Die ersten grauen Haare
Verfasst: Samstag 4. August 2007, 15:35
Strähne für Strähne bürstete sie gedankenverloren ihre langen Haare, welche wellig bis kurz über die Hüfte fallen. Sie rutschte kurz etwas auf dem Hocker vor ihrem Schminktisch herum und ließ ihren Blick aus dem Fenster schweifen.
Was sie sah verbesserte ihre Laune kaum. Der Himmel war, trotz der späten Morgenstunde, dunkel und trüb, feiner Nieselregen tropfte gegen das Fensterglas und rann an ihm herab.
Schnell wandte sie ihren Blick ab und betrachtete sich während dem Haare bürsten im Spiegel des Schminktisches. Plötzlich hielt sie inne und runzelte ihre Stirn. Sie beugte sich mit dem Oberkörper etwas vor und legte in dem gleichen Moment die Bürste beiseite. Mit der freien Hand strich sie sich über ihre Schläfen und seufzt auf.
Da waren sie...die ersten grauen Haare...und man sah sie auch ohne große Anstrengung...
Missmutig seufzte sie auf und flocht schnell und mit geübten Bewegungen die Haare zu einem Zopf. Welch ein bescheidener Tag...Sie hatte nicht gut geschlafen...Das Wetter war scheußlich und bereitete ihr Kopfschmerzen...Und dann waren da graue Haare... Sicher, sie hatte schon länger von einigen grauen Haaren gewusst. Aber heute kam sie sich entsetzlich viel ergrauter vor...
Sie warf sich hastig einen Umhang über die Schultern und zog die Kapuze über den Kopf, ehe sie das Haus am Meer verließ. Mit nach vorn gebeugter Kopfhaltung lief sie zu ihrer Stute, welche laut wieherte...Es hörte sich fast so an, als sei sie genauso unerfreut über dieses Wetter...
Nachdem Alexa ihre rotbraune Stute gesattelt und gezäumt hatte, schwang sie sich in den Sattel und machte sich auf den Weg zum Barbier...
...
Das Wetter war scheußlich, es regnete und der Himmel war voller dunkler Wolken. Das sah Ghiberti als er aus dem Fenster des Ladens schaute.
"Heute kommen mit Sicherheit nicht viele Kunden..Ist ja ein Sauwetter da draußen", sprach er zu Auriga und Odo, den beiden Juwelieren, mit denen er sich den Laden teilte. Beide ließen ihren Blick kurz zum Fenster schweifen, nickten ihm dann stumm zu und machten sich wieder daran die kleinen Edelsteine für die Kundschaft zurecht zu feilen und polieren.
Er ging vom Fenster quer durch den Laden zu seinen Regalen und begann sie, eine Melodie summend, zu sortieren.
Nach kurzer Zeit ging die Tür auf und brachte einen Schwall nasskalter Luft mit ins Innere des Hauses und ließ ihn frösteln.
Er drehte sich mit einem freundlichen Lächeln um und sah der Gestalt im Umhang zu, wie sie die Türe schloss.
Die Person schlug die Kapuze zurück und er betrachtete die Frau eingehend, während er auf sie zuging. ...Besonders gut gelaunt sieht die ja nicht aus, dachte er sich bevor er sie fragte:
"Dem Alleinen zum Gruße die Dame. Was kann ich für Euch tun?"
Sie zeigte an ihre Schläfen und zupfte an ihrem leicht ergrauten Haar, während sie ihm von ihrem Problem erzählte. ... Aha, wieder mal eine von denen...
Er nickte zu ihren Worten, nahm ihr den Umhang ab und ließ sie auf einem Stuhl Platz nehmen.
"Ihr möchtet also Eure grauen Haare überdecken...Nun...die Fertigung eines Färbemittels, welche Haare schwarz färbt dauert äußerst lange. Sechzig Tage um genau zu sein...", erklärte er ihr und beobachtete ihre Reaktion.
Die Frau runzelte die Stirn. "Geht es nicht schneller? Sie stören mich ja jetzt..."
"Nana gute Frau...da hätten sie mir vor zwei Mondläufen mal Bescheid gegeben dann hätte ich jetzt den Brei fertig", sprach er sichtlich amüsiert zu ihr und zwinkert ihr sachte zu.
Niedergeschlagen nickte sie kaum merklich.
"Also möchtet ihr Euch die Haare färben lassen oder nicht?"...Abermals war ein Nicken von ihr zu sehen..."Gut...Dann lasse ich Euch in zwei Mondläufen einen Brief zukommen...Wohin darf ich den Boten schicken?.....Zum Haus des Handwerks? An Frau N'yota?", fragte er noch einmal nach, ehe er es sich in einem dünnen Buch notierte. Er reichte ihr den Umhang zurück und verabschiedete sich von ihr.
Das hieß jetzt erst mal wieder Arbeit...Er musste zu allererst in den Wald zu dem kleinem Teich gehen, wo er immer alle Egel sammelte die er brauchte...
Sein Blick fiel auf die kleine Wanduhr und er nickte langsam.
"Ich mach Schluss für heute...Muss jetzt in den Wald...Bis morgen...", sprach er zu den beiden und war schon mit seinem Umhang und einem Korb, mit einem Glas darin, die Türe hinaus.
Am Teich im Wald angekommen, streifte er sich seinen Umhang ab und hing ihn über einen niedrigen Ast eines Baumes. Rasch streifte er sich seine Stiefel ab, stellte sie neben den Baumstamm und griff nach dem Glas.
Langsam stapfte er in das Wasser um durch die Bewegung die Blutegel anzulocken. Er merkte wie sie sich an seinen Waden festbissen. Immer wieder hob er das entsprechende Bein an und zog sie von jenem.
Die abgezogenen Egel steckte er nacheinander in das Glas.
Um eine ausreichende Menge zu haben musste er dieses füllen.
Nach über einer Stunde stieg er mit einem vollem Glas Egel aus dem Teich.
Er war froh, dass sich das Wetter gebesserte und der Regen schon vor einiger Zeit aufgehört hatte. Nachdem er das Glas in den Korb gestellt hatte, schlüpfte er in seine Stiefel und warf sich rasch den umhang über die Schultern. Den Korb greifend machte er sich eilig auf den Weg nach Hause.
In seiner recht kleinen Hütte angekommen ging er in seinen Keller, welcher dazu diente die Dinge für seine Arbeit zurechtzumischen.
Er tötete die Egel in einer Schüssel Salzwasser und warf sie danach wieder zurück ins Glas...Nun mussten sie nur noch verwesen...
Das Glas wurde in eine Ecke gestellt und die Kellerklappe für einige Tage nicht mehr geöffnet.
Nach einigen Tagen ging er in den Keller um den Verwesungsgrad der Blutegel zu überprüfen. Der Geruch alleine sagte ihm schon, dass alles nach Plan verlief.
Eifrig machte er sich daran in ein kleines Fass mit zwei Krügen Essig zu füllen, ebenfalls gab er einen Krug Wein hinein. Er stellte sich ein Glas zurecht und füllte es zur Hälfte mit Minzöl, den Rest füllte er mit Rosenöl auf. Mit zuammengekniffenen Augen schüttet er auch den Inhalt des Glases in das Fass. Zu Guter letzt Ließ er mit verzogener Miene alle verwesten Blutegel hineinfallen. Das Ganze hatte nur wenige Minuten gedauert und nun beeilte er sich das Fass luftdicht zu verschließen.
Jetzt musste das Ganze nun noch 60 Tage reifen...
...
Was sie sah verbesserte ihre Laune kaum. Der Himmel war, trotz der späten Morgenstunde, dunkel und trüb, feiner Nieselregen tropfte gegen das Fensterglas und rann an ihm herab.
Schnell wandte sie ihren Blick ab und betrachtete sich während dem Haare bürsten im Spiegel des Schminktisches. Plötzlich hielt sie inne und runzelte ihre Stirn. Sie beugte sich mit dem Oberkörper etwas vor und legte in dem gleichen Moment die Bürste beiseite. Mit der freien Hand strich sie sich über ihre Schläfen und seufzt auf.
Da waren sie...die ersten grauen Haare...und man sah sie auch ohne große Anstrengung...
Missmutig seufzte sie auf und flocht schnell und mit geübten Bewegungen die Haare zu einem Zopf. Welch ein bescheidener Tag...Sie hatte nicht gut geschlafen...Das Wetter war scheußlich und bereitete ihr Kopfschmerzen...Und dann waren da graue Haare... Sicher, sie hatte schon länger von einigen grauen Haaren gewusst. Aber heute kam sie sich entsetzlich viel ergrauter vor...
Sie warf sich hastig einen Umhang über die Schultern und zog die Kapuze über den Kopf, ehe sie das Haus am Meer verließ. Mit nach vorn gebeugter Kopfhaltung lief sie zu ihrer Stute, welche laut wieherte...Es hörte sich fast so an, als sei sie genauso unerfreut über dieses Wetter...
Nachdem Alexa ihre rotbraune Stute gesattelt und gezäumt hatte, schwang sie sich in den Sattel und machte sich auf den Weg zum Barbier...
...
Das Wetter war scheußlich, es regnete und der Himmel war voller dunkler Wolken. Das sah Ghiberti als er aus dem Fenster des Ladens schaute.
"Heute kommen mit Sicherheit nicht viele Kunden..Ist ja ein Sauwetter da draußen", sprach er zu Auriga und Odo, den beiden Juwelieren, mit denen er sich den Laden teilte. Beide ließen ihren Blick kurz zum Fenster schweifen, nickten ihm dann stumm zu und machten sich wieder daran die kleinen Edelsteine für die Kundschaft zurecht zu feilen und polieren.
Er ging vom Fenster quer durch den Laden zu seinen Regalen und begann sie, eine Melodie summend, zu sortieren.
Nach kurzer Zeit ging die Tür auf und brachte einen Schwall nasskalter Luft mit ins Innere des Hauses und ließ ihn frösteln.
Er drehte sich mit einem freundlichen Lächeln um und sah der Gestalt im Umhang zu, wie sie die Türe schloss.
Die Person schlug die Kapuze zurück und er betrachtete die Frau eingehend, während er auf sie zuging. ...Besonders gut gelaunt sieht die ja nicht aus, dachte er sich bevor er sie fragte:
"Dem Alleinen zum Gruße die Dame. Was kann ich für Euch tun?"
Sie zeigte an ihre Schläfen und zupfte an ihrem leicht ergrauten Haar, während sie ihm von ihrem Problem erzählte. ... Aha, wieder mal eine von denen...
Er nickte zu ihren Worten, nahm ihr den Umhang ab und ließ sie auf einem Stuhl Platz nehmen.
"Ihr möchtet also Eure grauen Haare überdecken...Nun...die Fertigung eines Färbemittels, welche Haare schwarz färbt dauert äußerst lange. Sechzig Tage um genau zu sein...", erklärte er ihr und beobachtete ihre Reaktion.
Die Frau runzelte die Stirn. "Geht es nicht schneller? Sie stören mich ja jetzt..."
"Nana gute Frau...da hätten sie mir vor zwei Mondläufen mal Bescheid gegeben dann hätte ich jetzt den Brei fertig", sprach er sichtlich amüsiert zu ihr und zwinkert ihr sachte zu.
Niedergeschlagen nickte sie kaum merklich.
"Also möchtet ihr Euch die Haare färben lassen oder nicht?"...Abermals war ein Nicken von ihr zu sehen..."Gut...Dann lasse ich Euch in zwei Mondläufen einen Brief zukommen...Wohin darf ich den Boten schicken?.....Zum Haus des Handwerks? An Frau N'yota?", fragte er noch einmal nach, ehe er es sich in einem dünnen Buch notierte. Er reichte ihr den Umhang zurück und verabschiedete sich von ihr.
Das hieß jetzt erst mal wieder Arbeit...Er musste zu allererst in den Wald zu dem kleinem Teich gehen, wo er immer alle Egel sammelte die er brauchte...
Sein Blick fiel auf die kleine Wanduhr und er nickte langsam.
"Ich mach Schluss für heute...Muss jetzt in den Wald...Bis morgen...", sprach er zu den beiden und war schon mit seinem Umhang und einem Korb, mit einem Glas darin, die Türe hinaus.
Am Teich im Wald angekommen, streifte er sich seinen Umhang ab und hing ihn über einen niedrigen Ast eines Baumes. Rasch streifte er sich seine Stiefel ab, stellte sie neben den Baumstamm und griff nach dem Glas.
Langsam stapfte er in das Wasser um durch die Bewegung die Blutegel anzulocken. Er merkte wie sie sich an seinen Waden festbissen. Immer wieder hob er das entsprechende Bein an und zog sie von jenem.
Die abgezogenen Egel steckte er nacheinander in das Glas.
Um eine ausreichende Menge zu haben musste er dieses füllen.
Nach über einer Stunde stieg er mit einem vollem Glas Egel aus dem Teich.
Er war froh, dass sich das Wetter gebesserte und der Regen schon vor einiger Zeit aufgehört hatte. Nachdem er das Glas in den Korb gestellt hatte, schlüpfte er in seine Stiefel und warf sich rasch den umhang über die Schultern. Den Korb greifend machte er sich eilig auf den Weg nach Hause.
In seiner recht kleinen Hütte angekommen ging er in seinen Keller, welcher dazu diente die Dinge für seine Arbeit zurechtzumischen.
Er tötete die Egel in einer Schüssel Salzwasser und warf sie danach wieder zurück ins Glas...Nun mussten sie nur noch verwesen...
Das Glas wurde in eine Ecke gestellt und die Kellerklappe für einige Tage nicht mehr geöffnet.
Nach einigen Tagen ging er in den Keller um den Verwesungsgrad der Blutegel zu überprüfen. Der Geruch alleine sagte ihm schon, dass alles nach Plan verlief.
Eifrig machte er sich daran in ein kleines Fass mit zwei Krügen Essig zu füllen, ebenfalls gab er einen Krug Wein hinein. Er stellte sich ein Glas zurecht und füllte es zur Hälfte mit Minzöl, den Rest füllte er mit Rosenöl auf. Mit zuammengekniffenen Augen schüttet er auch den Inhalt des Glases in das Fass. Zu Guter letzt Ließ er mit verzogener Miene alle verwesten Blutegel hineinfallen. Das Ganze hatte nur wenige Minuten gedauert und nun beeilte er sich das Fass luftdicht zu verschließen.
Jetzt musste das Ganze nun noch 60 Tage reifen...
...