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Die Greifen

Verfasst: Montag 14. Mai 2007, 19:00
von Jonath Grauwind
Die Muskeln waren müde, die Knochen schmerzten. Jede Bewegung fühlte sich an wie eine Qual, während der Leib weiter zur Erschöpfung getrieben wurde. Das Handgelenk führte einen dumpfen Schmerz an den Geist als Klinge auf Klinge traf. Er war lebendig.

Die dunklen Wolken hingen vereinzelt vor der Sichel des Mondes und raubten der Nacht den letzten natürlichen Glanz. Die notdürftig in den Boden gestoßenen Fackeln ließen die Schatten der Männer des Banners und des im Aufbau befindlichen Lagers munter tanzen. Einzelne Schatten schienen im wirren Spiel der Flammen kaum mehr dem Körper, der sie warf, zu gehorchen. Anders die stumpfen Schwerter zweier Männer die sich vor den planenlosen Zeltgerüsten nahe des Lagerfeuers mit freien Oberleibern der Klingenbalz hingaben.
„Komm schon Bastard, Grinwulf hat dir mehr beigebracht.“, die hätschelnden Worte des größeren von beiden, dessen schulterlanges wüstes Haar und der sauber gestutzte Bart durch allerlei Experimente mit alchimistischen Tinkturen eine tiefblaue Farbe angenommen hatte, verfehlten ihre Wirkung nicht, als die Gedanken seines Kontrahenten sich von der Konzentration lösten. Um dem Stoss zu entgehen ließ der jüngere von beiden die Klinge an der seinen abgleiten und führte sie zur Seite.
„Er brachte mir nur bei, dass du das Glück zur Hure hast, Siebenschneid.“ Ein reflexartiges Pusten, um eine der schweißnassen Strähnen vor den hellblauen Augen fort zu stoßen, scheiterte vergebens, und nur ein Schritt nach hinten und ein Streichen mit der Linken befreiten die Sicht. Just um einen seitlichen Hieb von unten zu parieren. Sein Gegenüber hatte die Offensive übernommen und der Reigen trieb sie einige Schritt weiter.

Ein paar brauner Augen, von welchen sich eines hinter dem langen Seitenscheitel der Kastanienfarbenen Mähne verbarg blickte hin und wieder zu den beiden Streitenden. Die Flammen des Lagerfeuers spiegelten sich im freien Rechten wieder, warfen den Schatten des Mannes an das dahinterliegende Zelt. Wie auch der junge Mann, saß sein Schatten auf dem Abbild des Baumstammes und hielt in der linken ein dünnes Stück Gehölz, in der Rechten ein grobes Schnitzmesser. Direkt gegenüber von ihm, war ein weitere Mann, die Schultern mit dem roten Umhang der Greifen bedeckt, damit beschäftigt seine Klinge mit einem Schleifstein zu schärfen, das Rüstzeug lag bereits eingeölt in Leinen gewickelt zu seinen Füßen. Der Blick wirkte leer, als würde er kaum Nachdenken bei dem was er tat, die Routine hatte den Platz des Verstandes eingenommen. Ein leises Geräusch hinter dem schmaleren von beiden lenkte dessen Aufmerksamkeit um. Der Kopf ruckte falkenartig zur Seite und die Augen erfassten früh die Hand welche die Zeltöffnung beiseite strich. Noch bevor der Verstand eingeschaltet wurde, ruckte der Körper auf, nahm stramme Haltung an. „Achtung!“ ließ der junge Mann verlauten als seine Hand zum Salut zur Stirn wanderte. Ein leises Scheppern begleitete das erheben beider Männer am Feuer, als der zweite muskulösere und mit einem militärischem Kurzhaarschnitt gezierte sich mit ihm zusammen erhob.

Ein markantes Brummen aus dem Eingang des Zeltes kündigte für die anderen beiden Männer die Anwesenheit des Hauptmannes an. Das bärtige raue Gesicht mit der krallenartigen Narbe und den buschigen Brauen schenkte seine Aufmerksamkeit zuerst den Mannen am Feuer. Seine linke strich den Wappenrock zurecht, während die Rechte sich ebenfalls zu einem ruhig geführten Salut anschickte.

Nicht unweit der beiden, verebbten auch die metallischen Klänge der Streitenden, ein letztes langes metallisches Scharren als der schwarzhaarige die Klinge seines Gegenübers in Kreisbewegung umlenkte und dabei Schneide über Schneide glitt. Der Angriff war pariert, der Schritt zurück zum Lösen vom Gegenüber getan, als er die Klinge weit senkte und sich ebenfalls umwandte um eine strammere Haltung anzunehmen. Die Hand hob sich zur Stirn, dann traf Metall auf Knochen.

„Au..“ erklang es neben dem Hauptmann. „Beim haarigen Hintern des Daimonenfürsten, was für eine stinkende Sau hat denn dich denn geritten Bronn?“ Das Rollen der Augen des Hauptmannes zeugte von stiller Resignation während er sich langsam zu den beiden umwandte. Noch während der schwarzhaarige seine linke Hand schüttelte um den Schmerz von ihr zu treiben, versetzte die Rechte seinem schuldbewussten Gegenüber einen verärgerten Stoss gegen die Schulter. Der Anflug von Disziplin war verschwunden. Die stumpfen Klingen wurden ins Gras fallen gelassen, der größere von beiden hob beide Hände abwehrend und zum Zeichen der Aufgabe ein wenig empor. „Ganz ruhig Jonath...konnte doch nicht ahnen das du dich sofort umwendest. Gib mir nächstes mal wenigstens ein Zeichen.“ Jonath Blick verengte sich während die Zähne zusammengebissen wurden. Für einen Moment war der Hauptmann vergessen, bis er sich in die Erinnerung der beiden rief: „Du sollst nicht im Gefecht grüßen, Grauwind! Lass dir das eine Lehre sein.“

Eine kurze Stille folgte, Jonath spürte den Ärger in sich aufkeimen. Das Knistern des Feuers untermalte die Ruhe, das Wiehern der in der Nähe des Lagers grasenden Rösser gesellte sich hinzu. Bronn versuchte seine Haltung anzunehmen, Jonath tat es ihm gleich. Nur kurz trennten sich ihre Blicke bevor sie sich beide wieder fixierten, still ansahen. Und dann passierte das, was stets in solchen Momenten der Spannung zwischen beiden geschah. Das Lachen hob sich aus beiden Kehlen, die Anspannung wich der Erschöpfung, der Ansporn der Trägheit. Hauptmann Wolfsklaue presste die Lippen zusammen und betrachtete die beiden einen Moment. Er wusste nur zu gut das es nichts brachte sich über das Ungebaren seiner beiden Adjutanten aufzuregen. Er war noch nicht lange ihr Hauptmann, und die alte Kameradschaft der Gruppe lag allen noch in den Gliedern. Beinah hilfesuchend blickte er zu seinem Kundschafter am Feuer. Dieser versuchte nur notgedrungen ein weites Grinsen zu unterdrücken, gab damit seinem Gesichtsausdruck etwas groteskes. Cregan Wolfsklaue atmete tief durch.

„Männer, versammelt euch am....“ er stockte, als er am Kundschafter vorbei zum anderen Mann blickte der noch immer in strammer Haltung den Salut hielt. Brutus verdammt! Rühr dich.“ Dieses mal schwang resignierender Zorn in der Stimme mit. Ein Klang der alle Anwesenden darauf hinwies das sie sich nun auf dünnem Eis befanden was die Laune ihres Hauptmannes anbelangte. Schweigend, um seine Geduld nicht weiter zu strapazieren fanden die vier sich am Feuer ein, nahmen in einer Reihe Stellung. Bronns und Jonaths Brustkörbe hoben und senkten sich während ihre Leiber versuchten wieder zur Erholung zu kommen. Cregan wanderte die winzige Reihe ab, ein markantes Brummen begleitete seine Schritte.
„Und wo ist Malvin?“ Es hatte keinen Sinn mehr sich aufzuregen, das hatte Cregan erkannt, und er ergab sich wehrlos seinem Schicksal. Alle vier Männer zuckten gleichzeitig mit den Achseln. „Ich dachte er wollte in die Stadt reiten?“ Sagte Jonath dann ruhig. „Meinte er nicht Bajard?“ fügte Rothen an. „Dacht er wäre nur dabei sein Ross auszureiten.“ Bronns Stirn lag in Falten. „Hab ihn heut nicht mal gesehen“ Für Brutus stellten sich mehr Gedanken dazu nicht mehr.
Cregan stieß den Atem scharf aus. „Also niemand weiß wo er ist oder was er macht?“ Mürrisch und vorwurfsvoll traf sein stechender Blick die vier. Jonath tat es beinah leid. Er wusste das Cregan es derzeit in der frisch gewonnen Position des Hauptmannes mit keinem leichten Los zu tun hatte das Banner zu führen. Für die Kameraden war es schwer die alten Tage abzulegen als Cregan nur ein Waffenbruder gleichen Ranges war. Das Necken und die Sticheleien brachten kein gutes Ansehen außerhalb des Lagers, und sie taten gut daran sich dies stets in den Kopf zu rufen. Sie waren mehr als nur ein tölpelhafter Haufen, dass wussten sie nur zu gut. Doch derzeit war es gut die Sorgen der letzten Monate zu verdrängen, ein wenig Sorglosigkeit und Heiterkeit an den Tag zu legen. Es machte die bitteren Herzen wieder zu dem was sie waren und was sie verband. Funken der Hoffnung waren entflammt, die Treue untereinander wurde schon lang nicht mehr in Frage gestellt. Sie alle wussten das der neu aufgekeimte Konflikt Varunas mit Rahal sie schneller davon fegen konnte als es ihnen lieb war.

Dann erklangen die dumpfen Hufe eines Reiters, das Wiehern des Rosses als er die Zügel zog und die Stiefel in die Flanke drückte Fünf Paar Augen richteten sich auf den Reiter, der entschuldigend auf dem Rücken seines Mustangs saß und auf dessen Brust das Wappen der Greifen prangte. „Verzeiht Hauptmann, ich hoffe ich habe keinen Befehl für den Tag verpasst. Ich bin schon zur frühen Stunde nach Bajard aufgebrochen um mein Ross ein wenig auszureiten, und anschließend hab ich mich ein wenig in den Gassen Rahals umgesehen.“ Unsicher huschten Malvins Augen von einem zum anderen.

Der Hauptmann brummte nur kurz, nickte. „Bleib im Sattel Malvin. Ihr anderen rüstet euch und sitzt auf. Rothen du übernimmst die Spitze, Brutus, Malvin ihr reitet an meiner Seite, Jonath und Bronn ihr übernehmt die Nachhut. Wir reiten die Grenzen des Heiligen Reiches ab. Und das die ganze Nacht lang bis eure Beine und Hintern schmerzen und die Morgensonne euch zur Erlösung küßt. Wird Zeit das ihr elenden Hunde euch wieder an den Sattel gewöhnt.“

Ein einhelliges „Zu Befehl Hauptmann!“ folgte, die Disziplin war wiedergekehrt, zusammen mit einer Aufgabe die ihnen übergeben wurde. Kein Hadern, kein Widerspruch. Sie würden Reiten, und nichts erfüllte die Greifen mit mehr Stolz.
Es war eine weitere Nacht in der Jonath wusste wo sein Platz war. Seite an Seite, im Leben und im Tod.

Momente später, donnerten die Hufen über die Wiese, Stimmen sendeten ein „Ruhm und Ehre!“ in die Nacht, als Sechs Reiter mit wehenden roten Umhängen in die Nacht ritten.

Verfasst: Mittwoch 16. Mai 2007, 02:22
von Jonath Grauwind
Das Vorspiel

Die Provinz T´hralor im alumenischen Königreich, das Jahr 248, 16. Goldblatt


Die Kunde hatte sich in den letzten Tagen rasch verbreitet. Die Strassen von T´hralor füllten sich nachdem die Gerüchte sich in ihnen breit machten mit mehr und mehr Menschen. Ein Schuster legte einen Moment seinen Hammer bei Seite und blickte aus dem oberen Geschoss seines Fachwerkhauses über die lange Hauptstrasse ins Zentrum der Provinzhauptstadt. Der wolkenlose hellblaue Himmel, die grünen Hügel in der Ferne und die vollkommene Sonne des Tages ließen die aus weißem Marmor errichteten Gebäude des Adels im Zentrum erstrahlen. Und direkt in der Mitte von ihnen erhob sich die gigantische mit goldbeschlagene Kuppel des Sitzes des Hohen Rates, ein massives 20 Schritt hohes Gebäude in unschuldigem Weiß. Marmorne Säulen umringten das runde Fundament im Wechsel mit steinernen Statuen riesenhafter Helden des Königreiches, stützten Gebäude und Legenden gleichermaßen.
Verschiedenste Menschen, junge, Alte, Kinder, Frauen bildeten den pulsierenden Schweif eines Zuges von zwei duzend Berittenen, an deren Spitze zwei Männer der königlichen Garde ritten. Das Blau des Königshauses prangte auf ihren Schultern, die Rösser edelste Schimmel. Hinter ihnen, führten die restlichen Reiter, Soldaten mit dem Wappen des Hauses Arsenes auf wehenden Bannern und Waffenröcken, eine Gruppe von dreizehn Mann in ihrer Mitte. Die Hände waren in schwere Kettenglieder gelegt, der ein oder andere trug einen notdürftigen Verband am Körper. Allesamt wirkten heruntergekommen, die Wappenröcke waren zerschlissen, das Rüstzeug ihnen schon vor Tagen fortgenommen worden. Nur hier und dort konnte man ein kleinen Blick auf Reste des Wappentieres werfen. Für die Bevölkerung, das einfache Volk, war es nicht nötig es je gesehen zu haben. Es war in aller Munde wer hier zu Gericht geführt wurde. Unter dem Blick und den Rufen des Volkes wurden die Grauwölfe zu ihrem Schicksal geführt.

„Na endlich lädt man uns in diese ehrbare Halle.“ Entwich es Gorian, als sich die breite 6 Schritt hohe Doppeltür des Ratsgebäudes vor ihnen öffnete und eine grobe Hand ihn anwies weiter zu schreiten. Jonath bemerkte das er nicht der einzige war den Gorians Sarkasmus erreichte. Die anderen Grauwölfe um ihn herum schmunzelten ebenfalls. Die Nervosität und das Unbehagen blieben jedoch keinem der Söldner lang fern. „Sie haben uns sogar feinste Armbänder und Ketten umgelegt damit wir edel erscheinen können.“„Da hast du ganz recht Bronn.“ Erwiderte Jonath und hob den Blick starr zu einem der Soldaten des Hauses Arsenes, um ihm ein verachtendes „Sind sie nicht ehrbar und gütig?“ entgegen zu hauchen. Die Worte verfehlten ihre Wirkung, prallten nur an einem herblassenden Lächeln ab.

Eng zusammen in 2er Reihe, mit Ausnahme von Adgrav der als letzter gehen musste, führte man die Grauwölfe durch die Vorhalle in die Ratskammer. Zur linken und rechten erhoben sich die Tribünen des Volkes, ausgewählte hohe Herren und Damen, reiche Kaufleute und Offiziere hatten dort ihre Plätze rings um die Halle, blickten abfällig und mit tuschelnden Mündern zu den Gefangenen hinab. In der Mitte der runden Halle fiel das Licht der Sonne von der Mitte der goldenen Kuppel gradewegs hinab, und flutete eine weiße Eiche die sich im Zentrum aus dem Boden erhob, in gleißendes Licht. Drei Podeste standen dicht vor dem Richtbaum, Richter und zwei Abgesandte des Königshofs harrten dort mit nichtssagender kalter Mine.

Zwei Wachen hielten ihre Hellebarden gekreuzt vor dem Ende des Ganges. Die Wachen der Grauwölfe schlossen die schweren Türen hinter sich. Das Rauschen des Geredes, die zahlreichen Stimmen. Den meisten Grauwölfen wurde schwindelig. Es gab kein zurück, was nun auf sie zukam lag allein in der Hand der Götter. Dreimal Schlug die Kuppelglocke, dann kehrte eine Stille ein, die bereits von dem kündete was am Ende des Tages warten sollte.
Der Richter hob die Stimme, ein alter runzliger Mann, der Leib hatte sich dem Luxus hingegeben, pausbäckig und aufgequollen. Dennoch wirkte sein Gesicht stolz, und auch der Blick zeugte von innerer Stärke. Eigentlich ein Mann den sie für sympathisch gehalten hätten, doch für die Grauwölfe zählte nur noch seine Stimme die wie im Echo durch die Halle schallte.

„Der Hohe Rat T´hralors ist zusammengekommen um an dieser heiligen Stätte Gerechtigkeit walten zu lassen! Keine schändlichere Tat als jene des Majestätsverbrechens steht vor den Göttern zum Urteil.“ Ein Raunen machte sich breit. Die Farbe aus den Gesichtern der Grauwölfe wich. Majestätsverbrechen? Sie alle wussten was auf diese Strafe stand. Man klagte sie wirklich an gegen Reich und Krone gehandelt zu haben?
„Dieser elende Hund muß mehr Einfluß gehabt haben und Gönner als er je verdient hätte.“ Gorian spie auf den Boden, und erhielt als Dank einen Stoss in die Seite durch einen der Wachmänner.

Jonath Welt schien sich zu drehen. Wie konnten sie sie des Hochverrats bezichtigen? Grinwulfs Söldnerbanner hatte stets Seite an Seite mit den königstreuen gestritten. Sie hatten ihnen Ehre entgegengebracht und Respekt. Die meiste Zeit zahlte man es ihnen mit Spott und Misstrauen zurück. Söldner... das war ein schweres Los das sie gewählt hatten. Kaum standen die Verträge hielt man sie für Eigentum, wog ihre Leben im Wert von Gold auf. Grinwulf hatte die Truppe zusammengeschmiedet. Zwei Duzend Reiter und Drei Duzend Infanteristen. Und jeder einzelne sah zum Hauptmann auf. Er hatte sie aus Gossen geholt, von Gutshöfen und aus Waisenhäusern. Hatte jenen die sich aufgaben einen neuen Halt gegeben. Die Würde die ihnen zustand. Jeder einzelne von ihnen schuldete dem Hauptmann mehr als nur Dank. Jeder schuldete seinen Waffenbrüdern mehr als nur Dank. Durch Blut und Schmerz waren sie eine festes Band eingegangen. Wenn sie stritten, stritt das blinde Vertrauen neben ihnen und führte die Klingen in Gewissheit der Zusammengehhörigkeit. Das Banner der Grauwölfe war für sie Hort der Zuflucht geworden, Familie und Lebensinhalt.

Jonath konnte seinen Blick nach links und rechts über die Schulter werfen, was er sah waren Brüder. Und jeder von ihnen fürchtete das was kommen würde, und fürchtete das was bereits kam. Hochverrat schallte es in Jonath Kopf wieder. Verraten wurden nur sie.

Es sollte eine einfache Zurechtweisung sein. Graf Arsenes hatte zu den Fahnen gerufen um gegen Graf Staffos vorzugehen. Eine Beleidigung und eine Grenzübertretung samt Aneignung eines schmales Gebietes waren die Ursache gewesen. Der Befehl dazu kam nicht einmal von der Königin selbst. Der Graf war an Hauptmann Grinwulf herangetreten, der Vertrag kam zu stande, ebenso wie die unvermeidbare Schlacht zwischen beiden Heeren. Sture Blaublüter, von Machtgier korrumpiert. Arsenes hatte sich die ganze Zeit über abwertend über die Söldner ausgelassen, und hatte den Hauptmann nur widerwillig an seiner Seite weilen lassen um die Pläne für das Vorgehen im Feld durchzugehen. Grinwulf schäumte vor Wut als er einmal zum Lager zurück kam. Er fluchte über die Unfähigkeit im taktischen Denken des Grafen und seines Stabes, gab widerwillig den Fußtruppen der Grauwölfe den Befehl ins Feld zu ziehen. Arsenes verlangte das die Reiterei zurückblieb. Die Flanke der Grauwölfe im Feld blieb somit ungedeckt. Jedem war klar wie unnötig und töricht dieser Befehl war. Jonath würde nie mehr den Blick in den Augen Grinwulfs vergessen als er sie alle auf ihren Rössern verzeihend anblickte. Die Wärme in seinen Augen, sein bedrücktes Lächeln. Es war das letzte mal das sie ihm in die Augen sahen.

Jonath wurde aus den Gedanken gerissen. „Tretet vor Grauwölfe, unter den Blick der Götter und der Gerechtigkeit.“ Auf die Anweisung des Richters hin, machten die zwei Hellebardenträger den Weg zum Theaterspiel frei. Dreizehn Mänenr spührten tausende Blicke auf sich ruhen, dreizehn Männer hoben ihren Kopf voll Stolz, dreizehn Männer schritten Seite an Seite, dreizehn Männer nahmen Haltung an in Reih und Glied unter dem Richtbaum der Göttin, sechsundzwanzig Augen blickten starr geradeaus.

Hochverrat.
Sie hörten noch ihr hilfloses Rufen als Arsenes Männer ihren Pfeilhagel ins Getümmel sandten. Hörten die Schreie von Freund und Feind als sich eiserne Spitzen in die Brust des Feindes und die Rücken von Brüdern bohrten. Selbst ihre Rösser schienen sich in Klage aufzubäumen und zu wiehern, als würden sie den Schmerz in den Herzen ihrer Reiter vernehmen. Sie waren nur Söldner....sie waren nur Söldner.....nichts wert .....wer hatte den ersten Spott gerufen? Mehr tote Wölfe, mehr Gold für uns. Mehr tote Wölfe...mehr tote Wölfe... und es gab mehr Tote. Grinwulfs Wutschrei durchschnitt die Luft in der Ferne vom Zelt des Grafen. Vierundzwanzig Klingen zogen blank. Niemand wusste mehr wer als erstes seinem Ross die Sporen gab, oder ob sie es alle in einem Taten. Doch sie ritten nieder was im Weg stand. Sechsundneunzig Hufen donnerten durch Arsenes Männer, wer sich ihnen in den Weg stellte wurde unter ihnen zermalmt, wer die Klinge gegen sie hob niedergestreckt. Im Feld stritten die letzten Infanteristen der Grauwölfe um ihr Leben gegen einen Feind der ihnen um ein dreifaches überlegen war. Einer der Reiter wurde vom Pferd gezogen. Ein zweiter von einem Speer aus dem Sattel gehoben. Doch die anderen erreichten das Zelt, erreichten ihren Hauptmann. Fleischgewordener Zorn. Die Zeit schien zu verebben. Grinwulf schwang seine zwei Breitschwerter, und stieß sie in die Seiten des Grafen. Eine Lanzenspitze hatte sich durch seine Brust gebohrt, derjenige der sie geführt hatte lag mit zerspaltetem Schädel zu seinen Füßen. Die Leibwache des sterbenden Grafen war herangestürmt. Beinah wirkte Grinwulf zufrieden als er den leblosen Leib des Grafen und seine Angst geweiteten Augen vor sich niedersinken sah. Ein Graf kniet vor einem Söldnerhauptmann als wolle er vor den Göttern um Verzeihung für seinen Frevel bitten, war es Jonath damals durch den Kopf gegangen. Für einen Moment hatte er verdrängen wollen was das Herz bereits gefasst hatte. Vier Klingen brachten ihren Hauptmann zu fall. Hauptmann Grinwulf schien noch einmal zu seinen Männern blicken zu wollen, doch blieb sein Gesicht zu Boden gerichtet als sein toter Leib ins blutige Gras fiel. Der Schmerz in der Brust raubte Jonath damals den Atem, die Schreie der Verzweiflung der Brüder neben sich die Hoffnung. Sie wollten es nicht wahrhaben, sie wollten bei ihrem Hauptmann sein, ihn forttragen, den Kameraden im Feld beistehen. Ein beißendes Brennen im Oberschenkel rief Jonath wieder zu seinen Instinkten, zu spät. Eine Klinge hatte sich in seinen Schenkel gebohrt, drei Angreifer wurden gefällt, dann riss man ihn aus dem Sattel. Und Dunkelheit legte sich über seine Sinne.
Als er damals erwachte, ruhte er bereits schon hinter den Gittern des Gefängniskarrens. Dreizehn hatten überlebt, überwältigt und gefangen gesetzt. Sie waren die dreizehn Narren denen es die Götter verwehrt hatten bis zum Tode zu streiten. Man sagte die letzten Grauwölfe hätten ihr Leben ausgehaucht als die Schlacht verloren war. Die dreizehn wussten es nun besser.

„Adgrav Termogen, Bronn Siebenschneid, Brutus Eisinger, Cregan Wolfsklaue, Gorian Meneas, Jonath Grauwind, Larken Fenrirson, Rothen Medis, Vincent Farmitas, Yatol Belimar, Thandor Tescon, Isorn Trestolt und Grenn Starkarm, ihr steht vor dem Hohen Rat und unter den Augen der Götter um für eure Taten das gerechte Maß an Strafe zu erhalten. Ihr seit angeklagt an der Mithilfe des Verrats an der Krone, der arglistigen Ermordung des Grafen Arsenes im Felde, das Töten von drei hohen Ritter, die Graf Arsenes zu seinen Leibwachen erkoren hatte, sowie für den Tod von vierundzwanzig weiteren Soldaten der Krone und einem Duzend Verletzter.“
„Mir kamen es mehr vor.“ Zischte Grenn vom Rechten Ende der Reihe zornig hervor. Auch der strafende Blick des Richters konnte kein Einhalt mehr erzwingen. In ihrer Lage hatten sei nichts mehr zu verlieren. Nur ein Rest Würde und der Versuch die Wut zu unterdrücken die durch die Worte des Richters in jedermanns Brust geschürt wurde. Der Richter selbst schien nicht weiter auf Grenns Bemerkung eingehen zu wollen und fuhr fort.

„Eure Fürsprecher und Eidesmänner haben bereits dem Hohen Rat ihre Ansichten zu den Taten kund getan. Der Rat hat gelauscht, beraten und ist zur Übehreinkunft gekommen, dass gleich welcher Wahn und Zorn euch getrieben hat, das Heben der Klinge gegen einen Grafen des Reiches gleich des Hebens der Klinge wider der Königin selbst ist. Das Banner der Grauwölfe wird hiermit auch durch königlichen Beschluss des Hochverrats wegen zum Tode verurteilt.“

„Das ist nicht dein Ernst du fettäugiges Schwein!“
„Arsenes war ein elender Hund der einen Dreck auf die Königin gab!“
„Was für ein von den Göttern verlassener Rat seid ihr?!“
„Ich ramm dir die Nase ins Arschloch!“


Die Grauwölfe spieen ihre Flüche in die Halle, während das Volk dem Richter Beifällige Zurufe zum Urteil entgegenrief. Sie hatten ein ganzes Volk gegen sich. Ein ganzes Volk....

„In Temoras Namen wurde Gerechtigkeit gesprochen!“ fuhr der Richter unbeirrt fort. „Und eure Seelen soll die Gnade der Göttin nicht verwehrt bleiben. Hier unter dem heiligen Baum sollt ihr Buße tun für eure Tat, damit euer Seelenheil euch am morgigen Tag in den Schoß der Göttin führen möge.“ Der Richter legte beide Hände auf sein Podest, blickte die Männer schweigend an. Seine Aufgabe war getan. Zwei Priester Temoras, in weißen Gewändern, der Adler der Herrin auf der Brust traten von beiden Seiten des Baumes auf die Männer zu, welche starr verharrten.

„Horteras hilf.“ Wisperte Yatol neben Jonath. Horteras.....wie lang waren sie nun unter seinem Stern geritten? Zehn Jahre hatte das Banner existiert, sechs Jahre davon war Jonath für den Hauptmann und die Brüder geritten. Horteras....er würde sie erhöhren.

„Buße tun?“ Gorian hob die Stimme. „Für was sollen wir Buße tun? Dafür das wir unsere Pflicht taten? Dafür das wir unserem Hauptmann treu blieben? Diese blaublütige Natter erblicken durften als sie ihren Lohn fand? Wir haben für nichts zu büßen. Unsere Herzen sind rein vor unserem Angesicht. Sie sind rein vor Grinwulf und den anderen Toten die euer hoher Herr auf dem Gewissen hat. Jeder einzelne von denen die wir niederringen konnten möge in Krathors Schlund ewige Qualen finden. Ich sage euch wir büßen nichts!“ Gorion schrie die Worte in den Himmel. Er schien als wollte er die Götter selbst erreichen.
Buße tun.... ehrlos.....nein....
„Wahrt in eurem Handeln stets die Ehre des Banners.“ Hob Cregan seine Stimme.
„Öffnet einem Stolzen Leben Tür und Tor.“ Hob Bronn sein Haupt.
„Das Gewissen eines Grauwolfs ist rein vor seinem Angesicht“ fügte Yatol an.
„Das Banner ist eine Feste aus unerschütterlichen Mauern.“ Brutus schien sich noch nie so sicher über das gesagte zu sein.
„Trauert mit euren Brüdern im Tode, und feiert mit ihnen im Leben.“ Ließ Rothen seine Stimme sich erheben.
„Ruhm und Ehre....“ Jonath hatte wässrige Augen.
Ein einhelliges „Wir büßen nichts!“

Schweigen legte sich über die Halle, nur das Echo der letzten Worte klang in der Kuppel nach. Die Dreizehn Männer hielten Brust und Haupt stolz gestreckt. Die Muskeln im ganzen Leib waren angespannt. Barden des Todes die ihrem Ableben einen letzten ehrbaren Nachklang verschaffen wollten. Die Stille hielt an.

Der Richter blickte unsicher zu den Priestern. Die gütigen Augen der Geistlichkeit wanderten über die Grauwölfe. Für die Männer waren sie nichtig geworden. Doch die Männer nicht für die Geistlichkeit. Das waren Seelen und Herzen die man nicht einfach in die Verdammnis sendete. Sie hatten ihre Gelegenheit auf Reue verdient. Einen Platz an der Seite der Herrin wenn sie sie für würdig hielt. Eine kurze Beratung....dann erhob der Richter erneut die Stimme.

„So sollen die Grauwölfe vom heutigen Tage an, ein Jahr in den Zellen der Stadt verweilen und über ihre Taten nachsinnen. Sollten sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht buße tun, werden sie am 16. Goldblatt des Jahres 249 zum Schaffot geführt um der Verdammnis übergeben zu werden. Sollte einer der euren bereits vorher seinen Frieden mit der Göttin machen, wird das Urteil sofort an ihm vollstreckt.“

Da waren sie nun....zum Tode verdammt. Dreizehn Mann in den Zellen T´hralors.

Verfasst: Mittwoch 16. Mai 2007, 16:40
von Bronn Siebenschneid
Die Provinz T´hralor im alumenischen Königreich, das Jahr 248, einige Monate nach der Verurteilung

Feuchtigkeit, die sich durch die verbleibenden Fetzen des bedürftigen Überhangs aus billigstem Stoff und die lädierte Haut bis in die Knochen frisst. Quiekende Ratten, die unterste Kaste des Ungeziefers, trübe Dunkelheit und Stille, die nur durch das Ächzen der Zellenkameraden, den Mitinsassen unterbrochen wurde. Er konnte sich durchaus aus bessere Gesellschaft und angenehmere Umstände vorstellen, aber mittlerweile ist er sogar dankbar, wenn der Eimer, der den Unrat beinhaltete nicht überlief.

Neben seinem Magen, der aufgrund seines ungestillten Hungers zu ihm sprach, waren es meist die Stimme seines Waffenbruders, dem Späher der Grauwölfe, Rothen Medis und der anderen Mannen, die in benachbarten Zellen einquartiert wurden, die an sein Ohr drangen.
Die Zellen lagen dicht beieinander und die monotonen Geräusche, die sich in einer schier endlosen Schleife wiederholten und mittlerweile allen genauso vertraut wie auch verhasst gewesen sind, wurden lediglich durch die Unterhaltungen, die sie sehr zum Unmut des Kerkermeisters abhielten, gestört.
Mit einem süffisanten Schmunzeln, einer Gestik die keineswegs Freude oder gar Fröhlichkeit, sondern eher die Verzweiflung widerspiegelte, gedachte er der vergangenen Zeit und dem Banner der Grauwölfe. Vergangene Zeit, die Vergangenheit,… Tage, Woche und mittlerweile sogar Monate ist es her, daß sie in Freiheit gelebt, gestritten, gelacht haben und geritten sind. Die Reiterei der Grauwölfe. Gefürchtete und schlagkräftige Kavallerie; Hoch zu Ross und schnell im Gefecht! Bei Nacht am Lagerfeuer unter sternenbesetztem Firmament in geselliger Runde unter ihresgleichen. Das Banner ein Hort von Gleichen, von Fähigen geführt.

Mit dem Rücken an der Wand des Verlieses saß er mit dem Blick auf die Tür gerichtet da und verfolgte den Schattentanz der Fackeln, die auf der anderen Seite den Gang erhellten. Hin und wieder konnte man das Schließen von Schlössern hören, woraufhin meist die gleichen Geräusche und Laute zu vernehmen gewesen sind. Immer wieder der gleiche Ablauf….
Mehrere Männer mit festen Absätzen, die den Gang entlang schritten. Wachmänner. Ihr Anblick war ihm vertraut. Ehrwürdige Männer der Gerechtigkeit, die mit Vorliebe den Aufgaben nachkamen, die ihnen aufgetragen wurden. Rechtsprechung im Namen Temoras. Entscheidung über Recht oder Unrecht, fernab jeder Relation und Entscheidungsgrundlage. Entscheidend sind das Blut, der Stand und das Ansehen des Klägers und des Angeklagten. Ausgewogene Gerechtigkeit!
Blaues Blut steht für Unschuld! Hochverrat an blauem Blut, darauf folgt nach Rechtsprechung das Schafott.
Da war es wieder, das vertraute „Klack, Klack, Klack…“, die Schritte der Wachmänner, die Exekutive der Gerechtigkeit. Es müssten vier oder fünf Männer sein. Schwere Schritte. Waffengurte und metallische, kettende Schienen, die vielleicht Arme, Brust und auch Beine schützten. Vor welcher Zelle würden sie diesmal innehalten?

Die Schlüssel wurden zweimal im Schloss gedreht, bevor der Schnapper griff und die Unterhaltung der wachhabenden Soldaten verebbte.
Der vorderste von ihnen, Silvan riefen ihn seine Kameraden, schob seinen Kopf durch den Spalt der geöffneten Tür. Das Licht der Fackeln in seinem Rücken ließ sein Gesicht nur schattig erscheinen, dennoch war das gütige Lächeln, das seine Lippen umspielte deutlich für die Insassen der Zelle auszumachen. Silvan machte bei gelegentlichen Unterhaltungen, die er mit den Grauwölfen führte, wenn er seinen Kontrollgang vor Wachablösung alleine absolvierte, keinen Hehl daraus, daß er für einige die gemeinsam mit ihm dienten wenig übrig hatte. Es war dem Mitleid Silvans zu verdanken, daß die Mahlzeiten das ein oder andere Mal üppiger waren.

„Ich würde lieber schon tot sein, gerichtet durch einen einzigen Hieb, von mir aus auch in den Rücken, als so wir ihr armen Schweine hier fernab vom Sonnenlicht zu vegetieren!“

„Dafür müssten wir Buße tun, um Vergebung für unsere Taten bitten! Niemals. Eher würde ich weitere Dekaden in dieser Unterkunft verbringen. Wir bereuen nichts und büßen nichts, Silvan!“
, die Stimme Bronns glich mittlerweile einem heiseren Flüstern, dennoch war die Inbrunst mit der die Worte seine Kehle verließen genauso am energisch wie am jenen Tage der Verurteilung.

Kopfschüttelnd stellte Silvan die Pötte mit dem wässrigen Fraß auf dem Boden ab. „Lasst es euch schmecken!“, sagt er noch, während er den Kopf wieder aus dem Türspalt zog, um die beiden mit der spärlichen Mahlzeit alleine zu lassen.

Eigentlich spielte es keine Rolle ob nun Tag oder Nacht gewesen ist. Tageslicht bekamen sie sowieso erst wieder am Tag Ihrer Richtung zu Gesicht. Ein letztes Mal heller Sonnenschein, bevor es endgültig dunkel werden würde.

Das verfilzte Haar hing Adgrav ins Gesicht. Seit Tagen hatte er keinen Appetit mehr gespürt. Die Stimmen der anderen drangen nur noch ganz leise an sein Ohr, als wäre es ein Traum. Ein Traum aus dem er hoffte endlich aufzuwachen. Der Besuch im Spielzimmer des Kerkers ist dieses Mal zu viel gewesen. Selbst nach Zurechtweisungen anderer Gardisten wollte Malathir nicht aufhören. Er hatte Gefallen dran gefunden die Fäuste auf den gefesselten Gefangenen niederprasseln zu lassen, gleich der gefrorenen Regentropfen im stürmischen Hagel, um die ihm widerfahrene Schmach wieder gut zumachen.
Dumpfe Geräusche begleitet von unterdrückten Schreien, die ob der Schmerzen durch die zusammengepressten Zähne Adgravs seinen Mund verließen. Er hing in der Mitte des Raumes, wie ein Rind nach der Schlachtung zum Ausbluten. Nach jedem Treffer schwankte sein Körper, der Ohnmacht nahe, wie ein Uhrpendel hin und her. Die Lider halb geschlossen und ein Rinnsal an Blut aus Lippen und Nase bahnte sich den Weg über Kinn, Hals und Brustkorb.

Es war die Regel, dass den prüfenden Wachgängen der Gardisten durch die Zellen mit höhnenden Gelächter, anmaßenden Anmerkungen und dem ein oder anderen Schalk begegnet wurden.
Malathir ist routinemäßig eine nach der anderen Zelle abgelaufen, um nach dem rechten zu sehen. Allein der Gedanke an das Szenario, das sich Adgrav beim Betreten der Zelle durch den Gardisten darbot, vermochte es ihm ein gequältes Lächeln selbst in seinem jetzigen Zustand auf die Lippen zu zaubern. Der Eimer der all das beinhaltete, was seinen Körper im Bereich der Lenden verließ drohte fast überzulaufen, als ihm die Idee kam, für die er jetzt die Konsequenzen trug. Mit etwas Anstrengung und großem Fingerspitzengefühl platzierte er den Eimer auf der oberen Türkante, etwas an die Wand gelehnt, so daß es dann kam, wie es kommen musste.
Das laute Fluchen begleitet vom scheppernden Geräusch des geleerten Eimers auf dem steinernen Zellenboden war den ganzen Gang entlang zu vernehmen und das schadenfrohe Gelächter anderer Insassen, die sich bedauerlicherweise nur mit der Vorstellung begnügen mussten, genügte Adgrav als Lohn. Die Bestrafung nahm er gerne in Kaufe, wenn es ihm dadurch möglich war seine Waffenbrüder bei Laune zu halten.
Die Uniform Malathirs war von oben bis unten mit dem stinkenden Inhalt besudelt. Die Zornesröte und der verfinsterte Blick waren deutlich zu erkennen, jedoch nahmen ihm die Exkremente die Ernsthaftigkeit.
Adgrav saß ihm genau gegenüber, seelenruhig den leeren Blick auf den Gardisten gerichtet und mit dem geschwächten Körper an die Wand gelehnt. Lediglich ein kurzes emporheben des rechten Mundwinkels, bestätigte, daß er das Schauspiel überhaupt wahrnahm.
„SCHEISSE!“, entfuhr es Malathir wutentbrannt, als er den Eimer in Richtung des Häftlings trat.
„Im wahrsten Sinne des Wortes.“, erwiderte Adgrav mit einer Leidenschaftslosigkeit, die Bände sprach.

Jetzt saß er nach blutiger Rache Malathirs wieder in seiner Zelle. Jedes seiner Gliedmaßen schmerzte und oft wünschte er sich, daß es ihn endlich dahinraffen würde. Das zu geschwollene Gesicht ließ jede Veränderung der Mimik nur erahnen. Rippen, Schienbeine und Rücken waren mit Hämatomen übersäht und das mittlerweile verkrustete Blut war nicht der einzige Zeuge des Geschehenen.

Wir büßen nichts!“, wisperte er ein ums andere mal in den ungepflegten Bart, bevor er den Kopf in den Nacken legte und die Augen schloss, um sich an ruhmreiche Tage und ehrenvolle Taten zu erinnern, die lange zurücklagen.

Verfasst: Freitag 25. Mai 2007, 15:12
von Cregan Wolfsklaue
Das letzte Heulen der Grauwölfe

Die Provinz T´hralor im alumenischen Königreich, das Jahr 249, auf dem Tag genau ein Jahr nach der Verurteilung


Ein leises Fiepen. Mit kleinen Schritten huschte die Ratte über den kalten Stein. Ihre feuchte Nase drückte ein paar Mal gegen den regungslosen Arm, sie bleckte ihre spitzen Zähne und wollte anfangen an dem Fleisch zu knabbern, als sich ihr der Schatten einer Hand näherte. Ihrer Beute beraubt, machte sie sich verärgert quiekend aus dem Staub.
„Verdammte Viecher…“, die Stimme des Mannes klang schwach und bewirkte einen kehlig klingenden Hustenanfall. Er saß in der Ecke gekauert, den Blick vor sich auf den Boden gerichtet. Ein verfilzter Bart bedeckte das eingefallene Gesicht, unter den verlumpten Kleidungsstücken, zeichnete sich der durch Unterernährung geschundene Körper ab.
„Hey Cregan! Verreck nicht noch vor unserem großen Auftritt!“
Als die dumpf klingende Stimme wieder verstummte, richtete Cregan seinen Blick auf und betrachtete die kleine Zelle, welche nun fast ein komplettes Jahr seine Heimat bildete. Trostlose vier Wände, kaum fünf Schritt von Wand zu Wand.
Mühsam zog er sich an der Wand auf die sich steif und schwach anfühlenden Beine hoch. Die Kälte und Feuchtigkeit des Kerkerlochs hatten gute Arbeit geleistet. Er stolperte in Richtung der massiven Holztür, wobei er beinahe den Eimer um getreten hätte.
Mit beiden Händen umfasste er die Gitterstäbe des in die Tür eingelassenen Fensters.
„Scheiße…“, murrte er mit einem Blick zurück zum Eimer.
Der Schein der Fackeln, welche den jenseits der Zellentür liegenden Gang in einem hellen Licht hüllten, ließ ihn blinzeln. Nur langsam begann er das Gesicht zwischen den Gittern der gegenüberliegenden Zellentür zu erkennen.
„Du machst ein Gesicht als hättest du an deinem Eimer genippt!“
Ein brummiger Laut entsprang Cregans Kehle, während sein Blick sein Gegenüber fast zu durchbohren schien. Das Gesicht seines Gegenübers wirkte genauso ausgemakelt, wie sein eigenes, die tief in den Höhlen liegenden Augen zeugten von einem matten Glanz.
„Immer wieder ein Genuss mit dir zu plaudern, mein Freund. Ich hätte mir eigentlich keinen besseren Ausblick aus meiner Zelle wünschen können! Höchstens noch eine leicht bekleidete, voll busi… “
„Halt einfach die Schnauze, Jon!“ Cregan atmete tief durch und strich sich mit den verdreckten Fingern über die an Krallenspuren erinnernde Narben auf seiner rechten Wange.
„Sie lassen sich Zeit…“
Jonath drückte seinen Kopf gegen die Gitter und versuchte entlang des Ganges zu schauen.
„Ja, lassen uns weiter schmoren... “
Ein wütender Schrei unterbrach ihn und wurde begleitet von lautem Gepoltern. Jon blickte zurück in das Gesicht seines langjährigen Waffenbruders.
„Nur eine letzte Gelegenheit…“
„Glaube auch Gorian,“ Cregan nickte in Richtung des Lärms, „würde gern unseren Gastgebern die Busse abnehmen..“
Jonath schürzte die Lippen und rüttelte wie so viele Male zuvor an den Gitterstangen, als ein lautes Krachen ihn inne halten ließ. Es kam nicht aus der Richtung Gorians, es kam aus der anderen Richtung.

„Hochverräter! Die Zeit der Busse ist vorbei! Solltet ihr versäumt haben die Lichtbringerin für eure Taten um Gnade zu bitten, so werdet ihr mit eurer Schande Kra’thor übergeben!“

Das harte Auftreten Gepanzerter war zu vernehmen, nicht unweit der beiden wurde die erste Zellentür aufgerissen und ein, nach dem Lärm zu urteilen, sich mit aller Kraft wehrender Thandor aus der Zelle geführt.
„Ich freu mich schon auf Kra’thor! Dann werde ich euren Bastard von Arsenes erneut in seinen fetten Arsch tre…!“
Man hörte ihn nur noch aufstöhnen als ein Schlag ihn zu Ruhe brachte.
Cregan schlug mit der Faust gegen die Holztür, Wut zeichnete sich auch auf dem Gesicht seines Gegenübers ab.
„Thandor! Ruhm und Ehre!“
Jon fiel in den Ruf mit ein, genau wie mit und mit die anderen Mitgefangenen Grauwölfe. In den Stimmen der Männer lagen all die Gefühle des vergangenen Jahres der Gefangenschaft: Verzweiflung… Wut… Hass…
„GRAUWÖLFE!“
Die nächste Tür schien aufgerissen worden zu sein, man hörte zwischen dem Gebrüll Adgravs Stimme rufen:
„Hey, hey! Ich bin nicht so einer, der direkt beim ersten Umwerben…“
Von der direkten Nachbarzelle Cregans erklang Isorns tiefe Stimme:
„Sieh dich vor! Nicht das du nachher noch einen Bastard angehangen bekommst!“
Ein höhnisches, verzweifeltes Lachen ging durch das Gemäuer des Kerkers.
Die Stirn fest gegen das Gitterfenster pressend, konnte Cregan die Gardisten ausmachen, zwei mit Stangenwaffen bewaffnete und jeweils zwei, welche die Männer aus den Zellen holten. Gerade öffneten sie die Isorns gegenüberliegende, verschwanden kurz in jener Zelle und holten einen mit Hand- und Fußfesseln versehenen Vincent heraus. Vincent hatte die Kerkerzeit härter getroffen, gezeichnet von Krankheit und der daraus resultierenden Schwäche, musste er beinah von den Wächtern geschleppt werden.
Beim erneuten Aufbäumen der Stimmen seiner Brüder, ging aber ein Ruck durch seinen Körper.
„GRINWULF!“
Er riss sich von den stützenden als auch zerrenden Händen los und marschierte erhobenen Hauptes aus Cregans Sichtfeld. Cregan löste sich von der Tür und trat zurück in seine Zelle. Während er einige Schritte auf und ab ging, vernahm er wie wohl auch Isorn abgeführt wurde. Es dauerte nicht lange und die Nasenhelme der Wachen tauchten vor dem Gitterfenster auf.
Als die Tür sich öffnete traten zwei Gerüstete in den Wappenröcken T’hralors herein.
„Los Gefangener! Deine Hände!“
Einen abschätzenden Blick später streckte Cregan ihnen seine Hände entgegen. Mit purer Verachtung spuckte er ihnen vor die Füße. Die beiden schienen sich kaum davon beeindrucken zu lassen und schlossen die Metallschellen um seine Hand- und im Folgenden auch um seine Beingelenke.
Unsanft wurde er zur Tür geschubst, wo zwei weitere Bewaffnete ihn mit einem grimmigen Nicken andeuteten weiterzugehen. Behindert von den Beinfesseln schlurfte er an den nun leeren Zellen seiner Kameraden vorbei, begleitet von drängelnden Schubsen einer der Wächter. Unterwegs kam ihm eine weitere Wache entgegen, welche wohl mit für Jons Zelle bestimmt war.
Als er den Treppenaufgang mit den beiden auf dem Absatz platzierten Armbrustschützen passierte, hörte er hinter sich die vertraute Stimme Grauwinds:
„Möge dich der Blitz auf dem Abort treffen!“

Verfasst: Sonntag 27. Mai 2007, 23:18
von Jonath Grauwind
Hier waren sie nun. Die Gedanken vereinten Vergangenheit und Ewigkeit, Stolz und Furcht, Wehmut und Freude, Schuldgefühle und tiefste Dankbarkeit. Dankbarkeit für jedes Wort das in den 365 Tagen und Nächten gesprochen wurde. Dankbarkeit für jedes Lachen das Späße der Männer in die trockenen Kehlen zauberten. Dankbarkeit für jedes heben des Mutes wenn einer von ihnen dabei war sich aufzugeben. Dankbarkeit dafür das keiner seinen Stolz verlor und Dankbarkeit dafür, dass sie ohne Gram des Vergangenen nun ihrem Schicksal entgegen rollten.
Der Gefängniskarren polterte über das steinerne Pflaster T´hralors. Vier Rappen, geführt von einem Kutscher auf dem Bock und einer weiteren Wache neben ihm, zogen ihn in mäßigem Tempo voran. Ein duzend weitere Gardisten, von denen die Gefangenen die Hälfte bereits vom Tag ihrer Überführung zum Gericht vor einem Jahr wiedererkannten, folgten als Tross.
Hinter den schweren Gittern des Karrens ruhten die Grauwölfe auf ihren Bänken, die Blicke in die Ferne der Gedanken gerichtet. Die eisernen Fuß- und Handfesseln ließen mit jeder holprigen Bewegung des Wagens die Ketten leise klirren. Sie hatten Gebetet. Nicht um Buße vor Temora zu tun, sondern zum Andenken an ihre gefallenen Brüder. Jeden Abend hatten sie die Namen der Gefallenen vor sich hin gemurmelt, und abschließend Horteras angefleht er möge ihrer Seelen gnädig sein und sie selbst aus dieser Not erlösen. Aber seine Stimme ertönte nie, kein Zeichen trug sich ihnen zu. Vor einem Monat hatten sie aufgehört zu ihm zu beten. Nur noch die Namen erfüllten Nachts die Zellen. Als königstreue wurden sie erzogen, als Verräter gestraft. Den Göttern zu Ehren....nein... sie verdienten keine Ehrung. Sie hatten sie fallen gelassen. Horteras hatte sie die Zellen ertragen lassen müssen, nach all den Jahren die sie unter seinem Stern geritten waren. Temoras Gerechtigkeit wurde über sie verkündet, sie forderte ihre Köpfe. Die Götter hatten sie im Stich gelassen und hielten ihre Hand über dem Thron, über der Königin und ihren Vasallen. Blaublütige falsche Gerechtigkeit. Die Selbstherrlichkeit von Menschen die sich für etwas großes hielten. Und die Götter schienen ihnen gewogen. Was nun hinter dem Dieseits wartete blieb unklar und es rief Ängste hervor. Aber sie würden nicht um Gnade bitten, nicht Schuld eingestehen. Sie hatten gehandelt wie sie handeln mussten, so wie es Grinwulf von ihnen verlang hätte, und so wie er es selbst getan hätte.

Das erste faule Obst das an den Gitterstäben zerplatzte riss Jonath aus seinen Gedanken. Woher es kam konnten er nicht mehr ausmachen. Der Karren bog auf die Hauptstraße Richtung Marktplatz. An den Gassenseiten flankierte das Volk, der Pöbel, die Straße und tat sein Werk. Tomaten, Kohlköpfe, alte Kartoffeln, Eier, Steine, Schmutz und Pferdeäpfel waren sein Werkzeug, und dies wusste es wohl einzusetzen. Nicht einmal Gorian raufte sich auf um dem Spott und den Verwünschungen entgegen zu wirken. Selten sah man ihn so ruhig.
Sie sind alle Stille, bemerkte Jonath. Dann hob er den Blick nach vorne. Der Marktplatz öffnete sich vor ihnen. In der Mitte war das hölzerne Schafott errichtet. Der Henker wartete bereits. Das Gesicht von der schwarzgrauen Kapuze verhüllt, die Hände auf das Richtschwert gestützt. Sechs weitere Gardisten in den Farben des Grafenhauses Arsenes standen um das Holzwerk herum. Die Menschen wurden von einigen Gardisten fern gehalten, drängten jedoch näher an den Mittelpunkt des kommenden Schauspiels. Als der Karren hielt hallten die Worte des Pöbels in Jonath Ohren wieder. –Verräter-

Zwei der Gardisten traten auf die Zelltür des Karrens zu. Ihre Hellebarden schirmten die Seiten ab, als sie vor ihr stehen blieben. Auf dem Schafott entrollte ein junger Herold die Verlautbarung. Er hatte beinah unmenschlich viele Sommersprossen, fiel Jonath in diesem Moment auf.

„Bürger T´hralors! Treue Alumener! Heute am Sechszehnten Goldblatt des Jahres 249, sind wir hier zusammen gekommen um der Gerechtigkeit zu gedenken und den Verräter an der Krone und dem Reich ihrer Strafe zukommen zu lassen. Ein Jahr nun haben die Männer des Banners der Grauwölfe Zeit zur Buße gehabt. Da dies nicht in ihrem Ansinnen lag, werden sie nun heute, so wie es das Urteil verkündete der Verdammnis übergeben. Sollten sich einer der Verurteilten doch noch für das Heil seiner Seele entscheiden, so möge er dies verkünden und ein Priester der Herrin wird ihm die Beichte nehmen. Einem jeden Mann und einer jeden Frau sei bewusst das Mitgefühl eine Große Tugend ist. Und wer für die Seelen dieser Männer beten möge, soll dies tun. Wisset das Alumenas ein gerechtes Reich ist, aber die Strafe für Majestätsverbrechen ist seit je her der Tod. So mögen die Götter eurer gnädig sein.“ Als der Herold sein Pergament wieder zusammenrollte und vom Schafott trat konnte Jonath kaum ein klares Wort ausmachen das die Maße rief. Doch kaum eines schien ihnen gewogen.
Ein weiterer Gardist kam zum Karren, hob einen schweren Schlüsselbund von der Seite und Schloß die Tür auf.
Der Blick des Henkers ruhte auf dem Wagen und der Insassen. Noch bevor der Gardist das Wort erheben konnte, erhob sich Grenn und trat ruhig aus dem Wagen. Jonath würde nie wieder seinen Blick vergessen als er sich zu ihnen umwandte.
„Ihr sollt mir nicht nachsagen ich hätte die Hosen voll wie damals auf den alyrischen Feldern. Soll seine Klinge an meinem Hals stumpf werden. Wir sehen uns auf der anderen Seite. Ruhm und Ehre...Brüder. Und tiefsten Dank für jede Stunde.“ Jonath bemerkte den wässrigen Glanz in Grenns Augen. Und er bemerkte das Stechen in den seinen. Nicht der eigene bevorstehende Tod war es der jeden von ihnen quälte, es war die Gewissheit das sie nichts für den anderen tun konnten. Zittern machte sich breit in den Gliedern. Bronn war der erste der aufsprang und sich an die Gitter presste. Aber auch er konnte sich kein Wort aus der Kehle ringen.
In dem Moment als einer der zwei Gardisten an der Flanke des Karrens ihnen einen frechen Blick und breites Grinsen zuwarfen hätte Jonath sich nichts lieber gewünscht als eine Klinge zur Hand zu haben.
Zähneknirschend und mit geballten Fäusten harrten die restlichen Zwölf und sahen Grenn bei seinem letzten Gang zu. Weiteres Obst begleitete seinen Weg. Er hielt stolz den Kopf erhoben, das mittlerweile filzige schwarze Haar hing ihm in den Nacken. Sicher schenkte er dem Henker ein verachtendes Lächeln. Keiner von ihnen konnte kühler die Lippen formen als Grenn. Er wartete nicht einmal einen Wink des Henkers ab als er den Kopf auf den Richtblock legte.
Jonath schloss die Augen.
„Blut ist dicker als Wasser,Grauwölfe. Und nichts wäscht die Schuld reiner.“ Hauchte die Stimme des Gardisten neben dem Karren... und in ihr schwang Mitgefühl und Hoffnung.

Dann erschall das markerschütternde Donnern im Osten der Stadt. Und mit der Unruhe hob sich der Vorhang zum Grauwölfe letzter Akt.