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Ein Präsent für Kelgor Mar Hent

Verfasst: Samstag 11. August 2007, 23:59
von Tamina Leandro
Die Nacht lag schon längst über dem Land, eine Gestalt schlich um die Schmiede des Kelgor Mar Hent. Unter einem Fenster kauerte sie sich zusammen und horchte ins Innere. Zu ihrer Unzufriedenheit drangen von dort noch Stimmen an ihr Ohr. So hockte sie noch eine Weile dort und lauschte, bis sich endlich die letzten Kunden verabschiedeten und sogar der Schmied sich in den Keller verzog.

Flugs wurde ein Seil hervorgeholt und mittels eines Hakens am Balkonzaun angebracht. Flink wie ein Wiesel huschte die Gestalt am Seil hoch über den Balkon.

Das Schloss an der Tür stellte kein Problem dar und so war sie auch schon kurze Zeit später im Inneren des Hauses.

Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass im Haus absolute Stille herrschte, zog sie unter dem Umhang einen ellenlangen Dolch hervor und begann ihr Werk.

Bilder wurden aufgeschnitten, der Bärentrophäe am Kamin fehlen Nase und Ohren, welche später in den Betten der Schlafräume einen neuen Platz fanden, Teppiche waren zerschnitten, das feine Porzellan zerbrochen, das Essen in Speisezimmer und Küche fand man an Wänden, Möbeln und Decke wieder, die Schlafräume durchwühlt.

Dann in einer Truhe, das Schloss stellte auch dieses Mal keine Herausforderung für die flinken Finger dar, fand sie noch einen kleinen Ring, aus Gold und Silber, welcher ebensoschnell in ihrer Tasche verschwand, wie sie gleich darauf wieder aus dem Gebäude.

Zurück blieb nur Verwüstung und eine Notiz auf dem Esstisch auf welcher zu lesen ist:

Pass gut auf Kelgor Mar Hent,
ich nehm dir auch dein letztes Hemd.
Das Minen lässt du lieber Sein,
bleib schön brav am besten ganz daheim.
Gib gut acht auf dich, ich bin hinter dir,
den erbärmliches Leben nehm ich mir.

*schwungvoll unterschrieben*
der Rabe

Verfasst: Freitag 17. August 2007, 02:19
von Tamina Leandro
Einige Tage war es nun still geworden, bis an diesem Morgen an dem vor der Haustüre des Herrn Kelgor Mar Hent ein Tierkadaver lag. Wohl hatte ihn jemand wärend der Nacht dort still und heimlich abgelegt.

Beim näheren hinsehen fällt einem auf dass es die ausgeweideten Überreste eines Haushundes sind, im Schnitt am Bauch steckt ein blatt Papier.

Zieht man jenes heraus und entrollt es, fällt einem ein kleiner, verzierter Ring entgegen, wohl jener der vor Tagen aus dem Haus des Schmiedes entwendet wurde.

Ausserdem steht auf dem Blatt geschrieben:

Ich nehme an du hast dies vermisst,
so mag ich es geben dir zurück.
Leg lieber bei jeglichen Zwist,
bevor deine Augen ich zum ew'gen Schlaf zudrück.

*schwungvoll unterzeichnet*
der Rabe