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Hetzschriften in Bajard
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 00:39
von Wijay Loreen
Still und heimlich streiften sie durch die dunklen Straßen Bajards, den neuen Wachen freundlich zunickend ritten sie mit ihren Pferden vorbei.
Überall in der Stadt - im Schutze der Dunkelheit, so gut es ging wurden an der Innentüre der Bank, sowie der Taverne außen und anderen Wichtigen Stellen Aushänge angebracht. - nachdem sie diese angehängt hatten ritten sie eilends wieder aus Bajard, so unscheinbar wie sie gekommen waren.
Die Reisenden und Bürger würden, sofern sie genau hinsahen Folgendes zu Lesen bekommen:
Bürger Bajards, Gäste der Stadt, Handelsreisende
Die besorgten Bürger Bajards tun kund:
Trauert und klagt, ihr die ihr von braver Gesinnung und von rechtschaffenem Tun seid, denn dies ist ein trauriger Tag in der Geschichte Bajards. Vorbei die Tage, in denen wir unser Geschick selbst in die Hand nahmen, in denen wir frei waren von Krieg, Not und Unterdrückung. Verloren die Zeiten immerdar, in denen jeder aufrechte Bajarder sich frei nennen durfte, denn was wir heute verloren haben ist unsere Stadt, unsere Freiheit, unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder.
Wehe uns, denn kampflos haben wir uns den fremdländischen Invasoren unterworfen, eingeladen haben wir sie, sich unserer zu bemächtigen um sich an unserem Elend zu ergötzen und sich an unserem Blut satt zu trinken. Wehe, wehe, wehe!
Bürger Bajards, horcht auf, merket ihr denn nicht, was hier direkt vor Euren Augen vor sich gehe? Friedenstruppen nennen sie sich, die Ausbeuter des fernen Landes, doch fragt Euch, habt ihr denn allesamt vergessen? Habt ihr vergessen wie sie mit Varuna fochten als es brannte und fiel? Habt ihr vergessen wie sie fochten mit Rahal als Berchgard brannte und fiel? Wahrlich ich sage Euch, Feuer und Zerstörung folgt ihnen auf dem Fuße, denn Feuer und Schwert ist, was sie bringen und die Neutralität derer sie uns versichern wollen ist wie alles was sie tun trügerisch und auf Sand gebaut. Was ist neutral daran, wenn man sich zum Feind zweier Großreiche macht? Weise nennt der Bürgermeister seinen Entschluß, sie zu uns zu holen, doch wie weise ist es, alle Handelspartner zu vergraulen, die keinen Streit mit Bajard aber dafür umso mehr mit den Menekanern haben? Wieviel Weisheit mag darin liegen, die Reiche, die wir nicht erzürnen wollen, gegen uns auf zu bringen, indem wir ihre Feinde in unseren Mauern verköstigen? Vorübergehend nennt der Bürgermeister ihre Anwesenheit und doch, womit will er sich versichern, daß dieser Umstand nur vorübergehend ist? Mit welchen Mitteln will er sie zum Abzug zwingen? Wer soll uns denn beistehen, wenn die Invasoren ihre Kolonie auf dem Festland nicht freiwillig wieder in die rechtmäßigen Hände bajarder Männer und Frauen zu geben gewillt sind? An wen wollen wir uns wenden, wenn nicht an eines der verfeindeten Großreiche? Wohin wird es führen? Wir alle, wir haben verloren und werden noch mehr verlieren, denn dann Bürgerinnen und Bürger werden wir einen Entschluß fassen müssen. Den Entschluß, für unsere Freiheit zu kämpfen und den Krieg nach Bajard zu holen oder uns wie die Sklaven zu denen die fremdländischen Aggressoren uns machen wollen zu fügen und zu akzeptieren, daß wir nichts sind als eine neue Errungenschaft eines Emirs, der auf uns, unsere Geschichte, unser Recht und unseren Glauben spuckt. Wird uns überhaupt jemand beistehen wollen, wenn es soweit kommt? Oder wird die Macht des Salzes abermals die Macht der Tugend brechen?
Das Salz, welches die Kameltreiber hüten wie den eignen Augapfel, was hat es nicht schon für Katastrophen ausgelöst? In wie vielen Kriegen haben wir alle den wüsten Barbaren gestattet, Mann und Frau zu erschlagen wie sie wollen um hinterher hohnlachend und ungeschoren von dannen zu ziehen? Wie viel Preistreiberei waren wir nicht schon bereit in Kauf zu nehmen, ängstlich, kauernd, duckmäuserisch. Welches Bild haben wir den Schlangenfressern von uns gezeichnet, wenn nicht das eines hilflosen Haufens, der ihnen bedingungslos ausgeliefert ist? Und diesen sollen sie jetzt aus reiner Menschenfreunde und für ein paar schnöde Goldstücke bereitwillig schützen? Wie schlecht kann man eine Invasion eigentlich noch tarnen?
Seht Euch doch um, auf den Straßen, in den Gassen, am Hafen und vor den Toren. Wie die Ratten ergießen sich immer mehr Ströme des gottlosen Abschaumes über unsere Stadt, sich benehmend, als würde sie ihnen gehören. Zur Besonnenheit und Nachsicht sind wir aufgerufen, da ihre Kultur, so sie denn über eine verfügen, doch stark von unserer abweicht. Ist das das Auftreten von Gästen, von Besuchern? Oder ist es das von Invasoren? Hat man je mit uns Nachsicht geübt, wenn wir in ihrer Heimat je eines ihrer Gesetze übertreten haben? Wie lang wird es wohl dauern, bis dieses Gesetz auch in unseren Straßen Einzug hält? Wie lang mag es dauern bis die wollüstigen Fremdländer unseren Frauen nicht nur nachstellen, sondern von ihnen fordern, sich zu verschleiern und ihnen in ihren Familienbanden der Vielweiberei zu Diensten zu sein, sich voll und ganz ihrem neuen Herren hin zu geben: Im Harem? Wie lang noch ernten wir auf unseren Feldern unser Korn und backen in unseren Öfen noch unser Brot, wenn sie doch jederzeit die Macht haben, uns auch noch das letzte was sie uns nicht schon durch Handel abgepreßt haben nun auch noch mit Gewalt zu nehmen? Wie lang mag es dauern, bis die menekanische Kolonie Bajard seine Einwohner zu Frondiensten zwingt, die ihren Emir und ihre Kaufleute noch fetter macht und uns alle in tiefste Armut stürzen wird?
Wie konnte es nur soweit kommen? Wie konnten wir nur unser hochheiligstes, unsere Freiheit, so bereitwillig aufgeben und uns an dem Emir an zu biedern und uns an ihn zu verkaufen wie Dirnen? Waren es überhaupt wir? Oder war es nur ein einzelner, alter Mann, krank von seiner Sorge um seine schwindende Macht? War er es nicht, der unser aller Angst geschürt hatte, bis wir den einzigen Ausweg darin sahen, all unsere Hoffnung in ihn und seinen Plan zu werfen, uns alle an den Emir zu verschachern, hämisch grinsend, hatte er diesen Schritt doch von langer Hand geplant? Wahrlich, wenn wir es nicht besser wüßten könnte man zu dem Schluß kommen, all das Unheil, das in den letzten Monden über unser beschauliches Städtchen herein gebrochen ist wie die Spinnenpest, die dem Dämonen folgte, seien von ihm und seinen Herren, den Menekanern, ersonnen worden. Doch alles haben wir überstanden, mithilfe unserer eigenen Kraft und der der Freunde Bajards. Doch der Spinnenpest sollte nunmehr eine noch viel schlimmere folgen: Die Menekaner.
Ist es denn sicherer geworden seitdem? Können wir nun beruhigt schlafen, wissend, daß die feigen Mörder der Stadt Berchgard über unseren Schlaf wachen, unsere ach so lieben Freunde und Brüder, die stets nur unser bestes wollen: Unser Korn und das bißchen Wohlstand, das wir uns hart erarbeitet haben und nunmehr jubelnd und jauchzend den mit ihren Reittieren Unzucht betreibenden Halbwilden in den Rachen werfen?
Was ist das für ein Bürgermeister, den wir dort haben? Seht ihn Euch doch an, alt, krank, zaudernd, die Ideale für die Bajards einst stand, die Freiheit und die Gleichheit aller, mit Füßen tretend. Eine billige Marionette des Emirs haben wir uns zum Bürgermeister erkoren, wehe uns, denn das Übel wandelt unter uns und nun, mit einer Armee von Invasoren auf seiner Seite werden wir dieses Übel nicht mehr los, denn Menek'Ur wird seine Interessen zu verteidigen wissen und dieses Interesse gilt dem Aufmarschpunkt Bajard. Aber das verneinen sie ja und unser altersschwache Tattergreis wird in seiner Furcht um sein Amt und seine Macht nicht müde zu erklären, daß er die Windelköpfe im Griff habe und auch daß jene wankelmütigen Gestalten es nur darauf abgesehen haben, auch den Unterlegenen des Krieges zwischen den anderen beiden Großreichen zu unterwerfen, so wie sie es schon immer planten. Das ist ihm sogar so wichtig, als daß er es öffentlich in der Kirche kund tut. Zwei Stunden nachdem er dies verfügte und unter Ausschluß jener, welche Bajard schon in so vielen Krisen beistanden wie kürzlich bei dem Spinnengezücht. Sie alle, unserer Stadt in Freundschaft verbunden, die keinen Preis fordert, wo wären wir heute, gäbe es diese Männer und Frauen nicht und doch: Man hört sie nicht an, fragt sie nicht, zieht es vor, ihnen ins Gesicht zu spucken und ihre Einwände ungehört verklingen zu lassen. So übergeht und verrät er uns abermals, der Hund schmiegt sich an die Beine seiner Herren und bettelt um einen weiteren Knochen, den sie ihm zuwerfen, doch das muß nun ein Ende haben! Wollen wir uns weiter von einem Bürgermeister vorschreiben lassen, wer unsere Freunde und wer unsere Feinde sind? Wie lang wollen wir noch hören auf einen altersschwachen Mann, der in seiner Verzweifelung keinen besseren Rat wußte, als auf die Feinde unserer Freiheit und unseres Wohlstandes zu vertrauen und sie zu bitten, unsere schöne Stadt zu besetzen, wissend, daß dies nichts als Krieg bedeuten könnte? Dürfen wir uns von so jemandem regieren lassen? Wir sagen nein und darum fordern wir ihn auf, sein Amt nieder zu legen, auf daß jemand, der weniger um seinen Rufe und sein kleines Stückchen Macht, aber dafür umso mehr um das Wohl und Wehe der Bajarder Bürger, seiner Gäste und seiner Handelsreisenden besorgt ist. Nichts anderes sind wir uns, unseren Gästen und unseren Kindern schuldig!
Fort mit den Unterdrückern!
Fort mit dem Bürgermeister!
Freiheit für Bajard!
Die besorgten Bürger Bajards
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 01:09
von Ortus
Spät war die Stund als eine breitschultrige Gestalt verborgen im Schutze seiner weiten Robe durch die Gassen huscht, bemüht jede der Wachposten zu umgehen nur um den Kontakt mit den Menekanern zu vermeiden. Als er in die Bücherei marschiert, erblickt er innen an der Tür den Hetzbrief und reisst ihn sofort ab. Gebannt fliegen die Augen über den Text den der Aushang dem Leser offenbart worauf die Fäuste unter dem knirschen der ledernen Dornenhandschuhen geballt werden.
Es sollte nicht lang dauern bis er sich dazu entschliesst, den Aushang 1 zu 1 zu vervielfältigen. Recht lang blieb er in der Bibliothek bis er genügend Abschriften erstellt hatte um diese verborgen unter der Robe die den Harnisch darunter vor neugierigen Blicken versteckt, aus dem Dorf zu schaffen.
Noch in der selben Stunde werden die Aushänge auf dem Weg zum Tireller Gasthaus an jeder Tür und an jedem Baum angebracht.
Das Pferd gesattelt werden jene auch am Waldstück nördlich von Bajard an vielen Bäumen angebracht und eine Abschrift findet den Weg zum Gildensitz der schwarzen Rose an das Tor gehängt
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 01:14
von Aasim Omar
Auf obersten Befehl der Menekanischen Führung werden die Wachen angewiesen aufgrund der bestätigten Hetzschriften, Verstärkungen aus dem Reich zu erhalten und mit aller nötigen Härte für Ruhe in Bajard zu sorgen. Es werden Personkontrollen durchgeführt und es ergehen einige Einladungen zu einer Anhörung an Beldan und alle Sprecher Bajards um ihre Unschuld an dieser Tat zu beweisen.
Aufgrund dieser erneuten inneren Bedrohung sieht sich das Reich dazu verpflichtet die Gesetze Bajards erneut zu überarbeiten um es der neuen Bedrohung anzupassen. Die Wachen werden angewiesen Notfalls von der Waffe gebrauch zu machen sollte der Feind Bajards aus dem inneren versuchen sich zu erheben. Der eingesetzte Statthalter Bajards wird dem Emir selbst Bericht über seine weiteren Erfolge zur Befriedung des Dorfes Bajards überbringen müssen.
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 01:44
von Nimuelia Aumar
Sie fand einen der Zettel an einem der Bäume haften.
Stirnrunzelnd las sie es erst einmal dann ein zweites Mal.
"Das schau ich mir an!" sagte sie mit der Zunge schnalzend und den Hengst antreibend.
Bajard war sehr schnell erreicht.
Da waren auch schon die Wachen die jeden der die Stadt betrat aufforderten sich zu demaskieren. Sie hatte nichts zu verbergen und ging weiter. Hinein in das bunte Treiben Bajards.
Das also war eine Knechtschaft?Sie lachte perlend auf. Lächerlich. Auf einer Seite des Marktes wurde Salz verkauft zu sehr günstigen Preisen. So billig gab es das normal nie.
Schläger und randalierende wurden zuerst mit freundlichen Worten und erst wenn sie die Wachhabenden angriffen mit Gewalt auseinandergetrieben. Keiner wurde verletzt. Keiner wurde gehindert Handel zu betreiben. Einzig die leidige Arbeit des Auseinandertreibens von Rabauken hatte sich auf andere verlagert.
Wo war hier Unterdrückung?
Sie schüttelte den Kopf. Hatten die Schriftführer des Aushanges etwa Angst das alles friedlich ist?
Hatten sie Angst davor nicht mehr arbeiten zu müssen?
Frohndienste!
Ihr entschlüpfte ein amüsiertes Auflachen. Sie hatte noch keinen Menekaner getroffen der je etwas ohne Gegenleistung erbeten hatte.
Nein wirklich die Schreiber machten sich lächerlich damit.
Es mußte wirklich unzumutbar sein billiger an Salz zu kommen.
Und ach wie schlimm das jemand anderer sich für die vorherigen Wachen die Hände schmutzig machte.
Vergnügt und immer noch lachend setzte sie sich in die Taverne.
Thelor würde sicher Tränen lachen wenn er das erfuhr!
Dann nahm sie die Laute zur Hand und begann zu singen....
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 01:50
von Fadi Yazir
Als ihm die Wachen von ihren Rundgängen eines der Schreiben mitbringen, nimmt er die Zeilen schmunzelnd zur Kenntnis, bevor er weitere Vervielfältigungen anfertigen lässt und Bajard mit weiteren dieser ausstatten lässt. Unter die Vervielfältigungen und alle der Orginalschreiben die entdeckt wurden, lässt er ein Schreiben anhängen, welches das Orginal aber in keinster Weise verdecken soll.
Salam Bürger Bajards, Salam den Nachbarn und werdenden Freunden des Reiches,
mit tiefer Besorgnis und voller Anteilnahme nahm ich die oben geschriebenen Worte zur Kenntnis. Eluive möge den Verfassern in all ihrer Güte beistehen, ihre Augen öffnen und ihnen ihre Ängste nehmen, auch wenn sie auf den ersten Blick so berechtigt scheinen.
Doch gerade jenes Schreiben, welches ich persönlich vervielfältigen lies, bestärkt mich weiter von der Notwendigkeit unserer Hilfe. Angst - ganz offensichtlich der Antrieb für jenes Schreiben. Angst vor den Freunden im Glauben an Eluive, Angst vor Jenen, die einem fremd erscheinen, deren Handeln einem fremd erscheint, das wenige was man weiß, gesponnen aus weit getragenen Gerüchten. So nutzen wir die gemeinsame Zeit, um vage Vermutungen aus der Welt zu schaffen und eigenes Erleben an seine Stelle zu rücken.
Angst, die aus der ständigen Bedrohung erwächst. Bajard, die Heimstätte tapferer Männer und Frauen, die es lange schafften sich dem Weg der beiden Großreiche zu verwehren. Eine lange Zeit, in der beide Reiche sie mit Worten locken wollten, wussten sie um ihren eigenen Weg, den Weg der Neutralität. Jetzt, wo die Großreiche offen die Waffen ergreifen, Feuer und Elend das Festland erreichen, sehen wir es als unsere Pflicht, jenen, die solange ihren Weg gingen, auf dem Stück, der schwer und holperig erscheint, jenen zu ebnen, sie zu ermutigen, ihn weiter zu beschreiten und nicht, weil er zu schwer ist, den Verlockungen einer Seite zu verfallen.
Bürger Bajards, ihr, die immer tapfer und aufrecht ihren Weg suchten, die sich mühten aus allem was ihnen Eluive bescherte das Beste zu machen, die all ihre Prüfungen bestanden - verzagt jetzt nicht, wo Euch der Weg geebnet wird. Unbestreitbar ist die Situation ungewohnt. Unbestreitbar sind unsere Ansichten oft verschieden wie unsere Kultur. Unbestreitbar sind die ersten Tage die Schwersten, jene die beiden Seiten viel abverlangen. Doch woran sollen wir reifen, wenn nicht an jenen Tagen?
Die, die von Angst erfüllt sind, sprechen von Verlusten - das tun die Ängstlichen immer. Sie zögern, sie zaudern, sie schrecken zurück und lassen sich jede Gelegenheit nehmen, die Eluive ihnen bietet, weil sie nicht wagen auch nur einen einzigen Schritt zu gehen. Die unter Euch aber die den Mut nicht verlieren, deren Herz nicht von Angst erfüllt ist, jene, die bereit sind einen Schritt nach vorn zu wagen, werden von ihr reich belohnt werden. Jene sind es, die ihr Glück machen, wärend die Ängstlichen sie mißgünstig betrachten und über vergangene Gelegenheiten wehklagen.
Bajard habe seine Freiheit verloren sagen die Ängstlichen. Doch jene, die immer Angst haben müssen, haben ihre Freiheit lange verloren, denn sie wagen keinen Schritt mehr. Doch jene, die sich helfen lassen eigene Stärke zu gewinnen, brauchen keine Angst mehr haben, denn sie werden ihren Weg selbst bestimmen.
Die Ängstlichen, nehmen Gerüchte und reimen sich eigenes Wissen daraus. Das man die Reiche zum Feind hätte und den Krieg nach Bajard hole. Das Reich Menek'Ur, welches stets um Frieden und Freiheit bemüht ist, hegt keinen Streit mit einem der beiden Großreiche und geht wie unsere Freunde in Bajard den Weg der Neutralität. Uns selbst ist an Bajard unbestreitbar gelegen und Narren wären wir, würden wir unsere Freunde hier ins Verderben stürzen.
Einst, vor nicht allzulanger Zeit, als die Streiter unter dem fehlgeleiteten Letast Bajard niederbrennen wollten, waren wir schon einmal vor den Toren Bajards und halfen es zu schützen, auf das unsere Freunde weiter ihren Weg gehen konnten. Und als jene Aufgabe vollbracht war, gingen wir ohne eine Forderung zu erheben, so wie es sich für Freunde gehört. Und eben in jener Freundschaft kamen wir dieses Mal und werden wieder gehen, so die Nachbarn und Freunde das Stück gemeinsam gingen, welches Eluive ihnen vorgab zu beschreiten.
Bürger Bajards, Freunde und Nachbarn des Reiches. Eluive prüft uns alle. Sie prüft einen jeden sein Leben lang. Sie will wissen, welcher Art wir sind. Sind wir jene, die Mut in ihren Herzen entdecken, die Widrigkeiten beseitigen, um einen Weg zu gehen, ihren Weg zu gehen, den Weg des Wohlstandes, des Aufbaus und des Lebens selbst? Oder sind wir die Ängstlichen, jene die keinen Schritt mehr schaffen - jene, die anfällig sind für die Wege von Eluives Kindern, die die Ängstlichen nehmen und ihnen in Vormundschaft einen Weg vorgeben?
Entscheidet Euch weise und lasst die Angst nicht Eure mutigen Herzen verschließen. Wählt den anderen Weg, den Weg Eluives, Euren Weg.

Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 03:31
von Vikko Allago
Er schritt diese Nacht nur kurz durch Bajard, um die Fähre zu erreichen, dann bemerkte er wie die Aushänge noch mehr verbreitet wurden und las aufmerksam die Nachricht Fadis darunter.
Er konnte sich ein leichtes Lächeln nicht verkneifen und murmelte nur:
"Sie reagieren schnell und wortgewandt, mal schauen, was sie zu den nächsten Schritten sagen werden!"
Er entfernte sich dann wieder Richtung Fähre und verschwandt unter Deck, wo er sich seelenruhig niederließ und einen vorfreudigen Blick auflegte.
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 03:51
von Beldan Scherenbrueck
Der Bürgermeister Bajards lag mehr oder minder gemütlich, seine Pfeife im Mundwinkel, auf einer Pritsche im Kerker der kleinen Hafensiedlung. Nun erklärte sich dieser ungewöhnliche Ort freilich nicht dadurch, dass er bereits von Soldaten Menek'Urs verhaftet worden wäre, sondern vielmehr durch den Umstand, dass sein Haus von dem 'selbsternannten' Statthalter aus Menek'Ur, Fuad aus dem Hause Ifrey, beschlagnahmt worden war und selbiger Menekaner also nun im Bett des Bürgermeisters nächtigte, so dass er schlicht obdachlos geworden war. Zumindest bis zum nächsten Morgen würde ihn der eigenwillige Schlafplatz auch vor einer Festnahme durch die 'Friedenstruppe' bewahren, schließlich kam man in den seltensten Fällen auf die Idee einen Gesuchten in einer Gefängniszelle zu vermuten. Eine lange Nacht blieb ihm also, um sich mit dem Schreiben, das ihm auf dem Weg noch in die Hände gefallen war, zu beschäftigen.
Es war vielleicht nicht allzu überraschend, dass ihn der Aushang ziemlich verwirrte und anfangs eher verwundert zurückließ. Welcher Bürger sollte für einen solchen Aushang in Frage kommen ? Die einfachen Handwerker, Fischer und Händler ließen sich schnell ausschließen. Das winzige "gottlos" in einem eher nebensächlichen Satz machte solche Verknüpfungen unmöglich, schließlich verehrten die meisten einfachen Menschen die Göttin Eluive genauso gewissenhaft wie es die Menekaner auch taten und waren sich dieser Ähnlichkeit im Glauben durchaus bewusst. Die Länge des Textes, der emphatische Ton und die Wahl von hochgestochenen Worten wie "Invasion" oder "Kolonie" ließen auch eher auf eine städtische denn eine dörfliche Herkunft des Verfassers schließen. Schlussendlich verblieb der Bürgermeister in der vielleicht etwas eigensinnigen aber ruhigen Überzeugung, dass seine Bürger nicht gerade ein Volk wilder Aufrührer waren, sondern ein sturer aber besonnener Menschenschlag, der seinem Bürgermeister durchaus Achtung entgegen brachte. Wie sollte es auch anders sein ? Bajard blieb immer noch ein Dorf und der Bürgermeister ein gewähltes Oberhaupt, kein Herrscher. Er kannte jeden Bürger persönlich, sprach mit ihnen lange wenn er sie auf dem Weg traf, halfen ihnen die Netze einzuziehen, wenn diese zu schwer waren, und bewilligte Almosen und Spenden, wenn jemand in Not geraten war. Die Frauen brachten die Kinder zu ihm, nachdem sie geboren worden waren, und er nahm sie auf den Arm, schaukelte sie ein wenig und trug sie dann in das Register des Ortes ein. Ja er verheiratete in Mangel von Priestern sogar oft ihre Söhne und Töchter.
Blieben als Untersuchungsgegenstand folglich die gebildeteren Bürger Bajards. Herr Novaire gehörte gewissermaßen zum alten Schlag und hatte ihn selbst mit zum Bürgermeister gewählt, war folglich auszuschließen. Fräulein de Lopasz hatte zweifelsohne die nötigen Schriftkenntnisse, allerdings hielt er sie für die stellenweise enthaltenen fäkalen Ausschweifungen für etwas zu spröde und vor allem zu verständig für solchen dummdreisten Unsinn, der im schlechtesten Fall einige Bürger das Leben kosten könnte. Fräulein Nuala war ebenfalls ausgeschlossen, schließlich war sie eine viel zu ruhige, gutmütige Seele. Lasanar ? Kassius ? Es war kein Geheimnis, dass sie sich in vielerlei Hinsicht nicht einig waren und dass beide ein offeneres, aggressiveres Vorgehen vorziehen würden als es der Bürgermeister vorerst anstrebte, schließlich hatten sie genau das gemeinsam erörtert. Andererseits machte es gerade dies eher zweifelhaft, dass sie zu solchen Mitteln greifen würden, schließlich sagte man sich die Meinung lieber ins Gesicht und beide hatten zu viel Schneid für ein solches Vorgehen. Zu guter letzt waren sie Krieger und in dieser Eigenschaft ohne Zweifel zu stolz, um Bauern und Fischer zum Kampf aufzufordern und damit in den sicheren Tod zu schicken.
Vermutlich beeinflusste ihn bei all diesen gedanklichen Erwägungen, die er vornahm, die schlichte Überzeugung, die vielleicht seinem Alter und einer gewissen Einfalt geschuldet war, möglicherweise aber auch einfachen einer halbwegs verlässlichen Menschenkenntnis entstammte, dass er seine Bürger kannte, gekoppelt an den verzeihbaren Umstand, dass er jeden Einzelnen auf seine Art auch mochte, schließlich hatte er mittlerweile einen Großteil von ihnen selbst auf dem Weg zur Bürgerschaft begleitet, ihre Namen in den Versammlungen vorgeschlagen und für ihre Aufnahme in die Reihen der Bürger Partei ergriffen. Nicht dass er für Männer und Frauen die teilweise nur ein paar Jahre jünger waren als er selbst so etwas wie eine väterliche Neigung verspürt hätte, aber ein gewisses Etwas, das dieser Regung nicht ganz unähnlich war, war zweifelsohne doch vorhanden.
Wer aber sonst ? Die oft auftauchenden Hinweise auf die 'eigentlichen Freunde und Verbündeten Bajards' sowie auf die Bürgerversammlung machten ihn stutzig. Wenn die Bürger am Vorabend dieser Auseinandersetzungen eine Regung verbunden hatte, dann ohne Zweifel die ernüchternde Gewissheit, dass man von außerhalb Bajards in dieser Sache keine Hilfe würde erwarten können. Die Gefährtinnen des Waldes waren schon am ersten Tag der Besatzung gekommen und hatten Menek'Ur ihre Aufwartung gemacht und auch von den anderen Reichen und Gilden hörte man nichts Erbauliches, sondern höchstens ausweichende Worte oder Verharmlosungen. Verharmlosungen ? Ohne Zweifel war für diese Vereinigungen und Bürger anderer Reiche schwer zu verstehen, weshalb man sich in Bajard so darüber erdreistete, dass die Soldaten die Hafensiedlung besetzt hatten. Der starke Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit, der diesem zwischen rauen Seewinden, trügerischen Sümpfen und den großen Reichen eingezwängten kleinen Ort zu eigen war, ließ sich nur aus der Geschichte und dem Charakter der dort ansässigen Menschen erklären, Dinge die Aussenstehenden eher verborgen blieben. Wer mochte schon den unbestimmten, mächtigen Drang nach Freiheit nachvollziehen können, unter dem ein jeder Bajarder eine Gänsehaut bekam, wenn er morgens die Fenster öffnete und die salzigen Seeböen ihn erfrischten und heftig begrüßten als hätte das Meer ihn bereits lange vermisst ? Wer den Unternehmergeist und das leidenschaftliche Streben, das einen einfachen Händler dazu veranlasste gewagte Fahrten und Reisen zu unternehmen, um seine Waren zu verkaufen und neue Errungenschaften voller Stolz zurück in die eigene Heimat zu bringen ? Und wie stand es mit der Sturheit und Eigensinnigkeit der Bajarder Frauen, die ihre Männer jeden Tag bangend von ihren Fischerfahrten zurückerwarteten, aufkommende Sturmwolken wachsam wie ein Adler beobachteten und nächtelang am Steg warten konnten, wenn eines der Boote ausblieb ? Es waren all diese Regungen und Winzigkeiten, die den Geist Bajards ausmachten, fast unsichtbar, aber eben doch die Seele des Ortes.
Im Grunde war der Aushang nicht einmal falsch, wer immer ihn verfasst haben mochte. Vielleicht hatte Fräulein Croix ihre Finger im Spiel, möglicherweise einer der anderen Männer, die der letzten 'Bürgerversammlung' beigewohnt hatten. Der Bezug auf die in ihrer Besetzung sehr überschaubare Versammlung legte das nahe. Aber im Grunde war das unwichtig. An einigen Stellen fühlte er sich sogar ertappt. Er war ohne Zweifel ein zögerlicher Mann, niemand des entschiedenen Auflehnens, kein Mann der Gewalt, vielleicht nicht einmal ein Mann der Tat. Früher war das anders gewesen und es war dieses heimliche Schaudern über sich selbst, das ihn mit diesen Schwächen segnete, denen er einfach nicht entkommen konnte und nicht wollte. Der schmutzige Bastard und Mörder Beldan war Vergangenheit, jetzt regierte der zaudernde, vorsichtige Bürgermeister Scherenbrueck in ihm, der seine eigene Scham und Schuld mit etwas zu viel Wacholderbranntwein in die entlegensten Winkel seiner Erinnerung verbannt hatte und sich auf eine vielleicht etwas lächerliche Art und Weise bemühte an dieser Hafensiedlung irgendwie, nach bestem Wissen und Gewissen, seine Schulden abzugelten und so seinen Albträumen zu entkommen.
Nachdenklich legte er das Schreiben beiseite und starrte zur Gefängnisdecke empor. Was sollte er tun ? Den Aufstand befördern, mochte er angestiftet worden sein von wem er wollte ? Ein tiefes Unwohlsein breitete sich in dem schweren Körper des Bürgermeisters aus, ein Gefühl das er gut kannte, denn es war nichts anderes als die Tiefe Sorge Opfer bringen zu müssen, nicht an sich selbst, sondern an Bajard. Ein Aufstand würde Menschenleben fordern, Familien zerbrechen, Waisen zurücklassen. Und dann würde es wieder geschehen, wieder, wieder, bei jeder Gelegenheit immer wieder ... musste man ein Mörder sein, um den Frieden zu schätzen - oder war er nur ein Feigling ? Mit Sorge dachte er an die Kinder und Frauen Bajards, rief sich die Gesichter der jungen Männer vor Augen und sprach gedämpft zu sich selbst einige ihrer Namen aus. Vielleicht, ja ganz sicher war es gut, dass er hier abgeschieden von allen anderen im Kerker lag und niemand der Bürger ahnen konnte, welche Zweifel diesen alten, gramgebeugten Mann quälten, schließlich war er der Bürgermeister der freien Hafensiedlung Bajard.
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 14:07
von Fuad Ifrey
Reaktion auf ersten Hetzerbrief
Der Stadthalter fand keinen Schlaf in dieser kalten sperrlichen Holzhütte. Was anderes war es nicht.
Eine notdürftig eingerichtete Hütte.
Seine gedanken waren überall. Was sollte er hier. Er misste seine Yafiah, den Trainingsplatz Menek'urs und vorallem den Glanz seiner Heimat.
Bajard was war dieses. Eine von Dreck, Bauern wie Fischern besiedelte kleine Stadt. An dem sich Strauchdiebe und die Reiche sammelten, um sich den Neid und Missmut hinzugeben.
Das war kein Ort für ihn.
Doch ersonn der Erhabene Fuad aus, und schenkte ihm sein Vertrauen.
Die Wünsche des Emirs waren groß und gütig zu gleich. Selbst er wollte nru das beste für die Bürger Bajards.
Er will ihnen Sicherheit und Frieden wie Kultur bringen.
Doch Bajard will es bisweilen nicht erkennen.
Fuads blick war leer. Exil udn Segen zu glich war es.
Irgendwann klopfte es in der Nacht an die Tür. Und eine Wache übereichte ihm diesen Hetzterbrief. Und auch die Befehle und Wünsche des Emirs.
Die Augen vernengten sich als er bereits die Anfangszueilen des Hetzerschreibens lass.
Der Wache erwies er nur eine Handgeste, ehe er sich dem Schreibtisch lesends hingab.
Schwer atmete er ein und aus, als er die Zeilen vernahm.
"Wollen diese Barbaren einfach nciht die Güte Menek'urs erkennen. Oder sind sie einfach nur zu Dumm?!"
Auch er stolperte über die kleinen Begriffe. Wo man einfach nur eine Lüge sehen konnte.
Menek'ur ?! Griff Varuna an?
Menek'ur verbündet mit Rahal, welches Berchgard besetzt hatte.
Er legte den Brief weg und nahm die Wünsche des Erhabenen zur Hand.
Mehr Truppen.... Die Ausmertzung dieser Hetzer.... Ergebnisse.... welche er persönlich den Emir vortragen solle....
Wo solle das nur hinführen. Wo ist die Frau die ihrem Mann in dunklen Seiten zur Seite stand.
Doch Ergebnisse mussten her. Das Vertrauen musste her. Wie solle die Friedenstruppe für das Wohl sorgen Bajards sorgen. Wenn auch der Feind im inneren lag.
Fuads Weg war es bisweilen Bajard die gütige und gebende Hand zu reichen. Doch wenn es wahrlich sein muss, wird er ihnen so sie es wollen auch die geballte Faust erweisen müssen.
Undank ist das letzte was er entfangen wollte. Dies war seinem großen Namen den seine Eltern ihn schenkten nicht gerecht.
Die Sinn dieses Namens, "Jener mit dem großen Herz", war stets sein Leitfaden in seinem Leben. Dies zeichnete ihn immer aus.
Doch nun mit dieser Aufgabe ist er an einem Scheidepunkt. Eine Prüfung, welche er in seinem Leben noch nie entgegen Stand.
Die Nacht fand er keinen Schlaf. Gedanken über Gedanken.
Ein Schreiben nach dem anderen fing er an zu verfassen.
Es mussten Ergebnisse. Der Emir wünscht sie. Der Emir erhält sie.
Bajard wünscht sie. Bajard wird sie erhalten....
Eine Wache wurde gerufen...
Folgende Befehle erhielt sie.
-Beldan solle gefunden werden. Und am nächten Tage unverzügilich zu mir gerufen werden.
-Die Briefe seien in ganz Bajard zu entfernen.
-Die Schriftführerin Vyra de Lopasz soll zu mir geführt werden. Ihre Druckerei befindet sich am Eingang Bajards. Sie sei zu durchsuchen. Es soll ergründet werden ob, diese Druckerei der Ursprung dieser Briefe ist. Und ob es dort nochmehr dieser Hetzerbriefe zu finden sind.
-Die Wachen seien dazu angehalten. Mehr auf Menschenansammlungen zu achten.
-Auffällige Personen, welche in etwa vermummt sind, oder eine hetzerische Einstellung offen verbreiten wollen, seien seien mit der nötigen Härte zu behandeln und festzusetzen.
Menek'ur wird keinen Unruhestifter in dem zu befriedeten Bajard dulden.
Menek'ur wird wird mit allen Mitteln dafür sorge Tragen,dass die Ruhe und der Friede weiterhin das oberste zu erreichene Ziel sei.
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 14:36
von Wijay Loreen
Kunde aus Bajard - selbst ebenfalls schon eingeshen lächelte Loreen nur kühl als sie die Reaktion anhand dieses "gütigen" Aushanges und den verschärften Kontrollen bemerkte.
Ja, es verlief gut, die nächsten Aushänge galten mit Sorgfalt verbreitet zu werden, sie wusste auch schon wie.
Als ob sie die Reaktion in Bajard wirklich so beschäftigte - nein - es war viel mehr so, dass es GANZ so lief wie sie es erwartete. Der Kessel wurde angeheizt, nun musste es noch brodeln.
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 14:53
von Arias Lasanar
In seinem Stillgelegten Klingenhort saß Arias, den dumpfen Duft der öligen Waffen und Rüstungsteile vernehmend, vermischt mit dem süssen Wachsgeruch, den die Bogensehen ausströmten, kombiniert mit den rauchigen Essenzen des Tabakrauches, der zuweilen den Raum erfüllte und eine Note von gutem gebranntem Schnaps, der auch hier über die Ladentheke ging.
Er war wach gewesen, als die vermeintlichen Aufrührer aus der Bürgerschaft ihre Bekundung an seine Hauswand befestigten, und er hatte sie sogleich wieder fortgenommen, um sie in einem eigenem Studium zu vernehmen.
Aye, mitunter hatten sie recht, aber, bei Horteras, dieser lächerliche VErsuch zur Aufrührerei war doch lange kein Bajarder Sprachgebrauch. Er selbst hatte viele Städte und vielen Herren gedient und war doch nur unter höchster Anstrengung in der Lage, solche Worte zu formen und einen Text derart zu gestalten. Es war keiner von ihnen, soviel war sicher.
Das gekämpft werden musste, war jedem klar, selbst dem alten Hund Beldan, der ein wenig müde ob der Situation aus seiner Hundehütte verscheucht wurde. Er selbst war bereit, aber es fehlte an Männern, soviel war sicher, um dies alles nicht zu einem grossen Suizidversuch verkommen zu lassen, würde er einige Soldknechte benötigen, die einsahen, das sie die letzte Insel der Lohnkrieger, Bajard, verteidigen mussten, ehe die Menekaner genug Truppen gesammelt hatten, um halb Gerimor zu besetzen.
Der Handel würde stagnieren, kein Bajarder Händler würde dieser Tage seine Ware veräussern, die Türen und Fensterläden waren geschlossen und so würde es bleiben, bis zu dem Augenblick an dem die Ruhe vor dem Sturm enden würde und die Welt Zeuge der Vorstellung würde, was den Freisassen von Bajard für eine Urkraft eigen war.
Aye...Der Krieg hatte begonnen.
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 16:14
von Leanne
*In den frühen Morgenstunden ritt sie erschöpft, aber sehr viel ruhiger ins Dorf ein. Bei den Wachen vom Pferd absteigend, grüsste sie die ihr inzwischen unbekannten Gesichter mit einer höflichen Geste, beachtete sie dann nicht weiter.
Denn inzwischen hatte ein riesiger, eng beschriebener Aushang ihren Blick gefesselt.
Beim interessierten Lesen verfinsterte sich ihre Miene immer mehr, ihre Lippen nur noch ein schmaler Strich.
Wie dumm konnte man eigentlich sein? Der Verfasser dieses Machwerks sollte gleich mit den Menekanern im Meer ersäuft werden! Sichtlich erbost über soviel Idiotie riss sie das Papier entzwei, die Fetzen achtlos auf den Boden fallen lassend.
Tief durchatmend blickte sie auf die Schnipsel, ihr Zorn hatte ihr oft genug Schwierigkeiten bereitet und hier war er sowieso sinnlos. War doch der Verfasser nicht auszumachen und konnte die saftige Ohrschelle, nach der ihr die Hand juckte, sowieso nicht geniessen.
Alles schien aus dem Ruder zu laufen... obwohl... ihre Lippen verzogen sich zu einem schiefen Grinsen... es war mehr als unwahrscheinlich, dass hier in ihrem bescheidenen kleinen Fischerdorf jemand mehr als die Überschrift entzifferte.
Und dumm waren hier auch nicht viele Leute, das hatte sich in der Vergangenheit schon oft genug bewiesen. Die Bajarder waren ein zähes, bauernschlaues Völkchen. Sicher würden sie sich nicht auf die Art in ein Desaster locken lassen, da gab es doch viel klügere Mittel und Wege!
Als ihre Gedanken an diesem Punkt angelangt waren, schlich sich ein zufriedenes Schmunzeln auf ihre Lippen.
Wie gut es tat heimzukommen, selbst in diesen Zeiten...
Heim auf den Hof, Beldan aufsuchen, aus seinem Mund hören, was hier vorging, vielleicht hatte sie das Glück, dass ihr der ehrenwerte Fadi über den Weg lief...
Man würde sehn... zuerst mal heim, vielleicht hatte Eleyni Nachricht von Lairja.
Sehr viel optimistischer schnalzte sie kurz mit der Zunge und machte sich auf den Weg zum Hof.
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 18:06
von Treia
Kurz nach der zwanzigsten Stunde stiehlt sich eine Gestalt am Handwerkshaus und der Hauptstraße Bajards vorbei, die Taverne umrundend und dort ungesehen die Stadt zu betreten. Das war geschafft.
In der Stadt selbst war es mäßig geschäftig. Sie drehte ihre Runde, hielt bisweilen inne um Passanten vorbei zu lassen, die Gegend zu beobachten und dann, wenn sie sicher war, daß keiner sie beobachtete, ihr Werk zu verrichten.
So gelang sie von der Taverne, welche in einem günstigen Moment nicht frequentiert wurde zu der Herberge, zu Leannes Hof, an beiden je ein Schreiben anheftend. In einem Anfall von Gehässigkeit warf sie ihr vorletztes in den Briefkasten des armen, blinden Alchemisten Hans. Möglich, daß er damit lediglich Feuer entfachen würde. Möglich, daß das noch einiges lostreten würde. Abwarten. Ein letztes Schreiben warf sie ob zu vieler Zuschauer, die kaum den Anschein machten, als wären jene gewillt innerhalb des nächsten Jahrzehnts die Bank zu räumen in den Briefkasten Beldans.
Sich die Hände abklopfend wandte sie sich gen des Stadtausgangs, wo sich niemand genötigt sah, die Frau auf zu halten oder zu kontrollieren.
Die fünf Schreiben lesen sich wie folgt:
Bürger Bajards, Gäste der Stadt, Handelsreisende
Und ja auch ihr doppelzüngigen Schlangen von Invasoren
Die besorgten Bürger Bajards tun kund:
Welch Schmach, welch Schande, mit an zu sehen, mit welcher Arroganz die Aggressoren uns allen zu begegnen gedenken. Hohnlachend hüllen sie ihr koloniales Großmachtgetue in ein Gewand aus Hilfsbereitschaft und göttinnenfürchtigem Getue, möge Eluive ihnen für diesen Frevel die rechte Hand abfaulen lassen! Krank und siech sollen sie verrecken und Eluives wahre Kinder, die Tiere des Waldes, sollen ihre Kadaver fressen, auf das nichts mehr an ihre vermaledeite Existenz erinnere!
Bürger Bajards, seht auf, seht auf und erkennt die häßlichen Fratzen des verlogenen, ehrlosen Fremdländerpacks, das unsere Bedenken verlacht und verspottet, sich in ihrem Größenwahn für bessere oder die einzig wahren Menschen haltend und uns alle wie Tiere oder zweitklassige betrachtend.
Hört sie spotten ob unserer Unfähigkeit, sie zurück zu schlagen. Hört sie lachen ob unserer Sorgen. Der Angst bezichtigen sie uns, unser Spiel sollen wir mit der Angst betreiben. Doch wahrlich, wir fragen Euch, wer spielt hier mit wessen Angst? Wer wird nicht müde uns Angst vor den Großreichen Varuna und Rahal eintrichtern zu wollen, wer tarnt seine Kriegstreiberei hinter einer Maske aus Hilfsbereitschaft? Wahrlich, die Gottlosen, gewandet in die Knochen ihrer und unserer Ahnen, sich hochtrabend eluivegläubig nennend und dabei so gläubig seiend wie die Echsen die sie reiten und mit denen sie sich paaren, was sind sie wenn nicht ein Schandfleck in den Augen der Göttin, die uns alle erschuf? Mit welchem Wort verfügte die Schöpferin die Herrschaft des Menschen über den Menschen? Mit welchem Wort verfügte sie die Herrschaft der Gewalttätigen über die Sanftmütigen? Mit welchem Wort erkor sie einen wild zusammen gewürfelten Haufen von Versagern, die es auf dem Festland zu nichts gebracht hatten und unter der Führung eines offensichtlich Geistesgestörten zu den Herren der Schöpfung? Mitnichten, nichts davon tat sie und alle schönen Worte werden hieran so wenig ändern wie an den Tatsachen, den geschichtlichen Fakten, die unsere Unterdrücker nunmehr verschweigen, passen sie doch nicht zu dem Bild der netten, hilfsbereiten Nachbarn von jenseits des Ozeans.
Jenes Volk, das so eluivefürchtig war, mit den Dämonen aus Rahal gemeinsame Sache zu machen und auch nicht zu bieder war, sich der Grafschaft an zu dienen, was will es hier wenn nicht das fort setzen, was es seit jeher tut, nämlich einen Keil treiben zwischen alle Völker. Unehrbar und falsch sind die Worte, mit denen sie Euch einzulullen versuchen, unehrbar und falsch ist ihr Tun, immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht und für diesen über Leichen gehend. Doch hiervon wollen sie nichts wissen. Von den Toten Berchgards nicht, der ersten erhofften Kolonie, die ihnen den Zugang zu einer Erzmine verschaffen sollte und für die sie nur gar zu bereitwillig Seite an Seite mit den Rahalern die hilflose Bevölkerung Berchgards schlachteten wie Vieh. Was sind dies für Männer und Frauen, die dort starben, wenn nicht ehrliche Handwerker so wie wir auch. Was sind das für Unmenschen, für Dämonen gar, die zu solchem Tun imstande sind? Was ist das für ein Volk, das bereitwillig einen jeden Menschen, der nicht das Pech hatte auf ihrer Todesinsel geboren zu werden, bereitwillig für ihre eigenen Zwecke opfert? Was sind dies für Lügner und Heuchler, denen kein Wort, kein Handschlag, kein Vertrag und kein Pakt heilig sind, denn noch einen jeden brachen sie sobald sich dies vorteilhaft erwies. Welch einen treu-, gott- und ehrlosen Abschaum beherbergen wir dort in unseren Mauern?
Wahrlich wir sagen Euch, wir kennen noch so eine Ansammlung von Unmenschen. Ihre verderbten Leiber gehüllt in die Knochen der Toten, ihr verderbtes Tun gewandet in hochtrabende Worte von Glaube und auch sie seien ohne Ehr‘ und ohne Treu‘ zu niemandem und ihr einziges Ziel ist das Leid aller Völker und ein jedes Wort, das ihren Mund verläßt ist Lug und Trug und die Verträge die sie geschlossen das Pergament nicht wert, auf dem sie geschrieben standen, ganz nach Art des menekanischen Vorbildes. Man nennt sie Nekromanten, Totenpriester und vieles mehr und wahrlich, wenn man uns fragen würde, worin der Unterschied bestünde zwischen ihnen und den Menekanern, so würden wir antworten:
Die einen sind eine Ausgeburt des Bösen, die sich an leblosen Orten wohl fühlen und alle Orte, an denen das Leben blüht verachten und die danach trachten, alles was gut und recht ist zu zerstören. Unmenschen, die die Toten schänden um die Lebenden zu töten und zu verderben. Ihre Zungen sind getränkt in Gift und ihnen ist nichts heilig außer dem wankelmütigen Wort ihres Herren, der sich im Winde drehet wie ein Wetterhahn und für dieses Wort gehen sie im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen.
Und die anderen? Das seien halt Nekromanten.
Wer mag es uns verdenken? Haben wir je ein anderes Bild von ihnen zu Gesicht bekommen? Zeigen sie uns nun ein anderes? Oh nein, wahrlich nicht, was wir zu sehen bekommen ist ein Blick direkt in ihre schwarzen Seelen.
Hilfsbereit nennen sie sich. Würden wir sie fragen, wem sie hier denn nun beistehen, uns oder nur ihren eigenen Interessen, so würden die falschesten von ihnen uns antworten, daß es beides sei, denn ihr Interesse gälte uns. Jegliche militärischen oder wirtschaftlichen würden geleugnet werden oder verharmlost, während unsere Stadt zum Aufmarschgebiet zu einem Angriff auf Varuna oder Rahal wird, ein Angriff, der scheitern wird und an dessen Ende unser schönes Bajard die Vergeltung eines Großreiches zu fürchten habe, denn dieser Krieg ist nicht unser und doch werden wir ihn verlieren, gleich wie er ausgeht. Kein Großreich wird je wieder eine Besetzung Bajards durch eine andere Großmacht dulden und so werden sie es teilen, zerschlagen und letzten Endes zerstören, zufrieden damit, daß kein anderer es sein eigen nennen könnte. Die Sandfresser behaupten, wir hätten Angst und wären dar ob schwach. Ja, sie haben Recht, wir haben Angst, denn wir wissen, was sie mit uns allen planen und wir wissen, daß Bajard für sie nicht mehr ist als ein Zugang zu Getreide, Früchten und Obst, die auf ihrer von allen Göttern verdammten Toteninsel nicht gedeihen und als Stützpunkt auf einem Festland auf dem sie ihre Kriegstreiberei fortsetzen können, denn da ist kein Krieg auf dem Festland, an dem sie nicht mitgefochten und an dem sie sich nicht bereichert haben und dieser Versuch der Annexion Bajards an ihr Reich ist nicht der erste seiner Art und doch der dreisteste.
Von langer Hand geplant, auf eine Gelegenheit wartend waren sie da, bereit, unsere Gesetze zu brechen und durch ihre eigenen zu ersetzen, unseren gewählten Bürgermeister ab zu setzen und einen fremdländischen an seiner Statt die Knechtherrschaft überantwortend. Und noch immer gibt es welche unter Euch, die dies gut heißen, die die Invasoren mit offenen Armen willkommen heißen und ihnen wie die Hexen den Dämonen in der Hexennacht den haarigen Hintern küssen. Die einen aus Angst, die anderen, weil ihnen ihre Freiheit nie etwas bedeutet hatte und ihnen daher diese Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche behagt.
Wenden wir uns dem ersten zu. Es stimmt, Rahal und Varuna befinden sich im Krieg, fochten auf den Feldern Lameriasts und vor den Toren Varunas und beide male holte sich die Grafschaft eine blutige Nase ab und doch, noch hat sie Bestand und beide Seiten lecken nunmehr ihre Wunden. Keine Seite ist zur Zeit willens oder fähig, die ehedem freie Handelsstadt Bajard, welche man wohl nunmehr in unfreies Armeelager Bajard umzubenennen hat, an zu greifen. Rahal kann es nicht, fehlt ihm doch die Mannstärke. Varuna kann es nicht, denn auch ihm fehlen hierzu die gesunden Mannen. Rahal ist unwillens, wähnt man sich dort doch eines Sieges über Varuna sicher und will jenen zuerst erringen. Varuna ist unwillens, widerspräche es doch seiner innersten Überzeugung und wisse man darum, daß es in Bajard für es nichts zu gewinnen gäbe. Oft schon streckten Rahaler und ja auch Menekaner ihre schmierigen Finger nach Bajard aus und doch traute sich niemand bisher, zu zu greifen, wußte man doch, daß dies zwei weitere Großmächte auf den Plan rufen würde. Niemand wollte als Buhmann da stehen.
Eben drum nennen wir nun die Invasoren auch unsere Freunde und die Besatzungstruppen lieber Friedenstruppen. Hatten wir vorher denn keinen Frieden? Waren wir ernsthaft bedroht? Die klare Antwort ist nein, die einzige Bedrohung für Bajard gab es seit jeher nur von den wüsten Kriegern und so halbwilden wie schamlos halbnackten Weibern, eklatant an die Ureinwohner Lameriasts erinnernd, eines wissend:
Salz bricht jede Moral. Mit Salz konnte man kaufen, was durch Gold unerschwinglich war. Wundert es da noch irgendwen, daß das Großreich, welches im Falle einer Invasion Bajards durch das Großreich Rahal oder die Grafschaft Varuna ohne mit der Wimper zu zucken mit der jeweils anderen Seite Krieg nach Bajard getragen hätte, uns nun auf diese Art kaufen will? Uns wundert es mitnichten. Zuckerbrot und Peitsche, das nicht denkende Volk geködert durch schmierenkomödienhafte Feste, hoffend, im Suff und Rausch aus tausend und einer Nacht werde man vergessen, daß die Heimat verloren, besetzt sei. Zuckerbrot und Peitsche, das ist billiges Salz in den Wunden einer ganzen Stadt gestreut in der Hoffnung, daß Freiheit in Salzsäcken und Goldstücken auf zu wiegen ist und diejenigen, welche sich ihre Zukunft nicht diktieren lassen verlacht, verfolgt und weggesperrt wie der Bürgermeister bei Nacht. Ob er seinen Pakt mit den Wüstendämonen mittlerweile bereut? Wir wünschen es ihm, erkennt er denn nun, was seine dirnenhafte Buhlerei, der Anführerin der Schwarzen Rose gleich, die sich über die Betten der Grafschaft jener Vertrauen und ihr kleines Stückchen der Macht erschlichen habe.
Aber Zuckerbrot und Peitsche, das sind auch fromme Worte hinter denen nur Falschheit steckt. Fragt sie doch einmal, Eure Unterdrücker, was sie wahrlich von Euch halten und sie werden Euch ins Gesicht lügen. Kein einziger von ihnen gibt irgend etwas auf einen einzigen Mann und eine einzige Frau eines anderen Volkes. Doch werden sie lügen, sich unsere Freunde nennen. Wehe uns, denn in Rahal, vor Varuna, in Berchgard und ja, auch schon vor geraumer Zeit in Bajard sah man, wie die Palmenaffen ihre Freunde behandeln: Mit Verrat begegnen sie ihnen, mit Feuer und Schwert begegnen sie ihnen. Wehe uns, wenn dieses Volk so mit seinen Freunden umspringt, wie mag es dann erst seine Feinde behandeln? Uns mag es fürs erste einerlei sein, denn schlimmer mag es für uns nun nicht mehr kommen, annektiert, befriedet, aber doch unpassend. Denn wir alle sprechen sie nicht, die neue Volkssprache Bajards: Menekanisch. Wir sprechen sie nicht und wir wollen sie nicht sprechen. Salam, wenn wir dies schon hören kommt uns die Galle hoch. Nicht eine Tat der Wüstenorks der letzten Jahrzehnte hatte nicht mit Krieg zu tun, entweder ein klassisch militärischer oder ein offener Handelskrieg und nun sind wir das Ziel ihrer Kriegstreiberei mit welcher wir nichts am Hut haben und nichts am Hut haben wollen. Wir lieben unsere Freiheit und nicht die Freiheit des Emirs, über einen jeden von uns zu verfügen wie über einen Leibeigenen oder Sklaven. Wir lieben die Wahrheit und nicht die Lüge. Wir lieben das ehrliche, harte Handwerk und den ehrlichen, fairen Handel, nicht die kalkulierte Preistreiberei zum Schaden aller außer einem selbst. Wir passen nicht zu den goldgierigen, nur auf den eigenen Vorteil bedachten Sklaventreibern und wir werden uns ihnen niemals anpassen.
Hilfe wollen sie uns anbieten, sagen sie. Wie diese Hilfe aussieht sehen wir ja. Wahrlich, so wird eine Stadt groß, durch Fremdländer, die die ortsansässigen Sprecher absetzen und die ansässigen Wachen entwaffnen, arrestieren oder sogar töten um hiernach ihre eigenen Gesetze durch zu setzen. Das ist, nach jedweder Definition, eine Invasion mit dem Ziel, aus einer souveränen Hafenstadt eine hierarchisch geprägte, von einem Despoten regierte Kolonie zu formen.
Wie lang mag es dauern bis sie den verzweifelten Versuch starten, uns ihnen ähnlich zu machen, von unseren Männern die Treue zum Emir auf Lebenszeit ein zu fordern, unsere Frauen in ihre Harems weg zu sperren, unsere Ehen arrangierend und schließend, unsere jungen, kräftigen Männer in ihre Armee als Bolzenfänger eingliedernd? Wie lang mag es dauern, bis ihnen jenes nur Ärger einbringt und sie dann beginnen, uns zu verdrängen, uns unserer eigenen Stadt zu verweisen, uns vielleicht sogar tötend und ihr eigenes Volk hier ansiedelnd, das gefügsamer ein Leben in der Fremde zu führen bereit ist als wir es wären?
Noch erkennt man wenig davon, aber doch, die Zeichen sind nicht zu leugnen, sind wir doch nunmehr der alleinigen Gnade eines Emirs ausgeliefert, der nicht der unsere ist und niemals der unsere sein wird und der uns denselben Hohn und dieselbe Verachtung entgegen schleudert wie sein Statthalter von Göttinnen Gnade. Ein Statthalter, den keiner von uns gewählt und dem nur die ergeben sein können, die zu feige sind, sich ihrer Freiheit zu stellen und sich lieber nach einem Anführer sehnen, der sie wie die Schafe zur Schlachtbank führt. Emir befiehl – wir folgen? Mitnichten. Mit Eurer Okkupation unserer angestammten Heimat werden wir reagieren wie es Eure Art ist: Mit Feuer und Schwert.
Kein Menekaner soll auf bajardischem Boden je wieder seines Lebens sicher sein, kein Aggressor es jemals wieder wagen, diese Stadt sein eigen nennen zu dürfen. Dieses neue Kapitel bajardischer Geschichte haben die Schlangenzungen von jenseits des Meeres zu uns gebracht, aber die bajardische Geschichte wird von Bajardern und nur von Ihnen geschrieben und wir werden sie schreiben – mit dem Blut von Menekanern. Die Freiheit hat keinen Preis, unsere Seelen sind nicht mit Salz oder falschen Worten auf zu wiegen. Wer den Tod nicht fürchtet, der stirbt auch nicht! Eluive ist groß und sie wird uns einen Weg zeigen, das erwählte Volk ihres ärgsten Widersachers vernichtend zu schlagen und zurück in das Meer zu treiben, das sie und ihren dämonischen Meister ausgespien hat!
Friede den Hütten Bajards!
Krieg dem Palast des Emirs!
Tod allen Menekanern!
Freiheit für Bajard!
Die besorgten Bürger Bajards
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 20:06
von Deril Sohran
interessiert verfolgte der unscheinbare Schmied die aushänge und briefe und mehr noch verfolgte er, der fast überall uneingeschränktes vertrauen genoss in bajard, die gespräche.
Hier war man gegen die menekaner, dort war man für sie andere scherte es gar nicht, denn was kümmerts schon einen handwerker niederen standes, was eigentlich ja alle bajarder waren, was die oberen sich wieder ausdachten um dem kleinen mann das leben zu erschweren ?
Deril war erfreut als er Fadi den Statthalter unter den truppen der menekaner erkannte.
Sollte er der einzige sein der sich sichtlich über die menekanische besetzung freute ?
Lange hat er damit verbracht sich mit den menekanern auf deren heimatinsel zu unterhalten.
Er sass stunden bei den schneidern, schaute zu wie man seine tepische webte und man redete miteinander.
Er lernte das eine oder andere über fremde bräuche und verdammt, wenn diese insel nicht so verflucht heiss wäre, würde er dort seinen lebensabend verbringen wollen.
Die Bürgerwehr oder sollte man es in der mehrzahl nennen, hatte mehr als einmal versagt.
Vier oder fünf truppen waren es wohl schon und jede hatte versagt, einige an den aufgaben gebrochen andere an eigenen eitelkeiten.
Die menekaner waren das beste was Bajard passieren konnte.
Warum sah das sonst keiner ?
Er machte sich dran die fremden auf seine weise willkommen zu heissen und hängte an seinen üblichen angebotstafeln neue auf.
Hier würde ab sofort jeder menekanische soldat für die dauer der besetzung einen happigen preisnachlass bekommen in seiner schmiede.
Wenigstens er wollte den Fremden so gastfreundlich gegenübertreten wie man ihn selbst auf deren heimatinsel auch emfangen hatte.
Er schämte sich ein wenig für seine Nachbarn in Bajard.
Verfasst: Mittwoch 23. Mai 2007, 00:17
von Vyra Lopasz
Es ging darum nicht aufzufallen. Der Auftrag war anders. Deshalb würde sie so tun wie das Möchtegernmädchen
Was? Arias meinte, alle die Lesen und Schreiben können würden durchsucht werden, doch sie wurde nicht durchsucht bis jetzt? Was für eine Frechheit!
Sie konnte lesen.
Sie konnte auch schreiben.
Und sie hatte Leichen im Keller
Sie würde taktisch also diesen Vorwand nehmen, sich aufplustern und darum verlangen eine Durchsuchung zu sehen.
Wer auch immer derlei Hetzschriften verteilt hat, das war nicht ihr Krieg. Ihre Auftraggeber werden es nicht gewesen sein, und auch war ihr Auftrag nicht in diesem Sinne. Deshalb blieb sie lieber unter der Wurflinie geduckt...
Die Frau und die beiden Wachen durchsuchten also ihre kleine Bücherei und natürlich fanden sie nichts.
Keller? Nein... Keller hatte sie keinen. Der Eingang zu der Höhle welche wohl Teil der Befestigungsanlage war, war unbekannt, der Zugang abgedeckt mit Holzpalisaden und die riesengroße Kiste mit Waren stand drauf.
Nein... Keller hatte sie keinen. Und sie durfte auch keinen Graben, war hier doch früher die Wehrmauer.
Doch ja, einen Hinweis hatte sie durch das Lesen gefunden. Lange überlegte sie, ob sie den Meneks helfen solle, doch da sie so primitiv denkende Wesen waren gab sie einen Hinweis:
Der Verfasser ist kein Bajarder, wenn er "unsere Stadt" schreibt. Jeder Bajarder weiss, dass Bajard keine Stadt sei, und kein Bajarder sieht es auch so. Das deutet wohl auf jemand hin, der es gewohnt sei, zu seinem Ort Stadt zu sagen. Wird also in einer Stadt wohnen.
Was die Meneks damit machten, war wohl ihre Sache.
Sie hatte besseres zu tun, als diesem pathetischen Dorf zu helfen oder gar den Meneks
Verfasst: Mittwoch 23. Mai 2007, 01:26
von Wijay Loreen
Loreen lächelte!
Angesichts der Gerüchte, die von innen wie von außen vernommen wurden, die verstärkten Wachen und die spürbare Nervosität in der Luft war sie mehr als zufrieden mit dem, was Treia und sie getan hatten. So wurde es immer mehr klar, dass das, was sie taten den rechten Nerv trat. menek'Ur wurde nervös.
Es war ihr ja eigentlich egal, ob Menekaner nun Bajard besetzten oder nicht. Im Gegenteil war das sogar willkommen. Denn so tat sich erneut Arbeit auf, die verrichtet werden konnte. Sie brauchte ja nicht mehr viel zu tun, und Bajard würde in Flammen aufgehen und erneut würden Seelen dem herren zuteil werden, wie erst wenige Tage zuvor in Varuna.
Die Menekaner waren Narren - in der Tat! Selbst wenn sie von einer Intrige ausgehen und behaupten würden, es könne nicht gelingen - es gelang. Nicht gelingen würde es, würden die Besatzungstruppen einfach abziehen, doch man konnte mit solchen ellenlangen Texten die Gebildeten durchaus aufhetzen. Musste sich jemand finden, der diese Schriften gar noch laut vorlesen konnte um das Gemeine Volk aufzuwühlen und alles würde seinen Lauf nehmen.
Sie stellte sich vor, sie wäre Bürger Bajards. Oh, bei solchen Hasstiraden könnte auch sie agressiv werden. Es war alles wohl erdacht, und die Schriften trafen den Nerv, den sie treffen sollten. Hoch zufriedenstellend.
Egal worauf es ankam, es sorgte für Zwiespalt, und in Bajard würde der Hass noch weiter geschürt. Ja, eigentlich stimmte doch alles in diesen Schriften, es waren eben die Worte von Schlangenzungen gegen Schlangenzungen. So weit so gut.
Abwarten und sehen was passiert. Es war in jedem Falle eine Belustigung.