Seite 1 von 1
am kleinen Haus am Strand von Gerimor
Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2007, 23:47
von Alana Duin
*direkt am Strand, fast eingekreist von grossen Häusern steht eine kleine Hütte aus Holzstämmen. Vor ihr steht ein weisses Pferd angebunden, neben dem Haus ein kleines Gatter mit Ziege und Huhn.
Beinah ein jeder, der dort vorbei kommt, wird des öfteren ein erbärmliches Husten hören aus dem inneren des Hauses, wenn es ganz still ist, vielleicht auch ein leises wimmern.
Des Nachts erhellen die Kerzen die Hütte immer weniger und weniger, das Kaminfeuer scheint ausgegangen. Sollte der Mond durch die schmucklosen Fenster fallen, so kann man vielleicht eine junge Frau sehen, die sich auf dem grossen Bett immer wieder hin und her dreht und dabei von Hustenanfällen geplagt wird.
Bei Sonnenlicht und dem richtigen Blick kann man sicher erkennen, dass die Frau blass ist und von Fieber verschwitzt. Der ein oder andere mag sie auch weinen hören.
Die Futtertröge der Tiere werden immer leerer und leerer und niemand scheint sie aufzufüllen. Ein schluchzen dringt ab und an aus der Hütte, nur zu hören, wenn es ruhig ist, oder man sehr gute Ohren hat*
Warum? Warum bist du nicht hier?
Verfasst: Samstag 5. Mai 2007, 20:32
von Simon
Nach zwei Tagen erreicht Simon, auf seiner Pirsch durch die Wälder Gerimors, endlich wieder die Gegend in der Alanas Haus steht. Freudig erregt, wobei er nicht weiß woher dieses Gefühl kommt, beschleunigt er seinen Schritt. Als er dem Hause näher kommt, sieht er mit Erschrecken, das die Futtertröge im Gehege der Tiere leer sind. „Nanu was ist denn hier los?“ murmelt er vor sich hin. Die Ziege lässt ein verstörtes „Meckern“ erklingen. Simon schaut genauer hin und sieht, dass das Euter der Ziege zum Platzen voll ist. Bedauernd schüttelt er mit dem Kopf. Schnellen Schrittes geht er zu Alanas Tür und klopft heftig dagegen. Nichts rührt sich im ersten Moment. Besorgt schaut er durch das Fenster der kleinen Hütte, in der Halbdunkel herrscht. Simon klopft noch einmal mit dem Griff seines Dolches an Alanas Fenster. Eine Gestalt erhebt sich vom Bett. Langsam schleppt sie sich zur Tür. Simon erkennt die Gestalt Alanas. Schnell geht er zurück zur Tür, als sich diese auch schön öffnet. Ihr Gesicht sieht noch elender aus als vor zwei Tagen. Geht es dir immer noch nicht besser? Langsam geleitet er sie zum Bett zurück und setzt sich zu ihr. „Hast du denn deine Medizin nicht genommen?“ fragt er besorgt. Deckt sie wieder ordentlich mit ihrer Decke zu und hält ihre Hand.
Verfasst: Sonntag 6. Mai 2007, 11:24
von Kanubio Bunjam
Kanubio hatte sich bei Lugario ein Pferd gekauft und sich damit einen wohl sechs Mondläufe alten Wunsch erfüllt. Wirklich brauchen tut er es nicht, aber für den Fall der Fälle wäre es gut eines zu besitzen.
Ungeübt des Reitens steigt er auf und versucht, das Tier angemessenen Schrittes durch die Landschaft zu leiten. Doch das Pferd merkt die Unsicherheit Kanubios auf seinem Rücken, strebt flott dem Strand zu und läuft einem kleinen Haus entgegen, vor dessen Holzwand es sich abrupt einbremst. Kanubio rutscht von seinem Rücken und landet unsanft am Boden.
Als er sich aufrappelt und dem Pferd eine lange Rede halten will, hört er das Husten, das aus dem Haus an sein Ohr dringt. Er klopft. Ein Husten als Antwort. Er drückt auf die Türklinke. Die Tür ist unversperrt – wie unvorsichtig. Er tritt ein.
Er findet Alana im Bett, sie nimmt ihn kaum wahr. Als er erkennt, dass sie schwer krank ist, holt er einen Heiltrank aus seinem Seesack. Es ist kein Zufall, dass er ihn mit sich führt. Seit er die Tollwut hatte und ein Heiler in Erwägung zog, ihm seinen Schwertarm abzunehmen, führt er stets einen starken Heiltrank mit sich.
Behutsam nimmt er Alana in den Arm, hilft ihr, sich aufzusetzen und flößt ihr den Trank ein. Sie fällt einige Zeit in tiefen Schlaf – in seinem Arm. Geduldig wartet er ab, bis sie wieder erwacht. Es geht ihr besser. Sie schafft es sogar mit seiner Hilfe, sich an den Tisch zu setzen.
Doch es ist ihm nicht vergönnt, noch eine Weile bei ihr zu bleiben. Eine Elster landet am Fensterbrett und überbringt ihm eine Botschaft. Er muss weg. Mit den Gedanken bereits bei seinem Auftrag, verlässt er sie – wenn auch nur ungern. Er klettert aufs Pferd und reitet davon. Sobald es ihm seine Zeit erlauben würde, würde er wieder bei ihr vorbeischauen.
******************
Als er am nächsten Tag das sich selbst gegebene Versprechen einlösen will und sich – diesmal zu Fuß – dem Haus nähert, sieht er Simon an der Türe klopfen. Zögernd tritt er näher. Seltsam, dass Simon, sonst doch so hellhörig, seine Schritte nicht bemerkt, sondern ganz auf das Innere des Hauses konzentriert, durch das Fenster blickt. Unsicher bleibt Kanubio im Schatten eines Baumes verborgen, beobachtet kurz, wendet sich dann ab und verschwindet im Halbdunkel der Dämmerung.
Zwar ist er sich nicht sicher, ob er Simons Verhalten richtig gedeutet hatte, doch so dieser mit Alana alleine zu sein wünschte, würde Kanubio ihm da sicher nicht dazwischen treten. Einmal mehr verschwindet er im beruhigenden Schutz der Wälder, in der er seine Einsamkeit und die verwirrte Stimme seines Herzens leichter erträgt.