einfach so
Verfasst: Freitag 15. Juni 2007, 21:41
"Immer kommen die Menschen nur mit Sorgen zu ihr."
"Dafür ist sie da. Sicher nichts, worüber sie sich beschweren würde oder etwas, was ihr zur Last fiele."
"Nein, beschweren würde sie sich nie. Etwas, was sie sicher gern macht, nie, daß sie von Belastung reden würde... deswegen ist sie wohl eben die Heiligkeit. Sie würde sich nie beklagen. Aber wieso sollte man nicht einfach mal an sie denken? Sie würde sich sicher freuen. Einfach so."
Als sie durch den Umzug in alten Sachen stöberte, fiel ihr die breite Samtschleife wieder in die Hände. Die hatte sie mal... hm, irgendwann hatte sie den Samt für Geschenke beiseite gelegt. Und kürzlich hatte sie damit etwas vorgehabt...
"Jetzt? Nein. Ich könnt mich gerade ständig nur in eine Ecke setzen und heulen."
"Ja, und was hat das mit ihr zu tun? Warum nicht gerade jetzt? Und mal nicht deine Sorgenpäckchen zu ihr tragen, sondern was nettes? Gerade deswegen. Mach's doch einfach, was kostet das denn, die paar Minuten?"
Sie nahm die Schleife mit und suchte einen Korb mit Deckeln raus. Alles sehr sauber zurechtsortiert, daß alles möglichst sicher tastend zu erkennen war, packte sie ein paar Gläser Marmelade ein, Kuchen, frisches Brot, einen Krug Birnensaft, einen Krug frische Milch, Schinken, Würste, Obst. Zuletzt hatte er doch gutes Gewicht, aber auf alle Fälle tragbar.
Sie überlegte, ob es Argwohn geben würde, ob sie was dazuschreiben sollte, würde noch jemand anders den Korb prüfen.
"Kannst du einfach so noch geben?
Kannst du einfach so noch nehmen?"
Der Korb blieb ohne Nachricht, und sie machte sich auf den Weg zur Kirche. In einiger Entfernung blieb sie stehen. Die Gardisten... die hatte sie nun außer Acht gelassen. Man sollte sie damit nicht in Zusammenhang bringen. Aber deswegen jetzt einen riesen Ablenkungs- oder Täuschungsfirlefanz, damit niemand sie mit dem Ding reingehen sah?
"In keinem Fall."
Sie wartete aber bis sehr kurz vor dem Wachwechsel. Sollte man später nachfragen, wüsste der Gardist, unter dessen Blicken sie die Kirche verließ, nichts von einem Korb.
Es war leer, wie so oft. Leise ging sie die Treppe nach oben. Einige Momente horchte sie. Kein Geräusch. Sie stellt den Korb so vor die Tür, daß er nicht mitten im Weg stand, aber hoffentlich noch gut bemerkbar war.
Gedämpftes Klopfen, zügig und leise gehen. Einfach so.
"Dafür ist sie da. Sicher nichts, worüber sie sich beschweren würde oder etwas, was ihr zur Last fiele."
"Nein, beschweren würde sie sich nie. Etwas, was sie sicher gern macht, nie, daß sie von Belastung reden würde... deswegen ist sie wohl eben die Heiligkeit. Sie würde sich nie beklagen. Aber wieso sollte man nicht einfach mal an sie denken? Sie würde sich sicher freuen. Einfach so."
Als sie durch den Umzug in alten Sachen stöberte, fiel ihr die breite Samtschleife wieder in die Hände. Die hatte sie mal... hm, irgendwann hatte sie den Samt für Geschenke beiseite gelegt. Und kürzlich hatte sie damit etwas vorgehabt...
"Jetzt? Nein. Ich könnt mich gerade ständig nur in eine Ecke setzen und heulen."
"Ja, und was hat das mit ihr zu tun? Warum nicht gerade jetzt? Und mal nicht deine Sorgenpäckchen zu ihr tragen, sondern was nettes? Gerade deswegen. Mach's doch einfach, was kostet das denn, die paar Minuten?"
Sie nahm die Schleife mit und suchte einen Korb mit Deckeln raus. Alles sehr sauber zurechtsortiert, daß alles möglichst sicher tastend zu erkennen war, packte sie ein paar Gläser Marmelade ein, Kuchen, frisches Brot, einen Krug Birnensaft, einen Krug frische Milch, Schinken, Würste, Obst. Zuletzt hatte er doch gutes Gewicht, aber auf alle Fälle tragbar.
Sie überlegte, ob es Argwohn geben würde, ob sie was dazuschreiben sollte, würde noch jemand anders den Korb prüfen.
"Kannst du einfach so noch geben?
Kannst du einfach so noch nehmen?"
Der Korb blieb ohne Nachricht, und sie machte sich auf den Weg zur Kirche. In einiger Entfernung blieb sie stehen. Die Gardisten... die hatte sie nun außer Acht gelassen. Man sollte sie damit nicht in Zusammenhang bringen. Aber deswegen jetzt einen riesen Ablenkungs- oder Täuschungsfirlefanz, damit niemand sie mit dem Ding reingehen sah?
"In keinem Fall."
Sie wartete aber bis sehr kurz vor dem Wachwechsel. Sollte man später nachfragen, wüsste der Gardist, unter dessen Blicken sie die Kirche verließ, nichts von einem Korb.
Es war leer, wie so oft. Leise ging sie die Treppe nach oben. Einige Momente horchte sie. Kein Geräusch. Sie stellt den Korb so vor die Tür, daß er nicht mitten im Weg stand, aber hoffentlich noch gut bemerkbar war.
Gedämpftes Klopfen, zügig und leise gehen. Einfach so.