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El Espía, die Geschichte eines Verräters [Piratenqueste]
Verfasst: Freitag 17. August 2007, 16:08
von Der Erzähler
Ein Lächeln umspielte die gebräunten Züge und erhellten sie nur matt, doch blieb das hinterlistige Leuchten auf dem dunklen Gesicht kurz bestehen.
Sie hatten also eine Nachricht abgefangen… eine!
Das bedeutete jedoch vorerst nur, dass die anderen beiden Boten längst außer Reichweite waren und jeder trug die saubere Nachricht mit dem unmoralischen Angebot des Verrats unter dem Arm. Einer nach Rahal, einer nach Varuna. Welche Macht würde wohl tiefer in die Tasche greifen, welche würde sich neugieriger zeigen und mehr zahlen? Nun musste die Ruhe bewahrt werden, denn das Spielchen konnte man fortsetzen.
Kurz hoben sich die Mundwinkel noch ein Stückchen, als die rege Erinnerung an den gestrigen Abend wieder im Kopfe malerisch erblühte.
Wie aufgescheuchte Hühner waren sie gerannt, wie Hasen hatten sie sich ängstlich umgeblickt, wie Hunde knurrten sie sich danach an und beschnupperten die alten Kameraden.
Die ach so freien, wilden und mutigen Piraten sahen sich plötzlich im eigenen Hafen und einem Berg von Vorurteilen gefangen. Sie übersahen die angebliche Unschuld und witterten den Verrat bei all solchen, die ihnen im Grunde nur zu offensichtlich gleich waren.
Der junge Kapitän, der noch nicht einmal drei Jahre seines Amtes walten konnte, sah sich doch jetzt schon überfordert und das gewinnbringende Lächeln war eine einzige Farce um die Verunsicherung und aufkommende Angst zu überspielen.
Die Panik konnte man bei den Klügeren nun schon riechen.
Was würde den auch passieren, wenn die Lage der Insel bekannt wäre, wenn das herrische Rahal oder die krampfhaft tugendverstreuende Hand Varunas nach La Cabeza greifen würde? Dann wäre es gleich ob man das Imperium vergrößern oder einen Sündenpfuhl ausrotten wollen würde – ihr Leben wäre dann Geschichte.
Gleichmut überflutete den gerissenen Geist bei solchen Gedankengängen, denn dieses Problem gehörte dem Piratenpack ganz alleine, während das große Gold schon wartete.
Dumm, wie sie waren, wollten sie doch das Schiff am heutigen oder morgigen Abend bereit machen und die Segel setzen um vielleicht in Bajard etwas mehr zu erfahren.
Dann würde der „Verräter“, der „Spitzel“, „El Espía“ schon an Bord sitzen und dem winkenden Sümmchen entgegenfahren.
Da war sie wieder, die Neugierde:
Rahal oder Varuna… wer würde mehr zahlen?
Verfasst: Freitag 17. August 2007, 18:05
von Vincent Vandera
Eine Ratte. Diese Biester hatten die lästige Angewohnheit immer dreckig und verlogen zu sein. Und wenn eine Ratte unter den Piraten war, dann war das eine besonders verlogene und hinterlistige Bestie. Vincent war sich in einer Sache sicher als er Pereras Schiff verlies und in den dämmernden Himmel schaute, er würde alles daran setzen um dieses Ungeziefer zu finden und aus dem Weg zu schaffen.
Den ganzen Tag hatte es schon immer wieder Unruhen gegeben es begann jeder den anderen zu verdächtigen, doch mit der Zeit kehrte auch die altgewohnte Ruhe und die Kühle in die Köpfe der Freibeuter. Sie alle waren nicht immer noch am Leben wenn sie vorschnell gehandelt hätten. Man hatte sich zusammengefunden, all jene denen man vertrauen konnte waren beisammen gewesen und hatten sich beraten, man hatte Möglichkeiten beredet und war alle Alternativen durchgegangen.
Nun war die Sache beschlossen, man wusste wie man vorgehen würde und man würde den Köder auslegen. Vincent lächelte grimmig und als ob der Gedanke an die bevorstehende Rache nicht schon schön genug gewesen wäre, so ging es in seinem Kopf ebenfalls hin und her „Kommandeur Vandera“, er und zwei andere unter ihnen würden bald das Schiff Pereras führen, sie würden gen Bajard schippern und sie würden erfolgreich sein bei ihrer Suche. Keine Sekunde zweifelte der Freibeuter daran und sein Grinsen wurde nur breiter.
„Wir werden dich finden du Stück Dreck. Für Perera, für La Cabeza, FÜR DIE FREIHEIT!“
Verfasst: Freitag 17. August 2007, 19:15
von Joachim Schmied
Nach einiger Überlegung beschloss er Das sie mit dem Beladen zur 21 Stund anfangen mögen damit sie zur Dunkelheit möglichst fertig sind und im Schutze der Dunkelheit losziehen können.
Aye die Falle ist gelegt und die Ratte würde sicher bei solch einem Lekerbissen Zuschnappen und dann haben sie sie die wichtigsten Leute wusten davon und das war gut so den wenn sie nur zu dritt wären würde es niemals gutgehen bei ihrer Anzahl würde es aber gutgehen und wenn es gut ging konnten sie auch noch eine Feier haben...
Daher ging er umher und sagte dem Wirt wo jeder regelmäsig aufkreutzte, das er jedem sagen sollte der auf der Tesoro Negro nach Bajard Segeln wollte das er sich zur 21 und halben Stund auf dem Deck anzutreffen sei und jedem gestattet sei sich zu melden.
Verfasst: Samstag 18. August 2007, 00:01
von Steve sen Bonvell
Ein dämmern lag in der Luft, als Steve seine Nase wieder hervor streckte. Unter einer Palme ruhend verbrachte er seinen Nachmittag am Strand, die Angel ins Meer geworfen. Doch kam es wie es kommen musste, sie war nichtmehr da als Steve aus seinem schlummerigen Zustand wieder aufstand.
Mit einem murren setzte er sich dann in bewegung, er wollte das Schiff auf jedenfall mitbeladen, jede Hand war wohl von nöten um Wasser und genug trocken Nahrung auf das Schiff zu bringen.
Kiste um Kiste, Fass um Fass... die Haut wurde feucht unter der Anstrengungen der Abendsonne, tief stand sie wohl über dem Horizont als man das Schiff belud, doch war die rote Scheibe, ein traumhafter Anblick vom schönen Schiff. Mit verträumten Blick hätte Steve sich wohl nun wieder in eine Hängematte legen können und wieder, ruhig vor sich hindösen.
Verfasst: Samstag 18. August 2007, 00:22
von Karbuns Pitlee
Klatschend Schlugen die Wellen der sonst Ruhigen see gegen die Klippen und das Riff.
Immer Dunkler wurd es und Langsam nahm das Stolze Schiff fahrt auf.
Durch das Riff sollte der alte Steuermann sie brignen und dann Richtung Bajard.
Joar das wahr Machbar.
Mühsam Kämpfte sich das Schiff durch den Schmalen befahrbaren Weg zwischen den Klippen.
Hier scharbte es, dort knartschte es, und das Schiff schlängelte sich den Weg durch die tödlichen Felsen.
Eine Wende und schon brachen die Wellen des offneen Meeres gegen das Schiff.
Gerade eben und mit viel mühe, konte das Schlimmste verhindert werden.
und so Umseegelten sie des nachts die Insel LaCabeza ind er Nordöstlichen Richtung einen Kurs richtung Bajard wählend.
Verfasst: Samstag 18. August 2007, 01:19
von Hein Klabund
Schaurig lachend stand Hein da, als die Wellen gegen das Schiff schlugen und die Mannschaft es dann doch endlich schaffte, das Hauptsegel zu setzen.
Kinder, größtenteils nichts als Kinder...
Hein war unwohl zumute, diese Jungspunde konnten noch kein Schiff kontrollieren. Sein Unwohlsein wurde gleich bestätigt, einer der Männer hing allein an einem Seil und drohte weggerissen zu werden, hinter ihm, ein Jüngling von nichteinmal 20 Jahren, stand an der Reling und schien sich dort festzukauern. Hein polterte los, seine Rufe hörte der Knabe nicht. So oft in seinem Leben hatte er der See getrotzt und mit diesem "Schul" - Schiff würde er auch nicht untergehen. Mühsam machte er sich auf, er sammelte seine Kräfte und humpelte erst die Treppe runter auf Deck und dann stand er da. Auf Deck schrie er den Knaben zusammen, der etwas iritiert dort stand, klar im nachhinein erfuhr Hein, dass es seine erste Fahrt war.
Das Wasser peitschte ihm ins Gesicht, sein linkes Bein taub und versteift. Fluchend stand er an Deck, brüllte einige Kommandos durch die Gegend und lachte dann wieder, die Jünglinge würdens wohl doch noch schaffen.
Der alte Seebär humpelte zurück aufs Achterdeck, dort behielt er sie alle im Auge, einer von ihnen könnte die Ratte sein. Die Ratte die sich überall durchnagte und die Position der Insel preisgeben könnte.
Nach einiger Zeit hatten sie die gefährliche Strömung, mit den noch gefährlicheren Riffen passiert und es ertönte von oben so etwas wie "Nebel". Nafein, dachte sich Hein, Nebel...hoffentlich taugt der Navigator auch soviel wie er behauptete. Kurze Zeit später kam ein "Es könnten auch Segel sein" Hein erschrack für einen kurzen Moment, mit diesen Kindern....gegen ein anderes möglicherweise feindliches Schiff? Da wär ihm der Nebel doch lieber gewesen...
Da keine weiteren Meldungen aus dem Krähennest kamen, nahm Hein an, dass der Schiffsjunge einfach zu betrunken gewesen sein müsse...
Nachdem endlich Ruhe eingekehrt war, wurden die Kinder zum Deckschrubben eingeteilt, Hein genoss es zum ersten mal, so alt zu sein.
Vor sehr vielen Jahren hatte er die selbe Arbeit zu verrichten und er wusste immernoch wie sehr er jene gehasst hat.
Verfasst: Samstag 18. August 2007, 09:22
von Jenar Abarteei
"Jeeeehhaaaa Flliieeg Dicke"
Erscholl der freudenjauchzer von Doc über das Schifsdeck als er sich tief in das Ruder legte. Donernd klatschte die Gischt über das vorderdeck und umspühlte einige Seemansfüsse mit ihrem kalten salzigen Nass.
"Segel setzen" Schrie einer und Doc überlies Karbus Pitlee allein das Ruder und sprintete quer übers Deck und hangelte sich wie ein Affe in die Toprahr nach oben.
"Kisha schwing dich auf die andere Seite" rief er dabei rüber zum jungen mädel das sich neben dem Krähennest befand. Jehne hangelte sich auf deie andere seite der Rah und band mit flinken Fingern die Haltetaue los und warf sie Halgar zu dem älteren Seebären der sich unter ihnen befand um das Segel anzubinden. Flugs war das Hauptsegel unter zufriedenem blick von Hein gesetzt und Doc blutauge grif sich eins der Qertaue und schwang sich quer über das Deck hinüber in die gegenüberliegenden Wanten des Topsegels. Hangelte die letzten Handbreit hoch auf die Rah und fing an auch dieses Segel loszumachen.
"Kisha wieder rüber" Erscholl sein ruf und das Mädel hangelte wieselflink am Quertau entlang und stürzte sich eifrig an die Haltetaue die auch diesmal wieder mit flinken Fingern gelöst wurden. Auf der anderen Seite Pfif der Wind Bo dem Schifsjungen um die Ohren der mit einer Flasche Rum bewaffnet die Gegend beobachtete. Schnell falnd sich auch dieses Segel an seinem Platze ein und blähte sich unter leichtem Knarzen.
"Schiff im Wind" Schrie doc herüber und seilte sich am Haupttau hinab an Deck. Rannte hinüber zum Steuer und band das achternsegel flink los um es Festzumachen. mit zunehmendem Wellengang schlingerte das Deck ein wenig als sich die Tesoro negro hard in die bö drückte und den Bug um das Inselende weg von den Riffen drehte. Hein der alte Seebär stimmte ein lautes Seemannslied an und nachdem Doc wieder schweiss und Gischt gebadet am Steuer stand stimmten viele mit in den Refrain an
Heeehooo heeehooo heeeehooooo
Die Fahrt hatte begonnen Die Tesoro Negro war auf Kurs
Verfasst: Samstag 18. August 2007, 11:11
von Bo
"BO! Korken!", droehnte es aus der Kombüse, als Bo wiederrum Perera seine Theorien vortrug, denen zufolge der Verräter eindeutig Ambrosio oder diese wahnsinnige Kisha war, die ihn versucht hatte, wie eine Ratte zu ersäufen.
Seufzend lehnte er sich zufrieden zurueck und genehmigte sich einen weiteren tiefen Schluck aus der Wohlverdienten Buddel Rum, nicht dieses dürre Gemansche, was ihm Vincent am Nachmittag hatte andrehen wollen. Als das Schiff am Abend in See stach, war eine ansehnliche Crew versammelt. Perera, Eluive allein weiß, welcher Teufel ihn da geritten hat, hat Vincent und zwei anderen Saufkumpanen das Komando über sein Schiff übergeben und so steuerten sie, mit ihrem Besten Mann Bo im Krähennest, durch das tödliche Riff vor La Cabeza. Gerade als die Meeresströmung sie am Ende erfasste und mit einem Ruck hinaus aus dem seichten Gewässer aufs Weite Meer trieb, hinweg von den Gefahren der Säbelzahnartigen Felsen, da wurde Bo auch schon von irgendeinem Möchtegern Hanswurst aus dem Krähennest herunterbeordert und sollte das Deck schrubben.
"Ich denk nicht dran!", brüllte er zurück und berief sich beharrlich auf die Anweisung, die ihm Vincent gegeben hatte. "Wenn Vincent sagt, bleib im Krähennest, dann tu' ich das auch. Das ist 'ne verantwortungsvoll Aufgabe, die kann nunmal nur ich übernehmen", dachte er so bei sich, als von unten Vincents Stimme gröhlend zu ihm hochdrang: "Ey Bo komm runter und schrubb das Deck!"
Mit einem versteinerten Gesichtsausdruck schwang er sich die Takelage herunter und griff nach Eimer und Mob und begann derart über das Deck zu schrubben, als wolle er die Maserung aus dem Holz prügeln...
Verfasst: Samstag 18. August 2007, 11:31
von Vincent Vandera
„HART STEUERBORD!“ brüllte der Navigator und Vincent steckte all seine Kraft in die Arme um das Ruder nach rechts herum zu drehen. Der plötzliche Schrei dass man den Klippen gefährlich nah gekommen war hatte das ganze Schiff nochmal bis aufs letzte animiert sein Bestes zu geben und Vincent und Karbuns, welche beiden an den Steuern des Schiffes standen, zerrten wie wahnsinnig an dem hölzernen Ding, welches jeweils einmal vor ihnen lag. Wasser peitschte ihm ins Gesicht und das Adrenalin schoss ihm durch den Körper als er seine Muskeln bis zum Äußersten anspannte, doch letztendlich hatte man es geschafft und das Schiff aus den gefährlichen Gebieten gesteuert. „WIR SIND RAUS!“ der Ruf Karbuns konnte gar nicht schöner sein und so trieb das Schiff allmählich auf seinem Bestimmungskurs in Richtung Bajard.
Vincent sah über das Steuer hinweg, hinab auf das Deck zu all den anderen und ein seltsames Gefühl überkam ihn. Es war nicht sehr oft gewesen dass er selbst ein Schiff führte, sicher, er hatte die nötigen Erfahrungen dazu, aber er hatte es nie sehr oft drauf angelegt. Nun war er zusammen mit Hein und dem „ollen Jo“ die Führung dieser Mannschaft und als sie die tödlichen Riffe überkam ihn ein gewisser Anflug von Stolz, jedoch nicht auf sich selbst sondern auf all die Leute da unten die sich grade wie wild darum gekümmert hatten dass dieses Schiff nicht untergehen würde. Er blickte kurz hinauf ins Krähennest zu Bo, der sich mit den anderen stritt dass er das Deck nicht schrubben wollte, dann blickte er zu Kisha die auf dem Mast herumturnte, ein verdammtes flinkes und agiles Ding, Doc wie er zu Bo hochbrüllte und ihm mit Rumentzug drohte; ja alles in Allem schien die Stimmung langsam wieder aufzulockern nach diesen harten Minuten. Vincent legte die Hand ans Ruder und starrte in die Ferne, die salzige Seeluft umspielte sein Haar und es gab fast nichts was ihn nun hätte aus der Ruhe bringen können, fast nichts.
Ein späteres Poltern und Krachen aus der Kombüse unten hatte ihn und die anderen aufschrecken lassen. Irgendwer oder irgendwas machte da unten grade ziemlich Radau und nachdem einige Leute nachsehen waren, war auch schnell der Grund für die Unruhen gefunden, sehr zu Vincents Bedauern; Kapitän Lorchen. Der verdammte Papagei der Vincent schon ein dutzend mal ins Ohr gebissen hatte und eine Vorliebe hatte an jenem rumzuknabbern.
Das Tier war allen Anschein nach nicht bei Perera geblieben und so flog und krächzte der Vogel noch eine Weile umher, was der Stimmung aber nicht wirklich einen Abbruch tat. Vor allem die beiden Jüngeren, Bo und Kisha, schienen von dem Papagei angetan, wenn auch Kisha im Angesicht Lorchens eine komplette Wandlung durchzumachen schien, sie wurde richtig zahm und freundlich und für Vincent war dies ein beruhigender Moment an dem ihm bestätigt wurde dass Kisha letztendlich eben doch noch ein junges Mädchen war und auch wie eines sein konnte und nicht dauernd nur beleidigen musste.
Gegen Abend war dann der Wechsel. Vincent wurde abgelöst und bevor er sich unter Deck zu seiner Hängematte aufmachte, blickte er nochmal hinauf auf die offene See. Morgen würden sie Bajard erreichen. Und Morgen würden sie diese Ratte beim Schwanz packen und sie letztendlich aufspießen. Er grinste breit, es gab im Moment keinen schöneren Gedankengang.
Verfasst: Samstag 18. August 2007, 11:35
von Joaquin Amado Perera
Langsam blinzelten die dunklen Wimpern und der Blick seiner tiefbraunen Augen, welche ihn oft unschuldiger und naiver wirken ließen, als er sich gestatten konnte zu sein, war längst glasig und sichtbar ‚neben der Rolle’.
Mit träger Geste zwang er sich gen dampfenden Becher an seinem Pult zu linsen.
‚Schwarzwurzéltee, mon gutér Jüngée, trink ihn un er’ol disch!’, so waren Minfays Worte gewesen, als sie ihm das Gebräu brachte und einige mitfühlende Blicke dazu schenkte.
Zwar hatte er gealbert, einige eher abfällige Bemerkungen über ‚alkoholfreies Weibergesöff mit zu viel Wasser’ gemacht, sie frech in den Hintern gekniffen, obwohl ihm die zarte, kleine Frau eher wie eine Mutter war und sie dann kichernd in den Morgen wieder hinausgeschickt, aber die dunklen Ränder unter ihren Augen waren ihm nicht entgangen.
Auch er konnte mit diesen Schatten direkt am Rande des unteren Lides aufwarten und kannte den Grund für ihrer beider ‚Schönheitsfehler der letzten Tage’:
Ungewissheit!
Die gesamte Insel malte sich derzeit aus, was denn passieren würde, wenn der letzte Plan zum Scheitern verurteilt war, wenn die Crew auf der Tesoro Negro und die tapferen Mannen, wie Frauen noch an Land, versagen würden. Für ihn stand mehr als eine Meuterei auf dem Spiel, mehr als die Möglichkeit, dass die Tesorobesatzung ohne ihn kopflos agierte.
Ihr aller Leben hatte man in eine Waagschale geworfen und die Bewährungsprobe aller Piraten hatte angefangen.
Mehrfach hatte er, Capitano Joaquin Amado Perera, sich gefragt, was sein gewitzter Padre in einer solchen Situation gemacht hätte. Irgendwie hatte Alejandro Perera dauerhaft mit Verrat in den eigenen Reihen kämpfen müssen und sich grandios geschlagen. Vielleicht lag das aber auch daran, dass es dann nur um den eigenen Kragen ging und nicht um gesamt Cabeza.
Seufzend schüttelte er die Rumflasche neben sich, welche ihm Jenar in die Hand gedrückt hatte. ‚Medizin’, hatte der junge Doctore murrend behauptet und Joaquin war stets gewillt so etwas zu glauben. Nur noch dünn erklang das Plätschern der letzten Schlucke und so entschied er sich, mit diesen seinen Tee zum Grog zu wandeln.
Milde lächelnd griff er nach dem Becher und sog den plötzlich angenehmen Duft des Getränks ein. Die Piratensicht der Dinge konnte Welten verändern und mit dem ersten tiefen Zug erwachte neues Vertrauen in ihm.
Er hatte gute Männer und tapfere junge Frauen, die alle auf eine Chance hofften sich zu bewähren und das wilde, nach eigenen Regeln fungierende Leben auf ihrer Insel wieder ins Lot zu rücken.
Er hatte eine fähige Crew, die wohl bald noch etwas Zuwachs der besonderen Art bekommen würde, wenn man Elvyras Worten Glauben schenkte und nicht zuletzt hatte er ihnen auf dem Weg nach Bajard ein Paar besonderer Augen mitgeschickt, die an seiner Stelle über sie wachen und sie gleichermaßen wohl zum Mord anstiften konnten!
Der junge Capitano unterdrückte ein leises Lachen und schlürfte behaglich seinen Grog-Tee…
… während andernorts auf der morgenfrischen See ein lautes Kreischen den armen, gebeutelten Mitgliedern der Crew den Schlaf wieder raubte:
„Kraaaa! Baaaaande! Morg’n, morg’n! Aufsteeeeeehn! Loretta waaaacht! Kraaaa!“
[img]http://tn1-2.deviantart.com/fs9/150/i/2006/036/e/7/pirate_parrot_by_Aeyolscaer.jpg[/img]
Verfasst: Samstag 18. August 2007, 12:26
von Constanza Aynina
Missmutig, mit einem Schimmer von Wehmut und Enttäuschung blickte sie der Tesoro Negro hinterher, welche nach und nach immer kleiner wurde und schlussendlich gänzlich aus ihrer Sicht verschwand.
Vermaledeiter Mist nun saß sie auf La Cabeza fest und konnte nicht wie die anderen in den Genuss kommen Bajard aufzusuchen, um weitere Informationen über die linke Ratte herauszufinden.
Für Constanza war der Besuch Bajard ebenso erstrebenswert gewesen, war jenes die Möglichkeit gewesen sich endlich eine saubere, wie ansehbare Kleidung zu beschaffen.
Im Eifer der Flucht und dem hinterher rennen von Gabriel, war es ihr nicht möglich gewesen, ihre gepackten Koffer mitzunehmen.
Vermaledeiter Mist. Nun hieß es wieder warten. Warten bis die nächste Chance kam.
Apropo warten, wann sollte die Tesoro Negro wieder einkehren?
Mühsam und mit einem schmerz verzehrten Gesicht rappelte sie sich wieder auf, als ihr einfiel das sie doch nicht so alleine auf der Insel war, wie sie bis eben dachte.
Und wenn die anderen auf See waren, hieß jenes nur mehr Rum für sie.
Gut, sie konnte diesem Gesöff bisher noch nichts abgewinnen, aber auch das würde sich mit der Zeit legen, schließlich vergaß man für einige Stunden alles um sich herum, selbst den Schmerz.
Constanza, die Insel gehört dir bis die anderen wieder kommen.
Arrr, es würde doch noch ein schöner Tag werden auch wenn Gabriel, wie immer, an allem Schuld war.
Verfasst: Samstag 18. August 2007, 13:40
von Mirai Mont´Mordre
An anderer Stelle, aber mit ähnlichem Gesichtsausdruck starrte Mirai auf die offene See hinaus. Längst war die Tesoro Negro am Horizont verschwunden und nur noch ihr eigenes, unruhiges Gemüt gaukelte ihr sichtbare Umrisse vor. Es dauerte lang, ehe sie sich selbst streng zur Ordnung rief. Was half es schließlich? Irgendjemand hatte sich um ihre Mutter kümmern müssen, der es mit schöner Regelmässigkeit schlecht ging. Meist versank sie in den freundlichen Schleiern des Alkoholdunstes, was auch Grund und Ursache ihrer wiederkehrenden Zustände sein mochte. Die Madame hatte Mirai bei einem ihrer häufigen Besuche zur Seite gezogen und ihr zu verstehen gegeben, dass weder sie noch ihre Mädchen sich um Ophelia kümmern konnten. Ein mitfühlender Blick, ein mütterlicher Klaps auf die Schulter, dann war die Minfay wieder in den Tiefen ihres Etablissements verschwunden.
Zurück blieb eine mit sich selbst hadernde Mirai. Verfluchte Affenscheisse. Natürlich hätte sie auch Dox für ihre Mutter zurücklassen können, um selbst diese herrliche, einmalige Chance zu nutzen, sich zu beweisen. Was hatte sie zu Perera gesagt? "Ich fühle mich so nutzlos." Ja. Sie fühlte sich so, weil sie es war. Wütend fuhr sie sich durch die ohnehin zerzausten, schwarzen Haarsträhnen. Lamentieren würde die Situation nicht verbessern. Ein Plan musste her. Ein großartiger Plan.