ihren Ehereif zu geben. Peinlich, aber daran konnte er nichts ändern. Malachai hatte Khazkal und Kalisha mit weit mehr Würde getraut, als Khazkal ihn getraut hatte. Wieder ein kleines Schmunzeln. Nichts anderes hatte er von seinem Bruder erwarten können. Und dann... kaum das der Kuss ausgetauscht war, hatten die Wehen eingesetzt und Malachai war davon geeilt, als Schattenlord, der er war, um für eine Hebamme zu sorgen. Gut das er eine gefunden hatte – es war Cyrion weit lieber gewesen, diese Dinge in wissende Hände zu legen. Einer Freundin bei der Geburt zu helfen, einer, die zur Familie gehörte, war etwas ganz anderes, als Kalisha zu helfen. Er hätte es getan, wenn er gemusst hätte, aber auch nur dann.
Ein Mundwinkel zuckte amüsiert hoch. Seine Hochzeitsgeschenke waren gut ausgewählt, wenn auch nicht gerade Konform gehend mit üblichen Hochzeitsgeschenken. Kein Gold, keine Waffen, keine Haushaltswaren. Bücher für Kalisha – ‚Anstand und Würde: Benimm und Anstand einer Dame zu Hofe’ sowie ‚Einführung in standesgemässe Etikette und höfische Gebräuche’. Ob sie sich darüber freuen würde? Er nahm an, das sie sie in Wut verbrennen würde. Und Khazkal... ihm hatte er eine seidene mit silbernen Kugeln besetzte mehrschwänzige Katze geschenkt... nicht zu vergessen der samtene Knebel. Auf das er sie bei Kalisha anwenden würde. Ein witziges Geschenk, kannte er doch den Humor Khazkals... Hmm... vielleicht auch ein kleiner Racheakt an Kalisha – die einzige Art Rache, die er nehmen konnte. Bedachte man, dass die beiden sich sogar bei der Hochzeit angefaucht hatten, konnte er davon ausgehen, das Khazkal tatsächlich seine Geschenke benutzen würde - irgendwann. >Nun, wie dem auch sei...< dachte er und legte sich entspannt ins Grass, den Rücken an den Baumstamm gelehnt. Kalisha würde demnächst ans Wochenbett gefesselt sein und Khazkal würde sehr bald verfluchen, ein Kind in die Welt gesetzt zu haben. Aber das war nicht mein Problem. Vaterfreuden... er würde sich drüber freuen... Ob Khazkals Freude anhalten würden... er bezweifelte es.