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Die Rückkehr
Verfasst: Donnerstag 16. August 2007, 21:00
von Aldred Ravenor
Ein Fuß setzte sich vor den anderen und ganz mechanisch führten ihn seine Schritte nach Bajard. Seine Heimat. Seine Heimat? Zumindest war es das für eine handvoll Jahre gewesen. Aldred hatte nie besonders viele Freunde gehabt, das aber auch nie angestrebt. Und nur einigen wenigen hatte er sein Vertrauen geschenkt. Ob er von denen noch den ein oder anderen wiederfinden würde? Bisher war ihm kein vertrautes Gesicht über den Weg gelaufen.
Auch Bajard selbst hatte sich verändert. War gewachsen. Die Palisade war entfernt worden, Häuser neu gebaut und die Bank war auch umgezogen. Nur die Wehrler schauten noch ähnlich verschlafen wie vor den guten drei Jahren, die seine Abreise nun her war. Gemächlich schlenderte er den Hafen entlang und richtete seine Schritte gen Gasthaus. Ob die Wirtin sein Zimmer für ihn vershlossen gehalten und sein Hab und Gut aufbewahrt hatte? Er war spät dran. Hatte nur für 2 Jahre im Voraus die Miete bezahlt.
Als er über die Schwelle trat und auf die Wirtin zuging, riss sie denn auch die Augen auf und schlug eine Hand vor den Mund. "Bei Eluive und... Ihr seid... Seid Ihr es wirklich?!" Aldred nickte freundlich und lächelte sie an, doch sprach er kein Wort.
Als sie wieder gleichmäßiger atmete, beichtete sie: "Euer Zimmer ist längst wieder vergeben, verzeiht mir bitte. Aber ich wusste ja nicht.... ob..... wann.... Eure Sachen liegen aber noch im Keller."
"Habt Dank gute Frau", sprach er. "Lasst mir noch eine Weile, bis ich eine neue Bleibe gefunden habe. Was bin ich Euch schuldig?" Doch sie winkte nur ab und machte sich daran, ihm ein kräftiges Mahl zu bereiten, wie sie es früher immer getan hatte. Und sieh an, sie erinnerte sich genau. Als er über den Bratkartoffeln saß, konnte er nicht anders als genüßlich zu schmatzen. Genau so hatte er sie in Erinnerung gehabt. Genau so hatten sie damals geschmeckt. Endlich hatte er sein Stück Heimat gefunden. Und genau da wollte er den Hebel ansetzen, um sich in der Gegend wieder heimisch zu machen.....
Verfasst: Donnerstag 16. August 2007, 23:26
von Feoras de Jagotin
Es war ein netter Abend gewesen im Garten der Taverne, direkt am Marktplatz Varuna's. Der Konvent hatte sich dort in privater Runde getroffen, Lehrer wie Schüler. Es wurde ungezwungen geplaudert und getrunken.
Doch irgendwann, da wurde die "Ruhe" gebrochen. Nicht ungangenehm zwar, doch unerwartet: Die Lehrer der Academia Arcana marschierten auf, auch sie hatten sich eben jene Taverne an eben diesem Abend zum Ziel gesetzt. Amphion Elucius und sein Zögling Demoar erkannte Feoras sofort, doch... wer war der dritte Mann? Ist das etwa... nein, das kann nicht sein.
Nun, er war es tatsächlich... es wurde Feoras klar, als er ihn aus der Nähe sah, als Amphion den Namen seines Begleiters nannte, war dies nur noch eine Bestätigung. Aldred Ravenor - tatsächlich, damit hat doch wieder ein altes Ratsmitglied zu Tirell seinen Weg nach Gerimor gefunden, nachdem auch Calor die Segel gestrichen hatte. Ein Erzmagier der alten Schule, jemand, der freudig aufguckt, wenn er den Namen "Phanodain" hört.
Wahrlich, dies kann viel bewegen - es muss sich nur noch zeigen, in welche Richtung...
Verfasst: Samstag 18. August 2007, 11:59
von Demoar Llastobhar
Gewissermaßen hatte man ihm die freudige Überraschung geraubt. Statt dass er einfach so eines Abends unverhofft über die Schwelle der Academia treten könnte, um dort den Arcoveneficus vorzufinden, den er nur vom Hörensagen kannte, von dem er dafür aber schon mehr als genug gehört hatte, hatte ihn Sephraim beinahe mit einer für sein Alter völlig abstrus wirkenden Agilität über den Haufen gerannt und auch schon die freudige Botschaft verkündet.
Tja, damit war der Effekt des Plötzlichen Auftretens des lange Verschollenen ehemaligen Akademieleites irgendwie weggeblasen, und dennoch war es ein eigenartiges Gefühl, nun endlich dem Manne einmal gegenüber zu stehen, den Amphion so hochlobend in seinen Reden erwähnte, und von dem er nur ein verschwommenes Bild hatte, einer formlosen Substanz gleich, die mehr mit Charakterzügen und anderen Nicht-Sichtbarkeiten gefüllt war, als mit offenkündig Erkenntlichem.
Während der Academieinternen Versammlung kam er schlichtweg nicht umhin, Aldred den ein oder anderen Verstohlenen Blick zuzuwerfen und ihn eingehend zu mustern. Gerade als die Versammlung endetet und Aldred sich ein genüssliches Glas Wein beschwor, kam Demoar der Gedanke, man könne doch um "der guten Zeiten Willen", was auch immer sich dahinter verbergen mochte, der Varunesischen Taverne einen Besuch abstatten und dort ein Gläschen Wein trinken - zumindest sollte dies für die Arcovenefici zutreffen. Demoar blieb bei seiner liebgewonnenen Milch...
Verfasst: Freitag 24. August 2007, 19:05
von Aldred Ravenor
Langsam begann er, sich wieder zurechtzufinden. Wunderlicherweise war sein Halt dabei die Academia Arcana und nicht seine Verlobte Erinya Erlias, die er einfach nicht finden konnte. Überall fragte er herum, jeden Händler von nah und fern, jeden Boten, jeden Bürger Gerimors, dessen er habhaft werden konnte. Arg hatte er sie vermisst und sich auf ein Wiedersehen mehr als nur gefreut, doch sollte ihm diese Freude wohl verwehrt bleiben, denn Erinya schien wie vom Erdboden verschluckt.
So lenkte er sich mit der Arbeit ab und stürzte sich in die Bücher der Akademie, in Studien und versuchte nebenbei, die Politik der letzten Jahre nachzuvollziehen. Sein Interesse galt besonders den Artefakten, die er selbst schon einmal gesehen und oft bestaunt hatte. Hatten sie sich nicht als Novizen alle die Nasen an der Vitrine plattgedrückt, um die Unheilspeitsche dieses arglistigen Dämonen anzuglotzen, sobald die Luft rein war?! Nun galt diesem Artefakt ein ganz anderes Interesse. Seine Melodien und die Strukturen der Macht waren es, die ihn anzogen. Und dann gab es da ja noch eine Reihe anderer magischer Gegenstände, an die er mit Faszination zurückdachte. Leider fand sich kein einziger in der Academia wieder. So schrieb er an die Akademie Leviathan, die ihm gar nicht antwortete, sowie den Kovent, dessen Prior de Jagotin er erst vor kurzem kennengelernt hatte, auch wenn er meinte, sich des jungen Tireller Schülers noch vage entsinnen zu können. Das Antwortchreiben des Priors klang ein wenig bedenklich. Es schien ihm nicht wohl dabei, Aldred Zugang zu den magischen Schätzen zu verschaffen, doch willigte er in ein Treffen ein.
Umso überraschter war der Erzmagier dann, als er vor verschlossener Pforte stand und nicht einmal der Pförtner sich zeigte, um eine Absage, Terminverschiebung und Entschuldigung entgegenzubringen. Seine Stirn legte sich in Falten.... welche Beweggründe mochte der Kovent haben? Was ging hier eigentlich vor? Und hatte der Prior nicht in seinem Schreiben die Arkorither erwähnt? Vielleicht lag dort ein Fingerzeig vergraben.
Als Schüler Tirells waren die Arkorither ihm von Grund auf verhasst gewesen, doch hatte er nicht gelernt, jedem Geschöpf eine Chance zu geben? War es nicht entcheidend, andere verstehen zu lernen, sich in andere hineinversetzen zu können? Nur so schließlich wusste man, wie mit Ihnen umzugehen war und wie man seine eigenen Ziele erreichen konnte.
Und hatten nicht seine Lehrer ihm diese Vorurteile nur eingetrichtert?! Letztendlich entschied auch seine Neugierde, dass es nicht schaden könne, sich selbst ein Bild zu machen. Und so setzte er sich hin und schrieb einen Brief an die Maestra. Vielleicht würde er ja etwas über die alten Artefakte erfahren. Er dachte kurz bei sich, dass er kaum zurück, eigentlich schon wieder mittendrin war, in Gerimor, in der Welt der Magie, in seiner Heimat.