Seodra Iola – Der Vergangenheit entronnen
Verfasst: Freitag 15. Juni 2007, 19:41
Ihre Nase hatte sie in den Wind gestreckt, oben auf der überdachten Terrasse ihres eigenen kleinen Türmchens. Vorhin hatte sie das kleine Messingschild aufgehangen, Waldtürmchen stand da in geschwungenen Lettern darauf. Genau so hatte sie es beim Feinschmied bestellt. Der Name fand sie passend, denn schliesslich war der Turm im Wald.
Und es war ihr eigenes Zuhause, sie hatte es auch schon einwenig eingeräumt, mit Möbeln. Persönliche Gegenstände fehlten jedoch fast gänzlich, sie besass keine.
Der leichte Wind spielte mir ihren blonden Haarlocken und schien sie vorzuwehen, zurück in ihre Vergangenheit, zurück nach Goldfels.
Diese Insel war kaum mehr als ein Haufen grosser Steine, sehr grosse Steine, Berge um genau zusein. 5 Bergspitzen konnte man erkennen, wenn man mit dem Schiff auf die Insel zufuhr. Ein schönes Bild, wenn man davon ab sah, das diese riesigen Felsbrocken fast völlig unterhöhlt waren, ein grosses Labyrinth an Minengängen.
Diesen Minen hatte Goldfels den Namen zu verdanken, denn aus ihnen förderten fleissige Schürfer edle Erze, welche die Stadt zu ihrem Reichtum verholfen hatte.
Auf der Insel gab es ansonsten nur die Stadt, vom Hafen aus sah man zuerst an die grossen Residenzen der reichen Händler und viel weiter kamen die wenigsten Besucher. So blieben die eher einfachen, manchmal sogar ärmlichen Häuser der weniger begüterten hinter einer Fassade von Prachtbauten verborgen.
Seodra dachte an ihre Eltern, wenn man sie denn so nennen konnte, denn schliesslich waren sie nicht ihre Leiblichen.
Vor ihrem geistigen Auge sah sie ihr Kinderzimmer, mit den vielen Puppen aus Porzellan, ihr Himmelbett, behangen mit feinstem Brokat und ihren Schreibtisch aus edlem Mahagoni. Sie hatte sich wirklich nicht beklagen können, sie hatte alles bekommen. Ihre Ersatzeltern hatten für alles gesorgt, selbst eine Gouvernante und einen Hauslehrer hatte sie.
Die junge Frau erinnerte sich kaum noch daran, aber bis zu ihrem 3. Lebensjahr wurde sie fast zu jedem Anlass mit genommen.
Doch dann wurde sie immer mehr versteckt von ihren Eltern, nur noch wenn die engsten Bekannten zu besuch waren, durfte sie ebenfalls im Salon sitzen. Mit missbilligenden Blicken betrachteten Andere ihr Aussehen, und selbst Seodra fiel auf wie wenig sie ihren Eltern ähnlich sah.
Ein leichter Schatten huschte über das Gesicht des Fräuleins, während sie den Umhang enger um sich zog, es wurde schon langsam Abend und der Wind frischte auf.
Es versetzte ihr einen leichten Stich ins Herz, wenn sie an jenes Gespräch dachte, in dem ihr ihre Eltern erklärten, das sie nicht ihre Tochter war, sie hatten sie als Kleinkind gekauft.
Gekauft!! Wie eine Ware!
Ein Söldner hatte sie bei sich gehabt, und weil er gehört hatte das die beiden sich ein Kind wünschten, hatte er sie gegen ein paar kostbare Erze eingetauscht, da der Söldner dunkel Haarig war, hatten die Beiden geglaubt das Kind würde es auch. Doch sie wurde älter, doch wurde ihr Haar nie wirklich dunkel, im Gegenteil in der Sonne glänzte es wie Gold mit leichtem Silberschimmer.
Da die Eltern sie immer für ihr eigenes Kind ausgegeben hatten, wurde nun natürlich vermutet das die Frau ihrem Gatten nicht treu gewesen war.
Das Kind war dann auch froh dem Getratsche entkommen zu können und vergrub sich immer mehr in ihre Bücher und zog sich zurück.
Bis zu jenem Tag, als dieses Ereignis geschah, doch daran, besonders an die Reaktion der Eltern wollte Seodra nun nicht mehr denken. Diese Gabe mit der sie in ihrer Wut das Stickzeug in Brand gesteckt hatte, genau diese Begabung war es nun auf die sie Stolz war. Damals hatten sich ihre Eltern davor gefürchtet und sie in ein Mädchenpensionat gesteckt. In dem sie dann 4 Jahre verbrachte, bei verknöcherten alten Lehrerinnen, eingesperrt in dunkle Kammern und eintönigem Unterricht.
Seodra brauchte in der Zeit Beschäftigung und sie schlich sich oft hinaus, und streunerte den Sumpfgebieten entlang um den Irrlichtern nach zu spüren oder in die Bibliothek der Stadt um richtige Bücher zu lesen, nicht die welche sie im Unterricht bekamen und zensiert waren.
Einfache Schlösser konnten sie schon bald nicht mehr aufhalten, und sie konnte fast zu jeder Zeit entkommen, doch wo hätte sie hin gehen können?
Ihre Ersatzeltern wollten sie nicht mehr, und von ihren leiblichen Eltern wusste sie nur das ihr Vater Söldner war und kein festes zu Hause hatte.
Sobald sie jedoch alt genug war, würde sie gehen und ihr eigenes Leben finden und sie hatte damals schon gewusst wie es aussehen würde.
Auf den Zügen der Maid zeigte sich nun Zufriedenheit, denn sie hatte schon einen grossen Schritt getan. Sie besass ihr zuhause und sie war Studentin an der Ademia Arcana. Und noch mehr, sie hatte sogar schon eine erste Prüfung bestanden.
Sie hatte sogar schon Menschen kennen gelernt, mit denen sie sich anfreunden konnte. Eine Klassenkameradin mit der sie sich gut verstand, Lynfair, oder Sio die vermutlich noch zurückhaltender war als sie selbst, und Lamiro der anscheinend allen gerne half. Natürlich verstand sie sich auch mit anderen aus ihrer Klasse und dann war da noch Yarin, er war nicht an ihrer Schule und er war auch kein Schüler mehr, aber sie konnte ihm Vertrauen.
Langsam drehte sie der Balustrade den Rücken zu und stieg die Leiter hinab um zu ihrem Schreibtisch zurück zu gehen, auf dem noch ein neues Buch lag, welche sie studieren wollte, für den Moment hatte sie genug in der Vergangenheit geweilt, jetzt wollte sie sich wieder um ihre Gegenwart kümmern.
Und es war ihr eigenes Zuhause, sie hatte es auch schon einwenig eingeräumt, mit Möbeln. Persönliche Gegenstände fehlten jedoch fast gänzlich, sie besass keine.
Der leichte Wind spielte mir ihren blonden Haarlocken und schien sie vorzuwehen, zurück in ihre Vergangenheit, zurück nach Goldfels.
Diese Insel war kaum mehr als ein Haufen grosser Steine, sehr grosse Steine, Berge um genau zusein. 5 Bergspitzen konnte man erkennen, wenn man mit dem Schiff auf die Insel zufuhr. Ein schönes Bild, wenn man davon ab sah, das diese riesigen Felsbrocken fast völlig unterhöhlt waren, ein grosses Labyrinth an Minengängen.
Diesen Minen hatte Goldfels den Namen zu verdanken, denn aus ihnen förderten fleissige Schürfer edle Erze, welche die Stadt zu ihrem Reichtum verholfen hatte.
Auf der Insel gab es ansonsten nur die Stadt, vom Hafen aus sah man zuerst an die grossen Residenzen der reichen Händler und viel weiter kamen die wenigsten Besucher. So blieben die eher einfachen, manchmal sogar ärmlichen Häuser der weniger begüterten hinter einer Fassade von Prachtbauten verborgen.
Seodra dachte an ihre Eltern, wenn man sie denn so nennen konnte, denn schliesslich waren sie nicht ihre Leiblichen.
Vor ihrem geistigen Auge sah sie ihr Kinderzimmer, mit den vielen Puppen aus Porzellan, ihr Himmelbett, behangen mit feinstem Brokat und ihren Schreibtisch aus edlem Mahagoni. Sie hatte sich wirklich nicht beklagen können, sie hatte alles bekommen. Ihre Ersatzeltern hatten für alles gesorgt, selbst eine Gouvernante und einen Hauslehrer hatte sie.
Die junge Frau erinnerte sich kaum noch daran, aber bis zu ihrem 3. Lebensjahr wurde sie fast zu jedem Anlass mit genommen.
Doch dann wurde sie immer mehr versteckt von ihren Eltern, nur noch wenn die engsten Bekannten zu besuch waren, durfte sie ebenfalls im Salon sitzen. Mit missbilligenden Blicken betrachteten Andere ihr Aussehen, und selbst Seodra fiel auf wie wenig sie ihren Eltern ähnlich sah.
Ein leichter Schatten huschte über das Gesicht des Fräuleins, während sie den Umhang enger um sich zog, es wurde schon langsam Abend und der Wind frischte auf.
Es versetzte ihr einen leichten Stich ins Herz, wenn sie an jenes Gespräch dachte, in dem ihr ihre Eltern erklärten, das sie nicht ihre Tochter war, sie hatten sie als Kleinkind gekauft.
Gekauft!! Wie eine Ware!
Ein Söldner hatte sie bei sich gehabt, und weil er gehört hatte das die beiden sich ein Kind wünschten, hatte er sie gegen ein paar kostbare Erze eingetauscht, da der Söldner dunkel Haarig war, hatten die Beiden geglaubt das Kind würde es auch. Doch sie wurde älter, doch wurde ihr Haar nie wirklich dunkel, im Gegenteil in der Sonne glänzte es wie Gold mit leichtem Silberschimmer.
Da die Eltern sie immer für ihr eigenes Kind ausgegeben hatten, wurde nun natürlich vermutet das die Frau ihrem Gatten nicht treu gewesen war.
Das Kind war dann auch froh dem Getratsche entkommen zu können und vergrub sich immer mehr in ihre Bücher und zog sich zurück.
Bis zu jenem Tag, als dieses Ereignis geschah, doch daran, besonders an die Reaktion der Eltern wollte Seodra nun nicht mehr denken. Diese Gabe mit der sie in ihrer Wut das Stickzeug in Brand gesteckt hatte, genau diese Begabung war es nun auf die sie Stolz war. Damals hatten sich ihre Eltern davor gefürchtet und sie in ein Mädchenpensionat gesteckt. In dem sie dann 4 Jahre verbrachte, bei verknöcherten alten Lehrerinnen, eingesperrt in dunkle Kammern und eintönigem Unterricht.
Seodra brauchte in der Zeit Beschäftigung und sie schlich sich oft hinaus, und streunerte den Sumpfgebieten entlang um den Irrlichtern nach zu spüren oder in die Bibliothek der Stadt um richtige Bücher zu lesen, nicht die welche sie im Unterricht bekamen und zensiert waren.
Einfache Schlösser konnten sie schon bald nicht mehr aufhalten, und sie konnte fast zu jeder Zeit entkommen, doch wo hätte sie hin gehen können?
Ihre Ersatzeltern wollten sie nicht mehr, und von ihren leiblichen Eltern wusste sie nur das ihr Vater Söldner war und kein festes zu Hause hatte.
Sobald sie jedoch alt genug war, würde sie gehen und ihr eigenes Leben finden und sie hatte damals schon gewusst wie es aussehen würde.
Auf den Zügen der Maid zeigte sich nun Zufriedenheit, denn sie hatte schon einen grossen Schritt getan. Sie besass ihr zuhause und sie war Studentin an der Ademia Arcana. Und noch mehr, sie hatte sogar schon eine erste Prüfung bestanden.
Sie hatte sogar schon Menschen kennen gelernt, mit denen sie sich anfreunden konnte. Eine Klassenkameradin mit der sie sich gut verstand, Lynfair, oder Sio die vermutlich noch zurückhaltender war als sie selbst, und Lamiro der anscheinend allen gerne half. Natürlich verstand sie sich auch mit anderen aus ihrer Klasse und dann war da noch Yarin, er war nicht an ihrer Schule und er war auch kein Schüler mehr, aber sie konnte ihm Vertrauen.
Langsam drehte sie der Balustrade den Rücken zu und stieg die Leiter hinab um zu ihrem Schreibtisch zurück zu gehen, auf dem noch ein neues Buch lag, welche sie studieren wollte, für den Moment hatte sie genug in der Vergangenheit geweilt, jetzt wollte sie sich wieder um ihre Gegenwart kümmern.