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[SQ] "Um einen Helden zu töten, nehme..."

Verfasst: Montag 21. Mai 2007, 01:19
von Syrr'ael
"Ihr seid weit gekommen, habt euch gut versteckt. Es war schwer, euch aufzuspüren ... - "
"Also schickt er euch..."
" ... - aber eure Reise endet hier."


In den Geschichten hieß es immer dass der Tod eines Helden stets etwas erhabenes, glorreiches...nun, heldenhaftes an sich habe.
Syrr'ael wusste es jetzt besser. Vielleicht hatte er sich etwas besonderes von Capriné erwartet, eine Art letztes Aufbäumen, ein letzter Kampf bei dem der Alte schlussendlich unterliegen würde.
Aber er starb wie jeder andere Mann - nunja, eigentlich starb er nur viel unspektakulärer. So, als hätte er sich mit seinem Schicksal schon abgefunden. Vielleicht war es dass, was er von dem jungen Lethyren wollte? Befreiung von der Last der Verantwortung, von der Last des Lebens - endlich die Augen zur letzten Ruhe schließen können?

Die Letharen hatten seinen Wunsch erfüllt, aber anders, als Capriné es sich vielleicht vorgestellt hatte...

"Ich werde euch in meinem Großmut eine letzte Lektion zuteil werden lassen, ehe ihr euren Atem vergeudet aushaucht. Im Tod liegt keine Glorie, kein Ruhm, keine Ehre..." Der Alte stand nur da, in seinem Gesicht völlige Ruhe, während die Lethra ihm die Hände auf den Rücken band. Es war kein Anschlag, kein Überfall.
Dies hier war eine Exekution...
"...im Tod liegt nur Schmerz." Ein Zischen von der Seite:"Und Hass!" Ein kurzer Blick von Lethar zu Lethar, die schönen, nachtblauen Lippen zu einem grausamen Lächeln verzerrt.
"Krul'doxlor, zeige mir wie gut du mit dem Bogen bist."
Das Geräusch von Schritten, die näher kamen, das Knarzen des Holzes als sich die Sehne spannte, der singende Laut als sich der Pfeil von der Sehne löste, das Geräusch von Eisen, dass Eisen durchdringt und dann Fleisch. Ein schmerzhafter Laut verließ die Kehle Caprinés, das Bein gab der Belastung nach, er sackte in die Knie.
'Tapferer Capriné, bis zuletzt versuchst du dir keine Blöße zu geben...'
"Tut dass weh?" Die Gesichtszüge des Letharen zu einer spöttischen, sadistischen Fratze verzerrt, die Worte dennoch ruhig, fast freundlich - die Stimme des Alten noch immer klar und fest:"Schmerz ist vergänglich...nur ein Zustand...nicht mehr. 'Sie' gibt mir Kraft".
Die Hure, natürlich, wer sonst. Arme fehlgeleitete Irre...
"Nun, dass sagen sie Anfangs alle." Der Stoff der Robe raschelte leise zwischen zwei Atemzügen. "Tluth'xarlor - " schoss ihm in das andere Bein; die Armbrust direkt aus der Nähe, der Blitzbolzen fraß sich gierig in das Fleisch, die elektrische Ladung zuckte über den halben Leib des Alten.
Und diesmal - endlich! - ein Schrei, der in ein Gurgeln überging als sich der Alte vor Schmerz selbst die Zunge abbiss und kraftlos nach Vorn sackte.
'Oh nein, so einfach machen wir es dir nicht...'
Blut floss aus den Mundwinkeln Caprinés, nur das schnelle Heben und Senken des Brustkorbes kündete von der schwindenen Lebenskraft im geschundenen Leib.
"Dreht ihn auf den Rücken." Der Befehl klar und ruhig gesprochen - diese Beute würde nicht mehr entkommen. Der Blick verächtlich zu Boden gerichtet, die Worte von Spott - Triumph! - gezeichnet:"Nun sage mir, wie steht es mit der Veränglichkeit des Schmerzes jetzt?!"
Der Lethar ließ sich in die Hocke sinken, strich mit den Fingerspitzen fast zärtlich über das silbergraue Haar des Alten, die nächsten Worte ein zärtliches Flüstern:"Ich verspreche dir, deine letzte Erinnerung an diese Welt wird Schmerz sein. Aber das letzte, was du siehst, wird mein lächelndes Gesicht sein."
Er beugte den Oberkörper nach Vorne, die mitternachtsblauen Lippen zu einem dünnen Lächeln geschwungen.


"Adrian, wir haben ein Geschenk für dich. Dies ist das Herz desjenigen, den du verraten hast. Und dies, der Kopf.
Nun sage uns, wie fühlt sich ein Mann der alles verloren hat?"

Nein, im Tod eines Helden lag nichts glorreiches, erhebendes, ruhmreiches.
Das einzige, dass im Tod eines Helden lag, war Triumph.