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Ein Strauß Blumen

Verfasst: Montag 11. Juni 2007, 18:08
von Samwin Foreld
Viel Wasser ist die Flüsse des Landes hinuntergeflossen, seit dem Samwin das letzte Mal durch den Nebelwald schritt um zu dem Lager zu gelangen. Zu viele Gedanken und Fragen hatte es gegeben, Aufschieben war schlussendlich nicht mehr möglich gewesen. Zum Wohle der Freundschaften musste er Abstand gewinnen, alleine sein. Er schlief untertags und wanderte in den dunklen Nächten durch die einsamen Wälder. Nicht nur auf Germior konnte man seine spährlichen Spuren entdecken, sondern auch auf Lameriast, doch wahrscheinlich nahm ihn sowieso niemand wahr.
Das Leben eines Geistes zu führen, das war seine Hauptaufgabe, wie ein Waldgeist zeigte er sich nur selten und meist waren Tiere die einzig lebenden Zeugen, dass er noch existierte. Vielleicht jedoch auch Gedanken, eher Erinnerungen, sofort wanderten seine Gedanken zu ihr.
Wenn sie doch nur hier wäre, er holte einen Schlüssel aus seiner Tasche und blickte auf ihn, ein Artefakt, so tot und doch gaben ihm die Erinnerungen an jenen Abend mehr Wärme als ein Feuer. Doch sie war nicht hier und das war auch gut so, denn sie war der Hauptgrund für seinen Streifzug durch die Länder und Wälder.

Als er beschloss er habe genügend Überlegt, nahm er wieder das Schiff zurück nach Gerimor. Am Rande hatte er mitbekommen, was auf der Insel vor sich ging, doch war dies alles recht unbedeutend. Und sollten Umstände ihn zwingen, so würde er wohl wieder kommen, doch soweit sollte es nicht kommen. Zumindest war redete er sich dies ein. Wissen konnte man das nicht, die Zeit würde bringen was sie wollte und nicht er.

So schritt er, nur mit einer leichten Hose bekleidet, den Bogen und Köcher über die Schulter gehängt, auf den Wald zu, der düster und mystisch vor ihm lag. Langsam teilte sich das Unterholz vor ihm und ein Pfad führte ihn sicher zu dem Lager, seinem Lager und vielleicht auch zuhause. Erfreut war er, lange nicht mehr Gesehene wieder anzutreffen, sich mit ihnen zu unterhalten. Und so war es nicht verwunderlich, dass er bald beschwingten Schrittes das Lager wieder verlies.

Das war ein Tag, nur noch sie konnte ihm die Krone aufsetzen. So schlich er um ihr Haus, um zu sehen ob er wohl das Glück hatte sie anzutreffen. Doch das Haus lag still am Waldrand und nur die Vögel und Pferde gaben Lebenszeichen von sich. Ein wenig Holz sammeln, wäre wohl wieder angebracht, dachte er, auf den wenigen Inhalt seinens Köchers blickend. So machte er sich auf den Weg in den dahinterliegenden Wald, um ein paar Äste für Pfeile zu sammeln.
Doch nicht nur Äste lagen herum, sondern auch ein paar hübsche Blumen säumten den Waldboden. Und so füllte sich sein Köcher nicht nur mit Schäften, sondern eben auch mit ein paar der ausgewählten Blumen. Nachdem sich der Köcher gefüllt hatte, ging er zurück zum Haus von ihr, um erneut um es herumzuschleichen. Doch auch diesmal war niemand zu sehen und das kam ihm gelegen. So zog er den Schlüssel hervor und drehte ihn vorsichtig im Schloss herum. Barfuß schlich er zum Tisch, entfernte die alte Blume, die einsam in einer Vase stand und stellte den doch recht großen schlanken Strauß in diese Vase. Noch ein wenig Wasser, damit sie auch sicherlich überleben und dann verschwand er auch schon wieder. Ihre Freude sollte die seine sein und er hoffte dass sich ihre Wege bald kreuzen würden.

Verfasst: Montag 11. Juni 2007, 18:44
von Morianna Bonier
Die Tage vergingen schleichend, irgendwie zogen sie sich seit ihrem letzten Aufeinandertreffen schrecklich dahin.
Als sie ihn in der taverne sah, war sofort aller Ärger verflogen. Sie konnte es sich nicht erklären, und irgendwie sträubte sie sich anfangs doch. Sie wollte ihm böse sein, so wie dem Rest der Gemeinschaft, doch es war nicht so. Sie hatte ihn angesehen und sich gleich wieder geborgen gefühlt. Dennoch war sie unsicher gewesen, wusste sie doch nicht, was sie von ihren Gefühlen halten sollte. Doch dieser arbet der Wiederannäherung war so schön gewesen, er hatte ihr neue Kräfte gegeben. Am liebsten hätte sie die Zeit anhalten wollen, doch dies war nicht einmal den mächtigen Göttern möglich. Als er dann ging, gab sie ihm einen Schlüssel. Es war nicht nur der schlüssel zu ihrem Heim, es war mehr, es war der Schlüssel zu ihrem Herzen. Doch hatte sie es sich nicht getraut es ihm zu sagen. Sie schaute ihm lange nach, eigentlich hatte sie ihn nicht gehen lassen wollen, doch aus das konnte sie ihm nicht sagen. Zu gross war die Angst alles kaputt zu machen.
Er hatte versprochen sie wieder zu besuchen, doch vergingen die Tage ohne Zeichen von ihm. Ständig dachte sie an ihn, mal voller Wärme, mal voller Sorge. Ihre Unsicherheit wuchs wieder und sie begann sich abzulenken. Streifte durch die Wälder und schaute nach den Tieren. Beobachtete die heranwachsenen Jungen bei ihrem Spiel und ertappte sich doch immer wieder dabei, an ihn zu denken.

Als sie von ihrem Spatziergang zurück kam blieb sie seufzend vor ihrer Tür stehen. Irgendwie war das Haus so leer. Sie öffnete die Tür und trat ein. Irgendetwas war anders. Sie schaute sich um und ihr Blick fiel auf die Blumen. Ein wunderschöner Strauß stand auf dem Tisch. Ihr Herz machte kleine Sprünge und sie strahlte über das ganze Gesicht. Sie roch immer wieder an der bunten Farbenpracht. Sie wusste genau wer ihr diese Blumen gebracht hatte, und es hätte kein schöneres Zeichen geben können. Er war hier gewesen und er dachte an sie, so wie sie an ihn. Stunden lang sass am Tisch und betrachtete die Blumen.