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Kriegserklärung - Genug ist Genug!

Verfasst: Dienstag 31. Juli 2007, 17:35
von Tajara Nair
Der Abend in der Taverne war grundsätzlich wie jeder andere. Farians billiger Fusel, der zwar von jedem gehasst und dennoch gesoffen wurde beleidigte ihren Gaumen und ihre Kehle. Sicher, das Kartenspiel mit Lorana und Trixie war kurzweilig, aber eben zu kurz.

Schließlich kam noch Xinthra und der Abend versprach definitiv noch etwas besser zu werden. Wobei sie sagen musste, dass im Eigentlichen jeder Abend mit Xin ein schöner Abend war.

Wie auch immer. Die beiden Hühnen des Angurenclans der MacAgronas verdunkelten den Tag, der bereits eine Nacht war. Anfangs wurden die beiden Frauen kaum beachtet. Aber dann kamen der Alte mit seinem Rasselstab und die hochgewachsene Angurenfrau zu ihnen.

Was hatte Tajara einen hass auf die MacAgrona. es lag schon lange zurück als es anfing, und es wurde noch schlimmer.

Einst wurden Sophia und Tajara im Tagesabstand entführt, woraufhin Tajara eine Kopfverletzung davontrug, die sie alles vergessen ließ, als sie endlich gerettet wurde.
Der Angriff auf sie in Berchgard, dem sie nur knapp entrann und Tajara endlich den Namen Bereks, ihres Entführers erfuhr.
Der Angriff in der Taverne der Taja einen Bruch im linken Arm einhandelte.
Irgendwann begegnete sie einem anderen Alten und eben jener Frau vor Bajard, wo sie immer noch für vogelfrei erklärt waren und sie konsequent mit ihrer wuchtigen Repartierarmbrust auf die beiden Zielte, um sie von hier fortzuscheuchen.
Der angriff auf die Schwestern auf Gefährtinnen-Land.

All dies reichte für einen Krieg vollkommen aus. Es gab erst einen Sieg und diesmal waren sie noch seltsamer als gewöhnlich. Behaupteten sie, die Schwestern hätten nichts Gutes getan, nach all dem, und dann verlangten sie noch eine Wiedergutmachung.

Xin war konsequent. Sie schlug das "Friedensangebot" aus. Schlussendlich jedenfalls wurden Dolche gezückt und - offenbar eine angurische Tradition, für Tajara war es jedoch wohl mehr eine Scharade, wurde eine Art Kriegsbemalung auf Hand und Brust verteilt.

Wie dem auch sei. Sie verließen die Taverne schließlich. Die Angurin schien eine besondere Feindschaft zu Tajara zu hegen. Wollte sie zuvor schon einmal zum schlag ausholen, spürte sie ihre bösen Blicke deutlich. In jedem Fall schien sie sich besonders auf den kampf zu freuen.

Interessant eigentlich. Die Beiden unterschieden sich nicht all zu sehr in diesem Belang. Denn, wie viele wussten, war Tajara alles Andere als friedfertig, wenn es um den Schutz jener ging, die ihr am Herzen lagen.

Gleichwohl nun der Krieg bei diesem Ritual wohl erklärt wurde, sie würde nun einmal mehr ihre Schwestern schützen müssen, obgleich sie der Gemeinschaft nicht mehr angehörte.

Welch Ironie. Der Clan erklärte hier und jetzt zweien den krieg, einer Gemeinschaft und einer Frau, von Rachsucht zerfressen.

Verfasst: Dienstag 31. Juli 2007, 18:07
von Ronya Sotan
Krieg.
Endlich etwas handfestes, sicher lag der letzte nicht lange zurück, doch damals kannte man den Feind nicht.
Zuviel waren dabei beteiligt und den wirklichen Grund, denn weis wohl heute keiner mehr.
Doch krieg gegen diesen Angurenstamm, das war etwas greifbares.
Etwas überschaubares.
Zweifellos, so wusste Ronya, waren die Angurenkrieger kampfgewohnt und wussten ihre Waffen zu benutzen, doch das taten die ihren auch.
Doch etwas an denen war anders als an den meisten anderen mit denen sie bisher die Klingen kreuzten.
Sie schienen wie Ronya selber, eine art Kriegerkodex für sich zu leben.
Sie beraubten ihre Opfer nicht und sie erniedrigten sie nicht.
Das zumindest taten sie bisher nie mit den ihren oder ihr selber.
Sie würde es genauso halten, denn letztendlich werden einen die Geschichtsschreiber und Barden nicht nach dem Sieg in einem Krieg beurteilen, sondern die art wie man ihn führte.

Verfasst: Mittwoch 1. August 2007, 16:36
von Tajara Nair
Rache ist eine interessante sache. Sie fühlt sich schrecklich an, und dennoch freut man sich, sie verüben zu können. Manche haben sie verdient, manche wissen vielleicht gar nichts. Aber Rache war gut. Es hält mich am Leben. Ich lebe nach ihr. Rache ist mein Lebensinhalt und ich werde sie verüben wo immer ich kann.

Eigentlich wollte Tajara Holz hacken. Es galt aufzurüsten. Pfeile Schnitzen, Federn Sammeln. Ihre Armbrust war ohne Schusswerkzeug wertlos, ebenso ihr Bogen und die Monster fraßen die Pfeile nur so weg. Also würde sie Holz brauchen.

Die Bäume im Wald waren abgeholzt oder noch zu jung zum Fällen. Es galt, neue Gründe zu suchen um Holz zu schlagen, das sie verwenden konnte und ritt auf der matschigen Straße im eiltempo in Richtung der Mienen, sich prüfend umsehend, ob man denn nicht irgendwo annehmbares Holzwerk fand.

Und da sah sie es... zwei Anguren am Weg - auf Lameriast, und sie erkannte die Beiden sofort. Instinktiv wanderte ihre Hand zum Bogen als sie absprang. Es war egal was sie hier wollten. Es war Krieg - und es war Lameriast. Sie hatten auch ihr den krieg erklärt und entsprechend reagierte sie.

Glaich nachdem sie abgesprungen war löste sie die Riemen ihres umgeschnallten Bogens und legte sogleich einen Pfeil an die Sehne des roten Kompositbogens.

Die weibliche angurin zog ihr Schwert. Das ganze geschah sehr schnell und sofort sauste ein Pfeil in Richtung des Rückens derer. Der Schuss war nicht all zu fest, reicht jedoch vornehmlich um ihre Schulter zu erreichen. Das saß.

Der andere reagierte sofort und etwas schloss sich um Tajaras Fußgelenke. Das geschah schnell genug - doch bereits ruhte ein weiterer Pfeil an der Sehne der sich - eher versehentlich und ziellos löste und knapp an dem Mimir vorbeisauste. Sofort war sie bar ihrer Bewegungsfreiheit als ihr der Knauf des Schwertes der Angurin, die schnell reagierte gegen den Kopf geschlagen wurde. am Rande bemerkte sie noch ein Schwert am Straßenrand, dann explodierten die Sterne und ihr wurde schwarz vor Augen.

Sie enntging nur knapp der Bewusstlosigkeit, doch sie blieb einige Zeit gefangene der Erde - irgendein Fuchtelzeugs bis sich jenes endlich löste und sie einfach, bar ihrer Kraft die ihr gezwungenermaßen zum Stehen verhalfen nach vorne kippen ließ - mitten in den Dreck.

Sie öffnete benommen die augen. Ihr Kopf schmerzte und Blut quoll aus einer kleinen Platzwunde - mal wieder. Sie streckte zittrig die Hand nach dem Schwert aus um es zittrig zu sich zu ziehen, als sie das Siegel erkannte - und auch erkannte wem es gehörte.

Mit einem Mal wurde ihr klar was los war. Sie hatten Xinthra. Die Panik in ihr, die angst stieg in ihr hoch als sie sich mühsam, ihre letzten Kräfte zusammennehmend erhob. Angst konnte ein Freund sein - in diesem Fall die Angst um die Frau die sie liebte.

Halb auf ihrem Pferd ruhend mühte sich Bruno langsam gen des Lagers. Die Schwestern mussten davon erfahren.

Nur ein Gedanke ging Tajara neben ihrer Angst um Xin durch den Kopf.

Ich muss dich befreien! Und koste es was es wolle, ich werde alles tun was ich kann!

Verfasst: Mittwoch 1. August 2007, 17:55
von Caitlin MacAgrona
Als sich die junge Angure an diesem Abend auf ihrer Schlafstelle nieder ließ, machte sie abermals ein beißendes Stechen in der Schulter darauf aufmerksam, dass ihr Körper dringend Ruhe benötigte.
Müde und entkräftet von den Ereignissen des Tages, mehrere Lagen flauschigen Fells bis über den Kopf gezogen, vergingen nur wenige Augenblicke, bis sie uns Reich der Träume abglitt.
Schlaf hatte sie jetzt bitter nötig.

Sarahlain hatte sich durchaus Mühe gegeben, Caitlin nicht noch zusätzliche Schmerzen zu bereiten, als sie zunächst die Wunde vergrößerte, um dann vorsichtig den Pfeil aus der Schulter der jungen Frau zu ziehen.
Sie hatte Glück im Unglück. Weder Schulter noch Schlüsselbein waren gebrochen. Dennoch blieb eine große, das Fleisch freilegende Wunde zurück, die erst später durch den Mimir des Clans, fachgerecht, durch zuvor von Caitlin vorgekauten Kräutern gestopft wurde.

Und die Menschenfrau?
Caitlin hatte wie gewohnt keine Fragen gestellt und allen Anweisungen des Mimirs folge geleistet.
Zu undurchsichtig und rätselhaft war dessen Treiben, so dass sie sich schon vor langer Zeit angewöhnt hatte, nicht weiter nachzufragen.
Umso erstaunliche war jedoch das Ergebnis seines Rituals, dem Caitlin, größtenteils schweigend , beiwohnte.
Mit einem mal konnte die Menschenfrau sie verstehen und sogar selber in ihrer Sprache sprechen.
Ein Geschenk der Ahnen!

Nun verstand sie, wieso Jall ihr vor ihrer Reise nach Lameriast eintrichterte, keine der ‘Schwäst-hrrrrn’ zu töten. Vielleicht hatten sie nun endlich die Möglichkeit, die vielen, offensichtlichen Missverständnisse aus der Welt zu räumen.
So hatte sich Caitlin am Ende, fast schon reumütig der Schläge und Tritte gegen die Frau, unaufgefordert um Essen und Trinken gekümmert, damit auch sie sich von den Strapazen erholen und man am nächsten Tag hoffentlich vernünftig miteinander reden konnte.
Endlich!

Verfasst: Mittwoch 1. August 2007, 18:40
von Tajara Nair
Als sie endlich im Lager ankam verließen sie ihre Kräfte scheinbar endgültig. Sie fiel vom Pferd und mit dem mühsam in der Hand gehaltenen Schwert sowie dem Bogen, die beide nun seitlich neben ihr lagen drohten ihr die Sinne zu schwinden sodass sie abzudriften drohte in die Ferne, der Schwärze der Bewusstlosigkeit.

Mit etwas Erstaunen stellte sie fest, dass ihr Blick sich klärte. Ihr Kopf pochte immer noch wild vor Schmerz, doch sie behielt erstaunlicherweise die Fassung, sodass sie am Rande mitbekam, wie ihre ehemaligen Schwestern sich um sie scharten und sie mit Mühe bruchteilhaft erläutern konnte, was denn passiert war.

Es dauerte sicherlich eine Stunde ehe sie halbwegs bei Kräften war. Während dieser Zeit konnten die Schwestern Tajara - mehr oder minder erfolgreich - sie davon abhalten, Xin zu folgen. Doch sie musste es - sie wollte es - es war immerhin der Schwur den sie ihr gegenüber geleistet hatte. "Mein Schicksal soll das Deine sein." Verdammt nochmal, warum blieb sie immer zurück und alles entglitt ihr. Sie hasste sich selbst dafür. Hatte sie am Vortag noch gesagt sie würde nicht von ihrer Seite weichen. Was war sie doch nutzlos in diesen Zeiten?

Und Ronya hatte mal wieder rumgeklugscheißert wie sie es doch immer tat. Sie verstand scheinbar rein gar nichts. Sie brach mit jedem Satz das Versprechen das die Schwestern geleistet haben, zumal sich Tajara bereits schwor, für Ronya nie wieder einen Finger zu rühren.

Schließlich ließ man sie gehen. Diese komische Letharin begleitete sie. Sie war eine Ausgestoßene ihres Volkes, doch traute sie ihr nicht. Aber vielleicht rannte sie den Anguren ja ins offene Messer. Das konnte nützlich sein.

Den Kopf hatte sie sich nicht verbunden. Sie goss sich etwas Schnaps zum Desinfizieren darüber. Das musste reichen. Dann begab sie sich zu Fuß zum Hafen. Ihr war speiübel, wohl auch wegen der Verletzung allerdings ebenfalls beim Gedanken an Xin.

Ohne zu überlegen bestieg sie das Schiff richtung Fuachtero, immer den Gedanken im Kopf behaltend, Xin da rauszuholen. Sie musste es.

Und wenn sie tatsächlich in den Tod rannte? Sie durfte nicht sterben, sie würde aufpassen müssen, dass ihr nichts geschieht.

Das Schlimmste war der Schmerz an sich, Xin in Stich gelassen zu haben. Aber das würde nicht nochmal passieren. Und sie ging stark davon aus dass sie wusste, dass Tajara in diesem Moment unterwegs war. Sie würde doch dasselbe tun.

Verfasst: Donnerstag 2. August 2007, 11:19
von Xinthra
Links und rechts von ihr der Wald, sie lief auf dem Trampelpfad der sie an Eisenwart vorbei brachte in Richtung des Hafens. Das Bild welches sie linker Hand erblickte, war sogar recht malerisch. Die Burg Eisenwart mit ihren hohen Zinnen ragte über die Baumwipfel heraus und darüber befand sich nichts als Himmel. Blauer Himmel, dunkler werdend aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Tages. Einfach nur spazieren gehen, das war es was sie wollte.

Nah am Waldrand dann bemerkte sie drei Gestalten, die auf sie zukamen. Es dauerte nicht lang, da teilten sich die großen Gestalten auf Geheiß des größten der drei. Ihre Augen brauchten ein wenig, aber dann erkannte sie: Es waren die Mac Agronas. Mit verfinstertem Blick blieb sie stehen und sah, wie sie langsam umzingelt wurde. Das Schwert wurde gezogen und die Speerträgerin anvisiert. Verzweifelt flog der Blick umher, um das Tun aller drei zu beobachten.

Dann ging alles sehr schnell. Die Speerträgerin verwendete ihre Waffe wie eine Keule und hieb nach Xinthras Hüfte, jenen Schlag suchte Xinthra abzuwehren mit ihrem gezogenen Zweihänder, doch eine unerwartete Kraft hielt ihren linken Arm fest, das schwere Schwert, nun zu schwer für die rechte Hand, bohrte sich in den Boden des Weges, verwehrte dem Speer somit nicht mehr seinen Weg. Beinahe zeitgleich spürte sie einen gepanzerten Ellbogen an ihrem Kopf und den Speer an ihrer Hüfte, benommen stand sie da und konnte sich nicht wehren, als der zweite und dritte Speerschlag auf sie niederging, verbunden mit einem Faustschlag in ihr Gesicht, bevor sie zu Boden sank. Geschwächt versuchte sie zwar noch, sich zu erheben, man half ihr unerwartet dabei, indem eine der Angurinnen sie am Kragen packte und auf Augenhöhe anhob. Xinthra ahnte, was nun passiert, doch war sie nicht imstande etwas dagegen zu unternehmen. Der Kopf der Angurin schnellte vor und deren Stirn machte unangenehmen Kontakt mit Xinthras Nase. Jene knirschte bedenklich, das Blut daraus vermischte sich mit dem aus der Platzwunde an der Stirn und die Wucht des Schlages versetzte sie in Schwärze. Dass man ihre Hände und Füße fesselte, sie in ein Fell einwickelte und nach Fuachtero schleppte, bemerkte sie erst als sie sich dort auf dem Waldboden wiederfand.

Der Schamane Jall hatte ein Ritual angefangen um sie herum wurden kleine Haufen Reisig und Zweige zusammen getragen und entzündet. Der Schamane hielt irgend etwas kleines, blutiges in den Händen, sie vermochte es nicht zu erkennen. Während des seltsamen Rituals warf er etwas Erde in die erste Flamme, pustete in die Zweite, das letzte wurde ausgetreten. Die ganze Zeit über murmelte er seltsame unverständliche Worte. Kaum war er fertig mit dem letzten Feuer, beugte er sich über sie.

Er setzte ein Bein über sie und kniete sich hin, setzte sich auf ihren Brustkorb und raubte ihr damit den Atem. Er hielt ihr das Blutige hin, vor den Mund und deutete ihr, jenen zu öffnen. Xinthra wehrte sich, warf den Kopf hin und her, protestierte lautstark bis seine beiden riesen Pranken ihren Kopf fixierten. Ein Raunen von ihm gen der Angurin die dabei stand, veranlasste diese, ihren Kopf ebenso zu fixieren. Xinthra atmete panisch durch die Nase. Sie wusste, nun etwas falsches und ihr Genick wäre durchgerissen. Und dennoch wehrte sie sich dagegen, dieses blutige Etwas herunter zu schlucken. So drückte ihr die Angurin die gebrochene Nase zu. Schmerz schoß durch ihren Kopf, Tränen bildeten sich in den zusammen gepressten Augen. Als sie immer noch nicht den Mund geöffnet hatte, verstärkte sich der Druck auf die Nase. Allmählich wurde ihr schwummrig, sicher würde sie bald ersticken. Kaum dass sie ihre Lippen einen Spalt öffnete, presste der Schamane das blutige Etwas in ihren Mund und drückte selbigen zu, die Nase wurde wieder losgelassen. Sie konnte wieder atmen und durch den natürlichen Schluckreflex fand dieses Ding seinen Weg in ihren Magen.

Der Schamane ließ ab und stellte sich einen Schritt weit weg von ihr. War das nun alles? Den Sinn des Rituals sollte sie erst herausfinden, als die beiden zu sprechen begannen. Sie verstand die Worte.. und Grinste. Irgendwie wusste sie schon immer, dass die Anguren nur so taten als würden sie keine Handelssprache sprechen. Als sie dann selbst begann zu sprechen und bemerkte, dass die beiden sie verstanden, war ihre momentane Illusion perfekt. Mit triumphierendem Grinsen in Xinthras Gesicht wurde diese in ein Haus geführt, das lediglich am Türschild erahnen ließ, eine Taverne gewesen zu sein. Der Holzboden war teilweise heraus gerissen, Bänke und Tische lagen entweder zertrümmert oder zerlegt auf dem Boden in Ecken gestapelt herum. Der Kamin wurde entzündet, man stellte ihr etwas zu Essen und Wasser hin und ließ sie dann zurück.

Da bemerkte sie ein Zischeln an einem der Fenster und wie jemand ihren Namen rief. Sie kannte die Stimme und kam zu dem Fenster hin, so nah sie durch das Geröll konnte. Da stand sie.. wie sie es immer versprochen hatte: Tajara. Wie auch immer sie davon erfahren hatte, sie war es, sie war hier. Endlich jemand den sie Hilfe holen lassen könnte... und plapperte gleich drauflos. Doch das Gesicht Tajas war verwundert und verängstigt. Tajara erwiderte etwas auf Handelssprache.. Xinthra hörte die Worte, doch sie verstand sie nicht mehr. Erst jetzt wurde ihr Gewahr, was man ihr angetan hatte. Selbst wenn sie wieder frei kommen sollte, niemand würde sie verstehen, so wie sie niemanden verstand. Und die ganze Tragweite des Fluches sollte ihr erst am folgenden Tag klar werden.

Verfasst: Donnerstag 2. August 2007, 14:32
von Tajara Nair
Mein Schicksal soll das Deine sein. Wo du hingehst werde ich dir folgen, und sei es der Tod.

Dieses Versprechen gab sie Xinthra einst. Tajara verfluchte sich dafür. Es war zum Verzweifeln.

Die Schiffsfahrt nach Fuachtero dauerte Ewigkeiten. Ewigkeiten die sie nutze um sich umzukleiden. Über die Knochenrüstung wurde eine einfache Robe gelegt. Sie wirkte etwas breiter, Stämmiger, doch die Rüstung selbst schien nicht hindurch und so reichte es.

Die kalte Luft Fuachteros! Erst einmal hatte Tajara diese am leib gefühlt, im Winter war sie noch bitterer. Sie erinnerte sich an den hafen noch zu gut. Sie fühlte beinahe den packenden Griff Bereks an sich. Doch die Stadt war nicht mehr dieselbe.

So fragte sie einen der Hafenwächter wo sie denn die MacAgronas finden konnte. "Ich bin eine fahrende Botin. Ich habe eine Nachricht."

Er war nicht gerade freundlich, doch nun hieß es, sich zusammenzureißen. Die Letharin musste hierbleiben. Sie war maskiert und wurde wohl nicht erkannt. Was soll's. Sie musste alleine versuchen, da durchzukommen. Und schließlich wurde es ihr gewährt. So konnte sie sich nach Osten durchschlagen.

Das Gebiet war wild und kalt. Unglaublich, dass hier jemand leben wollte. Doch Tajara hatte den Gedanken rasch beiseite geschoben. Sie musste etwas tun. Und sie durfte nicht erwischt werden.

Zum glück hatte sie Unsichtbarkeitstränke eingepackt, und sie war gut genug im Verstecken um nicht auf Anhieb entdeckt zu werden. Das war ihre Spezialität, sich zu verbergen.

Machad war in Sichtweite und der Schnee lag schlammig auf den Straßen. Angesichts der Jahreszeit war es beinahe paradox, zumal die Nächte hier kürzer dauern mochten. Und so schlich sie durch die Straßen des vom zwielicht beschienenen Machad. Die wenigen Anguren die hier lebten waren in ihren erleuchteten häusern.

Und dann fand sie es! Das Anwesen der MacAgronas. Ein ziemlich klobiger Bau wie sie zugeben musste.

Dann verkroch sie sich hinter einem Baum als sie sie sah. Xinthra. Sie war gefesselt und wurde von diesem widerlichen Alten und der Angurin, die sie verletzt hatte rumgeführt.

Angesichts des klebrigen Schnees war es schwierig ihre Fußspuren auszumachen, doch hielt sie weit die Augen offen und späte weiter. Am liebsten wäre sie nach vorn geprescht, einen Dolch gezückt um sie irgendwie da raus zu holen. Aber das war eindeutig eine dumme Geste. Sie musste sich etwas anderes einfallen lassen.

Die Nacht brach herein, wenn auch spät. Sie waren außer Sichtweite, die Lichter im haus der macAgronas waren verloschen. Sie waren offensichtlich nicht da.

Tajara erinnerte sich, dass sie in einer ähnlichen Situation war, damals war es noch ein haus in einer Stadt Namens Andraste. Ihr wurde noch ein Deut schlechter. Ihre Wunde schmerzte und es ging ihr elend. Doch stärker pochte in ihr der Wunsch, Xin da rauszuholen.

Schließlich entdeckte sie die Taverne aus deren zertrümmerter Fassade, vor allem die Fenster drei angurische Stimmen zu hören waren. und eine davon gehörte Xin! Wie zum Balron...?

Die Angurin hielt sich den Arm als sie durch eines der Fenster spähte. Sie sah Xin aber nicht, also musste sie, abseits der Straße ums Haus rumschleichen um ein Fenster zu finden, welches einigermaßen die Sicht auf Xin gewährleistete.

Sie sah auch nur ihren Rücken. Aber sie war da. Sie war es! Zum Glück...

Sie konnte nun nur eins tun! Abwarten.

Irgendwann ließen die Anguren Xin einfach zurück. Sie verriegelten hörbar die Tür. und als diese endlich weg waren konnte sie an das Fenster klopfen.

Xin entdeckte sie sofort. Doch Tajara verstand allerhöchstens Namen! Nicht die Sprache. Was zum Balron hatten sie nur mit ihr gemacht. Xin schniefte, Tajara schossen die Tränen in die Augen. Das war einfach nicht fair! Sie hätte Xin nicht allein lassen dürfen.

Die liebevollen Gesten die man sich entgegenbrachten waren das einzig wirklich Verständliche. Xins Nase war gebrochen.

Schnell gab sie SXin einen Schaft den sie sich zwischen die Zähne klemmen sollte damit Tajara den Bruch richten konnte. Sie war gewiss keine Heilerin doch sie hatte sich oft genug die Nase gebrochen um sie sich selbst richten zu können. Leider hatte sie nichts Schmerzstillendes dabei, also musste es so gehen, doch Xin war mutig.

Xin reichte Tajara eine Bandage mit der sie sich endlich ihre Kopfwunde bandagieren konnte, welche ihr die Angurin beigebracht hatte. Doch sie hatte nichts größeres dabei um das Fenster aufzustämmen und Xin da rauszuholen.

Stundenlang bibberten und zitterten die Beiden, bis Tajara im Anbruch des Tages umkehrte und Xin zurücklassen musste. Sie hinterließ einen Zettel in handelssprache: "Meine Rache wird kommen." - gemeinsam mit ihrer Unterschrift und einer ihrer blauen Strähnen, die sie als Symbol zurückließ, dass die Jägerin zurückkommen wird und sich rächen und Xin da rausholen würde.

Widerwillig kehrte sie der Taverne den Rücken. Doch die Gefährtinnen mussten benachrichtigt werden.

Im Stillen dachte sie immer wieder "Meine Rache wird kommen. Das ist nicht einfach ein krieg der Gefährtinnen. Das ist auch mein Persönlicher Krieg."

Und sie schwor sich insgeheim, es diesen Angurenschweinen mit barer Münze heimzuzahlen.

Verfasst: Freitag 3. August 2007, 15:59
von Tajara Nair
Sie hinteriließ eine knappe Notiz an Ronya, nachdem Tajara zurückgekehrt war. Sie schlief die letzte Nacht nicht und die Bandage um ihrem Kopf half nicht sonderlich viel, angesichts der Tatsache, dass das Blut an ihrem blauen Haar klebte und schon längst geronnen war. Doch was spielte das auch für eine Rolle?

Sie wusste selbst, dass sie viel zu übermüdet war um einen klaren Gedanken zu fassen, doch in der Hinsicht wurde sie immer mehr zum Tier. Sie war getrieben von einem Willen der sie aufrecht erhielt. Jeder Schlaf wäre für sie pure Zeitverschwendung. Xinthra war immer noch im Norden und sie musste umkehren um einen Plan zu fassen, sie da rauszuholen. Doch was sollte eine einzelne Kriegerin... Schützin schon unternehmen? Tatsache war, dass etwas getan werden musste.

So eilte sie schnell in ihre Hütte, Bruno, ihr Pferd fütternd und eiligst Pfeile herstellen und Öl besorgen, sowie Feuersteine. Sie würde wohl versuchen den rechten Moment auszumachen, in der die Anguren wieder mit Xin in der Taverne waren und dann ihr Haus anzünden. Sie dachte nicht im Traum daran das Haus abzufackeln, doch ein brennendes Dach sollte schon reichen. Sie hoffte nur, dass das Stroh nicht zu feucht war. Doch es musste versucht werden. Sobald sie merkten dass das Dach in Flammen steht würden sie sicher hinauseilen und dann würde sie mit einem holzstab schnell das Fenster eindrücken. Das war der einzige Plan, der ihr einfiel um alleine vorgehen zu können.

Sie eilte sich vielleicht zu sehr. Tajaras Finger zitterten, die Augen kippten ihr zu. Vielleicht fände sie am Schiff schlaf. Gleichwohl. Die Zeit musste sein. Und so brach sie schnell zu Pferd auf. Diesmal würde sie nicht alles zu Fuß bewältigen können. Sie sah schon jetzt doppelt und ihr Blutverlust schien das Ganze nicht besser zu machen.

Am Hafen angekommen dachte Tajara zuerst nicht an den im Wasser treibenden Kartoffelsack. Doch als sie die Bewegungen wahrnahm blickte sie mit einigem Interesse auf jenen. Da strampelte ein Mensch darin! Ums Überleben wenns hoch her ging. Und die Stiefel trugen die Farbe der Gefährtinnen...

Xin! - Es durchfuhr sie wie ein kalter Schauder. Das musste sie einfach sein! Wenn nicht dann gaben sich die Anguren reichlich mühe, eine nach der Anderen zu töten indem sie diese einfach ersäuften.

Ohne nachzudenken warf sie ihren üppig bestückten Waffengurt ab der klimpernd am Boden landete. Zahlreiche Wurfmesser steckten in kleinen Scheiden, ein Dolch, kleine Gürteltaschen sowie Schlüssel- und Dietrichbünde. Sie war ausreichend genug bewaffnet. Obgleich sie nur einen kleinen Bogen für ihre Zwecke mitführte (der Kompositbogen war einfach zu unpraktisch für die Zwecke) würde sie sich im Notfall zur Wehr setzen können. Die Robe landete am Boden, ihr Köcher - alles, bis sie nur noch ihre Rüstung aus Dämonenknochen trug.

Mit einem Satz sprang sie ins Wasser. Tajara dachte schon lange nicht mehr ans Schwimmen, sie war vor einigen Jahren beinahe ertrunken, was sie zurückschrecken ließ und sie glauben machte, sie könne es nicht. Doch in dem Moment war ihr es egal.

Der Sack sog sich mit Wasser voll und so hatte Tajara nur die eine Möglichkeit, Xinthra da rauszuholen. Sie landete in der Nähe ihrer Füße und dann packte sie den Sack und zog ihn blubbernd zum Pier.

Erst zog sie sich hoch, dann zog sie Xin hoch. Kenshyn kam ohne ihr Wissen dazu, doch das wäre ihr ohnedies egal gewesen. Schnell befreite sie Xinthra aus dem Sack und löste die Fesseln. Sie brabbelte immer noch angurisches Kauderwelsch, doch ihren Namen hörte sie deutlich heraus.

Alle beide Klitschnass und bibbernd fielen sich in die arme. Es flossen tränen, es war für beide deutlich unverständlich, dass sie nichts verstanden hatten. Aber zumindest war Xin wieder da.

Schnell wurde die sicher erschöpfte Xinthra auf das Pferd gehievt. Tajara kleidete sich wieder an und man ritt, gemeinsam mit Kenshyn gen Lager.

Insgeheim war Tajara heilfroh, nicht nach Machad zurück zu müssen, in diesem Moment war nur eins wichtig. Xin war wieder da. Alles nötige würde man später noch klären können.

Verfasst: Samstag 4. August 2007, 21:36
von Tajara Nair
Es war für alle - besonders für die arme Xinthra wohl ein großer Schock. Es musste hart sein, nichts mehr verstehen zu können. Selbst der Versuch zu schreiben war fehlgeschlagen. Tajara blutete das Herz bei dem Gedanken. Es war fürchterlich.

Zumindest ging es ihr bald so weit wieder besser dass sie, nachdem Tajara einen Rülpser nach einem zu schnellen Bier losgelassen hatte, wieder lachen konnte. Das tat gut. Jetzt galt es noch, etwas zu unternehmen.

Xinthra nannte ständig Falks Namen - sie müsse zu ihm. Das war natürlich nicht so einfach, wenn sie Verständigungsprobleme hatten. Was sie beim Turnier vor einiger Zeit mitbekam, sprachen die Tiefländer nicht dieselbe Sprache. Also musste etwas unternommen werden. Ein Übersetzer vielleicht.

Tajara beteuerte durch Gesten zusehends, dass sie Xinthra nicht allein gehen lassen würde. entweder Ronya kam mit, oder Tajara tat es. Aber Xin würde nicht nochmal alleine gehen. Schließlich wurde Tajara am Arm gepackt und lief wie ein Kind hinter der um einen Kopf kleineren Xin her. Es war wohl am besten, wenn Tajara mitkam. Was Xin wollte war erahnbar. Vielleicht Hilfe.

Tajara erinnerte sich an den Schamanen Namens Hedwig. Der einzige Tiefländer der je nett zu ihr war. Er lud sie gar zu sich ein, was Tajara beinahe ehrte, wenn nicht gar rührte. Jedenfalls war es seltsam dass er meinte, er fühle in Tajara die Präsenz von etwas... Wie auch immer. Vielleicht konnte der Xin helfen. Es war Tajas sehnlichster Wunsch, dass Xin nicht unter den Folgen dieses grauenhaften Fluches leiden musste.

Als sie ankamen wurmte Tajara nur, dass Xin met angeboten wurde, ihr aber nicht. Sie sagte nichts dazu sondern schilderte, nachdem Falk die Situation klar wurde, was los war. Ihre offensichtliche Entführung als sie Xins Schwert am Wegrand fand, Tajas Reise nach Machad, die Begegnung mit Xin... Alles was sie wusste.

Da erfuhr Tajara auch zum ersten Mal Jalls Namen und dass die Tiefländer wohl davon schon wussten. Nachdem man endlich Klartext gesprochen hatte versicherte Falk, es sich zumindest zu überlegen. Wie es weitergehen würde hing von der Situation ab.

Schließlich kehrten sie wieder heim. Beide waren zum Umfallen müde, hatten sie seit Zwei tagen offensichtlich nicht geschlafen. So begaben sich beide zurück an ihre Schlafstätten. Das einzige, bevor Tajara einschlief, war der Gedanke an den nächsten Tag. Sie würde ihre Freunde zusammentrommeln um einen Plan gegen die Anguren zu schmieden. Dann verfiel sie in einen tiefen aber unruhigen Schlaf.

Verfasst: Sonntag 5. August 2007, 23:09
von Tajara Nair
Der nächste Tag brach an und Tajara erwachte einigermaßen erfrischt. Es war ihr erster Gedanke, was die Tage zuvor passierte und ihr magen krampfte sich auch schon zusammen.

Ihr ging es ganz und gar nicht gut und je mehr sie daran dachte, umso schlechter wurde ihr. Es tat ihr weh, Xin so zu sehen, die nahe der Verzweiflung stand und sie konnte nichts - aber auch gar nichts tun.

Wer war sie auch schon außer vielleicht jemand der sein Leben weggeworfen hatte und den Tod vielleicht sehnlicher im kampf suchte als die Erfüllung im leben. Und den suchte sie auch nur um ihrer Schwestern willen.

Jedenfalls wollte sie nicht untätig bleiben und rief die mitglieder der Eingreiftruppe zusammen. Es galt, einen Anguren zu fangen!

Die Gefährtinnen sollten damit nichts zu tun haben, so wurde der Plan einzig und allein zu viert geschmiedet. Die Taktik musste besprochen werden. Entweder man würde direkt am lamerischen hafen auflauern oder aber ein Attentat auf Machad verüben.

Es musste etwas getan werden. Die Frage war, ob es erfolgreich sein würde. Das oblag einzig und allein dem Talent der Truppe. Ginge etwas schief würde Tajara ohnehin sich nur wieder vor die anderen Stellen um sämtliche Schläge aufzufangen. Niemand sollte wegen ihr leiden müssen - niemand sollte für sie leiden müssen.

Verfasst: Montag 6. August 2007, 08:52
von Ronya Sotan
Xinthra bereitete ihr sorge.
Der Bote der gesendet wrude eine Nachricht an Serendo zu bringen, kam unverichteter Dinge zurück mit einer Nachricht eines Freundes Serendos.
Jener sei auf reisen hies es.

Nun blieben ihr kaum noch möglichkeiten.
Sollte sie tatsache in die höhle des löwen gehen ?
Sollte sie bei den Hochelfen um Rat fragen ?
Jene die sie einst vertrieben und beleidigt hatten ?
Doch hier ging es um mehr als gekränkte Eitelkeiten, hier ging es um Xinthra und das war wichtiger als persönliche abneigungen oder Hass.
Hunderte Jahre alt waren einige von denen, wenn überhaubt schon mal jemand von so einem Phänomen gehört hatte, dann doch die Spitzohren oder vielleicht die zwerge, doch letztere würden wascheinlich erst mal mehrere Wagenladungen gold fordern bevor sie überhaubt mal in betracht zogen einen ihrer heilkundigen zu senden.
Xinthra ging es nicht gut, körperlich zwar völlig in ordnung doch scheinbar dem Wahnsinn nahe.
Sie redete und niemand begriff etwas , sie hörte zu und verstand nichts.
Es war als wollte man einem Blinden der nie in seinem leben sehen konnte, erklären wie ein Sonnenaufgang aussieht.

Verfasst: Montag 6. August 2007, 13:55
von Xinthra
Namen.. das einzige, was sie verstand, was andere verstanden, waren Namen. Nichts sonst. So musste sie versuchen, mit Gesten darauf aufmerksam zu machen, was sie wollte. Das wusste sie genau. Doch es den anderen Begreiflich zu machen, war das schwere. Sie wusste, Tajara würde gegen die Anguren irgend etwas unternehmen. Tajara war immer noch eine Schwester, wenn auch nicht mehr offiziell, aber sie hatte ihre eigene Kriegserklärung an die Anguren gegeben. Schwierig, die Entscheidung zu fällen, ob man nun auf das Wohl aller Schwestern achtet oder doch nur auf die Gemeinschaft. Ihr selbst war es egal, dass sie nur angurisch sprach. In den letzten Tagen hatte sie verstanden, warum Jall genau so gehandelt hatte. Und auch wenn das Gespräch nicht viel erbracht hatte, verlief es besser als jedes andere Vorherige.

Doch es ging nicht allein um die Sprache. Die Agronas hatten ihre Werte und sahen diese verletzt, beleidigt, durch die Gefährtinnen. Vielleicht hatte er ein einsehen als sie ihm erzählte, dass die Taten der Anguren die Werte der Gefährtinnen verletzt hätten, doch am schwersten für ihn wog das Niederschlagen des alten ehrwürdigen Anguren. Er ließ keinen Zweifel daran, dass dieser Punkt es unmöglich machte, diesen Krieg bald wieder zu beenden. Xinthras Befürchtung war jedoch dass, sollte es zu Kampfhandlungen kommen, Verhandlungen erst einmal nicht stattfinden würden. Immerhin wollte er darüber nachdenken.

Xinthra nannte diesen Krieg sinnlos, da er lediglich auf Mißverständnissen aufbaute. Sie würde nötigenfalls mit ihrem Leben bürgen. Was bedeutete schon ihr Leben gegenüber den vielen Leben, die der Krieg auf beiden Seiten kosten würde, geschweige denn von dem vielen Leid das alle Beteiligten würden erfahren müssen. Ihr eigenes Schicksal war ihr dabei egal. Nötigenfalls würde sie die Sprache behalten, bis irgendwann Frieden herrschte und dann eine Möglichkeit suchen, ihre alte Sprache wieder zu bekommen.

Dieser Krieg musste aufhören, bevor er beginnen konnte. Jall wusste nun von ihren Gedanken, doch wie sollte sie das den anderen begreiflich machen? Das galt es nun, zu überlegen. Und sollten alle Stricke reißen, könnte sie immer noch anders versuchen, diese Sprache loszuwerden.

Verfasst: Donnerstag 16. August 2007, 16:49
von Tajara Nair
Für Tajara war es eine ungeheure Erleichterung, einen Weg zu finden, mit Xinthra zu reden. Ihr fiel ein, dass sie noch die Zeichensprache von Erinna erlernt haben musste. Das wäre ein immenser Vorteil.

Obwohl sie damals nicht Lesen und schreiben konnte erlernte Tajara von einer stummen Freundin die Zeichensprache und konnte so versuchen, herauszufinden, ob sie vielleicht das verstehen würde - und sie tat es! Ungeheure Erleichterung. es gab tatsächlich einen Weg.

So konnte Xinthra ihr mitteilen, sie solle es lassen, die MacAgronas direkt anzugreifen. Leid wäre die Folge für ihre Schwestern. Obgleich Krieg war dachte Xinthra an die damaligen ereignisse und an Xins Fähigkeiten zu Verhandeln. Vielleicht war es ein Weg. Doch stimmte Tajara nur unter der Bedingung zu wenn sie selbst das Gespräch finden könnte. Denn wenn das nicht Früchte trug, und Tajara würde ihre Genugtuung fordern, würde sie den krieg umso unerbittlicher führen.

In Gedanken malte sie sich schon Pläne aus. Die Anguren sollten sich ihr Gesicht gut einprägen. Denn sie würde dafür sorgen, dass sich die MacAgronas auf dem Festland keinesfalls mehr sicher fühlen würden. Doch zunächst galt es abzuwarten.

Und gerade das Warten zehrte stark an ihr.

Verfasst: Dienstag 21. August 2007, 00:46
von Tajara Nair
Tajaras Wut stieg ins Unermessliche.

Die Bedingungen für den Frieden waren schlicht untragbar. Würde Xinthra doch gegen eine Tiefländerin kämpfen müssen, die einen der MacAgronas zum mann haben wolle. Würde sie gewinnen müsse sie ihn heiraten!

Nein! So einfach würde sie Xin nicht los lassen! Das war zuviel! Nun war es genug, und so würde Tajara endgültig nicht mehr zögern wenn sie einen Anguren sichten würde. Die Waffe würde gezogen werden und ein salziger Bolzen würde sich in die Beine oder die Schultern eines dieser Clansleute bohren. Ohne vorwarnung! Das war ihre Art Krieg zu führen, und sie würde es ankündigen, auf ihre Art und weise. Und sie würden wissen wer ihnen diese Erklärung schickte.

Tajara entsann sich, Geschichten von Wüstenskorpionen gehört zu haben, agressiv, giftig. Sie gab einem ihrer Informanten auf Gerimor den Auftrag, bei den Menekanern nachzufragen. Es sollte kein tödliches Gift sein. Im Idealfall führe es zur Erblindung. Sie wollte ein solches Tier, lebendig - sie hatte Pläne.

Und während die Häfen unentwegt bewacht wurden, sie mit eigenen Dingen zu kämpfen hatte, reifte ihr Plan. Es würde ein besonderes Geschenk nach Fuachtero gesandt werden. Nun war es an der Zeit, das zu bekommen was sie wollte. Rache und Vergeltung!

Verfasst: Dienstag 21. August 2007, 02:28
von Xinthra
Vertrauen, das war's. Vertrauen in ihre Fähigkeiten müsste sie haben. Sie kam und besuchte die, mit denen sie Krieg hatten. Im Laufe der Zeit unterhielt sie sich mit Jall, ja sie hielten sogar den ein oder anderen Plausch. Mit dem, der ihr seine Sprache auferlegt hatte und ihr damit die Möglichkeit nahm, sich mit ihren Schwestern zu unterhalten. Zumindest so lange, bis Taja sich an die Zeichensprache Erinnas entsann. Wenn auch nur rudimentär, so konnte Xinthra zumindest ihr Vorhaben schildern. Und so konnte sie auch von den Forderungen des Clans berichten.

Dass Ronya und Taja so reagierten, wie sie es eben taten, war nur abzusehen. Wie sollten sie auch sonst. Wie sollte man die Forderung, um den großartigen Oengus der Mac Agronas kämpfen zu müssen, werten? Wie sollte man werten, dass die Gegner Tiefländerinnen sein würden? Sicherlich sah Berek das als eine große Ehre für Xinthra an, denn sonst hätte er kaum einem Ende des Krieges, der bislang lediglich nervliche Opfer gefordert hatte, zugestimmt.

Natürlich reagierten die beiden so. Sie mussten. Schließlich waren sie Schwestern! Bei all der Aufregung hitzten sich die beiden gegenseitig auf, wurden lauter und sprachen weiter, Xinthra verstand kein einziges Wort. Allein, dass die beiden absolut gegen diese Forderung waren, konnte sie daran erkennen. Doch sahen sie auch das Opfer, das Xinthra bereit war, zu geben, für das Wohl ihrer Schwestern, für das Leben ihrer Schwestern? Denn eins war klar. Hilfe könnten sie von niemandem erwarten, im Kampf gegen die Agronas. Und dass die Schwestern der kleinsten Agrona im Stand immer noch fast nur auf den Bauchnabel schauen konnten, war keine Neuigkeit. Xinthra fürchtete um die Verluste, die vermehrt auf Seiten der Gefährtinnen zu suchen gewesen seien, in einem Krieg den sie angezettelt hatte.

Ein Krieg, den anzuzetteln nicht notwendig gewesen wäre, hätte man nur ein Wort von dem Verstanden, weshalb die Agronas seinerzeit zwei Schwestern entführten. Die Handelssprache wollten sie lernen. Mehr nicht.

Ein Krieg, der darauf basierte, der Leid brachte, Leid und Schmerz. Unfug, Unsinn, schimpfte Xinthra ihre Worte damals in Bajard. Sie hatte den Krieg angefangen, nun musste... konnte nur sie ihn auch beenden. Sie stand für sich, und doch irgendwie für alle Schwestern. Sie bemerkte das Leid Tajaras, als diese hörte, dass Xinthra in diesen Kampf ziehen werde. Sie bemerkte die Abscheu Ronyas dagegen. Sie wusste, beide würden an ihrer Stelle kämpfen wollen. So, wie sie es sich einst geschworen hatten. Dieser Schwur, er wurde zu einer Fessel. Xinthra wollte diese Angelegenheit von den Schwestern fernhalten, aber diese wollten sie ihr sogar abnehmen. Tajara und Ronya stritten sich förmlich darum.

Ihre Faust polterte auf den Tisch, ehe sie hastig gestikulierte, dass man ihr nicht zuhöre, dass das ihre Angelegenheit sei und sie ihr Vertrauen sollten. Natürlich genoß sie das Vertrauen der beiden, aber diese Sache in Verbindung mit dem Schwur machte es sehr schwer. Natürlich wusste sie über den Hergang des Kampfes nichts, weder wie er ablaufen sollte und wie sich der Sieger kennzeichnet. Sie wollte keinen Anguren heiraten, schon gar nicht diesen, der Ziegenhirn zusammen mit Fleisch und ungeschälten Eiern kochte. Eine Speise, die Xinthras Magen zum revoltieren gebracht hatte.

Nein, heiraten würde sie diesen ganz sicher nicht. Eher würde sie sich ein Schwert in die Brust rammen. Und wenn sie Tajara dadurch bloß das Gefühl vermittelte, dass jenes welches sie durchstieße, niemals für ein anderes Wesen schlöge wie es das für Taja täte, war es das wert.