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Trügerische Sorge?
Verfasst: Dienstag 10. April 2007, 19:03
von Rafael de Arganta
Der Tag war sehr sehr unruhig gewesen.
Wie so oft ritt er die Friedhöfe die er kannte ab, kontrollierte ob noch alles in Ordnung war.
Nachdem Feli ihm erzählt hatte das die Diener Krathors wohl in Berchgard waren und nachdem wohl jemand die Wachen auf dem Varuna Friedhof angegriffen hatte, ließ ihm das keine Ruhe.
Längst noch nicht waren die Schmerzen und die Qualen seiner Gefangenschaft von damals vergessen.
Er wollte ihnen das Handwerk legen.
An diesem Morgen war er in Berchgard gewesen, danach routinemäßig den Friedhof vor Varuna und dann zu dem im Walde.
Alles schien ruhig zu sein und er wollte gerade weiter nach Bajard reiten, als er einen Hilferuf hörte.
Sofort drehte er um suchte den Ursprung des Rufes heraus zu finden und sah Marisha, bedroht von Untoten. Sofort, ohne nachzudenken ließ er sich von seinem Pferd gleiten, das Schwert in der Hand, auf jene einschlagend dessen untote Seele er ... befreien wollte.
Es waren viele, doch hatte er Glück, und wurde nur leicht am Arm verletzt, bevor er die Untoten hier vernichtend schlagen konnte.
Aufatmend sah er sich zu der verschüchtert wirkenden Marisha um die sich ihm nur langsam näherte und sich bedankte.
Diese Kreaturen ... wie er sie hasste.
Obwohl ... das wohl nur natürlich war, nachdem was er erlebt hatte.
Marisha verband seinen Arm hilfreich und gab ihm ein Mittel gegen Infektion und Schmerzen.
Der Ghul der ihn getroffen hatte, sah duster aus, und sein Blut war so grün gewesen das sie sicher gehen wollte das es ihm gut ging.
Freundlich hatte er sich verabschiedet, er wollte heim reiten.
Die Friedhöfe waren ... sicher, jedenfalls waren im Moment keine Krathorianer in der Nähe.
So verließ er Marisha und diesen Ort und ritt zurück.
Die Schmerzen waren schnell vergessen als er heim kam und Feli ihn begrüßte, sie mochte es nicht wenn sie sich um ihn sorgen musste, und so erwähnte er den Kampf erst gar nicht, genauso wenig wie einige die er vorher hatte.
Sie aßen gemeinsam und am Abend hatte er die Begegnung schon zur Seite geschoben, und seine Gedanken waren wieder bei Leonhard und dem Schwert.
Die Gefahr ... die Gefahr vor der Temora selber warnte ... das Schwert.
Was für eine Gefahr wartete auf sie.
Erst spät in der Nacht gingen sie schlafen.
Doch Rafael schlief nicht sehr lange.
Irgendetwas weckte ihn.
Ein Traum? Nein es war kein Traum. Eher ein Gefühl. Ein sehr düsteres Gefühl.
Angst...
Angst und Sorge vor allem jedoch das Wissen das Gefühl das etwas drohendes sich näherte das jemand... jemand jetzt in diesem Augenblick in Größter Gefahr war.
Adrian !!!
Adrian war in Gefahr, jetzt in diesem Moment.
Mit einem Aufschrei fuhr er hoch.
„NEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN“
Feli neben ihm schoss aus dem Kissen hoch, noch kaum wirklich wach die Hand vor Schreck auf ihre Brust gelegt.
„Feli... Adrian ist in Gefahr. Schnell“ erklärte er ihr und sprang schon aus dem Bett um sich an zu ziehen.
„So ein Unsinn, Schatz. Du hast geträumt. Komm ins Bett!“
„Das war kein Traum... eine Vorahnung... ein Gefühl. Das hat mich noch niemals getäuscht, ich kann zwischen Traum und Vision unterscheiden.“
Feli stand langsam wieder auf. „Wir sollten wieder schlafen gehen.“ Murrte sie und fügte an. „Jaja.. Schatz dein Gefühl sollte dir lieber sagen deine Frau schwanger ist und ein Herzinfarkt mitten in der nacht da nicht sehr förderlich ist!“
Rafael sauste schon hinab die Pferde sattelnd. „Ich habe mich noch nie geirrt.“ Rief er noch und Feli ungehalten über die nächtliche Störung murrte „ Wehe wenn!“
Im Jagdtempo stürmte er gen Schloss, Feli hintendrein um sofort den Wachen zu zu rufen sie sollen Alarm geben.
„Wollen...wir... nicht erst einmal nachsehen?“ versuchte Feli es noch einmal doch Rafael hörte schon nicht mehr.
Er stürmte das Schwert gezogen schon die Treppe hinauf und riss die Tür zu des Grafen Schlafgemach.
Adrian schlief anscheinend. Den Arm um Eileen gelegt, fuhr er beim Öffnen der Tür sofort auf, griff nach seinem Schwert und stand schon neben dem Bett, noch bevor Rafael ganz im Zimmer war.
„Schatz!“ hörte er die schneidende Stimme Felis hinter sich, dabei jedoch etwas verwirrt Adrian anblickend.
„Was soll das hier werden . hinaus aber sofort!“ ließ sich der Graf sehr sehr scharf vernehmen, auf die Tür deutend, und Rafael ließ nur langsam ziemlich entgeistert wirkend das Schwert sinken.
„Entschuldige Adrian.“ Ließ sich Feli ziemlich gereizt vernehmen, „ Schatz können wir jetzt vielleicht wieder ins Bett? Ich habe dir doch gesagt es ist nichts! “
„Aber ... es geht dir gut? Das kann nicht sein?!“ meinte Rafael leise und ließ sich von Felicitas langsam am Umhang hinaus ziehen.
Adrian drehte sich derweil noch kurz zu Eileen leise meinend. „Schlaf weiter, dem Wirrkopf versohl ich den Hintern schon allein.“ Bevor er sich rasch etwas anzog und ihnen folgte.
Rafael schien es nicht fassen zu können das er sich so getäuscht hatte, dementsprehcen ging er den Kopf schüttelnd und ziemlich kleinlaut die Treppe hinab in das Arbeitszimmer Adrians.
Der Graf folgte ihnen auf dem Fuße und fuhr Rafael direkt an. „Was um alles in der Welt war das eben für ein Auftritt.“
Rafael versuchte es zu erklären. „Ich hab gedacht... gefühlt... eine Vorahnung, so plastisch..
Du warst in Gefahr, und zwar direkt in dem Augenblick.“ „Du hast geträumt!“ erklärte Feli ungehalten hinter ihm.
„Also nur weil du mit deinen schlechten Träumen nicht zurande kommst weckst du die
halbe Grafschaft?“ merkte Adrian zornig auf und Rafael warf die Hände in die Luft.
„Verflucht warum glaubt ihr mir nicht! Es war KEIN Traum!!! Ein Gefühl und das hat mich noch niemals getrügt! Du bist doch Adrian? Der Echte Adrian oder?!“
versucht er es nun, doch Adrians Antwort darauf schaffte alle Zweifel beiseite.
„Können wir jetzt vielleicht heim reiten und schlafen gehen?“ meinte Feli hinter ihm und Rafael nickte nur langsam.
Das Gefühl indes ließ ihn einfach nicht los
Verfasst: Mittwoch 11. April 2007, 17:19
von Rafael de Arganta
Er hatte sich hingesetzt ... nur einen Moment hingesetzt und in dem Moment wo er spürte das der schlaf ihn übermannte, sein Kinn sich auf seine Brust neigte, war er hochgeschreckt.
Schlafen... nein er durfte nicht schlafen.
Seine Hand fuhr an den Griff des Schwertes, das beruhigend an seiner Seite hing, und er stand auf.
Feli schlief schon und Rafael stand auf.
Sein Herz klopfte zum zerspringen als er in die Stille hinein horchte.
War da nicht was gewesen?
Ein Geräusch? Schlich vielleicht jemand um das Haus herum? Nein bestimmt nicht ...
Oder vielleicht doch?
Das Schwert ziehend trat er hinaus, ging um das Haus herum.
Ein kleiner Spaziergang bei dem Yuni ihm vergnügt folgte.
Nichts, gar nichts.
Aber warum hatte er nur das Gefühl das gleich etwas passieren würde.
Als würde nur jemand darauf warten das er nicht hinsah um jenen die er beschützen musste etwas an zu tun.
Was war nur mit ihm los?
Die letzte Nacht hatte er Feli noch überzeugen können, vertrösten das es ihm gut ging und er noch in der Feste was erledigen musste, und in seinem alten Haus schlafen würde.
Stattdessen hatte er die ganze Nacht im Schloss gewacht ... nein... nicht die Ganze.
Angst hatte ihn abgelenkt und ihn sicher drei? Vier?... nun gut vielleicht auch fünfmal nach Hause reiten lassen um zu sehen ob bei Feli auch alles in Ordnung war.
Doch schnell war er wieder ins Schloss geritten.
Auch jetzt rang er mit sich.
Ob dort auch alles in Ordnung war? Er war heimgekehrt abends, und war sogar mit Feli schlafen gegangen, doch die Unruhe hielt ihn wach, weckte ihn immer wieder, bis er sich schließlich vorsichtig aus ihrem Arm löste, sich anzog und hinabschlich.
Die Müdigkeit war ihm längst an zu sehen und er kochte sich einen Tee mit belebenden Zusätzen, den er schon Kannenweise zu sich genommen hatte.
Auch jetzt ließ ihm die Unruhe keine Ruhe und so schlich er sich hinaus.
Schloss die Tür hinter sich vorsichtig, und sattelte Rymis.
Der Arme tat ihm schon leid, so das er mehrfach eines der anderen Pferde nutzte um zum Schloss zu reiten um dort nach dem rechten zu sehen.
Er hoffte nur das Feli es nicht mitbekam, wissend das sie ihn nicht verstehen würde...
Obwohl... verstand er sich denn selber noch?
Er musste einfach seiner Unruhe nachgehen.
Er war sich sicher das sein Freund in Gefahr war, oder Feli oder ...
Er schüttelte den Kopf, schwang sich auf Rymis und ritt leise aus dem Tor um seinen Hengst dann direkt hinter der Brücke die Sporen zu geben.
Er würde schon darauf Achten das Adrian, Felicitas und Eileen nichts geschah.
Verfasst: Mittwoch 11. April 2007, 19:50
von Felicitas de Arganta
Als die Tür schon wieder ins Schloss fiel, seufzte Feli.
"Da geht er schon wieder...was ist nur mit ihm los?"
Feli stand auf und nutzte die Gelegenheit. Immernoch im Nachthemd bekleidet machte sie sich auf seinen Schrank zu durchsuchen. Alles was sie dort an Waffen und Rüstungen fand stopfte sie in eine Tasche.
Dann warf sie sich einen Umhang um, zog die Sandalen über und ging ins andere Haus hinüber. Natürlich war er nicht hier. Rymis auch nicht.
Er ritt wieder irgendwo mitten in der Nacht herrum.
Wie von Sinnen, war er in diesen Tagen. Feli konnte sich das nicht erklären. Was war nur mit ihm los? Hatte er plötzlich wieder diese Angst das er irgendwas verpassen könnte?
So hatte sie ihn kennen gelernt. Ständig müde, ständig Hungrig.
Es roch noch nach Tee. Feli kannte die Mischung. Natürlich...
Ihre Schritte führten sie hinauf ins Arbeitszimmer wo Rafaels Truhe stand.
Dort nahm sie auch alles an Rüstungen und Waffen herraus.
"Deine Ritterrüstung bekomme ich auch noch, Schatz..." murrte sie vor sich her und ging mit dem ganzen Waffen- und Rüstarsenal wieder hinab.
Yuni striff draussen umher. Als Feli hinaustrat kam Yuni auf sie zu getabst und beobachtete was ihr Herrchen da wohl machte.
Feli unterdess nahm eine Schaufel aus den Stallungen und begann ein Loch zu buddeln.
Schön tief..dachte sie sich. Er würde lange brauchen um die Sachen wiederzufinden. Sie war es langsam satt.
Immer wieder ging ihr Blick gen Tor ob Rafael nicht doch endlich einfiel, dass er ins Bett neben seine Ehefrau gehörte. Aber das tat er nicht.
Auch seine Entschuldigungen und Ausflüchte, warum er ständig verschwand, glaubte sie ihm nicht mehr. Sie kannte Rafael viel zu gut.
Bald würde sie ihn ins Kloster einweisen lassen...soviel war sicher!
Als das Loch tief genug war, warf sie die komplette Sammlung an Waffen, Schwertern, Äxten, Rüstzeug und anderen Dingen in das Loch und schüttete es wieder zu. Sorgsam nahm sie die Grasstücke und legte sie auf die frische Erde. Er würde wirklich eine Weile brauchen bis er die Sachen wiederfand.
Nach getaner Arbeit ging sie zurück ins Haus, wusch sich kurz.
Der Mond stand immernoch hell am Himmel. Es war spät und Feli war sowas von schwanger.
Sie brummte und legte die Hand auf den Bauch, der langsam verraten liess das dort ein neues Leben in ihr gedieh.
"Ich sollte nochetwas schlafen...hoffentlich kommt Rafael irgendwann auch mal Heim und bleibt hier!"...
Mit den Worten zog sie sich ins Bett zurück und schlief wieder. Sie brauchte ihren Schlaf und ihr Kind brauchte jenen auch.
Verfasst: Donnerstag 12. April 2007, 12:43
von Rafael de Arganta
„Verflucht wo war denn nur ....“ Rafael räumte Kiste für Kiste aus, aber er vermochte den Zweihänder den er so dringend suchte, nicht zu finden.
Den Zweihänder nicht und auch einige der anderen Waffen nicht.
Zudem war seine Silberrüstung fort. Die aus Pyrian, die aus Pyrian Colium ....
Er stand wie verdattert inmitten des Zimmers.
„Felicitas!“ Eine Mischung aus Drohung und Verzweifelung in der Stimme sprach er diesen Namen aus. Anders konnte es ja gar nicht sein... seine Sachen nicht einfach so verschwinden.
Er verdrehte die Augen. Verstand sie denn nicht? ... Nein... wie denn. Er verstand sich doch nicht einmal selber. Der Gedanke Adrian könnte jetzt irgendwo alleine in Gefahr sein drehte ihm den Magen um.
Schweiß stand auf seiner Stirn...
Und was wenn Feli ihn gerade jetzt brauchte?
Wo war die Gefahr ... „Welche Gefahr?!“ maßregelte er sich ohne sich selber zu glauben.
„Sie kommen.“ ...
Er fuhr herum! Wer war das...w er hatte das gesagt.
Wie ein Wispern in seinem Kopf.
Sie kommen sie zu holen... dich zu holen....
Rafael schüttelte den Kopf um einfach wieder klar denken zu können. Er war müde... dazu der viele Tee... das konnte ja gar nicht gut gehen.
Er musste hinaus... musste zu Darna.
Die Kameradin bitten auf Adrian auf zu passen... dann konnte er bei Feli bleiben.
Ja... Darna ... Darna war die rechte wahl.
Auf sie konnte er sich verlassen, so das er Zeit für Feli hatte.
Er fasste sich an den Kopf.
Und was wenn dem nicht so war? Wenn sie es auf die leichte Schulter nahm?
Nein das tat sie sicherlich nicht. Ganz bestimmt nicht.
Mit zusammengebissenen Zähnen ging er hinaus stieg auf Rymis und ritt wieder gen Varuna.
Einen Blick vorher ins Schloss zu werfen konnte nicht schaden.
Sicher war alles gut ... Alles war gut... Alles wird gut .
Er presste die Augen zusammen, nur einen Moment.
Etwas war nicht in Ordnung... ganz und gar nicht in Ordnung.
Aber er durfte jetzt nicht aufhören... womit auch immer.
Er musste aufpassen, Acht geben auf die Menschen die wichtig waren.
Und Feli ... seine Rüstung ... seien Ritterrüstung würde sie nicht bekommen. Wenn nötig würde er darin schlafen, oder sie vor ihr verstecken.
Warum glaubte sie ihm nur nicht, vertraute sie ihm denn gar nicht ...
Vertraute er sich selber noch?
Schnell schüttelte er den Kopf. Was dachte er da nur.
Es würde alles gut werden, ganz sicher... ein... zwei Tage nur, dann wüsste man was für eine Gefahr es war... wer auf sie wartete...
Ganz bestimmt.
Verfasst: Donnerstag 12. April 2007, 18:50
von Rafael de Arganta
Er hockte am kleinen See und starte auf die Oberfläche des Wasser, seinem Spiegelbild entgegen.
Wirre Augen in einem übermüdeten Gesicht starrten ihm entgegen.
Das Schwert hielt er immer noch in der Hand, das Blut an der Klinge zeugte davon was er getan hatte.
Das das an was er sich erinnerte kein Traum gewesen war.
„Ich hab dir doch nur helfen wollen... nur helfen.... wirklich.“ Sprach er zu sich als hätte er wen anderen vor sich. „Ich kann doch nicht zulassen das dir was passiert, oder? Nein... und wenn sie dich nun holen wollen? Du glaubst mir nicht. Keiner glaubt mir, aber es stimmt...stimmt wirklich sie sind da... so nah, strecken ihre Klauen schon nach dir aus... nach, mir! Aber mich bekommen sie nicht, ich weiss das ihr es seid.“
Wirr seine Worte wie seine Gedanken.
Getrieben von dem Wissen Feli und Adrian beschützen zu müssen, zerfressen von der Selbstgeißelung das er es schließlich war der Adrian verletzt hatte.
Was hatte er nur getan? Aber wie konnte Adrian ihn auch nur beurlauben wollen ... das konnte er doch nicht. Er schnaufte auf. Was sollt er nun tun? Wie würde er so auf ihn acht geben können? Darna! Darna war noch da. Sie würde auch auf ihn achten, außer sie wäre... einer von ihnen.
Er raufte sich das Haar und stand auf
Wie hatte er nur zum Schwert greifen können. Wie nur glauben das Adrian nicht Adrian war.
Aber wenn er doch nicht verstand?
Es zeriss ihn.
Er wollte zurück, wollte keinen an Adrian heran lassen, aber er wusste auch das man ihn sicher einsperren würde, wenn er jetzt nach Varuna ging.
Verstand ihn denn keiner? Verstand denn keiner das sie alle in Gefahr waren?
Sie würden kommen, leise und unsichtbar, sie würden um sie sein, er wollt sie doch alle nur beschützen.
Und jetzt? Jetzt war er gezwungen gewesen seine Ehre zu beflecken ....
„Oh Temora hilf mir.“ Wisperte er zu sich selber, stand auf und verließ den Platz schleichend fast um zum Schrein der Ehre zu gehen.
Hier war sein Platz! Temora kannte ihn, wusste was in ihm vorging und sie würde ihn verstehen.
Verfasst: Donnerstag 12. April 2007, 23:10
von Darna von Hohenfels
"Ich hasse solche Tage. Rafael, verzeih mir bitte. Oh, da wird er sich so fürchterlich für rächen... Es tut mir so leid, liebe Güte. Hoffentlich hab ich ihn nicht zu sehr weh getan. Ich hasse sowas."
"Temora mit Euch."
"Um Himmels Willen, Herr Ragwyn. Bloß schnell weiter. Ich muß doch aussehen, als hätt ich hier 'ne Leiche oder würde Menschenschmuggel betreiben..."
Sie trieb Sandsturm an, etwas schneller zu gehen und hielt das in weißen Laken verschnürte, lange, grob menschenförmige Paket fest, was vor ihr quer über dem Sattel lag, gefesselt und geknebelt. "Es tut mir leid, Rafael."
Diese Schmach... und nur, weil er am Rad drehte. Als Adrian ihr heute Vormittag besorgt erzählte, wie er zu der Armverletzung gekommen war und sie selber bei aller Sorge versuchte, noch irgendwie einen klaren Kopf zu behalten und mal wieder mit den rationellen Part zu übernehmen, hatte sie Adrian noch aufzumuntern versucht.
"Ritterin, schafft ihn ins Schloß, zieht ihn notfalls an den Ohren hierher."
Sie verzog schmerzlich das Gesicht. "An den Ohren... in Rüstung..."
"Meinethalben auch an den Füßen."
Sie salutierte, ohne aufzustehen. "Sir Rafael wird mit den Füßen voran ins Schloß gebracht werden - sehr wohl, Euer Hoheit."
Er lachte - und beiden war todernst bewusst, um welch delikate Angelegenheit es mal wieder ging.
"De Bourgo, diese Angelegenheit ist vertraulich. Seine Hoheit wünscht nicht, daß Gerede aufkommt."
Sie wollte nicht lügen, doch sie musste Larius auch irgendeinen Grund geben, der ihm die Skrupel nahm, sich gegen einen Ritter der Reiches zu wenden. So fragte sie ihn nur, ob er sich an die Sache mit der Tollwut erinnere. Oh ja, das tat er - ganz wie sie es befürchtet hatte. Danach sprach sie von Rafael, ohne beides in einem Satz in Zusammenhang zu bringen, und die Assoziation kam wie gewünscht. Es war keine Lüge, aber es behagte ihr genauso wenig.
Umso erleichterter war sie, als sie Rafael tatsächlich am Schrein der Ehre fanden.
Doch in welchem Zustand...
Es brauchte keine falsche Assoziation. Rafael gebärdete sich tatsächlich, als hätte die Tollwut von ihm Besitz ergriffen. Er stürzte sich schlußendlich auf sie, nachdem sie mit Engelszungen bis hin zu drohend auf ihn eingeredet hatte, freiwillig mitzukommen. Es half nichts. Zuletzt hielt er sie selber für den Feind. Sie hatte ihre Befehle und war entschlossen, sie auszuführen, doch ihr Zögern, ihm wehzutun, ließ Rafael nahezu jeden Schlag einen Tick schneller landen, bis ein Hieb von ihm sie gegen die niedrige Brüstung der Brücke schleuderte und zusammensacken ließ.
Diese Wucht...
"L.. Larius... aufhaltn."
Endlich half ein Lähmungstrank, wie er sollte. Wieso hatte sie ihren nicht früher eingesetzt? Zuviele Skrupel. Es hatte ihr mißfallen, daß alle ihm die Rüstung und die Waffen wegnehmen wollten, welch Schmach, nur weil... sie seufzte. Irgendwo war sie immernoch auf seiner Seite, sah auf die Rolle weißer Laken runter, gerade mal die Füße guckten noch ein bißchen raus.
"Es tut mir leid.
Irgendwann... ich kenne die Ironie des Schicksals, oder ich wünsch es dir irgendwie auch einfach nur... eigentlich wünsch ich es mir nicht. Aber irgendwann wirst du dich sicher dafür revanchieren können."
Adrian kam über die Wiese gelaufen, hielt inne, sah auf das Paket, das die Ritterin seiner Hoheit brachte, während ihr selber Blut im Mundwinkel trocknete. Rafaels Hiebe waren nicht wirklich zärtlich zu nennen. Und jetzt schleppte sie ihn hier wie einen nassen Sack von Mumie an.
"Götter, ist mir das peinlich."
Verfasst: Sonntag 15. April 2007, 19:27
von Rafael de Arganta
Rafeal wachte nur langsam auf, er spürte das Feli sich an ihn schmiegte, und wollte sie enger an sich ziehen, als er spürte das etwas nicht stimmte dieses Gefühl und das Gefühl das seine Hände gebunden waren erfüllten ihn gleichzeitig.
Gefangen. Man hatte ihn wie eine Mumie verpackt, gefesselt ins Schloss gebracht, seine Hände an den Pfosten gebunden, man glaubte wirklich er wäre wahnsinnig.
Schweiss bildete sich auf seiner Stirn.
Nein er war nicht verrückt. Warum erkannte niemand die Wichtigkeit seiner Vorahnung? Das wirklich eine Gefahr wartete, dieses etwsa das auf sie wartete. Wer passte nun auf Adrian und Feli auf wenn man ihm misstraute. Er musste raus, musste sich befreien irgendwie. Er musste Adrian schützen und ... Er war es der ihn angegriffen hatte. schoss es ihm durch den Kopf, und nur mit Mühe vermochte er es zu verhindern das er sich zu winden begann.
Das hatte er nicht gewollt, und doch ... DU WARST ES !!! Genauso wie bei Darna. Wer wird der nächst sein? Felicitas? Er hatte Mühe ruhig zu atmen, die Ruhe zu behalten.
Er zwang sich dazu.
Das Wissen das er nicht helfen konnte wenn er hier weiter gebunden wäre, ließ ihn fast verzweifeln, und fieberhaft begann er zu überlegen, zu denken.
Nein sie würden ihn nicht einfach frei lassen.
Aber was wenn er aufwachte... so tat als wäre alles nur ein Traum gewesen? Ihnen Recht gab bis er seine Chance bekam zu fliehen?
Sie würden ihm Misstrauen, aber vielleicht etwas weniger Wachsam sein.
Ein Versuch war es wert, denn... wer wusste schon wer von ihnen wirklich noch er selber war?
Vielleicht waren SIE schon hier? Unter ihnen?
Ihm wurde schlecht.
Er musste fort, er brauchte ein Schwert ... er brauchte seine Freiheit, er brauchte seine Sicherheit, und er wusste das er das nur bekommen würde, wenn er... harmlos wirken würde.
Er würde schon dafür sorgen das sie ihm glauben mussten! Irgendwann würdne sie einsehen wie recht er gehabt hatte.
Er hoffte nur das es bis dahin nicht zu spät war.
Verfasst: Montag 16. April 2007, 11:13
von Sven Hinrah
bitte löschen
Verfasst: Montag 16. April 2007, 11:14
von Felicitas de Arganta
Sorge umschlich die nächsten Tage Feli`s Gedanken.
Rafael war ruhiger geworden nachdem er eingesehen hatte, dass man ihn nicht gehen liess. Das Schloss war ruhig. Einige Male erklärte er, dass "Sie" kommen würden.
Wer auch immer "Sie" waren. Feli wusste es nicht. Sie erkannte ihren geliebten Mann nicht mehr. Was war nur mit ihm? Was hatte man ihm angetan? Wie konnten sie ihm helfen?
Die Sorge machte Feli fast krank und sie fühlte sich elend in diesen Tagen.
Solange sie im Zimmer des Schlosses war, wo man Rafael, zu seinem eigenen Schutz, gefangen hielt hatte sie keine Waffen bei sich.
Er war unberechenbar.
Seine Ritterrüstung und sein Schwert lagen im Kastell, so wie sie es Hudgarr aufgetragen hatte. Adrian sah ab und an nach ihnen, aber auch ihm sah man die Sorge um seinen Waffenbruder deutlich an.
Dann am Tag der Sonne, es muss Mittags herrum gewesen sein klopfte es an der Türe. Feli nahm grad ihr Essen ein und Rafael weigerte sich natürlich.
"Wie kannst du jetzt essen? Du weisst genau das ihr mich hier nicht ewig gefangen halten könnt! Feli! Ich muss nunmal tun was ich tun muss, das weisst du!"
Sie hatte seine Triaden so satt...
"Ja bitte?", rief sie gen Tür. Die Schlosswache hatte Anweisung die Tür nur auf ihr Geheiss hin zu öffnen.
"Euer Erlaucht, ich soll euch mitteilen, dass der Hauptmann der Stolzenfelser Garde im Hauptkorridor auf euch wartet." hörte sie einen Diener und ihr Herz machte einen Satz.
Endlich!..Endlich konnten sie das Schloss verlassen.
Rafael hatte jedoch so ein seltsames Funkeln in den Augen.
Jene Augen, die nicht mehr seine waren...alleine der Gedanke weckte in Feli das unbändige Verlangen weinen zu müssen. Doch sie unterdrückte jenes, liess die Tür öffnen und ging hinaus. Rafael in dem Zimmer alleine lassend.
Die Tür wurde wieder verschlossen und Feli wusste, dass es keine Fenster in dem Zimmer gab. Kein Entkommen.
Von der Wache an der Tür wurde ihr das Rapier gereicht, das sie umlegte.
Dann trat sie ihren Weg hinab.
Im Hauptgang des Schlosses stand der Hauptmann mit zwei Soldaten.
Das Violett ihrer Rüstungen schimmerte fast erlösend, auf den Brustpanzern das Wappen von Stolzenfels.
Rüstungsklirrend nahmen die drei Männer haltung an, als ihre Regentin in ihr Sichtfeld kam.
"Treue und Ehrlichkeit, meine Baronin! Wir sind angereist wie ihr wünschtet, Hochgeboren." Erklärte der Hauptmann.
Feli nickte ihm dankbar zu und trat vor die Männer.
"Hauptmann, es ist gut euch zu sehen. Ich hoffe ihr habt alles nach meinen Anweisungen gestaltet?"
-"Jawohl, Baronin!"
Feli nickte und versuchte ihre Sorge und ihre Übernächtigung zu überspielen. Sie wusste nicht ob der Hauptmann jenes wahrnahm. Es war auch nicht wichtig.
"Gut, ich will das ihr sofort Posten an meinem Landsitz hier bezieht. Das Anwesen wird in den nächsten Tagen euer Einsatzgebiet sein. Ich werde euch alles weitere dort erklären. Wegtreten und Ausführen!", befahl sie.
Die drei Männer standen stramm und salutierten.
"Jawohl, meine Baronin. Abmarsch!"
Damit wanten sich die drei Soldaten um und gingen den Korridor wieder hinab und aus dem Schloss.
Sicher würde es für Gerede sorgen, dass Soldaten aus Stolzenfels in Gerimor waren. Aber das konnte viele Gründe haben. Es war ja nicht das erste Mal, dass Feli`s Truppen die Grafschaft Hohenfels unterstützten.
Feli ging zurück ins Zimmer.
"Schatz?"
Rafael brummte und funkelte Feli an. "Ja?"
"Wir können nachhause gehen. Ich werde den Wachen bescheid geben."
Rafael war seltsam ruhig und still.
"Ja ist gut, Feli. Ich will nachhause. Ich muss wissen ob "Sie" dort waren. Aber..wer gibt dann auf Adrian acht?", fiel es ihm plötzlich ein und Feli seufzte.
"Darna und Cathal, Schatz. Sie werden Adrian schon beschützen."
Rafael nickte zwar, aber Feli sah ihm an, dass er damit nicht zufrieden war.
Mit einer Gardisten Eskorte wurden sie durch Varuna geführt. Feli hatte Adrian extra darum gebeten. Rafael war viel zu unberechenbar um alleine zu reiten. Auch hatten sie Rymis an Ragnaroek gebunden damit Rafael nicht auf die Idee kam, doch noch auszubrechen.
Aber er war friedlich.
Das Anwesen war mit ihren Soldaten umstellt. Der Hauptmann stand am Eingangstor und sah ihnen schon von weitem entgegen.
"Wer ist das?" Fragte Rafael seltsam beiläufig.
"Das ist der Hauptmann der Stolzenfelser Garde, Schatz. Meine Soldaten tragen sorge dass uns nichts passiert." log sie in der Hoffnung er würde jenes Glauben. Rafael nickte jedoch nur.
Die Gardisten machten kehrt als Rafael und Feli das Anwesen betreten hatten.
"Hier kannst du dich jetzt wieder ganz normal bewegen Schatz und wir können in unserem eigenen Bett schlafen. Das ist doch gut oder nicht?"
Rafael stromerte durch den Garten, Feli sah ihm genau an, dass er nach Schwachstellen in der Bewachung suchte.
Doch ihre Soldaten hatten das Anwesen komplett umstellt. Sogar Laternen waren aufgestellt worden, wie Feli sah. Es gab keine Möglichkeit unbemerkt an einem von ihnen vorbei zu kommen und die Schwerter, Schilde und Hellebarden wirkten durchaus bedrohlich in dem Violetten Lack mit den Schwarzen Schäften. Die Rüstungen blitzen dunkel in der Mittagssonne.
"Schatz..geh doch schonmal rein. Ich spreche gerade noch mit dem Hauptmann. Dann mache ich uns einen Tee und sehe was wir zuabend essen ja?" bat sie ihn mit dem letzten Fünkchen Geduld das sie noch aufbringen konnte.
Rafael nickte nur und verschwand tatsächlich in Richtung der Häuser.
Feli machte kehrt und winkte den Hauptmann herran.
"Meine Baronin?" er stand vor ihr stramm.
"Hört mir jetzt gut zu, Hauptmann. Ich will das ihr das Anwesen rund um die Uhr bewacht. Mein Mann hat das Anwesen nicht zu verlassen. Er leidet an einer Krankheit und ist im moment nicht Herr seiner Sinne. Ich wünsche das ihr ihn Aufhaltet, so er irgendwelche Versuche startet.
Habt ihr verstanden?"
Der Hauptmann wirkte kurz irritiert und einige Fragen standen ihm deutlich ins Gesicht geschrieben, doch er nickte und erwiederte:
"Jawohl, meine Baronin! Euer Mann, der Graf de Aranta von Stolzenfels, wird das Anwesen nicht verlassen."
Feli atmete tief ein. "Gut, er ist unbewaffnet also haltet euch bitte zurück. Wenn ihm etwas passiert könnt ihr den Rest eures Lebens eine Kerkerzelle begutachten."
Ein Schluckten des Hauptmanns begleitete ihre Worte. Er nickte stumm.
"Wie ihr wünscht, meine Baronin."
Mit lautem Seufzen wand sie sich um und ging richtung Haus.
Verfasst: Samstag 21. April 2007, 11:13
von Rafael de Arganta
Er schlug die Augen auf als Feli das Zimmer mit einem Seufzen verließ.
Nein er war nicht so dumm zu glauben das sie wirklich glaubte er würde schlafen.
Nein, sie kannte ihn, aber er vermochte einfach keinen Schlaf zu finden und wenn waren es nur Minuten.
Zu sehr quälten ihn die Gedanken die Ängste die sich ihn ihm stritten.
Feli ... sie versuchte ihn zu beschützen, ja... aber sie sperrte ihn ein. Sie glaubte ihm nicht, und Adrian?
Verstand er denn nicht das er in Gefahr war? Sah er nicht was um ihn geschah? Er musste einfach etwas für ihn tun, und wenn er nicht Einsichtig war und bleiben wollte, musste Rafael einfach dafür Sorge Tragen das er den Ort der Gefahr verließ, und wenn sogar mit Gewalt.
Darna .. sie wollte auf ihn aufpassen, aber sie hatte ihn, Rafael mit Hilfe eines von Gardisten geworfenen Paralysetrank gefangen genommen. Ihr Kinnhacken hatten ihm die Sinne geraubt, nein, es war nicht vergessen, sie war scher längst nicht mehr sie selber und würde bestimmt nicht auf Adrian Acht geben, nein sie würde ihm sogar Schaden wollen.
Unruhig stand er auf und schritt durch den Raum.
Was konnte er tun? Mit Verzweifelung bemerkte er den Schmerz in sich das er es war der Adrian verletzt hatte. ER hatte ihn mit dem Schwert angegriffen. Niemand anderer.
Fast Wütend darüber, über diesen Gedanken setzte er sich auf das Bett, zog sich an und sah dann alle Truhen, Taschen und Schränke nach irgendwelchen Waffen durch. Schließlich zerbrach er den Stuhl vor dem Bett und wog schließlich nachdenklich das Stuhlbein in der Hand, vielleicht war das eine Möglichkeit um hinaus zu kommen... die Wachen damit an zu greifen. Solange Feli nicht vorher wiederkam.
Feli ... es war spät in der Nacht ...
Wo war sie nur?
Der Hauptmann !!!! Schoss es ihm durch den Kopf und er wurde blass.
Die Eifersucht rann ihm wie gleißend feuriges Eisen durch seine Adern und mit wildem Blick schaute er gen Tür.
Ob Feli ihm gerade das Bad zeigte? War sie deswegen jetzt nicht da? Vergnügten die Beiden sich gar im Moment mit einander?
Sie hatte schon mal für den Leutnant geschwärmt ... gut um ihn zu ärgern, aber sie hatte ihn zum Hauptmann gemacht... Außerdem war sie bevor sie schwanger wurde, lange Zeit in Stolzenfels gewesen bei IHM!!!! Vielleicht war das Kind gar nicht von ihm?
Hass... Wut stieg in ihm auf und voller Wut warf er sich gegen die Tür, die natürlich seinem Ansturm stand hielt.
Er blickte darauf als würde sie sich alleine durch seinen drohenden Blick in Luft auflösen können. Doch nur einen Moment darauf, drehte sich der Schlüssel im Schloss und der Mann mit dem Rafaels krankes, eifersüchtiges Hirn sich gerade beschäftigte trat ein.
Rafael sah ihn an wie ein Gespenst.
„Geht es euch gut Hochwohlgeboren?“ fragte er besorgt. Und Rafael nickte nur einfach, begreifend das seine größte Angst im Moment er könnte sich mit Feli vergnügen, unnötig war. „Kann ich etwas für euch tun?“
Es dauerte lange bis Rafael antworten konnte, er sah die Wache vor der Tür die nun auf einen Ruf seinen Platz verließ und die Treppe hinabstieg.
Langsam schritt Rafael im Raum zurück und der Hauptmann trat langsam in den Raum hinein. „Sir?“ Fragte er förmlich und Rafael nickte. „Ja, ihr könntet mir eine Frage beantworten. Mögt ihr meine Frau?“ fragte er lauernd, und man konnte dem Hauptmann seine Unsicherheit ansehen. „Aber ... Ja Sir, sie ist die Baronin!“ Rafael zog den Kopf zwischen die Schultern. „Ach so? Ihr folgt ihr nur und mögt sie weil sie die Baronin ist?“
„Aber nein Sir!“ beeilte sich der junge Mann zu sagen. „Sie ist eine wunderschöne Außergewöhnliche Frau.“ „Also begehrt ihr sie?“ fauchte Rafael sofort und der Hauptmann schüttelte energisch den Kopf. „Aber NEIN Sir, sie ist doch meine Baronin.“
Rafael schritt auf ihn zu. „Also denkt ihr sie ist nicht wunderschön!“ „Doch Sir! Natürlich ist sie das!“ Der Hauptmann schien verzweifelt, während Rafaels Eifersucht und Wut wuchs. „Also begehrt ihr sie doch! Und sie will euch ebenso!!! Wer weiss das Kind ... sie war lange bei euch in Stolzenfels“ Erneut wollte der Hauptmann antworten doch kam er nicht dazu, Da Rafael mit einem Schritt bei ihm war und ihm mit einem wütenden Kinnhacken in den Rum hinein beförderte. „Sir!“ keuchte der Mann erschreckt auf, doch Rafael war mit einem Schritt bei ihm, das Stuhlbein fassend und es dem Mann überziehend, so das dieser bewusstlos zusammensank. „Sie gehört mir !!! Hörst du?!“ knurrte er auf den bewusstlosen Mann hinabblickend und erst jetzt seine Chance begreifend.
Langsam beugte er sich hinab.
Der Hauptmann lebte, würde aber sicherlich Kopfweh haben wenn er erwachte.
Mit schnellen Griffen löste er den Gurt des Schwertes, band es sich selber um und nahm ihm dann den Umhang ab.
Wenn er jetzt schnell war ... könnte ihm die Flucht gelingen.
Er legte sich den Umhang um, der etwas eng war, zog den Kragen hoch und setzte sich dann den Helm auf, der sein Haar verdeckte.
So ausgestattet trat er auf die Treppe hinab.
Die Wache unterhalb nahm sofort Haltung an als er mit klopfenden Herzen vorbeischritt.
Nein er würde sich nicht noch einmal Gefangennehmen lassen. Er würde Kämpfen, und er hoffte das es nicht dazu kommen würde.
Als er aus dem Haus trat atmete er auf und sog die klare Nachtluft tief in sich ein.
Er musste sich beeilen, durfte nicht zögern, sonst war alles vorbei.
Schnell und unauffällig sah er sich um, und sah die Wachen vor den Toren.
Das Westtor jedoch war nur mit einem Mann besetzt, so ging er darauf zu.
Der Mann nahm sofort Haltung an, als er hinaus trat, und in Richtung Calors Anwesen davon schritt.
Vielleicht konnte der Magier helfen. Calor von Gryffenhorst war weise und wusste genau wie man Dinge anfassen würde. Von ihm konnte er Hilfe erwarten.
Schon rannte er los, nur um hilflos erkennen zu müssen das der Freiherr nicht zu Hause war.
So machte er einen weiteren Bogen, rannte weit um sein eigenes Anwesen herum um über die Brücke nach Berchgard zu gelangen.
Hier reihte er sich in eine Gruppe ein die ein Schiffe bestieg nach Lameriast, während es in seinem Kopf hämmerte.
Feli ... Adrian...
Die Gefahr, er konnte sie nicht alleine lassen. Er musste sie schützen, aber ersteinmal brauchte er Schlaf. Schlaf um wieder zu kräften zu kommen.
Doch wo konnte er hin? Wem konnte er noch trauen.
Rai’a!
Ja, sie würde ihm bestimmt helfen.
So stieg er in Lameriast erneut um. Ließ den Umhang dort und nahm ein Schiff in Richtung Bajard.
Müde .. er war so müde.
Und doch vermochte er die Augen nicht zu schließen. Er konnte niemandem trauen, überall sah er Gefahen und in jedem Menschen die Adrian töten wollten.
So kam er Stunden später vollkommen übermüdet am Hof Rai’as an, die ihn fast ershreckt ansah.
„Ich brauche deine Hilfe.“ Erklärte er sofort, und sah sie mit seinen vom Wahnsinn bereits gelblich blickenden Augen an.
Nichts mehr erinnerte an das Silber grau seiner Augen als er in ihre Stube trat.
Rai’a versprach ihm ihm zu helfen und er glaubte ihr sofort. Er aß etwas, trank und bat sie ihm eine Rüstung zu besorgen, dann nahm er das Angebot an, zu schlafen.
Einem Impuls folgend beugte er sich vorher zu ihr und drückte ihr dankbar einen Kuss auf die Stirn.
„Danke Rai’a.“ wisperte er und legte sich dann zur Ruhe.
Noch bevor sein Kopf das Kissen berührte schlief er schon, geplagt von Alpträumen die ihn kaum zur Ruhe kommen ließen
Verfasst: Samstag 21. April 2007, 16:14
von Darna von Hohenfels
Selber auf Lameriast suchen... hätte Rafael auch getan... "Sind ja auch beides...", weitere hörbare Äußerungen wurden sich verkniffen, während sie sich in die Ogerlederrüstung warf.
Adrian hatte ein Problem mit seinem silbernen Haar, wenn er nicht erkannt werden wollte - putzig. Sie hatte ein Problem mit ihrem ganzen verdammten Gesicht.
Sie wühlte den Kleiderschrank durch. Eine alte Tunika war schnell bei den Sachen für die Armenspendekiste gefunden, doch wo waren einfache Umhänge, wenn man mal einen brauchte und der nicht in ihren Farben sein sollte?! Seidenumhang... Seidenumhang... nein, sicher aber auch nicht dieses pastellige veilchenblau...
Sie seufzte laut, als sie vorsichtig, als könne sie sich daran verbrennen, den alten Umhang herausnahm, den sie in Sir Aradans Grün getragen hatte, lang war es her. Sie ließ die Halskette hier. Und sah dann auf ihren Wappenschild.
"Heimlichtuerei. Ein einfaches unerkannt bleiben müssen - ich hasse es."
Weiter sah sie auf ihren Wappenschild.
"Wenn du ihn in diesem Lederzeug überhaupt mit irgendwas schützen kannst, dann damit."
"Wenn ihr entdeckt und erkannt werdet, ist es sowieso für fast alles zu spät, also hilft er dir nicht. Du kannst das klobige Ding nicht mitnehmen."
"Ich soll ohne Schild los und Adrian beschützen?!? Göterverflucht noch eins!"
Der Schild blieb da. Ausgerechnet auf dem Weg ins Kastell, nur ihr Pferd zu holen, musste sie in dem Aufzug natürlich auch noch auf Lucenius treffen. "Möge die Herrin über eure Pfade wachen, und möge es stets der Weg der Tugenden sein."
"Ja doch...", grummelte sie innerlich, "Und du hast mich so nicht gesehen, in Ordnung? Oh, ich werde diesen Tag lieben, glaub ich... währenddessen schlagen sich meine Leute mit diesem Eisenwartler herum, und ich muß... moah Rafael, wenn ich dich erwische!"
Verfasst: Sonntag 22. April 2007, 11:50
von Thelor von Reensdorf
Seit Tagen suchte er schon nach seinem Herren im Land.
Zu Hause ward er nicht.
Auch sein Gemahlin vermochte Thelor nicht aufzufinden.
Irgendetwas musste doch passiert sein.
Ihm viel aber beim besten willen nicht ein was los sein konnte.
Wo sollte er noch suchen?
Am Schloß. Da müsten sie es doch wissen wo er war.
Lange wartete esr am Tor auf die Wache dieden Grafen um eine Audienz bitten sollte,
als dieser Schließlich selber mit kahm ihn einzulassen
Er führte Thelor in sein Arbeitszimmer.
Nach einem Kurzen Gespräch über Rafaels Zustand und was zu tun sei brach Thelor wieder auf.
Er musste ihn einfach finden...
Verfasst: Sonntag 22. April 2007, 20:51
von Felicitas de Arganta
"Euer Erlaucht....die Schreibutensilien die ihr verlangt habt." kam Serina etwas verschüchtert in den Raum in dem Feli saß.
Sie wollte nicht nachhause und die Einladung Adrians kam ihr gerade recht. Serina unterdess hatte wohl eher gehofft sie müsste die neue Gräfin nicht so schnell wiedersehen. Wohl war ihr immernoch der Schrecken im Gedächniss als Feli ihr das diamantene Rapier ins Gesicht gehalten hatte.
"Danke, Serina. Ihr dürft euch dann erstmal entfernen. Ich möchte in einer Stunde zuabend essen. Danach richtet mir bitte ein Bad her."
Feli`s Stimme schwankte. Das merkte sie genau, doch sie hoffte es würde der Kammerdienerin nicht sonderlich auffallen. Sie hatte in den letzten Tagen sehr viel Mühe Fassung zu wahren und sowenige an die sie sich wenden konnte....
Noch viel weniger bei denen sie das tun konnte was ihr Herz so dringend brauchte. Sie wollte sich einfach einmal ausweinen...aber das ging gerade nicht.
"Wie ihr wünscht, euer Erlaucht. Ich werde mich um alles kümmern" fiepste Serina und wand sich schnell um, vor Feli fliehend.
Feli seufzte schwer und nahm am Schreibtisch platz. Es mussten einige Briefe geschrieben werden. Die Briefe die die Pläne ins Rollen brachten, die Adrian, Darna und sie geschmiedet hatten.
Rafael war geflohen.
Sie konnte das kaum glauben. Wie konnte er nur?..Aus seinem eigenen Heim? Vor seiner eigenen Frau und seinem Kind auf das er sich so freute.
Es trieb ihr die Tränen in die Augen. Er war geflohen.
Jetzt galt es ihn wieder zu finden. Adrian nahm an das er auf Lameriast sei. Ein Brief von Rafael hatte ihn von dort aus erreicht. Es war der beste Anhaltspunkt den sie hatten und bei Falk würde er nicht sein.
Falk hätte sie längst angeschrieben um ihr zu sagen wo ihr geliebter Mann und Vater ihres Kindes sein würde.
Nein, er würde irgendwo anders sein.
Gemessen machte sie sich daran die Zeilen an ihre Soldaten zu verfassen.
Sie dachte kurz daran wie Rafael Hauptmann Darhadan zugerichtet hatte.
Mit einem Stuhlbein!...Das konnte man kaum glauben. Und ebensowenig die Fragen die Rafael ihm gestellt hatte. Der Hauptmann hatte ihr alles erzählt und hatte eine ziemlich hefftige Beule am Kopf. Helm, Umhang und Schwert hatte Rafael ihm auch gestohlen.
Sie konnte nur seufzen als sie die Zeilen an ihre Soldaten schrieb:
Hiermit gebe ich Anweisung das sich der gesamte Trupp meiner Soldaten unverzüglich zur Gezeiten zu begeben hat.
Das Kommando wird seine Hoheit, Graf Adrian von Hohenfels, Truchsess des Reiches, selbst haben. Ihr habt seinen Anweisungen folge zu leisten.
Ausgenommen hiervon ist die Sicherheit des Grafen selbst, sowie die Sicherheit und größt mögliche Unversehrtheit des Grafen Rafael de Arganta von Stolzenfels.
Der Graf, der Mann eurer Landsherrin, wird auf Lameriast vermutet und dort werden meinen Truppen die Suche nach ihm beginnen.
Es wird Diskretion verordnet. Ihr habt keinerlei Umhänge und Wappen zu tragen, während ihr euch auf Lameriast aufhaltet.
*Unterzeichnet*
Gräfin de Arganta
Baronin von Stolzenfels
Maestra des Theaters zu Varuna und Duresand
Höfische Harfnerin der königlichen Familie von Hohenfels
Sie schob den Brief in einen Umschlag, versiegelte ihn mit ihrem Wappen und machte sich daran den Kapitän der Gezeiten in Kenntnis zu setzen.
Käpitän, hiermit gebe ich euch auf die Gezeiten unverzüglich Seetüchtig zu machen. Seine Hoheit, Graf Adrian von Hohenfels, gedenkt die Gezeiten für eine Überfahrt zu nutzen, zusammen mit meinen Soldaten.
Ich erwarte das ihr diese Anweisungen unverzüglich ausführt.
*gezeichnet*
Felicitas de Arganta von Stolzenfels
Gräfin de Arganta
Baronin von Stolzenfels
Auch jenen Brief verschloss sie mit ihrem Siegel und liess nach Serina rufen. Die einige Minuten später mit dem Abendessen eintrat.
"Euer Essen, euer Erlaucht..." fiepste Serina wieder und stellte ihr das Abendessen an den Tisch.
"Danke, Serina. Gebt diese Briefe einem der Schlossboten. Sie sollen sofort überbracht werden. Hast du dich schon um mein Bad gekümmert?"
Serina wirkte einen Moment gehetzt während Feli sie mit eher müden Augen ansah.
"Äh..Nein, euer Erlaucht. Ich eile." und schon war die Kammerdienerin wieder fort.
Feli seufzte nur und begann lustlos, aber hungrig, ihr Abendessen zu sich zu nehmen. Ihr Kind brauchte das Essen und sie merkte, dass ihre Schwangerschaft zusätzlich an ihren Kräften zehrte.
"Wo bist du nur Rafael?...Ich brauche dich...ich bin so einsam.." sprach sie leise zu sich selbst und sie merkte das sie mal wieder den Tränen nahe war, die sie abermals unterdrückte. Serina würde bald wiederkommen und sie musste keine weinende Gräfin vorfinden. Sie hatte noch gelegenheit dazu...wenn sie ihr Bad nahm.
Verfasst: Montag 23. April 2007, 06:51
von Adrian von Hohenfels
Wie Diebe mussten sie gewirkt haben. Nicht zuletzt deshalb war es unumgänglich letztlich noch Leutnant Adrenalon in die Suche einzuweihen, welcher einzig seine Arbeit vorbildlich tat, als er einen gerüsteten und völlig vermummten Adrian am Stadttor aufhielt. Unauffälligkeit... es war gradezu eine Farce in diesem Aufzug innerhalb der Grafschaft. Er hätte es wirklich besser wissen sollen. Ein Umziehen auf dem Schiff hätte ausgereicht. Nun es war wie es war, zwei Augen mehr die sahen.
Die Gezeiten inklusive Besatzung lag bereit wie erhofft. Kurze Anweisungen waren geführt und letztlich brach man auf gen Lameriast. Die Reise verlief ruhig, ungewöhnlich für das Meer. Wenngleich Darnas Magen dies wohl offensichtlich anders beurteilte. Würde sie sich je gewöhnen? Mehr Schiffreisen konnten eine Lösung sein. Er verbiss sich diesen Vorschlag. Die Blicke, die ein solcher hervorgerufen hätte, konnte er sich auch vorstellen, ohne sie erneut vorzuführen. Kurz mochte sich ein verstohlenes Schmunzeln, trotz des ernstes der Reise auf seine Lippen schleichen. Es blieb offenbar unbemerkt, Temora sei dank.
Die Erkundigungen auf Lameriast waren schneller erfolgt als die Reise letztlich selbst. Im örtlichen Bankhaus, sicherlich erstes Ziel auch zur Aufgabe von Botengängen, war er nicht gesichtet worden. Wohl aber am Hafen. Die Berichte waren eindeutig. Sein Aufenthalt hier nur kurz und man konnte berichten, dass ein Mann dessen Beschreibung deutlich auf Rafael hindeutete, kurz an Land gegangen war um alsbald ein Schiff zu betreten, welches Richtung Bajard ausgelaufen war. Adrian konnte sich einen Seufzer kaum verkneifen. War dies gar eine lächerliche Schnitzeljagd? "Wirf mir die Brocken nur vor Rafael, den Bluthund der Grafschaft habe ich noch". Er warf einen Blick gen Darna, während er diesen unausgesprochenen Gedanken hegte. Mochte sie ihn bemerken? Offenbar nicht, sie reagierte nicht, ging ebenso wortlos wie er selbst, gefolgt von Adrenalon wieder an Bord. "Bringt uns gen Bajard, von dort aus werden wir über Land heimreisen, während ihr nach Berchgard zurücksegelt." Die Order wurde durch den Kapitän der Gezeiten abgenickt und sogleich durchgeführt.
Man konnte bemerken, wie wenig angenehm die Rückreise, welche nun sogar deutlich mehr Wellengang mit sich führte, erneut auf Darna wirkte. So war Adrian schliesslich an den Ufern des Bajarder Hafens bei ihr geblieben, während Leutnant Adrenalon sich auf seinen Geheiss umhörte. Es brachte ebenso wenig Erfolg. Wie befürchtet, war Rafael nicht im örtlichen Gasthaus untergekommen. Man hatte ihn offenbar in die Wälder entschwinden sehen. Es nutzte nichts. Adrian war nur schweren Herzens zurückzuhalten, selbst in die Wälder zu entschwinden um Rafael zu suchen. Kaum zurück liess er Serina rufen, sie möge die Gräfin de Arganta baldmöglichst zu ihm führen, so dass er von dem weiteren Misserfolg berichten konnte.
Letztlich würde er Cyrion offenbar doch benötigen. Unauffälliges Vorgehen stand diesem Mann auf die Stirn geschrieben. Und Unauffälligkeit war nun noch das einzige, das Rafael's Ruf überhaupt zu schützen vermochte.
Er selbst begab sich zur Ruhe, nicht ahnend dass weit mehr Sorge als ohnehin, schon bald über das Grafenhaus hereinbrechen sollte und würde.
Verfasst: Montag 23. April 2007, 07:45
von Rai´a Lalaith
Mit einem ruhigen, viel zu ruhigem Gesichtsausdruck betrachtete sie Rafael.
Er lag in ihrem Bett, seit nun mehr einem Tag und einer Nacht, er schlief.
Zwischendurch war er aufgeschreckt, hatte sie angestarrt, dann war er wieder vollends erschöpft eingeschlafen.
Was sollte sie nur tun?
Sie sah ihm an, dass etwas in ihm ruhte, was ihn verderben würde, was ihn längst schon verdarb.
Er hatte ihr in einem Redeschwall alles erzählt, sie angefleht, ihm zu helfen.
Es war also der Tag gekommen, an dem sie Rafael womöglich einen Teil dessen zurück geben konnte, was er ihr einst alles gab.
Wieder tupfte sie ihm den Schweiß von der Stirn, lauschte seinem leisem Gemurmel.
Wenn sie nun zum Grafen ging, um ihm zu sagen, dass Rafael hier war...
Rafael hatte den Grafen angegriffen, aus Angst, er wäre wieder der "falsche Graf".
Rai'a kannte die tiefsitzende Angst Rafaels um jenes Geschehen, welches lang zurück lag, doch in Rafaels Herzen war es so fest, so zermürbend.
Würde sie ihn ausliefern?
Was würde nur mit ihm geschehen?
Er brauchte Hilfe!
Aber von wem?
"Ich kann niemandem mehr trauen Rai'a! Niemandem mehr! Sie sind hier, sie suchen mich! Dir kann ich dich vertrauen, oder Rai'a? Dir kann ich vertrauen!"
Rai'a hatte ihn nur angesehen und genickt, er würde kaum eine Antwort auf diese Frage brauchen.
Aber was auch immer in ihm weilte, es war gefährlich.
Würde der womöglich aufgebrachte Hofstaat dies noch verstehen?
Was war geschehen?
Rai'as Blick glitt aus dem Fenster.
Wer hatte die Macht dieses Unwesen aus Rafael zu treiben, dass aus ihrem geliebten Ritter solch zermatertes Wesen machte?
Wer würde die Macht besitzen, dies zu erkennen und es zu heilen?
Und wer.... würde Rafael helfen, anstatt ihm womöglich noch einzusperren?
Rai'a stand leise auf, nahm vorsichtig die völlig Schweißdurchtränkte Decke von Rafael und legte eine frische über ihn.
"Eluive, so hilf mir doch...", hauchte sie verzweifelt.
Eluive! Eine göttliche Macht würde diese Aufgabe erfüllen können!
Gedankenblitze schoss durch ihren Kopf, ehe sie aufsprang, die Fenster schloss und bemüht leise das Zimmer verließ.
Ihre Heiligkeit...
Würde sie eine Bäuerin empfangen?
Rai'a sah zur Schlafzimmertür...
Konnte sie ihn denn alleine lassen?
Sie eilte hinaus, rief Mirus zu sich, den Wolf mit der lahmen Pfote, den sie vor Monaten im Wald aus einer Falle befreite.
Er würde Rafael hoffentlich nicht fliehen lassen, so er denn überhaupt aufwachte.
Rai'a zog sich die Kapuze über und holte Mansur aus dem Stall, welcher sogleich aufgeregt schnaubte.
Auch er spürte die Sorge, die unendliche Angst Rai'as.
Der Morgen war noch nicht angebrochen, als die kleine Gestalt im Schatten der letzten Nachtdunkelheit gen Kloster ritt.
Vor dem Kloster angekommen, starrte sie auf die hohen Mauern.
Kurz atmetete sie durch..
"Eluive, bitte laß mich ihn nicht verraten, bitte lass mich das Richtige tun!
Ich weiß nicht, warum ich mir dies anmaße, aber es geschieht aus Liebe!
Ich muss ihm helfen, so wie er mir einst half! Doch bin ich kein Ritter, keine Gelehrte... Laß mein Herz richtig entschieden haben."
Mit diesen Gedanken zog sie am Band der Glocke und als ein Mitglied des Klosters öffnete, sah sie ihn nur festentschlossen an und sprach:
"Ich muss zu Ihrer Heiligkeit. Ich bitte Euch nicht um meinetwillen, so bitte ich Euch um das Leben eines guten Menschen und treuen Diener dieses Reiches, einen Freund... Bitte lasst mich zur Ihr..."
Mit flehendem Blick starrte sie den Herrn an, um auf seine Reaktion zu warten...