Seite 1 von 1

Suche nach Vergangenem

Verfasst: Montag 23. April 2007, 17:43
von Xinthra
Kaum ein Tag war vergangen nach Zeras Errettung, gerade ward es Nacht geworden und selbst die letzte Schwester in ihren Fellen eingeschlafen, da tat sich etwas am westlichsten Ende des Dorfes. Das Licht einer Kerze schien auf ein Blatt Papier und die es beschreibende Feder, sowie auf die Schreibende selbst. Nach einer Weile leisen Kratzens der Feder, welches einzig dem Zweck diente, die Tinte auf diesem zu verteilen, wurde das Papier gegen die Kerze geschwenkt, auf dass die Tinte schnell trockne und beim anschließenden Falten säuberlich an Ort und Stelle blieb. Dem geübten Leser offenbarten sich folgende Zeilen:

Liebe Schwestern
wenn ihr dies lest, bin ich schon weit weg. Doch wenn ihr denkt, ich hätte euch verlassen, dann täuscht ihr euch. Niemals wird es einen solchen Tag geben und so werde ich wiederkehren wie der Tag nach der Nacht.


Xinthra

Der Brief wurde zur Verhinderung eines Fortwehens durch all zu starken Wind unter den inzwischen gelöschten Kerzenständer geschoben. Die Rüstung war angelegt, einige Äpfel und Brot eingepackt, dann verließ die Kriegerin das Dorf, wandte sich dem Hafen zu und begann ihren Weg. Sie schaute nicht zurück, denn sie wusste wenn sie das täte, würde sie umkehren und ihren Drang niemals los. Den Drang nach Gewissheit über ihre Vergangenheit. Sie bestieg ein am Hafen wartendes Schiff, das sie dorthin brachte, von wo sie vor über einem Jahr flüchtete. Sie musste einfach wissen, ob sie tatsächlich die Bevölkerung eines ganzen Dorfes abgeschlachtet hatte oder ob dies nur ein böser Traum gewesen war. Doch noch wusste sie nicht einmal, wer ihr überhaupt etwas dazu sagen konnte.

Dies war nun eine Woche her.

Verfasst: Montag 23. April 2007, 20:12
von Ronya Sotan
Fluchend nahm Ronya die Zeilen zur kenntniss.
" Ausgerechnet jetzt " brummelte sie.
" Hätt sich keinen schlechteren Zeitpunkt aussuchen können. "

Doch tief in ihrem inneren wusste sie, das Xin sich auch mal eine Auszeit verdient hatte.
Erst jetzt sollte sie die nächsten Tage merken wie sehr ihr diese helfende Hand doch fehlen würde.
All die kleinen lästigen Dinge des Dorfaltags die Xin, ohne ein wort drüber zu verlieren, Ihrer Anführerin abnahm.
Vielleicht war es gut, das Ronya nun mal wieder selber diese kleinen lästigen aber denoch sehr wichtigen Pflichten wieder mal selber übernahm.
Vieles war zu schnell zur gewohnheit geworden.

Sie hängte den Brief, sichtbar für die anderen Schwestern, an eine Pfeiler am Lagerfeuer und machte sich dran einige der Dinge zu erledigen die sonst Xinthra für sie tat.
Oh wie sehr sie es doch hasste die Hühner zu Füttern.

Verfasst: Montag 23. April 2007, 22:18
von Xinthra
Nach einigen Stunden Fahrens, das Eiland Lameriast nur noch ein Schemen am Horizont, berührte sie ein Hauch von Unbehagen. War es ein Fehler, die Schwestern zurückgelassen und sich allein auf diese Ungewissheit eingelassen zu haben? Andererseits musste sie sich Gewissheit verschaffen. Jetzt war sie gewappnet, hatte viel erlebt, war sich sicher, dass dieses Kapitel ihres Lebens endlich einen Abschluß finden könnte. Und so tauchte des Morgens nach der Abfahrt Land am Rand des Meeres auf. Ihre Heimat, oder das was sie einmal war. Denn sie hatte eine neue Heimat gefunden. Die Insel, auf die das Schiff nun zusteuerte, war dies schon lange nicht mehr. Was hatte sie hier schon noch, nur Erinnerungen und die waren auch noch schlecht. Weitere vier Stunden dauerte es, bis das Schiff anlegte an den einzigen Hafen dieser doch recht großen Insel.

Als wäre Xinthra nie fort gewesen, begab diese sich auf den Weg die Strecke zurück, die sie damals geflohen war. Es führte sie zwischen Feldern vorbei, die vor frisch gewachsenem Weizen nur so strotzten, durch niedrige Schluchten an so manch bewaldetem Hügel vorbei. Sie musste dieses Dorf finden, ihr Haus noch einmal untersuchen. Auf dem Weg dorthin sah sie vor ihrem inneren Auge die halsbrecherische Flucht vor den Gardisten, die ihr den Tod aller Dorfbewohner zur Last legten. Diese Bilder zehrten sehr an ihren Nerven, ließen sie schwächeln und straucheln, und fast schon drehte sie sich um, wieder zurückzulaufen. Auf den sie umgebenden Hügeln standen einige spärliche Bäume, die dem flüchtigen Zuschauer vorgaukelten, menschliche Wesen zu sein. Die tief stehende Sonne und langgezogene Schatten bestärkten diesen Verdacht. Überall auf diesen Hügeln schienen Gestalten zu stehen.

Hatte man sie entdeckt, sie umzingelt? Vorsichtshalber wurde der Bogen gezückt und ein Warnschuß in Richtung einer der schattenhaften Gestalt. Natürlich ging er daneben, genau so natürlich wie die Gestalt sich nicht bewegte. Schließlich war das nur ein Baum! Ein Baum mit gezogenem Schwert und Schild, der auf sie zurannte. Von wegen Baum. Bäume schreien auch nicht. Oder doch? Dieser tat es. Er konnte sogar rennen. Der Rucksack fiel zu Boden, ebenso wie der Bogen und das Schwert ward gezogen. Zu dem Baum gesellte sich noch ein weiterer, hinter ihr rannten gleich drei Bäume auf sie zu. Fünf also. Vielleicht das beste, auf sie zu warten wie letztens auf die Ratten, befand sie als klug und verankerte ihre Füße im Boden, das Schwert im Anschlag. Welcher Baum wohl zuerst eintreffen mochte? Das war unwichtig. Denn ihrer Aufmerksamkeit war entgangen, dass sogar Steine leben können. Einer, der nun außerhalb ihres Blickfeldes lag, erhob sich und zog Xinthra den Knüppel über den Kopf.

Warum hab ich nur den Helm nicht.. waren ihre letzten Gedanken, bevor sie von der Wucht des Knüppels zu Boden ging. Die Bäume verlangsamten ihren Gang und scharten sich um die Kriegerin, der Stein befahl dass sie wegzuschaffen sei. Räuber. Warum in aller Welt musste sie jetzt von Räubern gefangen werden?

Verfasst: Montag 23. April 2007, 23:19
von Tajara Nair
Das Fell neben ihr war leer und Tajara fühlte sich nur einsam. Nacht für Nacht lagen sie sich hier im Arm und ihr Geruch war immer noch da - doch Xinthra war weg.

Sie verstand nur zu gut, was in ihr vorging. Vor allem ging es ihr doch genauso. So ließ sie Xin gehen, ud sie wusste, dass Xin bald wiederkomen würde.

als sie sich schlafen legte legte sie sich an ihren platz, ihren Duft in sich aufnehmend. Doch sie wusste, Xin war eine Weile weg, und so schloss sie die Augen - dennoch fand sie lange keinen Schlaf. Die Frau die sie liebte fehlte ihr zu sehr. Sie fragte sich, was sie wohl gerade tat.

Verfasst: Mittwoch 25. April 2007, 21:34
von Xinthra
Nach einer Weile, die sichtbare Welt in den Schatten selbiger getaucht und nur noch durch den Mond und ein Lagerfeuer beschienen, öffneten sich eines dröhnenden Schädels' Augen. Das gibt 'ne nette Beule. Und dann noch dieser enge Lederriemen um ihre Handgelenke. Um sie herum fand sie das Gepäck, welches sich wenige Stunden zuvor noch in ihrem Rucksack befunden haben mochte. Dieser lag einen Schritt von seinem ehemaligen Inhalt zerrissen im Gras. Auch die Äpfel hatten gelitten, einige waren zertrampelt . Das Feuer, welches rechts von ihr prasselte, war der Treffpunkt dieser laufenden Bäume. Verdammte Räuber, wartet nur bis ich loskomme. Zerren an den Handgelenken war ein erster Versuch, doch er schlug fehl. Vielleicht konnte sie die Riemen an der Baumrinde zerreiben? Idioten. Jedes Kind weiß doch dass man sich Leder und Rinde nicht miteinander vertragen. Hoffentlich ließ man sie jetzt in Ruhe.

Doch sie wartete nicht lange. Nach einiger Zeit trat eine dieser Gestalten auf sie zu, sein Grinsen offenbarte die schlechten Zähne und einen fürchterlichen Mundgeruch. "Wenn du kein Räuber wärst könnte man dich glatt bemitleiden" meinte sie kühl, das Grinsen wich einem Gelächter. "Leute, kommt her, die ist witzig". Dem Ruf folgend erhoben sich alle am Feuer sitzenden und hockten, knieten oder stellten sich im Halbkreis um sie herum und lachten kurz mit. "Euch wird das Lachen noch vergehen" zischelte es, ein seichtes Schmunzeln des Mundgerüchigen lag auf ihr, die Gesichter der anderen die sie zu erkennen imstande war, blickten amüsiert. "Große Töne für ein kleines Mädchen" erklang es, der Mund so nah an ihrer Nase, dass ihr schlecht wurde. Wieso muss mich eigentlich jeder Hampel auf meine Größe ansprechen? "Verschwinde mit deiner Kloake aus meinem Gesicht" fuhr sie ihn danach an. Den erwünschten Erfolg hatte es nicht. "Aber ich bin ein Prinz!" erwiderte dieser, spielte den Entrüsteten, seine Kameraden gröhlten los, einer von ihnen sprach "Prinzen müssen hübsche Mädchen küssen!"

Wenn du das wagst.. wag es nicht! Böse funkeln die Augen Xinthras, als dieser Kloakenprinz seinen Mund auf ihren presste. Mit einem gewaltigen Ruck stieß die Kriegerin ihren Kopf vor, es knirschte und der Mann kippte schmerzverzerrt zurück. Ein weiterer Ruck, die Lederfessel zerriß. Die Arme vorgerissen, mit ihrem linken um seinen Hals geschlungen und die Hand an dessen Schläfe gelegt. All dies geschah so schnell, dass ein erschrockenes Geräusch durch die Menge ging. "Ihr wollt Räuber sein? Ihr seid ein Haufen Hosenschisser!" bemerkte sie, griff nach dem neben ihr liegenden Schwert und hielt es ihm an die Kehle. "Ich habe ein für alle mal genug von Leuten wir euch"

Noch Minuten später hörte man erstickte Schreie, zwischendurch immer wieder das schmatzen eines auf Fleisch treffenden Schwertes. Zitternd lag einer auf dem Boden darnieder "Bitte töte mich micht" flehte er. Was denkt der sich eigentlich? "Nenn mir einen Grund, warum!" herrschte sie ihn an. "Ich wollte gar nicht bei denen mitmachen, die haben mich gezwungen!" behauptete er. Dass er log, war offensichtlich. Aber es sollte ruhig jemand bekannt geben, dass jetzt eine Kriegerin auf dieser Insel sei. Vielleicht ergab sich so ja eine Möglichkeit, mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren. "Verschwinde. Trittst du mir nochmal vor die Augen, trittst du nirgendwo mehr hin. Verstanden?" Heftiges Kopfnicken war die Antwort darauf. Er rannte davon, stolperte manches mal. Nicht einmal davonlaufen kann er.

Ihre Sachen waren schnell zusammengesucht. Die wertvollen Schwerter lagen alle am Feuer, die glänzen Klingen bedeckt von schmierigen Fingerabdrücken. Das Pyrianschwert hatte man sogar als Bratspieß benutzt. Das Fleisch daran war noch gut, so führte sie es sich zu Gemüte, säuberte danach die Schwerter und packte ihre restlichen, auf dem Boden verteilten Dinge wieder ein. Und auch wenn ihr Kopf noch dröhnte, sie musste hier weg, falls dieser eine den sie laufen gelassen hatte, anstelle von Anhaltspunkten Verstärkung mitbrachte. Sie wandte sich Richtung Wald und ging davon.

Verfasst: Sonntag 29. April 2007, 04:43
von Xinthra
Kaum hatte sie den schützenden Wald erreicht, bemerkte sie erst, wie dunkel es wirklich geworden war. Tiefe Nacht beherrschte die Umgebung. Hier und da raschelte es, wenn Tiere durch das Unterholz huschten. Äste knickten und Blattwerk schob sich an ihren Stiefeln vorbei. Es wurde geradezu unheimlich, weil der Mond kaum durch die dichten Baumkronen scheinen konnte. Am Boden unter den Stellen, wo ihm dies gelang, bildete sich ein Mosaik aus kleinen hellen Flecken auf dem nachtschwarzen Waldboden.

Sich hier niederzulegen erschien ihr zwar nicht besonders klug, aber die Alternative, weiter zu laufen, war dies auch nicht. Wie viele Stolperfallen beherbergte doch so ein Wald? Gerade daran gedacht, schon packte eine davon ihren linken Fuß. Mit dem anderen versuchte sie einen Ausfallschritt, doch die Plattenhose hinderte sie daran. Verdammt, schnell die Arme nach vorn. Doch der Baumstamm, zu dem die Wurzeln gehörten, hatte etwas anderes mit ihr vor. Ein unangenehmes Rendezvous ihres Kopfes mit der Rinde des Baumes überzeugte sie unfreiwillig davon, dass hier, und nur hier, der richtige Platz zum Schlafen sei. Das würde eine nette zweite Beule werden.

Verfasst: Sonntag 29. April 2007, 10:06
von Marye Larou
Marye vermisste Xin und fragte sich wie so oft schon zuvor wo sie jetzt wohl sein mochte, wie es ihr ergehen würde und hoffte daß sie bald wohlbehalten zurück kehren würde. Komm bald wieder heim Xin, murmelte sie oft Abends vor dem Einschlafen, denn sie machte sich Sorgen um ihre Schwester. Noch mehr Sorgen machte sie sich um Darina, die einfach ohne jemandem etwas zu sagen verschwunden war. Keiner wußte was mit ihr geschehen war oder wo sie ist und Marye hatte irgendwie eine Ahnung, daß sie Darina nie wieder sehen würde, was sie sehr traurig machte.

Verfasst: Sonntag 29. April 2007, 22:25
von Xinthra
Kaum dass sie ihren Brummschädel wieder spürte und die Augen auftat, bemerkte sie ein erst kürzlich erlebtes, unangenehmes Gefühl. Schon wieder gefesselt dachte sie und blickte um sich. Es war inzwischen Mittag und knapp zwei Schritt von ihr entfernt saß eine Gruppe Menschen im Halbkreis um ihren ausgeschütteten Beutel. Nicht schon wieder die... Den einen erkannte sie. Er hatte also keine Informationen, sondern Verstärkung geholt. Im Gegentum zum letzten mal hielt kein Lederriemen, sondern eine Eisenfessel ihre Hände hinter dem Rücken zusammenhielt.

"Nun sind wir keine Hosenschisser mehr, Weib" grinste sie der an, den sie am Leben gelassen hatte. Und du wirst der sein, der hier gleich am meisten leidet... Sie blickte ihn aus tiefer Verachtung an. Ein anderer erhob seine Stimme. "Meine Leute brennen darauf, sich für deinen Mord an ihren Kameraden zu rächen. Los Jungs, zeigt ihr was ihr davon haltet."

Nun erst bemerkte sie mit Schrecken, dass man ihr die Plattenteile abgenommen hatte. Angehoben ward sie, an den Oberarmen gehalten und fixiert mit kräftigem Griff, kaum eine Möglichkeit, sich zu befreien. Die Fäuste der Männer trafen sie, mancher hart, mancher schwungvoll, doch die Beiden hielten sie scheinbar unermüdlich fest. Die Gröhlerei der Männer schallten durch den Wald, es wurde dunkler vor ihren Augen. Halt durch, du hast schon schlimmeres erlebt. Da spürte sie noch einen Schlag ins Gesicht, das schon beinahe taub war, und es wurde schwarz. Halt gefälligst durch! "Verdammt, sie ist bewusstlos. Was machen wir jetzt mit ihr?" fragte einer der, die sie hielten. "Ich wüsste da schon etwas" meinte der andere, grinste und blickte an der Bewusstlosen herunter.

"Du bist wohl wahnsinnig! Sowas gibts bei uns nicht. Sie kann uns jetzt nicht mehr gefährlich werden. Nehmt die Fessel ab und lasst sie liegen." Er schaute in einige brummige Gesichter und meinte daraufhin "Wer es wagt, sich über meine Anweisung hinweg zu setzen, bekommt es mit mir zu tun!" brüllte er. Seine Anweisungen wurden ausgeführt, Xinthra landete auf dem Waldboden. Das sachte Zucken ihrer Hände hatte niemand bemerkt. Gerade sammelten die Räuber die Dinge ein, die sie ihr abgenommen hatten, richtete sich in deren Rücken eine vor Wut und Verachtung schäumende Kriegerin auf, deren Knurren so tief und dumpf wie von einem Drachen war. Mit einem Satz sprang sie dem nächstbesten auf den Rücken, die Arme um den Hals und riß seinen Kopf herum, leblos sackte der Körper zu Boden. Den Dolch aus dessen Brustgurt warf sie einem der erschrocken aufsehenden Banditen mit großer Wucht ins Gesicht, sein Schreien war Markerschütternd. Dem neben ihr stehenden sich Bewaffnenden, trat sie in die Kniehöhlen, er sackte zusammen doch sein Schwertarm folgte ihm nicht. Xinthra brach ihm beim entwaffnen sowohl Hand als auch Arm und erstach ihn in der nächsten Bewegung. Wie eine Berserkerin stand sie da vor den restlichen neun Banditen, die offensichtlich ihre Hosen gestrichen voll hatten. Das Schwert erhoben, stürmte sie mit einem Wutschrei auf diese zu. Keiner blieb am leben bis auf einen. Dieser lehnte sich zitternd und flehend an einen Baum. "Ich erkenne dein Gesicht. Steh auf!" befahl sie diesem. Mit zittrigen Knien erhob sich dieser, den Blick auf die ihm entgegengehaltene Schwertspitze gerichtet, was ihm Schweiß auf die Stirn trieb. "Du bekommst eine besondere Behandlung. Stillhalten!"

Als sie fertig war, fand er sich in einer mißlichen Lage vor. Um seinen Kopf war eine Schlinge gelegt, das Seil ging über den Ast eines Baumes, wieder hinunter, das andere Ende des Seiles bildete seine Fesseln an den Händen hinter seinem Rücken. Er stand zudem auf einem Schild einer seiner Kumpane, welches in den Boden gerammt sein einziges Hindernis vor dem Sprung in Krathors Reich war. "So gefällst du mir schon besser" meinte Xinthra kühl. Allmählich packte sie ihre Sachen zusammen. "Ich gebe dir eine Chance, dich zu befreien." sprach sie, doch ihr Grinsen verriet die wahren Absichten. Der Dolch ward aus dem Gesicht seines Kameraden gezogen und ihm in den Hosenbund geschoben. "Wenn du es schaffst, dich damit zu befreien, kannst du weiterleben." hauchte sie ihm entgegen und lachte daraufhin düster. Plötzlich übermannte sie ein heftiger Kopfschmerz, der sie auf die Knie zwang und wieder alles duster werden ließ, obwohl es doch Mittag war. Knapp eine Stunde später konnte sie erneut die Augen öffnen. Der Kopfschmerz, wie verflogen. Der Bandit hing leblos am Seil, er musste zu sehr gezappelt und so den Schild zum kippen gebracht haben. Verwundert blickte Xinthra um sich, blickte die Leichen der Räuber an, an sich herunter. Sie trug die Rüstung wieder, ihre Schwerter. Wie konnte das sein, sie war doch eben noch.. und überhaupt, wo war die Eisenfessel? Was ist hier passiert schwirrte ihr durch den Kopf. Könnte es etwa sein, dass ich.. dann ist es also wahr, ich habe das Dorf wirklich.. Endlich hatte sie ihre Antwort. Sie tat Dinge, ohne selbst davon zu wissen. Sie wusste zwar immer noch nicht, wann und wieso, aber dass es so war, dafür hatte sie hier einen eindeutigen Beweis. Zeit, nach Hause zu gehen. So lief sie den Weg zurück, das grün und blau geschlagene Gesicht zog in dem Hafendorf einige interessierte Blicke in ihre Richtung, doch wichtig war nur noch das Schiff nach Lameriast. In zehn Stunden sollte eines kommen. Die perfekte Möglichkeit, sich in der Herberge am Hafen ein Zimmer zu nehmen. Dort schlief sie erst noch ein paar Stunden, bevor sie dann das Schiff bestieg. Das Schiff nach Lameriast. Das Schiff gen Heimat.