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Der Auftrag

Verfasst: Sonntag 3. Juni 2007, 20:16
von Baheera Ifrey
Die Worte des Emirs waren gesprochen. Dennoch hallten sie immer wieder in ihrem Kopf. Es ging um ihr Haus. Die Ehre der Masaris. Diese Last lag nun auf ihren schmalen Schultern. Bei Misserfolg würden alle leiden.
Niemals, den wird es nicht geben! Ihre Nomadenfamilie, alles Cousins und Cousinen in der Stadt, deren Ehre und Wohlbestand innerhalb des Reiches hing nun von ihr ab. Ein Schauer erfasste den kleinen zierlichen Körper, als sie daran und das was ihr bevorstand dachte.
Rahal. Die Stadt der Verdammten.
Wie, beim Bart des Wesirs war sie da nun wieder hineingeraten!
Es half nichts, sie musste aufbrechen. Mit dem nächsten Schiff nahm sie die Überfahrt direkt nach Bajard. Hier wollte sie die notwendigen Vorbereitungen treffen, um den Auftrag erfüllen zu können. Keiner wusste, was sie vorhatte und was bei weitem wichtiger war, keiner würde das, was sie noch vor wenigen Stunden war jemals wieder erkennen.
Baheera war für einige Zeit verschwunden, es lebe Isabel. Willkommen neues Leben, Eluive stehe mir bei!
Für diese Verwandlung zu Isabel brauchte sie Hilfe, und die konnte ihr nur einer geben, ein Festländer, der in jenen Dingen vertraut war, dessen war sie sich bewusst. Also schickte sie sogleich einen Boten zu dem Mann, der sich meist in den Strassen Bajards aufhielt, und sie hatte Glück. Nach wenigen Stunden stand er vor ihr, skeptisch und verwundert.
Wir beide werden nun aus mir eine echte Festländerin machen. Aber bildet Euch darauf nichts ein in meinem Herzen werde ich immer Baheera bleiben! Was meint Ihr zu dieser Kleidung? Nachdenklich betrachtet der Mann Baheera, und schüttelte den Kopf als sein Blick auf den Turban und das Tuch fiel.
Nein, so geht das nicht. Also runter damit, das ist zu auffallend in den Farben und das Tuch, weg damit.
Ehe sie auch nur ein Wort noch äußern konnte, war alles, was ihr lieb und vertraut war, einfach weg. Schutzlos stand sie nun da in dem sonderbaren Gewand der Wilden.
Wenn Ihr Euer Gesicht verbergen wollt…. Rasch nickte sie heftig. Aiwa, unbedingt. Gut dann tragt dies über die Kleidung. Rasch warf er ihr eine schlichte Robe in einer undefinierbaren düsteren Farbe mit einer Kapuze zu.
So, schon besser, meinte er zufrieden während er um sie herumschlich und sie betrachtete.
Zitternd stand sie in der für sie noch immer nicht erträglichen Kälte da, seinen prüfenden Blicken ausgesetzt. Rasch zog sie die viel zu weite und viel zu lange Robe um den zierlichen Körper, so als könnte diese ihr ein wenig Schutz vor dem was noch bevorstand bieten.
Viel zu lang! Ratsch und ein Stück des Saums war weg. So besser, nun könnt ihr ungehindert als eine Festländerin durchgehen. Eines noch, Ihr werdet diese aiwa und neda lassen stattdessen gibt es nur ein Ja und Nein. Auch den Gruß vergesst jetzt und hier sogleich. Wir werden das nun sogleich üben.
Seufzend übte sie die Bejahung und Verneinung der Festländer, sowie den Gruß der Bewohner Rahals bis jenes ohne Zögern über ihre Lippen kam. Auch wenn sich innerlich ihr Magen umdrehte bei dem Gruß, sie zeigte es nicht. Stolz wiederholte sie ihn immer wieder, bis das Gefühl der Übelkeit sie zu erdrücken drohte. Neda, sie würde wegen einem Gruß nicht alles aufs Spiel setzen. Eluive, gib mir Kraft und verzeihe mir, hauchte sie leise.

Mit der Kutsche kam sie nach Rahal. Schon aus weiter Ferne sah sie die dunklen, schwarzen Umrisse der Stadt und die unzähligen Wachen. Freundlich nickte sie ihnen zu, als sie durch die mächtigen schweren Tore hindurch schritt. Sie war angekommen.
Ihr erster Weg führte in die Taverne nahe bei den Toren, wo sie hoffte ein Lager für die Nacht zu finden. Mit vielen Überredungskünsten konnte sie den Wirt überzeugen, dass sie nützlich wäre und ja, sie kann den Gästen servieren und ja sie können auch ab und zu in der Küche aushelfen.
Nur tut mir einen Gefallen Kind, nicht in dieser Robe, das vertreibt mir die Gäste. Zieht Euch etwas Schickes an. Ihr wisst schon, was die Gäste animiert hier zu bleiben. Da kauft Euch etwas. Geschickt fing sie den Beutel mit dem Münzen auf, den ihr der Wirt zuwarf. Nachdem die Küchenmagd ihr in der kleinen Kammer hinter der Küche einen Strohsack mit einer Decke vorbereitet hatte, sank sie darauf erschöpft nieder.
Die erste Nacht weit weg von der Heimat. Alleine ohne Sahlim ohne all dem Vertrauten was sie liebte. Es war wohl das erste Mal in Rahal, dass aus einer Kammer ein Stoßgebet an Eluive gerichtet wurde. Ihre letzen Gedanken bevor sie in einen unruhigen Schlaf versank, galten Sahlim und ihrer Liebe zu ihm.

Verfasst: Sonntag 3. Juni 2007, 21:12
von Sahlim
Sahlim war Stolz an jenem Abend. Der Emir überließ Sahlim eine Echse, dafür das Sahlim sich vor den Emir warf als sich eine dieser seltsamen energie Strudel auf ihn zubewegten.
Der Emir überließ Sahlim die Aufgabe Nevyn's Gemeinschaft genauer zu betrachten, was er am nächstne Tag auch machen würde.
Es wurde Spät und Sahlim's Wege führten ihn nun langsam zu der Wohnung zurück, in welcher er seine Liebste vermutete, Baheera.
In der Wohnung angekommen musste Sahlim mit schweren Herzen feststellen das sie nicht dort war. Auch auf dem Balkon war sie nicht. So brach Sahlim noch in der dunklen Nacht auf. Sahlim ritt auf Suedwind. Wenn einer Baheera finden würde, dann wohl ihr eigener Hengst.
Vergebens ritt Sahlim zum Berg, zur Ahneninsel... Zur Oase, wo Sahlim schießlich erschöpft von dem Pferd fiel. Unsanft landete er auf dem Boden, neben einer Dattelpalme... Sahlim sah unter schmerzen zu den Datteln auf, er wusste Baheera würde sie nun liebendgern verspeisen... doch war sie nicht bei ihm.
Es war ein seltsam leeres Gefühl was ihn langsam von innen heraus auffraß. Baheera war nun sicher schon in diesem verfluchten Dorf, eine Stadt nannten sie es. Voller grauen und schrecken.
Sahlim richtete einige Gebete an Eluive. Seine Augen waren bereits geschlossen. Südwind trabte noch einige Zeit durch die Oase, ehe er am Morgen Sahlim weckte. Südwind stubbste Sahlim immerwieder recht unsanft an, woraufhin Sahlim sich nun langsam an die Palme lehnte. Nochmals stieß Südwind ihn an... nun fiel Sahlim wieder zurück in den Sand. Nur schwerfällig richtete er sich wieder auf. Doch schon beim ersten Schritt spührte er einen stechenden Schmerz im rechten Fuß. Voller Wut schlug Sahlim gegen die Palme, ungeachtet davon was neben ihm war. So wie es nun kommen musste fielen einige Datteln herab, welche neben Sahlim im Sand landeten. Sahlim sammelte sie auf, ehe er sich mühevoll auf Südwinds Rücken zog. Baheeras Hengst kannte den Weg zurück zur Stadt und so nahm er diesen sogleich in Angriff.
Es waren ewig lange Moment die Sahlim reiten musste, mit dem ewigen schwachen ziepen im Fuß... Zuhause angekommen band Sahlim sich einige Stoffverbände um den Fuß, sodass er still war. Mühevoll zog er den Stiefel über den Verband. Von aussen war nun kaummehr als eine kleine Beule zu sehen.
Sahlim musste nun zu Nevyn. Er ritt auf der Echse dorthin. Einige Rahaler waren bereits dort und schienen die drei Männer, unter denen auch Nevyn war, zu bedrängen. So bat Sahlim die Rahaler auf die seine Weise zu gehen. Freundlich, bestimmt und immer ruhig.
Als auch die Rahaler nun verschwanden ging Sahlim zu Nevyn ins Haus. War es doch dieser seltsame gelbe Trank der Sahlims Schmerz unterdrückte. So konnte er ruhig ein Gespräch führen.
Am Abend würde er den Bericht für den Emir schreiben, da war sich Sahlim sicher.
So machte er sich langsam auf den Heimweg. In Bajard sah er sich nochmals vergebens nach Baheera um. So beschloss er seinen Weg fortzuführen. Es waren schwere Momente als Sahlim das Schiff bestieg. Er wusste nicht wo Baheera war. Doch wusste er das er sich von ihr entfernte.
So machte er sich bereits auf dem Schiff einige Gedanken zu dem Schreiben für den Emir... doch war es immer nur ein Wort was ihm einfiel, Baheera.