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Eine lange Reise...

Verfasst: Freitag 8. Juni 2007, 21:44
von Feoras de Jagotin
... ist nun zuende.


Die Ankunft.

Wahrlich, er hatte alles etwas fallen gelassen. Nicht nur "seine" Una ließ er zurück, sondern auch andere Pflichten - sei es am Konvent oder am Hof. Doch war diese längere Studienreise, die nun hinter dem Erzmagier liegt, nötig. Nun sind einige Dinge klarer geworden, in viele dunkle Ecken wurde Licht gebracht. Viel hatte er gesehen, viel erlebt. Doch alles brachte Feoras nur immer weiter zu der genauen Erkenntnis, wo er hingehört und was er zu tun hat.
Doch nicht nur diese Suche lag hinter ihm. Auch ein längerer Besuch bei seiner Familie auf dem Festland kann der junge Mann wieder einmal verzeichnen, und zu dieser hat ihn Una auch begleitet und die Hochzeit derer von Wolfenfels dafür hinter sich gelassen, denn dem Vater Feoras' ging es alles andere als gut. Stunden der Fürsorge und des Bangens liegen nun hinter dem jungen Paar, doch sollten ihre Hoffnungen nicht enttäuscht werden, der Vater konnte wieder genesen - und nebenbei ergab sich dadurch die Möglichkeit, ein wenig Heimatluft zu schnuppern, auch für seine Cousine Lileas.

Da waren sie beide also nun wieder, in Varuna - "Zuhause". Zu allem Überfluss hatte Una sich zwar bei ihrem Schwiegervater in spe angesteckt und liegt nun selbst an das Bett gefesselt, doch konnte die Infektion schon früh behandelt und dadurch zurückgedrängt werden, so dass es sich bei ihrer Genesung nur noch im Tage handeln kann.

Er begann, die Welt "neu" zu erkunden, und ein wenig wirkt es, als wäre er niemals fort gewesen. Zufällig stolperte er im Konvent in ein Ritual der Stäbe hinein, welches er sorgfältig beobachtete und sich ein Bild von den momentan Verhältnissen machte. Rosig sind sie zwar nicht unbedingt, hat er doch den Abschied von Calor, Rika und Finja verpasst, welche wieder auf das Festland gezogen sind. Freunde, die Feoras nun eigentlich gebraucht hätte. Doch bringt es wenig, alten Zeiten Tränen hinterher zu weinen, sie werden ihre Gründe gehabt haben und es gilt nun, nach vorne zu blicken, denn was sich die letzten Monate aufgebaut hat, darf nun nicht wirkungslos verpuffen.

Schnell und grundlegend hatte er sich bei Meredorn und Yarin über die aktuelle Situation informiert, denn lange hatte er dafür keine Zeit, stand doch etwas viel wichtigeres an...



Die eine Frage - Teil 1

Natürlich konnte es nicht lange dauern, bis er Cathal über den Weg lief. Und bei diesem Treffen war der Bericht über das, was in letzter Zeit passiert ist, zwar nicht gerade kurz, aber verhältnismäßig uninteressant verglichen mit dem, was das eigentliche Begehr des Heimkehrers sein sollte.

Und so sollte es passieren, dass Feoras Cathal um einige ruhige Minute bat und sich mit ihm in den Schloßgarten begab. Cathal war nicht nur eine Art Familienvorstand, er hat auch von Una's Vater die Aufsicht über dessen Tochter aufgetragen bekommen, da er sie selbst wegen der Entfernung nicht wahrnehmen kann. Und eben aus diesem Grunde gab es schon oft Reibereien zwischen den beiden, da die Sorge des Ritters um seine Cousine alles andere als klein ist.
Aber Feoras wusste, dass er mittlerweile akzeptiert ist. Und doch war die Situation ungewohnt und es brauchte eine ganze Weile, in der der eigentlich so wortgewandte Magier um den heißen Brei herumredete, ehe er dann letztlich die Worte herausbrachte, auf die es ankam:

"Sir Llastobhar, hiermit halte um die Hand Eurer Cousine an."

Ein Wechselbad der Gefühle folgte - Cathal hatte schon lange darauf gewartet, das war offensichtlich, so wie er den Moment genoß. Und auch wenn er lachte, war beiden klar, dass die Situation durchaus ernst war. Ganz zur Überraschung hatte er aber tatsächlich schon ein Schriftstück dabei, in dem Una's Vater dieser Bitte einwilligt, der junge Ritter hatte seinem Onkel schon längst alles geschildert und wirklich nur auf diesen Moment gewartet - ganz zum Erstaunen Feoras', der seine Rührung versuchte, so gut wie möglich zu unterdrücken, vor allem, da die beiden sich das erste mal gänzlich in Freundschaft die Hände reichten. Dass Cathal ihm nun auch noch die Schlüssel zur neuen Burg Llastobhar aushändigte, war zwar alles andere als unwichtig, schrumpfte in diesem Moment jedoch natürlich an Bedeutung.
Nun lag der wesentlich schwierigere Teil vor ihm - Una zu fragen, denn die Angst vor Zurückweisung ist allgegenwärtig, wenn auch nicht rational zu begründen.

Dass der von Tatendrang angetriebene Feoras auf seinen Wegen durch die Stadt am gleichen Tag noch Rafael de Arganta und Antarian de Dynal zufällig über den Weg lief und mit ihnen kurze Unterredungen hielt, war der Situation alles andere als abträglich, nun wissen schon die meisten, dass er wieder im Lande ist.



Der weitere Weg

Doch damit kann und wird es nicht getan sein, es müssen viele Dinge an die rechten Stellen gerückt werden. Im Konvent, wozu Gespräche mit den beiden Magistern Volospa und von Wolfenfels nötig sind, von Una mal ganz abgesehen. Auch am Hofe und im Rat - und der Graf von Hohenfels wird sicherlich nicht ganz gleichgültig auf die Wiederkehr seines eigentlichen Hofmagiers reagieren. Doch das werden die nächsten Tage zeigen...

Verfasst: Sonntag 10. Juni 2007, 16:01
von Feoras de Jagotin
Ordnung am Konvent...

Es sollte nicht lange dauern, bis alles ein wenig ins rollen kommt - man muss nur die Lawine vermeiden.
Der gelehrte Rat war nicht schwer einzuberufen, Meredorn und Yarin haben ja fast schon darauf gewartet. Da saßen sie also und diskutierten über die Zukunft der Schule, die für sie so vieles bedeutete. Dabei war der Ausgang eigentlich schon relativ klar, denn nun, da nicht nur Lucia Mascari und Vigo Drachman wieder auf das Festland gereist waren, wie es vereinbart war, wenn ihre Hilfe nichtmehr so dringend benötigt wird, hat auch der Fortgang von Calor und Finja tiefe Löcher in die Lehrerschaft gerissen, ganz wie er und Una es selbst zuvor gemacht haben.

Doch, wie war das noch gleich? Bedauern hilft da auch wenig. Also wurden die Fortgegangenen aus ihrem Dienst entlassen, magna cum laudae, wie es sich gehört. Und Feoras sollte nun das Erbe des Prior Princeps antreten, mit Priora Una als seine Vertretung. Meredorn und Yarin bilden den ersten Grundstock an Magistern.
Unterm Strich gar kein so schlechtes Ergebnis, irgendwie wird es schon weitergehen, die neuen Schüler wurden sicherlich auch nicht ohne Verstand ausgewählt. Und doch, irgendwie etwas, das in den Augen des wiedergekehrten Erzmagiers mehr "Formsache" ist, wie so einige Dinge. Aber auch die haben ihren Stellenwert.


... und Ordnung zu Hofe.

Das Gespräch mit Graf Adrian ist so gut gelaufen, wie man es sich nicht besser hätte wünschen können. Nicht nur, dass er erfreut war seinen Hofmagier wieder vor Ort zu wissen und ihm genau diesen Posten samt Mitgliedschaft des Rates wieder zugestanden hat, auch Yarin bleibt Hofmagier und soll Feoras nun aushelfen - Ausgezeichnet, bedenkt man, wieviel es doch zu tun gibt. Formsachen... dieses Wort kam Feoras wirklich zu oft in den Kopf.
Interessanter war das Gespräch über die momentane Situation des Reiches. Bereitwillig brachte Adrian ihn auf den aktuellen Stand, erzählte von Dingen, die in letzter Zeit passiert sind und die aktuell anliegen. Ganz zum Verwundern Feoras' war der Graf sehr offen und teilte persönliche Sorgen um die politische Situation mit ihm. Zwar hätte Calor hier wohl bessere Ratschläge geben können, entstammt er selbst doch dem Adel, jedoch konnte er Adrian sicherlich ein wenig weiterhelfen. Alte Bündnisse wurden bestärkt, Hilfe zugesichert... insgesamt ein ergiebiges und erbauliches Gespräch, für beide Seiten.

Das einzige, worauf der Graf sehr deutlich aufmerksam machte, ist das immernoch nicht funktionierende Tor im Schloßgarten. Verständlich, es hat in der Vergangenheit ja schon gute Dienste geleistet. So soll dies erstmal die primäre Aufgabe sein, das legte Feoras für sich persönlich fest, einer so eindringlichen Bitte kann man ja nicht widersprechen... sollte man nicht widersprechen.

Nundenn, frisch ans Werk!

Verfasst: Mittwoch 13. Juni 2007, 12:29
von Una Llastobhar
Das Bett hüten...

... war ihr schon längst unangenehm geworden. Sie hatte versucht, nachdem die Tage des Fiebers und langen, quälenden Aplträumen vorbei waren, langsam und mit stetig ansteigender Penetranz aus den schweren Laken zu mogeln. Doch Feoras, welcher ihr in den ersten Wochen wie ein gütiger, sanfter Pflegeengel und kurz darauf wie ein matronenhafter Haustyrann erschien, hatte seine Augen scheinbar überall und stopfte sie rasch wieder unter den Berg an Decken und Kissen.
Sollte auch dies nicht helfen, so hatte er im Notfall den Heiler- oftmals in Form von ihrer Base Keara- zur Hand, welche sie mit einem wohl endlosen Schwall an Geduld und monotonen Belehrungen daran erinnerten, dass sie sich nicht ohne Grund in Quarantäne befand und es tunlichst vermeiden solle mit ihrem kindischen Leichtsinn andere in Gefahr zu bringen.
Feoras warf ihr dann immer einige dieser "Oh-du-unvernünftiges-Wesen-ich-hab-es-dir-doch-gesagt"-Blicke zu und zündete damit nur den Funken für die volle Brennschale namens "Unmut".

Kovent und der Titel Priora...

... waren nun wieder zumindest sinnbildlich an ihren Hinterkopf genaget und schon gab es einiges zu tun, zu sortieren und zu bereden... wenn man sie denn in Planungen einbeziehen würde! Irgendwo war sie sich in ihrem gerechten Zorn auf den Hausherren und seine "Lakaien" sehr sicher, dass ihr treuer Nachbar und Freund Meredorn sie sicherlich an seinen Überlegungen teilhaben lassen wollte- ferner war da noch Yarin, welcher sie bestimmt sogar vermisste! Ach und all die anderen Schüler, allen voran die neuen Novizen, das sogenannte "Frischfleisch"... nur Feoras blieb auch hier standhaft und begnügte sich damit der allabendlich höchst frustrierten Una begeistert von neuen Ideen, diversen Treffen und bekanntschaftlichen Auffrischungen zu erzählen, während die altbekannte, schmale Furche zwischen ihren Brauen merklich tiefer und die Schatten im Gesicht dunkler wurden.

Yarins und Iljanas Hochzeit...

... war auch Opfer der Krankheit geworden und hier lag auch ein dickes Stück Schuldbewusstsein, wie ein duftender Kuchen, direkt vor ihrer Nase und erinnerte sie mit dem durchdringenden Geruch stets an ihre Abstinenz an deren Hochzeit... gut gemacht Una!

Im Moment machte alles wenig Spass und noch weniger gute Laune. Das üble, zornige Pendant bekam dafür Feoras mit aller Macht ab. Immerhin war er doch meist in ihrer Nähe...