Ein Haufen, zwei Haufen, oder wer kann hier nicht zählen?
Verfasst: Donnerstag 19. April 2007, 19:21
„Savea, geht und zahlt Mikheram den Lohn für die Steinquader, um den Transport werde ich mich zu gegebener Stunde selbst kümmern.“
„Wie Ihr wünscht Euer Hochgeboren von Elbenau!“ beeilte sie sich zu sagen und spürte einen feinen Hauch im Nacken, bei dem Gedanken mit derart viel Münzen die Höhlen zu betreten, die nach Nilzadan führen. Aber Anweisung ist Anweisung und Bier ist.. nein.. diesmal würde sie einen Wein trinken, statt des kräftigen Zwergenbiers.. einen leichten... vielleicht einen Apfelwein.
Als sie im Begriff war, nach dem Beutel zu greifen, der wohl die entsprechende Anzahl an Münzen enthielt, fanden sich Bruchstücke der Erinnerung vor ihren Augen wieder, wie sie durch die finsteren Gänge ging, leicht torkelnd, den Ausgang suchend, gegen einen Pilz stolpernd, sich entschuldigend, in der Annahme es wäre einer des kleinen Volkes.. ein Kopfschütteln folgte, begleitet von einem leisen Knurren und der bekräftigenden Feststellung, „Nie wieder Zwergenbier!“
Der Münzbeutel war gut verstaut und die Reise konnte beginnen.
Nilzadan
Bereits kurz nach ihrer Ankunft stieß sie auf Mikheram und wurde sogleich in die Taverne gelotst. Besonders stolz war sie, dass der Wirt sie mit einem leicht grimmigen Blick bedachte, weil sie sich von ihm diesmal nicht über den Tisch hatte ziehen lassen. Mikheram indes beobachtete das Ganze deutlich amüsiert.
Nach dem sich gehörenden Zuprosten und einigen genußvollen Schlucken, kam sie ohne Umschweife zur Sache.
„Ihre Hochgeboren wünscht, dass Ihr den Lohn für Eure Mühen empfangt, meines Wissens eintausenddreihundertsechzig Steinquader zu je fünfzehn Münzen...“ und sie schüttete mit diesen Worten die Münzen aus dem Beutel auf den Tisch.
Während Mikheram den Haufen betrachtete, ließ sie sich den Apfelwein munden.
„Du, der Haufen ist aber viel zu groß.“
Fast hätte sie sich am letzten Schluck des Weines verschluckt. „Aber das kann doch nicht sein.. der vierte Haufen von rechts in der Truhe...“ Nun starrte auch sie auf den Münzhaufen, die Stirn gefurcht, während Mikheram eine Steintafel kleineren Ausmaßes hervor holte, Zahlen hinein kratzte, um sie dann flugs wieder verschwinden zu lassen, mit den Worten:
„Dann wird das sicher seine Richtigkeit haben... magst noch einen Wein? Ich geb einen aus.“
Gastfreundlich sind sie ja vom kleinen Volk, da kann man nichts gegen sagen!
Einen großen Weinkrug später, versicherte ihr Mikheram; „Du hast sicher den richtigen Haufen genommen, bestimmt hat das hohe Langbein dir einen falschen genannt.. das wäre ihr sicher unangenehm das zuzugeben.“
Ein weinvernebeltes zustimmendes Nicken folgte, gepaart mit der Sorge:
„Aber wenn das so wäre, würde sie mir da nicht die Schuld geben?“
„Wenn sie das täte, würde sie ja lügen wie ein Geschöpf des Brudermörders!“
„Wenn nun aber doch ich den Haufen verwechselt habe? Vielleicht sag ich am besten gar nichts.. vielleicht sollte ich die Haufen noch ein wenig vertauschen?“ Stellte sie laute Überlegungen an, denen sich Mikherams wildes Nicken anschloß, dabei Mut machend deklarierend: „Dann fällt das bestimmt gar nicht auf.“
Nicht gänzlich überzeugt von den eigenen Plänen die bange Frage: „Wäre ich dann nicht selber wie ein Geschöpf des Brudermörders?“
Die Antwort wischte fast alle Zweifel hinfort:
„Nein, Nein, nein! Du bist... du bist.. beinah ein Zwerg! Immer den größten Haufen nehmen, das kann nie verkehrt sein!“
Lag es an den Höhlen? Lag es an dem Apfelwein? Lag es an Mikherams vehementem Zuspruch, dass sie nach Hause eilte mit wehendem Umhang, nur mit kurzem Gruß an den Schloßwachen vorbei.. und festem Entschluß...?
„Wie Ihr wünscht Euer Hochgeboren von Elbenau!“ beeilte sie sich zu sagen und spürte einen feinen Hauch im Nacken, bei dem Gedanken mit derart viel Münzen die Höhlen zu betreten, die nach Nilzadan führen. Aber Anweisung ist Anweisung und Bier ist.. nein.. diesmal würde sie einen Wein trinken, statt des kräftigen Zwergenbiers.. einen leichten... vielleicht einen Apfelwein.
Als sie im Begriff war, nach dem Beutel zu greifen, der wohl die entsprechende Anzahl an Münzen enthielt, fanden sich Bruchstücke der Erinnerung vor ihren Augen wieder, wie sie durch die finsteren Gänge ging, leicht torkelnd, den Ausgang suchend, gegen einen Pilz stolpernd, sich entschuldigend, in der Annahme es wäre einer des kleinen Volkes.. ein Kopfschütteln folgte, begleitet von einem leisen Knurren und der bekräftigenden Feststellung, „Nie wieder Zwergenbier!“
Der Münzbeutel war gut verstaut und die Reise konnte beginnen.
Nilzadan
Bereits kurz nach ihrer Ankunft stieß sie auf Mikheram und wurde sogleich in die Taverne gelotst. Besonders stolz war sie, dass der Wirt sie mit einem leicht grimmigen Blick bedachte, weil sie sich von ihm diesmal nicht über den Tisch hatte ziehen lassen. Mikheram indes beobachtete das Ganze deutlich amüsiert.
Nach dem sich gehörenden Zuprosten und einigen genußvollen Schlucken, kam sie ohne Umschweife zur Sache.
„Ihre Hochgeboren wünscht, dass Ihr den Lohn für Eure Mühen empfangt, meines Wissens eintausenddreihundertsechzig Steinquader zu je fünfzehn Münzen...“ und sie schüttete mit diesen Worten die Münzen aus dem Beutel auf den Tisch.
Während Mikheram den Haufen betrachtete, ließ sie sich den Apfelwein munden.
„Du, der Haufen ist aber viel zu groß.“
Fast hätte sie sich am letzten Schluck des Weines verschluckt. „Aber das kann doch nicht sein.. der vierte Haufen von rechts in der Truhe...“ Nun starrte auch sie auf den Münzhaufen, die Stirn gefurcht, während Mikheram eine Steintafel kleineren Ausmaßes hervor holte, Zahlen hinein kratzte, um sie dann flugs wieder verschwinden zu lassen, mit den Worten:
„Dann wird das sicher seine Richtigkeit haben... magst noch einen Wein? Ich geb einen aus.“
Gastfreundlich sind sie ja vom kleinen Volk, da kann man nichts gegen sagen!
Einen großen Weinkrug später, versicherte ihr Mikheram; „Du hast sicher den richtigen Haufen genommen, bestimmt hat das hohe Langbein dir einen falschen genannt.. das wäre ihr sicher unangenehm das zuzugeben.“
Ein weinvernebeltes zustimmendes Nicken folgte, gepaart mit der Sorge:
„Aber wenn das so wäre, würde sie mir da nicht die Schuld geben?“
„Wenn sie das täte, würde sie ja lügen wie ein Geschöpf des Brudermörders!“
„Wenn nun aber doch ich den Haufen verwechselt habe? Vielleicht sag ich am besten gar nichts.. vielleicht sollte ich die Haufen noch ein wenig vertauschen?“ Stellte sie laute Überlegungen an, denen sich Mikherams wildes Nicken anschloß, dabei Mut machend deklarierend: „Dann fällt das bestimmt gar nicht auf.“
Nicht gänzlich überzeugt von den eigenen Plänen die bange Frage: „Wäre ich dann nicht selber wie ein Geschöpf des Brudermörders?“
Die Antwort wischte fast alle Zweifel hinfort:
„Nein, Nein, nein! Du bist... du bist.. beinah ein Zwerg! Immer den größten Haufen nehmen, das kann nie verkehrt sein!“
Lag es an den Höhlen? Lag es an dem Apfelwein? Lag es an Mikherams vehementem Zuspruch, dass sie nach Hause eilte mit wehendem Umhang, nur mit kurzem Gruß an den Schloßwachen vorbei.. und festem Entschluß...?