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Dem Reich den Rücken
Verfasst: Mittwoch 4. Juli 2007, 14:09
von Lanaya Shevanor
Wie lange war es her seit sie an Shevanor zurück gedacht hatte? Sicherlich ging sie ihren Pflichten nach, kontrollierte was ihr Verwalter ihr zukommen ließ und dennoch, war es nicht an der Zeit den Schein zu zerreißen? Nach dem Angriff der letzten Wochen war das Reich schwach, musste sich um andere Belange kümmern. Der Zeitpunkt wäre überaus günstig. Nachdenklich nahm sie den Bericht zur Hand diesen ein weiteres Mal studierend.
Die besten Wünsche mit euer Hochgeboren von Shevanor,
Baronin von Shevanor,
Das Anwesen befindet sich wie immer in einem tadellosen Zustand. Eure Anweisungen wurden ausgeführt und das Dorf wandelt sich zu einer ansehnlichen Stadt. Längst schon ist es nicht mehr ein Schrein den die Menschen aufsuchen sondern ein kleiner Tempel, dem Herren geweiht. Wie es euer Wunsch war befindet sich seine Magnifizenz Athola samt Tochter innerhalb eures Anwesens und nutzt dieses nach eigenem Ermessen. Stein für Stein seines Turmes diente dazu die Straßen zu pflastern was von dem einfachen Volk gut aufgenommen wurde. Womit wir zum Punkt des stetigen Berichtes kommen. Unter den drei Großbauern sind es inzwischen 14 Höfe die am Kern Shevon's angrenzen. Noch immer finden in den Handwerkerhallen die nötigen Arbeiten statt und wie ihr es wünschtet wurden diverse Zuschläge verteilt. Abermals sollten keinerlei Umstände auftreten die nötigen Abgaben zu erbringen. Die Schulung und Aufrüstung der Wehr nähert sich dem Ende so das nahezu alle Forderungen zu eurer Zufriedenheit erfüllt sind.
In Treue
Sravlak de Lirdak Verwalter von Shevanor
Noch immer recht nachdenklich wirkend ging sie die Blätter durch. Die Berichte ähnelten sich. Stetig berichtete er das alles zu ihrer Zufriedenheit verlief. Selten war eine Entscheidung notwendig die nur sie treffen konnte. Fast schon zu einfach könnte man meinen doch die Verbindungen die Shevanor besaß waren eine einzige Zwickmühle. Elbenau... langsam aber sicher bekam der Name einen fahlen Beigeschmack. Die Freundschaft zwischen Sanando und Veltin brachte selbst nach Sanando's Ableben einige Unahnehmlichkeiten mit sich. Eigentlich hatte sie angenommen der Dienst unter dem Grafen zu Schwertbergen würde ihr diesen unliebsamen Fragensteller von der Pelle halten. Ein anderes Schriftstück ging durch ihre Hände und einige Male nahm sie die besagte Stelle wahr.
... erhielten wir Nachricht aus Elbenau. Der Verbleib eures Bruders wurde dort mir Bedauern vernommen und in diesem Zuge die besten Wünsche und Beileidsbekundungen überbracht. Gleichsam bittet Veltin von Elbenau um einen Besuch eurer Länderreien da sie ihm in seiner Knappenschaft ans Herz gewachsen sind. Ebenfalls scheint er erpicht darauf euch kennen zu lernen um die Verbindung der Baronien erneut zu festigen...
Das Blatt senkend verzogen sich die Lippen zu einer Schnute. Die Verbindung festigen.... natürlich. Ein nahezu artiges Nicken ehe sie an damals zurückdachte. Ausflüchte waren vorgeschoben worden. Zeit war erbeten worden um die Trauerzeit standesgemäß abzusitzen, sich die Aufgaben vertraut zu machen und und und. Einiges hatte sie sich einfallen lassen und immer wieder Absagen erteilt. Nun jedoch nach fast 6 Jahren häuften sich seine Briefe und mit einem Schaudern dachte sie an Sanando und Darna zurück. Dort war es ein Bild gewesen das geblendet hatte, was aber trieb diesen 'Fremden' so dringlich nach Shevanor? Der Schein war nahezu perfekt gewahrt worden und da der König zu jener Zeit längst als verschollen gegolten hatte waren die Abgaben an den Kronprinzen des Reiches ergangen – so wie es sein sollte. Himmel, Arsch und Zwirn, warum also ließ er es nicht dabei bewenden? Sie hatte ihn nicht eingeladen und sie wollte ihn nicht sehen. Seine Anwesenheit würde alles offenbaren ehe es ihr in den Sinn kam. Nichts gab es was sie mehr hasste als eine geplante Sache die einen ungeplanten Verlauf nahm. Tief durchatmend wurden die Gedanken unterbrochen als an nächster Stelle einige Abbilder von Shevanor in ihre Hände fielen. Der Zeichner war überaus begabt gewesen. Man erkannte das prunkvolle Anwesen mit dem angelegten Graben darum herum. Im Westen erhob sich der angrenzende Wald und hinter ihm die Berge. Nördlich verloren sich die Wälder langsam in weiten Tälern während südöstlich das Land nahezu offen vor einem Lag. Flach, Fruchtbar und durchaus sinnvoll genutzt. Während die Finger über die Kohlezeichnung fuhren glaubte sie die grünen Weiden vor sich zu sehen. Kihdar hatte einst als Preis Shevanorer Rindfleisch eingefordert. Warum ihr dies in Verbindung mit den Weiden nun in den Sinn kam..? Sie wusste es nicht, es war lange her und im Grunde sollte sie sich derweil wahrlich um anderes scheren. Was würde passieren so sie sich öffentlich von dem Reich spaltete? Welche Grafschaften und deren Baronien wurden ihr gefährlich?
Die Bilder senkend schloss sie die Augenlider. Die nächste Baronie war Düsterstein. Damals von Lanira... herrgott wie war das nochmal?! Sie öffnete überaus unwillig die Augen. Adelskram... was für ein... Erneut wurde durchgeatmet und sie besann sich. Düsterstein war damals für Shevanor aufgegeben worden. Demnach sollte Schwertbergen tatsächlich die naheliegendste Grafschaft sein. Berechnend zählte sie die Tage an Land und die auf See welche die Ländereien trennte. Es sollten nicht weniger als 27 Tage und nicht mehr als 35 sein. Shevanor lag wortwörtlich am A.... Ende der Welt. Ein Umstand der vieles vereinfachte. Auf der anderen Seite waren die Nebelinsel. Wer hatte nach Kihdar deren Verwaltung übernommen? Sie wusste es nicht doch was sie über das Lehen wusste machte es trotz der Umstände zu einem Verbündeten. Hätten sich die Winde dort so sehr gewendet als das dem nicht mehr so wäre hätte sie davon erfahren. Gleichsam jedoch musste sie sicher sein. Die entsprechende Anmerkung wurde festgehalten und würde ihren Verwalter mit dem nächsten Schreiben erreichen. Alles in Allem wäre es also Schwertbergen mit seinen Baronien das ihr auf die Pelle rücken konnte. Falls der Kronprinz sich überhaupt dazu entschließen sollte. Im Grunde musste es einen Weg geben diese Schritte als nicht Notwendig darzulegen. Bis sie diesen allerdings fand... sie musste nachdenken.
Verfasst: Mittwoch 4. Juli 2007, 14:17
von Lanaya Shevanor
Einige Tage später...
Noch immer wog sie die Möglichkeiten ab. Inzwischen hatte sie das Haus der Schwester verlassen und widmete sich gänzlich ihren Gedanken. Pläne wurden entworfen nur um wieder verworfen zu werden. Wie so oft gab es unzählige Möglichkeiten doch nur langsam kristallisierte sich die Richtige heraus. Ein weiteres Mal galt es zu einen Anschein zu erwecken der keinesfalls gegeben war. Jahrelang hatte sie nun die Lehren des Ordens genossen und nur selten hatte sie diesen verlassen. Jetzt schien die Zeit gekommen sich wieder eine Weile zurück zu ziehen. Alleine jedoch würde sie nur mühsam oder womöglich gar nicht bewerkstelligen was sie ausgearbeitet hatte. Doch wer wäre bereit sie zu begleiten. Wer in einem Orden die Chance ihrer Abwesenheit nicht nutzen um nach Rang und Macht zu gieren wie es die Tradition bislang offenbart hatte. Nur eine Lösung gab es hierfür und diese forderte sie nicht ungern. Lythiana wurde gefragt. Überraschend rasch stimmte die Maga der Bitte zu. Durchaus angenehm war hierbei das sie keine Fragen stellte sondern sich damit begnügte auf der Reise ins Bilde gesetzt zu werden.
An einem gewissen Punkt seiner Ausbildung hatte man gelernt selbst abzuwägen was zulässig war und was nicht. Somit setzte sie niemanden sonst davon in Kenntniss. Womöglich würde es die letzte Reise werden. Womöglich würde sie gewinnen oder alles verlieren. Nun würde sich zeigen wie gut sie wirklich gelernt hatte. Die Vorbereitungen waren rasch getroffen. Bereits wenige Tage später befanden sich die beiden Arkoritherinnen auf dem Schiff zu der Insel. Nun erst erfuhr Lythiana bis ins kleinste Detail was sie ausgearbeitet hatte. Die meerblauen Augen der Schwester begannen zu funkeln und offensichtlich schien sie von den Plänen keinesfalls unangetan. Doch war es schon immer so gewesen das schwieriges seinen Reiz hatte. Ganz besonders auf Lythiana und auch auf sie selbst.
Wochen später:
Endlich kam die Insel in Sicht und man legte am Hafen an. Viel gab es hier nicht was Besucher anzog denn die Hafensiedlung glich einem überaus vernachlässigtem Ort. Nur wenige Häuser standen dicht an dicht ohne das die Menschen darin sich um das Schicksal der Nachbarn kümmern würden. Obgleich die Arkoritherinnen die Reise in einfachem Tuch bestritten hoben sie sich ab. Rasch sah man zu den Hafenort hinter sich zu lassen und zog gen der Berge los. Düsterstein lag einige Tagesritte von dem Hafen entfernt. Shevanor jedoch lag noch einmal fast doppelt so viele dahinter. Da dieses ihr erstes Ziel war trieben sie die Echsen entsprechend an. Normale Tiere hätten Pausen und Pflege benötigt. Doch dies hier war überaus angenehm. Innerhalb der einberechneten Zeit erreichten sie die Grenzen ihres Lehens. Ab nun gingen sie zu Fuß weiter. Hier hatte sich tatsächlich einiges verändert. Die Straßen waren weitaus besser als vor Jahren und nicht wenige Häuser waren dazu gekommen. Je näher sie Shevon kamen desto mehr Menschen erkannten sie. Rasch verbreitete sich ihre Anwesenheit und noch ehe sie die Wehr erreichte sandte man angemessenes Geleit. Der Rest des Weges wurde reitend zurückgelegt. Immer wieder einmal hob sie die Hand das einfache Volk zu grüßen. Hier im ureigenen Revier wussten nur wenige von ihren krankhaften Neigungen. Kaum einer kannte die inneren Dämonen die sie leiteten. Im Gegenteil, noch immer hielt sich das Gerücht eines Unfalls und wenngleich gänzlich andere Zeiten und Umstände die Baronie geprägt hatten, sahen einige in ihr tatsächlich noch immer eine unschuldige, schöne Frau.
Ein Umstand den sie sich nicht selten zu nutze machte. Solange sie den Menschen gab was sie erwarteten arbeiteten diese gerne und motivierter. Es war ein leichtes ein perfektes Schauspiel zu liefern und erst als die schweren Tore des eigenen Anwesens sich hinter ihr schlossen atmete sie auf. >>Lanaya!<< Der freudige Ruf brachte sie dazu den Kopf zu drehen und mit einem ehrlichen Lächeln sprang sie vom Rücken des Tieres. Längst schon hatte er das Privileg sie beim Vornamen zu nennen und nach einer durchaus herzlichen Begrüßung stellte sie den Magier Lythiana vor. Als nächstes waren es ihr Verwalter, seine Frau und Athola's Tochter die sie begrüßten und willkommen hießen. Nachdem die üblichen Floskeln ausgetauscht waren brachte man sie in ihre Kammer. Nach einer knappen Anweisung wurde ein Bett hinzu gestellt und hergerichtet. Sie würde penibel dafür sorgen das Lythiana und sie sich nicht aus den Augen verloren.
Als sich die beiden Frauen frisch gemacht hatten und ordentlich gewandet waren ließ sie Athola in den kleinen Saal rufen. Nachdem die drei Magiekundigen zusammen saßen wurde der Magier auf den Stand der Dinge gebracht. Sie erzählte ihm für ihre Verhältnisse überaus offen was sich zugetragen hatte. >>So willst du diesen Schritt wirklich wagen Lanaya? Es wird dir viele Vorteile nehmen. Gleichsam werden sich dadurch vermutlich andere Möglichkeiten öffnen. Zumindest liegen die Karten dann offen und es wäre vermessen zu behaupten ich hätte mich nicht nach diesem Augenblick gesehnt. Es ist lange her seit ER so offen Unterstützung fand, ich bin stolz auf dich<< Den Kopf, wie so oft, anmutig zur Seite geneigt folgte auf diese offenen Worte ein dankbares Nicken. >>Ich bin erfreut das du dies ebenso siehst, Athola. Viele Zweifel durchzogen meine Gedanken doch nun da der Weg so klar vor uns liegt bin ich gewillt ihn zu gehen. Sravlak wird dafür sorgen das die Menschen sich entsprechend verhalten und uns nicht verraten. Du jedoch wirst uns nach Düsterstein begleiten. Deine Tochter wird...>> Hier unterbrach er sie recht brüsk. >>Meiner Tochter fehlen diverse Eigenschaften die ich in dir wieder finde. Sie wird nicht sonderlich dienlich sein.>> Die Hand hebend wurde er durch die einfache Geste unterbrochen. >>Einst hast du den Hass in mein Herz gebracht. Auf Hass folgte Mord, Verzweiflung und letztendlich erkennen. Ich bin mir bewusst was du für mich getan hast doch gleichsam forderte dies seinen Preis. Ziehe niemals in Zweifel was ich lehrte und anordne denn einzig du triebst mich dazu<< Die Stimme so kalt und schneidend sah man den alten Magier förmlich in sich zusammenschrumpfen. Längst schon war es nicht mehr so das sie auf ihn angewiesen war. Er würde sich daran gewöhnen müssen. Lythiana saß mit einem stummen Lächeln auf den Lippen dabei. Vermutlich dachte sich die Schwester gerade ihren Teil.
Verfasst: Mittwoch 4. Juli 2007, 14:23
von Lanaya Shevanor
Nachdem auch das letzte Detail abgeklärt war trennte man sich. Allerdings dachten die beiden Arkoritherinnen nicht im Traum daran sich die nötige Ruhe zu gönnen. Überaus sicher führte sie Lythiana durch die vielen Gänge bis hinauf auf den Turm. In diesem befand sich das Labor und eine der Bibliotheken. Doch zog die Beiden etwas anderes her. Bis hinauf zur Plattform stiegen sie um dort einen Blick über die Länderreien zu werfen. In stiller Zweisamkeit sah man über Wald, Berge und ein paar kleinere Seen die mitunter versteckt zwischen den Ausläufern des westlichen Gebirges lagen. Es war wahrhaftig keine 'Kleinigkeit' und nachdem sich ihre Blicke gekreuzt hatten wandten sie sich um. Man erkannte in den Bewegungen die jahrelange Schulung di Trequonas. Ruhig, bedacht und aufeinander abgestimmt erschien jede Bewegung wie ein kleines Ritual an sich. Lythiana zog den Fünfstern mit einem Kreidestück während sie selbst den Kopf etwas zurückgelegt hatte. Die Kleidung flatterte im Wind und umspielte die Frauen neckend. In der Rechten hielt sie den Dolch und trat erst über die Linien nachdem diese geschlossen waren. Ein Ruck und tief schnitt die rote Klinge in die blasse Haut. Warm, rot und rasch stieg das Blut aus ihren Adern empor und benetzte die Haut. Schmerz empfand die Maga keinen. Sie hatte gelernt derlei zu ignorieren und dies hier war ein Teil jeden größeren Rituales. Sorgsam trat sie dazu um die kreidenen Linien mit dem roten Lebensaft zu benetzen. Von den Spitzen ausgehend brauchte es seine Zeit ehe tatsächlich jeder Zacken ohne Lücke verbunden war. Den Dolch an die Schwester weiterreichend sah sie zu wie diese die restlichen Linien mit ihrem eigenen Blut tränkte.
Kaum das die Linien geschlossen waren könnte man den Fünfstern auch in den Klängen des Liedes wahrnehmen. Ohne sich großartig anzustrengen ließen sie sich treiben und folgten den Melodien bis zum Kern deren Macht. Mit jedem Atemzug der über die blutigen Linien streifte ballte sich die Kraft dahinter und ein Kundiger hätte das Gebilde auf weite Entfernung ausgemacht. Für heute jedoch waren die Schwestern zufrieden. Sie wussten um die Kraft jene die Zeit noch zusätzlich hervorrufen konnte. Tage würden verstreichen...
Derweil in Düsterstein....
Man schuftete das der Schweiß aus allen Poren troff. Steine, Felsen, Geröll und Äste wurden bei Seite geschleppt. Befehle wurden gebellt und das verlassene Anwesen soweit hergerichtet das es wirkte als wäre es vor kurzer Zeit noch in vollem Prunk gestanden. Was zerstört war wurde aufgebaut und was nicht aufzubauen war beseitigt. Tiere und Menschen waren in nächster Nähe auf einem Fleck versammelt. Alle hatten sie Shevon den Rücken gekehrt um der Baronin zu gefallen. Die Bezahlung war mehr als sie in 6 Mondläufen auf dem Feld erwirtschafteten. Gleichsam wurde nur gezahlt so die Felder nicht verkümmerten. Manche arbeiteten Tag und Nacht bis hin zum Erschöpfungsschlaf. Doch während die Männer taten was man von ihnen erwarten konnte suchte man in Shevon ihre Frauen auf. Das Recht des Forderns.
Tränen, Leid und Missmut. Nach dieser Tat würden sie kaum mehr beliebt bei ihren Mannen sein. Die eigenen Erben sollten sie der Baronin aushändigen. 5 unschuldige, kleine Mädchen. Keines durfte älter sein als 4 Jahre und die Baronin wählte mit Bedacht. Wehklagen klang auf kaum das sie dieses Recht forderte. Doch so sie ging war es verstummt. Die Blicke leer mit einem gewissen stolz versetzt glaubten die Frauen was man ihnen gesagt hatte. Glauben bedeutet Dienen, hierdurch dienten sie dem Lehen. Ein Teil von ihnen würde sterben doch sie würden im selben Zuge leben. Kein Prediger hätte mithalten können in ihrer Überzeugungskraft und eh die Mannen zurück kamen war es zu spät. Den Mädchen jedoch ging es gut. Sie wurden gewaschen, bekamen zu essen und schliefen in weichen Betten. Einzig ihr Blick schien stumpf und kein Wort drang über ihre Lippen seit man sie erwählt hatte. So vergingen 6 Tage. Am siebten Tag jedoch rief man die Kinder. Lythiana übernahm es die Gören vorzubereiten. Eine einfache, graue Robe wurde den Mädchen übergestreift. Die Haare offen und lang fielen über deren Rücken. Andächtig und stumm folgten sie den beiden Arkoritherinnen. Nicht einen Lidschlag wich der glasige Blick den ein Kundiger sofort als das Werk hoher Mentalmagie erkannt hätte.
Wie es nicht anders sein sollte führte man die Kinder hinauf zu dem Fünfstern. Ihre Bewegungen waren die eines vollkommenen Werkzeugs. Ruhig, angemessen und überaus bedacht nahmen sie ihren Platz an den Enden des Sternes ein. Endlich konnte sie in deren Mitte treten. Sie webte das Band jenes sie mit den Mädchen teilte fester und einen Herzschlag zögerte sie. So rein, so unschuldig....
.... so ... brauchbar!
Den Kopf zurücklegend flossen die hellen, seidigen Haare einem Schleier gleich über ihren Rücken. Dunkler und dunkler wurden die eisblauen Augen ehe sie schwarz und bodenlos schienen. Nichts würde den Vorgang nun noch stoppen können. Sie spürte die Anwesenheit der Schwester, wie ihre Kraft durch sie hindurch floss und tat den entscheidenden Schritt. Schwach waren die jungen Geister und hatten dem nichts entgegen zu setzen. Kind für Kind richtete sich wie eine Marionette auf und breitete die Arme aus. Die Bewegungen waren perfekt auf die der Magae abgestimmt. Lythiana stand bereits in ihrem Rücken und die Schultern berührten sich fester als sie die Arme hoben. Schaurig erhoben sich die sieben Stimmen in einem einzigen Chor.
Ich, der Dämon, wandele auf roten Pfaden.
Ich überschreite alle Brücken. Ich bin überall und nirgends
Ich bin Herrin und Sklavin
Ich regiere über die purpurnen Flüsse.
die Städte der Menschen verwandele ich zu Salz,
die Meere trockne ich zu ebener Wüste
die Feuer der Herzen schüre ich zu unsäglichem Leid
die Kinder des Einen begleite ich solange sie an meiner Seite weilen
das Dunkel mache ich mir zu Nutzen
das Leid ist mein Begleiter über die Pfade
das Flehen die Musik in meinen Ohren
das Töten meine Leidenschaft
der Weg mein Ziel, die Zeit gekommen ihn zu ebnen
Düster erklang der alte Hymnus in der wohl bekannten Melodie. Je eindringlicher die Stimmen sich erhoben desto mehr schien die Welt vor den Augen der Magae zu verschwimmen. Längst schon befanden sie sich zu tief in in dieser uralten Magie verwurzelt als das sie hätten aufhören können. Nebel in dem silberne Lichter tanzten umwoben die Menschen in dem Pentagramm. Der Melodie folgend hoben sie sich hinauf in den Himmel ohne das sie die Magae verlassen würden. Wie eine zärtliche Hand liebkosten die Schwaden die Menschen. Nährte sich von deren Kraft und Kind für Kind sank leblos zusammen. Einzig die Magae hielten sich kerzengerade, trotzten dem was sie riefen. In einem letzten Aufwand an Kraft vollzogen sie den Ritus und veränderten was es zu verändern galt. Der Nebel stob davon. Weit über das Lehen hinweg um jedem Glaubhaft zu machen dieses sei völlig zerstört.
Verfasst: Mittwoch 4. Juli 2007, 14:30
von Lanaya Shevanor
Lythiana und Lanaya jedoch beendeten was sie angefangen hatten. Noch immer erklang eine Abwandlung von Korows Hymnus aus ihren Kehlen. Immer wieder und wieder wiederholten sie Melodie und Textfolge den Kontakt zum Lied dabei nicht abbrechen lassend. Sicher waren die Hände jene den Kindern die Kehle durch schnitten. Sie litten nicht denn ihr Dienst war mächtig gewesen doch den Arkoritherinnen würden sie niemals für diese Milde danken können. Rot färbte sich der Fünfstern wobei die Linien nicht eine Sekunde verwischten. Im Gegenteil. Es schien als würde das Pentagramm den jungen Lebenssaft über diese Linien aufsaugen und ein letztes Mal peitschten die Kräfte des Zaubers durch die Magea hindurch. Dieser Strom raubte ihnen die Sinne und ließ die jungen Körper vergehen. Deren Asche stob mit dem nächsten Windhauch auf und davon - doch das Illusionsritual war geglückt. Man sprach von Nebeln die den Wanderer verwirrten und von Ruinen die hinter dem Nebel lagen. Shevon und alle Höfe darum herum waren verborgen.
Erst Stunden später kamen die Frauen zu sich. Vorsichtig stiegen sie über die Linien und wurden bereits erwartet kaum das sie den Ort des Geschehens hinter sich gelassen hatten. Nicht sonderlich erfreut war der Alte über das was geschehen war. Seine Bedenken tat er höchst deutlich kund doch ließ sie ihn schlichtweg stehen. Schlaf und ein Bett war alles was sie und wohl auch Lythiana sehen wollten. Restliches musste bis zum Abend warten.
Am Abend jedoch stellten sie sich den Fragen und bezogen den Magier mit ein. Seine Aufgabe würde es sein dafür zu sorgen das der Schein solange gewahrt wurde wie man die Gäste aus Elbenau hier ertragen musste. Vermutlich waren es nur wenige Tage die diese gewünschte, bindende Verbindung ein für alle Mal erübrigen würde. Wahnsinnig mochte man den Ausdruck in ihren Augen deuten doch war sie weit davon entfernt sich gehen zu lassen. Sravlak und seine Frau wurden dem fortgeschrittenen Gespräch hinzugerufen. Wie schon einmal sollte Lythiana in Elenore's Rolle schlüpfen. Dem Verwalter war es recht, so würde seine Liebste nicht zwischen die Fronten geraten. In einigen Tagen würde man also zu dritt gen Düsterstein ziehen.
Die Pferde gesattelt trugen sie alle Umhänge mit dem Wappen derer von Shevanor. Einige Mannen von der Wehr eskortierten die drei Menschen. Diesmal schien der Ritt länger zu dauern und man war froh als man endlich in Düsterstein ankam. Das Bild hier hatte sich ganz schön verändert. Einsam doch prunkvoll erhob sich Laniras Erbe. Prüfend glitten ihre Blicke über die Arbeiten und mit einem Nicken sah sie zu wie Slavrak den Lohn an die Arbeiter verteilte. Für den geplanten Zweck würde es allemal reichen. Mit Lythiana ging sie das Anwesen ab. Hier und da lag noch Geröll umher aber die Räumlichkeiten konnte man nutzen. Einige Schneiderinnen und Handwerker zauberten die nächsten Tage wortwörtlich ein ansehnliches Bild. Banner, Vorhänge und Zierkrams verteilten sich innerhalb des Gebäudes und als sie die Reiter losschickte um den Besuch aus Elbenau am Hafen zu empfangen war sie überaus zufrieden. Alles in Allem würde das hier den Anschein erwecken als würden sie tatsächlich von hier aus agieren. Während die Tage ins Land strichen vollzogen sich die letzten Arbeiten.
Die Ankunft dessen von Elbenau
Reiter näherten sich Düsterstein. Schon von Weitem erkannte sie das Banner Elbenaus und richtete sich an den Zinnen auf. Noch einige Momente glitt der Blick über die nahenden Besucher dann eilte sie nach Unten. Überaus sicher schritt sie an diversen Bildern und Statuen vorbei um die Gäste zu empfangen. Diese sahen überaus missmutig aus und sie war sich sicher das man ihnen die Geschichte Shevanors erzählt hatte. Schließlich ist es überaus tragisch so ein Lehen einem solchen Schicksal zum Opfer fällt. Auf sich achtend hoben sich die Mundwinkel nicht einen Zentimeter und mit den korrekten, höfischen Manieren begrüßte sie Veltin. Ein überaus stattliches Kerlchen, wahrhaftig. Sie führte ihn nach Düsterstein und plauderte beiläufig auf ihn ein. Erzählte von dem tragischen Schicksal, den Menschen jene geflohen waren und und und. Die Balken hätten sich unter dem Geflunker biegen müssen doch ihr Besuch verhielt sich tadellos. Er lauschte, sah sich um und nahm die Eindrücke auf. Mehr hatte sie gar nicht erreichen wollen. Immerhin war er mit Darna verwandt und diese kannte sie ein wenig. Demnach, ging sie das alles überaus vorsichtig an und sorgte dafür das eine der Damen sich ständig um Veltin kümmerte. Würde man ihn alleine lassen käme er womöglich noch auf 'dumme' Gedanken. So verstrich der erste Abend und von Elbenau samt Geleit zog sich in Düsterstein zurück. Fast schon mochte es den Anschein erwecken als würden die Wachen vor der Kammer mehr auf die Leute darinnen als auf mögliche Attentäter von Außen achten.
Am nächsten Morgen trieb sie das Spiel weiter. Abermals wurde er herumgeführt, mit Worten umschmeichelt und durchaus in Sicherheit gewiegt. Er war betroffen über das Schicksal der Baronie. Gleichsam wollte er sich mit eigenen Augen überzeugen. Für einen von Elbenau natürlich vollkommen – unberechenbar. Bislang lief der Besuch überaus gut. Innerlich musste sie schmunzeln und als die Pferde gesattelt wurden brach sie mit ihm auf. Lythiana war ständig als Elenore mit Slavrak in ihrer Nähe. Als sie Tage später ihr Lehen erreichten war sie mit dem Illusionszauber überaus zufrieden. Immer weiter trieben sie die Pferde über nun auch für ihn bekanntes Gebiet. Immerhin hatte er seine Knappenzeit hier verbracht womit doppelte Vorsicht gegeben war. Erst nach Stunden brachen sie den Rückweg an. Schweigend und ohne sich anzusehen. Nicht wenige Male wandte Veltin den Kopf zurück um sich zu vergewissern dann jedoch sah er sie an. Den Kopf drehend wurde der Blick erwiedert und auf die Worte des Beleids entgegnete sie schlichtweg. >>Die Göttin hielt noch nie ihre schützende Hand über die Meinen. Ebenfalls vermisste ich jene Hand vor langer Zeit vergebens und entdeckte das es nur einen König unter den Göttern gibt jenem mein Streben, meine Ansichten zusagen.<< Der entsetze Blick ließ sie überaus kalt. Sollte er denken was er wollte. Gleichsam stießen die Worte jene er sprach auf taube Ohren. Wie sie sich das vorstellte mit einem zerstörten Lehen... und und und.... er sprach vieles, von Göttern, Menschen und Taten. Doch hörte sie ihm nicht zu. Längst schon war es zu spät als das es auch nur irgendeine Möglichkeit gegeben hätte diesen Pfad zurück zu schreiten. 15 Jahre war es nun her. Damals hätte man sie leiten können doch nicht heute. Je mehr er sprach desto deutlicher hoben sich ihre Mundwinkel bis sich ein spöttisches Lächeln abzeichnete. Nein wahrlich, vermutlich würden gleich auf Worte Taten folgen wie sie es von Darna erwartet hätte doch von Elbenau überraschte sie. Er machte deutlich was er von ihr und ihren Ansichten hielt und versicherte die Zustände weiter zu geben. Kurzum er hielt das Lehen für verloren, den Boden für verbraucht und als was er sie bezeichnete wird kein seriöser Chronist jemals wieder geben. Durch und durch war sie damit zufrieden. Man ließ ihn ziehen.
Ob jedoch fruchten würde was er weitergab und ob Shevanor wirklich weit genug ab lag um aus dieser Lage heraus keinerlei Beachtung mehr zu finden würde sich zeigen
Verfasst: Samstag 7. Juli 2007, 11:35
von Darna von Hohenfels
Zurück in heimatlichen Gefilden wurde ein Schreiben auf den Weg gesandt, auf bestem Pergament, sorgsam gefaltet und im Siegelwachs das Wappen des springenden Hirschen über liegendem Schwert zu erkennen.
Gegeben am 4.Cirmiasum des Jahres 250 zu Schwertbergen,
von Veltin von Elbenau, Ritter des Reiches in Diensten seiner Erlaucht von Schwertbergen,
von eigener Hand.
An seine kronprinzliche Majestät und den allerehrwürdigsten Kronrat des Reiches Alumenas,
über die die Herrin Temora jederzeit ihren Segen gebe und ihnen ewige Kraft gewähre,
die ergebensten Grüße Eures Dieners!
Furchtbare Kunde muß ich übermitteln aus den Ländereien Eures Reiches, der Baronie Shevanor, einst Blüte der Grenzlande unter der gütigen Regentschaft Baldurs von Shevanor. Wie Euch sicherlich schon längst zugetragen, fiel bereits vor nun einigen Jahren die höchst ehrbare Familie einem grausigen Giftanschlag zum Opfer, einzig eine junge Tochter, Lanaya von Shevanor, überlebte durch einen Zufall den Anschlag – wie es verlautbart wurde.
Durch Knappschaft und Freundschaft der Familie von Shevanor eng verbunden, muß ich leider berichten, daß seit jenem Ereignis die Umstände der Baronie nun als immer mysteriöser verlaufend geschildert werden müssen. Immer wieder bat ich darum, die Ländereien und die junge Erbin aufsuchen zu dürfen, immer wieder wurde ich mit den unterschiedlichsten Vorwänden vertröstet.
Ich muß einräumen, ich hätte meinem Argwöhnen nachgehen und mich nach einer Zeit des Respektes vor der Trauer einfach unangekündigt auf den Weg machen sollen. Nun wurde ich schlußendlich doch eingeladen, die Baronin in Düsterstein zu besuchen, von wo aus sie nun ihre Geschäfte führt.
Euer kronprinzliche Majestät, allerehrwürdigster Kronrat, ich muß vermelden, daß Shevanor, einst blühendes Land, binnen weniger Jahre unter der Regentschaft des Weibsbildes Lanaya von Shevanor, zugrunde gerichtet wurde, daß die Kernlande den Eindruck erwecken, als hätten 20 Jahre Krieg gegen die Orken dort vorgeherrscht. Leider ist dies wohl nicht das Werk eines klar vor die Klinge zu benennenden Gegners, sondern der Baronin, die sich dem Glauben an den elendigen Brudermörder anheim gefallen zeigt. Die fruchtbaren Felder zeigten sich ausgedörrt, die Häuser grad noch als Ruinen zu bezeichnen, die Bevölkerung dezimiert. Welch grausige Vorgänge dort bereits das Land der Harmonie der Göttermutter entzogen haben mögen, daß gar seltsame Nebel durch die Regionen ziehen, daß man sich einem Alptraum näher als dem hellen Tag wähnt, will ich gar nicht im Einzelnen benannt wissen. Shevanor ist ruiniert, daß ein Wiederaufbau Jahre währen muß. Offenbar lässt die Regentin ihr Lehen für sich ausbluten, denn ihr Sitz wies Komfort und Prunk auf, doch an einigen Stellen konnte ich während meiner Beobachtungen auch hier bereits das Bröckeln hinter der Fassade bemerken.
Lanaya von Shevanor muß sich als Pestbeule im Fleisch ihrer sonst tadellosen, doch nun komplett dahingerafften Familie eingenistet haben, und ich bin nicht wenig geneigt, dem Verdacht Worte zu verleihen, daß von Beginn der Katastrophen an sie verantwortlich zu machen sein könnte. Meine Worte trafen auf ein derart verstocktes Herz, daß ich mich nicht mehr wundere, warum sie mich fortwährend abwies, sondern mich fragen muß, warum ich überhaupt noch eingeladen wurde und lebend das Lehen wieder verließ. Angesichts der Lage und des mehr als dringenden Verdachtes, mich mitten unter Feinden zu befinden, beließ ich es der von Shevanor gegenüber bei Worten, um noch berichten zu können.
Sollten Euer kronprinzliche Majestät und der allerehrwürdigste Kronrat sich gewillt zeigen, diese Mißwirtschaft und ein Anheimfallen an die Mächte Alatars nicht ungestraft zu lassen, bitte ich darum, mich dem Heereszug anschließen zu dürfen. Es soll mir Pflicht und gar Vergnügen sein, diese Person für all die Qualen, mit denen sie das Land in die Knie gezwungen haben muß, zur Rechenschaft zu ziehen und aus ihr herauszupressen, ob an ihren Händen nicht gar das Blut ihrer eigenen Familie, darunter das meines besten Freundes, klebt.
Euer stetig ergebenster Diener,
Veltin von Elbenau
Verfasst: Donnerstag 19. Juli 2007, 13:58
von Lanaya Shevanor
Einige Tage verstrichen ehe sie Düsterstein den Rücken kehrten und nach Shevanor zurück ritten. Die Pferde waren hart angetrieben worden so das ihre Flanken nun nass glänzten und die Köpfe matt hernieder sanken. Niemand hatte einen Blick für die Tiere. Schwierig war es den rechten Weg zu finden. Was Sicherheit gewährte war gleichsam eine Falle so man es nicht verstand Pfade zu erkennen die kein normales Auge erkennen würde. Doch nach einigen Tagen hatten sie es geschafft und Shevon wurde durchquert. Das Anwesen der Baronin war alsdann rasch erreicht doch gönnten sich die Arkoritherinnen wenig ruhe. Es wurde gepackt. Tasche und Tasche füllte sich und die Zofen stoben wie gackernde Hühner umher, bemüht jeder Anweisung zu folgen.
Als vorbereitet war was für eine rasche Abreise vorbereitet werden musste neigte sich der Abend der Nacht entgegen. Nochmals traf man sich mit Athola und Sravlak um die letzten Dinge zu besprechen. 5 Monde würden die Opfer der Kinder Stadt und Land Sicherheit gewähren. Danach jedoch musste das Lehen auf einen anderen Schutz zurückgreifen. Alleine würden sie diesen noch nicht dauerhaft bieten können. Somit galt es zurück zu reisen um sich anderen Möglichkeiten zuzuwenden. Wie immer wog sie unzählige Pfade ab den Richtigen für sich erwählend wenngleich die Entscheidung wohl längst schon gefallen war. Einzig eine Vorstellung gefiel ihr nicht. Sie würde bitten müssen. Was bislang gespielt, erlogen und dargeboten worden war.. würde nun einen realen Hintergrund bekommen. Nicht länger galt es etwas vorzugaukeln. Es galt nun dem gerecht zu werden was man im Grunde war. Eine weitere Prüfung von vielen.
Noch stoben ihre Gedanken darum herum. Wie würde seine Heiligkeit reagieren so sie ihm eröffnete was sie getan hatte, wie würde er entscheiden? Einschätzen konnte sie ihn nicht. So vertraut ihr manche Reaktionen und Eigenheiten erschienen so fremd waren sie auf der anderen Seite. Interessant, zweifelsohne doch keinesfalls berechenbar. Ihre Mundwinkel hoben sich ein gutes Stück und nach einem Seitenblick auf die Freundin wandte sie verlegen den Blick ab. Meerblaue Augen hatten sie während der Überlegungen beobachtet und sie wusste das Lythiana recht genau nachvollzog woran sie gerade gedacht hatte. Nach wenigen Sekunden jedoch sah sie schon wieder zu ihr zurück und als die Blicke sich erneut trafen geschah lachten beide Frauen befreit auf. Dieses Lachen war es das Zweifel, Sorgen und alle Gedanken die um die Zukunft der Baronie kreisten vorerst in den Hintergrund rückten.
Oftmals war es ein Segen alle Möglichkeiten abzuwägen und erkennen zu wollen. Manchmal jedoch ein Fluch vor allem da die Lösung sich noch gar nicht offenbaren konnte. Fest umschlossen die blassen Finger am übernächsten Morgen die Zügel der Pferde. Ausgeruht und ruhig verabschiedeten sie sich der Stadt und dem Lehen den Rücken kehrend. Diesmal gab es keinen Blick der die Schönheit der Landschaft würdigte. Selbst die unschönen Flecken wurden lediglich wahrgenommen. Shevanor blieb geschützt hinter ihnen während Düsterstein verlassen und karg vor ihnen lag. Längst machte die wieder aufgebaute Ruine ihrem Namen alle Ehre. Nachdem keine Menschenseele mehr in den Gemäuern wandelte wirkte der Ort wahrlich düster und verlassen. Gänsehaut zog sich ihre Unterarme hinauf und das Tier wurde angetrieben. Sollte Düsterstein verfallen, es lag zu weit ab um es sinnvoll zu nutzen. Tage später kam der Hafen in Sicht und ihr Schiff erwartete sie. Einst hatte es in Berchgard geankert um einen offiziellen Besuch zu unterstreichen nur um damals ohne die Baronin zurück zu kehren. Wenngleich sie vor einer guten Woche den Befehl gegeben hatte das Schiff für eine Abreise fertig zu machen zögerte sie nun.
Nein es wäre nicht sonderlich klug damit in Rahal einzulaufen. Weder kannte man Wappen noch wurde sie erwartet. Ihr Blick lag ruhig auf den Zügen des bärtigen Kapitäns der sie um gut einen Kopf überragte. Seine Züge allerdings entglitten zusehends bei dem was sie ihm eröffnete. Doch fügte er sich überraschend rasch und sie gestattete sich ein Lächeln. Zu lange war sie fort gewesen um es noch gewohnt zu sein Befehle und Worte als gegeben und erledigt zu betrachten. Vielmehr war es in der letzten Zeit gewesen diese mit Nachdruck erst bestätigt zu sehen. Natürlich war sie über diesen angenehmen Umstand nicht unangetan. Lythiana hingegen nahm es schlichtweg hin. Sie kannte Lanaya wie kaum jemand wenngleich selbst ihr Dinge verschlossen blieben die sie schon Anderen eröffnet hatte. Selbst Frauen untereinander sprachen eben nicht über alles.
Beide sahen sie zu wie das mächtige Schiff ablegte und sich entfernte. Ziel der Reise war wohl nur ihr selbst bekannt doch würde jeder Beobachter bezeugen das die Reise keinesfalls in Richtung des Festlandes ging. Zufrieden nahm man ein anderes Schiff. Mannschaft und Vorräte wurden ohne große Umschweife gekauft. Einig war man sich jedoch die folgenden Wochen abwechselnd zu ruhen immer darauf bedacht der strengen Lehre die sich in den Worten 'immer wachsam' verbarg gerecht zu werden. Keine Fehler oder kleine Schnitzer durfte man sich nun erlauben. Während der Wochen auf See arbeitete sie das Schreiben an den Alka aus. Immer wieder fand ein beschriebenes Blatt des feinsten Pergamentes seinen Weg in die Fluten. Mal schienen ihr die Worte zu direkt, zu fordernd... zu nichtssagend oder sie filterte Dinge heraus die sie ihm keinesfalls in einem Brief eröffnen würde. Bevor man jedoch vor Rahal ankerte um die Reise zu beenden hatte sie es geschafft. Bevor jedoch das Schreiben seinen Weg an sein Ziel finden konnte überstürzten sich die Ereignisse. Diverse Ordensangelegenheiten sorgten dafür das der Schrieb erst einige Zeit nach ihrer Ankuft an den Ort seiner Bestimmung gelangte.
Verfasst: Freitag 27. Juli 2007, 12:51
von Lanaya Shevanor
Nachdem die Sachverhalte sich 'etwas' beruhigt hatten wandte sie sich den persönlichen Dingen wieder zu. Bislang hatte keine Antwort sie erreicht und noch wog sie ab ob er verärgert war oder schlichtweg davon ausging das sie ihn ohnehin überaus mühelos aufsuchen konnte. Verlangend umgriffen die Finger der linken Hand den Siegelring an der Rechten. Sie wollte das Lehen behalten, keine Frage gleichsam musste sie sein Fortbestehen sichern, sollte dies bedeuten es aus der Hand zu geben... würde sie dem wenn auch widerwillig nachkommen. Die nachtschwarzen Ordensgewänder ablegend zog sie Lage für Lage der baronischen Gewandung an. Weich flossen die feinen Stoffe über die Haut und sie fühlte sich durchaus wohl als sie die Stadt betrat. Der erste Weg führte sie gen der Sommerresidenz doch teilte man ihr lediglich mit das er sich derweil nicht dort aufhalte. Die Blicke jene in diesem Aufzug an ihr auf und ab glitten hätte sie am Liebsten entsprechend vergolten. Aber gut, sollte man sie als ein Stück Fleisch sehen. Man würde merken was man davon hatte so man es sich zu nutze machen wollte.
Sich kerzengerade haltend wandte sie sich stolz ab, ein Lächeln und sie schritt davon. Durchaus anmutig, die jahrelange Schulung ohne größere Mühe aufgreifend als würde sie mit der Gewandung gleichsam eine Maske tragen. Immer den Schein wahren. Die Abendluft war überraschend kühl und die weite Kapuze des Umhangs hing ihr über den Rücken weit hinab. Schritt für Schritt näherte sie sich dem Palast. Auch die Wachen dort schienen sie im ersten Moment nicht zu erkennen, woher auch? Die Waffen wurden gekreuzt, der Zutritt verwehrt. Jeglicher missbilligende Blick schien abzuprallen und erst nachdem einige Begebenheiten offen gelegt waren wich man zurück und ließ sie fast etwas erschrocken passieren. Heute musste sie das Kleid raffen die Treppen hinauf zu steigen und einen Moment verfluchte sie sich innerlich. Hätte es nicht auch etwas gewöhnlicheres getan, sie kannten einander ja ohnehin. Oben angekommen griff sie nicht sonderlich zimperlich nach den schweren Eisenringen und öffnete die Türe tatsächlich auf ganz gewöhnliche Art und Weise.
Die üblichen Floskeln austauschend stand man sich ob der letzten Begebenheiten dennoch gänzlich anders gegenüber. Erst auf einen eindeutigen Blick hin suchte man die inneren Räume auf um sich zu setzen. Lange hatten sie gesprochen, Umstände offenbart und kaum ein Blatt vor den Mund genommen. Im Grunde war sie überrascht wie leicht es ihr viel ihn tatsächlich zu 'bitten'. Vermutlich war es eine ihrer wenigen Bitten jene sie je ausgesprochen haben. Jemand wie sie pflegte sich zu nehmen was er haben wollte. Das Gespräch war schwierig. So viel sie ihm erzählen konnte was die Baronie betraft so sehr musste sie schweigen sobald die Thematik auf den Orden oder auf sie zurückgriff. Manche Offenbarungen entsetzen sie und Andere waren überaus erwartet. Er spielte mit ihr wie die Katze mit einer Maus und sie wusste es. Gleichsam wäre dieses Spiel zu offensichtlich gewesen – Unsicherheit? Die Entscheidung oblag ihr, doch ging er davon aus das sie gewisse Informationen weiter gab? Ehe sie abschweifen konnte verschloss sie die Gedankengänge in diese Richtung sorgfältig.
Ihre Aufgabe war heute eine Andere und vom Erfolg hing einiges ab. Nein, wahrlich die Maestra ließ Offensichtlichkeiten noch nicht bei Seite. Doch hätte sie diese Aussage eher auf sich bezogen als auf den Alka. Wie sollte man hierauf reagieren, sie konnte es nicht – durfte es nicht und gleichsam hatte sie Anweisung genau das zu tun. Die Wirkung jedoch war verheerend jene er damit erreichte. Alleine mit den gesprochenen Worten schob er einen dicken Riegel vor jener von diversen, verbalen Schlägen lediglich gefestigt wurde. Nur wenige Male entglitten ihr die Züge zu einem nachdenklichen Stirnrunzeln. Lief etwas nicht wie sie es aus den unzähligen Möglichkeiten heraus angenommen hatte wurde sie vorsichtig. Doch war es viel mehr der Umstand das es gewisse Dinge betreffend zu einfach war. Er gewährte ihr weswegen sie gekommen war und übergab ihr symbolisch wieder was sie ihm zuvor anvertraut hatte. Der Ring befand sich wieder da wo er sein sollte, an ihrem Finger.
Verfasst: Donnerstag 2. August 2007, 20:54
von Lanaya Shevanor
Die nächsten Tage sortierte sie die nötigen Pergamente zusammen. Zahlen, Begebenheiten, Bilder – alles sollte er erhalten um sich selbst ein Bild zu machen. Gleichsam ging nicht weniges durch ihre Finger das sie einige Momente länger betrachtete als nötig. Sie wusste schon jetzt das sie den Zug der Truppen begleiten wollte, gleich wann er aufbrechen würde. War es eine Notwendigkeit oder floh sie vor gewissen Dingen? Zumindest würde es vieles einfacher machen. Das nächste Blatt fand seinen Platz in dem Stapel. Penibel war die Ordnung über Jahre hinweg gehalten worden und so würde sie sie nun hierdurch nicht verkommen lassen. Stunden später brachte sie die Schriften an den Ort ihrer Bestimmung. Er würde sich damit befassen.
Einige Tage verstrichen an denen sie nichts hörte. Die Begebenheiten des Ordens jedoch schritten voran. Würde man beide Positionen vereinbaren können? Die Dritte einmal vorne weggelassen jene Beide verband. Eine wahrlich schwierige Prüfung. Vieles war sie gewesen. Frau, Feind, Vertraute, Mensch und Unmensch. Doch gewisse Dinge miteinander zu verbinden viel ihr schwer. Lieber spielte sie die Rolle jene man erwartete nahezu perfekt. Sie würde lernen müssen. Fröstelnd fuhr sie sich über die Arme. So kalt schien es die Tage und ständig kroch ihr eine Gänsehaut den Rücken hinauf. Notwendig war es gewesen was sie getan hatte doch war es richtig? Der Zeitpunkt womöglich zu früh gewählt? Immerhin hatte sie die Wahl getroffen. Nichts hasste sie mehr als Entscheidungen die nicht sie selbst für sich traf. Im Grunde war es richtig gewesen. Auf der anderen Seite verriet sie damit ...
Nein, Schluss - sie würde sich jetzt nicht ablenken lassen. Irgendwie würde sich alles miteinander verbinden lassen. Der undurchdringliche Schleier der sich seit dem Ritual über den sonst so klaren Blick geschoben hatte verblieb. Mühsam war es die Möglichkeiten abzuwägen jetzt da sie ständig in eine Richtung dirigiert wurde. Überaus genau wusste sie was nötig war und was man erwartete. Das ihr hierbei ein Strich durch die Rechnung gemacht wurde. Sollte erst Tage später klar werden.
Er behauptete sie zu kennen, ihre Ängste und Wünsche. Wie sollte er wissen was ihr selbst nicht klar schien? Nein sie zweifelte. Etwas das er nicht gewohnt war. Die Frage wurde gestellt. Was glaubte er das es war. Was wollte sie wirklich haben? Blickte er tiefer als Andere? Einen Moment war sie versucht sich selbst auszulachen. Wie sollte jemand auch nur annähernd erfassen was in ihrem hübschen Köpfchen vorging. Auch hier blieb die Antwort aus und er spielte auf andere Begebenheiten an. Nicht das sie diese nicht auch gewollt hätte - dennoch, sie war enttäuscht. Was hatte sie auch erwartet? Das tatsächlich jemand in ihren unzähligen Gedankengängen und 'Welten' die sie zu wahren pflegte durchblickte? Nein, ein weiterer Schleier der sich nicht lüften durfte. Ihre Mundwinkel hoben sich zu einem undurchdringlichen Lächeln. Ob sie wirklich glaubte was sie sagte? Musste dem nicht so sein um gewisse Dinge zu wahren? Die Augen wurden niedergeschlagen sie wusste zu verbergen was in diesem Moment in ihrem Blick zu lesen war. Sollte er die Gestik für sich deuten wie er mochte.
Tief atmete sie durch als er sich abwandte ihr ein Schreiben zu überreichen. Sofort festigte sich der Blick und so sie auch gewisse Zweifel nicht wahrhaben wollte verschwanden sie in jenem Moment - endlich Sicherheit. Hiermit konnte sie umgehen und die Wahl war ganz nach ihrem Sinn. Der gewählte Ritter bekam eine Gelegenheit seinen Fertigkeiten gerecht zu werden. Man würde sehen in wie weit sie der Aufgabe gerecht würden.
Verfasst: Donnerstag 16. August 2007, 18:21
von Rayrrak Rasakar
Auf täglicher Patroullie unterwegs, streiften auch Rayrraks Blicke schlussendlich die vor Anker
liegende Flotte, samt der Heerschar, die sie mit sich führte. Sinn und Zweck ihrer Anwesenheit
waren ihm längst nicht mehr verborgen, darum beäugte er sie nur wenig überrascht.
Doch war sein Antlitz keineswegs von Gleichgültigkeit geprägt, vielmehr zeugten weit aufgerissene
Augen und ein genauer Blick von regem Interesse an den anwesenden Truppen.
Es war alles so, wie ihm mitgeteilt. In Gedanken glich er Art und Zahl der anwesenden Mannen mit den,
ihm im Geiste noch gänzlich präsenten Worten ab; Worte, die von seiner Heiligkeit selbst stammten..
Die Einladung erfolgte vor einigen Tag, gewohnt knapp und eindeutig.
Ein Bote überbrachte Ort und Zeit des Treffens mit seiner Heiligkeit.
Pünktlich zur genannten Stunde erreichte der Ritter die Residenz des Alkas,
wo er, wie üblich, von einem Diener empfangen und zu seiner Heiligkeit geführt wurde.
Dieser wartete bereits in seinem Büro auf den Ritter, wohin hinein Rayrrak dann auch trat.
Nachdem sich der Diener wieder entfernt hatte und die Tür ins Schloss einrastete,
erklang das Knirschen einer Rüstung, die Stille, die bis dahin für einen Moment herrschte, durchbrechend.
Der Ritter begab sich zu Boden, führte einen Kniefall aus, um den Alka in ehrfürchtiger Weise zu begrüßen.
Doch nicht lange verharrte er in dieser Position, denn forderte seine Heiligkeit ihn rasch auf,
sich zu erheben und Platz zu nehmen. Kaum hatte Rayrrak sich gesetzt, schob ihm der Alka
auch schon eine Landkarte über die Tischplatte zu.
"Du weißt nicht, welche Landmasse du hierauf siehst, oder?", sprach er gleich darauf,
gefolgt von einem Kopfschütteln Rayrraks, der das abgebildete Eiland noch nie zuvor gesehen hatte.
"Der Name der Insel ist mir selbst nicht bekannt, er hat allerdings auch keinerlei Relevanz.
Wichtig ist einzig eines der Lehen, das sich auf ihr befindet.", fügte der Alka hinzu,
an den aufmerksam lauschenden Ritter gerichtet.
"Es ist bereits eine Dekade dem Herrn ergeben, doch wurde es erst kürzlich an das Imperium angeschlossen.",
sprach er weiter, den Blick nun auf die Karte gerichtet.
"Der Name "Shevanor" sollte dir ein Begriff sein, wenn du bereits Bekanntschaft mit unserer Hofmaga gemacht hast.",
woraufhin er Bestätigung im Blick Rayrraks suchte, wo er sie auch fand, unterstützt von einem Nicken.
"Sie übertrug uns ihr Lehen, stellte die Ressourcen unserem Imperium zur Verfügung.",
wieder erfolgte ein Blick hinab auf die Karte, während er sprach.
"Die Bevölkerung dort ist auf Landwirtschaft spezialisiert, besteht daher größtenteils aus Bauern.",
erläutertete er, keinesweges abfällig ob des niederen Standes der Gläubigen dort.
"Im Falle eines Angriffs wären sie gänzlich schutzlos, lediglich Täuschung bewahrt sie derweil vor
Angriffen und einer Annektion an das aufrührerische Reich.", wieder fixierte er den Ritter.
"Lanaya wandte sich daher an uns", seine Hand glitt kurz über die Brust, während seine Heiligkeit sich selbst erwähnte,
"und bat uns, entsprechende Schritte einzuleiten, um Genanntes zu verhindern."
"Hier kommst du ins Spiel.", gefolgt von einer klaren Anweisung: "Ich will, dass du dich mit ihr nach Shevanor begibst
und dort die erforderlichen Verteidigungsanlagen errichtest.", womit er endlich den Grund des Treffens offenbarte.
"Zusätzlich werde ich die Gründung einer Miliz anordnen.", entgegnete Rayrrak sogleich, bereits in der Planung vertieft.
"Ich sehe, wir verstehen einander und zugegeben, hatte ich auch nichts anderes erwartet.", erfolgte die Antwort des Alkas.
"Neben deinem Wissen und deiner Erfahrung wirst du eine Armee mit nach Shevanor nehmen.", konzentrierte seine Heiligkeit
sich wieder auf die Erläuterung. "Just in diesem Augenblick befindet sich eine Flotte aus Dunkelfels Richtung Rahal.",
offenbarte er ihm erste Truppenbewegungen, gefolgt von genaueren Informationen zu den einzelnen Truppenteilen.
Neben dem Heer, welche die Flotte aus Dunkelfels nach Rahal brachte, würden Rayrrak in Shevanor
zusätzlich Mannen aus Rahal zur Verfügung stehen. Den Kern der Truppe machten schwere Infanteristen aus,
auch versprach ihm der Alka eine Kompanie aus Zweihandschwertkämpfern. Der Höhepunkt der
noch theoretischen Truppenschau wurde mit Erwähnung der Schattenhufe aus Dunkelfels erreicht,
einer Kavallerieeinheit vom Alka selbst geschaffen. Bestehend aus Veteranen, die sich in vielen Kämpfen
zu Pferde bewiesen hatten, vermochten sie in der Vergangenheit so manche Schlacht zu Gunsten
Alatars wenden. Die ebenfalls langwieriger Ausbildung unterzogenen Schlachtrösser waren in der Schlacht von einer
schwarzen, mit messerscharfen Klingen bestückten Rüstung umgeben, die an sich als Waffe genügte.
Doch sollte der Ansturm der Einheit einmal ins Stocken geraten und die Pferde nicht mehr ihre ganze Wucht entfalten können,
sorgten die Waffen der Reiter für weiteres Blutvergießen. Hauptwaffe eines Jeden war ein Speer, der Dank eines Widerhakens
fast immer tödlich wirkte, denn wurde das Opfer beim Herausziehen der Spitze schlicht ausgeweidet.
Nicht selten kam es vor, dass der Speer brach, weshalb zudem eine Sekundärwaffe, individuell vom Reiter gewählt,
mitgeführt wurde. Abschließend wurden auch Bogen- und Armbrustschützen erwähnt, deren günstige Ausbildung
auch auf Shevanor vorangetrieben werden sollte.
Nachdem Rayrrak über die ihm unterstellten Truppen informiert worden war,
überreichte der Alka ihm Listen, die über außerdem mitgeführte Ressourcen Auskunft gaben.
Er wusste, dass ein Versagen nicht geduldet werden wird und sein Leben auf dem Spiel stand,
was der eindringliche Blick des Alkas, nachdem dieser Rayrrak wieder verabschiedet hatte,
noch verdeutlichte...
Doch auch als die Reise näher rückte und er die Truppen nun endlich mit eigenen Augen sah,
machten sich keinerlei Zweifel an sich selbst in seinem Gemüt breit.
Er war fest davon überzeugt, die Aufgabe zur Zufriedenheit des Herrn zu erfüllen.
Bald würde sich zeigen, ob die seit dem Treffen getroffenen Planungen von Erfolg gekrönt sein werden.
Das Flaggschiff wartete bereits darauf, ihn an Bord zu nehmen und an den Zielort zu bringen...
Verfasst: Donnerstag 16. August 2007, 18:25
von Lanaya Shevanor
Ja wahrlich, die Reise rückte näher auch für sie gab es nun einiges zu organisieren. Immer mehr und mehr verlor die kleine Alchemistenhütte ihre 'Harmlosigkeit'. Längst war sie nicht mehr dem Stand entsprechend. Nun da es diesen Schein nicht mehr zu wahren galt dachte sie darüber nach gänzlich in die Stadt zu ziehen. Bequemlichkeit war alles was sie bislang abgehalten hatte. Noch wusste kaum jemand wo sie eigentlich verweilte und im Grunde wechselte sie den Ort der nächtlichen Ruhe stetig. Mal erforderte es ihre Anwesenheit in der Burg, im Palast oder tatsächlich 'zu Hause'. Viel Schlaf fand sie die Tage sicherlich nicht. Seit die Flotte eingelaufen war sah man sie in jeder freien Minute am Hafen stehen. Der Blick gen der Schiffe gewandt wo er unweigerlich auf dem großen Flaggschiff hängen blieb. Als prächtig konnte man das dunkelviolette Segel mit dem Hoheitszeichen des Dunkelfelser Fürstentums wahrlich bezeichnen.
Tage verstrichen und eine rege Geschäftigkeit zeichnete sich am Hafen ab. Wieviele Leute wussten um die Hintergründe der Vorgänge? Im Grunde war es ihr gleich doch der gefasste Blick der über die Truppen glitt würde einem Vertrauten so einiges verraten. Was verband die Baronin noch damit? Ein stilles Lächeln unterstrich einen gewissen Anschein und sie machte kehrt. Bald schon würden sie auf dem Flaggschiff verweilen und sich gänzlich in die Obhut des Meeres begeben. Zuvor jedoch sorgte sie dafür das an Unterlagen auf das Schiff gebracht wurde was nützlich sein könnte. Lange war es her seit sie sich mit taktischen Planungen, Begebenheiten und kriegerischen Begleiterscheinungen befasst hatte. Der Orden der Kriegsmagier war geraume Zeit nicht mehr in eine Schlacht verwickelt worden. Bislang hatten sie über einen überaus gewitzten Kriegsherren verfügt doch was sich hier anbahnte betraf nicht den Orden. Es würde kein magisches Rückgrat in gewohnter Form geben. Kein Umfeld von dunklen Magiern die gemeinsam agierten. Nein, es würde wirklich überaus unvertraut werden. In wie weit die Fertigkeiten einer einzelnen Arkoritherin mit dem Heer verbinden konnte würde sie auf der Fahrt mit dem Ritter besprechen.
Ein ungewöhnlicher Zug. Normalerweise hielten sich die Arkorither mehr als bedeckt was ihre Macht betraf. Ein Gegner den man einzuschätzen wusste war ein Gegner dessen Zähne nicht ganz so spitz waren. Natürlich würde sie nicht alles offenbaren. Es war schlichtweg unmöglich denn die Möglichkeiten verloren sich in der Unendlichkeit. Grundlegendes jedoch konnte man getrost besprechen.
Endlich war es soweit. Merklich legte sich die Abenddämmerung über Rahal und sie beschritten die Flanke des Flaggschiffes um ihren Platz an dessen Spitze einzunehmen. Für diesen Moment hatte sie die nachtschwarze Ordenskleidung angelegt. Haltung und Aufmachung des Ritters und der Arkoritherin lieferten entsprechendes Bild und nahezu einträchtig stand man nebeneinander während das Schiff ablegte. Beide sahen sie hinaus auf die Wellen in denen sich noch die letzten Strahlen der Sonne brachen. Hier und da blitzten Signalfackeln in der sich ausbreitenden Dunkelheit auf dann waren sie auf dem offenen Meer. Seefahrt hatte ihr noch nie sonderlich viel ausgemacht. Im Gegenteil, sie liebte den würzigen Geruch der salzigen Luft und das Schaukeln der Wellen war in gewissem Grad überaus beruhigend. Auch in dieser Nacht war das Meer friedlich und die Sterne deuteten der Flotte die dem Flaggschiff folgte den Weg. Es versprach ein ruhiger Tag zu werden und erst nachdem Rahal in der Dunkelheit versunken war und sie die Stadt nicht mehr erkennen konnte begab sie sich mit dem Ritter unter Deck. Genug Zeit alles zu besprechen würden sie haben. Somit konnten sie die ersten Nächte sicherlich ruhig verbringen.
Verfasst: Donnerstag 16. August 2007, 18:29
von Rayrrak Rasakar
Die Abendsonne warf bereits lange Schatten über die Stadt und hüllte sie gleichsam in ein
helles Rot, als Rayrrak letzte Vorbereitungen für die Reise traf.
Er wusste, dass eine seiner Begleiterinnen ihn gleich aus seinem Haus locken würde,
um ihn zum Flaggschiff der Flotte zu geleiten, welches sie über das Meer trug.
Ein letzter Blick galt jedem Winkel seiner Behausung, das Feuer im Kamin wurde gelöscht,
bevor er sich hinaus begab, wo ihn Lanaya bereits erwartete.
Wie üblich, umgaben Ritterrüstung und Robe seinen Körper, die Blutklinge befand sich, zwischen
Falten seiner Robe verborgen, ebenfalls an gewohntem Platz. Einzig der über die Schulter geschwungene
Sack verleihte ihm einen völlig anderen Anblick, als sonst. In ihm bewahrte er sowohl leichtere Stoffkleidung für die Reise
sowie Unterlagen, die der Alka ihm zuvor überreichte. Verpflegung würde er auf dem Flaggschiff genügend erhalten.
Gemeinsam bahnten sie sich sodann ihren Weg zum Hafen, der sich am anderen Ende der Stadt befand.
Letzte Gelegenheit, die Stadt noch einmal zu betrachten, denn war beiden bewusst, dass die Fahrt
angesichts der Gefahren auf See ihre Letzte sein konnte. Obwohl die Frequenz des Herzschlages
bei dem Gedanken zunahm, zweifelte Rayrrak nicht daran, sie bald wieder zu Gesicht zu bekommen.
Der Herr war mit ihm und würde über ihn wachen, hatte er die Reise doch erst kürzlich im Gebet angesprochen.
Als sie die küstennahen Gassen durchquerten, kündete eine frische Brise bereits von ihrem Ziel, dem Hafen,
der sich bald darauf auch vor ihnen auftat. Ebenfalls zogen die zahlreichen Schiffe,
an diesem Abend ebenfalls in ein Rot getaucht, ihre Blicke auf sich, speziell dabei wurde natürlich
das Flaggschiff fixiert, welchem sich die beiden zielstrebig näherten.
Den schmalen Steg, der Pier und Schiffsdeck verbandt, galt es als letztes Hindernis zu überwinden,
was trotz lautem Knarren des Holzes, als Rayrrak dieses mit seinem Gewicht plagte, problemlos
bewältigt wurde. Das Gepäck wurde ihnen sogleich von einigen Matrosen abgenommen und unter
Deck verstaut, ehe sich die beiden auf das Vorderdeck begaben, um sich gleichsam dem zuzuwenden,
das sie für die nächsten Tage trug. Es verstrichen nur wenige Augenblicke, da wurden die Taue gelöst
und das Schiff begab sich in die Arme des Meeres. Erst als die letzten Sonnenstrahlen hinter dem Horizont
verschwanden und der Mond das bereits eine Meile entfernte Rahal beleuchtete,
wurde der Stadt ein letzter Blick gewidmet, als sich Heerführer samt Begleiterin unter Deck begaben.
Doch bekamen sie nicht vielmehr als ihre Silhouette geboten, aus der deutlich der Tempel hervor ragte.
Dieser Ort spiritueller Vollkommenheit würde ihnen für die nächsten Tage unerreichbar sein.
Allerdings waren sie sich in ihrem fanatischen Wahn sicher,
dass der Herr ihren Gebeten, wo auch immer sie sich befanden, lauschen würde.
Zeit dafür nahm sich Rayrrak neben der ausgiebigen Planung genügend..
Verfasst: Donnerstag 16. August 2007, 18:31
von Velvyr´tae
Warum ich?
Unweigerlich drängte sich dieser trotzige Gedanke auf, während sie die bucklige Gestalt Q'ins mit einem wenig freundlichen Seitenblick bedachte. Auch wenn die Vernunft rasch den Sieg davon trug, und sie dem Lethrixor mit neutraler, möglichst beherrschter Stimme die Einzelheiten mitteilte, blieb die Verstimmung zurück. Sie hätte es ohnehin ahnen müssen. Bislang war alles viel zu glatt verlaufen.
Ein Auftrag, wie er interessanter nicht sein könnte. Erteilt von Ihm persönlich, dessen Gegenwart sie immer noch unruhig werden ließ, zur Vorsicht mahnte. Er forderte Vertrauen und bekam es. Doch irgendwo in ihr war immer noch die undurchdringliche Mauer aus Glas, hinter der die wahre, die misstrauische Velvyr existierte. Immer stärker wurde jedoch das Bedürfnis, auch diese Barriere fallen zu lassen. Seltsam distanziert beobachtete sie diese Entwicklung, unangenehm berührt. Er spielte mit ihr, ganz wie er mit der Baronin spielte. Bei der Audienz, als er seine Pläne bezüglich Shevanor offenbart hatte, war dieses Spiel überdeutlich geworden. Faszinierend einerseits...und notwendig. Demütigend andererseits. Nicht zum ersten Mal wurde ihr die Wahrheit und die Weisheit der Lehren Alatars bewusst. Die gnadenlose Härte ihrer Erziehung und Ausbildung hatten sie gelehrt, aus Demütigung Kraft zu beziehen, Notwendigkeit unter allen Umständen anzuerkennen. Die Ziele des Einen bestimmten ihr Leben, nicht kleinliche Gefühle.
Und diesem Ziel diente auch ihr Auftrag. Die vor Rahal ankernde Flotte würde der Baronin und dem Ritter Rasakar zur Verfügung stehen um das Lehen Shevanor endgültig dem Imperium anzugliedern. Eine großzügige Gabe, deren Gegenleistung nicht nur in unbedingter Loyalität bestehen würde. Sie selbst würde die Baronin und den Ritter begleiten, offiziell als Auge und Ohr des Alkas, allen Befehlen freigestellt und mit Eigenverantwortung in Bezug auf ihre Unternehmungen versehen. Ein seltsam freies Gefühl, wäre da nicht ein Detail, über dessen Natur weder Lanaya, noch der Heerführer informiert waren. Hätte sie sich die genauere Betrachtung des impulsiven Gefühls gestattet, wäre sie selbst über den damit verbundenen Unwillen erstaunt gewesen. Sie wollte keinen der beiden Menschen im Fall ihres Versagens dem endgültigen Gericht Alatars überantworten. Oder war nur der Gedanke, diese Beiden könnten auf dem selbstgewählten Pfad scheitern, absurd?
Nein, sie wollte sich mit diesen Gedanken nicht beschäftigen. Viel dringlicher waren die Vorbereitungen, die es zu treffen galt. Eine davon betraf die Bekanntgabe ihrer Abreise bei den Lethyren. Den Meister würde sie mit solchen Dingen nicht belästigen, und so trieb sie der grausame Zufall in die Arme Syrr'aels. Der Lethyr bewies ein feines Gespür, indem er ihre knapp gehaltene Erklärung mit einem überfreundlichen Lächeln beantwortete. “Ausgezeichnet, Lethra. Diese Expedition bietet außerdem eine weitere, wunderbare Möglichkeit. Du wirst den Lethrixor Q'in mit dir nehmen.“ An diesem Punkt hatte sich ihr Blick abrupt, ja irritiert von dem distanzierten Punkt hinter der Schulter des Lethyr entfernt und für einige Herzschläge mit respektloser Offenheit auf die in ihrer Härte schönen Züge Syrr'aels gerichtet. Warum sollte sie gerade Q'in auf dieser Reise begleiten? Warum gerade dieser Lethrixor, dessen Verhalten sie immer wieder an den Rand ihres nervlichen Fassungsvermögen brachte? Der sich gegenüber Menschen unbekümmert roh und in verstörendem Maß unpassend verhielt? Ihr steigendes Unbehagen schien den Lethyr nicht zu beeindrucken, im Gegenteil. Sein Lächeln wurde breiter. “Er wird auf dieser Reise sein vergangenes Versagen büssen und seinen Wert beweisen. Sollte er neuerlich versagen, weißt du, was zu tun ist.“
Ja, sie wusste es. Sollte diese Reise tatsächlich ein Fehlschlag werden, würden ihre Dolche reiche Ernte einfahren. Das prickelnde Gefühl der Freiheit, der gierigen Erwartung war verschwunden. Zurück blieb vertraute Unruhe, eine beunruhigende Ungewissheit. Eine schlichte Verneigung vor dem Lethyr, der ihre Anwesenheit bereits nicht mehr wahrzunehmen schien, dann befand sie sich wieder auf dem Weg. Es galt, die Einzelheiten mit der Baronin abzuklären und sie vorsichtig in die gewünschte Richtung zu beeinflussen. Doch zuvor würde sie sich stumpfen Tätigkeiten widmen, dem Zusammenstellen von Vorräten und der Pflege ihrer Ausrüstung. Monotone Arbeit würde ihre Gedanken zur Ruhe bringen, und den aufkeimenden Zorn in nutzbringende Bahnen lenken.
Nicht gerade hilfreich erwies sich hierfür allerdings ein Besuch in ihrer winzigen Schlafkammer. Die Truhe am Fußende des harten Lagers war mit unsachgemäßer Brutalität geöffnet worden, die winzige (und mit viel Mühe verbundene) Fallenkonstruktion lag zerrissen und nutzlos auf dem Steinboden. Eine hastige Überprüfung des Inhalts offenbarte ihr sowohl das Diebesgut, wie auch den Dieb. Q'in hatte sich bereits mehrfach an ihren sorgsam gepflegten und wie ihre Augäpfel gehüteten Dolchen vergriffen. Er nutzte sie als Werkzeug um seine Axt zu säubern, als Hebel, als Esswerkzeug. Ein Fluch, und sie warf den Deckel der Truhe wieder zu. Ob man die Überfahrt auf verschiedenen Schiffen organisieren konnte? Wieder einmal drängte sich ihr die Frage auf, deren Antwort in einem schlichten „Ertrage es.“ resultierte.
„Warum ich?“
Verfasst: Donnerstag 16. August 2007, 19:21
von Dracon Alando
Er wusste es schon seit einigen Tagen das sie sich bald auf die Reise nach Hause begeben würde und ihm war klar das in der Zeit die Träume wieder kehren würden die ihn nun seit Wochen dank ihr nicht mehr plagten. Sie war für ihn ein wichtiger Bestandteil seines Lebens geworden zum einen hatte sie es geschafft in ihm Ruhe und Frieden einkehren zu lassen, zum anderen half sie ihm dabei seinen Glauben zu Alatar weiter aus zu bauen. Sie wies ihm Wege, die er dank ihr beschreiten durfte manchmal dachte er sich ob er das wirklich verdient hatte. An jenem Tag der Abreise als sie sich von einander verabschieden würden, hatte sie ihm noch einige Aufgaben für die nächste Zeit aufgetragen und noch ein paar Phiolen des Mittels gegeben welches in ihm Ruhe einkehren lies.
Immer wieder waren die Wellen zu hören wie sie gegen die Klippen schlugen auf denen Dracon stand. Er sah das Schiff wie es dem Sonnenuntergang entgegen segelte. Wahrlich die See war ruhig als hätte Alatar selbst die Überfahrt gesegnet. Dracon hatte gemischte Gefühle in diesem Moment, zum einen wäre er am liebsten selbst mit gefahren um ihr mit seiner Klinge bei zu stehen, zum anderen war er aber auch Froh hier verweilen zu müssen, da es noch andere Sachen gab denen er sich widmen musste. Er hoffte das sie unbeschadet zurück kommen würde. Als das Schiff am Horizont verschwunden war ging Dracon zu seinem Pferd zurück und hob sich in den Sattel seines Pferdes. Auf dem Heimweg dachte er immer daran,er würde ihr keine Schande bereiten und sie nicht enttäuschen. Sogleich war er in der Dunkelheit des Waldes verschwunden.
Verfasst: Donnerstag 16. August 2007, 19:50
von Q´in
Du wirst mich und die Truppen des Alkas begleiten, um die Lehen Shevanors in das Reich einzugliedern. Mit möglichem Feindkontakt ist zu rechnen.
Warum nicht?
Die Worte klangen noch etwas verloren in seinem Geist nach, als er den Blick bereits gen Westen wandte. Von seinem erhöhten Aussichtspunkt konnte er über das geschäftige Treiben am Hafen blicken. Doch es war kein gewöhnliches Löschen und Neubeladen alter Kähne, nicht das Willkommenheißen der Freibeuter Rahals. Hier war etwas im Gange, was nach Krieg roch, nach Schlacht und Geschrei. Und es kribbelte Q'in bereits im Genick. Die Ruhe seines Äußeren war trügerisch, denn selbst fernab der Lehen Shevanors schien der Letharf bereits den „möglichen Feindkontakt" zu riechen, zu hören – ihm entgegenzufiebern. Noch nie zuvor empfand Q'in ein so einfaches Gefühl, welches ihn so absolut zufrieden stimmte. Es war Dankbarkeit.
Syrr'ael hatte ihn für diese Mission abgestellt und Velvyr'tae angewiesen, ihm diese frohe Botschaft zu überbringen. Sie war – wie so oft – nicht in der Lage gewesen, ihre Freude über seine Anwesenheit bei diesem Erlebnis geschickter auszudrücken. Dabei zählte Q'in sie zu den faselnden Letharen, die es nicht verstanden, eine Waffe zu führen und sich nur auf die Zunge verließen. Ein kleines Stück Fleisch.
Das Verladen der Lebensmittel kostete Zeit, denn es waren nicht weniger Fässer, die vom Kai überwechselten zu einem der Schiffe. Das Geschrei tönte so laut, dass selbst in dieser großen Entfernung noch etwas aufgeschnappt werden konnte. Mit den Flüchen der Seemänner war Q'in bereits vertraut und er konnte ihnen recht genau die Gemütslage des Fluchenden zuordnen. Auch Handzeichen und die damit verbundenen, farbigen Metaphern waren dem runenlosen Letharen geläufig, sodass er die Quintessenz der Kaigespräche auch aus mehreren hundert Metern Entfernung verstehen konnte. Man hatte es eilig. Jeder hatte es eilig. Und Q'in tat sich gütlich daran, den Menschen, den Kriegern in ihrer Eile zuzuschauen. Seine wenigen Sachen wären schnell zur Hand gewesen, der Rest umso leichter bei den „Kameraden" organisiert worden. Es benötigte nicht viel, denn Q'in wusste, dass Mobilität nicht durch Eigentum gefördert wurde.
Möglicher Feindkontakt. Würde dies bedeuten, einem Mob gegenüberzustehen? Oder einem Heer? Die Phantasie schwang sich zu neuen Höhen auf und spielte die schönsten Szenarien durch: Ein Trupp inquisitorischer Tempelritter – diesen war er noch nie, doch Q'in wusste vom Hörensagen, dass es sich um ausgezeichnete Krieger handeln musste. Oder Infanterie, durch eine größere Menge an Bogenschützen gestützt. Der schwarze Regen, den der Letharf dabei wieder in Erinnerung rief, ließ ihm abermals einen wohligen Schauer über den Rücken laufen. Berittene Kriegerschaft? Eine wahre Herausforderung, um im Chaos und Geschrei nicht vor Freude und Aufregung den Verstand zu verlieren.
Der Tag neigte sich dem Ende, als der Letharf sich wieder in dem Unterschlupf einfand. Das Grinsen war auf dem Weg ins Unterreich wieder verschwunden, hatte der Gleichgültigkeit wieder Platz gemacht. Und doch führte ihn sein Weg nicht zu seiner Ruhestätte, sondern ins Lager. Verbandszeug, alchemistische Gemische, Pökelfleisch und ein Wetzstein fanden den Weg in einen kleinen Rucksack oder die tiefen Taschen des dicken Mantels. Als die Besorgungen jedoch ins Detail gingen, wurde der Letharf dreister: Ein neuer Dolch wurde organisiert aus Velvyrs Gemach. Sie war vernarrt in diese Spielzeuge und so stand auch gleich fest, an welchem Ort eine neue Allzweckklinge zu suchen war. Die obligatorischen Fallen, welche Q'in an jedem Gegenstand von ihr erwartete, fand er auch an der Truhe, die er in weiser Voraussicht mit einer Pantherklaue aus dem Lager aufhebelte, sich dabei einigermaßen aus einem möglichen Vernichtungsradius raushaltend. Eine Nähnadel mit Faden konnte ebenso sehr nützlich sein und wurde auf ähnliche Art und Weise beschafft und einem neuen Besitzer zugeführt – diesmal an der Oberfläche in Rahal. Zuletzt aber wartete das Wichtigste auf den Letharfen. Wein. Denn ohne Wein würde die Überfahrt langweilig, die Warterei auf den „möglichen Feindkontakt" unerträglich werden. Mit irgendetwas musste die Zeit totgeschlagen werden.
Q'in war sich sicher, dass der Wirt sich über den beständigen Geschäftspartner, seine Treue zur Taverne und seine fast existente Zahlungswilligkeit so stark freute, dass er über den überraschenden Besuch in tiefer Nacht in seinem Weinkeller hinwegsehen würde. Täte er es nicht – es war dem Krieger des auserwählten Volkes einerlei. Noch Stunden, bevor die Truppen in See stachen, fand Q'in sich am Kai ein. Er wollte sich die unnötigen Wege ersparen und wartete auf den Sonnenaufgang wie auch auf den Aufbruch am Hafen, unter einem glitzernden Sternenhimmel. Mit dem ersten von vier Weinschläuchen auf dem Schoß und dessen lieblichen Bouquet in der Nase.
Möglicher Feindkontakt. Er würde Shevanor in diesem Falle danken müssen. Menschen waren unnützer Abschaum, aber sie wussten, wie man sich vergnügt.
Verfasst: Freitag 17. August 2007, 20:54
von Lythiana Cronor
Seit geraumer Zeit schon beobachtete Lythiana das Treiben am Rahaler Kai. Sie hatte sich leicht gegen eine Statue gelehnt, die schwarze Ordenstracht ging nahtlos in den Schatten über. Ab und an mochte ein aufmerksamer Beobachter einen Blick auf ein Paar meeresblauer Augen erhaschen.
Selbst jetzt noch, zur Zeit der Abenddämmerung, sprudelte das Hafenviertel nur so vor Leben. Letzte Vorbereitungen zum Auslaufen der Flotte wurden getroffen, laute Befehle schallten über den Pier, mehr als einmal durchsetzt von Flüchen. Gleichzeitig bereiteten sich die dienstleistenden Gewerbe der Stadt darauf vor, die Nachtschicht zu übernehmen. Schließlich schien der Schichtwechsel vollzogen, ebenso die Vorbereitungen – vorläufige Ruhe kehrte ein. Just in diesem Moment trafen die Elegida und Rayrrak, ein Ritter Alatars, auf dem Kai ein. Die Maestra beobachtete, wie die sie die Planke zum Flaggschiff überschritten und sich auf das Vorderdeck begaben. Kurze Zeit später legte das Schiff ab. Die beiden Schemen auf dem Vorderdeck wurden kleiner und kleiner, ehe sie die Dunkelheit gänzlich verschluckte.
Lythiana verharrte noch eine Weile lang auf ihrem Platz und sah zu, wie der übrige Teil der Flotte die Anker lichtete und Kurs aufs offene Meer nahm. Wie viele würden zurückkehren? Ein sachtes Schmunzeln huschte über das Gesicht der Maestra als sie sich bei dieser Überlegung erwischte. Sie schien zu einem Teil ihrer selbst zu gehören, den sie schon vor langer Zeit aufgegeben hatte....
De facto war es für sie, ihre Ziele und die Ziele des Ordens vollkommen unerheblich. Wichtig war, dass die Schwester ihr Ziel erreichte – und daran bestand keinerlei Zweifel. Sie würde ihre Talente und die gegebenen Mittel zu nutzen wissen. Unter anderen Umständen hätte sie, Lythiana, die Schwester vermutlich begleitet. Doch erforderten Angelegenheiten des Ordens zwingend ihre Anwesenheit auf Gerimor – und ganz abgesehen davon erschien es ihr als unklug, die jungen Talente derzeit „allein“ zu lassen. Auch in ihrem eigenen Interesse...