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Zuhause

Verfasst: Mittwoch 18. Juli 2007, 17:43
von Aydeen Lefay
Zuhause. Ein kleines Wort und doch mit so viel Bedeutung. Viele, die es haben schätzen es nicht, aber sie tat es. Sie wusste, was es bedeutet das zu verlieren.

Sanft berührt ihre kühle schmale Hand seine Wange und streichelte sie. Wie friedlich er da lag.
Entspannt und glücklich einfach. Nein, sie würde ihn nicht wecken. Er hat Ruhe und den heilsamen Schlaf verdient.

Lange hat es gedauert, viel zu lange. Die Vergangenheit schwindet langsam aus ihren Gedanken und wich einem Gefühl der Geborgenheit und dem Vertrauen. Sie hatte ein Heim und das verdankte sie alleine dem Mann, der sie aufrichtig von ganzem Herzen liebte.
Und sie? Jedesmal bei seinem Anblick nahm ihr der heftige Herzschlag den Atem. Es gab nichts was sie an ihm nicht liebte. Nun ja das Fluchen ein wenig und vielleicht auch der Konsum von starken Getränken. Aber genau genommen, und das wusste sie mit absoluter Sicherheit, liebte sich auch das, weil es zu ihm gehörte. Weil es eben er war und genau diesen Mann liebte sie ja, ohne um und auf, ohne wenn und aber.
Genau genommen, wer war schon ohne Fehler. Sie sicherlich nicht.
Diese Kleinigkeiten konnten ihrer Liebe zu ihm keinen Abbruch tun. Im Gegenteil das Gefühl wuchs von Tag zu Tag, wurde einfach immer stärker.
Bis ich einmal zerplatze vor lauter Liebe, dachte sie und musste dabei unweigerlich schmunzeln.

Was bedeuten da schon all die Verrückten, wie neulich diese eigenartige Frau, die vor den wachsamen Augen der Wachen Varunas ein Feuer entzündete. Was Aydeen aber am meisten ärgerte, war dass sie ihre Intelligenz unterschätze. Die Vielzahl an Verkleidung in der sie ihre Gegenwart Aydeen aufdrängte, war fast schon lachhaft.
Aydeen hatte von Sion gelernt zu beobachten. Und sie war eine gelehrige Schülerin gewesen. Gesichter, Bewegungen, Kopfhaltung, Klang der Stimme einfach alles blieb unweigerlich in ihrem Gedächtnis haften.
Man konnte sich verkleiden, aber es gab immer wieder etwas, wodurch man sich verriet. Genau auf diese Kleinigkeiten hatte er sie aufmerksam gemacht und sie geschult. Und Aydeen war dem toten Freund dafür dankbar. Er hier in diesem Land schätze sie all das, was er ihr eingeprägt hatte. Nein täuschen konnte man sie nicht.


Aber zurück zu dem Mann, dem ihr Herz gehörte, der es im Sturm mit einer Heftigkeit, die sich immer wieder schwindelig macht, erobert hat. Sie waren eins geworden. Trotz Schwierigkeiten. Untrennbar verbunden durch das Band ihrer Liebe. Eine Liebe, die ein bei weitem festeres und stärkeres Fundament nach so kurzer Zeit bereits hatte; etwas wovon andere nur träumen konnten.

Was zusammen gehört, wird sich nie trennen.

Sie glaubte die Stimme von Sions Freundin zu hören, als sie an diese Worte dachte. Wie recht sie hatte, und wie gerne hätte sie ihr das gesagt. Aber das ging nicht mehr, beide waren tot. Sie hätten ihn geliebt, dass wusste Aydeen mit Sicherheit und ihn als Freund aufgenommen, so wie sie es bei ihr getan hatten.

Mit einem glücklichen Lächeln stand sie sehr behutsam auf, um ihn ja nicht zu wecken.Dieser Mann hatte etwas ganz besonderes verdient, und mit dem wollte sie ihn überraschen.

Verfasst: Donnerstag 19. Juli 2007, 02:37
von Morgen Duester
Immer wieder ertappte sich Morgen dabei wie seine Gedanken abglitten. Selbst die einfachsten Dinge schienen ihm der Tage schwer von der Hand zu gehen. Egal ob er bei einem Bierchen in der Taverne gesessen oder auf der Jagd war. Immer zu ging ihm diese Frau durch den Kopf. Und was war das nur für ein seltsames Gefühl in seinem Bauch. Ständig kribbelte es wenn ihm wieder der Gedanke an sie kam. War er kank? Er schüttelte den Kopf. Nein wenn man krank ist fühlt sich das anders an.
Er konnte noch immer nicht das Vergangene so recht für sich ordnen. Wenngleich ihm derlei Dinge ohnehin schon immer schwer gefallen sind. Irgendwie hatte er sich schon lange nicht mehr so geborgen und glücklich gefühlt. Und er wusste nur zu genau das er das alles nur ihr zu verdanken hatte. Ständig wurde er schief angesehen, seie es aufgrund seiner Art oder einfach nur deswegen gewesen, dass er einfach immer etwas länger brauchte als der gebildete Städter. Sie aber akzeptierte ihn so wie er war. Anfangs hielt er es nur für gut gemeintes Mitleid doch das wich schnell der festen Überzeugung das sie es wirklich ernst mit ihm meinte. Er wusste irgendwie das er ihr vertrauen konnte. Und mit Vertrauen hatte er sich eigentlich immer schon schwer getan. Zu oft ist er einfach nur benutzt worden. Aber bei ihr war es anders....die Gewissheit..dachte er sich...ja die Gewissheit das sie es von ganzem Herzen ehrlich meinte.
Morgen schmunzelte etwas...da war sie schon wieder.....er schüttelte den Kopf..wie als versuche er doch mal an etwas anderes zu denken. Doch das gelang ihm nicht und irgendwie stellte er fest das er auch an garnichts anderes mehr denken wollte.
Er wusste von Anfang an das sie es war auf die er scheints sein ganzes Leben gewartet hatte. Er verstand die Welt nicht mehr. Hatte er nicht genug schlimmes getan? Wie konnte er soetwas nur verdient haben. Sie erinnerte ihn daran , dass er etwas wert sei, viel mehr sie sagte er sei das für das er sich selbst nie gahlten habe. Irgendwie schaffte sie es hinter seine rauhe Schale zu schauen, wo andere nur den raubeinigen Gesellen ohne Manieren zu sehen pflegten.
Jedes mal wenn er wieder etwas angestellt hatte oder fluchte fühlte er sich im selben Moment deswegen schlecht. Seltsam....war ihm sonst reimütiges Verhalten doch nie zu eigen gewesen. Er hatte sich stets mit den Fäusten durchs Leben geboxt. Verstand er ohnehin nichts davon Konflikte anders zu lösen. Sie aber schaffte es ihm zum Nachdenken zu bringen, wies ihm neue Wege. Wenngleich ihm jene nicht so einfach von der Hand gingen wie ihr. Aber Morgen wusste....er wollte an sich arbeiten. Denn um nichts auf dieser Welt wolle er sie verlieren. Geschweige denn sie traurig machen.
Er hatte gleich gemerkt das sie schlimmes erlebt haben musste alleine deshalb so schwor er sich wolle er nicht so sein wie das was sie in ihrer Vergangenheit erdulden musste. Groll stieg ihn ihm auf als er an die Dinge dachte die sie ihm im stillen über ihre Vergangenheit anvertraut hatte. Nein das würde er nicht nochmal zulassen, dass wusste er genau.
Noch nie hatte er sich einem Menschen der doch so anders als er war, so verbunden gefühlt. Er spürte wieder dieses flaue wohlige Gefühl im Magen. Ja er liebte sie.....er liebte sie wohl mehr als er jemals etwas anderes geliebt hatte in seinem Leben. Langsam so schien es lichteten sich die dunklen Wolken die wie ein unheilvoller Schleier über seiner Vergangenheit und seinem Dasein gewogt hatten. Er lächelte ...ja sie war die richtige

Unbeschreiblich

Verfasst: Freitag 20. Juli 2007, 18:17
von Aydeen Lefay
war das Leben an seiner Seite. Jeder Augenblick etwas Kostbares und so oft wollte sie einfach die Zeit anhalten, um Luft zu schöpfen. Sein Fürsorge und Liebe war allgegenwärtig.
Sie brauchte ihn wie die Luft zum Atmen und er sie genauso. Das Schicksal hatte zwei Leben zusammengeführt, zwei Herzen untrennbar verbunden.

Aydeen war es zur Gewohnheit geworden ihn jeden Tag mit einer Kleinigkeit zu überraschen. Sie wollte nur eines ihn glücklich machen, all das schreckliche, was er erlebt hatte, einfach vergessen lassen. Zu viele Menschen hatten ihn missbraucht und verletzt und das nicht nur körperlich. Jetzt war die Zeit des Glücks. Schmerz und vergangenes Übel gehören der Vergangenheit an.

Es war ein Abend eigentlich wie jeder andere. Die klare Luft der Insel strömte durch das geöffnete Fenster in den kleinen wohnlichen Raum, wo sie beide es sich zur Angewohnheit gemacht hatten, miteinander zu essen, herum zualbern, Zärtlichkeiten auszutauschen aber auch Dinge, die ihnen beiden wichtig erschienen zu bereden.

Genau da geschah es. Zuerst war sie ein wenig verwirrt, dachte ihm wäre übel geworden, war doch die Krankheit erst vor kurzem geheilt worden. Besorgt wollte sie schon aufspringen, ihn umarmen und stützen. Aber dann vernahm sie seine leisen, unglaublich liebevollen Worte.

Ja ich will, am liebsten hätte sie diese Worte jubelnd hinaus in die ganze Welt geschrieren, aber in diesem Augenblick versagte einfach ihre Stimme.
Ja ich will deine Frau werden, sagte sie leise und in den großen tiefblauen Augen spiegelten Glück und Liebe.
So unerwartet und doch so sehnlich erhofft hatte sie jenen Augenblick, wo er vor ihr kniete und um ihre Hand anhielt. Sütrmisch fiel siei hm um den Hals und hielt sich an ihm fest. Die starken Arme umarmten ihren zierlichen Körper und mit der ihm so eigenen Behutsamkeit und Vorsicht, als könnte er sie durch irgendeine seiner Berührungen zerbrechen, trug er sie zum gemeinsamen Bett.

Ziemlich rasch schlief sie danach ein. Der Duft seiner Haut und die Geborgenheit seiner Nähe waren wohl schuld daran und so vieles mehr, was ein starkes wildes Herzklopfen verursachte, wenn sie nur daran dachte.
Des Nachts schlich sie heimlich zu ihrer Truhe, wo bereits das Brautkleid sorgfältig versteckt vor seinen Augen lag. Sanft berührte ihre Hand den zarten feinen Stoff, der die Vorzüge ihres Körpers noch mehr hervor hob. Es war einfach unbeschreiblich, so unbeschreiblich wie der Tag für sie beiden sein würde. Wie ein Kind, welches das lang erhoffte Spielzeug erhalten hatte, drückte sie das Kleid an ihren Körper und drehte sich anmutig im Raum damit. Wie eine verzauberte Meerjungfrau muss sie wohl gewirkt haben, da mitten im Raum nackt mit dem Kleid an ihren Körper gedrückt. Das lange schwarze Haar herab wallend bis zu den zarten Hüften, am Kopf das zierliche Geflecht aus Metall, welches bei jeder ihrer tänzerischen Bewegungen funkelte.
Das edle von Schönheit geprägte Gesicht strahlte von innen heraus, und verlieh ihm jene bezaubernde Verklärung, die eben nur Menschen, die wirklich lieben, haben. Lieblich und voller Anmut drehte sich die kleine zierliche Person in dem Raum im Schein des Mondlichts, welches der nackten seidigen Haut einen perlmutig anmutenden Schimmer verlieh. Das Kleid und das lange Haar folgten ihren Bewegungen. Nur das leise Rascheln des Stoffes war zu hören.
Wie lange sie sich da gedreht hatte, wusste sie nicht mehr. Sorgfältig verstaute sie das Kleid erneut in ihrer Truhe.
Danach huschte sie zu ihm unter die Decke. Sanft die nun eiskalten Füße an die seinen schmiegend.

Ich liebe dich, haucht sie leise an sein Ohr.
Sein Schnarchen bestätigte ihr, dass er tief schlief und von all dem nichts mitbekommen hatte.
Zärtlich kuschelte sie sich eng unter der Decke an seinen Körper und schlief diesmal bis zum frühen Morgen durch.

Verfasst: Montag 23. Juli 2007, 23:36
von Morgen Duester
Später des Nachts kam Morgen nach Hause. Er hatte sich viele Gedanken über das gemacht was war und was sein könnte. Er hätte sich so gerne persönlich von ihr verabschiedet aber aus irgend einem Grund hatte er das Gefühl das ihr seine Einladung zum Essen nicht sehr gelegen kam. Aber er wusste auch das seine Reise nicht aufzuschieben war. Hatte er doch gestern eine Depesche aus der Heimat bekommen. Es hieß das sein Bruder wieder in Schwierigkeiten stecke und sie ihm den Prozess machen wollten. " Hat sicher wieder einer Adligen nachgestellt!" murmelte Morgen als er sich im fahlen Schein der Kerze daran machte ihr krakelig eine Nachricht zu schreiben. Kurz glitt sein Blick zum Fenster. Sie war immer noch nicht daheim.....er seufzte. Wie gerne hätte er sie noch einmal in den Armen gehalten ihr gesagt das er sie liebt. Doch sie war nicht da. Kalt und leer wirkte das Haus in jenem Moment auf ihn. Dann legte er die Nachricht auf den Tisch im Vorzimmer griff seinen Seesack vom Boden und löschte die Kerze. Nocheinmal glitt sein Blick durch den Raum. Würde sie noch da sein wenn er wieder kommt? Er wusste es nicht. Schienen ihr doch andere Dinge in letzter Zeit wichtiger geworden. "Nun sie werde schon wissen warum" murmelte er ehe er durch die Tür ins Dunkel der Nacht trat. Milchig trüb schien der Mond in jener Nacht. Klackernt sperrte er die Haustür ab und suchte sich seinen Weg durch den Garten. Auf dem Feldweg blieb er nocheinmal stehen. Hatte er dort oben weiter den Weg herauf nicht etwas gesehen? Kommt sie vielleicht doch noch heim?
Dann schüttelte er den Kopf und seufzte. Nein nur ein Hirngespinst. Langsam suchte er sich dann seinen Weg zum Hafen. Schlurfend den schweren Seesack auf dem Rücken tragend. Als er den Pier erreichte bestieg er das Schiff das ihn zu seinem Bruder bringen sollte.

Sehnsüchtige Erwartung seiner Rückkehr

Verfasst: Mittwoch 25. Juli 2007, 12:37
von Aydeen Lefay
Immer wieder liest sie die Zeilen, die er auf den für sie beide gewohnten Platz hinterlegt hatte. Solange bis Tränen sich in ihren Augen bildeten. So sehr berührte sie, das was er ihr zu sagen hatte. Wieso war alles immer so kompliziert. Wieso nur war er immer so stur. Nun ja sie war es ja auch. Aber bei weitem nicht so wie er.

Sie hatte sich so sehr auf das gemeinsame Essen gefreut. Ja, sogar ein besonderes Kleid dafür angezogen, um diesen Abend entsprechend zu würdigen. Irgendwie schlich sich bei ihr aber der Gedanke ein, dass er ihn doch lieber alleine verbringen wollte. Sie liebte und achtete ihn so sehr, dass sie bereit war, auf seine Wünsche einzugehen, und die ihren einfach zurück zustellen.
Du kannst gerne den Abend alleine verbringen, so du möchtest. Ich werde nach dem alten Alfons sehen, ob es ihm gut geht. Genau diese Worte lösten dann eine Reaktion bei ihm aus, mit der sich nie und nimmer gerechnet hatte.
Gut, dann gehe du zu deinem Alfons und ich werde den Abend alleine in der Taverne verbringen.
Bei dem „gehe du zu deinem Alfons“ wurde sie bereits stutzig. Wieso meiner? Ich kenne ihn kaum. Ich kümmere mich ein wenig um ihn. Er kümmerte sich ja auch täglich um seine Freunde, war mit ihnen täglich unterwegs. Das war ja auch gut so, um Freunde muss man sich kümmern.
Also gut, gehen wir.Darauf folgte sein, „jetzt habe ich aber keine Lust mehr“. Für einen Herzschlag setzte ihr Atem aus bei den Worten. Sie klangen so hart, so unnahbar. In solchen Augenblicken war er ihr fremd und das schmerzte. Es war nicht ihre Art etwas zu erzwingen, also ging sie zu Alfons.

Und jetzt sitze ich da und weine. Aus dem Schreiben ging nicht hervor wann er zurück kehren wird. Wie lange es dauern wird seinen Bruder zu helfen. Das war ihr schon klar, das konnte er ja kaum wissen. Schon gar nicht wenn ihm dessen Schwierigkeiten unbekannt waren. Wie sonderbar das Leben doch verlief. Wie unsicher er, der äußerlich so viel stärker doch war. Aber wenn es um sie ging, war er weich und sanft und sehr verletzlich.
Natürlich werde ich dich hier erwarten, Liebster, murmelt sie leise und wischt sich die Tränen rasch ab. Und du wirst überrascht sein, was ich bis zu deiner Rückkehr so alles in unserem Zuhause gemacht habe.

Morgen schon wollte sie all das, was sie sich vorgenommen hatte, um ihn zu überraschen, in Angriff nehmen. Und bei dem Gedanken daran wurde ihr warm ums Herz. Sie vermisste ihn jetzt bereits, aber die Aufgaben würden sie ablenken und es waren bei weitem nicht wenige, die sich gestellt hatte.