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Verinnerlichungen der Tugenden
Verfasst: Sonntag 17. Juli 2005, 13:49
von Rafael de Arganta
I. Gerechtigkeit und Mitgefühl
Er ritt über die zwei Brücken.
Wie oft war er früher hier gewesen, im Zuge seiner Ausbildung.
Mitleid ... Eine der Tugenden der Temora.
Mitleid ... War die Tugend die er im Moment nicht empfand. Nicht für Adrian, doch hoffte er das Temora ihm es verzeihen würde.
„Wer ohne Mitleid lebt , stirbt ohne Liebe. Mitgefühl ist die Ehrfurcht eines Kindes vor der natürlichen Welt und seine Liebe zu allem, was darin lebt. Mitleid mit anderen Spiegelt die Liebe wieder, die in der eigenen Seele weilt. Es erfordert Kraft, am Mitgefühl festzuhalten, denn wenn es unter Druck kommt, vergeht es schnell. Wer seinen Willen, anderen zu helfen, testet, wird feststellen, daß sich das Mitgefühl in seinem Gemüt wie ein Waldbrand verbreitet.“
Rezitierte er leise, und hob seinen Blick gen Boden als er den Schrein des Mitgefühls, des Mitleids betrat.
Seine Lederne Rüstung knirschte als er das Knie beugte, und seit langem zum ersten mal wieder die Gefühle zuließ die in ihm wüteten, und leise hielt er Zwiesprache mit sich... mit seinem Glauben.
Mit Temora.
„Meine Seele ist gefesselt an jenen Schwur mir meine Gerechtigkeit zu holen.
Ich werde meine Rache stillen, und mich dann deinem Richtspruch stellen.“ Sprach er leise.
„Keines deiner Tugenden entspricht wirklich jenem was ich vorhabe, dessen bin ich mir bewusst, doch Mitleid, ist es was ich Adrian entgegenbringe.
Mitleid dafür das er nicht weiß was er getan hat, das er so fehl handelte, und nicht den Weg zu dir findet. Ich war einst ein Streiter deiner Lehren und wandel nun auf einem Wege zwischen dem Dunkel und dem Licht.
Es gab für mich früher nur die Wahl des Weges deiner Führung, oh Temora, oder den des einfachen Weges, doch stets war ich mir meiner Wahl nur zu gut bewusst.
Das bin ich auch noch heute, doch muss ich jenen Weg verlassen, für einen Augenblick in deinen Augen, um für mich Gerechtigkeit fordern.
Gerechtigkeit ... ebenso eine deiner Tugenden denen ich folge.
Geheimnisse der Gerechtigkeit. Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegs-nebeln. Der feurige Wille, der uns gen Gerechtigkeit drängt, kann die Wahrheit aus den Augen verlieren. Andere mit Ruhe und Ausgeglichenheit zu richten, erfordert Wahrheit und den Mut der Überzeugung, der Wahrheit nachzustreben. Als Lohn wird die Gerechtigkeit Eurem Gemüt Aussagekraft verleihen.
Ich verliere die Wahrheit nicht aus den Augen. Er ließ mich richten um sein Tun zu verschleiern. ER tötete was ich liebte. Ich habe den Mut... ich bin Überzeugt von meinem Tun ... mein Lohn wird die Gerechtigkeit sein.
Ich bitte dich Temora du deren Willen ich folge. Gebe mir die Kraft das zu schaffen um endlich die Ruhe zu finden die ich suche! Gib mir einen Hinweis, auf das ich weiss das ich dein Wohlwollen nicht verlor und du mir vergeben wirst.
Zeige mir wie ich zu helfen vermag. Anderen und mir, auf das ich den Schmerz verliere der in meiner Brust tobt, sobald ich die Augen schließe.
Nur ein Traum?
Verfasst: Montag 18. Juli 2005, 07:22
von Stimme im Wind
Nackte Füsse schreiten über feuchtes Gras. Der Pfad ist unklar und doch schreiten die Füsse voran. Wohin führt der Weg? Augen blicken sich um und erkennen eine Lichtung im Nebel. Weiter tragen die Füsse voran. Zwei Pfade führen fort, hinein in den Wald. Der eine klar vor den Augen liegend, leicht zu gehen wirkt der Pfad. Verführerisch liegt er vor den sehenden Augen. Verlockend winkt jene verlorene Liebe in der Ferne, verführerisch ist der Pfad.
Jener andere liegt im Dunkeln. Schwer einzusehen ist er. Was dort wartet nicht einzuschätzen. Nebel lässt alles im unklaren und doch weht ein warmer Wind von dort, zerstreut den Nebel leicht. In der Ferne, vom Nebel verdeckt scheint jemand zu warten und ebenso zu winken. Doch ist die Gestalt nicht deutlich zu erkennen. Welchen Weg mag der wartende wählen.....?
Verfasst: Montag 18. Juli 2005, 09:06
von Rafael de Arganta
Der Traum weckte ihn, und er war trotz der Harmlosigkeit in Schweiss gebadet.
„Roselynn...“ murmelte er wie zu sich selber, und wischte sich über das Gesicht.
ER hatte sein Nachtlager direkt neben dem Schrein aufgestellt gehabt und wollte sich nur einen Moment der Ruhe gönnen, aber es war noch immer mitten in der Nacht und er noch nicht gewillt die Reise wieder auf zu nehmen.
Welchen Weg hätte er genommen. Das Unbekannte? Die Unbekannte Frau? War es Temora? Nein... Temora war mit ihm um ihn... es war was Neues... aber er ... er schüttelte den Kopf.
Er würde nie wieder so lieben. Er wollte es ganz einfach nicht.
Adrian würde dafür büßen das er sie ermordet hatte! Geschändet. Er würde Gerechtigkeit fordern und danach .. würde er sich dem Urteil stellen, und der würde... der musste den Tod bedeuten.
Man nahm nicht jemandes Leben. Egal aus welchem Grunde.
Doch war es ihm in diesem Falle egal. Er würde die Strafe dafür annehmen.
Deswegen machte er jene Walfahrt.
Um sich seinem Glauben zu versichern.
Um sich ohne Angst dem Urteil beugen zu können.
Müde legte er sich wieder hin, und schloss die Augen.
Der Schlaf übermannte ihn fast sofort wieder, und der Traum setzte wieder ein.
Erneut stand er wieder vor dem Wege....
Seit wann setzten Träume wieder ein an Stellen wo man erwachte?
Er blickte auf den Weg zu Roselynn... dann zu jenem mit der Unbekannten.
Würde alles wieder Gut, wenn er jenen Weg ging zu seiner Geliebten?
Die Verwirrt, geblendet gewesen war von jenem Grafen.
Wenn er zu ihr ging, würde sie erkennen das er die Richtige Wahl war.
Entschlossen wendete er sich von der Unbekannten ab, und betrat jenen Weg der ihn zu Roselynn führte.
Erst langsam ging er, dann jedoch begann er immer schneller zu werden und rief ihren Namen.
„Rose... Roselynn ... jetzt wird alles wieder gut.“
Verfasst: Montag 18. Juli 2005, 09:18
von Stimme im Wind
Verheissungsvoll und lieblich lächelt die Frau ihm entgegen, als er den Weg nun weiter geht. Alles scheint richtig zu sein. So mag er seinen Schritt wohl schneller setzen, schnell bei ihr zu sein.
Bald schon erreicht er sie und sie breitet die Arme vor ihm aus, ihn bei sich zu empfangen. Doch kaum als er dies in Freude und Erwartung tut, trifft ihn ein tiefer, zerreissender Schmerz. Fassungslosigkeit mag ihn zurückzucken lassen und erkennend machen dass ein Messer sich tief in seine Brust gebohrt hat. Laut und boshaft erschallt nun das Lachen jener, die er so vermisst hat. "Narr der du bist, wirst du nie erkennen?" schallt es ihm aus ihrem Munde höhnisch entgegen. Dann verschwindet sie lachend und er bleibt blutend zurück. Über allem schwebt eine Stimme. Sanft mag sie erklingen und doch von Strenge getragen: "Kannst du der Richter sein? Siehst du hinter jede Tür und erkennest? Bist du weise und willig die Augen zu öffnen?"
Diese letzten Worte begleiten ihn als er schweissgebadet aber unverletzt aus dem Traume erwacht.
Verfasst: Dienstag 19. Juli 2005, 10:37
von Rafael de Arganta
Mit einem Aufschrei kam er hoch. Seine Hände keuchend auf die Brust gedrückt, und es hätte ihn nicht einmal verwundert wenn Blut an seinen Händen klebten.
Welch Traum... welch Alptraum.
Er stand auf und unsicher glitt sein Blick zu dem heiligen Ort, an dem er zuvor gebetet hatte.
Er hatte sich ein Zeichen erbeten... war dieses das Zeichen?
Vehement schüttelte er den Kopf. Das war nur ein Alptraum ... ein dummer Alptraum gewesen. Er bedeutete Nichts! Absolut nichts!!!
Es musste ein Zeichen geben ...es würde ein Zeichen geben. Ein Anderes.
Er verfluchte sich innerlich ... ein Anderes? Gab er damit nicht zu das es ein Zeichen war?
In seinen Augen funkelte es als er seine Sachen packte.
3 Jahre!
Es waren drei Jahre die er gebraucht hatte, wieder einigermaßen zu Kräften zu kommen.
Drei Jahre, das er wieder nah an Adrian gekommen war.
Drei Jahre in denen der die Narben an seinem Körper und am Geiste, jeden Tag zu Gesicht bekommen hatte.
Nein!
Temora würde... Temora DURFTE ihm seine Rache nicht verwehren.
Es war Gerechtigkeit. ER würde einen Mörder seiner gerechten Strafe zuführen. Mehr nicht.
Er sattelte sein Pferd und ritt weiter.
Der Schrein der Geistigkeit war sein nächstes Ziel. Er war in der Nähe von Rahal und Rafael musste durch Varuna zurückreiten um dorthin zu gelangen.
Als er in der Nähe seines Haus war, bemerkte er am Haus der Heilerin, eine Frau, die mit unsicheren Schritten aus dem Haus, in das Licht der aufgehenden Sonne trat.
Das Morgenlicht tauchte ihr Haar in ein Hell das dieses Kupfern leuchten ließ.
Rafael hielt für einen Moment an, schaut sie an, als die Unbekannte, Schöne, auch schon zusammen zu brechen schien.
Sie wankte hielt sich an einer großen Holztruhe fest, und setzte sich dann darauf, als ihre Beine sie wohl nicht mehr zu tragen vermochten.
Schnell glitt er aus dem Sattel und sprang zu ihr, und konnte sie gerade noch im rechten Moment auffangen, bevor sie auf den Boden schlug.
Traurige... traurige Veilchenblaue Augen sahen ihn an, und trafen ihn bis ins Mark.
„Lasst mich ... ich will... muss zu ihm.“ Hörte er sie murmeln, während er sie aufhob.
„Ihr müsst jetzt erst einmal gar nichts außer dort hinein, woher ihr gekommen seid.“ Meinte er mit fester Stimme und schob die Tür des Hauses mit dem Fuß auf.
„Halloooo?“ rief er, noch bevor er das Innere betreten hatte, und blickte wieder die Frau an, die voller Schmerz die Augen fest zusammenpresste.
Doch irgendwie glaubt er nicht wirklich das es ein körperlicher Schmerz war. Er wollte gerade etwas zu ihr sagen als ein Mann in der Tür eines der Räume erschien, und ihn fast erschrocken ansah. „Lina.... ihr solltet doch nicht... ihr solltet liegen blieben.“
„Wohin soll ich sie bringen?“ Fragte Rafe nur, den Blick auf den Mann gerichtet, der nun zögerlich die Treppe hinauf wies.
„Dorthin... hinauf in ihre Räume.“ Dem Heiler schien es nicht wirklich Recht das ein Unbekannter sich nun einmischte, aber Rafe ließ sich nicht beirren.
Auf seinen Armen trug er die leichte Frau die Treppe hinauf, die Anweisungen des Heilers befolgend, der ihm auf dem Fuß folgte.
„Was hat sie?“ fragte Rafe, während er sie vorsichtig auf das Bett legte, doch der Mann schob ihn fast unwirsch zur Seite, kümmerte sich jetzt nur noch um seine Patientin, deren Lider unstet zu flackern begannen.
Rafe warf noch einen Blick auf die junge Frau, deren Blick sich in seine Seele gefressen zu haben schien. Ihre Traurigkeit, ein Spiegel seiner Selbst wie er es vor Jahren empfunden hatte.
Ohne ein weiteres Wort, drehte er sich auf dem Absatz um und verließ das Haus.
War das das Zeichen?
Wieder schüttelte er den Kopf.
Sicherlich nicht.
Doch ... wer war sie?
Grübelnd stieg er wieder auf sein Pferd, um seine Reise weiter zu führen, doch noch lange dachte er an jene Begegnung, nicht wissend ob Zufall oder Schicksal.
Verfasst: Mittwoch 20. Juli 2005, 08:58
von Rafael de Arganta
II Geistigkeit und Opferbereitschaft
Der Schrein der Geistigkeit
Ruhig ritt er aus Varuna hinaus.
Die Gedanken kreisten um jene Begegnung, von der er noch nicht wirklich wusste was sie bedeuten sollte.
Warum hatte der Blick dieser Frau ihn so tief berührt?
Warum... dachte er noch immer darüber nach?
Zum Glück brauchte er nicht lang bis hin zum Schrein der Geistigkeit, und er zwang sich seine Aufmerksamkeit auf die kleine, weiße Kapelle zu lenken die nun vor ihm lag.
Mit einer geschmeidigen Bewegung ließ er sich vom Pferd gleiten, öffnete die Tür und betrat den mit grünen Fliesen ausgelegten heiligen Ort.
Erneut beugte er sein Knie in Ehrfurcht und leise klangen Worte die er gelernt hatte, an die er glaubte, durch den Raum.
„Spiritualität ist der Wunsch , die Seele ständig zu verbessern. Die geistig Suchenden sind in Ihrem Hunger nach Wahrheit, Liebe und Mut nie gesättigt. Von welchem Prinzip man auch immer ausgehen mag, die spirituelle Energie schafft das nötige Gleichgewicht unter ihnen. In der Einheit von Wahrheit, Liebe und Mut werden Sie Ihr Gemüt mit friedvoller Spiritualität erfüllen.“
Er machte eine Pause, bevor er anfügte. „Temora, Lichteine. Dir diene ich in aller Demut. Mein Hunger nach Wahrheit richtet sich auf eine Angelegenheit die ich klären will und werde. Meine Liebe zu dir versiegt nie. Vergebe mir meine Taten die ich durch zu führen habe. Ich weiß das der Tod eines Mannes niemals der Weg ist den ich beschreiten sollte. Das es nicht das ist was du willst, das wir Menschen tun.
Doch wird nichts mich davon abhalten.
Meine stete Hoffnung richtet sich dahin das du mich nicht ob meines Tuns verdammst, sondern ich Vergebung finde.
Vergebung, wie ich sie Adrian zugedeihen lassen werde... nach seinem Tode.“
Lange klangen die Worte noch nach in der Stille, und nur langsam erhob er sich um zu seinem Pferd zurück zu kehren.
Der Wald den er nach der Überquerung der Brücke durchritt, kam ihm still und Dunkel vor.
Und auch der Schrein der Aufopferung lag fast ein wenig duster an jenem Ort.
Doch ein Gefühl von Friede durchströmte ihn als er ihn betrat und wie zuvor niederkniete um leise Worte zu murmeln.
Das Opfer sammelt die Liebe im Herzen des Mutes. Das Opfer erfordert eine Liebe unserer Selbst, die ohne Rücksicht an andere weitergegeben wird, wenn die Eigenliebe eine Wahl vorschlägt, die sicherer ist. Dort , wo solche Wahl herrscht, befindet sich kein Opfer. Dort , wo die Form einer solchen Wahl verschwimmt und undeutlich wird, findet der höchste Standart des Gemeinwohles seinen Ausdruck. Wenn ihr den Mut findet, eure Liebe weiterzugeben, findet Ihr darin auch das Opfer.
Still verharrt er nachdem er die letzten Worte gesprochen hat, und statt das er wie zuvor weiterspricht, sein Handeln erklärt, um Vergebung oder Verständnis zu finden vor seiner Göttin, hat er wieder das Bild jener Frau vor sich.
Gequält hatten ihre Worte geklungen. „„Lasst mich ... ich will... muss zu ihm.“
Wer war es. Ihr Mann? Ihr Geliebter? Hatte sie ihn verloren? Hatte er sie verlassen?
Fast unwirsch stand er auf.
Was ging es ihn an?!
Nichts. Überhaupt nichts! Er wollte weiter! Durfte nicht zulassen das jene Unbekannte seine Gedanken verwirrte.
Draußen angekommen, atmete er auf.
Stieg dann wieder auf sein Pferd und ritt weiter, dem nächsten Schrein entgegen.
Verfasst: Donnerstag 21. Juli 2005, 13:12
von Rafael de Arganta
Die Gerechtigkeit
Bajard.
Hafenstadt. Still und ruhig lag sie da, als er an ihr vorbeiritt, um zum Schrein der Gerechtigkeit zu gelangen, der zu seinem Unmut von Kopflosen Wesen umringt war.
„Temoras sei mein Schild und gebe meinem Schwertarm Kraft.“ Murmelte er während er sein Pferd außerhalb festband und sich den unholden stellte die den Weg zum Schrein verstellten.
Kurz hob er die Klinge vor seine Brust, ein stiller Gruß, dann schritt auf einen der Kopflosen zu und hieb ihm die Klinge in Körper.
Mehr und mehr dieser Unholde kamen ihm entgegen, doch bald schon hatte er sich seinen Weg freigemacht, und ungehindert konnte er den Schrein betreten.
Rafe war sich im klaren darüber das es nicht lange zu still bleiben würde. Sie würden zurückkommen, doch er nahm sich die Zeit für ein Gebet.
Schrein der Gerechtigkeit ... Am Anfang seiner Walfahrt, hatte er jene Tugend schon bedacht.
Am Schrein des Mitgefühls.
So wiederholte dieses Mal die Worte die ihm bei dieser Tugend einfielen nicht, sondern betete still.
Heilige Temora, ich senke mein Haupt demütig vor Dir an diesem heiligen Ort,
mögest du meine Bitten erhören, meinem Gebet in Gnade Ansehen schenken.
Bewahre mich vor jeglicher Versuchung vom rechten Wege abzukommen,
gib mir die Kraft gegen all das Böse auf dieser Welt bestehen zu können, und vergib mir mein Vorhaben, das nicht in deinem Sinne sein wird.
Deswegen stehe ich hier, erbitte deine Vergebung ob dessen was ich bereit bin zu tun.“
Lange kniete er noch voller Demut, selbst als das letzte Wort gesprochen war.
Nicht ein Vogel durchbrach die Stille dieses Ortes, und doch hatte er das Gefühl beobachtet zu werden. Ob die Unholde zurückkamen?
Nur langsam erhob er sich um zu seinem Pferd zurück zu kehren.
Was versprach er sich von dieser Wahlfahrt? Verinnerlichung seines Glaubens? Oder eher Vergebung seiner Sünden.
Sünden... er war im Begriff eine zu begehen... die Entscheidung über Leben und Tod oblag nicht ihm, und doch hatte er sich zum Richter erhoben ob des Lebens Adrians und durch nichts wollte er sich davon abhalten lassen.
Nicht einmal durch das was er gelernt hatte.
Aus diesem Grunde erbat er die Absolution, weil er nicht wusste ob er selber jenen Anschlag überleben würde.
Aber das... war ihm egal.
Was hatte er noch vom Leben?
Man hielt ihn für einen Mörder, er war sogar überführt... obwohl er es nicht gewesen war.
Verurteilt hatte man ihn... gejagt hatte man ihn.
Er schnaufte vor aufkommender Wut. Adrian würde es büßen... er hatte ihm seine Liebe gestohlen.
Er versuchte sich das Gesicht Roselynns vorzustellen, doch stattdessen sah er wieder diese Frau vor sich. Wie traurig sie ausgesehen hatte.
Fluchend schüttelte er den Kopf, als müsse er einen bösen Traum von sich weisen, und würde ihn damit loswerden, bevor er mit einer geschmeidigen Bewegung wieder auf sein Pferd stieg.
„Wer bist du?“ fragte er leise, als könne er sie verstehen. „Warum zeigt Temora mir immer wieder dich.“
Mit düsterer Miene, wendete er sein Pferd. Bald würde es Nacht werden und er wollte noch den Schrein der Demut erreichen.
Verfasst: Sonntag 24. Juli 2005, 19:24
von Rafael de Arganta
Der Schrein der Demut
Er ritt westlich an Varuna vorbei, vorbei an dem Schrein der Ehre, seine für sich gewählte Tugend. Diesen Schrein hielt er für sich für das Ende seiner Reise bereit.
Er ritt weiter, vorbei an einem großen Gebäude, das Clansgelände der Hinrahs wie er wusste bis er an eine Brücke kam..
Er stieg ab und band sein Pferd an einen der Bäume bevor er hinüberschritt.
Stirnrunzelnd jedoch hielt er inner als er das Blut sah das auf dem Schrein der Demut verwischt war.
Welcher Ungläubige sollte das getan haben?
Ohne zu zögern zog er sich das Hemd aus, ging zum Ufer, tauchte sein Hemd ein bis es durchnässt war, um vor den Schrein auf die Knie zu gehen und mit stoischer Ruhe das Blut beseitigte.
Erst als davon rein gar nichts mehr zu sehen war, ließ er die Ruhe auf sich wirken, ohne zu wissen in wie weit dieser Schrein wirklich entweit war.
Längst senkte sich die Sonne, und das Grau des Abends übernahm den Tag, bevor er die Worte fand.
Auf dem Pfad zur Tugend ist die Demut der fliehende Wind in ihrem Gesicht. Wem Wahrheit, Liebe und Mut fehlt, der sät den Samen des Stolzes. Demut ist die sanfte Briese, die die Anfänge von Anmaßung und Unzufriedenheit fortweht, wenn sie die Samen des Stolzes entdeckt. Demut ist oft die letzte Tugend, die sich einfangen lässt, denn Stolz wächst und gedeiht schnell. Möchten Sie Demut finden, so müssen Sie den Stolz in Ihrem Gemüt offenbaren. Nur nach einer solchen Untersuchung können Sie die Winde der Demut finden.
Er blieb lange stumm als die letzten Worte verklungen waren. „Demut... es ist nicht an mir zu richten über Leben und Tod, dessen bin ich mir bewusst und bitte dich um Vergebung für jenes Tun das vor mir liegt.
Mein Schicksal habe ich selber gewählt. Nicht Stolz dem Gegensatz zur Demut führt mich, sondern mein Wunsch nach Gerechtigkeit.
Lange blieb er still bevor er leise und gebrochen hinzufügte. Mein Wunsch nach Rache.
Jäh zuckte er zusammen als just in jenem Moment ein Blitz gen Boden schlug, und ein näherndes Gewitter ankündigte. „Dies... ist jetzt kein Zeichen!“ flüsterte er zu sich. „Ein einfaches Gewitter das heranzieht.“
Sichtlich entschlossen stand er auf.
„Die Zeit drängt. Ich muss beenden was ich angefangen habe!“
Und noch bevor die Nacht sich gänzlich erhob, das Gewitter an Heftigkeit zunahm, hatte er sein Pferd wieder bestiegen und war weiter geritten, zu seinem Vorletztem Ziel.
Der Schrein der Tapferkeit.
Verfasst: Montag 25. Juli 2005, 03:10
von Rafael de Arganta
Die Tapferkeit und die Ehre
Immer häufiger zuckten die Blitze vom Himmel herab, und bald schon begann es in Strömen zu regnen.
Rafael war schon nach Minuten des Rittes durchnässt, doch wollte er jene Reise jetzt nicht aufgeben.
Durch den Wald von Ered Luin ritt er, bis er schon von weitem den Schrein erkennen konnte. Ein Mosaik in Form eines Schwertes zierte den Boden davor, und fast ehrfurchtsvoll betrat er diese.
Für einen Moment nur tat ihm sein Pferd leid, das nun dem Wetter harrend am Baum gebunden auf ihn warten musste, doch trieb ihn jener Umstand nur an, dieses Mal nicht zu lange zu bleiben.
Erneut beugte er sein Knie wie schon so oft zuvor, und leise jene Worte sprechend die man ihm beigebracht hatte
Tapferkeit ist der Mantel, der die anderen sieben Tugenden behütet. Die Tapferkeit sammelt den angeborenen Mut und teilt ihn mit unserem Glauben und wirkt beschützend Die Tapferkeit wird immer wieder aufs neue geprüft, und auf diese Weise erkennen wir den Eingang zur Tugend. Von sich selbst Tapferkeit zu verlangen, zeigt auch anderen den Weg, zu einem tapferen Herzen.
„Tapferkeit ist nicht das was mich antreibt, es ist kein Mut das zu beenden was ich begann. Wahrlich ist es wohl eher Dummheit, der Gegensatz von Tapferkeit. Erkennen mag ich es sehr wohl, doch wissend um diese Tugend schützt es mich nicht diese Torheit zu begehen die im Moment mein Leben bestimmt. Alleine das Wissen, das Hoffen um die Vergebung lässt mich nicht verzweifeln. Denn stellen muss ich mich meinem Schicksal. Meinen mir selbst auferlegten Dämonen der Vergangenheit, die ich zu den Seinen machen möchte.“
Seine Eigenen Worte klangen dumpf in den Hallen und ließen ihn selbst erschauern.
Den Tugenden zu folgen... wäre ab zu lassen von seiner Rache.
Demut ... nicht zu entscheiden über Leben und Tod, Geistlichkeit über jenen Dingen zu stehen, sie waren geschehen und auch mit seiner Rache nicht ungeschehend zu machen. OpferbereitschaftDas Opfer das Schicksal an zu nehmen das vor ihm lag... aber vor allem Hinter ihm lag.Gerechtigkeit Die Gerechtigkeit darf nicht aus den Augen gelassen werden, man sollte der Wahrheit nachstreben, sie ans Licht bringen, dafür handele ich wie ich es gerade tue. Mitgefühl Ich habe Mitgefühl mit ihm... Er der einst mein Freund war, beging einen Fehler, der das Leben eines Menschen kostete. Er wird sich dafür vor dir, oh Temora verantworten müssen. Mein Gebete sie möge dir vergeben, werden dich begleiten. Ehre Ich bin treu zu meinem Schwur, der Gerechtigkeit genüge zu tun. Bei meinem Blute, bei meiner Ehre, bei Temora schwor ich es einst, uns so werde ich es halten.“
Mit diesen Worten erhob er sich und obwohl die Ruhe, die Wärme ihn einlud zu bleiben so trieb es ihn doch weiter zur letzten Station seines Weges. Zum Schrein der Ehre. Der Tugend die ihm wichtig war seit er denken konnte, die ihm nah lag, leicht viel. Dort wollte er die Nacht verbringen um am nächsten Tag nach Varuna zurück zu kehren. In der Hoffnung gestärkt zu sein in seinem Vorhaben, mit der Hoffnung Vergebung zu finden vor Ihren Augen.
Als er hinaustrat, hatte der Regen aufgehört.
Fast lau wehte der Wind, und Rafael fror.
Verbissen die Zähne zusammen beißend, hielt er seinem Pferd noch einen Apfel hin, bevor er dann aufstieg und weiter in Richtung Varuna, in Richtung des Schreines der Ehre ritt.
Dieses Mal ließ er sein Pferd langsam gehen, vielen Gedanken nachhängend und es war bereits tief in der Nacht als er jenen Schrein erreichte der das Ziel seiner Reise war.
Müde, stieg er von seinem Pferd, versorgte es, rieb es trocken, bevor er seine Sachen ausserhalb des Schreines unter einem Baum verstaute, und dann an der Bank vorbei zum Schrein in Trat.
Lange ließ er die Ruhe auf sich wirken bevor er das Knie beugte, still wartete bis sein Herzschlag sich beruhigte.
Wahrheit ist der Baum, aus dessen Krone der Vogel der Ehre singt. Der Mut, in der Wiederholung treu zu sein trägt das Lied der Ehre zu Eurem Geist. Obgleich ihre Melodie mit der Zeit süßer wird, kann die Ehre im Zögern eines Augenblicks verloren gehen. Die Ehre singt von einer einsamen Höhe herab. Wenn Sie den Mut finden, die Wahrheit in Ihrem Leben zu verfolgen, finden Sie Ehre“
„Ehre ist nichts was man vererbt bekommt. Ehre ist etwas das man haben sollte. Verteidige die Schwachen, Kämpfe gegen das Unrecht. Steh zu deinem Worte, deinen Schwüren...“ so viel mehr war es das er hatte sagen wollen. Doch schwieg er.
So viel war gesagt worden, so viel lag hinter ihm und genauso viel vor ihm.
„Vergib mir mein Tun, auf das ich Vergebung finde nach all dem was geschehen wird. Ich werde die Strafe, die mich erwartet annehmen mit all meiner Demut.“
Er senkte den Kopf, schloss die Augen um den Rest der Nacht in dieser Haltung zu verharren. Der Morgen würde kommen und mit ihm der Anfang der Erfüllung seines Schicksals. Wie immer es auch ausging.. er hatte sich nicht abgewandt von Temora, und würde es nie tun.
Verfasst: Montag 25. Juli 2005, 11:41
von Rafael de Arganta
Die Sonne erhob sich langsam und machte aus dem Dunkel der Nacht ein Grau des Morgens.
Rafe blinzelte, blieb aber knien, obwohl ihm seine Beine schmerzten, und alles danach schrie sich zu bewegen.
Überdeutlich nahm er das zufriedene Schnauben seines Pferdes zur Kentniss, das beginnende Konzert der Vögel, und erst als die Nacht ganz der Helligkeit der Sonne gewichen war, stand er auf.
Mit Hoffnung im Herzen hatte er sein Pferd gesattelt und ritt zurück gen Varuna.
Bald... bald schon würde er Adrian gegenüber stehen. Er musste ihn nur hervorlocken.
Grübelnd ritt er über die Brücke die nach Varuna führte und erstarrte fast als er sie sah.
Die Frau mit den traurigen Augen, saß am Fluss und blickte stumpf auf die Wasseroberfläche.
Ein undefinierbares Gefühl ergriff ihn als er mitten auf der Brücke sein Pferd zügelte, sie einfach nur anblickte, ohne das sie dessen wohl wirklich gewahr wurde.
„Seid gegrüßt,“ ließ er dann seine Stimme ertönten und bemerkte wie sie widerwillig fast aufschaute zu ihm, während er sich vom Pferd gleiten ließ, zum Rand der Brücke ging und sich dagegen lehnte. “Geht es euch schon wieder so gut, das ihr hinaus dürft?“ spöttelte er fast entgegen seinem eigenen Willen.“
Sie sah ihn mit ernstem, bleichem Gesicht an. „Zum Gruße der Herr... was wisst ihr darüber wie es mir geht?“
Bei Temora... wie mochte sie wohl aussehen wenn sie Lächelte, wenn ihre Augen strahlten, fuhr es ihm durch den Sinn und er schalt sich direkt einen Narren dafür. War er etwas im Begriff Rose zu verraten... war er im Begriff... er unterband jeglichen Gedanken daran. Nein... und wieder NEIN. Das konnte nicht sein, er wollte es nicht, und es war schon gar nicht ein Zeichen Temoras, auch wenn sie ihn bewegte.
Er zwang sich zu einem Lächeln als er fast wie nebenbei näher schlenderte
„Eurer Name ist Lina, nicht wahr?“ fragte er nach und sah sie erstaunt nicken. „Woher kennt ihr mich?“
Er blieb vor ihr stehen. „Weil ich euch vor einigen Tagen vor der Tür des Heilhauses fand, wie ihr gerade zusammenbracht. Ich konnte euch gerade noch auffangen und hineintragen.“ Er deutete eine Knappe Verneigung an. „Ich bin Rafe.“
Er konnte sehen wie ihr Augen sich weiteten, dann nicket sie als würde sie sich erinnern. „Ich bin... Angelina Hill. Und ihr Rafe? Nur Rafe“ meinte sie und Rafe ging ein Licht auf.
Angelina Hill ... Hill die Heilerin. „Ihr seid die Heilerin Hill? Dann sind wir Nachbarn. Ich wohne gegenüber eures Hauses, und ja... einfach nur Rafe...“ er vermochte in der Tat für einen kurzen Moment zu lächeln. „Alles andere wäre zu kompliziert.“
„Was ist nicht kompliziert.“ Konterte sie sofort und er nickte fast sachte. “Wie recht ihr habt, Temoras Zeichen jedenfalls sind es oftmals ebenso. Und ihr seid sicher das ihr wieder gehen könnt?“
Sie nickte und ihre immer noch traurigen Augen richteten sich auf ihn. „Ja, mein Körper gehorcht mir wieder.“ Meinte sie leise wobei sie den Blick zu ihm hob und dem Seinen für einen Moment begegnete.
Rafe senkte den seinen sofort, wollte sie nicht herausfordern sie nicht Verlegen machen. Dennoch überwog die Neugier in ihm. „Eurer Körper gehorcht euch wieder? Wie meint ihr das? Ihr spracht damals von ...“ er brach ab. Bemerkend das er Dinge ansprach die ihn wahrlich nichts angingen. „Wollt ihr zurück in die Stadt? Dann darf ich euch vielleicht geleiten?“ Er bot ihr seinen Arm und hatte Mühe nicht zusammen zu zucken als sie ihre Hand vorsichtig kaum spürbar darauf legte.
Es fühlte sich so richtig an, und ein angenehmes Prickeln durchlief seinen Körper, doch sah er sie nicht an, während er sie zurückgeleitete, den Zügel des Pferdes in der anderen Hand führend.
„ Ich erinnere mich nicht daran. Wovon sprach ich?“
Er zögert lange bevor er dann meinte. „Das ihr zu IHM wolltet.“ Sie nickte nur ohne ein weiteres Wort.
Stumm schritt sie neben ihm ohne darauf zu antworten, und so gelangten sie schließlich zu ihrem Haus.
Noch einmal musterte er verstohlen ihre Gestalt. Es schien als hätte sie seit Tagen nichts gegessen. „Und dieser Bertram ließ euch wirklich gehen?“ fragte er zweifelnd.
Sie nickte und zum ersten mal erhellte ein winzig kleines Lächeln, wenn auch nur sehr kurz ihr Gesicht. „Bertram ist mein Freund und Gehilfe, er hat mich die letzten Tage über gepflegt. Aber mir geht es schon besser.“
Rafael nickte, für einen Moment fast abwesend wirkend.
Sie hatte gelächelt... wirklich gelächelt. Was würde er dafür geben ihr jenes Lächeln zurück zu bringen. Doch war es nicht seine Aufgabe, er hatte anderes vor und doch ....
Ihre nächsten W orte, rissen ihn aus seinen Gedanken. „Ihr wohnt dann da drüben? Wenn ihr einmal verletzt oder Krank seid, wendet euch ruhig an mich... oder Bertram, aber ich werde die nächsten Wochen verreisen. Salben und Tränke, verkaufe ich auch.“
Er schaut wie gepeinigt fast auf, und warum auch immer fühlte er sich so.
„Ihr verreist?“
Sie nickte erneut, während sie versonnen an einem Ring an ihrer Hand drehte. „Zu meiner Mutter“ erklärte sie, während Rafes Blick sich auf den Ring senkte. Hatte ihr Mann ihr diesen geschenkt?
„Ein schöner Ring.“ Meinet er so nur trocken, und Angelina hörte fast erschrocken auf den Ring zu drehen, verschränkte die Arme unsicher dabei. „ja,“ war ihre einzigste Antwort und Rafe entschloss sich das es wohl besser wäre das Thema zu wechseln.
„Ich werde gerne auf eurer Angebot zurück kommen, werte Angelina. Aber das gleiche gilt für euch. So ihr irgendwann etwas brauchen solltet...“
Für einen Moment schien sie abwesend. „Danke, aber mein... Schwager kümmert sich um mich.“ Bemerkte sie und Rafe fühlte Missfallen ins ich aufsteigen. „Dann sollte sich eurer Schwager einmal darum kümmern das ihr etwas esst, Angelina.
Verzeiht mir die Anmaßung, aber ihr seht aus, als solltet ihr etwas Essen.
Würdet ihr meine Einladung zu einem Essen annehmen? Ganz ohne Hintergedanken?“ Er lächelt sie entwaffnend an. „Wir könnten auch zu euch gehen, Bertram ist da und ich koche... obwohl ich zugeben muss das ich ein lausiger Koch bin.
Sie lächelte ihn fast schüchtern an und Rafe spürte wieder jenes Kribbeln in sich. „Ich kann nichts essen, Rafe, aber vielleicht gibt sich das wenn ich bei meiner Mutter bin.“
Er bemerkte ihr zögern, und Freude erfasste ihn bei ihren nächsten Worten. „Aber vielleicht holen wir das nach wenn ich zurück bin, wo wir doch Nachbarn sind. Ich bin eine ganz ansehnliche Köchin, so sagt man.“ Er versuchte nicht zu schnell zu antworten, und im selben Moment wo er Ja sagte, das er das Angebot gerne annehme, erinnerte er sich wieder seines Vorhabens, das er vielleicht nicht einmal mehr am Leben war, wenn sie wiederkam, und für einen Moment überkam ihn fast Trauer. „Aber gewisse Umstände, könnten dafür Sorgen das ich dann schon fort bin.“
„Ihr reist wieder ab?“ Fragte sie ihn, und Rafe versuchte heraus zu hören ob Trauer ihre Worte begleiteten. „Ja nur das Wann... das wird Temora für mich entscheiden.“
„Schade.“ Meinte sie, und nun war es da. Wenn auch nur ein Anflug, aber für Rafe reichte es, er freute sich über den Anflug des Bedauerns in ihren Worten, bemerkte dann aber ernüchtert das dieses Bedauern nicht dem Umstand seiner Reise galt sondern ihren weitern Worten. „Das Schicksal haben wir nicht in den Händen. Keiner weiß wann unsere Tage beendet sind.“
Er schwieg einen Moment. Für sich wusste er, ahnte er das seine Tage gezählt waren, wenn er erst einmal seiner Rache nachgegangen war. „Einige eher, einige später ja. Und oftmals liegt es nicht in unserer Hand, ja.“
Er sah wie sie den Blick abwandte, doch hatte er noch sehen können das ihr Tränen in die Augen schossen.
Vorsichtig, legte er seine Hand auf ihren Arm, bemerkte wie sie sich bei der Berührung versteifte, doch sie entzog sich dem nicht. „Ich wollte euch nicht... bekümmern.“ Sie winkte ab. „Schon gut, es hat nichts damit zu tun. Ich weiß nur nicht damit um zu gehen was Temora... Ich muss lernen es zu akzeptieren, aber das wird Zeit brauchen. Mein Mann... er ist hinterhältig ermordet worden.“
Überrascht sah er sie an. „ich weiß wie ihr euch fühlen mögt. Vor drei Jahren wurde meine Braut ermordet, und es schmerzt noch immer. Es wird erst aufhören wenn ich ihren Mörder der gerechten Strafe zugeführt habe.“
„Ihr kennt ihren Mörder?“ fragte sie nach, und fügte an. „Die Mörder Kelans, sind unerkannt, und ich werde meine Kraft nicht dafür hergeben sei zu suchen Mein Mann, wird davon nicht wieder lebendig.“
Ein Schlag durchfuhr ihn und er war einige Minuten lang wie betäubt.
„Kelan? Kelan von Falkenburg?“ fragte er nach und zog nun erst langsam seine Hand von ihr, als wäre sie tabu, was sie ja eh war. „Ich, kannte ihn.“
Seine Nackenhaare sträubten sich.
Was war das für ein Zauber.
Er bat um ein Z eichen Temoras, und ausgerechnet der Frau des toten Großritters, lief er über den Weg.
Mir half damals der Wunsch nach Rache.“ Überspielte er seine innere Verwirrung. „Und nun stehe ich kurz davor jenen Mann zu stellen, der mir dies alles angetan hat.“
Er sah ihre Neugier als sie ihn ansah. „Ihr kennt diesen Mann?“
Verbissen nickte Rafe. „Ja, er lebt ihr in Varuna, und wahrscheinlich kennt ihr ihn sogar. Doch werde ich euch mit dem Namen nicht vertraut machen, es würde eurer Gewissen belasten.“
„Seid ihr euch denn seiner Tat sicher?“ Fragte sie weiter und wieder nickte er. „Ja, sie wurde in seinen Räumen geschändet und getötet, nur er hatte die Macht es zu vertuschen und man glaubte das ich es getan hatte. Aber irgendwann holt die Gerechtigkeit Temoras einen Jeden ein.“
„Ihr habt dafür gebüßt?“ fragte sie in vorsichtig und er sah sie zum ersten mal seit langem wieder an.
„Man warf mich in die Verliese... man Peitschte mich, man verurteilte mich zum Tode... doch vermochte ich zu fliehen. Könnt ihr euch das vorstellen? Vom Ritter zum Mörder, zum gejagten zum Todgeweihten? Welch Hohn des Schicksals nicht wahr?“
Nur kaum merklich nickte sie. „Kelan ... er war bei seinem Vater als dieser Starb. Gemeinsam mit Leon....“ Nach und nach erzählte sie die Geschichte wie sie sie von Leon vernommen hatte, bis hin zu Kelans Tod und Rafe hörte stille zu.
Als sie geendet hatte, hob sie den Blick und sah ihn an. „Ich weiß gar nicht warum ich euch das alles erzähle.“
Ein warmes Gefühl, durchströmte ihn. „Manchmal ist es gut reden zu können. Es befreit die Seele ein wenig von der Last die sie zu tragen hat. Redet wenn euch danach zu mute ist. Nutzt die Zeit, Frieden zu finden.“
„Meine Mutter ist eine gute Zuhörerin.“ Antwortete sie ihm, „Wenn das Reden auch manchmal schmerzlich ist, ja. Ich muss meinen Weg neu finden und sicher werde ich das, wenn es auch schwer fällt, und Zeit braucht, Rafe.
Und euch wünsche ich, das ihr den Mann den ihr sucht vor Gericht bringen könnt, den ihr sucht.“
Ihre Worte hatten tröstlich klingen sollen, doch bewegten sie ihn so das sie die Antwort schon in seinem Gesicht lesen konnte, noch bevor er es aussprach. „Kein Gericht wird ihn je verurteil, werte Angelina.“ Sie sah ihn fast entsetzt an. „Aber ich könnt euch doch nicht von eurer Rache leiten lassen. Das kann Temora doch nicht wollen. Ich muss zugeben, auch ich verstehe ihre Wege nicht, aber ihr solltet eure Kraft nicht dafür hergeben, gegen ihren Willen zu handeln. Das kann nicht gut gehen, Rafe. Nichts, nicht einmal sein Tod wird sie euch wieder bringen.“ Fast lachte er bitter auf, doch blieb er ernst, dem nachspürend was ihn bewegte.
„Die Rache ist das was mich leitet. Natürlich ist es nicht Temoras Willen, doch finde ich für mich Gerechtigkeit. Ich habe bereits alle ihre Schreine der Tugenden besucht um Buße zu tun, und natürlich... kann es nicht gut ausgehen.“ Er sah sie fest an. „Ich laufe seit drei Jahren dieser Gerechtigkeit hinterher. Niemand auf der Welt wird ihn verurteilen, man glaubt das ich es war.
Sagt, wäre es für euch nicht eine Genugtuung, selber an jenen Hand an zu legen der Kelan tötete? Ist es für euch nicht eine Qual zu wissen das jener noch immer lebt, singt, tanzt, hurt, sich des Lebens freut? Während ihr im Dunkel eurer Trauer wandelt?“
Sie sah ihn mit ihren dunklen, traurigen Augen an die ihn so bewegt hatten. „Nein Rafe. Denn es ist nicht an mir über Leben und Tod zu richten. Es ist nicht an mir Rache zu üben, dafür haben wir die Gerichtsbarkeit. Aber ich werde darüber nachdenken, was ich tun kann, ohne Schuld auf mich zu laden.“
Sie sah ihn fest an und er senkte den Blick. „Dann habt ihr mehr innere Stärke als ich, der sie haben müsste. Ich will ihm in die Augen sehen, wenn er das erfährt was er Rose angetan hat.“
„Ihr solltet ihn dem Gericht übergeben. Rafe!“ versuchte sie es noch einmal. Doch er schüttelte den Kopf. „Niemand würde den wundervollen Herrn Graf Adrian von Hohenfels verurteilen, Angelina!“
Er hatte den Kopf gesenkt, spürte mehr als das er sah wie sie zusammenzuckte „Der Graf? Das kann ich mir kaum vorstellen.“ Wisperte sie unsicher und er lachte nun doch bitter auf. „Seht ihr! Nicht einmal ihr glaubt es! Aber sie lag ins einem Zimmer! Die Kleider waren von ihrem Leib gerissen. Nur war ich es der sie fand.“
„Wie schrecklich“ wisperte sie bewegt. „Was aber wenn er es gar nicht wahr?“
Rafe winkte ab. „Wer sollte es sonst getan haben? Einer seiner Lakaien? Unwahrscheinlich.“
ER seufzte auf und sein Blick wurde wieder weicher. „Seht ihr... und ich weiß nicht warum ich euch das alles erzähle... aufbürde.
Seit drei Jahren hat diese Geschichte nicht mehr meine Lippen verlassen.“ Er blickte zu Boden, „Belastet euch nicht mit jenem was ich euch erzählte, Angelina. Tragt erst einmal eurer Kreuz, es wiegt schwer genug. Er wechselte das Thema. „Wann wollt ihr abreisen?“
Wenn sie über sein Themenwechsel überrascht war, so zeigte sie es nicht.
„Ich weiß es nicht. Ich möchte jetzt erst einmal zu seinem Grab.“
„Soll ich euch begleiten?“ fragte er vorsichtig, doch sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich möchte mit ihm alleine sein.“ Erklärte sie den Kopf gesenkt und er verneigte sich still.
„Ja ich verstehe.“ Meinte er dann und fügte hinzu. „Aber ihr solltet euch erst einmal ausruhen. Das müsst ihr mir versprechen.“
Sie sah ihn an, und seufzte, stimmte ihm dann jedoch zu. „Dann lebt wohl, Rafe... und überdenkt eurer Vorhaben.“
Rafael stieg auf sein Pferd. „Mein Entschluss ist gefasst , Angelina. Eine Gute Reise, und Alles Gute für euch und eurem Schicksal.“
Noch einmal hob er die Hand zum Gruße, dann ritt er davon.
In ihm waren so viele Gedanken, so viele Gefühle, das er nicht wagte noch einmal zu ihr zurück zu blicken.
Sein Weg lag vor ihm. Sein Schicksal bekannt und Angelina Hill, die Frau Kelans, hatte darin nichts zu suchen.
Verfasst: Mittwoch 27. Juli 2005, 18:45
von Rafael de Arganta
Viel war geschehen.
Er hatte seinen Weg wiedergefunden...
Roselynn hatte sich damals selber gerichtet, und Temora, so hoffte er, würde ihre Seele in Gnade aufnehmen.
Er hatte sich mit Adrian ausgesöhnt und selbst sein Herz sprach wieder, wenn es auch eigentlich nicht durfte.
Sein Weg lag wieder im Licht, und er fühlte sich das erste Mal seid Jahren wieder voller Ruhe, Sicherheit und Geborgen.
Erneut ritt er noch im Morgengrauen gen Kloster, um im Schein der aufgehenden Sonne zu Beten.
Man öffnete ihm fast ein wenig verschlafen, und er schritt dieses Mal nicht in die Kapelle, sondern zum Baum des Lichts, wo er demütig das Knie beugte um leise zu beten.
Temora, Göttin dessen Wege ich folge
ich senke mein Haupt demütig vor Dir an diesem heiligen Ort,
mögest du meine Bitten erhören, meinem Gebet in Gnade Ansehen schenken.
ich erbitte deinen Segen.
Bewahre mich vor jeglicher Versuchung.
Gib mir die Kraft gegen das Dunkle auf dieser Welt bestehen zu können,
ihm entgegen zu treten um deinen Willen und deine Lehren zu verkünden,
auf das er seinen Falschen Weg erkenne und zurückkehre in den Schoße des Lichtes.
Du bist der Inbegriff des Guten.
leite mich auf meinem Wege.
Dir dienen zu dürfen, erfüllt mich mit Ehrfurcht,
Mein Leben zu leben nach den Tugenden sei meine Erfüllung.
Sei das Licht auf meinem Pfad, auf das ich mein Ziel sicher erreiche.
Das Leben als das wertvollste dieser Welt zu schützen.
Ich bitte dich, schenke den Menschen Liebe und Frieden in ihrem Leben,
Schenke ihnen Trost bei dem Verlust eines Nächsten.
die Nächstenliebe sei so selbstverständlich wie die Sonne am Himmel,
das Verständnis und Mitgefühl so normal wie der Mond bei Nacht.
Meine Treue und Hingabe sei Euch für immer gewiss,
jederzeit bereit mein Leben für das Gute, das Licht zu opfern,
knie ich hier an diesem heiligen Ort demütig vor Euch,
So... soll es sein.
Er wartete bis auch das letzte Wort verklungen war.
Dann stand er auf um dem Gärtner zur Hand zu gehen.