Der Sturm auf den Wald
Verfasst: Samstag 31. März 2007, 20:54
Von Geistern und anderen Waldwesen
Grässlich. Die Tinkur brannte einfach grässlich.
Doch da musste er nun durch, denn wer in der Abenddämmerung noch arbeiten will, der muss die Hilfen annehmen, die seine Augen bekommen können - auch wenn es einem die Tränen in die Augen schießen lässt, als schnitte man Zwiebeln für eine ganze Stadt.
Es war keine Woche her, dass er auf der Insel der Hurenanbeter gelandet war, und sein Geschäft steckte noch in den Kinderschuhen. Wollte man ehrlich sein wäre das sogar noch zu euphemistisch ausgedrückt, denn Schuhe hätte sein Geschäft noch garnicht gebraucht. Die Bücher waren noch nicht angekommen -ein ewiges Leid wenn man auf einem anderen Schiff reiste als das zu befördernde Eigentum-, ein entsprechendes Haus in der heiligen Stadt noch nicht gefunden, ja er selbst ja nochnichteinmal Bürger Rahals.
Doch seine Schätze würden noch gebracht, und es gäbe auch neue Abschriften und Werke herzustellen. Eines war klar: Papier musste her.
Sicherlich wären die Bäume auf dem Boden des heiligen alatarischen Reiches vom Herrn selbst gesegnet gewesen, doch war genau das auch das Hindernis. Zwar war Papier ein Luxus den man auf Gerimor bislang kaum gebrauchte, die speckigen abgegriffenen Pergamente bewiesen es, doch war es in der Herstellung nun auch kein Wunder. Es war Arbeit, nicht mehr, nicht weniger.
In eine einfache Robe gekleidet, die kostbaren Seidenkleider im Wald zu tragen wäre so unnütz wie teuer, schlenderte er somit am Wald entlang, und durch bestimmte Waldgebiete hindurch, auf der Suche nach ansprechendem, hellen, Holz. Hie und da schlug er die Rinde vom Baum, um festzustellen dass die meisten seinen Anspruchen nicht genügten. Je näher er der Stadt der Lästerer kam, um so schlimmer wurde es. Cedro entschied sich seinen Weg gen Norden fortzusetzen, wo er nach einiger Wegstrecke und einer weiteren, fiesen, Plörre in den Augenwinkeln, fand er was er suchte: Die perfekten Bäume.
Der Wald schien hier dichter als sonst, doch am Waldrand -und der Tinktur eingedenk- konnte er noch arbeiten. Ein Spitzohr. Die Lieblinge der missgünstigen Mutter.
Um eine neutrale Miene bemüht schlang er seinen Zorn auf diese genetische Krankheit auf diesen Beweis evolutionärer Fehlbarkeit runter. Er hatte anderes zu tun, und solang die Grünhaut ihn hier am Waldrand gewähren ließ gab es auch keinen Anlass dazu sich in ein widersinniges Wortgefecht einzulassen - es verstünde ihn ja eh nicht. Jedenfalls würde er auch nicht tiefer in den Wald dringen, die Wahrscheinlichkeit dort auf ein Nest zu treffen wäre zu hoch.
Du hast dich wohl verlaufen. Keine Grünhaut. Dafür war das zu deutlich, nicht dieser unsägliche Singsang.
Ah, da drüben neben dem Baum. Immerhin, das Kind hat es geschafft ihn zu erschrecken. Aber in diesem rosanen Leder... nein, die konnte kaum halb so alt sein wie er selbst. Ein Kind allein im Wald, bei Dunkelheit.
Die nächsten Minuten würden ernüchternd. Er dürfe hier kein Holz schlagen, hier gäbe es doch wandelnde Bäume, und er seie wie alle Städter ja doch nur ein Idiot.
Ein loses Mundwerk hatte das Gör - und eine blühende Phantasie. So sehr er sich auch anstrengte: Wandelnde Bäumen waren beim besten Willen nicht zu finden. Sicher folgen einer Mangelernährung oder eines Fieberwahns. Aber es hatte einen Bogen, und der Umstand dass diese zerlumpte Person nicht bereits im, hinter ihm tatsächlich bedrohlich dicht werdenden, Wald verhungert war deuteten darauf hin, dass sie auch damit umzugehen weiß.
Er hingegen wurde für einen Söldner gehalten - amüsant. Doch er hatte sich bereits viel zu sehr verraten, das Kind viel zu sehr seine wahre Person blicken lassen. Auch hier zeigte sich wieder, dass sich Seidenkleider im Wald nicht gehören... sie musste nicht wissen, dass er mehr als ein einfacher Holzfäller ist.
Es wechselten weitere Beleidigungen hin und her, man drohte sich. Sie ihm mit dem Leben, ehr ihr damit, würde er vermisst hätte es im Wald bald mehr Tierkadaver und versengte Bäume als es ihr lieb sein könnte. Sie wurde wütend, das ist gut. Gut, da sie seinen Bluff offensichtlich nicht bemerkt hatte. Jetzt hieß es die Fassade aufrecht erhalten und durchatmen. Ruhig bleiben.
Zisch... surrend schießt ein Pfeil an seinem Kopf vorbei. Das reicht, der nächste könnte sitzen - es ist Zeit sich aus dem Staub zu machen. Das Kind, es hatte sich in einem Schwall ungezügelter Kommunikationsfreude als Waldgeist vorgestellt, würde er noch züchtigen... lassen. Es gab Mittel und Wege, und genug Menschen die für eine handvoll Kronen alles taten.
Die würde er nun aufscheuchen müssen...
[[OOC: Der Thread steht im Zusammenhang mit diesem;
-[url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=18814]Marktaushänge[/url] Thread.]]
Grässlich. Die Tinkur brannte einfach grässlich.
Doch da musste er nun durch, denn wer in der Abenddämmerung noch arbeiten will, der muss die Hilfen annehmen, die seine Augen bekommen können - auch wenn es einem die Tränen in die Augen schießen lässt, als schnitte man Zwiebeln für eine ganze Stadt.
Es war keine Woche her, dass er auf der Insel der Hurenanbeter gelandet war, und sein Geschäft steckte noch in den Kinderschuhen. Wollte man ehrlich sein wäre das sogar noch zu euphemistisch ausgedrückt, denn Schuhe hätte sein Geschäft noch garnicht gebraucht. Die Bücher waren noch nicht angekommen -ein ewiges Leid wenn man auf einem anderen Schiff reiste als das zu befördernde Eigentum-, ein entsprechendes Haus in der heiligen Stadt noch nicht gefunden, ja er selbst ja nochnichteinmal Bürger Rahals.
Doch seine Schätze würden noch gebracht, und es gäbe auch neue Abschriften und Werke herzustellen. Eines war klar: Papier musste her.
Sicherlich wären die Bäume auf dem Boden des heiligen alatarischen Reiches vom Herrn selbst gesegnet gewesen, doch war genau das auch das Hindernis. Zwar war Papier ein Luxus den man auf Gerimor bislang kaum gebrauchte, die speckigen abgegriffenen Pergamente bewiesen es, doch war es in der Herstellung nun auch kein Wunder. Es war Arbeit, nicht mehr, nicht weniger.
In eine einfache Robe gekleidet, die kostbaren Seidenkleider im Wald zu tragen wäre so unnütz wie teuer, schlenderte er somit am Wald entlang, und durch bestimmte Waldgebiete hindurch, auf der Suche nach ansprechendem, hellen, Holz. Hie und da schlug er die Rinde vom Baum, um festzustellen dass die meisten seinen Anspruchen nicht genügten. Je näher er der Stadt der Lästerer kam, um so schlimmer wurde es. Cedro entschied sich seinen Weg gen Norden fortzusetzen, wo er nach einiger Wegstrecke und einer weiteren, fiesen, Plörre in den Augenwinkeln, fand er was er suchte: Die perfekten Bäume.
Der Wald schien hier dichter als sonst, doch am Waldrand -und der Tinktur eingedenk- konnte er noch arbeiten. Ein Spitzohr. Die Lieblinge der missgünstigen Mutter.
Um eine neutrale Miene bemüht schlang er seinen Zorn auf diese genetische Krankheit auf diesen Beweis evolutionärer Fehlbarkeit runter. Er hatte anderes zu tun, und solang die Grünhaut ihn hier am Waldrand gewähren ließ gab es auch keinen Anlass dazu sich in ein widersinniges Wortgefecht einzulassen - es verstünde ihn ja eh nicht. Jedenfalls würde er auch nicht tiefer in den Wald dringen, die Wahrscheinlichkeit dort auf ein Nest zu treffen wäre zu hoch.
Du hast dich wohl verlaufen. Keine Grünhaut. Dafür war das zu deutlich, nicht dieser unsägliche Singsang.
Ah, da drüben neben dem Baum. Immerhin, das Kind hat es geschafft ihn zu erschrecken. Aber in diesem rosanen Leder... nein, die konnte kaum halb so alt sein wie er selbst. Ein Kind allein im Wald, bei Dunkelheit.
Die nächsten Minuten würden ernüchternd. Er dürfe hier kein Holz schlagen, hier gäbe es doch wandelnde Bäume, und er seie wie alle Städter ja doch nur ein Idiot.
Ein loses Mundwerk hatte das Gör - und eine blühende Phantasie. So sehr er sich auch anstrengte: Wandelnde Bäumen waren beim besten Willen nicht zu finden. Sicher folgen einer Mangelernährung oder eines Fieberwahns. Aber es hatte einen Bogen, und der Umstand dass diese zerlumpte Person nicht bereits im, hinter ihm tatsächlich bedrohlich dicht werdenden, Wald verhungert war deuteten darauf hin, dass sie auch damit umzugehen weiß.
Er hingegen wurde für einen Söldner gehalten - amüsant. Doch er hatte sich bereits viel zu sehr verraten, das Kind viel zu sehr seine wahre Person blicken lassen. Auch hier zeigte sich wieder, dass sich Seidenkleider im Wald nicht gehören... sie musste nicht wissen, dass er mehr als ein einfacher Holzfäller ist.
Es wechselten weitere Beleidigungen hin und her, man drohte sich. Sie ihm mit dem Leben, ehr ihr damit, würde er vermisst hätte es im Wald bald mehr Tierkadaver und versengte Bäume als es ihr lieb sein könnte. Sie wurde wütend, das ist gut. Gut, da sie seinen Bluff offensichtlich nicht bemerkt hatte. Jetzt hieß es die Fassade aufrecht erhalten und durchatmen. Ruhig bleiben.
Zisch... surrend schießt ein Pfeil an seinem Kopf vorbei. Das reicht, der nächste könnte sitzen - es ist Zeit sich aus dem Staub zu machen. Das Kind, es hatte sich in einem Schwall ungezügelter Kommunikationsfreude als Waldgeist vorgestellt, würde er noch züchtigen... lassen. Es gab Mittel und Wege, und genug Menschen die für eine handvoll Kronen alles taten.
Die würde er nun aufscheuchen müssen...
[[OOC: Der Thread steht im Zusammenhang mit diesem;
-[url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=18814]Marktaushänge[/url] Thread.]]