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Flammende Wüste

Verfasst: Donnerstag 19. Juli 2007, 21:43
von Aalina Yazir
Ihre Tochter war nicht aufzufinden. Im ganzen Haus suchte sie danach. Sie fand sie nicht. "Yasemeen!"
Aalina hatte Angst, panische Angst. Wo war ihre Tochter? Es war dunkel und sie war nicht im Bett. Wo war sie?
Hastig zog sich Aalina ihre Robe über, wickelte den Turban um den Kopf. Ihrer Tochter durfte nichts passieren. Als hätte sie eine Vorahnung gehabt rannte sie zu den Stadttoren. Es war Nacht - und die Nacht war kalt und brachte Sandstürme mit sich.

Und da sah sie ihre kleine Tochter, wie ihre wilden Locken im Wind tanzten. Wie sie immer weiter in die Wüste hinausging. Sie sah zeitgleich Derya, wie sie in den Fängen der Wüste gestorben war. Aalina konnte es nicht zulassen, dass Eluive ihr erneut ihr Kind nahm. Egal, welche Warnungen ausgesprochen wurden, Aalina rannte los. Sie rannte zu ihrer Tochter, die peitschenden Sandkörner schmerzten in ihrem Gesicht. Sie hörte die Hilferufe. "Maaah, Daaaaah!" Es war eine Qual für Aalinas Ohren. Sie hatte schon einmal ihre Tochter verloren. Und kurz darauf ihren Sohn. Schnell rannte sie zu ihr, rüttelte sie, schob sie aus der großen Sturmwolke. "Lauf, Liebling. Lauf nach Hause!" Sie sah Yasemeen in die Augen. Das kleine Mädchen zitterte und weinte. "Geh, Mah ist gleich bei dir, geh!" Und sie schob sich mit ihr zurück.
Als wäre es ihr Schicksal gewesen erfasste einer der Sandstürme die junge Menekanerin. Sie war nicht unbedingt stark, auch nicht schwach, aber sie konnte dem Rauschen des Windes nicht standhalten. Sie sah ihre Tochter, wie sie nach ihr rief. "MAAAAAAAAAAAAAH!"
Und Aalina wusste schon jetzt, sie würde ihre Tochter nie wieder sehen. Und auch nicht Raakin. Der Sturm trug sie davon, so sehr sie auch dagegen ankämpfte. So sehr sie versuchte aus dem Sturm zu gelangen.

- Sie schaffte es nicht, aus den Fängen des Sturmes zu gelangen. Sie sah nur noch ihre Tochter, sie wünschte sich, dass sie das Schauspiel nicht sehen musste. Wachen kamen angerannt, schafften die Kleine weg, obwohl sie weiterhin schrie. Die Wachmänner versuchten gegen den Wind anzukämpfen, aber sie hatten ebenso keinerlei Chance. Der Wind hatte Besitz über die Menekanerin genommen.



Sie spürte, wie sie Stück für Stück keine Luft mehr bekam. Sie sah Raakin vor sich, sie wünschte, sie könnte ihm noch einmal sagen, wie sehr sie ihn liebte. Sie wünschte, sie könnte ihm sagen, dass er ihr Leben war. Sie flehte darum, morgen einfach in seinen Armen aufzuwachen. Aber sie wusste, sie hatte nicht mehr lange Zeit. Eluive zog sie mit jedem Atemzug in ihren Schoß. Sie würde Derya und Jafaar wiedersehen, Zaina und Saheeb. Tränen liefen über ihre Wangen. Was würde aus Amira werden? Was würde aus ihrer Tochter werden? Sie wünschte sich, daß Raakin sie nie vergessen würde. Und sie hoffte, er würde irgendwann mit einer Frau wieder so glücklich, wie sie es waren. Er hatte es verdient.

Leise flüsterte sie in den Wind. "Ich liebe dich, Raakin Yazir. Bis auf das der Tod uns scheidet...!" Die letzten Tränen versiegten auf ihren Lippen, als das Leben den schönen Körper der Menekanerin verlies.

Die langen Haare schlangen sich um die braune Haut der Menekanerin. Leblos lag sie am nächsten Morgen vor den Stadttoren. Schön war sie, die Menekaner sahen zum ersten Mal ihr Antlitz, hatte der Wind ihren Schleier meterweit in die Wüste getragen. Geschlossen waren ihre Augen, sie lag da, als würde sie schlafen. Sie schlief auch, nur würde sie nie wieder aus diesem langen Schlaf erwachen. So ruhig und schön hatte man sie lange nicht mehr gesehen. Einzig allein der leblose Körper war nun von Aalina Yazir geblieben. Und die Erinnerungen an eine Junge Frau, die ihren Weg tapfer gemeistert hatte und als Mutter und Ehefrau in den Armen ihrer Familie aufgehoben war.

Schnell drang die Nachricht über Menek'Ur, daß die Frau des Großwesiren verstarb.

Verfasst: Sonntag 22. Juli 2007, 01:42
von Raakin Yazir
Todunglücklich vernauhm er die Nachricht der Stadtwache welche Ihm die Nachricht am nächsten Morgen überbracht hatten. Obgleich er sich gefasst gab, ronnen ihm Tränen die Wange herunter und der sonst so gut gelaunt Magier zog sich in sein Haus zurück.
Die nächsten Tage sieht man ihn wohl nur noch selten draussen und sämtliche Lichter im Haus sind erloschen.