Feder und Flamme
Verfasst: Donnerstag 16. August 2007, 16:32
Die angenehme Stille, die sich um die Burg der Arkorither gelegt hatte, empfing auch Kelaino und bettete sie sanft in einen der Stühle der Bibliothek. Niemand außer ihr war hier, eine ganze Weile lauschte sie nur schweigend den Geschichten der einzelnen Bücherregale, ohne selbst darauf zu antworten - reden kostete zu viel Kraft. Schreibfeder und Kerzenlicht sprachen zu ihr, berichteten von ihrem trüben Tag und verstummten erst, nachdem sie sämtliche Einzelheiten erwähnt und ausführlich ausgeschmückt hatten.
Längst war der Schnee auf der schwarzen Kleidung des Winterkindes geschmolzen und selbst die vielen nassen Stellen, waren bereits wieder durch die angenehme Temperatur verscheucht worden. Trotzdem versuchte Kelaino mit den schlanken Fingern immer wieder vergeblich die letzten Reste zu erhaschen, als fürchte sie sonst die Erinnerungen an die vergangene Nacht zu verlieren. Hier und da ertappte sie sich dabei, ein wenig wegzutreten und abermals in ihrer eigenen Wirklichkeit zu verschwinden. Das war in Ordnung, man kannte sie dort. Apathisch starrten die tiefbraunen Augen der jungen Arkorithern auf das schwarze Tintenfass vor sich, wo immer sich der Großteil ihres Bewusstseins gerade auch befand, die Realität hatte sie vollständig ausgeblendet. Nur einmal huschte ihr Blick wie ein zerrissener Schatten über das Stückchen Pergament vor sich, die Feder lag noch zärtlich darauf. Und trotz des winzigen Moments, war sie sich sicher, die geschriebenen Worte hätte eben für sie getanzt. Langsam und kreisend hatte sich jeder Buchstabe gelöst und eine sanfte Drehung in der Luft vollführt, wie um Kelaino eine Freude zu machen. Tatsächlich zuckten die fliederfarbenen Mundwinkel der jungen Frau, des Mädchens, sie versuchte sich an einem schmalen Lächeln, scheiterte jedoch auf halber Strecke.
"Ein Ort der Macht umschreibt eine Umgebung, die die idealen Lebensbedingungen der zu beschwörenden Kreatur erfüllt und zudem nur einen sehr leichten Schleier zwischen den Sphären besitzt. Eine Lavaschlange wird sich leichter in der sengenden Mittagshitze einer Wüste rufen lassen, als auf dem frostigen Fuachtero". Merkwürdigerweise sind ein paar Tintenspuren nach dem letzten Wort zu sehen, als habe die Feder über das Pergament gekratzt. Der folgende Text scheint jedoch wie gewohnt sauber, obwohl es beinahe den Eindruck erweckt, als habe die Schreibhand gezittert. "Der Vorhang ist sogar so durchsichtig, dass es Kreaturen gibt, die die Sphären ohne Beschwörung durchschreiten können, sei es aus Zufall oder eigener Willenskraft."
Stubsend rollte dann die Feder über den Tisch, in Gedanken kullerte sie gerade einen Berghang hinunter. Sie lachte dabei und entlockte Kelaino einen nicht definierbaren Laut, sei es aus Entzücken oder dem kläglichen Versuch, ein Lachen anzudeuten. Vorsichtig tasteten sich hierbei die blütenweißen Finger über das Pergament und fuhren die Umrandungen der Buchstaben nach, streichelnd und zärtlich, wie um die Qualen der Bannung auf das Schriftstück zu lindern.
Fürsorglich strich sie über jede noch so kleine Ecke der Erklärung, die von Tinte erfüllt worden war, was wiederum den zweiten Teil des Pergaments eifersüchtig machte. Und so bedachte sie auch jenen mit einem vorsichtigen Tasten, ähnlich einem Blinden, der zum ersten Mal einen Gegenstand erfühlt.
"Die Elegida führte Lucan und mich in das Wäldchen in der Nähe von Bajard, um meine Erläuterung zu einer Beschwörung einer Riesenspinne zu hören. Spinnen verfügen im Allgemeinen über acht Augen und acht Beine. Sie besitzen ein Paar Cheliceren, die aus einem Grundglied, den Klauen zum Töten und Zerkleinen und der Giftdrüse bestehen. Befindet sich die Spinne in einer Ruhephase, sind die Cheliceren wie ein Fächer zusammengeklappt. Direkt hinter den Augen befindet sich das Gehirn - das Herz ruht jedoch im Hinterleib. Weiterhin verfügen sie über Spinnendrüsen, die ihnen das Ausschaden von verschiedenen Spinnenfäden ermöglichen. Spinnen sind sehr selten organisiert, jedoch nicht gierig und können ohne Bedenken eine Weile ohne Nahrung auskommen, sowie sie nicht den ständigen Jagdtrieb verspüren. Zusammenrotten würden sie sich vermutlich nur, um die Erhaltung ihrer Art zu erhalten, oder bei drohender Gefahr. Bei der Fortpflanzung können sowohl einzelne Eier abgelegt werden, wie jedoch auch direkt auf dem Hinterteil des Muttertieres ausgebrütet werden. Jungtiere sind in der Regel wilder veranlangt als die Alteren ihrer Art.
Als Donarien wählte ich etwas Hasenfleisch oder generell Fleisch von Kleintieren, über das sich die Spinnen hermachen. Zwar können sie derart aggressiv werden, dass sie sich an Menschen wagen, ich halte Fleisch von Tieren jedoch für die sichere Variante, da es einen Großteil ihrer Nahrung ausmacht. Bei Paraphernalien würde ich eine brennende Fackel vorschlagen. Feuer zerstört die gesponnen Netze der Spinnen und schädigst auch sie selbst, nimmt ihnen dazu den Lebensraum, indem es Unterschlupfmöglichkeiten vernichtet. Als Alternative würden sich vielleicht kaputte Spinneneier anbieten, die eine Gefährdung ihrer Art symbolisieren, wie jedoch auch die Macht über ihr Leben und den Tod entscheiden zu können."
Ein lautloser Gute-Nacht-Gruß entwich Kelaino in Richtung der Feder, ein schwaches Hauchen tötete auch die Kerzenflamme und schließlich stützte sie den Kopf ein wenig auf die ausgestreckten Arme. Die kleine Nase fuhr ein wenig in den letzten nassen Fleck auf ihrem Oberarm, anscheinend waren doch noch nicht alle verschwunden, und sie schloss nach mehrmaligem Blinzeln dann die Augen.
Längst war der Schnee auf der schwarzen Kleidung des Winterkindes geschmolzen und selbst die vielen nassen Stellen, waren bereits wieder durch die angenehme Temperatur verscheucht worden. Trotzdem versuchte Kelaino mit den schlanken Fingern immer wieder vergeblich die letzten Reste zu erhaschen, als fürchte sie sonst die Erinnerungen an die vergangene Nacht zu verlieren. Hier und da ertappte sie sich dabei, ein wenig wegzutreten und abermals in ihrer eigenen Wirklichkeit zu verschwinden. Das war in Ordnung, man kannte sie dort. Apathisch starrten die tiefbraunen Augen der jungen Arkorithern auf das schwarze Tintenfass vor sich, wo immer sich der Großteil ihres Bewusstseins gerade auch befand, die Realität hatte sie vollständig ausgeblendet. Nur einmal huschte ihr Blick wie ein zerrissener Schatten über das Stückchen Pergament vor sich, die Feder lag noch zärtlich darauf. Und trotz des winzigen Moments, war sie sich sicher, die geschriebenen Worte hätte eben für sie getanzt. Langsam und kreisend hatte sich jeder Buchstabe gelöst und eine sanfte Drehung in der Luft vollführt, wie um Kelaino eine Freude zu machen. Tatsächlich zuckten die fliederfarbenen Mundwinkel der jungen Frau, des Mädchens, sie versuchte sich an einem schmalen Lächeln, scheiterte jedoch auf halber Strecke.
"Ein Ort der Macht umschreibt eine Umgebung, die die idealen Lebensbedingungen der zu beschwörenden Kreatur erfüllt und zudem nur einen sehr leichten Schleier zwischen den Sphären besitzt. Eine Lavaschlange wird sich leichter in der sengenden Mittagshitze einer Wüste rufen lassen, als auf dem frostigen Fuachtero". Merkwürdigerweise sind ein paar Tintenspuren nach dem letzten Wort zu sehen, als habe die Feder über das Pergament gekratzt. Der folgende Text scheint jedoch wie gewohnt sauber, obwohl es beinahe den Eindruck erweckt, als habe die Schreibhand gezittert. "Der Vorhang ist sogar so durchsichtig, dass es Kreaturen gibt, die die Sphären ohne Beschwörung durchschreiten können, sei es aus Zufall oder eigener Willenskraft."
Stubsend rollte dann die Feder über den Tisch, in Gedanken kullerte sie gerade einen Berghang hinunter. Sie lachte dabei und entlockte Kelaino einen nicht definierbaren Laut, sei es aus Entzücken oder dem kläglichen Versuch, ein Lachen anzudeuten. Vorsichtig tasteten sich hierbei die blütenweißen Finger über das Pergament und fuhren die Umrandungen der Buchstaben nach, streichelnd und zärtlich, wie um die Qualen der Bannung auf das Schriftstück zu lindern.
Fürsorglich strich sie über jede noch so kleine Ecke der Erklärung, die von Tinte erfüllt worden war, was wiederum den zweiten Teil des Pergaments eifersüchtig machte. Und so bedachte sie auch jenen mit einem vorsichtigen Tasten, ähnlich einem Blinden, der zum ersten Mal einen Gegenstand erfühlt.
"Die Elegida führte Lucan und mich in das Wäldchen in der Nähe von Bajard, um meine Erläuterung zu einer Beschwörung einer Riesenspinne zu hören. Spinnen verfügen im Allgemeinen über acht Augen und acht Beine. Sie besitzen ein Paar Cheliceren, die aus einem Grundglied, den Klauen zum Töten und Zerkleinen und der Giftdrüse bestehen. Befindet sich die Spinne in einer Ruhephase, sind die Cheliceren wie ein Fächer zusammengeklappt. Direkt hinter den Augen befindet sich das Gehirn - das Herz ruht jedoch im Hinterleib. Weiterhin verfügen sie über Spinnendrüsen, die ihnen das Ausschaden von verschiedenen Spinnenfäden ermöglichen. Spinnen sind sehr selten organisiert, jedoch nicht gierig und können ohne Bedenken eine Weile ohne Nahrung auskommen, sowie sie nicht den ständigen Jagdtrieb verspüren. Zusammenrotten würden sie sich vermutlich nur, um die Erhaltung ihrer Art zu erhalten, oder bei drohender Gefahr. Bei der Fortpflanzung können sowohl einzelne Eier abgelegt werden, wie jedoch auch direkt auf dem Hinterteil des Muttertieres ausgebrütet werden. Jungtiere sind in der Regel wilder veranlangt als die Alteren ihrer Art.
Als Donarien wählte ich etwas Hasenfleisch oder generell Fleisch von Kleintieren, über das sich die Spinnen hermachen. Zwar können sie derart aggressiv werden, dass sie sich an Menschen wagen, ich halte Fleisch von Tieren jedoch für die sichere Variante, da es einen Großteil ihrer Nahrung ausmacht. Bei Paraphernalien würde ich eine brennende Fackel vorschlagen. Feuer zerstört die gesponnen Netze der Spinnen und schädigst auch sie selbst, nimmt ihnen dazu den Lebensraum, indem es Unterschlupfmöglichkeiten vernichtet. Als Alternative würden sich vielleicht kaputte Spinneneier anbieten, die eine Gefährdung ihrer Art symbolisieren, wie jedoch auch die Macht über ihr Leben und den Tod entscheiden zu können."
Ein lautloser Gute-Nacht-Gruß entwich Kelaino in Richtung der Feder, ein schwaches Hauchen tötete auch die Kerzenflamme und schließlich stützte sie den Kopf ein wenig auf die ausgestreckten Arme. Die kleine Nase fuhr ein wenig in den letzten nassen Fleck auf ihrem Oberarm, anscheinend waren doch noch nicht alle verschwunden, und sie schloss nach mehrmaligem Blinzeln dann die Augen.