Von Träumen, Pferdeäpfeln und der Zukunft
Verfasst: Dienstag 10. April 2007, 18:27
von Mora-Raelin MacDeclan
Edit: Falscher Char...
Verfasst: Dienstag 10. April 2007, 18:28
von Sabriel Seuferling
Sabriel – standhaft im Leben?
Es war ein schöner Morgen nach Sabriels Meinung. Aber wann gab es für sie keine schönen Tage? Jeder der sie kannte wusste, dass sie eine Frohnatur war die jedes Wetter mochte – denn auch so manch einer hat sie schon halbnackt im Schnee wälzen sehen, als ob die sommerliche Badezeit ausgebrochen wäre. Eindeutig, dass sie trotz ihres Alters von 17 Sommern noch immer wie ein kleines Kind war, schamlos und naiv. Die Tatsache, dass sie so ziemlich alleinige Leiterin des Gutshof zu Rahal war, machte sie auch nicht gerade erwachsener. Auch gab es nie in ihrem Leben schlimme Schicksalsschläge, die ihre Miene hätten derart trüben können. Die einzigen Probleme die sie hatte waren streunende Pferde, die sie mit aller Herzlichkeit immer wieder gesund pflegte. Wahrscheinlich war sie gerade deswegen ein Kind der Träume geblieben…
Freilich musste sie erst einmal die Felder abernten, Ställe ausmisten und Wasser- sowie Futtertröge nachfüllen, ehe sie sich der heutigen, liebsten Aufgabe widmen konnte: den neulich gefundenen Mustang endlich einmal Probereiten. Ewig hatte sie sich schon auf diesen Moment gefreut, bereits 2 Wochen stand das hübsche Tier auf ihrer Weide zum Eingewöhnen – denn sie wollte ihn nicht direkt mit Reiten überfordern, außerdem war er zu Beginn noch recht mager – und jetzt wars endlich soweit. In kindlicher Vorfreude putzte sie ihn, sattelte und zäumte ihn auf und schon konnte es losgehen. Sie zog sich in den Satteln und ging einige Runden im Schritt, wechselte nach dem Aufwärmen in den Trab. Ein völlig ruhiges Gemüt – bis die Mistgabel vom Wind getrieben auf das metallene Schanier des Tores krachte. Ein Zucken durchfuhr den muskulösen Körper des Mustangs und schon ging er durch, Sabriel stürzte hinab. Und was danach passierte, verirrte sich in zum Großteil in ihrem Gedächtnis…
Ein stechender Schmerz, der sie um den Verstand brachte. Bein unbelastbar. Irgendwie kam sie auf den Rücken Phalevans, der selbst einen Weg zur Rettung fand. Armoran und ein Fremder… ein seltsames Gefühl machte sich in ihr breit, etwas schien gewaltig nicht zu stimmen. Irgendein Idiot schrie, es zerriss einem förmlich das Trommelfell. Hitzewallungen. Pure Erschöpfung. Ein schwacher Schimmer von Weiß, der von Trost, Hoffnung, Leben, Freude, Glück flüsterte… und Vergessen. Ewig wiederholendem Vergessen. Der Klang eines blank gezogenen Schwertes. Eine unbekannt sanfte, väterliche Stimme:„Schlaf, schlaf jetzt Sabriel…“
Verfasst: Dienstag 10. April 2007, 20:11
von Malachai Schwarzmourne
Das schwarze Buch lag vor ihm und begierig darauf, gelesen zu werden.
Nach und nach verschlang der Schattenlord jene Worte seiner Vorfahren, immer mehr in die dunkle Welt eines Schattens eintauchend, genoss er jene Priorität, die man ihm durch das Erbe gab.
Ein klopfen.
Verdammt wie er das hasste. Ungestört in der Burg sein? Unmöglich.
Es war Nephilia.
Was wollte dieses sture Mädchen noch hier?
Erst vor weniger Zeit schickte er Sie hinaus nach einem langen Gespräch über seine Aufgaben und ihren Verpflichtungen.
Es war das übliche Gespräch, was er mit jedem Neuling auf der Burg führte.
Sinn und Zweck, dass die Neuen, seien es wirklich Verräter, von dem Wissen, stetig beobachtet zu werden, einen Fehler machen.
Er drückte den Schalter und die Tür öffnete sich. Doch ehe er etwas sagen kann, ehe die Tür offen war, sprang Sie hinein und befahl verschwitzt und in Hektik, er solle runter kommen.
Ein Befehl von einem Hastatus?
Das wären sicherlich einige Schläge wert.
Doch angesichts ihres entsetzten Gesichtes, wählte er den Weg, ihr zu folgen, vielleicht später dann zu enthaupten, wenn es nicht dringend wäre.
Er ging die Treppen hinab, Sie ihm folgend.
Sein langer, schwarzer Umhang, glitt ihm hinterher, jede Stufe einzelnd.
Konnte es mit der Reiterin zu tun haben, die verletzt auf ihrem Pferd lag?
Er beobachtete ihr ankommen von den Zinnen, doch es interessierte ihn wenig.
Die letzten Stufen, dann nach Rechts durch die erste Türe hinein in die Schlafgemächer der Rekruten und schon sah er Armoran neben dieser Frau stehend, ihre Hand haltend.
Eine verletzte Person, hätte man sich ja denken können.
Wozu hat die Burg seinen Heiler, wenn er nie da ist.
Der Schattenlord krempelte seine Ärmel hoch und stellte sich neben sie ans Bett.
Erklärungen waren kaum nötig, doch er wollte zumindest Wissen, wann Sie diese Verletzung bekam und woher.
Erst vor kurzer Zeit stöhnte sie jämmerlich. Ein Pferd hat ihr wohl das Bein zertreten.
Langsam glitten seine Hände über jenes.
Es fühlte sich weich, ohne stabilität an, gar ein Knochensplitter ragte aus ihrer Wade hinaus und liess eine Handlange Wunde erscheinen.
Blut war zwar am Bein, doch bluten selber tat es nicht mehr.
Der Schattenlord befürchtet schlimmes.
Weiter tastet er das Bein ab.
Ihre komplette Beinknochenstruktur ist zertrümmert.
Dann holt er ein Messer hervor und beginnt, die offene Wunde weiter aufzuschneiden.
"Nephilia, hole mir heißes Wasser."
Die kalte Stimme blieb ruhig, als sie den Befehl sprach, Nephilia, wohl angeekelt von dem Anblick, gehorchte aufs Wort.
Wenigstens etwas, was ihre Sturrheit besänftigt.
Weiter schnitt er die Wunde gen Oberschenkel auf.
Immer noch kein Blut.
Er legte das Messer zur Seite und began nun, mit dem Finger in der Wunde zu bohren.
Die Frau schrie auf.
Sabriel, ihr Name, Armorans Freundin.
"Halte Sie wach Armoran. Sie muss bei Bewusstsein bleiben. Ansonsten kann ihr Herz durch die Qualen aufhören zu schlagen."
Armoran nickte nur. Er schwitzte.
Er nahm ihre Hand und sprach ruhig auf Sie ein, versuchte Sie, von dem tun des Schattenlords abzulenken.
Weiter tastet er in der Wunde herum, bis er am Ende ankam.
Er zog den Finger hinaus. Er spürte, wie er an zersplitterte Knochenstücke mit den Fingern ran kam, doch was er sah, entsetzte ihn mehr.
Alles Blut war geronnen.
Die Knochensplitter haben ihr komplettes Gewebe und dieBlutbahnen zerschnitten.
Es war wie eine Vergiftung.
Langsam gerinnt das Blut, den Körper hinauf und es beginnt der Zerfall der Zellen.
Am Herz angekommen, bedeutete dies definitiv den Tot.
Nephilia war wieder da, stellte den Eimer hin und schaute.
Lärm war von draussen zu hören.
Die Wachen auf den Zinnen riefen laut umher.
"Nephilia, geh mit 2 Wachen hinaus und schaue, was los ist."
Eine sinnvolle Aufgabe für sie. Man sah ihrem bleichem Gesichte an, dass dieser Anblick nichts für ihre zarten Gemüter ist.
Sie nickte und verschwand hinaus.
Der Schattenlord selbst starrte zu Armoran, dessen Sorgenvolle Blicke die seinen erwiederten.
"Armoran....", er sprach nun in ruhigen, sanfteren Tone, "das Bein muss ich amputieren. Die Blutgerinnung kann ich sonst nicht anders stoppen und wenn ich es nicht stoppen kann, dann wird Sie sterben."
Armoran schien entsetzt, doch er nickte verstehend.
Er vertraute dem Schattenlord, dass er nur das nötigste Tun würde, um das Leben seiner Geliebten zu retten.
Er nahm eine Fackel von der Wand und zog seine Rotschimmernde Klinge.
Er erhitzt Sie in dem Feuer, bis das Schimmern zu einem Leuchten wird.
Dann schnallt er sich den Gürtel ab und bindet ihr Bein dort ab, wo der Schnitt geschehen soll.
Er greift sich in die Tasche, holt einige Tränke hervor und beginnt, 2 davon über die Wunde zu verteilen.
Es zischt und raucht und der Geruch vom verbrannten Fleisch besetzt die Luft.
Abermals schreit Sabriel.
"Das wird die Zersetzung ein wenig aufhalten, Zeit bleibt uns aber nicht. Betäuben kann ich sie ebenfalls nicht, zu groß ist die Gefahr, dass sie nicht mehr aufwacht."
Langsam rinnt das Schweiß seiner Stirn hinab.
Nephilia kam wieder hinein.
Draußen war wohl ein streunender Bettler und nachdem er auf Befehl des Schattenlords untersucht war, liess man ihn ziehen.
"Haltet Sie beide Fest. Es wird ein Gang durch viele Qualen, die Sie nun erleiden musst. Doch passt auf, dass Sie nicht Ohnmächtig wird."
Nephilia und Armoran packten Sie an und Sabriel verstand langsam, was geschehen sollte.
Sie schrie, Sie flehte, dass man es nicht tun sollte, doch es bleib keine andere Wahl.
Der Schattenlord nahm die Klinge aus den Flammen, hielt seinen linken Arm fest auf ihrem Bein am Gürtel gedrückt und hob mit der rechten Hand die Klinge.
Sie zuckte und bewegte sich, es war schwer, genau die Stelle zu treffen, die das Bein vom gesunden Gewebe trennen sollte.
Abwarten, hiess es, ruhig bleiben und den richtigen Moment finden. Konzentrieren, nicht vom Geschrei ablenken lassen.
Die Klinge fiel.
Sie durchtrennte das Bein genau an der Gürtelnaht, der Schattenlord packte es und schmiss es in den Eimer mit heißem Wasser.
Sabriel schrie auf, die Wunde schloss sich sofort, verbrannt durch die Feuerklinge.
Der Schattenlord öffnete die dritte Flasche und kippte deren Inhalt schnell über die Wunde.
Grüne Wurzeln, jene würden verhindern, dass durch die Verbrennung die Wunde sich entzündet und die Haut durch das Gewebe schnell und gesund zuwachsen würde.
Er schmiss dann die Flasche zur Seite, nahm sich die Rollen an Bandagen und began nun, dass Bein abzubinden.
Die erste Lage, getupft in einer anderen Flüssigkeit und erpicht darauf, damit jede Stelle des Hautes abzudecken.
Es würde nicht den Schmerz verschwinden lassen, aber das Bein soweit betäuben, dass es erträglich für sie seie.
Dann die zweite Lage, zur Sicherheit eine dritte hinüber.
Er beugte sich auf, sein Rücken schmerzte und sein Blick fiel auf Sabriel.
Verdammt, dafür wird sie mich hassen, ging es durch den Kopf des Schattenlords.
Doch er tat es nicht für Sie, nein, er half einen Freund und Kameraden, der ihn darum bat, ihr Leben zu retten.
Sabriel beruhigte sich, sie schien zu realisieren, was geschah und fiel langsam in einen Schlaf.
Sie hat es soweit überstanden.
Sein Blick fiel auf Nephilia, sie sollte den Wachen den Befehl geben, das Bein samt Eimer zu Verbrennen und seine Klinge ordentlich zu reinigen.
Er selbst drehte sich weg vom Bette und ging hinaus.