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Freies Kolleg zu Varuna

Verfasst: Sonntag 9. September 2007, 20:15
von Ian Vondran
I. Die Geburt einer Idee


Der gestrige Abend hatte dem Ritter ein weiteres Mal aufgezeigt, dass die Mauern des Ordens gar zu einschüchternd für manch Wissbegierigen wirken, hatte sich doch jener Mann sichtlich eingeschüchtert ob des Anwesens gezeigt. Wahrscheinlich sahen die Menschen im Orden keinen Ort an dem man Lehren empfängt, sondern ihn nur streng nach bestimmten Glaubensregeln lebt, auch wenn das grundlegend falsch war. Dennoch musste etwas getan werden um den Glauben fortweilend zu wahren und den Leuten die Möglichkeit zu geben überhaupt einen Einblick in die Lehren der Temora zu ermöglichen. Nicht nur Krieger sollten doch der Tugend gewahr sein, welche die Hoffnungsträgerin für die Menschen bereit hält. Nicht nur Schwerterprobte sollten Antwort auf ihre geheimsten Fragen finden, ihren Zweifel und Misstrauen kund tun können um aus den Lehren schließlich zu lernen. Nein, viel mehr war es von Bedeutung den Geist jedwedem, ob Mann, Frau oder gar Kind mit Wissen, Glaube und Überzeugung zu bereichern. Wissen über die Geschichte des Landes, gar der ganzen Welt. Die Pfade der Gläubigen zu erläutern galt es, die Gründe dafür sowie die Ambitionen zu offenbaren, war es doch nur zu bedeutend den Menschen von Tugend und Hoffnung zu berichten, von der Vereinbarkeit von Glaube und Vernunft, von wahrer Liebe. Überzeugung kund zu tun, den Grundgedanken dieser zu verstehen, sich auf die Kinder Temoras besinnen. Es sollte jenen aufgezeigt werden, welche Kraft sie aus dem Glauben schöpfen können, welche Liebe sie durch die Herrin erfahren würden, die stetig mit ihren Schwingen über allem wacht.
Und weiter sollte dieser Ort den Menschen die Möglichkeit geben, das Lesen und Schreiben zu lernen, konnten doch so viele nichts mit den Offenbarungen des Glaubens, den Lehren der Tugenden, geschichtlichem Wissen anfangen, das niedergeschrieben in den Büchern der Bibliotheken des Landes verstaubten. Dieser Ort sollte ein Kolleg werden, an dem man sein Wissen mit allen teilt, an dem man der Tugend der Geistigkeit unbewusst gar folgen kann; dort, wo man seinen Wissensdurst zu stillen wusste. Aber auch Politik und Gesetz, Etikette und andere Bereiche in denen es zu lernen galt, sollten den Menschen nicht verwehrt bleiben.

Langsam verschärfte sich das Bild des Gläubigen, dass sich kontinuierlich in seinem Kopf zusammensetzte. Es war an der Zeit eine Hallen der Lehren und des Lernens aufzubauen in denen ausnahmslos jeder auf seine Frage eine Antwort erhalten sollte, keine Geschichte und kein Glaubensbild unausgesprochen bleiben würde. Und das war ihm sehr wichtig in seinen Überlegungen, sollte kein Glaubensweg, keine etwaige Dienerschaft überbewertet werden sondern viel mehr das gute Herz zu dem Glauben an die Herrin finden, aus deren Liebe man seine Hoffnung schöpfen kann.

Mehr als nur eine handvoll Leute hatte er im Sinn, die dort ab und an unterrichten, ihr Wissen mit den anderen teilen sollten. Personen aus den verschiedensten Bereichen, die jedoch mit einem Fach bestens vertraut waren und sich dieser Aufgabe mit Hingabe widmen würden. Er alleine war nicht wirklich mit der Organisation eines solchen Vorhabens vertraut und so hoffte er mit den baldigen Aushängen, die rechten Leute anzusprechen.