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Das Band

Verfasst: Sonntag 8. Juli 2007, 16:06
von Miriam Mandelbuche
Bald war es so weit und so machten sich Rowing und Miriam daran das Band zu knüpfen welches ihr Liebe an dem bevorstehenden Ereignest symbolisieren sollte…

Feuer

Das Feuer… Rot… die Farbe der Liebe…

Rowing hatte trockenes Holz im Nordwald gesammelt, während sie das Wasser holte und die Farben bereitstellte. Gemeinsam suchten sie die richtige…ihre… Farbe aus und tauchten eine Hand voll Baumwollfäden in der Flüssigkeit unter. Während die Fäden sich langsam aber sicher mit der Farbe voll sogen richteten sie den großen Stapel mit dem Holz auf.

Es dauerte eine kleine Weile bis sich das Feuer alles zu Verzehrende einverleibt hatte und es leis zu knistern begann. Kleine Funken waren alsbald gegen den dunkeln Nachthimmel zu sehen und zwei Gestalten die sich davor gegenübersaßen.

Rowing knotete die mittlerweile schon fast wieder ganz trocken gewordenen Bänder an einem Ende zusammen und hielt sie nun an genau jenem Knoten fest. Miriam musste nicht auf ihre Hände blicken während sie flocht nur zu gut kannte sie alle erforderlichen Handbewegungen…

Erde

Die Erde… die Pflanzen… Grün…

Nach der Nacht vorm Feuer reckten und streckten sie sich. Schauten ob die Glut schon verloschen war oder ob noch Gefahr drohte wenn sie nun diesen Ort verließen. Sie konnten gehen. Gingen so weit wie sie durften in den Nebelwald und suchten den ältesten Baum. Zu dessen wurzeln setzt sie sich ins nelbelfeuchte Grass.

Miriam zog aus ihrer Tasche die mitgebrachten Mate- und Brennnesselblätter um sie zwischen zwei Steinen zu zermahlen. Auch einige Spinatblätter fanden ihren weg hinzu. Ein richtiger Brei entstand so den Rowing mit etwas Wasser versetzte um dann ein Paar lange Bänder unter zu tauchen.

Während dessen die Farbe von den Bändern aufgenommen wurde schwiegen sie und liebten sich fast lautlos, denn alle Geräusche verschluckte der immerwährende Nebel schon nach wenigen Schritten.

Unendlich glücklich sahen sich beide an, während sie wie am Abend zuvor gemeinsam die Fäden mit einander verknüpften….

Wasser

Das Wasser… Meer… unendliches Blau…

Dass das Wasser so dermaßen kalt sein würde hatte Miriam nicht gedacht. Doch eigentlich hätte es ihr klar sein können, kam es doch direkt aus dem nackten Fels wo die Sonne keine Möglichkeit fand es dahinter zu wärmen. Rowing schien das nicht wirklich etwas auszumachen und so konnte man auch hier zwei schweigende Menschen erblicken die sich in die Augen sahen und Zwischen ihren, halb im wasserstehenden Körpern, ein Band flechtete…

Kurz zuvor…
Miriam und Rowing waren weiter gezogen. Er Zeigte ihr die Stelle wo sie das dritte Band knüpfen würden und so saßen sie alsbald nahe einer Quelle am Ufer, um unter anderem bläuliche Stockrosenblüten und Holunderbeeren zu vermengen. Alles zusammen sollte einen herrlichen Blauton ergeben. So wurden die Baumwollfäden in ein Gefäß gelegt und der Saft darüber gegossen bis sie zu schwimmen begannen. Nachdem sie wieder ausgewrungen waren trocknete die Sonne sie rasch zu Ende…

Luft

Die Luft… weiß… weiche Wolken…

Miriam deutete den weg hinauf oder das was sie für den weg auserkoren hatte um auf den höchsten Gipfel Gerimor`s zu kommen und Rowing nickt nur still. Sie machten sich daran empor zu steigen und mit gegenseitiger hilfe erklommen sie wirklich den Berg. Das ganze Land lag unter ihnen und man konnte die kleinen Schattenwolkenüber das Grün zeihen sehen. Miri stellte sich so das fliegen vor. Der Wind spielte mit ihren Haaren und alle Sorgen waren hier oben plötzlich nicht mehr wichtig.

Glücklich hüpfte ihr Herz und in Rowing Augen erkannte sie die gleichen Gefühle. Überwältigt von dem Ausblick den sie gemeinsam genießen durften verhaarte sie und schauten dem Spiel des Windes mit dem Grassmeer zu. Fast vergaßen sie weswegen sie gekommen waren doch hatten sie eine Aufgabe hier…

Das letzte Band… ungefärbt und weis wie die Wolken die am Himmelzelt vorbei zogen wurde gefertigt wie jene anderen zuvor. Sodas die einzelnen Fäden miteinander verschlungen waren und miteinander ein dünnes Seil bildeten…

Zuhaus…

Ihr Zuhaus… in Liebe miteinander erbaut…

Ein letzen Schritt gab es noch zu tun. Einmal noch würden sie schweigen… einmal noch gegenübersitzen… einmal noch sich bestätigen, das Band noch enger verknüpfen zu wollen… einmal noch all ihre Gefühle in das entstehende Symbol ihrer Liebe zu senden.

Jeder für sich und doch gemeinsam.

Tränen der Freude und des vollkomenden Glückes rannen ihnen über die Wangen, als der letzte Knoten geknotet ward und sie eng aneinander geschmiegt in den Fellen vor ihrem Kamin einschliefen.