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Der Tod ist nicht immer das Ende
Verfasst: Sonntag 22. Juli 2007, 06:24
von Lanaya Shevanor
Recht zügig Schritt sie die Gassen Rahals entlang. Jeder Schatten wurde gemustert, jeder Baum erntete Heute einen zweiten Blick und es war überaus offensichtlich das sie etwas suchte. Wo war sie? Noch vor den Toren der Stadt hatte sie die Schwester gesehen und war ihr gefolgt. Hier jedoch schien sie wie vom Erdboden verschluckt. Die Maga zweifelte. Hatte sie sich getäuscht, war ihr Verstand die Tage soweit verwirrt das... Nein, entschieden sah sie auf und der Eingriff in die Klänge blieb keineswegs verborgen. Sollte die Schwester bemerken das man auf sich achtete. Wie sickernder Nebel lockte ihr Eingreifen die Schatten zwischen den Häusern hervor. Es konnte durchaus den Anschein haben als würden jene die nachtschwarze Ordensgewandung nähren. Kein Licht konnte das Dunkel durchdringen das sie Umgab und nichts würde ihr verborgen bleiben.
.... und ihr seid der Schatten selbst, Dunkelheit und Furcht euer ständiger Begleiter, niemals werdet ihr jenen Pfad verlassen...
Prägende Worte – noch immer konnte sie sich an jedes Wort erinnern. So oft schon hatte sie die Aufnahmerituale gesehen, erlebt und verinnerlicht. Mit jedem Wort festigte sich der Pakt, wurde man gelockt und ins Verderben gerissen. Einmal besiegelt gab es kein Entkommen mehr. 10 Jahre war es her seit sie sich dem Orden verschrieben hatte. Sie war die Erste gewesen jene nicht durch die alten Tirelllehren verdorben war. Die Erste Arkoritherin der neuen Generation. Immer wieder einmal hatte man diesen Vorteil erwähnt. War es nicht eher ein Nachteil? War nicht das Wissen wichtig und der Unterschied einzig die Anwendung? Jene Fragen klangen auf als sie die junge Arkoritherin beobachtete. Sie hatte also gefunden wonach sie gesucht hatte. Seit Wochen hatte sie das junge Ding nicht gesehen und im ersten Moment sogar angenommen es sei Aello. Bewegungen, Stimme und Statur hoben sich nach längerer Beobachtung sichtlich ab. Was hatte sie vor? Abermals zog Lanaya die Schatten enger um sich, verschmolz mit ihnen und wurde zu einem stummen Beobachter.
Carina bemerkte es nicht und einen Moment ließ sie der Umstand inne halten. Irgendetwas stimmte nicht – etwas hatte sich verändert. Noch konnte sie nicht erkennen was doch folgte sie der jungen Frau nun aus der Stadt hinaus. Immer einen gewissen Abstand wahrend ging es den Pfad hinab. Auf Höhe der Arkoritherburg schlug die Schwester den Weg in den Wald ein. Fahles Mondlicht brach durch die Äste und zauberte reizvolle Schatten auf den bewachsenen Boden. Schon war sie versucht die 'unsinnige' Tarnung aufzugeben doch noch hielt sie etwas ab. Ein Gefühl, mehr eine Ahnung doch überaus instinktiv folgte sie jener. Carina ging nun schneller, sicherer als wäre ihr dieser Pfad überaus geläufig. Allerdings wechselte sie den Weg an der falschen Stelle. Dies war nicht länger die Richtung zur Burg. Sie selbst kniff überlegend die Augen zusammen und folgte ihr weiterhin.
Die Schwester schlug eine Richtung ein die ihr das Herz schwer werden ließ. Ahnte sie es nicht schon geraume Zeit? Wo war die Schwester gewesen als die jungen Talente gefordert wurden? Bereute sie bereits was sie getan hatte? Nicht jeder hatte die Kraft mit dem bekannten Los umzugehen – es zu leben. Wahrhaftig, sie besuchte den Schrein der Lichtbringerin. Noch immer wog sie die Möglichkeiten ab, trat näher um Gewissheit zu haben und spähte durch eines der Fenster in das Innere des Schreines. Achtlos war die nachtschwarze Ordensrobe in eine Ecke gepfeffert werden und trotzte der Umgebung indem sie jegliches Licht aufzusaugen schien. Die Schwester jedoch war in ihrer Andacht versunken. Die Worte jene Aufklangen schienen nicht das erste Mal zu erklingen denn Sicherheit schwang in ihnen mit. Lanaya's Lippen formten sich zu einem schmalen Strich und sie beschloss zu warten. Sollte die Frau ihr Gebet sprechen, es würde das Letzte sein.
Erst nach geraumer Zeit kam die junge Dame wieder hervor und erschrak sichtlich als sie ihr in den Weg trat. Ein fester Blick und sie schlug die Augen nieder im Wissen das man sie ertappt hatte.
Folge mir...
Verfasst: Sonntag 22. Juli 2007, 07:33
von Lanaya Shevanor
... und wenn ich mich weigere?
Werde ich dich dazu zwingen.
Ruhig doch mit einem Nachdruck der keinerlei Zweifel offen ließ klang die Stimme auf. Viel zu freundlich, seifig und schmeichelnd wie immer wenn gewisse Umstände sie reizten. Hoffnung jene einen Augenblick die Augen der Schwester durchzogen erstarb. Wortlos folgte sie ihr auf den Fuß und machte nicht einmal den Versuch das Unabänderliche abzuändern. Lanaya jedoch war auf der Hut. Die Sinne angespannt lauschte sie auf jeden Schritt, jede Veränderung bereit ständig einzugreifen. Schattenhaft erhob sich die mächtige Burg und hüllte die Beiden in Dunkelheit. Innerhalb des Burgschattens wandte man sich den Toren zu und diesmal ließ sie die Schwester vorgehen. Mit gesenktem Kopf noch immer überaus scheigsam wollte sie bereits den gewohnten Pfad einschlagen. Diesmal jedoch hielt sie das junge Ding zurück. Es würde nicht nötig sein die Gemäuer auf diesem Wege je wieder zu betreten. Sie betraten den linken Turm jener den in der Hierarchie unter ihr stehenden nicht zugänglich war. Von dort ging es in einen Teil des Katakombengewölbes jenen man nur selten betrat.
Stickige, verbrauchte Luft und ein nahezu undefinierbarer Geruch quälten ihre Nasen. Übernatürlich laut wurde jeder Schritt von den Wänden zurückgeworfen. Welche Geheimnisse sich hier verbargen waren nicht gänzlich erfasst. Gerüchte über die private Drachenzucht Arghams waren ihr zu Ohren gekommen. Schriften über Korow's ureigene Artefakte die angeblich dorthin geschafft worden waren und vieles mehr... einiges jedoch mochte wahr sein, anderes nicht. Im Grunde wollte sie manche Dinge gar nicht so genau wissen. War froh das in der Dunkelheit verborgen lag was Zweifel und verderben in sich barg. Tastend strichen ihre Finger über die kühlen Wände und Schritt für Schritt ging es weiter. Endlich hatten sie den Raum erreicht jenen sie erreichen wollte. Hier gab es nicht vieles was auf den ersten Blick interessant gewesen wäre. Als sie jedoch die Arme hob flammten alle Kerzen im Raum auf. Nährten sich von den letzten Resten des Sauerstoffes in der Luft und sorgten für ein diffuses Licht. Ein warnender Blick sorgte dafür das die junge Schwester in die Mitte des Raumes trat und ihren Worte nach kam. Hier befand sich nichts. Weder zierten Ornamente den Boden und die Umgebung noch waren diverse Runen vorhanden oder gar ein magisches Symbol zu erkennen. Einzig Licht und Schatten lieferten sich ein Schauspiel.
Das 'Verhör' begann.
Stunde um Stunde stelle sie Fragen, verlangte Antworten und setzte ihr auf mentaler Ebene zu. Nein, wahrlich sie konnte ihr nicht helfen. Sie gab zu was ohnehin mit aller Offensichtlichkeit bestätigt worden war und wand sich unter den stetigen Schmerzen. Einst hatte sie schneller getötet und es nicht so hinausgezögert. Die Tage jedoch weidete sie sich an jedem Quäntchen Schmerz das nicht ihr selbst zugefügt wurde. Fast war es als könne dies gewisse Umstände mindern und sie genoss durchaus das Gefühl der Macht dahinter. Fassade? Wahnsinn? ... schlichtweg der Schrei nach einem Ausweg wo es keinen gab? Die Schwester litt, ihre zunächst noch unterdrückten Schreie schwollen zu einem schrillen, panischen Orkan an und endlich bereitete sie dem ein Ende. Sauber, schnell und ohne jegliche Warnung. Eine Weile betrachtete sie den jungen Körper dann rief sie 2 der keckernden Flügelaffen an ihre Seite. Noch immer konnte sie die Biester und den Lärmpegel jenen sie mit sich brachten nicht leiden. Doch ihre Aufgabe erfüllten die Beiden gewissenhaft. Wild mit den Flügeln schlagend trugen sie die Leichte in den Altar des 'bekannten' Kellerraumes zurück. Hier erst wurden sie aus ihrem Dienst entlassen und die Maga nahm sich selbst der Aufgabe an.
Überaus sorgsam schälte sie die Schwester aus ihren Ordenssachen und verbrannte diese. Nackt, verletzlich und durch die Art und Weise des Todes keinesfalls unansehnlich lag sie vor ihr. Lanaya erhob sich um in das Labor der Festung zu eilen. Schnell war gefunden was sie suchte und sie nahm die Tinktur mit in den Keller. Stück für Stück wurde der Körper der Frau eingerieben. Über einige Tage hinweg sollte er sich halten. Als sie beendet hatte was sie begonnen hatte räumte sie den steinernen Altar frei. Sobald die Leiche darauf aufgebahrt lag kehrte sie dem Keller den Rücken. Sich die Hände waschend gab sie einem der jüngeren Ordensmitglieder den dezenten Hinweis hinter ihr aufzuräumen und verfasste einen Schrieb an die zu fordernden Talente.
Seinen Segen mit dir Bruder/Schwester,
im Zuge eurer Ausbildung wurde ein Schauobjekt für anatomische Studien vorbereitet. Jenes 'Objekt' wird sich noch einige Tage halten ehe der Verwesungsprozess einsetzt. Einen sachlichen Bericht als auch das Präparieren des Kopfes sei daher eure Aufgabe. Was mit dem Körper passiert und welche Studien daran vollzogen werden ist euch überlassen. Den Kopf jedoch erwarte ich entsprechend eingelegt in tadellosem Zustand auf das er ein Schaustück für die Ewigkeit bilde.
Lanaya von Shevanor
Ein jedes der jungen Talente würde eine Abschrift des Briefes erhalten. Ein bitteres Lächeln zierte die Lippen als sie sich die Gesichter vorstellte jene das Tuch zurückzogen. Wie würden sie regieren, eine der Ihren die jedoch versagt hatte so präsentiert zu bekommen? War sie vielleicht eine Spur zu grausam? Kurz hegte sie Zweifel denn manchmal musste man mit Samthandschuhen lenken um schneller Erfolg zu haben. Auf der anderen Seite der Münze war der Orden kein Ponyhof. Sie würden die Mahnung dahinter erkennen und so sie klug entschieden die Aufgabe erfüllen. Nicht immer war der Tod das Ende und sie würde noch als Mahnmal dienen. Langsam sah man die Maga wieder die Treppen hinuntersteigen. Andächtig bezog sie Position vor der Toten und fast schon konnte man annehmen das sie wachte. Vielleicht – ging sie auch nur ihren Gedanken nach, wer konnte sie schon einschätzen.
[img]http://nachbarslumpi.na.funpic.de/Katja/K%e4sebr%f6tchen/Ritual02.jpg[/img]
Verfasst: Sonntag 22. Juli 2007, 16:38
von Lythiana Cronor
Mit langsamen, vollkommen lautlosen Schritten ging Lythiana über den Flur. Keines der Bodenbretter knarrte, der Saum des Umhangs streifte geräuschlos über den Boden. Ein leises „Klick“ als das Türschloss sich bereitwillig für sie öffnete. Die Tür schwang auf, der Blick in eine kleine Kammer wurde frei. Mondlicht schien durch zwei Fenster und sorgte dafür, dass sich die Möbelstücke schemenhaft hervorhoben. Ein Bett, eine Truhe, ein kleiner Tisch und zwei Stühle, nicht mehr. Die Umrisse eines Körpers waren auf dem Bett zu erkennen, leise Atemzüge erklangen. Die Maestra trat über die Schwelle, ließ die Tür hinter sich zufallen – wieder ohne jeden Laut. Neben dem Bett blieb sie stehen, betrachtete den Schläfer einige Minuten lang. Letztlich hob sie die rechte, in einem schwarzen Knochenhandschuh steckende Hand, und legte sie ihm auf die rechte Schulter... sanft, fast liebevoll.“Wach auf, Valen.... Die Zeit ist gekommen. Steh auf und folge deiner Maestra“ raunte sie ihm ins Ohr, die Stimme so weich wie in der Sonne gelegene Butter. Prompt öffnete er die Augen, der Blick war von einem auf den anderen Blick überaus klar. Er nickte, schwang die Beine über die Bettkante und erhob sich. Wenig später befanden sich beide auf dem Weg zur Festung, einträchtig nebeneinander her gehend und augenscheinlich angeregt plaudernd. Im Schatten der Kapuze jedoch wurde Valens Gesichtsfarbe immer blasser und blasser, bis selbst Lythiana gegen ihn wie das blühende Leben wirkte.
Letztlich war die Burg erreicht. Zum letzten Mal schwangen die Tore vor Valen auf, zum letzten Mal gestattete das Gebäude ihm Einlass. Die Maestra führte ihn in den Keller der Burg, jeder Schritt auf der Treppe hallte mehrfach wieder und dröhnte ob der herrschenden Stille in den Ohren. Unten angelangt nahm sie in aller Seelenruhe Platz, schlug ein Buch auf und begann darin zu blättern. Zum ersten Mal löste sich der Blick des Suchenden von ihr, wanderte zum Buch und verharrte darauf... gleichzeitig gebannt und erschrocken, fasziniert und panisch. Auf den ersten Blick schien es sich um gar nichts besonderes zu handeln – ein mittelgroßes Buch, in schwarzes Leder eingebunden, bar jeder Verzierung und jeder Aufschrift. Valen jedoch kannte seine Bedeutung, kannte die Macht jenes schlichten Buches, das sich jedem Lichtstrahl zu widersetzen schien und dessen Seiten mit nichts weiter beschrieben waren als mit – Namen. Nach einer halben Ewigkeit, so schien es, lenkte Lythiana den Blick zurück auf Valen, den rechten Zeigefinger auf eine bestimmte Stelle im Buch gelegt. Mit der linken Hand winkte sie ihn zu sich heran und umfasste, sobald er nahe genug war, sein rechtes Handgelenk mit eisenhartem Griff. Die rechte Hand wurde vom Buch genommen, ein Dolch funkelte im Kerzenschein auf. „Du wusstest, was passieren würde.“ raunte sie leise, während sie die Spitze des Dolches quälend langsam über seinen Unterarm zog. Gerade tief genug, um die Haut zu ritzen, jedoch nicht tief genug für eine tödliche Wunde. Blut tropfte seinen Arm herab... und berührte die aufgeschlagene Seite des Buches.
Die Schreie des ehemaligen Suchenden im Orden der Arkorither hallten noch viele, viele Stunden in den Kellergewölben der Festung wieder. Als es vollendet war, stieg die Maestra mit beschwingten Schritten die Treppe zum Erdgeschoss hinauf. Ein leises Summen war zu vernehmen, die Mundwinkel hatten sich leicht gehoben.
Ein weiteres Forschungsobjekt für den Orden... sein Kopf würde, neben dem Carinas, auf ewig die Schüler an ihre Pflichten erinnern.
[img]http://fc03.deviantart.com/fs11/p/2006/243/c/c79cdb5a5ee3706e.jpg[/img]
Verfasst: Sonntag 29. Juli 2007, 21:42
von Lythiana Cronor
Die Maestra warf einen kritischen Blick an sich herab. Ein Zupfen hier, ein Glattstreichen des Stoffes dort... ja, so konnte sie sich sehen lassen. Der Ausdruck in den Augen ihres Begleiters war ein mehr als ausreichendes Zeichen dafür. Stumm nickte sie ihm zu, löste sich anschließend von seinem Arm und betrat die Taverne, während er mit den Schatten einer Seitengasse zu verschmelzen schien.
Innen schlug ihr eine Wolke aus Pfeifenrauch, Bierdunst und altem Männerschweiß entgegen. Ihr Magen, durch wahrlich unzureichende Nahrungszufuhr und verschiedene Substanzen hoffnungslos gereizt, hob sich. Energisch kämpfte sie die Übelkeit nieder, bahnte sich, das Lächeln keine Sekunde lang schmälernd, einen Weg durch den überfüllten Raum – und stand letztlich vor ihm. Kayle hatte sich, zusammen mit einigen ihr völlig unbekannten Männern sowie einer hübschen jungen Frau, an einen der hinteren Tische gesetzt, füllte gerade sein Glas erneut mit Wein und warf dabei dem Mädchen einen eindeutigen Blick zu. Sein Lächeln gefror jedoch, als er Lythiana erblickte. Jene beugte sich zu ihm herunter, ihm dabei einen großzügigen Einblick in den Ausschnitt ihres blütenweißen Kleides gewährend, und gab ihm einen Kuss auf die linke Wange. Ehe sie sich aufrichtete flüsterte sie ihm etwas ins Ohr, ergriff anschließend seine rechte Hand und führte ihn mit sich aus der Taverne.
Verfasst: Sonntag 29. Juli 2007, 21:44
von Lucan Linari
Als Lythiana mit Kayle die Taverne verließ, löste sich die dunkle Gestalt aus dem Schatten wieder heraus. Das Funkeln in seinen Augen war eindeutig und von Hass erfüllt. Hass auf den Verräter, der nun seiner Strafe entgegensehen sollte. Anstatt die gewohnten Wege des Ortes zu nutzen, schlich er sich durch die engen Gassen zwischen den Häusern.
Den ganzen Weg über verbarg er sich im Schatten der Bäume, die nahe der Wege standen. Jeder Schritt war bedachte gewählt, um keine unnötigen Geräusche laut werden zu lassen, doch verlor er sie nicht aus den Augen. Wie sie ihn an der Hand hinter sich herzog.
Es wunderte ihn, dass er so wenig bis gar keinen Widerstand leistete, obwohl er sehr wohl wusste, was für eine Kraft sich in ihr verbarg und vor allem, was für eine Wirkung sie auf das andere Geschlecht hatte. Sie wusste, was sie tat und nun lag es an ihm seinen Teil zu erfüllen.
In dem kleinen Waldstück vor der Arkoritherburg trat er nun endgültig aus dem Schatten hervor, in seiner rechten Hand bildete sich ein schwarzer langer Stab, als manifestierte er sich aus dem Rauch, welcher aus seiner Hand zu kommen schien. Auf einmal wurde Kayle unruhig und merkte, was passieren sollte und versuchte sich von Lythiana loszureissen. Doch Lucan holte weit aus und traf Kayle mit ganzer Wucht in den Kniekehlen, woraufhin er unter schmerzverzerrtem Schrei zu Boden sank. Mehrere Male traf ihn der Stab am Brustkorb und am Gesicht, bis ihn seine Kräfte soweit verlassen hatten, dass es ein leichtes war ihn in die Burg zu ziehen. Weder Gnade noch Erbarmen hielten seine Hand zurück, als er seinen einstigen Ordensbruder zu Boden warf und in seinem Augen war nicht die kleinste Regung zu erkennen.
Als die schweren Eisentüren der Burg, unter einem lauten Quietschen, zufielen, zog Lucan einen roten mit Runen verzierten Dolch hervor und begann ihm damit die Kleider vom Körper zu schneiden, welcher inzwischen von blauen Flecken und Platzwunden übersäht war. Ein Nicken ging an Lythiana, als Zeichen dafür, dass er bereit war…
Verfasst: Sonntag 29. Juli 2007, 21:45
von Lythiana Cronor
Jene stieß sich daraufhin von der Wand ab, an welche gelehnt sie das Schauspiel bis dahin verfolgt hatte, und trat auf den am Boden liegenden Suchenden zu. Einige Zeit lang betrachtete sie den geschundenen, nackten Körper - stumm und ohne jegliche Regung. Letztlich erhob sie die Stimme und sprach: „Möchtest du leben, Kayle? Ein Nicken genügt mir....“ Kayle nickte. „Du hast mich enttäuscht... bitter enttäuscht. Dennoch gewähre ich dir eine zweite Chance... schließlich wäre es eine Schande, ein solch vielversprechendes Talent einfach so aufzugeben. Doch du wirst verstehen, dass ich einen Beweis benötige... einen Beweis deiner Loyalität und deines Willens, dich zu bessern.“ Sanft und leise erklangen die Worte, bewirkten nahezu die Illusion mütterlicher Wärme. Wieder erfolgte ein Nicken. „Bruder... gib ihm seinen Dolch.“ sprach sie gen Lucan, welcher daraufhin vortrat und Kayle die Waffe hinhielt, die er ihm zuvor genommen hatte. „Hör mir gut zu.....“ flüsterte sie, während sie neben dem Suchenden in die Knie ging.
Einige Zeit später bot sich einem etwaigen Passanten folgende Szenerie an der Außenmauer der Festung: Ein nackter, männlicher Körper hing, die Arme nach oben ausgestreckt, an einer Eisenkette, welche mehrmals um die Handgelenke geschlungen war, an der äußeren Mauer der Festung herab. Der Körper schien misshandelt, mehrere Wunden verschiedensten Ursprungs waren zu erkennen. Tödlich davon war jedoch vermutlich keine gewesen. Auf Brust und Bauch des Mannes war ein leicht verschmiertes A zu erkennen, gezeichnet mit nichts anderem als dem eigenen Blut. Der Kopf fehlte....
Lythiana und Lucan standen in einigen Schritten Entfernung vor der Mauer, nahmen den Anblick des Toten einige Momente lang in sich auf. „Erstaunlich, zu was schiere Angst und verzweifelte Hoffnung befähigen....“ murmelte sie leise, ehe sie sich letztlich abwandte.
Verfasst: Montag 24. September 2007, 22:05
von Lucan Linari
Begleitet von einem leisen Quietschen, schoben sich die schweren Eisentüren der Festung vor ihm auf. Es war schon tiefe Nacht, doch ließ der Vollmond den Innenhof der Burg in einem silbernen Licht erstrahlen. Aufrecht fast Stolz durchtrat er die Tore, das Gesicht zum Mond aufblickend. Das matte Schwarz seiner Robe schient fasst alles Licht in sich aufzusaugen. Hinter ihm glomm nochmals die Rune auf den Toren auf, als sie sich wieder geschlossen hatte. Alles war so ruhig – so friedlich. Keine Menschenseele störte seinen Gedankenfluss. Doch plötzlich durchbrach eine schrille erhobene Stimme die Stille – sie klang sehr erzürnt. In diesem Augenblick wandte Lucan sein Gesicht schnell zum Turm. Seine Augen verengten sich, als er zur Tür herüber eilte. Tausend Gedanken schossen ihm gleichzeitig durch den Kopf, doch blieb im Vordergrund die wichtigste Frage: Wer befand sich gerade mit der Maestra im Turm und wagte es, sie zu erzürnen?
Die Tür zog er an dem schweren Eisenring schwungvoll auf, woraufhin sich kurz darauf sich ihm ein Bild offenbarten, welches er wohl am wenigsten erwartet hätte.
Carolyna, eine der jüngsten Mitglieder des Ordens, schwebte gut einen Schritt mit den Füßen über dem Boden. Vor Verzweiflung strampelte sie wild mit ihren Beinen umher, doch fasste sie keinen Halt. Das Blut ist ihr schon sichtlich in den Kopf geschossen, die Hände umschlossen ihren Hals, als ob jemand ihr mit seinen unsichtbaren Händen versuchen würde die Luft abzuschnüren. Einige Blutgefäße kamen deutlich auf der Stirn und am Hals hervor und selbst die Augäpfel, welche sonst so reinlich Weiß erschienen, waren blutunterlaufen.
Stöhnend versuchte sie jeden Atemzug in sich aufzusaugen, nur blieb war dies nicht gerade von Erfolg gekrönt.
Wie angewurzelt stand Lucan in die Tür, seine Pupillen hatten sich geweitet und rasch blickte er umher. Sein nächster Blick fiel auf Lythiana, welche Carolyna ihre Linke entgegenstreckte, doch nicht als wolle sie ihr helfen. Ihre Finger verkrampften sich und je mehr die Hand sich schloss, desto lauter wurde das Stöhnen und das hoffnungslose Zappeln Carolynas intensiver. Es war gar so, als könnte man die Blitze förmlich aus Lythianas Augen zucken sehen – soeinen hasserfüllten Blick hatte er schon lange nicht bei ihr gesehen. Ihre Lippen hatte sie aufeinander gepresst und auch ihr meist so ordentliches Haare, zeigte wild in alle Richtungen.
Einige Augenblicke später konnte er seinen Blick erst von ihr losreißen, als er das Chaos im Zimmer sah. Auf dem Schreibtisch lagen einige Pergamente herum, welche nun von irgendwelchen farbigen Flüssigkeiten durchtränkt wurden – die Schrift war dermaßen verschmiert, dass sie nun unleserlich geworden sind. Einige Scherben verteilten sich über den Unterlagen und auch auf dem Boden. Nun wurde ihm langsam klar, was sich abgespielt haben könnte.
Die Maestra riss ihre Hand nach unten, doch blieb ihr Blick immer noch wie gebannt auf Carolyna hängen. Es schien, als würde sie ein Eintreten gar nicht bemerkt haben.
Carolyna hingegen fing plötzlich ohrenbetäubend laut zu schreien, als ihre Haut plötzlich begann Brandblasen zu schlagen, welche sich über dem Gesicht, sowie an ihren Händen ausbreiteten bis sich auch ihre Haut in ein dunkles Rot färbte.
Der ganze Körper begann in der Luft stärker zu zittern. Dampf quoll unter ihrer Robe hervor und einige der Blasen begannen aufzuplatzen – das Blut spritze an die Wände und ergoss sich über dem Teppichboden. Zusätzlich zu dem Blut drang aus den Wunden eine schäumende weiss-gelbliche Masse hervor, welche ebenfalls an ihr herablief und zu Boden tropfte.
Nur noch ein gurgelndes Blubbern statt eines Schreis war von ihr zu vernehmen, als sie schließlich regungslos und immer noch qualmend zu Boden fiel.
Der widerwärtige Gestank vom verbrannten Fleisch drang in Lucans Nase, als er schon fast erschrocken und gleichzeitig irritiert, mit weit aufgerissenen Augen, von dem Leichnam zu Lythiana blickte.
Verfasst: Montag 24. September 2007, 22:06
von Lythiana Cronor
Minuten vergingen, in denen Lythiana lediglich schweigend auf den Leichnam Carolynas blickte. Der Hass in den Augen der Maestra wich langsam und machte einer fast schon wissenschaftlichen Neugier Platz. Ein wirklich interessantes Ergebnis... gemesesenen Schrittes umrundete sie den toten Körper und nahm ihn aus verschiedenen Blickwinkeln in Augenschein. Lucan bemerkte sie dabei nicht, zu verstrickt war sie in ihre Betrachtungen. Als sie wieder an ihrem Schreibtisch angelangt war machte sie halt, griff zu einer bereitliegenden Feder und tunkte sie in ein Tintenfass – welches dankenswerterweise in dem zuvor herrschenden Wirrwar brav an seinem Platz stehen geblieben war. Sie begann damit, ihre Beobachtungen und Gedanken zu notieren....
und schrieb auch in aller Seelenruhe weiter, als Lucan letztlich die Stimme erhob. An diesem Abend konnte sie nichts mehr überraschen. „Möchtest du sie nicht wegschaffen?“ - Später. „Was ist passiert?“ - Später. Warte doch oben auf mich.
Ihre Stimme dabei klang nunmehr überaus ruhig, fast schon sanft.... und mit einem feinen, gut gelaunten Unterton. Der Adeptus ging. Einige Minuten später legte die Maestra die Feder zur Seite, räumte die besudelten Pergamente zusammen und trug sie in den Hof. Bald schon leckten Flammen an den Ecken und Kanten der Blätter. Die Arkoritherin kehrte zurück zum Turm, fasste die tote Suchende bei den Handgelenken und schleifte sie über die Türschwelle nach draußen. Eine ganze Weile mochte es dauern, bis sie wieder zurückkehrte – Kleidung und Hände besudelt von Blut. Dennoch spielte ein Lächeln um ihre Lippen – und wich auch nicht, als sie mit einer absolut untypischen Tätigkeit begann: Sie putzte. Eine fröhliche Weise summend reinigte sie den Teppich, wischte die gröbsten Flecken von den Möbeln... bei den Göttern, sie hätte vorher darüber nachdenken müssen. Beim nächsten Mal....
Die Nacht war schon weit voran geschritten als sie letztlich die Leiter ins obere Stockwerk des Turmes hochkletterte.
Verfasst: Freitag 30. November 2007, 15:50
von Lanaya Shevanor
Leicht nur war der Kopf gesenkt während sie dem Magus folgte. Seine Anwesenheit war ungewöhnlich so er sich die letzten Monate kaum vor die Augen der Ordensmitglieder gewagt hatte. Schatten verbargen die Elegida wie so oft und kein Schrittgeräusch klang auf. Sarog bemerkte sie nicht oder ließ es sich schlicht nicht anmerken. Seine Beweggründe erschienen offensichtlich als er den Ritualraum aufsuchte. Noch hielt sie sich verborgen, zeigte mit keiner Geste das sie da war. Würde man ihn gewähren lassen... sovieles würde sich ändern... gut... schlecht? Wer mochte das schon sagen. Lanaya überlegte, wog die Vorteile ab dann ließ sie den Schleier fallen.
Ich kann es nicht zulassen... Bruder
Eine schlichte Feststellung, nicht mehr und nicht weniger. Lange war es her seit sie ihm die Drohung der eigenen Position bekundet hatte. Ja, sie stand im Weg. An ihr musste er vorbei so er gegen das Wesen angehen wollte das den Orden leitete. Mehr Frau als Dämon – noch.
Das ist mir bewusst Lanaya
War es Absicht das er ihren Namen sprach wie den der unzähligen Frauen die dem Tonfall vermutlich verfallen waren? Natürlich war es das! Sacht wurde der Kopf zur Seite geneigt was einem schwachen Nicken gleich kam. Langsam umkreisten sich die beiden Arkorither. Entschlossenheit lag in den Tiefen ihrer Augen verborgen während sie miteinander sprachen. Vieles war richtig was er dar brachte doch die Folgen im Vergleich verheerend. Was sollte sie dem entgegen halten? Sarog hatte recht und unrecht zugleich, sah er es nicht ein? Sturkopf, elender.. fluchend warf sie ihm Begebenheiten an den Kopf die schon längst hätten gesagt werden müssen dann jedoch schwiegen sie sich an. Es gab keine Worte mehr die Entscheidung war gefallen.
Geh zur Seite, lass es mich beenden!
Heftig war eine milde Umschreibung für den mentalen Schlag der die Worte begleitete und sie tatsächlich einen Schritt zur Seite machen ließ. Eine Antwort blieb aus sie würde den Griff nach der bestehenden Hierarchie nicht zulassen. Unheilvoll verengten sich die hellen, eisblauen Augen der Arkoritherin ehe sie ihm die Antwort auf den ersten Schlag lieferte. Kein Laut kam über seine Lippen während er schmerzlich an der nächsten Wand landete. Nur kurz behielt er die Position bei ehe er vorsprang sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Recht unspektakulär wirbelte sie herum die Bewegung mitmachend und beendete es mit einem einzigen Stoß gen seines Herzens. Überrascht sank er zusammen und ließ die eigene Waffe fallen während seine Lippen Worte formten.
Sehr langsam nur hatte sie sich neben ihn sinken lassen um sich nun vorzubeugen und den Worten zu lauschen. Bald schon erstarb die Stimme und Lanaya schloss ihm die Augen. Als sie sich erhob begann die Leiche zu brennen. Robensaum wurde angehoben als sie einige Schritt zurück machte um dem Vorgang zuzusehen. Der Gestank nach verbranntem Fleisch und Haar war ekelerregend und dennoch, sie blieb wo sie war bis nicht viel mehr als ein Häufchen Asche übrig war. Sorgsam wurde das Häufchen in einer Schatulle gesammelt ehe sie die steinernen Treppen empor stieg und seine Überreste vom Nachtwind davontragen ließ. Mit steinernen Zügen kehrte sie der Burg den Rücken und gab sich redlich Mühe seine letzten Worte aus ihren Gedanken zu verbannen.
Verfasst: Samstag 1. Dezember 2007, 01:32
von Lythiana Cronor
„Es tut mir Leid.“ sprach Lythiana – fast hätte man den Ausdruck in ihren Augen mit Bedauern verwechseln können. „Doch sei beruhigt – zu guter Letzt erfüllst auch du noch deinen Zweck....Du wirst mir dabei helfen, eine Antwort auf eine sehr interessante Frage zu finden.“
Mit einem verheißungsvollen Lächeln auf den Lippen kam sie auf den Adepten zu. Ihr Blick glitt über seinen Körper, wanderte die blutroten Schlingen entlang welche ihn an Hand- und Fußgelenken an die rückwärtige Wand des Kellergewölbes fesselten und fokussierte sich letztlich auf seinem Gesicht. „Maximilian, Maximilian, wieso nur ist es so weit gekommen? So ein vielversprechendes Talent... und doch den gleichen Fehlern erlegen wie so viele vor dir. Bedauerlich....“
Die Maestra streckte die rechte, in einem Knochenhandschuh steckende Hand aus und legte sie sanft an die linke Wange des Schülers. Während die Finger über die Wange, den Hals und letztlich den Arm hinab glitten sprach sie weiter „Was glaubst du, was passiert, wenn der Stab eines Magiers zerstört wird?“ Sobald der Satz ausgesprochen war schloss sich ihre Hand um den Stab, welchen Maximilian mit seiner linken Hand umklammert hielt. „Sssssh...“ Mit sanfter Gewalt entzog sie dem nach wie vor schweigenden Schüler den nachtschwarzen Stab. Die eingearbeiteten Runen glommen protestierend auf, erloschen jedoch den Bruchteil einer Sekunde später bereits wieder. Sanft, fast schon liebevoll streichelte die Arkoritherin mit der rechten Hand über den fremden Stab, zeichnete mit Zeige- und Mittelfinger die Runen nach.
Dann zog sie die Hand wieder fort, streckte sie zur Seite aus. Schatten schienen aus den Ecken und Winkeln des Gewölbes zu fliehen, sich um ihre Hand zu ballen, zu verdichten und letztlich zu einem mannshohen Stab zu formen, dem von Maximilian sehr ähnlich- der einzige Unterschied schien in Anzahl und Form der Runen zu liegen. Beide Stäbe wurden leicht gekippt, sodass sie sich im oberen Bereich vor Lythiana kreuzten. Die Arcomaga schloss die Augen. Die Mundwinkel hoben sich sacht an während sie, für den Adepten ohne Zweifel spürbar, in die Klänge eingriff. In einem düsteren Rot glommen die Runen ihres Stabes auf – und letztlich, nach und nach, auch die des anderen Stabes. Ein Knirschen zerstörte die Stille, hallte unnatürlich laut in den Ohren. Der Adept verdrehte gequält die Augen nach oben, bis nur noch das weiße zu erkennen war, zitterte sichtlich – aber gab immer noch keinen Laut von sich, die Lippen blieben fest aufeinander gepresst. Wieder konnte man jenes Knirschen vernehmen, das lauter und lauter zu werden schien, während sich gleichzeitig ein feiner, ebenfalls rot glimmender Riss im Adeptenstab bildete und in Zeitlupe mittig daran entlang kroch. „Keine Angst, Maximilian... Sterben wirst du nicht. Noch nicht. Wir haben doch erst angefangen....“ Kaum dass jene Worte Lythianas ausgesprochen waren brach der Stab.
Tage später erst verließ die Maestra das Kellergewölbe – allein.
Verfasst: Sonntag 27. Januar 2008, 16:17
von Lanaya Shevanor
Kratzend fuhr der Kohlestift über das helle Pergament. Immer wieder hob er den Kopf und das helle Haar wehte im Wind. Vollkommen ruhig harrte sie aus den Blick auf seinen Rücken, den Nacken und dann wieder auf das Pergament gerichtet. Er war interessant, allemal. Selten war es das sie bei jemandem mit so wenig Macht einen zweiten Blick übrig hatte. Noch hatte er sie nicht bemerkt. Ihre Schritte hatte sie im Schatten geschickt verborgen und einem stillen Beobachter würde sich ein ungewohntes Bild bieten. Zwei Arkorither auf den Zinnen eines Turmes. Beide in nachtschwarze Gewandung gehüllt während das helle Haar ungebändigt mit dem Wind tanzte. Schließlich fuhr er doch herum.
Augen fanden einander, hielten einander fest und für einen Herzschlag konnte jeder die Seele des Anderen ergründen. Unheilvoll zog sie die Augen zusammen und trat einen Schritt zurück. Nähe war etwas das sie höchst selten gestattete. So sehr manche ihrer Spielchen geistige und körperliche Nähe erforderten so sehr war es ihr zuwieder wenn es keinen Nutzen hatte.
Eine hübsche Zeichnung, Asterath
Wie immer verbarg er hastig was seine Finger geschaffen hatten und entzog sich der Anmerkung mit geschickten Worten. Unweigerlich hob sich ihre Stimmung. So unschuldig er schien er verstand es zu spielen. Eine Fähigkeit die sie schätzte und somit wurde das Gespräch fortgeführt. Momente strichen dahin und schließlich fügte er sich der auffordernden Bitte und zeigte ihr offen was er gezeichnet hatte. Wahrlich kaum hob sich das Bild von seinem Orginal ab und dies gänzlich ohne Magie gebraucht zu haben.
Beeindruckend.
Unsicher flog der Blick aus seinen blauen Augen zu ihr hinüber und hastig nahm er das Pergament an sich als sie es ihm hinstreckte. Sorgsam wurde es verstaut ehe man die Treppen herunter schritt und schließlich gemeinsam die Burg betrat. Wie immer kerzengerade sah sie weder nach links noch nach rechts und gelangte recht zügig in den Burgkeller. Schweigend war er ihr gefolgt ohne ihr einen weiteren Blick zu schenken trat er neben sie. Prüfend glitten zwei Augenpaare über die bereit liegenden Gerätschaften.
Hole ihn.
Erschrocken weiteten sich die Augen des jungen Arkorithers als ihm klar wurde das er an diesem Abend dabei sein würde. Abermals sah man sich an, diesmal jedoch war ihr Blick abweisend und hart. Ergeben senkte sich der Seine und er drehte sich der Türe zu. Hatte sie sich geirrt? Zögernd hob er die Hand um sich Herzschläge um so entschlossener herum zu drehen. Ich kann es nicht.... ich kann es einfach nicht.... Einige Momente gestattete sie ihm sich zu sträuben dann griff sie durch. Wie ein Mann ertrug er die Strafe ohne zu klagen. Für sich selbst nahm er so vieles in kauf - doch darauf kam es nicht an. Lanaya hatte ihre Anweisung und der würde sie folgen. Ruhig und mit butterweicher Stimme forderte sie den jungen Arkorither ein weiteres Mal auf. Abermals rang er mit sich selbst um schließlich doch abzulehnen. Damit hatte er die Wahl getroffen und sie hatte keine Möglichkeit mehr den Wunsch zu umgehen der sie zwang. Nach wenigen Worten war er aufgeklärt, wusste wie es um ihn stand und jeglicher Funke in seinen Augen erlosch. Er stand einfach nur da und sah sie an. Ließ den Blick an ihr hinab gleiten um letztendlich die Hand in einer bittenden Geste auszustrecken. Amüsiert hoben sich ihre Brauen ein gutes Stück an und resigniert senkte sich die Hand wieder. Was hatte er erwartet?
Dunkelheit wurde von der zuckenden Kerzenflamme zurück getrieben als sie durch die Gänge schritten. Alle Sinne waren angespannt und der Geruch nach Erde, Staub und längst erloschenem Feuer begleitete die Beiden stetig. Immer dicht hinter ihm erklangen die Anweisungen an jeder Gabelung der Katakomben nur halblaut. Hier befand sich ein Refugium zu dem fast niemand zutritt erhielt. Kaum jemand verließ den Ort jemals wieder. An jeder Ecke lauerte das Ende und man hatte förmlich das Gefühl beständig von irgendwelchen hinterlistigen Fallen verfolgt zu werden. Doch jede Münze hat zwei Seite. Manch Begabter würde hier reine, lockende Macht und die komplexe Struktur dahinter erkennen. Verworren waren die magischen Konstrukte und längst nicht alle Geheimnisse enträtselt. Tiefer und tiefer hinab in die Erde ging es und längst schon verflog ihr Zeitgefühl. Endlich hatten sie ihr Ziel erreicht. Eine kleine, düstere Kammer deren Wände aus dunklen Stein bestanden.
Schweigsam sah er sich um und verharrte schließlich in etwa der Mitte des Raumes um sie ein weiteres Mal anzusehen. Viel zu oft für diesen Abend kreuzten sich die Blick abermals und hielten einander fest. Ihr war als wisse sie förmlich was Asterath nur zu gerne aussprechen würde und dennoch kam kein Wort über seine Lippen – der Augenblick verflog. 'Es' begann und die Zeit verging. Stunde über Stunde zog vorbei und der dunkle Stein färbte sich rot. Diesmal endete es nicht schnell und ohne Qual. Zu sehr musste sie ausgleichen was sie sonst ausgekostet hätte. Lange dauerte es ehe seine Schreie verebbten und selbst dann hallten sie in ihrem Schädel nach. Robe, Haar, Hände und selbst ihr Gesicht waren von seinem Blut befleckt. Mit geraden Schultern wandte sie sich um dem Ort den Rücken kehrend. Herzschläge später befand sie sich auf magischem Wege in der Burg und sah mit einem gewissen Bedauern in die Flammen des Kaminfeuers. Doch war es nicht so das diese Art des Bedauerns der Notwendigkeit weichen musste?
Verfasst: Dienstag 29. Januar 2008, 22:43
von Lythiana Cronor
Ein neuer Tag brach an. Dünne Lichtfäden stahlen sich durch die löchrigen Vorhänge, glitten über verstaubte Möbel, umrundeten die Gestalt im Sessel am Fenster und tasteten sich zögerlich über eine Reihe geleerter Weinflaschen. Die Maestra wartete. Seit Anbruch der Nacht verharrte sie, unbewegt wie eine Statue, in dem mottenzerfressenen Sessel – und würde auch noch den folgenden Tag und die Nacht verharren. Doch war das nicht mehr nötig... die Tür öffnete sich und Caleb trat ein, begleitet von einem übelkeiterregenden Geruch nach kaltem Rauch, schalem Bier und billigem Wein. Mit schweren, unsicheren Schritten schleppte er sich in Richtung Bett und ließ sich bäuchlings darauf fallen, ohne auch nur einen Blick nach links oder rechts zu werfen.
„So lebst du also... wie überaus angemessen für jemandem, dem die Gabe zuteil wurde.. wie überaus angemessen für einen Arkorither.“ erklang es daraufhin leise und vollkommen sachlich aus der Richtung des Sessels. „Aber nun kann ich verstehen, weshalb du keine Zeit mehr für deine Studien und deine Pflichten hast... noch nicht einmal so viel Zeit mir eine Nachricht zu übersenden. Am heutigen Tage jedoch wirst du dir Zeit nehmen. Komm her...“ Einige Augenblicke verstrichen in Schweigen. Es schien sich auszudehnen, zu verdichten, bis es letztlich bedrohlich wie eine Gewitterwolke im Raum hing. Dann, kurz bevor sich der Sturm entlud, erhob sich Caleb und trottete zum Sessel, ohne die darin sitzende Arkoritherin anzusehen. War sein Gang zuvor noch von Alkohl und Müdigkeit geprägt gewesen so war er es nun vor Unsicherheit und Angst. „Ich bin bereit, Maestra.“ „Gut... sehr gut. Du wirst nun das lernen, was du in den letzten Wochen versäumt hast. Enttäusche mich nicht, Caleb.“
Caleb lernte. Lektion folgte auf Lektion, Übung auf Übung - Elementarzauber, Illusionen, Beschwörungen bildeten einen bunten Reigen. Sie überlies ihn während der Applikationen völlig sich selbst, beobachtete nur, stets ein fahles Lächeln auf dem Gesicht. Bald schon war der junge Arkorither dem Ende seiner Kräfte sichtlich nah. Er zitterte, Schweißperlen bedeckten das leicht aufgedunsene Gesicht und sein Wirken im Lied wurde so ungenau, dass es Lythiana förmlich schmerzte. Und doch... sie forderte ihn weiter, kitzelte das letzte bißchen Kraft aus ihm heraus. Nicht nur er sollte an diesem Tag etwas lernen...
Als die Sonne über Gerimor unterging zerrissen laute, gequälte Schreie die Stille um die kleine Hütte herum, wurden dann allmählich leiser und leiser... und verstummten. Am nächsten Morgen würde die Elegida in der Krypta der Burg einen weiteren Leichnam vorfinden – ohne Nachricht, ohne Hinweis. Sie würde verstehen...
Verfasst: Dienstag 5. Februar 2008, 03:21
von Lucan Linari
Ein Beben erschütterte die Gemäuer der dunklen Festung und ein lauter Knall hallte durch leeren Flure, dessen Wände nur aus kargem, kalten Stein bestand. Die Erschütterung sorgte dafür, dass der Staub von der Decke rieselte.
In jenem Moment schreckte der Magus zusammen, als er auf seinem echsischem Reittier gerade vom Boot auf den Steg übertreten wollte. Wie gewohnt ließ er sich von seinem Zostrich hinabgleiten und lief los. Der Puls raste – tausend Gedanken und vor allem kochte eine Wut in ihm, wie es seine Augen Außenstehenden verrieten. Rasch zeichnete er die bekannte Rune auf die Tore, woraufhin diese aufzuglimmen begann und die Tore sich bereitwillig vor ihm eröffneten. Der Umhang flatterte dramatisch hinter ihm entlang, als er den Toren entgegenging, welche ihn zur Eingangshalle lassen würden.
Rauch umschmeichelte das Mauerwerk und drang durch den Torbogen hinaus – ein widerlicher Gestank war es, was ihm in die Nase kroch. Eine Mischung aus abgestandenen Essensresten, Dung und verbranntem Fleisch…Haare. Seine Nasenflügel zuckten hinauf, als er die Luft in sich einzusaugen begann. Blanker Hass durchzog seine Züge… und dort war es… die Pupillen weiteten sich. Die Räume hatten kaum etwas abbekommen, aber aus dem Alchemielabor drang nur so der Qualm hervor. Der Blick um die Ecke verriet ihm nun, was die Quelle des Ganzen war. Glassplitter bedeckten den Fußboden und einen Leib, welcher umflossen von mehreren verschiedenfarbigen Tränken einfach nur so da lag. Die letzten kleine Flammen, welche sich von seiner schwarzen Robe nährten, verglommen nach einem Wink Lucans.
Fast der gesamte Oberkörper so wie das Gesicht qualmten immer noch von der Hitze, welche sich auf der Haut entwickelte. Keine reine Haut war mehr zu erkennen, sondern eine rötlich gebrannte hat, auf der sich kleine schwarze Inseln abgebildet hatten. Die langen Finger zuckten noch immer – immer wieder bis endgültig sie erstarrten. Brandblasen, welche sich aufblähten und wieder senkten – manche platzten auf und sondern eine klare Flüssigkeit, vermeng mit Blut, ab. Die eine Gesichtshälfte des jungen Arkorithers war zersetzt worden.
Bei näherem Hinsehen konnte man sehen, wie die Wangenknochen aus den Fleischfetzen ragten und ein Augenlid gänzlich aufgelöst worden war. Die, einst langen und schönen Haare, sind heruntergebrannt und hinterließen ihre dunklen Spuren in der Kopfhaut.
Der Magus schloss bedächtig seine Augen und ein leises Seufzen entfuhr ihm, gefolgt von einem Kopfschütteln. Ruhig war es in der Burg – für einige Lidschläge erscheint einem dieses Szenario wie ein Bild, würde der Rauch sich nicht bewegen. Nicht einmal die Bediensteten der Burg sind anwesend, als wäre es Schicksal gewesen… - Fatum? Nichts womit sich der Magus als Erklärung zufrieden geben könnte. Es war Dummheit und Leichtsinn. Amael – ein schwieriger Junge, der sich sehr darauf verstand die Ordensgeschwister zu provozieren, doch nichts desto trotz war er ein viel versprechender Schüler. Seine kaltblütige und konsequente Art zu handeln zeichnete ihn aus, auch wenn er dabei manchmal ein wenig zu übermütig war.
Er holte weit aus, um seinen Stiefel nochmals einige Male in die Seite des Kadavers zu rammen. Anschließend bedeckt er ihn noch mit einem hasserfüllten Schrei, welcher jedoch durch das Leder seiner Maske abgedämpft wird.
Kurze Zeit später kam Isabella angelaufen und erkundigte nach dem, was vorgefallen war… doch anstatt groß auszuschweifen und ihr zu erläutern, wies er sie sofort an, diese Unordnung, wie er es nannte, wieder zu beseitige. In dieser Zeit jedoch, wendet er sich der Treppe zu und stieg hinab in den Keller. Einige Zeit schwindet bevor er wieder aus dem Keller die Treppen hinauf steigt. Bewaffnet mit einer Säge, welche die Finger seiner rechten Hand umschließen, widmet er sich Amael. Vor ihm geht er auf die Knie, um kurzerhand die Zähne des Sägeblattes auf den Hals des Toten zu legen.
Seine Mundwinkel heben sich leicht unter seiner Maske, bevor er mit Kraft die Zähne seinen Hals aufreissen lässt. Das Blut breitet sich um Lucans Knie herum und auch auf der anderen Seite Amaels aus. Nur wenige Züge sind von Nöten und der Kopf löst sich ganz von seinem Körper.
An den wenigen verblieben, blutverklebten Haaren, packt Lucan den Kopf noch bevor er sich erhebt und in Richtung wieder im Keller verschwindet. In dieser Zeit zieht sich eine Blutspur hinaus hinab in die Kellergewölbe der Burg, gezogen von dem Leib Amaels. Jener wird unsanft an den Füßen hinuntergeschleift von Isabella, welche noch vor Lucans Verschwinden den Auftrag bekam, sich um die Leiche zu kümmern.
In feuchte Laken gehüllt, welche mit einer übel riechenden Flüssigkeit durchtränkt wurden, ruht nun sein Leib auf der Streckbank und wartet auf eine Sonderzuwendung…
Verfasst: Dienstag 5. Februar 2008, 18:08
von Tarja Lycron
Sie stellte keine unnötigen Fragen, als sie die Burg betrat und nur die knappen Worte vernahm.
"Kümmer dich um ihn!"
Die Tür zur Folterkammer stand einen Spalt auf und sie ging hinein. Der beissende und stechende Geruch ließ sie abprallen als wäre sie gegen eine steinerne Mauer gelaufen. Den Kopf drehte sie für einen Moment zur Seite. Sie nahm die Streckbank ins Visier. Die Laken waren um einen leblosen Körper gewickelt, auch wenn es schon recht deutlich ersichtlich war, das es nur noch der Körper war. Der Kopf - fehlte. Tarja ging einige Schritte auf die Streckbank zu, mit der Zeit hatte sie sich an den Gestank gewöhnt. Sie schlug das Laken zu beiden Seiten weg um es seitlich von der Streckbank hinabhängen zu lassen.
Eine Weile sah sie sich den leblosen Körper an. Ging vor dem leblosen Körper auf und ab. Lehrreich würde es allemal sein, vielleicht sollte sie auch noch Dank dafür aussprechen, dass ihr ehemaliger Bruder Amael den Magister so gereizt hatte. Ihre Mundwinkel zuckten und sie griff zu dem scharfen Messer. Wie lange er wohl schon tot war? Sie hielt das Messer weiterhin in ihrer Hand, noch war sie recht unschlüssig, ob sie es gebrauchen würde oder nicht. Sie leckte sich über die Lippen.
Vor vielen Wochen hatte sie eine kleine Einführung und das Wissen um die Folter und Anatomie eines Menschen bekommen. Jetzt war es an ihr, das Wissen umzusetzen und praktische Erfahrung zu sammeln. Auch, wenn sie keine schmerzerfüllten Schreie mehr hören würde, die ihre Lust befriedigen würde - es war eine gute Übung für das, was ihr vielleicht noch bevorstehen würde. Wie oft konnte sie die Kurbel drehen, bis die Knochen aus ihren Verankerungen gerissen wurden? Sie spannte den leblosen Körper in die vorhergesehenen Halterungen der Bank. Die Füße am Fußende, die Arme am Kopfende. Sie drehte einmal. Der Körper begann sich anzuspannen. Sie ließ ihren Blick über den leblosen Körper wandern. Ja, der Kopf fehlte. Fein säuberlich mit einer Säge abgetrennt, man sah es an der eingerissenen Haut, die vom Fleisch weghing. Sie schrieb sich einige Dinge auf, die sie in diesem Moment an dem leblosen Körper feststellen konnte und drehte die Kurbel noch eines weiter. Womöglich hätte er geschrien, würde er noch leben. Aber das Leben hatte seinen Körper längst verlassen. Wie - tragisch. Ein hämisches Lächeln legte sich auf ihre Züge. Andere hätten sich vielleicht geweigert, den verstorbenen Bruder in Einzelteile zu zerlegen, und ja, sie musste zugeben, dass sie anfangs auch schlucken musste. Aber was sollte es schon? Sie kannte ihn nicht. Sie sah ihn einmal, nicht mehr und nicht weniger. Er war ihr - egal? Schließlich hatte er versagt. Ein weiteres Klacken der Kurbel war zu vernehmen und das Knacken und Knarzen von Knochen. Ein scheußliches Geräusch, aber schon wieder so scheußlich, dass es wie Musik in ihren Ohren war. Wieder setzte sie ab, besah sich den deutlich überdehnten und in die Länge gezogenen Körper. Wenn sie ihn eine Weile, vielleicht mehrere Tage so liegen lassen würde.. ob er dann so ausgedehnt bleiben würde? Mit Sicherheit. Aber ihr blieb keine Zeit, das zu testen. Sie löste die Arme und Beine aus den Halterungen, wenngleich sie schlaff auf die Seite hinabhingen. Sie legte auch die Arme zurück auf die Streckbank. Sie würde sich noch so einiges für ihn überlegen. In ganzen Stücken würde er diesen Raum keinesfalls verlassen. Und wieder zückte sie das scharfe Messer. Mal sehen, wie lange sie dafür brauchte, Zehen und Finger abzutrennen. Würde das Messer dafür reichen? Sie würde es sehen. Schweigend machte sie sich über den kläglich Überrest ihres Bruders her, nicht einmal sah sie über die Schulter zum Magus zurück, der sie mit wohlgesonnenem Blick beobachtete.
Mit einem zufriedenen und befriedigten Lächeln ging sie die Stufen hinauf, die Handschuhe hatte sie im Waschbecken längst gesäubert und wieder über ihre Finger gestülpt. "Räum seine kläglichen Überreste weg, ich bin fertig mit ihm!" Sie ließ Isabella noch ein Nicken zuteil werden, dann verließ sie, fröhlich-irre vor sich hinpfeifend, die Arkoritherburg.
Verfasst: Mittwoch 20. Februar 2008, 17:31
von Lanaya Shevanor
Zischend fuhr der Nachtwind durch jede Ritze und ließ die Arkortiherin einige Male aufsehen. Nervös tippelten die blassen Finger immer wieder auf das Holz des Tisches. Zuckend war die Kerze einige Male dem Erlöschen näher als einem beständigen Brennen und schließlich geschah was unweigerlich geschehen musste – sie erlosch.
Nein!
Empört, wütend und keinesfalls so ruhig wie es die gewohnte Fasade erfordert hätte wurde der Tisch gegen die nächstbeste Wand gepfeffert. Krachend zerbrach das Holz, warmes Wachs verteilte sich an der Wand und was sich zu diesem Zeitpunkt noch im Raum befand verglühte Momente später in einer wütenden Entladung magischer Kraft. Grünliches Leuchten durchdrang die pechschwarze Dunkelheit als sie das Buch aufschlug jenes sich in ihrer Hand gebildet hatte und mit den eisblauen Augen zwei Namen fixierte. In dunkelroten Linien pulsierten diese als seien sie lebendig und kurz schien es als bringe dies die Elegida wieder zur Ruhe doch dann erstarrte die Schrift eines Namens. Leblos, kalt und doch gebunden über ihr Ende hinaus.
Wie kann er es wagen?!
Längst war das Buch verschwunden die blasse Schönheit warf den nachtschwarzen Umhang zurück ehe eine weitere magische Applikation die Harmonien des Liedes verzerrten und ein Rabe sich durch die Wolken hinweg erhob. Wind der sein Gefieder aufbauschte, den Flug erschwerte und eine Wildheit mit sich trug die überaus lockend schien. Mit einem letzten Flügelschlag kam die Taverne in Sicht und noch ehe sie den ersten Schritt auf sicherer Erde vollendet hatte hatte sie sich zurückverwandelt. Wuchtig wurde die schwere Türe aufgestoßen und sie trat ein einen Finger auf die Lippen legend.
Schhhhh... kein Wort!
Flüsternd nur drangen die Worte zu dem Wirt ehe sie auch schon die Treppen hinauf geeilt war und den Gang entlang hastete. Wenngleich die Türe verschlossen war bestand kein Reiz darin sie zu öffnen. Innerhalb weniger Herzschläge war das Bett zur Seite geschleudert die 2 Menschen darin purzelten auf die Erde. Ein gellender Schrei aus der Kehle des Mädchens wurde mit einem raschen Schnitt zum Verstummen gebracht während das Blut sich ergoss und der Glanz ihrer Augen verblasste.
Wo ist sie? .... Wo?!
Ich.. aehm... ich... ...
Wütend fand er sich einen halben Meter über der Erde wieder die Hände am Hals als könnte er das würgende Gefühl dadurch vertreiben. Röchelnd wurden seine Augen größer während er immer wieder stammelte das er es nicht wisse und wie Leid es ihm täte. Lanaya war es gleich, ihr war heute nicht nach vergeben und Herzschläge später verstärkte sich der magische Griff. Seine Augen quollen aus ihren Höhlen während die Haut einen ungesunden Ton annahm der sie dazu veranlasste noch mehr Kraft in seinen Körper zu jagen. Macht war es die er haben wollte, sollte er sehen wie er damit fertig wurde. Akkut ließ sie ihn los und wandte sich ab. Leander jedoch taumelte aus seinem Zimmer bis auf die Straße. Ein unschöner Anblick dem so rasch kein Ende vergönnt war, würde man ihn am Morgen auf der Straße vor Bajard in der Nähe des Klosters finden. Schwarze, verbrannte Haut, kaum mehr Kleider auf dem Leib und die Großrune des Arkoritherordens über die Brust hinweg eingebrannt. Nicht einen Funken magisches Potential in sich bergend als sei er nicht mehr als ein Bauernlümmel gewesen.
Wütend waren die Hände zu Fäusten geballt während sie das Wäldchen auf den Kopf stellte. Es war seine Aufgabe gewesen ihr bei dieser Vorbereitung zu helfen. Aus den Augen hatte er sie gelassen und sich mit irgendeiner Hafendirne vergnügt. Stunden später erst fand sie die Arkoritherin. Leblos, kalt und von Wunden übersäht. Dem Umfeld nach hatte sie sich nach Kräften gewehrt doch war es nicht genug gewesen. Gelassen ertrugen die Bäume den unschicklichen Fluch der über ihre Lippen kam und mit verengten Augen brachte sie den erschlafften Körper Lorghines 'nach Hause'. Selbst jetzt würde er noch von Nutzen sein doch gleichsam konnte es so nicht weiter gehen. Ihre Adepten waren nicht in Form und vernachlässigten gewisse Dinge – es sollte sich ändern.