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Ameisen und Zwiebelsud tun' Bruder Titus gar nicht gut

Verfasst: Dienstag 17. Juli 2007, 13:13
von Tithus Hemmel
"Herrsch auf'd Seyt'n, die vardommt'n Viecha geh'n nit weg. Beym Sternvota, wos sollt' i nua moch'n?" fluchte der alte brummige stark beleibte kerl als er vor seinem ausgehöhlten Baumstamm stand.

Dieser Baumstamm war seine Wohnung, eine bestimmt 1000jährige Eiche, die vom Bitz erschlagen einst umfiel und scheinbar im laufe der Jahre ausgehöhlt wurde und außen verhärtet war nannte er sein Zuhause. Warum gerade da? Das fragten ihn in letzter Zeit einige.

"Jo Mey, weyl's g'miadlich is do, gäh?" pflegte er dann zu antworten. er fand es einfach mal - anders. Und ein frommer Waldmönch, wie Bruder Titus es war pflegte nunmal einfach zu hausen.

Gleich neben dem Baumstamm gab es ein provisorisch eingerichtetes Lagerfeuer und einen Haken, an dem er, wenn er es schaffte, eine Wildsau zu fangen, sie zum Ausbluten und Räuchern aufhängen konnte. Geräuchertes mochte der einfach wirkende Mann am liebsten.

In jedem Falle hatte er ein Problem. Kleintier. Offenbar hatte eine Ameisenkolonie sein zuhause als neue Brutstätte entdeckt. Es juckte ihm am ganzen Körper, und er war ein äußerst mächtiger Mann. Er wog ob Größe und Statur bestimmt mehr als 150 Kilo, und die Ameisen waren Zahlreich.

Sie krabbelten an all den Stellen zwischen seinen Speckfalten am Körper herum, und das war äußerst unangenehm. Was konnte man in solch einem Falle wohl am ehesten tun?

Er entsinnte sich eines Rezeptes, welches ihm sein alter Meister beibrachte. "Um kleintier zu vertreiben kann man am besten zwiebeln nutzen" hatte er gesagt.

Nundenn - so setzte er seine üppige Masse in bewegung. Der nackte Mann stülpte sich seine heruntergekommen wirkende Robe über, die wohl mehr wie ein übergestülpter Jutesack wirken mochte und griff sich seinen knorrigen Stab um sich in Bewegung zu setzen.

Er bediente sich einfach am nach barhof, indem er in das Zwiebelfeld trat und sich ein paar von jenen zu holen. Am Wege verputzte er eine Zwiebel. Als er zurückgekommen war setzte er heißes Wasser auf.

Ein Zwiebelsud musste her. er ahnte, was auf ihn zukommen würde. Arbeit und schlechter Körpergeruch.

Verfasst: Mittwoch 18. Juli 2007, 12:40
von Tithus Hemmel
Die Pampe, die nun so weit fertig war wurde überall verteilt, wo sich ein potentielles Ameisennest befand. Vor allem die Ritzen und Löcher innerhalb des Baumstammes mussten bepinselt werden. Das war eine sehr unangenehm riechende Sache... Obwohl... Titus bekam plötzlich Appetit auf Zwiebelsuppe.

Die Arbeit dauerte etliche Stunden, und Titus stank nach Zwiebeln von oben bis unten. Er merkte es nur einfach nicht mehr, so beschloss er einfach, den Rest dieses Gemisches, das dazu gedacht war, diese lästigen Kleinviecher aus seinem Heim zu vertreiben, aufzuessen. Und somit griff er zu einem Holzlöffel und nahm es zu sich.

"Jo Mey, a Zwüf'lsupp'n is' kane, gäh, oba schmeck'n tuat's trotzdem" brummelte er zufrieden.

Im Umfeld um seinen Baumstamm s chienen nun generell die Tiere das Gebiet zu meiden. So manch Wanderer mochte einen penetranten zwiebelgestank verspüren. Und da noch Sommer war, und es brütend heiß war breitete sich der Geruch noch mehr aus.

Als er sich danach auf dem Weg nach Bajard machte liefen Bruder Titus eine Mutter und ein kleiner Junge an ihrer Hand über dem Wege. "Mami, der ditte Mann stin't sooooo." hörte er den kleinen sagen. Sofort gebot ihm die junge Mutter, ruhig zu sein.

Titus musste innerlich schmunzeln. Die Ehrlichkeit der Kinder, ach ja. "Dem Sternvota seyn Seg'n" grüßte der Priester Horteras' die beiden freundlich, darauf bedacht dem Jungen und der Mutter seine Zwiebelfahne direkt entgegenzupusten.

Die Frau rümpfte die Nase und ging wortlos weiter. Ja, Bruder Titus hatte vielleicht eine neue Waffe gegen Angreifer entdeckt. Besonders die Anhänger dieses Lausejungen Alatar waren da ziemlich schnell bei den Waffen. Erst Neulich musste er einer Templerin Alatars eine Lektion erteilen.

Aber nicht hier - nicht heute. So beschloss er in Bajard erstmal sich nackt auszuziehen und ein kühles bad zu nehmen, um den Gestank von zwiebeln zumindest mal von seiner Haut zu bekommen, die bestimmt doppelt so viel war wie bei einem normalen ausgewachsenen Manne.