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Ein ganz spezieller Tag

Verfasst: Donnerstag 26. April 2007, 22:49
von Baheera Ifrey
Genau betrachtet, war das eingetreten, was sie sich immer gewünscht zugleich aber auch tief in ihrem Inneren befürchtet hat. Sie wurde ausgewählt die Erhabene auf ihrem Weg in das Ferne, ihr bis dato unbekannte, zu begleiten. Ein Ende war an diesem Tage dem Kampf der alltäglichen Banalitäten angesagt.
Zeitweise war ihr die fast zermürbende Profanität der kleinen Alltäglichkeiten mit denen sie sich auseinandersetzen musste, viel zu nahe gegangen, auch wenn sie dies nie zeigen würde.
Sie hatte sich noch immer den Sanftmut und das liebliche Lächeln bewahrt und die Kontenance, mit dem so vieles einfach leichter wurde.
Sogar dann, wenn die Sehnsucht nach dem vertrauten Abläufen ihrer Nomadenfamilie mit dem Schmerz sie viel zu selten zu Gesicht zu bekommen Überhand nahm.
Gerade heute, an diesem speziellen Tag, wäre es ihr wichtig gewesen. Sie war nun 18 Sommer jung und das ausgelassene Fest, die Freude der Ihren, die Überraschungen, das fehlte und weil es fehlte, schmerzte es auch.
Viel hatte sie nie erhalten, doch die kleinen Überraschungen waren jedes Mal mit sehr viel bedacht und noch viel mehr Liebe ausgewählt worden. Es tat einfach weh an diesem Tag, all das nicht zu fühlen und geschenkt zu bekommen.
Umso mehr ihr bewusst war, dass es noch mehrer Monde dauern würde bis die kleine Oase wieder mit Leben der Ihrigen gefühlt war.
Die im leichten Wüstenwind flatternden Zeltwände unter den Palmen mit dem zarten, unverwechselbarem Geräusch anschlugen, der zarte Duft des Tees, der immer für jeden bereit stand, das Lachen der Frauen, gehüllt in den blauen wehenden Gewändern ihrer Sippe, die Schreie der Kamele, die sich gemächlich auf den Vorderbeinen im Schatten niederlassen....die Familie einfach.
Das Vertraute.
Sicherlich sie würden das Ereignis noch feiern, dessen war sie sich bewusst, doch das dauerte nun mal zu lange.
Nun galt es den Dienst zu verrichten, die ganze Kraft und das Augenmerk nur auf das Eine zu richten, die Erhabene mit ihrem Leben zu schützen. Ihr ganzer Wille mit der dazu nötigen Selbstaufgabe war auf dieses eine Ziel gerichtet,
in der Hoffnung spät abends dann die Aufgabe zur Zufriedenheit aller vollendet zu haben.
Das wünschte sie sich aus ganzem Herzen und Eluive würde ihr dabei helfen, das war gewiss.