Seite 1 von 1

[SQ] Die Geheimnisse der Wüste..

Verfasst: Mittwoch 28. März 2007, 18:57
von Der Erzähler
Die Sonne brannte heute wieder einem jeden ins Gesicht und selbst der Schatten war heute keine grosse Hilfe. Aber was erwartete man schon, wenn man sein Heim die Wüste nannte und sich nie wirklich irgendwo niederlassen wollte, aus Angst auch nur etwas zu verpassen.
Müde war sie. Nicht nur die Müdigkeit zehrte heute extrem an ihren Gliedern, die Hitze und das Alter machten sich gerade heute sehr bemerkbar.
Den Blick empor gehoben, wischte sie sich über die Stirn und entfernte die Hitzeperlen von der faltigen Stirn.
Ach Maha, du bist wahrlich nicht mehr die jüngste und dennoch finden wir nie die Ruhe, die ein altes Weib, wie du eines bist, verdienst. Aber du bist ja selber schuld. Erneut schwirrten ihr die Gedanken durch den Kopf und jeden Tag wurden jene mehrfach im Geiste wiederholt.

Endlich, nach stundenlangem Umherstreifen im heißen Sand der Wüste erreichte sie Menek'Ur. Was sie nun für einen Kaktusschnaps tun würde, aber der Gedanke, sich wieder an den Brunnen zu setzen und den Kindern zu zuschauen, wie sie umher rannten, machte Maha um einiges glücklicher.
Ja, der Platz am Brunnen, war ihr Platz. Ein jeder kannte Maha und ihre Geschichten.
Und ein jeder Menekaner wusste, wenn Maha am Brunnen sass, hatte sie etwas zu erzählen. Ansich hatte Maha immer etwas zu erzählen und nicht jeder glaubte ihre Geschichten. So manch Menekaner schenkte ihren Geschichten nur ein Schmunzeln, ein anderer nannte sie ein wirres altes Weib, aber es gab auch diejenigen, die wie gespannt Ausschau nach Maha hielten, um ihren Geschichten zu lauschen.
Ja, es gab den ein oder anderen Menekaner, welcher ihr gerne zuhörte und auch wenn es nur der Höflichkeit diente, schenkte man Maha die Aufmerksamkeit, die ihr gebührte. Sie war eine alte weise Frau, das wusste man, auch wenn bis zum heutigen Tage niemand genau wusste, wie alt sie war.
Ab und an fragte eines der Kinder Maha wie alt sie sei, worauf Maha stehts eine andere Antwort parat hatte, welche die Neugierde befriedigte.
Maha hatte etwas an sich, das einen jeden in den Bann zog. Man weiss nicht genau, ob es die dunklen grünen Augen sind, welche voller Leben strahlten, sobald sie begann ihre Geschichten zu erzählen oder das graue Haar, welches sie nach wie vor geschlossen trug.
So ein Kind zu seiner Mutter rannte, nachdem Maha wieder eines ihrer Geschichten zum Besten gab, und die Mutter drängelte doch mehr über Maha zu erzählen, zierte meist ein Lächeln das Gesicht des Erzählers.
Maha war eben eine Menekanerin für sich und weilte schon so lange unter dem Wüstenvolk, das niemand auch nur sagen konnte, seit wann Maha das Leben in Menek'Ur bereicherte.
Maha war mal da und mal war sie fort. Keiner konnte je sagen wo sie sich aufhielt. Manchmal sah man Maha an der Oase niederknien oder ein Schläfchen unter einer Palme halten.
Ein anderer sah Maha mit den Verstossenen sprechen oder ein Plausch mit einen der Wachen an der Salzmine tätigen.
Maha war mal hier und mal dort, doch solange man wusste, das sie stehts ihren Platz am Brunnen aufsuchte, musste man sich nie Gedanken über den Verbleib von Maha machen.

Re: [SQ] Die Geheimnisse der Wüste..

Verfasst: Freitag 30. März 2007, 11:01
von Fuad Ifrey
Wiedereinmal ging der Jemaat seine morgendliche Runde durch die Gassen Menek'urs. Wie auch in den letzten Tagen war es ein ruhiger Morgen. So machte er sich auch zum Hafen auf, um auch dort nach dem rechten zu sehen.
Doch am Stadtor Menek'urs endete vorerst sein Gang. So erblickter er Fadi und eine Frau, welche mit dem Rücken zu ihm stand.
Sie hatte eine recht altklingende Stimme. Doch weckte jene Stimme, ohne vorher auch ihr Gesicht zu erblicken, in Fuad auch alte Gedanken.
Gedanken an vergangene Tage. Tage aus seinem Leben in der Wüste.
Die Wüste wo er fast sein ganzes bisheriges Leben verbrachte. Ein Leben an der Seite seines Vaters in einer Karavane. Eine Karavane welche stets von Oase zu Oase zog, um Früchte und Güter der Waren zu sammeln. Für die Familie selbst und auch die Stadt Menek'ur.
So kam es auch das sie von Zeit zu Zeit auch auf Maha trafen. Maha welches es liebte, den Nomaden abends am Lagerfeuer Geschichten zu erzählen.
Sie liebte Geschichten zu erzählen. Und stets erhellte sie die Gemüter der Männer und Frauen auf. Geschichten über das Hause Omar, anderer Familien, und dem Leben aus der Stadt.
Doch besonders liebte sie es auch über kleine Dinge zu sprechen, welche aber nicht minder wundervoll und spannend waren. Geschichten über den Zuwachs in Familien, die Schätze und den Glanz der riesigen und wunderschönen Wüste.
Jenen Geschichten lauschte Fuad zu dieser Tage besonders gerne. Er war nicht älter als 14 als er sie ihnen zum letzten male an einem LAgerfeuer lauschen durfte.
Sollte es nun nach gut 11 Jahren wieder soweit sein, ihren Geschichten lauschen zu dürfen?
Ein achtsames neiges des Kopfes erging. Als sich Fadi und wahrhaft Maha dem Jemaat zuwanden. Ein herziches und erfreutes Lächeln zeichnete sich unter seiner Maske ab. Doch konnte man die Achtung und auch Freude in seinen Augen erblicken.
Wie alt mag Maha sein. Wohl niemand konnte es einschätzen. Doch fragt man eine Frau nicht nach dem Alter. Auch wenn sie bereits in vergangenen Tagen schon reif und Weise erschein. Es würde wohl ihr Geheimnis bleiben.
Es war ein sehr erfreuliches wiedersehen. Wenn auch ein recht kurzes.
Doch gewisse Worte gingen ihm eine Weile nciht mehr aus dem Kopf.
"Gib acht Fuad wenn du in der Wüste bist. Sie hat sich sehr verändert."

Gewiss es war nicht abzustreiten. Scarabäen wurden mehr und mehr auf den Karavanenwegen und bei derheiligen Oase zu erblicken. Und die Gefahr ist gestiegen, um plötzlich von diesen riesigen Käfern überrascht zu werden.
Doch wahrhaft verändert?
Als Fadi Maha wieder in die Stadt geleitete ging auch Fuad seinem Weg wieder nach. Eine Weile besachäftigten ihm noch ihre Worte. Doch versunken sie unter all dem vielen anderen vielen Gedanken, welche ihm derzeit bewegten.
Gedanken, wie die weiteren Schritte sein sollen, um den gemeinsamen Weg mit seiner Liebsten Yafiah endlich zu schreiten...

Verfasst: Freitag 30. März 2007, 13:01
von Aalina Yazir
Ihr Haar war grauer geworden, aber ihre Art und Weise, wie sie mit den menekanischen Mädchen sprach war immer noch die Gleiche.

Als kleines Mädchen, damals, als sie noch ihren Mädchennamen 'Masari' trug saß sie schon immer bei Maha und lauschte ihren Geschichten. Hier und da erzählte diese ihre Geschichten, doch meist saß sie mit den kleinen Mädchen am Brunnen und erzählte und erzählte.

Und so geschah es, das Maha wieder einmal an dem Brunnen vor dem Anwesen von Raakin und Aalina saß und ihre Geschichten erzählte. Niemand konnte sagen, ob es die Wahrheit war, was sie erzählte- Aber meist klang es doch recht skuril. Aber wen wunderte es, sie war schon etwas älter, ihre Geister waren gereift.
Am Fuße des Brunnens hatte sie sich niedergelassen und hörte Maha zu. Maha war eine der Frauen, vor der Aalina bis heute Respekt hatte. So gehörte es sich ja auch. War eine Frau bedeutend älter oder hatte einen höheren Rang zollte man ihr Respekt. Mah und Dah hatten mir das schon immer vernünftig beigebracht. Was war nur aus den Masari geworden?

Maha erzählte von ihrem Streifzug durch die Wüste und davon, dass sie irgendwann über einen Stein auf die Nase fiel und diesen wegtreten wollte. Aalina hatte nach einer Weile kurz weggehen müssen, da ihre Tochter geschrien und wohl schlecht geträumt hatte. Aalina überlegte nicht lange und nahm ihre Tochter mit zu Maha. Es würde Yasemeen sicherlich gefallen, wenn sie ein paar Geschichten hörte.
Viel schien Aalina nicht verpasst zu haben, außerdem wiederholte Maha es, ob ihrer Vergesslichkeit, eh wieder. Eine Spitze, die aus dem Sand blinzelte und sich nicht aufheben ließ. Nunja, Maha war nicht die Stärkste.

Aalina hörte gespannt weiter zu.

Verfasst: Samstag 31. März 2007, 13:44
von Fadi Yazir
Kurz blinzelte er auf, ob der Sonne, die durch die Schlitze der Maske fiel. Die Sonne, die schon weit oben am Himmel stand, begann sofort seine Kleidung zu erwärmen während er die Maske in seiner Tasche verstaute und begann seinen Turban zu binden. Er atmete einmal tief ein, die frische Brise, die am Hafen vom Meer her vernehmbar war, in sich aufnehmend bevor er, die Wachen begrüßend Richtung Stadttor schritt.

Ein wenig humpelnd und unbeholfen lief vor ihm die alte Frau auf ihren Stab gestützt in gleicher Richtung. Am Stadttor angekommen erhob sie ihren Blick hoch zu den Stadtmauern und begann einige Worte mit der Wache zu wechseln, als ihn die Erinnerung wieder einholte. Bei Eluive, die Stimme würde er nie vergessen. Mit einem schnellen Schritt trat er an sie heran und neigt lächelnd sein Haupt, von einer herzlichen Begrüßung begleitet. "Fadi, mein Sohn ... Bei Eluive bist du groß geworden ... Ach mein Junge ... Als ob es gestern war als Du und Raakin mir den Stab stibizt habt ...", kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, fühlte er sich für einen Moment wieder wie ein kleiner Junge in viel zu großen Sachen. "Und du siehst keinen Tag älter aus, bei Eluive, auch Dir muss die Gabe zuteil geworden sein", entgegnete er noch immer verlegen schmunzelnd.

So wechselten sie noch einige Worte bis Fuad hinzutrat auf seiner Runde und nach kurzer Zeit auch Saahir und Nadia, die auf einem Bein humpelte, hinzukamen. Ihren Fuß hatte sie sich wohl verstaucht in der Wüste und wurde von Saahir gestützt, der sich äußerst sorgsam um sie zeigte. Ihm selbst hätte es bis auf den Hinweis, dass sie wohl Tenaya zu rate ziehen solle kaum einer Anmerkung entlockt, doch Maha wusste, sie würde bald mehr von Beiden zu erzählen haben. Kurz blickte er beide prüfend an, wusste er doch um ihren viel besseren Blick für jene Dinge. Was alte Erzählungen und die Geschichten, die im Treiben der Gassen nur hinter vorgehaltener Hand weitererzählt wurden, anging reichte keiner an sie heran. Schon als kleiner Junge lauschte er oft den Erzählungen und Sagen Mahas am Brunnen, wenn er nicht mit seinen Brüdern durch die Gassen lief, irgendetwas zu erkunden oder auszuhecken.

So wollte sie auch heute wieder zum Brunnen ziehen, nachdem sie den Anblick der über dem Meer aufsteigenden Sonne wohl genossen hatte. Er bot ihr den Arm an, wie es sich gehörte und führte sie zum Brunnen, wo sich beide niederließen. Ein wenig Zerstreuung nach der Aufregung der letzten Tage würden ihm gut tun und so begannen sie über dieses und jenes zu reden. Aalinas kleine Prinzessin, die sie wohl am gestrigen Tage schon angetroffen hatte, die Masari- Frauen, die den Männern oftmals mehr als nur ein Lächeln entlockten, was in den halt so Gassen gesprochen wurde. Auch wenn sein Nachhaken zu etwas Klatsch über die Ifrey keine Erfüllung fand, konnte er die Arbeit doch für eine zeitlang vollkommen vergessen.

Sicher eine Stunde saßen sie so am Brunnen zusammen, als ihr Blick etwas ernster wurde. In der Wüste würde sich etwas tun und er sollte vorsichtig dort sein. Nachdenklich blickte er sie an. Würde nun eine ihrer Erzählungen folgen? Doch sie deutete auf ihre Füße, die verbrannt schienen, erzählte von ihrem Sturz und ihrem anschließenden Traum. Eine Spitze, der Sand herum heiß wie Feuer - nun offensichtlich war er das wohl. Unter seiner sichtlich geweckten Neugier begann sie von Festländern zu sprechen, erst einem, dem später wohl vier weitere folgten und einen Schatz in der Wüste suchten. Vor vielen Jahren waren sie in die wüste gekommen. Ein Schatz - er musste auflächeln. Nur allzugerne würde er dem Erhabenen stolz einen weiteren Schatz der Wüste vor die Füsse legen. Würde er neben Zerstreuung heute im Gespräch weit mehr Weltliches finden? Doch kein Gold sollte der Schatz sein. etwas das heißer als Feuer war tief in alten Bauten, die wohl noch aus der Zeit stammen sollten bevor der erhabene Saajid sein Volk in die wüste führte und nun tief im Sand der Wüste begraben sein sollten. Nachschlagen sollte er in den Hallen des Wissens.

Gewiss würde er Maha den Gefallen nicht abschlagen, wo er doch eh viel Zeit in der akademie und der riesigen Bibliothek verbrachte. Gerade als er ansetzen wollte, erinnerte er sich des Festländers, der kürzlich in der Akademie vorsprach. Die Festländer, die sonst in ihrer eingebildeten Art kaum Interesse an der Weisheit des Reiches zeigten, jene waren an einer Hand abzuzählen, die einlass in ihre Halle des Wissens begehrten, seit jene vom Erhabenen gegründet wurde. Doch kürzlich war jener kleine Festländer da. Mißtrauisch beäugte er ihn und versuchte mit unzähligen Fragen zu prüfen, ob es gut um das Herz jenes stand. Doch trotz seiner eigenartigen Art konnte jene an nichts konkretem festmachen, so dass er ihm in seiner Güte gewährte einen Band aus der Sammlung des Wissens auszuwählen und zu studieren.Noch immer mißtrauisch blieb er an dem Sandsteintisch sitzen und beäugte ihn während er mal wild umherblätterte, dann wieder vertieft las.

Er kam mit Maha überein selbst nachzuschlagen was der Festländer wohl hatte erfahren wollen. So ging er, nachdem die Hitze des Mittags nachgelassen hatte zur Akademie und entnahm den Band aus dem Regal um ihn mit nach Hause zu nehmen und dort zu studieren. "Das Schwert und der Dunkeldrachen - wo Mythos und Wahrheit einen fließenden Übergang finden" Wenn er fertig mit ihm war, würde er vielleicht mehr wissen zu den Dingen über die Maha sprach, die für ihn aber noch keinen rechten Sinn ergeben wollten.

Verfasst: Samstag 31. März 2007, 18:36
von Der Erzähler
Die Nacht trat ein und bedeckte ganz Menek'Ur mit seiner Sternendecke. Es war eine wunderschöne Nacht und ein jeder, welcher heute seinen Blick hoch empor zum Himmel schweifen ließ, würde mit einem zufriedenen Gefühl sich zur Ruhe begeben.
Die Oase war ein perfekt gewählter Ort um dort sein Lager für die Nacht aufzuschlagen. Die Ruhe, der Schutz der Wüstenpflanzen, die angenehme kühle Brise und der Blick auf die schimmernde Quelle, lies selbst das alte Herz Mahas aufschlagen. Ja, hier war sie zu Hause und konnte sich endlich ihre verdiente Ruhe gönnen.
Maha lehnte sich an den Stamm einer Palme und anstatt wie sonst sich selber in den Schlaf zu reden, fand die Alte die Ruhe heute nicht.
Merkwürdiges ging hier vor.
Erst jetzt, Stunden, gar Tage später schienen ihr diese merkwürdigen Anzeichen ein Gesamtbild zu ergeben.
Zuerst ihr Traum von vergangenen Zeiten, der sie an die Begegnung mit diesem Festländer erinnerte, der die Pyramide suchte, welche den Schatz, heißer wie das Feuer, in sich verborgen hielt und alles in seiner Nähe mit einer Wärme vermochte zu umgeben.
Nur wie hieß dieser verwirrte Kauz nochmal? Immer noch konnte sich Maha nicht an seinen Namen erinnern, aber auch dieses Geheimnis würde die Alte noch lösen und wenn es das Letzte wäre, was Maha tun würde.
Nicht nur das sie damals diesen wirren Kauz in der Wüste traf, ein paar Tage später schienen drei weitere Festländer genau das selbe zu suchen. War es Zufall? Oder wurde auf dem Festland wieder einmal eine Geschichte berichtet, die aus Lügennetzen zusammen gesponnen wurde?
Wie dem auch sei, Geschichten wie Maha sie erzählte, konnte selbst ein Festländer nie in seinem Leben berichten, das wusste Maha schon damals und schenkte somit jenen Männern ebenso keine Beachtung und belächelte deren Gabe auf Lügengeschichten hineingefallen zu sein.
Aber wieso kamen die Gedanken an vergangene Jahre wieder zum Vorschein? Wieso ließen sie die Alte nicht in Frieden, wieso dachte sie nur noch an die Erzählungen des wirren Mannes?
Hatte sich etwas verändert?
Damals hatte sie den Geschichten nicht geglaubt, heute schon.
Nicht nur, das sie in ihrem Traum an den Platz des Treffens vor über 20 Jahren zurückkehrte, ihre innere Stimme lies sie auch nicht zur Ruhe kommen und so machte sich in aller Frühe die Alte auf, jenen Platz den sie solange nicht mehr heimsuchte, zu besuchen.
Am Anfang schien ihr alles wie gewohnt zu sein. Sand, Steine, Kakteen und noch mehr Sand so weit das Auge reichte, aber bei Eluive, wieso ist es heute nur so unerträglich heiß?
Drei, vier Schritte weiter und die alte,mit Altersflecken bedeckte Nase der Alten ruhte begraben im Sand.
„Vermaledeiter Wüstenmist!“ fluchte die sonst so ruhige Maha ehe sie sich mit lautem, ätzen und stöhnen vom Sand aufdrückte, den Sand von der Robe abklopfte und sich das Kopftuch richtete.
Was war denn das? Mir einem skeptischen Blick beäugte sie die Stelle genauer, welcher sie es zu verdanken hatte, sich mitten in der Wüste niederzulegen.
War das ein Felsbrocken oder eine Wüstenpflanze, die ihr altes Auge nicht sah?
Die alten Füße traten Schritt für Schritt näher und auch jetzt bemerkte die Alte nicht, wie der heiße Sand sich durch ihre Sandaletten biss und ihre altgewordene Haut nach und nach streifte.
Die zittrige Hand strich über die Wölbung und der skeptische Blick wich und entsetzen machte sich auf dem Gesicht der Alten breit.
Weder Stein noch Wüstenpflanze lagen dort mit Sand bedeckt vor ihr, es war eine Spitze, aus Gestein,welche wahrlich die Spuren der Zeit aufzeigten.
Noch ehe Maha auch nur ansatzweise hätte versuchen können jene Spitze aus dem Sand zu heben, trat ein stechender Schmerz ein und lies die Alte aufschreien.
Heiß war der Sand, wie Feuer brannten ihre Füße und erst Meter abseits der Spitze, ließ der Schmerz nach.
Bei Eluive, was ging hier vor?
Ja, nicht nur das auftauchen einer Spitze, welche es wahrlich länger gab als Menek'Ur , noch die unerträgliche Hitze, welche von jener Stelle ausging, sollten Maha heute aufweisen, das Geschichten nicht immer erfunden sind.
Ein Menekaner, welcher die Wüste rasch durchqueren würde, wäre vermutlich das nie aufgefallen, was Maha heute auffiel.
Gut, man könne ihnen keinen Vorwurf machen, war Maha die Seele, welche sich in der Wüste auskannte wie kein anderer und jede Nacht woanders in ihr das nächtliche Lager aufschlug.
Kleine, geschlängelte Linien zeichneten sich auf dem Wüstenboden ab.
Gut, nicht jeder würde aufgrund jener Entdeckungen in Sorge verfallen oder seine Gedanken daran verschwenden, aber Maha schon. Erst jetzt ergaben die Anzeichen einen Sinn. Sie kannte sie. Sie hatte darüber vieles gehört und auch gelesen.
Bei Eluive, du hattest damals etwas darüber gelesen.
„Der Kult!“ entfloh es aus der Alten Kehle , welche nun nicht mehr friedlich unter der Palme ruhte, sondern in einem recht flinken Satz die Wüste durchquerte, mit dem Ziel das ausgestoßenen Lager zu erreichen.

Verfasst: Freitag 6. April 2007, 15:36
von Fuad Ifrey
Nachdenklich saß der Jemaat noch am selben Abend am Schreibtisch in der Stadtwache.
Eigentlich wollte er den Abend in der Taverne mit einigen Kaktusschnäpsen ausklingen lassen.
Als er die Taverne betrat erhellten sich seine Gesichtszüge.
Maha fand ebenso bereits den Weg ins Gasthaus und beglückte die Wirtin Abeer mit ihren Geschichten.
Wie sollte es anderes sein. Maha mit einem geschlossenen Mundwerk würde nciht Maha sein.
So lud sie auch Fuad ein, neben ihr Platz zu nehmen. Und mit ihr den Abend zu geniesen.
Eine ganze Weile wuerde heiter über vergangene Tage und auch jene glücksversprechenden kommenden Tage geredet.
Doch irgendwann schlugen ihre Worte in nachdenkliche Fragen über.
Abermals, wie schon einige Tage zu vor, frug sie Fuad ob ihm Veränderungen in der Wüste aufgefallen seien.
Gewiss Scarabäensichtungen eine nach der anderen. Rund um der heiligen Oase und dem Karavanenweg.
Doch schien sei dieses lästige Treiben nicht zu meinen. Ihre Fragen schlugen auf Fragen über Schlangen über. Der Soldat, welcher fast sein ganzes bisheriges leben als Nomade in der Wüste verbrachte, konnte ihr sehr wohl auch etwas über Schlangen und dem Umgang mit bissen und ihren Fährtenlesen beantworten.
Doch auch dies war nciht das was Maha wollte. Nach einigen direkten und wohl auch fordernden Fragen seitens der Stadwache, brach sie den Schleier der Geheimnisskrämerei. Und sie begann über alte Tage Menek'urs zu sprechen. Welche geprägt waren von Angst und Misstrauen.
Jene Tage waren beherrscht von der Furcht, welche der Kult, der Kult der Schlangenanbeter, verbreitete.
Aufmerksam und auch überrascht, wenn auch mit etwas gewisaser Distanz, lauschte Fuad ihren Worten. Während sie erzählte und erzählte fanden auch Ali und Taari aus dem Hause Omar den Weg in die Taverne, und lauschten ihren Worten ebenso.
Der Kult... Anbeter der Schlangen. Verborgen und doch Angstverbreitend agierte er.
Unbescholdene Bürger Menek'urs lies er verschwinden. Und sattdessen tauchten an den Orten des Verschwindens Schlangen auf. Niemand konnte genau sagen, was diese Kult machte. Doch wurde mit Furcht und stets wachen Augen überall über ihn gesprochen.
Lange Zeit mag die Kult Menek'ur in Angst und Schrecken gehalten haben. Misstrauen entstand. Und so war es nciht abwägig, dass gar der Nachbar der Angehörigkeit, zu jenem Kult, beschuldigt wurde.
Irgendwann jedoch verschwand die Angst, wie auch das verschwinden der Bürger. Das Laster der Zeit lies vergessen. Und so mögwen die Geschichten über den Kult nur noch wenigen bekannt sein.

Es wäre nicht Maha, wenn sie nicht nur Geschichten von Freude erzählen würde. Und würde auch Fuad im Normalfall diese Geschichte nur wenig beunruhigen.
Doch untermalte Maha stehts in ihren Worten. Das die Wüste sich verändern würde. Das sie etwas gefunden habe.
Zeichen... Beunruhigende Zeichen...
Fuad wäre kein Soldat der Stadtwache, wenner hier nicht mit fragen sie sticheln würde, um mehr zu erfahren.
Was waren diese Zeichen. Wie verändert sich die Wüste. Doch Maha gab keine Antwort. Sie hielt die Zeit, für jene Antworten, für noch nicht angebracht.
Es ärgerte Fuad regelrecht, was sich die Geschichtenerzählerin anmäßte.
Sie sprach von einer Bedrohung. Von Zeichen dieser Bedrohung, welche sie erblickt hatte. Doch sprach sie auch in Rätseln und verschwieg ihr Wissen.
Doch übte sich der Jemaat in Zurückhaltung in der Gegenwart der erwürdigen Taari Omar, der Schwester des Erhabenen Aasim.
Wäre sie nciht mit anwesend gewesen. Fuad hätte maha wohl nicht eher ziehen lassen, ehe sie Antworten über jene Bedrohung und Veränderungen gegeben hätte.
Doch kam es anders. Und Maha ließ Fragen über Fragen, mit ihrem Verschwinden aus der Taverne, im Raum stehen.
Die Lust auf einem gemütlichen Ausklingen war Fuad nach jenen Gesprochenen Worten vergangen.
Und er machte sich daran Stadthalter einen Bericht zu schreiben. Er sollte wissen. Über was für Dinge Maha sprach. Seien sie nun wahr oder nur erdacht. Doch schadet dies, in den Augen Fuads, dem Frieden und der Ruhe in der Stadt.

Folgende Zeilen ergingen an Fadi am nächsten Tage, wie auch an Sekban Khalida Yazir:


Salam ehrenwerte Stadthalter und Wyvern Meneke'urs.
Salam ehrenwerte Sekban Khalida aus dem edlen Hause Yazir.

Ich, Fuad Jemaat der Stadtwache, übersende dir dieses Schreiben mit großer Sorge auf gesprochene Worte Mahas.
Wie auch gewiss ihr, erhellt esmein Herz ihren Worten lauschen zu dürfen.
Doch am gestrigen Abend fielen Worte über einen längst vergangenen Kult. Einem Kult der Schlangenanbeter, welche einst unser Reich in Angst und schrecken hielten.
Würde es nur eine Geschichte über längst vergangene Tage gewesen sein, würde ich gewiss eure Zeit nicht in Anspruch nehmen wollen.
Doch untermalte sie ihre Worten, mit Worten einer sich bildnenden Bedrohung. Von Zeichen welche sie erblickte, welche die Bedrohung ebenso zeigen sollen.
Doch nach abermaligen Fragen wollte sie nicht Berichten was jene Zeichen seien. Was jenen Bedrohung sei.
Sie hüllte sich in Schweigen und maßte sich in meinen Augen an, den Zeitpunkt an welchem sie ihr Schweigen brechen würde selber zu bestimmen.
Ich übte mich in Mäßigung. Wäre sie nicht Maha und hätte Taari aus dem Hause Omar mit ihrer Anwesenheit die Taverne erstrahlen lassen, so hätte ich Maha wohl erst gehen wenn sie klare Antworten gegeben hätte.
Doch so hinterließ sie Fragen über Fragen. Welche vielleicht nicht nur mich beunruhigen, sondern auch das Volk Menek'urs. So sie jene gesprochenen Worte seitens Mahas vernehmen.
Eine Abschirft dieses Schreibens erhält ebenso Khalida.
So bitte ich euch um Anweisungen, wie man dieses nun handhaben soll.

Möge Eluv euch Schatten und Wasser spenden

Fuad Ifrey Jemaat Janitschar des Reiches

Verfasst: Freitag 6. April 2007, 16:34
von Der Erzähler
Der Sand knirschte unter ihren Sandalen, während sie im Licht des Mondes die Wüste durchquerte. Sie bat ihre Kinder stets wachsam durch jene zu gehen, nicht zu lange an einem Ort träumend zu verweilen und vor allem sollten sie gerade in jenen Stunden der Ungewissheit über die Geschehnisse, ihre Fuße stets im Auge behalten.

Oh bei Eluive, war das ein reizender Abend und der Kaktusschnaps war wie immer eine Wonne. Aaber war wie immer eine Perle und ihre Gastfreundlichkeit war wie es sich für einen Menekaner gehörte, überaus entzückend
Es dauerte auch nicht lange, als sich die Taverne nach und nach füllte, aber wem sollte man dies verdenken, war es doch Maha welche in ihr saß und ihre Geschichten über vergangene Zeiten verkündete. Und wer mochte nicht am späten Abend, bevor er den Tag beendete noch die ein oder andere Geschichte, gar neuesten Tratsch der Alten lauschen?

Und so geschah es auch heute wieder, das Maha die neugierigen Ohren ihrer kleinen Kinder mit ihren Geschichten füllte. Bei Eluive wie groß sie doch alle geworden sind, der kleine Fuad trank heute Kaktusschnaps, oh Maha du bist wahrlich alt geworden.
Das Maha nie lange Schweigen konnte oder gar Erlebnisse für sich behielt, war einen jeden klar und so er jenes nicht wusste, würde er dieses recht schnell bemerken. Und eine Maha wäre keine Maha, so sie nichts zu erzählen hatte.
Was Maha aber nicht leiden konnte war die Ungeduld. Sie war wahrlich ein kleiner Schandfleck und die Alte war Weise genug um zu wissen, das ein jeder außer sie, solch einen Fleck in sich trug.
Heute bemerkte sie jenen verstärkt bei Fuad. Sicherlich liebte sie es, wenn ein jeder nicht mehr von ihren Lippen los kam, um noch mehr aus ihrem Munde zu hören, aber Maha war eben Maha und wenn Maha beschloss eine Geschichte an einem Punkt zu beenden, musste das eben hingenommen werden. Das ihr kleiner Fuad, der ihr als Kind am Lagerfeuer lauschte, heute wie eine lästige Fliege war, lies die Alte nach wie vor nicht ruhen.

Sie sah die Zeit gekommen, das sie Fuad, Taari, wie dem kleinen Ali etwas über den Kult berichtete. Es war in Mahas Augen Zeit, jenes Thema, was den Gürtel der Verschwiegenheit lange trug, abzulegen und zu erzählen, was zu erzählen war.
Es war damals eine schlimme, fürchterliche Zeit, in der ein jeder Menekaner in Angst und Sorge lebte. Angst das eines seiner Familienmitglieder aus dem nichts verschwand, gar nicht mehr Heim kam oder während eines Streifzuges durch die Stadt von der Strasse gemopst wurde.
Es war die Zeit, an denen die Schlangenanbeter ihr Unheil trieben. Ein Kult, von dem keiner genau wusste, wer seine Mitglieder waren, noch wusste wo sie ihren Unterschlupf hatten.
Misstrauen machte sich in einem jeden Menekaner breit, die Frage des Trauens war zu jener Zeit wie eine Mutprobe.
Immer wieder pochte Maha darauf das die Kinder Menek'Urs ihre Augen wachsam aufhielten und ihren Blick immer prüfend zu ihren Fußen richten sollten, so sie die Wüste betraten. Sie hatte sich verändert, es waren wohl für viele keine Veränderungen in Sicht, aber Maha sah sie.
Maha sah die Schlangen.
Gut es gab einige Schlangen in der Wüste, riesige Schlangen, widerlich anzuschauen.. aber von jenen sprach Maha auch nicht.
Maha erblickte kleine, giftgrüne Schlangen, welche zischelnd ihren Weg durch die Wüste schlängelten.
Giftgrüne Schlangen waren das Markenzeichen des Kultes und als Maha jenes wieder einfiel, ja auch die Zeit nagte an der Alten und ab und an vergaß die Gute auch einige Sachen, schlugen die Alarmglocken in ihrem Kopfe Alarm. Nach und nach ergab das Puzzle ein Ganzes....
Sie musste sich erinnern von wem sie vieles über den Kult hörte und sie wusste auch wen sie zu Fragen hatte...

Es war eine falsche Äußerung Mahas, das nie ein Menekaner zurück kehrte. Einer kehrte zurück.. und sie würde ihn erneut aufsuchen... die Zeichen waren da..

Verfasst: Sonntag 8. April 2007, 12:34
von Fadi Yazir
Nachdenklich ließ er Fuads Schreiben auf den Schreibtisch sinken. Auch nach der Lektüre des schweren Bandes hatten sich ihm weit mehr Fragen als Antworten eröffnet. Das Gespräch und die Hinweise von Maha, der Band zum Dunkeldrachen und einem Schwert und nun dieses Schreiben. So Maha recht haben würde und sich etwas tat, hatte er nun drei Puzzelstücke, jedes einzelne verwirrend wie auch besorgniserregend aber ohne jeden Zusammenhang. War es nur eine dieser Geschichten, mit denen man Kindern die Zeit vertrieb und sie bildete? Er würde auf eine weiteres Gespräch mit ihr hoffen. Vielleicht wüsste sie um die Zusammenhänge. Vorab galt es aber Zuversicht zu verbreiten und so verfasste er einige Zeilen für Fuad.

Salam Fuad, Jemaat unserer tapferen und gesegneten Streiter,

ich danke Dir, das einem möglichen Handeln diese Zeilen vorraus gingen. Auch wenn Eluive die Entschlossenen liebt, so doch nur jene, die Zuversicht in ihren Herzen tragen. Eluive möge unser Land in Dunkelheit versetzen, so wir beginnen die ehrbaren Alten dort unterzubringen, wo die Ehrlosen des Festlands der Nächte ausharren, um zu neuer Ehrbarkeit zu finden.

Ich selbst gehe derzeit einigen Dingen nach in diesem Zusammenhang nach, doch gibt es keinen Grund zur Furcht. In dem Wissen um die Führung durch den weisen wie glorreichen Erhabenen und den allgegenwärtigen Schutz Eluives, die mild lächelnd auf ihr geliebtes Volk sieht, gibt es keinen Grund zur Besorgnis oder Beunruhigung. So sich etwas aus den Nachforschungen ergibt, wird der weise Erhabene durch die Inspiration Eluives wie immer wissen welches der rechte Weg für sein Volk ist.

Bis dahin gilt es wachsam zu sein, um einer möglichen aufkommenden Prüfung, mit der nötigen, weise gerichteten, Entschlossenheit begegnen zu können.

Eluive segne Dich und halte Deine Sinne wach.

Wesir Fadi aus dem Hause der Yazir
Statthalter Menek'Urs
Shanun

Verfasst: Donnerstag 10. Mai 2007, 03:23
von Der Erzähler
Die Dunkelheit brach über die Wüste herein. Die Wachen der Stadt und an den Toren zur Wüste waren, abgesehen von wenigen durch die Gassen nach Hause huschenden Menekanern, wohl noch die Einzigen die zu dieser Stunde auf den Straßen anzutreffen waren. So eine Jener ihren Blick in der wohl langweiligsten Dienstzeit gen Himmel richtete, würde sich ihr ein ungewohntes Schauspiel zeigen.

Die sonst sternenklare Nacht wurde durch heraufziehende Wolken getrübt, die ihren Weg ungewöhnlich schnell Richtung Wüste nahmen. Doch an den Toren zur Stadt sollte alles ruhig und beschaulich bleiben, wohingegen sich inmitten der Wüste ein furchteinflößender Anblick darbot. Die Wolken zogen sich über einem Punkt zusammen und schienen einen Arm zum Boden hinzubilden, wie einem Fingerzeig gleich. Heftige Winde kamen auf und wäre Jemand Zeuge dieses Schauspiels gewesen, so hätte er von den wohl heftigsten Winden berichten können, die er je in der Wüste erleben konnte, wenn gleich die merkwürdiger Weise wohl nur an jener einen Stelle tobten, um nach und nach ein Geheimnis preiszugeben.

Dort war sie nun zu erblicken. Was sich nur als kleine, aus dem Sand ragende, Spitze einer alten Frau gezeigt hatte, erwuchs nach und nach zu einer stattlichen Pyramide heran. Sobald sie sich nun dem in voller Größe aus dem Sand erhoben hatte ebbten die Winde schlagartig ab, die Wolken verzogen und wäre nicht die Pyramide, hätte man wohl nichts Sonderbares je feststellen können.