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Wut, Hass, Rache...

Verfasst: Freitag 10. August 2007, 19:54
von Atina
Atina hatte sich schwere Verletzungen zugetragen. Aus Angst, sie hätte die Pest von Gerimor ins Lager der Gefährtinnen gebracht geriet sie in Panik. Sie rannte blindlings in den Wald, nicht wissend in welche Gefahr sie sich dabei begeben würde...
Doch sie erkannte ihren Fehler erst zu spät. Zwei Feuerelementare griffen sie nahe dem Lavaberg auf Lameriast an und verletzten sie schwer. Mit letzter Kraft konnte sie sich ein Stückchen weit entfernen und wurde dann, zum Glück aufgefunden. Laja war es, die sie entdeckte und zurück ins Lager brachte. Dort wurden ihre Wunden versorgt. Einbrandmahl auf ihrer rechten Bauchseite würde ihren Körper wohl für immer zeichnen, doch war dies noch gar nichts gegenüber ihrer rechten Hand. Diese war vollkommen verkohlt, da sie sich mit dieser instinktiv vor den Flammen schützte. Die Gefährtinnen mussten ihren Ringfinger brechen um den Ring der Gefährtinnen abnehmen zu können, dies war die einzige Möglichkeit.

Noch halb betäubt fand sie in dieser Nacht kaum Schlaf. Die Gedanken an ihre Dummheit, die Feuerelementare, hielten sie noch lange wach. Und dann war dort noch die Sache mit Lea... Sie liebte sie und es war ihr gar nicht recht, dass sie zusammen mit einer Anderen schlief. Die beiden hatten sich verletzt, wie sie hörte. Und in ihr kam ein Gefühl auf, welches sie noch nie zuvor hatte. Es war ein kaltes, abwertendes Gefühl... Dieses Gefühl liess Atina erschaudern und so dachte sie lieber an ihre Schmerzen. Die Schmerzen. Ihre Hand tat ihr höllisch weh und dennoch wollte sie niemandem etwas davon erzählen. Nein, sie war bereits eine Närrin, nun wollte sie nicht auch noch als wehleidig angesehen werden. Sie wollte niemandem von diesen schier unerträglichen Schmerzen etwas sagen... Und am nächsten Tag würde sie zu den beiden gehen. Sie wollte nicht, dass ihre Lea mit dieser Magierin zusammen war.

Atina mochte Magier nicht besonders, sie traute ihnen nicht über den Weg. Als sie hörte, dass diese Geister herbeiriefen und auch Tote wieder zum Leben erweckten schauderte es sie. Und dass nun Lea, die sie so sehr liebte mit einer eben dieser alleine war, gefiel ihr gar nicht. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass die beiden mehr als nur Freundinnen waren und diese Vorstellung schmerzte sie. Morgen, so dachte sie, morgen werde ich zu Lea gehen und ich werde sie dort rausholen. Ich will nicht, dass sie noch länger bei dieser Hexe verweilt.

Am nächsten Morgen schmerzte Ihre Hand noch mehr als am Vorabend. Langsam humpelte sie zum Feuer. Im ganzen Lager war es still. Nur eine Schwester war zurückgeblieben um das Lager zu bewachen. Die Anderen schliefen noch, oder waren bereits dabei ihrer Arbeit nachzugehen. Nachdem sie eine Weil am Feuer sass und ihre Schmerzende Hand hielt beschloss sie, selbst etwas gegen den Schmerz zu unternehmen. So humpelte sie in den Keller, wo sie sich einige Phiolen heraussuchte. Sie hatte keine Ahnung ob dessen Wirkung, doch trank sie rasch eine Phiole nach der Anderen, in der Hoffnung, dass wohl eine die richtige sei. Sie würgte. Doch die Tränke schienen bereits zu helfen. Langsam humpelte sie wieder nach oben zum Stall. Ihre geliebte Stute stand dort, voller Freude sie zu sehen und wohl in der Hoffnung mit ausreiten zu können stupste die Stute Atina leicht an, so wie sie es immer Tat. Mit traurigem Blick streichelte sie dessen Kopf und seufzte. Sie durfte das Lager nicht verlassen. Also konnte sie auch nicht mit ihrem Pferd ausreiten. Als sie dort so stand, das Pferd streichelnd kam Songard zu ihr. Ihre beste Freundin, ihre grosse Schwester. Mit traurigem Blick erzählte sie ihr von ihrer Sorge. Und so versprach Songard Atina, dass sie ihre Stute ausreiten würde. Ein wenig Glücklicher blickte Atina den beiden nach.

Nicht wissend was sie nun tun sollte, schoss es ihr durch den Kopf: Lea. Die Hexe!
Humpelnd machte sie sich auf den Weg die beiden aufzusuchen. Und dort, bei der Kochnische stand sie, fröhlich pfeifend bereitete sie zwei Teller vor.
"Wo ist Aleana?" wollte Atina von ihr wissen.
"Komm mit, ich bring dich zu ihr." Erwiderte Lynfair freundlich und hüpfte gute Gelaunt davon.
Als sie das Zimmer erreichten lag Aleana im Bett, mit verbundenem Kopf lag sie steif dort und blickte zur Decke. Lynfair setzte sich fröhlich neben sie und begann ihre Mahlzeit sogleich genüsslich zu verzehren.
Atina sprach nur wenig, diese verdammten Schmerzen, dieses Zimmer... Diese verfluchte Magierin. Und dann war da noch die Reaktion von Aleana. Sie schien Atina nichts zu sagen zu haben. Und das nach all dem, was die beiden gemeinsam erlebt hatten. Wut stieg in Atina auf.
Sie wollte nur noch raus. Sie war hier nicht erwünscht und wurde nicht mehr gebraucht. Lange brauchte sie um die Tür zu öffnen. Sie war es nicht gewohnt, ihre rechte Hand nicht benutzen zu können. Als sie es endlich geschafft hatte und im Freien war folgte ihr Lyn. Sie verstand offensichtlich nicht, was los war. Doch Atina wollte nicht mit ihr sprechen. Sie wollte nichts mit ihr zu tun haben, doch Lyn liess nicht locker.
Wut... Hass... Diese verfluchten Schmerzen. Am liebsten hätte sie sich ihre Hand einfach abgehackt, dann wären die Schmerzen endlich vorbei.
Lyn liess nicht locker. Sie wollte es einfach nicht begreifen... Mit einem mal platze es aus Atina heraus: "DU HEXE!" herrschte sie sie an und machte sich langsam in Richtung Tor davon. Sie wollte weg von hier und dieses kleine, naive Ding sollte ihr nicht noch den allerletzten Nerv rauben.

Doch Lyn liess nicht locker. Kurz vor dem Tor holte sie sie ein. Lyn schien eingeschüchtert, und das gefiel Atina sichtlich. All diese neuen Eindrücke, diese Gefühle, die sie nicht kannte machten ihr in ihrem tiefen inneren Angst, sie versuchte sich dagegen zu wehren so gemein zu sein, doch sie war zu schwach.
„Nimm das zurück“ Meinte Lyn nun etwas entschlossener, doch Atina dachte nicht daran, niemals. Und so wiederholte sie ihre Aussage: „Du miese… kleine Hexe!“ Daraufhin begann Lyn unbemerkt einen grossen Wasserball herbeizuzaubern und steuerte diesen gen Atina. Diese wurde davon überwältigt und traf sie am Rücken.
Leicht beugte sie sich nach vorne. Für einen Moment sah es so aus, als ob die Alte Atina wieder zurückkehren würde. Doch dies sollte nicht der Fall sein. Die Wut die sich in Atina aufgebraust hatte wurde nur noch grösser ob dieser Aktion. Wütend schlug sie mit ihrer linken hand auf das Tor zu. Immer und immer wieder. Lyn wich einen Schritt zurück, sichtlich verängstigt. Dann plötzlich quoll es aus Atina heraus. All der Hass, all die Wut… Und sie erinnerte sich schlagartig an all das unrecht, was ihr angetan wurde. All die Schläge und Folter die sie über sich ergehen lassen musste. All die ungerechten Bestrafungen. Sie erkannte all dies auf einem Mal in Lyn. Sie blickte sie zornig an und trat sie.
Nun war es geschehen, die alte Atina in ihr gab auf. Sie kämpfte nicht mehr darum sich gehör zu verschaffen.
Was in diesen Momenten genau geschah wusste Atina im Nachhinein nicht mehr… Ausser ihr letzter Satz, den sie zu Lyn sprach, bevor sie sich abwendete und verschwand, der hallte noch lange in ihren Gedanken:
„Ich fordere ihr Herz!“
Ihre Stimme klang dabei um einiges tiefer als gewohnt und so erkannte sie diese selbst nicht recht, doch es war ihre. Es musste ihre Stimme gewesen sein.
Und so verschwand Atina humpelnd in die Wildnis…

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 14:52
von Lynfair
Ihre Hand schmerzte noch von dem Sturz, und Aleana sah auch noch so aus, als habe sie Schmerzen. Gähnend setzte sie sich auf. Nachdem die beiden sich einen Guten Morgen gewünscht hatten, schlüpfte Lyn schnell in ihre Stiefel und ging zur Küche. Dort kramte sie durch die Lebensmittel und suchte etwas gutes aus, so bemerkte sie nicht wie Atina zu ihr blickte. Als sie sich mit zwei vollbeladenen Tellern umdrehte, erblickte sie Atina und lächelte ihr freundlich zu. Atina erwiederte ihre Begrüssung nicht und fragte nur knapp nach Aleana. So winkte Lyn sie mit sich und gut gelaunt, sich auf das Essen freuend, tappste sie los. In ihrer Wohnung angekommen setzt sie sich gleich wieder auf die Felle und reichte Aleana ihren Teller, Lyn selbst begann sogleich zu essen, sie hatte Hunger. Atina war gefolgt und trat nach aufforderung Aleanas auch durch den Vorhang. Sie murmelte wohl etwas, und dann sprachen Aleana und Atina kurz. Lyn bekam davon nicht so viel mit, der Teller war gerade Wichtiger.

Als der Teller leer war, blickte sie zu den beiden. Es stimmte etwas nicht, das spürte sie. Atina und Aleana schwiegen mehr als das sie reden, Lynfair hätte erwarten das beide sich freuen sich zu sehen, sich trost spenden, beide waren schliesslich verwundet, aber nichts davon. Als Lyn erwähnte, das Aleana und sie sich wehgetan haben, fragte Atina nur ob Lyn sich um Aleana kümmere. Diese frage bejahte Lyn, vielleicht würde Atina das ja nun machen wollen. Doch diese drehte sich nur "ich verstehe" murmelnd weg.

Sie Verstand? Was verstand sie? Würde Atina denn keiner Schwester helfen? Dazu noch eine Schwester mit der sie gut auskam? Von nun an wich Atina fragen aus und ging langsam zur Türe. Lynfair war nicht für besonderen Mut bekannt, und es kostete sie auch im Lager hin und wieder überwindung auf Menschen zuzugehen. Doch sie rief sich die versprechen ihrer Schwestern in den Sinn. Hier im Lager ist sie sicher. Hier im Lager würde ihr niemand etwas tun, und schon garnicht eine Schwester. Das wusste sie mittlerweile auch. Dennoch fiel es ihr nun schwer hinter Atina herzugehen und zu Fragen was denn los sei. Irgendwie hatte sie das Gefühl sie sei Schuld daran, das Atina nun so handelt. Denoch, Mut zusammenfassend tat sie es und fragte was los sei. Schliesslich handelte es sich hier um eine Schwester, die offensichltlich bedrückt war.

Doch aus Atina bekam sie nichts herraus. Atina wurde ihr unheimlicher, und sie wurde auch .. aggressiver. Doch diesmal blieb Lynfair hartnäckig. Sie wollte wissen, wieso Atina so abweisend zu ihr war. Als sie immer noch nichts aus Atina herraus bekam, wurde Lyn trozig. Ihr sonst freundliches lächeln fiel ihr schwer und sie musste sich zwingen, eines über die Lippen zu bringen.

"Du .. du .. HEXE!" kam es ihr dann entgegen. Instinktiv zuckte sie zusammen. Was war denn jetzt los? Lynfair verstand die Beleidigung sofort. Dennoch war sie fassungslos. Sie blickte der zum Tor humpelnden Atina nach. Ihre Gedanken rasten. Sie wurde beleidigt, von einer Schwester. Wieso das? Sie wollte nur helfen. Was hatte sie getan, das sie solch eine Ablehnung erfuhr?
Doch diesmal war sie mehr trozig als ängstlich. Sie rief sich erneut die Versprechen denen sie glaube ins Gedächtnis und ging Atina nach, zum Tor. Dort stand sie an die Palistade angelehnt. Schwer atmed. Mitleid machte sich im inneren Lynfairs breit, aber auch Wut. Sie wurde nicht gerne beleidigt, wer wird das schon? Sonst hatte sie immer alles hingenommen. Alle beleidigungen aktzeptiert. Aber heute wollte sie eine Entschuldigung haben. Denn von einer Schwester könnte sie eine Erwarten.
Jedoch legte sie sich schon einen Plan zurecht. Denn das sie ihre Entschuldigung auch bekommen würde, war unwahrscheinlich. So hielt sie in ihrer Tasche eine Phiole feste. Was sie als Inhalt hatte wusste sie nicht, aber die Wirkung war auch in ihrem Falle nicht Wichtig.
"Nimm das zurück" forderte Lyn. Sie konnte weder die Angst noch die Wut in ihrer Stimme unterdrücken. Als antwort erhielt sie ein abwertendes lachen. Und die Frage was sonst. Sie wurde nicht ernst genommen. Wie sie das hasste. Wütend zerdrückte sie die Phiole. Die Flüssigkeit durchnässte ihre Tasche, aber sie legte sich auch um ihre Finger. Dann blickte Lyn konzentriert zu Atina, diese blickte nun fast schon irr gen Lynfair. "Du willst.. mir drohen?" fragte Atina sie. Ja das tat sie, wohl das erste mal in ihrem Leben drohte Lynfair jemandem. Die Flüssigkeit brachte ihr das was sie sich erhoffte, konzentriert suchte sie das Lied. Mit Hilfe der Flüssigkeit rief sie sich Wasser ins Gedächtnis. Und so, es fiel ihr ziemlich schwer, tauchten die ersten Tröpfchen über Atinas Haupt auf. Sie drohte Atina, genau wie Atina Lyn gedroht hatte. Das sagte sie ihr auch.
"Nicht _du_" brachte Atina über ihre irr lächelnden Lippen. Doch genau sie tat es. Und schon schwappte ein Schwall Wasser über Atinas Haupt.

Während Lynfair nun kurz zufrieden grinste, schnaubte Atina nur, anscheinend noch wütender. Doch Lynfair blieb stur und forderte erneut, das Atina sich entschuldige. Doch diese beschimpfte sie nur erneut als Hexe. Panisch stellte Lyn nun feste, das sie nicht mehr nach hinten konnte. Sie stand an der Wand, und zu den Seiten konnte sie auch nicht. Und vor ihr stand Atina, die nun vollkommen den Verstand zu verlieren schien. Atina murmelte irgendetwas. Was verstand Lynfair nicht, doch sie wollte nun hier weg. Dann trat Atina Lynfair gegen das Knie. Das was sie nie für möglich gehalten hätte geschah, eine ihrer Schwetsren tat ihr absichtlich weh. Nun war ihr alles egal. Sie wollte keine Entschuldigung mehr, sie wollte nicht mehr helfen, sie wollte weg. Und während Atina irre grinsend mit der Faust gegen das Tor einschlug, drückte Lyn sich an die Wand und bangte um ihr Leben.
Atina zischte noch "Ich fordere.. ihr Herz". Die letze Kraft zusammenraufend fragte Lyn "Meines?". Doch darauf erhielt sie keine Antwort. Atina humpelte weg und Lyn sackte auf den Boden. Wie früher machte sie sich klein. Wie früher drückte sie den Kopf gegen ihre Knie. Wie früher legte sie die Arme über den Kopf und murmelte leise "Tumirnichtstumirnichts"

So verharrte sie eine Weile. Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Versprechen sind gebrochen worden. Die Angst nahm wieder überhand. Sie war in Gefahr!
Zittrig drückte sie sich irgendwann auf. Die Kapuze über den Kopf ziehend sah man dann nur noch eine gebeugte Gestallt durch das Lager laufen. Kurz leise in ihre Wohnung, dann zu den Tieren. Und panisch verliess die Gestalt dann das Lager, um Schutz zu suchen. In der traurigen Gewissheit, belogen zu worden. Selbst der Ort, den sie als einzig sicheren empfanden hatte, war es nicht.

Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 15:36
von Atina
Irres Lachen. Würgen. Schreien. Wieder das Lachen.
Eine Gestalt, die nur mit grösster Mühe als Mensch zu erkennen war krabbelte auf allen Vieren durch den Wald. Den Kopf immer wieder verrenkend, wie ein Tier bewegte sie die Gestalt und gab seltsame Laute von sich. Abrubt blieb dieses kümmerliche etwas stehen. Eine Hand in der Luft hob sie ihren Kopf und schnüffelte.
Dann geschah es. Sie zuckte am ganzen Leib und warf sich auf den Waldboden, sie drehte und wand sich, ehe sie einhielt und sich übergab.
Noch einige Momente blickte sie auf die gelbliche Masse vor sich. Die Augen weiteten sich und sie atmete Rasch. Für einen kurzen Augeblick schien ihre Menschlichkeit zurückzukehren. Wer... Was? Was war mit ihr geschehen? Wer war sie? Sie konnte sich an kaum etwas erinnern. Tränen rannen über ihr Gesicht. Sie hatte etwas Schreckliches getan. Sie war krank. Sie brauchte dringend Hilfe. Das wurde ihr rasch klar.
Sie erhob sich langsam und versuchte einige Schritte zu gehen. Doch rasch fiel sie wieder zu Boden. Eine Spinne krabbelte über ihre geöfnete Linke. Sie schloss diese Rasch und führte sie zu ihrem Mund. Mit scheinbar grossem Genuss verschlang sie das Tier und ein irres Grinsen überkam sie. Hilfe? Oh nein! Von nichts Menschlichem würde sie sich helfen lassen.
Sie grunzte und krabbelte auf allen Vieren weiter, immer tiefer in den Wald hinein.
Immer wieder blieb das Wesen stehen und hielt inne, schnüffelte und machte sich dann weiter.
Plötzlich verharrte sie. Sie drehte sich langsam um und kniete nun auf dem Waldboden. Ehe sie hinterrücks fiel und irre lachte.

Nun war sie endgültig und vollends dem Wahnsinn verfallen. Vielleicht lag es an ihren verletzungen und den verschiedenen Tränken die sie wahllos eingenommen hatte. Vielleicht...
Würde sie jemand suchen kommen? Würde ihr jemand zu hilfe eilen, wie bereits zuvor? Oder würde man sie vergessen? Die Zeit eilte, als dass sie jemand finden musste...
Der letzte Funke Hoffnung schien noch nicht erloschen, oder doch?

Verfasst: Montag 13. August 2007, 08:59
von Xinthra
Verflucht, wer brüllt denn da so rum schwirrte es durch Xinthras Kopf, die sich aus den Fellen hoch wuchtete. Das Nachthemd fiel knittrig, die Glieder schmerzten noch vom letzten Jagdausflug und sie tapste zur Tür. Mit verschwommenem Blick konnte sie zwei Gestalten erkennen, die sich offensichtlich streiteten. Die Augen zugekniffen versuchte sie zu erkennen, wer dort stand, aber dazu war es einfach zu dunkel und sie war noch zu müde dafür. Hector, der zahme Puma Torinas strich um ihre Beine herum, eine Hand kraulte hinter dessen Ohren, seine Schnurrhaare kitzelten in den Kniehöhlen. Gerade blickte sie wieder zu den Gestalten hin, die eine kauerte sich zusammen und die andere verließ das Lager. Xinthra kam das alles komisch vor.

Kurz darauf erkannte sie die rote Kleidung Lyns, dieses Erdbeerrot, eindeutig, es huschte zum Stall, kurz später verließ eine Gestalt auf einem Lama das Lager. Lyn flieht? Was soll das wieder? dachte sie sich, schloß die Tür zu Torinas Wohnung und machte sich daran, sich umzuziehen. Wenn auch sie niemanden verstand und sich auch kaum verständlich machen konnte, Diese Geschichte war ihrer Meinung nach offensichtlich. Zwei Schwestern die sich stritten und danach das Lager verließen, fluchtartig, das war kein gutes Zeichen. Also hinterher, so leise dass niemand sonst geweckt wurde.

Einige Momente später ritt sie dann aus dem Lager in Richtung Hafen.

Verfasst: Montag 13. August 2007, 09:30
von Lynfair
Weg hier. Ich muss fliehen. Schneller. Gedanken schossen durch ihren Kopf. Sie trieb das Lama an wie nie zuvor. Die kleine rote Gestalt auf dem Lama schoss über Lameriast. Schnell zum Stallmeister am Hafen. Ohne viel Worte überreichte sie dem verduzten Mann das Tier in die Hand. Er schien noch etwas fragen zu wollen, doch da war Lynfair schon wieder unterwegs. Zielsicher rannte sie zu Elis Haus. Doch dort angekommen, musste sie feststellen, das ihr zweiter sicherer Ort nun ebenso keiner mehr war. Nun hatte sie nichts mehr.

[url]http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?p=152775#152775[/url]

Sollte man den Stallmeister fragen, wird er von einer kleinen roten Gestalt erzählen, die ihm ein Lama in die Hand drückte und sofort wieder weg war. Sie schien wohl traurig und in Panik geraten zu sein. Ausserdem wird er fragen, was so ein Lama denn überhaupt fresse.

Verfasst: Montag 13. August 2007, 16:11
von Tajara Nair
Irgendetwas hier stimmte ganz und gar nicht. Es war sehr verworren - verschwommen. Die letzten Wochen nagten zusehends an Tarara deren Gesicht bei näherer Betrachtung um Jahre galtert wirkte. Die Sorgenfalten wurden größer und zahlreicher.

Und dann bekam sie am Rande mit, dass Lyn abgehauen war - einfach so. Sie sah sie vom Fenster ihres Hauses aus vorüberreiten, und sie ahnte, dass Lyn große Qualen litt. Sie ahnte bloß nicht welche.

Tajara beschloss am nächsten Tag, als Lyn noch nicht zurück war, sie zu suchen. Sie begann in Neuhaven. Vielleicht würde sie dort fündig.

Langsam begann sie sich große Sorgen um Lyn zu machen.

Verfasst: Samstag 18. August 2007, 03:52
von Tajara Nair
Schwer prasselte der spätsommerliche Regen auf Tajara hernieder als sie die Wälder Lameriasts durchkämmte.

Schwere dunkle Wolken hingen am Himmel und entluden ihre Last. Aus weiter Ferne schien der Herbst, einem Vogelschrei gleich bereits sein Kommen zu verkünden. Wahrlich, es war nicht mehr lange hin. Der Regen kam häufiger und Tajara begann bereits zu frösteln.

Doch die Jägerin war ausgeschickt worden, um eine ganz spezielle Beute zu fangen. Atina!

Tags zuvor fanden Xinthra und sie die verstörte Lyn, völlig entkräftet und den Glauben um ihre Sicherheit innerhalb der Gemeinschaft verloren. Es kostete viel Arbeit, Lyn zur Rückkehr zu bewegen. Die Arme! Elise war tot und nun auch noch das mit Atina.

Der schlammige Waldboden zeigte frische Spuren, die der Regen noch nicht fortgewaschen hatte. Sie waren recht frisch als sie ihr Pferd unweit von Eisenwart zügelte. Vielleicht war sie es. Waldläufer waren auf Lameriast tatsächlich seltener geworden. Hier lebte wohl keiner mehr. Der Letzte ist wohl schon vor einigen mehreren monaten weg. Somit konnten die Spuren, besonders bei diesem Wetter von keinem einfachen Wanderer kommen.

Ein verwaschener Fleck zwischen den Bäumen erregte ihre Aufmerksamkeit. Leise stieg Tajara von ihrem Pferd Bruno herab und griff nach ihrem Bogen. Es war an der Zeit, nachzusehen ob sie fündig wurde.

Eine verwaschene schlammverkrustete blutverschmierte Robe, ein ebensolches Gesicht und eine Schlafende. Sie wusste sofort, es war Atina, auch wenn man schwierigkeiten hatte, sie als solche zu erkennen.

Ein sanfter Tritt - ein Befehl und sie stand. "Tod.... Ihr Herz... Sterben!" - Das Gebrabbel und Gewimmer in den verschiedensten Stimmlagen machte es Tajara deutlich. es war Atina.

Ohne weitere Schwierigkeiten wurde sie gefesselt und an ihr Pferd gebunden, doch Atina war weit gefährlicher, als man meinen mochte.

Verfasst: Samstag 18. August 2007, 03:56
von Atina
Auch wenn sie vollkommen irre war, so musste sie doch auch einmal schlafen. Dies Tat sie, mitten im Wald. Die Robe die sie trug war schmutzig, vorne waren einige ältere Blutspuren zu erkennen. Ihr Gesicht war nicht mehr so makellos schön wie es einst war. Getroknetes Blut umrandete Ihren Mund. Dreck und auch einige Haare klebeten an diesem. Ihre Haare... Aus den einst grün gefärbten Haaren war alle Farbe verschwunden. Nur noch ein mattes, tristes Grau ward geblieben. Durch all dies schien sie in kürzester Zeit um Jahre gealtert zu sein.

Der Regen prasselte auf sie hinab und sie hatte sich noch nicht lange hingelegt, als dass sie wieder aufgeweckt wurde.
Rasch sprang sie auf alle Viere und blickte in ein vertrautes Gesicht. Tajara stand vor ihr, ihren Bogen in den Händen, einen Pfeil gespannt und auf ihre Brust gerichtet. Atina kommentierte dies nur mit einem Fauchen.
Verflucht! Sie hätte besser aufpassen sollen. Nun war sie gefunden worden.
Tajara forderte sie auf mit ihr zu gehen. Doch Atina dachte nicht daran. Sie wägte verschiedene Möglichkeiten rasch in ihrem Kopf aus. Sie töten? Sich verschleppen lassen?

Oh ja, sie würde sich ins Lager bringen lassen... Lyn war schliesslich dort. Ihre Rache schien sie früher zu bekommen als erhofft.
Die Hände auf dem Rücken gefesselt näherten sie sich Tajaras Pferd. Atina grinste breit als sie sehr nahe an dieses Geführt wurde. Als Tajara mit dem Festbinden beschäftigt war ergriff Atina die Chance. Rasch, fast schon raubtierartig schnappte sie nach dessen Hals und biss zu. Mit zufriedenem Lachen genoss sie das warme Blut, ehe sie hinfiel.
Wenigstens etwas gelang...
Hinter dem Pferd hergezogen begaben sie sich dann auf den Weg ins Lager.

Oh ja, ihr Herz! Sie würde es genüsslich verzehren. Oh ja! Jaaaa!

Doch sie wurde eingesperrt. In den kleinen Kerker, in dem es stockdunkel war wurde sie eingesperrt. Gefesselt. Und so wartete sie, gebannt auf die Tür blickend. Wann würde jemand kommen? Was würden sie von ihr wollen. Sie musste Lachen. Diese Narren, wussten sie denn nicht wen ? nein WAS ? sie dort eingesperrt hatten?

Nicht mehr lange würde es dauern... Nur noch ein paar Tage... Ob sie Lyn wohl vorher noch zu fassen bekommen würde? Sie hoffte es. Diesen spass wollte sie sich nicht entgehen lassen...
Als sie dort sass malte sie sich aus wie es wohl sein würde und ein irres Grinsen zeichnete ihr Gesicht.

Verfasst: Sonntag 19. August 2007, 22:22
von Lynfair
Sie konnte nicht anders, sie musste mit ihr reden. Allen Mut zusammen fassend schlich sie dann spät Nachts ins Lager. Nach 'freundlcihem' wecken kam sie dann auch zu ihrem Gespräch. Doch ATina wich ihren fragen aus. Dafür verwirrte sie Lyn um so mehr mit dem was sie von sich gab. Immerhin bekam sie herraus das sie Elise nicht kannte, alleine das war es shcon wert gewesen. Aber sie hatte tierische Angst, auch wnen sie es grösstenteils unterdrückte, sie fürchtete sich fast zu Zode vor dieser offensichtlich wahnsinnigen Person. Schlimmer noch war, das sie in ihrer naiven Art dem gesagten auch noch glauben schenkte. Nicht direkt, nicht offensichtlich, aber irgendwie glaubte sie ihr doch.

Allerdings hatte sie auch Mitleid, diese verwirrte Person tat ih Leid. Hätte sie gewusst wie, würde sie ihr helfen. Als sie später wieder aus dem Lager war, denn solange sie dort wäre würde sie freiwillig dort keine Nacht verbringen, betete sie sogar für sie.

Verfasst: Montag 20. August 2007, 12:28
von Atina
Atina war zufireden. Äusserst zufrieden. Ihr ganzer Plan schien zu funktionieren.
Oh, ja... schon bald, sehr bald würde sie dieses kleine, naive Ding unter knotrolle haben. Und dann... Oh ja, dann konnte ihr keiner mehr in die Quere kommen.

Doch musste sie sich nun beeilen. Dieses dumme Gör, Tajara, könnte ihren Plan durchkreuzen. Doch dies würde sie nicht zulassen.

Es war immer wieder eine Freude sich mit diesem dummen Gör zu schlagen. Ha! Hatte sie doch wirklich das Gefühl als ob sie ihr Angst machen könnte? Sie verletzen? Oh wie täuschte sie sich doch!
Es war ein vergnügen diesen kleinen Hitzkopf aus der Fassung zu bringen. Sie war stark, doch schien sie nicht besonders klug...
Und dennoch, vorsicht war geboten.

Bald, sehr bald würde sich herausstellen, ob "ihre kleine Hexe" sich als würdig erwies, oder ob Atina ihre Zeit mit ihr verschwendet hatte.
Sollte dies eintreffen, so würde sie sich nicht weiter zurückhalten.

Im dunkeln liegend, wieder einmal gefesselt lag sie dort. Ihre rechte Hand, welche sie sich brach um sich einen Spass mit dem gör zu gönnen zitterte leicht. Nicht mehr lange, und sie würde die Hand für immer verlieren.
Doch diesen Preis würde sie gerne bezahlen...

Sie wartete auf die kleine Hexe... Hoffentlich würde sie bald zurückkehren. Hoffentlich würde sich ihre Mühe auszahlen...

Nicht mehr lange... es konnte so oder so nicht mehr lange gehen. Ein paar Tage vielleicht noch. Und dann? Würde sie ihre Rache geniessen können? Würde die kleine Hexe ihren Auftrag erhalten und diesen auch durchfühen können? Oder würde es anderst kommen?

Sie konnte nur noch warten... warten auf die kleine, warten bis es Zeit war... Oh ja, nicht mehr lange...

Verfasst: Montag 20. August 2007, 15:52
von Tajara Nair
Wer zum Balron hatte sie denn nur befreit?

Atina saß in der Ecke zusammengekauert - ungefesselt - als Tajara ihren Wachdienst antrat.

Wozu machte sie das eigentlich? Sie musste es nicht tun, aber die arme Xin war immer noch verflucht - und sonst war keiner hier der diese Wache freiwillig übernehmen würde.

Es war ein kampf von mehr als einer Stunde, dieses Monster wieder zu fesseln und halbwegs ruhig zu stellen. Und dann verhielt sich lyn auch noch äußerst seltsam. Sie verfasste nach diesem harten kampf, der ihr mehrere Blaue Wlecke einheimste umgehend in heilloser Wut und Zorn einen Brief an Ronya.

Jemand ist unbefugt in die Zelle Atinas eingedrungen und hat sie losgemacht. Von daher werde ich nun rund um die Uhr das Tor bewachen. Ich habe vorsorglich angeordnet, dasss außer Xin und Dir KeINER auch nur in die Nähe des Kerkers kommen darf. Eingelassen werdet auch nur ihr beide, sofern du keine anderen Anweisungen gibst, aber Atina ist hochgefährlich! Bei Bedarf findet man mich beim Kerker.

Tajara


Ab und an schlief sie, in eine warme Wolldecke gekuschelt ein, doch sie war geübt genug beim kleinsten Geräusch wach zu werden.

Sie begann langsam ernsthaft am Verstand mancher Schwestern zu zweifeln. Welche Dumme Kuh nur hatte sich das in den Kopf gesetzt?