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Die Wächter aller Schatten
Verfasst: Freitag 18. Mai 2007, 22:11
von Malachai Schwarzmourne
Weiterhin grübbelnd lag er über diesem Buch.
Dieses verdammte, schwarze Buch, wie er es sich oft einredete.
Warum nur ist das Schicksal oft so mies zu ihm. Warum ist er nicht auserwählt worden, ein friedliches Leben, fern ab von Kriegen, führen zu dürfen.
Doch Selbstmitleid brachte nur wenig und wenigstens das Wissen über seine Vergangenheit, munterte ihn auf.
Er schlug eine weitere Seite offen, dennoch wissbegierig die Wörter verschlingend und immer tiefer in die Materie eines Schattens eindringend.
Es war, als würde er Kapitel aus seinem Leben lesen, als wäre all das, was da stehen würde, von ihm abgeschaut.
Die Stunden vergingen, schlaf hatte er schon lange nicht mehr.
Zuviel war geschehen, zuviel sah er in letzter Zeit.
Sein Freund, Khazkal, er war Gefangener gewesen der Gefährtinnen des Waldes.
Große Schlachten taten sich auf, viele Opfer fanden die Schwerter der Feinde, das Blut tränkte den Boden und färbte den Rasen rot, auf dem gefochten wurde.
Und nur wenige Schritte weiter war seine geliebte, hochschwangere Frau Inara, zwar in Sicherheit, doch es wäre nur eine Frage der Zeit, bis der Krieg auch Sie erreichen würde.
Vor Bajard, genau vor seinem Hause, wurde das Gelände der Rosen von Söldnern angegriffen,deren Gebäude in Schutt und Asche gelegt. Nur wenige Zeit später fand eine weitere Schlacht zwischen Varunesen und Rahalern statt, direkt vor dem Grabe seiner verstorbenen Gattin Stephanie.
Und zuletzt musste er angewiedert ein Ritual mitverfolgen, was etwas großes erschaffen würde. Etwas, was Rahal gegen Varuna einsetzen würde.
Es war ihm zuwider, das Gewinsel und Geflehe der Gefangenen zu beobachten, die wohl geopfert werden sollten und er verliess Rahal.
Khazkal war frei, er verhandelte über den Köpfen der anderen einen Vertrag mit den Gefährtinnen aus. Es musste so sein und er würde der Burg zugute kommen, Khazkal erkannte jenes wenigstens.
Doch die Zeiten waren im Wandel, so auch für den Schattenlord.
Die Zeit war reif, er erreichte die letzte Seite des schwarzen Buches und schloß es langsam.
Nachdenklich wirkte er, die Entscheidung war getroffen, die Würfel gefallen.
Er musste sein Erbe antreten und den Wandel der Zeit kontrollieren. Es ging nicht anders, es musste so geschehen und eines wusste er:
Er würde es nicht alleine schaffen können.
Die Erben der Schatten müssten zusammengerufen werden und der Welt eine längst vergessene Organisation zum Schutze des Gleichgewichtes geben, auf das ewiges Chaos verhindert werden kann.
Verfasst: Samstag 19. Mai 2007, 10:41
von Lilia Ater
Ein Summen, ein hölzern-fleischiger Knall, ein Röcheln.
Die Katana hob sich langsam in die Luft.
Blut tropfte langsam auf den Boden.
Dunkelrot.
Zwei schwarze Gestalten versuchten hinter sie zu kommen.
Ein Wirbeln, ein Schlagen.
Ihre Arme hatten Schnitte abgefangen, üble Narben würde das hinterlassen.
Das Haar lag blutig in ihrem Gesicht.
Die Katana durchbohrte eine der beiden Gestalten, ein Griff zum Dolch des Opfers und mit einem letzten akrobatischen Kraftakt musste der überaschte zweite Angreifer ebenso die Klinge spüren. Die beiden Personen sackten ineinander und schienen nicht sofort umzufallen.
Mit einem hasserfüllten Gesicht warf sie schließlich die beiden Opfer um, ein dumpfer Knall und die letzten der vier Krieger waren tot.
Das Gift hatte seinen Beitrag geleistet.
Niemals hätte sie allein vier Angreifer sonst erledigt.
Müde und noch immer überrascht stand ihr ehemaliger Meister noch da, auf seinen Stock gestützt. Der Dolch in seiner Seite, hineingerammt von seiner eigenen Schülerin, schien ihn nicht mehr zu stören. Mit langsamen Kopfbewegungen, sichtlich erschüttert blickte er auf Vyra auf.
Sie stand da, ihr freudiges Lächeln längst erloschen, wie eine Art Schlächter. Lächelte ihrem einstigen Meister direkt ins Gesicht.
"Keine Angst, sie hat nichts davon gesehen" meinte sie mit einem Grinsen und ihre Hand griff nach dem Dolch in seiner Seite. "Noch nicht..."
Der Meister hob seine glasigen Augen auf sie. Eine Erkenntnis schien darin aufzublitzen. Er zwang sich zu einem Lächeln.
Ihre Augen füllten sich mit Wut.
Warum lächelte er?
Dann drehte sie den Dolch. Es war vorbei.
Noch ein letzter Blick, ehe sie für so lange Zeit schlafen würde... unerwartet lang...
...der Traum war so tief und erschütternd, so dunkel gewesen, doch Vyra wusste tief in ihrem Inneren, dass... Sie erwachte auf einem Pferd, dahinreitend, und sie war nicht allein. Was sie eben zu wissen glaubte, war wieder verblasst.
"Nun?" meinte ihre eigene Stimme "wach?"
Vyra war noch etwas in Gedanken. Es war schwer sich daran zu gewöhnen, in seinem eigenen Körper eingeschlossen zu sein.
"Wer bist du eigentlich?" fragte Vyra schließlich jene Person, die sich ihres Körpers bemächtigt zu haben schien. Doch keine Worte kamen aus ihrem Mund, eher war es ein Gedanke, den die Besitzerin ihres Körpers nun beantwortete:
"Ich bin. Und du... solltest gar nicht mehr sein"
Vyra verstand nicht.
"Was ist daran so schwierig?" meinte die Stimme und sie spürte wie die Wut in ihr aufkochte. Wut, die Vyra zwar mitempfand, aber in Wirklichkeit gar nicht ihre eigene Emotion war.
"Ich habe dich erfunden! Du bist nicht real! Verstehe endlich!"
Ungeduld. Keine Eigenschaft eines Schattens fuhr es Vyra durch den Kopf.
Ihr zweites Ich lachte auf. Schatten! dröhnte ein entzückter Gedanke in ihrem Kopf auf. Die Wut brodelte heiß. Das Wort Schatten hob tiefe Hassemotionen in ihr hoch. Hass und... war da etwa noch etwas?
Weißt du nicht, Vyra? Die Schatten sind alle tot. Wir haben sie umgebracht.
"Noch nicht alle" dachte sich Vyra als Antwort trotzig. Immer noch versuchte sie jenes dumpfe und kleine Gefühl zu verstehen, welches tief unter Tonnen von Hass begraben schlummerte. Ihr Gegenüber schien eine Schwäche zu haben.
Falls man jene Person, mit der man einen Kopf teilt, ein "Gegenüber" nennen kann?
Amüsiert gab ihr Körper inzwischen dem Pferd die Sporen, schüttelte kurz den Kopf und meinte dann zu sich selbst: "Zeit zu schlafen."
Ein Machtwort.
Vor Vyra wurde die Welt zwar schwarz, aber jene Person, die sie nun zu kontrollieren schien ritt weiter auf die schwarzen Zinnen Rahals zu.
Es galt Vorbereitungen zu treffen.
Der letzte Schatten musste sterben.
Und jener war in Eisenwart.
Sie grinste. Sie wusste von ihm.
Verfasst: Montag 21. Mai 2007, 21:54
von Malachai Schwarzmourne
Die Zeit wurde immer knapper. Deutlicher wurden die Zeichen des Wandels, überall sah man sie.
Beginnend in Rahal.
Jene, die in einem Ritual Menschen opferten, in einem Kreis, angeführt von diesem Schein namens Alkas. Sie beschwörten etwas, etwas großes, etwas, das Varunas untergang besiegeln sollte.
Es war widerlich, gar abstoßend, dies anzusehen, man drehte sich, schmiss die schwarze Robe, die man ihm gab, um der Zeremonie beizuwohnen auf den Boden und verliess Rahal.
Doch damit nicht genug. Das Unheil, das Beschworren wurde, breitete sich in Varuna aus.
Häuser standen in Flammen, Meterhoch ragten die Feuersäulen über der Stadt und der Rauch verdunkelte sie, abschirmend zur Sonne, war es wie in tiefster Nacht.
Doch neben den vielen Schlangenwesen, die Unschuldige meuchelten, sich an ihren toten Körpern nährten, war das Feuer durch das Ritual Rahals entstanden in Form eines riesigen Drachens. Hungrig und Zerstörerisch bahnte es sich seinen Weg durch die Straßen, dabei alles, was nach Leben deutete, zu vernichten.
Verwirrte Menschen, ein Gardist, der fröhlich aufrief, den Drachen zu sehen, eine Frau, die das Leben eines Freundes über ihr eigenes stellte und jemand anderes, verstummt, im Gebüsche nahe der Taverne.
Es war schrecklick mit anzusehen, doch schrecklicher, als der Drache fiel.
Eine verschwommene Gestalt, sie stellte sich als die Retterin hin, wohl Temora selber, die ein Schwert zum Siege übergab.
Wäre es eine Göttin, sie hätte nie soviel Leid zugetan und anstatt die Opfer zu betrauern, feierte man die Helden.
Doch durch des großen Krieges gewirr, wurden auch nicht die Kleinen verschont.
Gerade jene, die nicht dieser Schlacht zwischen den selbsternannten Guten wüteten, mischten sich ein in Form einer Besatzung.
Menekur hiess hier das Übel.
Sie schickten Mannen nach Bajard, entkräfteten den Bürgermeister und beschlagnahmten sogar sein Heim...alles natürlich zum Schutze Bajards.
Welch scheinheilige Aussage.
Denken Sie wirklich, dass Rahal sich nun von Bajard abschrecken lässt. Dass sie klein beigeben und das neutrale Gebiet nun als das besetzte des Wüstenvolks ansehen werden?
Sicherlich nicht.
Es wird eskalieren und Rahal wird Truppen nach Bajard schicken.
Es ist schon fast wie ein Geschenk für sie.
Während sonst die brennende Wüstensonne und die goldene Stadt Menekur diesem Reich Schutz bot, lauern nun all ihre Soldaten hinter einem kleinen Holzwall in einem Fischerdorf.
Rahal könnte von 2 Seiten aus jenes Dorf überrennen, das Wüstenvolk abschlachten und wenn sie in gutem Gemüte sind, gleich weiter gen des Schutzlosen Menekurs ziehen, die ihre Großarmee nach Bajard schickten.
Es war alles verwirrend. Überall änderten sich die Machtverhältnisse und es war Zeit, einzutreten.
Doch nicht alleine....es musste einiges getan werden...es musste jemand gefunden werden. Jemand, den der Erzeuger jenes Schattens beschrieb als das Übel der Schatten.
Eine Person, welche seinesgleichen tötet, unwissendlich, aber es dennoch tut. Er wäre auch ein Ziel, dem wurde er sich langsam bewusst und er musste Handeln, denn Zeit war knapper, als sie zu sein scheint.
Die Schatten erheben sich und löschen den Rest ihrer feindseeligen Vergangenheit aus und eine neue Art der Machtverteilung wird auf den Großinseln Alathairs herrschen. So ist es das Schicksal, so wurde es bestimmt.
Verfasst: Dienstag 22. Mai 2007, 12:33
von Drakh Nakorrh
Hoch erhoben sich die Zinnen von Rahal vor ihrer kleinen Gestalt. Der Himmel war bedeckt mit düsteren Wolken und kleine Laternen brannten in der Stadt. Keine Wachen waren zu sehen, doch man hörte irgendwo das Knurren eines unbekannten Tieres im Wald.
Wie ein Vogel, so schnell flog sie durch das erste Stadttor und als sie zum zweiten kam und plötzlich nach links sah, sah sie einen großen Schatten auf sie zukommen.
Angst durchfuhr sie. Angst ist etwas, dass man im Traume nicht bekämpfen kann. Ob man ein Mensch ist, ein Dämon oder gar ein Gott wohl, Angst im Traume hat immer die volle Stärke. Drakh schritt einige Schritte zurück als der große Schatten sich über sie erhob und zwei Augen zu glühen anfingen.
Dann fuhr seine Hand, gehüllt in Metall zur Seite und sie blickte in jene Richtung. Dort kam plötzlich eine Lethra aus dem Schatten. Sie blickte gerade auf Drakh, und man sah in ihrer linken Hand einen Dolch, in ihrer Rechten jedoch...
Ein Kopf. Abgetrennt beim Hals.
Der Kopf des Feindes.
Drakh Nakorrh erwachte. Sie hatte nach Rahal zu gehen, denn dieser Traum war bereits der dritte in einer Tour.
Bald schon betrat sie auch die Stadt und siehe da, Rayrrak kam von links auf sie zu. Jenes Gebilde aus ihrem Traum, der sie zu jener Lethra führen musste.
Und bald schon hatte sie Rayrrak vom Traum erzählt, und er versprach ihr eine Audienz bei einer Auserwählten zu geben.
Es ist gut seinen Träumen zu folgen.
Ein langer Tag hinter ihr, öffnete sie ihre Schwefeltasche und stopfte sich etwas davon in die Nase.
Nie wieder Blumenduft.
Nie wieder.
Verfasst: Mittwoch 23. Mai 2007, 00:37
von Drakh Nakorrh
Die Lethra. Sie hatte nicht erwartet sofort jene Lethra zu sehen, der sie schon einige male begegnet war, doch scheinbar war ihr gar der Segen des Panthers zuteil. Es war diese Lethra namens Velvyr'tae welche zum Glück auch jenen Dolch mithatte, den sie auch damals trug. Eine gute Sache
Unterwürfig hörte sie sich an, während der Schwefel angenehm an ihrer Haut biss, was Velvyr ihr für eine Aufgabe gegeben hatte. Bajard ausspionieren?
Die Gefangene in ihr schrie auf. Bajard! Nicht Bajard!
Sehr schön. Seeehr schön. Der Auftrag war leicht. Sie hätte auch sofort aufzählen können, was die Lethra verlangte, doch es war nicht klug, seine eigenen Fähigkeiten gleich Preis zu geben. Sie kannte Bajard wie ihre Westentasche, dank ihr
Sie klopfte gegen eine virtuelle Wand. Gefangen im eigenen Ich schrie sie auf. Bajard hatte sie lieb gewonnen
Selber Schuld, Schatten. Hieß es nicht, lasse dich nirgendwo nieder? Hieß es nicht, der Nemesis ist wichtiger als trautes Heim?
Närrin!
"Alles über Beldan Scherenbrueck"
Der Name erreichte als Schall Drakhs Ohren und bildete einen Widerhall in ihrem Kopf. Beldan... Beldan...
Auch die Gefangene hörte den Namen, und presste nun mit aller Gewalt die virtuelle Türe zu die Drakh durchbrechen wollte... Niemals würde sie kampflos einen Freund verraten! Niemals würde sie ihr dieses Wissen geben... doch... der Kampf...
...war umsonst. Trotz der kurzen Schmerzen, die die Gegenwehr der sterbenden Gefangenen im eigenen Kopf verursachten, offenbarte sich das gesamte Wissen über Beldan in Drakhs Kopf.
Alles was sie wusste, wusste nun Drakh auch.
Ja, es würde ein schönes werden, Beldan ausfindig zu machen. Was er gerne trinkt und isst. Was er zu tun pflegt. Ja... es wird schön... wenn jene sterbende Gestalt stumm an den nicht existierenden kahlen weissen Mauern ihres Kerkers zusammensackt und langsam den Geist aufgibt, die Hoffnung aufgibt, jemals wieder Herr über ihren eigenen Körper zu werden.
Sie war erschöpft und weinte bitterlich. Kraftlos sah sie sich in ihrem Gedankenkerker um, einem kleinen steinernen Raum, mit einem Fenster udn einer Türe, doch sonst nichts. Und aus dem Fenster kamen Bilder, die sie nicht sehen wollte, doch wenn sie gezwungen wurde, konnte sie sich nicht wehren...
Drakh betrachtete sich selbst im Spiegel des Messers, welcher am Tisch von Rayrrak lag um es der Lethra zu zeigen, und ließ sie auch mitsehen. Schmerzen durchfuhren sie in ihrem Gefängnis, wie sie ihr eigenes Gesicht deformiert sah, gelblich bleich, aufgekratzt, voller Schwefelpuder, und aggressiv geschminkt...
Doch Drakh lächelte.
Sie grinste voller Freude und Hohn ihrer eigenen Gefangenen entgegen. Wohl wissend, dass diese nun noch stärker an Hoffnung verlor.
Nicht Beldan...
Verfasst: Freitag 25. Mai 2007, 14:33
von Velvyr´tae
Das leise Scharren von Stein auf Stein, unterbrochen durch eine Schicht aus intensiv riechenden Kräutern, wirkte hypnotisch. Die Eintönigkeit der Arbeit wurde nur unterbrochen um eine weitere Handvoll Reagenzien in den Mörser zu streuen. Vorbereitungen für die Versuche des Lethyr, geschützt durch eine lederne Maske. Dennoch ließ der beißende Geruch der Schwefelasche ihre Augen immer wieder tränen.
Schwefel..sie hatte penetrant danach gestunken, die Haut gelblich verfärbt.
Wie stets, wenn sie an die Frau dachte die sich Drakh Nakorrh nannte, entstand eine steile Falte zwischen den onyxfarbenen Augenbrauen der Lethra. Irgendetwas war an diesem Mensch, etwas das sie nicht verstand. War es die Widersprüchlichkeit des anfänglich unterwürfigen Auftretens und dieses falschen Lächelns? Oder der Blick in Menschenaugen, deren Tiefe und Verdorbenheit das Äußere Lügen strafte?
Ich sah eine Auserwählte mit einem Dolch und dem Kopf meines Feindes.
Mit jedem Wort, das die Frau von sich gab, war sie misstrauischer geworden. Eine Gemeinschaft Ungläubiger, ein Auftrag. Ein Überlebender. Und sie selbst, als Mittel diesen zu jagen, zu töten. Drakhs Geschichte war irrational, der Traum ließ die empfindliche Waage weiter zum Wahnsinn, zur Lüge kippen. Doch, was war an dieser unscheinbaren Frau? Eine leise Stimme mahnte die Lethra zur Vorsicht. Solange sie die Hintergründe nicht kannte, war alles möglich. Und den Schleier herab zu ziehen, das Geheimnis zu ergründen, war verlockend. In jedem Fall konnte sie die Gelegenheit zu ihrem Vorteil nutzen. Sollten sich die Träume Drakh Nakorrhs als wahr erweisen, würde sie wieder auf die Jagd gehen. Ihr Dolch würde sich wieder in weiche Haut krallen, Blut für den Vater vergießen.
War die Frau jedoch eine Lügnerin, versuchte sie zu manipulieren…in diesem Fall würde sich die Klinge ein anderes Ziel suchen. Sie mochte es nicht, wenn man mit ihr spielte. Nein.
Bis sie Gewissheit hatte, würde Drakh jedoch ein nützliches Werkzeug sein. Was immer sie antrieb, im Augenblick musste sie das Vertrauen der Lethra erringen. Auch wenn Velvyr’tae nicht vorhatte, ihr dieses zu schenken, war ein solches Ziel doch ausgesprochen dienlich. Zwei Tage waren seit ihrem Aufeinandertreffen vergangen, es wurde Zeit den ersten Lohn einzutreiben.
Verfasst: Freitag 25. Mai 2007, 20:57
von Malachai Schwarzmourne
Die Lage in Bajard spitzte sich zu. Anschläge und Hetzbriefe machten nach und nach die Runden und die menekanischen Besatzer waren mehr als nervös.
Kontrollen, überall kontrollen, wohin man ging. Es schien, als traute man niemanden und auch die genaue Seite des Bürgermeisters war nicht mehr zu erkennen. Wirkte er anfangs, als würde er gegen diese Besetzung sprechen, scheint er es nun doch zu geniessen.
Wer weiß, was Beldan wirklich denkt und vor hat?
Egal was, es war im Augenblick nicht bestandteil der Dinge. Eine Person war der Grund, warum er nach Bajard kam. Nicht nur irgendwer, sondern die Bibliothekarin de Lopasz.
Er suchte jemanden, er musste die Person finden, ehe Sie ihn finden würde, ehe Sie seine hochschwangere Geliebte Inara finden würde.
Jene Person, verantwortlich für die Morde an viele seiner Gleichgesinnten, mag er sie zwar nicht kennen, fühlt er den Schmerz in sich, spürt er es, wenn einer die hiesige Welt mit seinem Leben verliess.
Dieser Mörder musste gefunden werden, es musste jagd auf ihn gemacht werden, ehe man jagd auf einen selber macht.
Ja, die Beute...das Opfer...der Jäger und der Sammler.
Jene Rollen waren da, doch welche waren besetzt und vorallem, wer besetzte sie?
Malachai flogen die Gedanken durch den Kopf.
Ist es möglich, dass der Mörder schon auf seiner Fährte war wie die Bluthunde hinter dem Fuchs?
Kann es sein, dass Augen auf ihn gerichtet sind, ohne das er es weiß?
Nein.
Der Attentäter hätte die Gunst der Stunde schon genutzt, zu oft war er alleine, zu oft war er durch die menekanischen Besatzer unbewaffnet.
Doch er tat es nicht und so blieb ihm Zeit, Zeit, fragen zu beantworten, Zeit, Lösungen zu finden, ehe es jemand anderes tun würde.
Verfasst: Sonntag 27. Mai 2007, 16:12
von Malachai Schwarzmourne
Es schien ihm lange vorzukommen, als er auf die Nacht wartete. Doch angesichts der vielen Truppen der Menekaner, konnte er nicht maskiert in Bajard eindringen. So blieb es ihm, auf den Schutz der Dunkelheit zu hoffen, um dann unbemerkt eindringen zu können.
Langsam senkte sich die Sonne und mit jeder Sekunde, wurde es dunkler um das Fischerdorf.
Die ersten Lichter wurden gezündet, während die Wachen ihre Ablösung bekamen.
Das war der richtige Moment.
Er schlich durch die Sträucher, hinter der Taverne lang, zwischen jenen Häusern um dann schnell in die Bibliothek von Vyra zu flüchten.
Schwarz wie die Nacht gekleidet, schaut er sich langsam um.
Sie schien nicht da zu sein, verdammt. Wo mochte sie bloss sein.
Egal, vielleicht sollte er warten.
Langsamen Schrittes ging er an den Regalen vorbei, nur das leichte knarzen des Holzboden liess ein Geräusch verkünden.
Er musste nicht vorsichtiger sein als sonst, im Gegenteil, wollte er doch, dass die Hausherrin weiss, dass er da ist.
Seine Fingerkuppen streichen langsam +ber die Buchrücken der Bücher in den Regalen.
"Amphibien der heutigen Zeit"
"Tierwesen und die Wirkung magischer Kräuter"
"Das Leidwesen eines jungen Mannes"
"Geschichten der alten Zeit" und so weiter waren einige der Titel.
Die Schrift, das wusste man, war die Möglichkeit, Wissen zu bündeln und für jeden offen zu legen, der bemächtigt ist, Sie zu lesen.
Weiter tiefer drang er in den Raum ein, kurz beobachtend die Bücher auf den Tischen. Er lehnte den Stuhl zur Seite und setzte sich. Sein Blick schwifte von einer Ecke zur anderen.
Es war ein wenig chaotisch hier, dachte er sich, doch das ist wohl normal in einer Bibliothek, welche oft als Suchort für viele Fragen gab. Wenn man wie verrückt ein Buch nach dem anderen herausholt und die Antworten begierig zu finden versuchte.
Ja, wer weiß, wieviele Menschen hier ein und ausgingen, um ihre Hoffnung wahr werden zu lassen, um vielleicht eine Last von den Schultern zu bekommen, um Wissen zu erlangen oder aber auch nur, um sich an Geschichten zu erfreuen.
Er lehnte sich leicht zurück in den Stuhl, als ihm etwas ins Auge stach.
Es war eine goldene Kiste, in der hinteren Ecke eines Regals. Kaum erkennbar, funkelte leicht nur die Seite davon.
Er stand auf, lautlos, als seie die Kiste eine Gefahr und sie dürfe nicht wissen, dass er Sie entdeckt habe und nun geradewegs auf Sie zu ging.
Der Boden knarzte nicht mehr, es schien, als würde jene schwarze Gestalt über jenen gleiten.
Dann stand er davor, hob sie hoch und begutachtete sie kurz. Es war nur ein Augenwink, den er dafür verschwendete, ehe er sie zur Seite stellte und wie besessen auf das schaute, was darunter lag.
Ein Buch, so unscheinlich, so alt und zerflettert, als würde es niemanden geben, der es interessiert. Doch dem war nicht so.
Er nahm es, der Buchband schien in ihm Erinnerungen zu wecken. Er hob es hoch und lass den Titel:
"Der große Archimort"
Er stockte. Konnte es wahr sein, dass eine solche Aufzeichnung zufällig in diese Bücherei gekommen ist?
Nein. Niemand, der um dessen Inhalt weiß, würde es verkaufen oder gar verschenken. Er blätterte einige Seiten durch. Ja, ohne Zweifel, es war das, was er kannte, es war eine Originalausgabe...aber wer...
er hielt inne, für einige Sekunden, schloss die Augen, um sie kurze Zeit später wieder zu öffnen und schlug die erste Seite auf.
"für Nayeena Lopasz"
Nayeena....Nayeena....das ist Sie. Das verfluchte Mädchen. Jenes, welches die Saat des Nemesis in sich trug. Jene, welche gefunden und gar getötet werden müsse.
Doch warum....warum war nur dieses Buch hier.
Sein Augenmerk wandte sich vom geschriebenen ab, auf einen Stapel an Pergamenten, welche unter dem Buch lagen. Er nahm sie, er lass sie und mit jedem weiteren Wort schien das Entsetzen sich auf sein Gesicht breit zu machen.
Als er fertig war, schaute er hoch.
Ja...das passte....das ist es. Ich weiss jetzt um deren Geheimnis...ich weiß...
er stockte.
Was weiß ich?
Es schien wie vergessen. Er wusste, dass er gerade was gelesen hatte, was ihm klarheit verschaffte, doch er vergass es. Er vergass es innerhalb weniger Sekunden.
Abermals hielt er sich die Zettel vor der Nase, abermals lass er es und wieder machte sich das Entsetzen breit, wieder erfuhr er die Wahrheit und wieder, vergass er Sie sofort, als er es zuende lass.
Welch böser Fluch mochte auf jene Zeilen liegen? Welch Magie liess den Leser alles vergessen, was er lass.
Es vermochte ein starker Zauber sein. Selbst nach dem zehnten Male lesen, konnte er jene Worte nicht innebehalten. Selbst als er eine Abschrift versucht hat zu fertigen neben dem lesen, vergass er es wieder, wenn er sie las.
Es musste ein Bannbrecher gefunden werden. Er steckte die Pergamente zu dem Buch ein und liess sie unter seiner Robe verschwinden.
Selbst wenn er vergessen hat, was darin stand, er wusste, er musste weg, sofort und er durfte jene Sachen nicht hierlassen.
So ging er hastig, schaute aus den Fenstern und als er keinen zu deuten schien, verschwand er aus der Tür hinaus durch die Seite an der Taverne entlang durch die Gebüsche, zurück zu seinem Hause.
Nun war es, einen Magier zu finden, der ihn jene Schriften deuten kann und den Fluch von jenen nehmen, der darauf lastete. Denn innerlich wusste er, dass er dieses Wissen brauchen wird für den Kampf, dem ihm bevorstehen würde.
Verfasst: Sonntag 27. Mai 2007, 16:25
von Vyra Lopasz
Rückblick
Der Meister kam aus dem Laden mit den komischen Gerüchen wieder heraus. Er beugte sich hinab zu Vyra und lächelte sie an. Dann drückte er ihr ein kleines Buch in die Hand.
"Das ist von deiner Mutter" sagte er. "es ist für dich geschrieben"
Vyra schluckte. Dann nahm der Meister noch einige Pergamente und klemmte ihn zwischen die erste und zweite Seite.
"Und das, das ist die Hoffnung aller Schattentänzer. Bewahre es dein Lebtags dort auf, wo du arbeitest. Es wird dich hüten wie ein Stern in der Nacht den Verlorenen führt"
Die kleine Vyra nahm mit einem stummen Nicken das Buch an sich und presste es an ihre kleine Brust.
Verfasst: Sonntag 27. Mai 2007, 16:33
von Drakh Nakorrh
Wieder saß sie in den kühlen vier weißen Wänden ihres mentalen Gefängnisses, hinausstarrend über das einzige Fenster in die Welt, in der nur mehr Drakh Nakorrh existierte. Sie hatte tagelang geschrien, war gegen die Wände gesprungen - aber wie sollte sie etwas vernichten, was gar nicht existierte?
Sie war eine Gefangene.
Als Drakhs Blick bei dem Regal vorbeifiel und sie es durch das kleine Fenster sah, wurden ihre Augen weit.
Da fehlte was.
Da fehlte das Buch welches sie als Kind von ihrer Mutter erhalten hatte.
Da fehlte vor allem das Pack Pergamente, der immer unter diesem Buch gelegen hatte, seitdem sie denken konnte. Die wichtigsten Pergamente der Welt. Sie waren ihr wichtig, auch wenn sie sich nie sicher gewesen ist, was darauf stand.
Doch jedesmal wenn sie es gelesen hatte, war sie beruhigt. Jedesmal wenn sie jene Pergamente angestarrt hatte, erfüllte sie ein Hauch Freude.
Selbst wenn sie sich nicht sicher war, was genau darauf gestanden sein mag.
Wer hatte es entwendet? Aber lieber dachte sie nicht darüber nach. Was auch da geschehen sein mag, Drakh bemerkte das Fehlen nicht. Offenbar war Drakh zum ersten Mal etwas entgangen... oder wusste sie nichts von den Pergamenten? Lieber nicht darüber nachdenken.
Sie hört womöglich mit.
Hastig suchte sie nach dem Schwefelsack. Man konnte von Schwefel süchtig werden? Sie hatte keine Ahnung. Doch erst, als das gelbe Pulver an ihrer Haut lag, ihre Nase umspielte, und die Welt als solches nicht mehr zu riechen war, war Existenz erträglich.
Dunkle Gedanken formten sich in ihr. Hass und Tücke umspielten ihr Wesen, als sie dann langsam ihren heutigen Bericht auf Pergament bringen wollte.
[url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=21106]Der erste Bericht an ihre Auftraggeberin[/url] war ja schon erledigt.
Nun folgte der zweite.
Verfasst: Sonntag 27. Mai 2007, 16:58
von Dantian Nibilus
Dantian saß in seinem Bretterverschlag, dem kleinen Laden für alchemistischen Bedarf, und war gerade dabei einen Krähenfuß zu zerhacken. Sein altes Buch für Rezepte und Arkankunst hatte er auf dem kleinen Tisch aufgeschlagen. Er entzündete mit einer routinierten Bewegung den Köcher und kramte in seiner Kiste herum..
Am Haus, das unweit von der Bibliothek stand, war ein Schild angebracht, das ihn als Alchemisten und Arkanforscher auswies.
Verfasst: Freitag 1. Juni 2007, 21:31
von Malachai Schwarzmourne
Lange saß er an diesen Unterlagen, die er hat mitgehen lassen in der Bücherei von Bajard...in Vyras Bücherei. Stetig und immer wieder laß er es, ein Licht ging ihm auf, doch als er sich entsinnen wollte, was es war, vergaß er es sofort wieder.
Ein Magier musste her, jemand, der Flüche und mächtige Bannzauber brechen konnte. Doch wer sollte es sein?
Ein Fremder, könnte er einem Fremden vertrauen?
Oder jemand ihm bekanntes, Gefahr zu laufen, dass jene Person, wenn Sie den Bann gebrochen hat, ein Geheimnis erfährt, was auch ihn entlarven konnte.
Viele Stunden saß er noch an jenen Zeilen, doch geholfen hat es ihm nichts.
Er war abermals gezwungen, eine Entscheidung zutreffen, er musste Sie treffen und ja, er tat es auch.
Er entsann sich an ein Haus in Bajard, von einem Alchemisten und Arkanenforscher. Er war ihm unbekannt, gewiss, doch er könnte lügen, dass er jene Zeilen fand oder gar geerbt hätte. Unter einen falschen Namen bedacht, könnte es klappen.
Er steckte alles zusammen und schaute hinaus. Es war zu hell, er musste warten, abermals warten, bis die Nacht hereinbrechen würde.
Verfluchter Tag.
Verfasst: Montag 4. Juni 2007, 21:38
von Malachai Schwarzmourne
Es war Nacht. Der Mond wurde bedeckt durch die Wolken am Himmel. Der Wind stand still und nur leise waren die Tiere des Waldes zu vernehmen. Die Menekanischen Truppen sind von dannen gezogen und solangsam zog es die üblichen Leute in das Fischerdorf Bajard.
Alles schien still, nur einige Trunkenbolte kamen oder gingen in die Taverne, man feierte ausgelassen und erzählten sich die neusten Amenmärchen.
Dabei war es egal, ob es vom Bauer Fritze handelt, der in seiner Tollpatschigkeit mit seiner Harke einen Drachen erlegte oder der Postapokalyptischen Warnungen, dass doch bald das Ende der Welt bevorstünde.
Es war das selbe, jeder schien in seiner Welt zu leben, zu träumen...naja...in deren Sinne eher zu saufen.
Doch da wandelte ein einsamer Mann, hager und in dreckiger Kleidung, durch die Straßen Bajards.
Er wusste, dass er beobachtet wird. Man sagte es ihm, als er den Auftrag bekam. Doch er wusste nicht, von wo aus. Er sah jene schwarzverhüllte Gestalt nicht, welche auf den Dachziegeln des Turmes der Kirche stand und seinen Boten beobachtete.
Zu wichtig war es, was er tun sollte, zu wichtig war, was er austragen sollte.
Er hätte es selbst bringen können, doch zu gefährlich war die Unwissenheit über das, was in jenen Zeilen stand. Zu ungenau, ob Sie ihn entlarven könnte.
Er wollte nicht eine stehende Zielscheibe sein, wenn jemand in den Zeilen liesst, wer vor ihm steht. Er konnte es nicht.
So, ja so könnte er in jenem Falle den Fluchbrecher umbringen, wenn es sein müsste. Er hoffte, dass dies erspart bliebe, doch im schlimmsten Falle....
Der Bote erreichte dir Tür. Er klopfte einmal leicht, dann einmal kräftiger und wartete ab.
Würde Dantian die Tür öffnen, jenen Boten hinein bitten, so würde ihm der Bote erzählen, was sein Auftrag seie.
Er würde ihm sagen, dass sein Herr jene Rollen und Schriften fand, doch ein Fluch auf ihnen liegen möge. Das er stetig, wenn er es gelesen hat, vergessen würde, was darin stand und er nun nicht wüsste, welche Bedeutungen jene Schreiben hätten.
Er würde noch anfügen, dass der Fluchbrecher niemanden etwas von den Schriften sagen solle, da unwissend, was darin stehen mag, auch für ihn eine Gefahr darstellen könnte und sein Herr das nicht wollte.
Die Belohnung, versprach der Bote, sei groß bei einem Erfolg und sein Herr würde dann kommen, um das Ergebnis zu sehen.
So wartete der Bote, unwissend, ob jemand ihm die Türe öffnen würde, während sein Herr weiter die Augen auf ihn gerichtet hatte, ebenso wartend, ob es klug gewesen ist, einen Fremden damit zu beauftragen oder ob er den Preis für Törrichtkeit bezahlen müsste.
Verfasst: Dienstag 5. Juni 2007, 14:07
von Dantian Nibilus
Dantian öffnete die Tür einen Spalt breit und sah hinaus.
"Koennt ihr das Schild nicht lesen? Es ist geschlossen", meinte Dantian schlaftrunken.
Der Bote jedoch berichtete sofort von der Dringlichkeit, und so lies Dantian ihn ein. Die Türe machte er hinter ihm zu und bot ihm mit einer Handgeste einen Platz am Tisch an.
"Kann man nicht einmal mehr ein Nickerchen halten.. worum geht es?", fragte Dantian sodann nach.
Der Bote erzählte von dem Anliegen seines Herren und legte unterdess die Pergamente auf den Tisch.
"Soso, ein Bannzauber, sagt ihr?", interessiert blickte Dantian zu den Schriften.
"Ja.. wenn die Belohnung stimmt, kümmere ich mich darum. Sag das deinem Herrn. Aber es wird nicht gleich morgen fertig sein, das soll er wissen.", sprach Dantian, während er die Gegenstände betrachtete.
"Nun geht.. euer Herr wird euch gewisslich schon entlohnt haben." Der Bote sah zwar etwas enttäuscht aus, ging sodann aber mit einem Gruß hinaus.
"Interessant..", sprach Dantian zu sich selbst. "Ich koennte fast glauben, das sei Hexenwerk".
Gemächlich schritt er zu seinen Bücherregalen. Er hatte einst eine gute Sammlung an Werken geerbt, was ihm oft zu gute gekommen war. Auch diesmal zog er den alten Folianten, eine Abhandlung über arkanes Wissen, aus dem Regal.
Lange Zeit blätterte er in dem Buch herum, ohne etwas wirklich hilfreiches zu finden. Doch dann.. in der Nacht, bevor er es fast schon aufgeben wollte, fand er eine Passage über die Versiegelung von Gegenständen.
Mehr als einmal studierte er diese Schrift ...
Doch es war nicht leicht.. das Siegel war alt und die Schrift nicht so aufschlussreich, wie er es sich wünschte.
Er verzweifelte..
"Hexenwerk!", schrie er und zeigte mit dem Finger auf die Pergamente, woraufhin er das sonst vernichtende magische Element auf seine Reise schickte.
Und die Pergamente erbebten kurz und rollten sich einfach aus.
Verwirrt starrte Dantian auf diese Schriften. Nach einigen Momenten setzte er sich jedoch an den Tisch, nahm die ihm neu erschlossenen Schriften zur Hand und las darin..
Verfasst: Freitag 8. Juni 2007, 16:57
von Vyra Lopasz
Als die Schriftrolle entfaltet wird, glänzen die Buchstaben kurz auf. Als wäre eine Schicht eines Zaubers vernichtet worden, bilden sich nun Buchstaben darauf.
Ich weiß ihr seid neugierig, was auf diesem Pergament geschrieben zu sein scheint, doch kann eure Neugier nicht befriedigt werden. Denn der Zauber welcher auf mir liegt, beschützt gar unwichtiges. Also geht weg! Seht weg! Ihr habt rein gar nichts herausgefunden.
Mehr schien das Pergament auch nicht offenbaren zu wollen. Mehr schien auf dem Pergament nicht zu stehen. Oder?
Es war klar, dass ein erneuter Versuch gestartet werden würde. Als schließlich auch die zweite Schicht des Zaubers entfernt war, offenbarte sich folgendes Schreiben:
Ich bin Meister Wargir, und mir obliegt eine schwere Bürde. Ich habe den Tod in mein Haus geladen, und ich weiß dass du mein Kind einmal dieses Pergament lesen wirst. Darum will ich dir dies zur Beruhigung sagen: Solange du dieses Pergament bei dir trägst, welches durch einen mächtigen Horteraspriester auf Wanderschaft versiegelt wurde, fürchte nichts und niemanden! Dein schlimmster Feind, dein Nemesis in dir ist ein Gefangener, das Böse in dir, wovon du am besten nichts wissen solltest, ist tot.
So höre mir zu meine kleine Nayeena Lopasz, höre genau was ich dir sage: ich hab immer gewusst dass die Schlange in dir steckt, doch ich habe einen Weg gefunden sie auszuspielen. Sie wird nie wieder erwachen, und wenn, wirst du bereit sein, sie zu bezwingen. Ein Fluch liegt auf dir, dass du nach einer Viper benannt worden warst, als erfundene Persönlichkeit einer manipulierten Person. Deine Mutter starb dich zu verteidigen, gegen jenen mächtigen Mann, der für dich verantwortlich ist.
Wenn du das liest, magst du bereits erwachsen sein. Ich will dir Mut machen. Denn nur das Gefühl von Mut und Freude wird dich nach dem Lesen dieser Zeilen durchfahren. Solange du lebst, wird der Nemesis keine Macht über die Schattentänzer erhalten. Und nun lächle, Vyra Lopasz, lächle mein Mädchen, denn dein Meister liebt dich, wie ein Vater. Und vergesse...