Von toten Ratten, unserem Anwesen und Lutenian Anius
Verfasst: Samstag 12. Februar 2005, 14:08
Band 5
23. Lebensjahr, 1. Monat, 12. Tag
Vieles ist geschehen seit meinem letzten Eintrage, doch die Ereignisse ließen mich nicht zur Ruhe kommen. Es mag sich aber ärgerlicher anhören als es in Wirklichkeit ist.
Azmarg und ich haben uns ein kleines Anwesen im Nordteil Varunas gemietet. Die Miete ist sehr teuer und am liebsten würde ich dem Vermieter den Hals dafür umdrehen. Doch unsere Unauffälligkeit verbietet das. Leider. Das Anwesen an sich ist schön anzusehen, recht geräumig und aus hartem Stein. Wir haben auch schon eine kleine Auswahl an Literatur eingerichtet um sie in Bälde öffentlich verleihen und verkaufen zu können. Ich spiele auch mit dem Gedanken, selbst ein paar Bücher und Versepen zu schreiben und ich bin gespannt, wie sie bei der Kundschaft ankommen werden. Dem gemeinen Pöbel werde ich sie selbstverständlich nicht zur Schau stellen, er findet nicht einmal Einlass in unsere Bibliothek, darüber bin ich mir mit Azmarg einig. Wir haben noch vor einen Keller einzurichten, aber dazu fehlt uns momentan das Gold.
Apropos Gold… Ich bekam von der königlichen Garde 500 Goldstücke für die Bekämpfung widerlicher Ratten in der Kanalisation Varunas. Ein kleiner Trupp, darunter auch meine Wenigkeit, wagte sich hinab in die stinkende Tiefe, schlachtete einige dieser ekelhaften Biester ab und vernagelte dann den Eingang. Irgendein Bauerntölpel wollte das Loch mit Steinen begraben, als ob die Stadt in Zukunft keine Kanalisation mehr nötig hätte. Nunja, einen Schritt voraus zu denken schaffen nicht alle. Hauptsache die Pest bricht hier nicht aus und ich denke das haben wir unterbunden.
Vor wenigen Tagen geschah etwas Fürchterliches. Azmarg und ich waren einmal wieder im Wald unterwegs und Gevatter Mond strahlte schon lange sein sanftes Licht auf die Bäume (leider war es doch zu wenig), als ein starker, an den Kleidern reißender Wind aufzog. Wir wollten schleunigst zurück in die Stadt, allein das furchteinflößende Schreien einer im Dunkeln harrenden Kreatur hielt uns zurück. Es war gespenstisch, und Panik machte sich ins uns breit als das Vieh um uns herumschlich. Direkt neben mir schlug es seine breite Tatze in den Baum, beinahe traf es mein Gesicht. Ich sehne Tage herbei in denen ich mich gegen solches Getier wehren kann. Mit Mühe und Not konnten wir uns dann in die Stadt retten. Ich werde ab sofort Nachts vorsichtiger im Wald sein, doch unterlassen werde ich solche ergötzlichen Spaziergänge wohl nie können.
Doch den tiefsten Eindruck von den Geschehnissen der letzten Tage hat ein unheimlicher und doch sehr vertraut wirkender, fremder Mann in mir hinterlassen. Er schlenderte durch Varuna. Beeindruckt von seinem Anblick musste ich ihm einfach folgen, bis er in der Taverne Platz nahm. Er schien dort zu meditieren. Habe ich ihn gestört als ich das Wort erhob? Ich denke ja. Doch es war notwendig. Nun kenne ich seinen Namen -Lutenian Anius- und weiß, dass er an der Akademie zu Tirell die Künste der Illusionen lehrt. Wie begehrenswert! Diese geheimen Künste, nach deren Erlernung ich seit meinen ersten geistreichen Tagen strebe, stehen nun so nah vor meinem Auge wie nie zuvor. Oh wenn er mich nur als Schüler nehmen würde, der Sinn meines Lebens würde endlich zur Geltung kommen. Für nächsten Sonntag sind wir in die Akademie bestellt, die Räume zeigte er uns schon vor 2 Tagen. War ich jemals so aufgeregt?
Er mag es, wenn man ihm Kräuter schenkt. Ich werde ihn nicht enttäuschen.
Außerdem trug mir Lutenian auf, den Wirt zu studieren. Er sei falsch. Er trüge eine Maske. Er hätte zwei Gesichter. Nichts lieber als das! Ich saß stundenlang in der Taverne, trank ein Wasser nach dem anderen und redete ausgiebig mit dem Wirte. Wahrlich, falsch ist er, eine Maske trägt er, zwei Gesichter hat er. Lutenian hatte Recht. Doch um alles hier genau auszuführen fehlt mir die Zeit, ich muss nach Berchgard, eine fleißige Schreinerin richtet weitere Bücherregale für unsere Bibliothek her. Und sie verlangt nicht viel. Doch wenn die Arbeit nicht gut sein sollte, werde ich es mir merken und ebenfalls meine Arbeit verrichten.
23. Lebensjahr, 1. Monat, 12. Tag
Vieles ist geschehen seit meinem letzten Eintrage, doch die Ereignisse ließen mich nicht zur Ruhe kommen. Es mag sich aber ärgerlicher anhören als es in Wirklichkeit ist.
Azmarg und ich haben uns ein kleines Anwesen im Nordteil Varunas gemietet. Die Miete ist sehr teuer und am liebsten würde ich dem Vermieter den Hals dafür umdrehen. Doch unsere Unauffälligkeit verbietet das. Leider. Das Anwesen an sich ist schön anzusehen, recht geräumig und aus hartem Stein. Wir haben auch schon eine kleine Auswahl an Literatur eingerichtet um sie in Bälde öffentlich verleihen und verkaufen zu können. Ich spiele auch mit dem Gedanken, selbst ein paar Bücher und Versepen zu schreiben und ich bin gespannt, wie sie bei der Kundschaft ankommen werden. Dem gemeinen Pöbel werde ich sie selbstverständlich nicht zur Schau stellen, er findet nicht einmal Einlass in unsere Bibliothek, darüber bin ich mir mit Azmarg einig. Wir haben noch vor einen Keller einzurichten, aber dazu fehlt uns momentan das Gold.
Apropos Gold… Ich bekam von der königlichen Garde 500 Goldstücke für die Bekämpfung widerlicher Ratten in der Kanalisation Varunas. Ein kleiner Trupp, darunter auch meine Wenigkeit, wagte sich hinab in die stinkende Tiefe, schlachtete einige dieser ekelhaften Biester ab und vernagelte dann den Eingang. Irgendein Bauerntölpel wollte das Loch mit Steinen begraben, als ob die Stadt in Zukunft keine Kanalisation mehr nötig hätte. Nunja, einen Schritt voraus zu denken schaffen nicht alle. Hauptsache die Pest bricht hier nicht aus und ich denke das haben wir unterbunden.
Vor wenigen Tagen geschah etwas Fürchterliches. Azmarg und ich waren einmal wieder im Wald unterwegs und Gevatter Mond strahlte schon lange sein sanftes Licht auf die Bäume (leider war es doch zu wenig), als ein starker, an den Kleidern reißender Wind aufzog. Wir wollten schleunigst zurück in die Stadt, allein das furchteinflößende Schreien einer im Dunkeln harrenden Kreatur hielt uns zurück. Es war gespenstisch, und Panik machte sich ins uns breit als das Vieh um uns herumschlich. Direkt neben mir schlug es seine breite Tatze in den Baum, beinahe traf es mein Gesicht. Ich sehne Tage herbei in denen ich mich gegen solches Getier wehren kann. Mit Mühe und Not konnten wir uns dann in die Stadt retten. Ich werde ab sofort Nachts vorsichtiger im Wald sein, doch unterlassen werde ich solche ergötzlichen Spaziergänge wohl nie können.
Doch den tiefsten Eindruck von den Geschehnissen der letzten Tage hat ein unheimlicher und doch sehr vertraut wirkender, fremder Mann in mir hinterlassen. Er schlenderte durch Varuna. Beeindruckt von seinem Anblick musste ich ihm einfach folgen, bis er in der Taverne Platz nahm. Er schien dort zu meditieren. Habe ich ihn gestört als ich das Wort erhob? Ich denke ja. Doch es war notwendig. Nun kenne ich seinen Namen -Lutenian Anius- und weiß, dass er an der Akademie zu Tirell die Künste der Illusionen lehrt. Wie begehrenswert! Diese geheimen Künste, nach deren Erlernung ich seit meinen ersten geistreichen Tagen strebe, stehen nun so nah vor meinem Auge wie nie zuvor. Oh wenn er mich nur als Schüler nehmen würde, der Sinn meines Lebens würde endlich zur Geltung kommen. Für nächsten Sonntag sind wir in die Akademie bestellt, die Räume zeigte er uns schon vor 2 Tagen. War ich jemals so aufgeregt?
Er mag es, wenn man ihm Kräuter schenkt. Ich werde ihn nicht enttäuschen.
Außerdem trug mir Lutenian auf, den Wirt zu studieren. Er sei falsch. Er trüge eine Maske. Er hätte zwei Gesichter. Nichts lieber als das! Ich saß stundenlang in der Taverne, trank ein Wasser nach dem anderen und redete ausgiebig mit dem Wirte. Wahrlich, falsch ist er, eine Maske trägt er, zwei Gesichter hat er. Lutenian hatte Recht. Doch um alles hier genau auszuführen fehlt mir die Zeit, ich muss nach Berchgard, eine fleißige Schreinerin richtet weitere Bücherregale für unsere Bibliothek her. Und sie verlangt nicht viel. Doch wenn die Arbeit nicht gut sein sollte, werde ich es mir merken und ebenfalls meine Arbeit verrichten.